21.11.2008
Aus für MSG-Redaktion zum 30. Juni verkündet
“Es wird keine Redakteursstellen mehr geben!” war die Botschaft, die heute im Laufe des Vormittags die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MSG erreichte. Alle werden die betriebsbedingte Kündigung erhalten, zwei haben bereits Abfindungsangebote. Bis zum 30. Juni 2009 soll die Redaktion komplett aufgelöst sein. Die Reise-Beilage, so war zu hören, soll künftig die Anzeigenabteilung erstellen, “Freizeit” wird ersatzlos gestrichen. Was aus “Märkte” und Verlagsbeilagen werden soll, will man noch entscheiden. Was wurde sonst noch verkündet?
Ach ja: Man kann sich bewerben. Als “Produktmanager” (PM) bei den fünf neuen regionalen Anzeigenbüros oder als PM-Zuarbeiter beim überregionalen und nationalen Anzeigengeschäft. Finanzieller “Anreiz”: Anerkennung der Betriebsjahre. Und die Betriebsrente soll auch bleiben. Wer kann da noch widerstehen…
Beitrag aktualisiert am 24. November, 12 Uhr.

Das ist nur der Anfang der Schweinereien, am Donnerstag geht es mit dem Rundumschlag im Lokalen weiter. Auch scheibchenweise lassen sich Strukturen zerschlagen.
Herr Reitz, ihre Session ist mehr als abgelaufen.
Es hat begonnen wie üblich Schritt für Schritt …. Wer nun noch glaubt, es werde schon nicht so schlimm kommen und könne es erstmal auf sich zukommen lassen, der wird sein rot-grün-gelb-blaues Wunder erleben. Abwarten und Tee trinken? Der Beutel wird weg sein, bevor das Wasser kocht…
Ein erster Vorgeschmack auf nächste Woche. Den Kolleg(inn)en gehört meine volle Solidarität. Ich weiß, das ist wenig, und das ist schnell geschrieben.
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Es ist aber ehrlich gemeint. Mehr kann ich nicht bieten als Solidarität angesichts des ersten Schritts zum allgemeinen Kahlschlag.
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Frage an die Gewerkschaften: Ist es überhaupt rechtens, einer Redaktion betriebsbedingt zu kündigen, um dann deren redaktionelle Arbeit – die ja in Teilen offensichtlich weiter geht – durch Verlagsangestellte machen zu lassen (die früher Redakteure auf derselben Stelle waren)?
“Die Reise-Beilage, so war zu hören, soll künftig die Anzeigenabteilung erstellen, “Freizeit” wird ersatzlos gestrichen”–hä, was soll das denn werden??? Da sitzen gute kaufmännische Kräfte aber keine Journalisten! Dieser verdammte blinde kurzzeitig gedachte Aktionismus kotzt einen nur noch an! Auch in den Beilagen hat der Leser, der sein Abo teuer bezahlt, ein Anrecht auf Qualitätsjournalismus und kein Null-Acht-Fuffzehn-Sparmodell! Ich habe das Gefühl, dass die “Krawatten-Rambos” vor dem Fest (für die MSG-Kollegen komplett versaut) jetzt wirklich noch richtig Ramba-Zamba haben wollen. Jetzt ist der Herr Sauer mal gefragt, nicht nur immer schlaue Verdi-Reden schwingen, sondern mal Taten und Aktionen sprechen lassen. Wann fangen wir an?
Ich kann nur sagen: Die MSG-Kollegen haben mein tiefstes Mitleid!
Was da geschieht, ist nicht durchdacht.
Wie kann es sein, dass ein Unternehmen einerseits einen Ehrenkodex aufstellt und z.B. bezahlte Inhalte (indirekte Werbung/Schleichwerbung) zu Recht verhindern will und jetzt andererseits eine Anzeigenabteilung eine Reise-Beilage füllen soll.
Ich sehe da ein Glaubwürdigkeitsdefizit für das Gesamtblatt.
Ich bin nur ein doofer Leser und frage: Was ist die MSG? Und arbeiten die WAZ-Lokalschreiber in einer anderen Firma als der Mantel? Hääää? Wer antwortet flugs?
Jetzt haben HoNieReitz also die ersten Fakten geschaffen.
Das heißt ja wohl, dass die Herren auf alle sozialverträglichen Ideen, wie sie in der Betriebsversammlung skiziert wurden, scheißen.
Wie weit sind eigentlich die Streikvorbereitungen?
@dooferleser
Die MSG ist eine ausgegliederte Gesellschaft, die Redakteure unter Tarif bezahlt dafür, dass sie u.a. die Reise-Beilage oder Freizeit erstellt haben. Also schon kostengünstig: Wenig Leute, unter Tarif, viel Auflage – weil für alle Titel.
@Nero Zitat “Jetzt haben HoNieReitz also die ersten Fakten geschaffen.” Ich nehme dieses 3-Gestirn hierbei einmal ausdrücklich raus. Sicher werden sie den Daumen für irgendeine “GO!”-Aktion gehoben haben, aber diese Aktion rechne ich eher den Personalabwicklern der MSG und den Machern von MedienSales@Service zu. Warum? Die müssen noch ein wenig die Zahlen schönen für die destratösen Zahlen aus diesem Jahr 2008, die mit von ihnen verursacht wurden durch diesen SIPA-Schwachsinn und dem Listenterror, der den Noch-MSG-Medienberatern schön die Umsätze verhagelt hat, weil sie nur noch über Listen brüten, anstatt beim Kunden zu sein NixNutz hat das Procedere an anderer Stelle schon ausführlich, kompetent und detalliert beschrieben. Die Redakteure der MSG-Serviceredaktion müssen jetzt dafür bluten, dass die oben erwähnten Akteure noch ein “Erfolgserlebnis” haben.
@Dr.Faust
Dann ist das ganze also nur eine Verschleierungstaktik der drei Murks-Brothers, um die ihre eigenen Scherbenhaufen geräuschlos wegfegen zu können?
Wenn Du es so sehen willst!
@dooferleser
Die Serviceredaktion der MSG, bestehend aus 16 Redakteuren, 2 Grafikern, 2 Volontären und vier Verwaltungskräften sowie mehreren freien Mitarbeitern produziert(e) für alle NRW-Titel der WAZ-Mediengruppe u.a. Das Reisejournal, das Freizeit-Magazin, Spezials zu Themenschwerpunkten, den Autoteil, den Wochenblick für elf Städte, regelmäßige Serviceseiten zu diversen Themen von Computerbis Gesundheit und die anzeigenunabhängigen Servicebeiträge für die jährlich rund 18.000 lokalen Anzeigenseiten.
Allen Mitarbeitern wird betriebsbedingt gekündigt.
Sorry Leutz, aber als (bis vor kurzem) WR-Leser wäre ich aufgrund der “Qualität” der Artikel auf besagten Seiten und der Frequenz ihrer Wiederholungen innerhalb weniger Wochen nie und nimmer auf die Idee gekommen, dass das echte Redakteure hinterstecken. Ich und andere Leser aus meinem Umfeld haben fest geglaubt, der Content dort wäre sowieso schon aus der Privatwirtschaft eingekauft bzw. mit den Anzeigen verrechnet.
Insofern wird ja nun nur die Organisation der Qualität angepasst.
Geklatscht wurde bei der ersten Gesamtbetriebsversammlung in der Essener Lichtburg, um die Betriebsräte bei ihrem Kampf gegen die Willkür von Hombach, Nienhaus und Reitz zu unterstützen. Das war eindrucksvoll, reicht aber nicht. Die Betriebsräte allein sind machtlos. Am 5. Dezember in der Lichtburg ist mehr gefragt.
1. Die Kündigungen der Kollegen der MSG werden nicht akzeptiert. 850 Redakteure der WAz-Gruppe müssen die Spielchen der scheinbar Mächtigen nicht mitmachen, sonst hätten wir es nicht besser verdient.
2. Herr Nienhaus hat durch seine Interviews in der Öffentlichkeit den Eindruck erwecken wollen, die WAZ-Gruppe sei ein krisengeschüttelter Verlag. Er hat dies weder in der Öffentlichkeit noch intern bis heute mit Zahlen dokumentieren können. Insofern müssen seine Äußerungen als geschäftsschädigend gewertet werden.
Herr Hombach lässt sich in der “Zeit” als Sultan von der Ruhr porträtieren, Herr Hombach wird dort als Märchenerzähler an der Ruhr dargestellt (auch im Intranet nachzulesen). Die Herren Hombach und Nienhaus geben nicht nur sich, sondern dieses Unternehmen der Lächerlichkeit preis. Ihr Lügengebäude wird einstürzen. Aber dafür werden wir kämpfen müssen.
@porschekiller:
Thema Qualität: Das ReiseJournal – von der MSG-Redaktion produziert – hat bei Rankings der besten Reiseteile deutscher Zeitungen mehrfach Spitzenplätze belegt. freizeit – von der MSG-Redaktion produziert – bietet u.a. ein Spektrum an Künstlerinterviews, das sonst wohl keine Tageszeitung in Deutschland liefert. Leute wie Grönemeyer, Joan Baez, Peter Gabriel und zig andere würden wohl kaum mit der Bäckerblume reden. Nur zwei Beispiele von MSG-Produkten.
Die Kolleg/innen, die in dieser Redaktion arbeiten (bald gearbeitet haben), müssen hier nach dem Rausschmiss nicht auch noch von “Lesern” (?) diskretitiert werden. Dass sie einen guten Job gemacht haben (übrigens mit einem Miniaturteam, => Beitrag Servicewüste), ist anerkannt.
Aber es scheint ja schon seit längerem zur Strategie zu hören, die kleine MSG-Redaktion (deren Produktumsätze in Millionenhöhe über Jahre zur Sicherung vieler Arbeitsplätze im Haus beigetragen haben) zum Sündenbock zu erklären. Ganzseitige (anzeigenfreie) Panoramaseiten im Wochenendteil haben schließlich deutlich mehr Sexappeal.
Demnächst ist MSG wahrscheinlich auch noch an der Finanzkrise und am Klimawandel schuld.
@nurmalso
Die MSG hat wirklich gepowert, nicht nur was Masse angeht. Und ich kenne Kollegen, die sind, was die Arbeitszeit angeht, im Schnitt eher auf die 50- als auf de 36,5 Stunden-Woche gekommen.
Und damit meine ich nicht Anwesenheitszeit.
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Apropos: Wie produktiv ist eigentlich ein Chefredakteur, der als Kommentator und Meinungsführer im eigenen Blatt so gut wie gar nicht in Erscheinung tritt? Kollegen: Schaut mal im Hugo nach, wie viele Kommentare U.R. in vier Jahren geschrieben hat – der kommt nicht mal auf ne 40-Zeilen-Woche…..
an Hans Lassmann: Da gibt es bei der WAZ-Gruppe jemanden mit noch viel weniger Wochen-Zeilen auf Chefposten.
Was soll denn dieses Tonnage-Denken? Seit wann bemisst sich die Qualität eines CR an den Zeilen, die im Blatt sind? Wenn die vier im Moment schreiben würden wie die Teufel, würde es doch heißen, haben die gerade jetzt nichts besseres zu tun, die eitlen Selbstdarsteller? Man kann das an anderer Stelle in diesem Blog genau so nachlesen. Nichts gegen Chefredakteur-Bashing, aber ein bisschen Logik und Stringenz wäre nicht schlecht. Hier machen sich schon genug Leute nach Kräften lächerlich. Angst frisst Gehirn auf und das Ergebnis ist ein ziemlich großer Haufen unbewiesener Kolportage. Das geht bis hin zu Mutmaßungen über den Zusammenhang zwischen Autotyp und Potenz. Man kann nur hoffen, dass sich hier keine Leser mit Verstand rein verirren. Sonst kommen die noch auf die Idee sich zu fragen, ob die selben Leute in den Zeitungen sauberer arbeiten.
Cooler Beitrag, Gerd.
Vor allem in dem Bereich, wo es um die Kündigung der kompletten Service-Redaktion geht.
Vielleicht ist Gerd der U.R. oder einer der Vasallen.
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Es dürfte jedenfalls unstreitig sein, dass Herr Reitz sich mehr als ungeschickt, um nicht zu sagen asozial und arrogant, benommen hat und nun endültig keinen Rückhalt mehr in der Belegschaft hat. Dass hier Leute ihren Dampf ablassen, ist für mich sehr verständlich.
@Gerd
Tonnage-Denken? Das wird doch in der Chefredaktion vorexerziert: Ist die von Klümper ausgegebene Formel “one man – one page” nicht das gleiche in Grün?
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Recht hast Du allerdings: Nicht auf die Zeilenzahl kommt es bei einem CR an, der hat ja zugebilligtermaßen auch noch anderes zu tun. Aber es kommt gerade bei ihm auf Inhalte und die Frage an, welche persönliche Integrität er hat. Und das kann sich der Herr nicht sehen lassen. Pro Industrie, gegen Gewerkschaften, gegen die Looser der Globalisierung, pro Merkel und Rüttgers (bis hin zur offenen Schleimerei) – alles nachzulesen in seinen Kommentaren.
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Mit Bashing hat das nix zu tun, es sind die über Jahre aufgestauten Aggresionen, die Dank seiner Unfähigkeit zum inhaltlichen Dialog und seiner Art der Führung jetzt auf U.R. zurollen. Siehe @reitzhusten (oben).
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Und Gerd, ich kann nur hoffen, dass möglichst viele Leser hier hineinschauen. Sie wissen dann, das Redakteure keine intellektuellen Übermenschen sind, sondern jahrelang an ihrer Seite (der Leser) auf Augenhöhe gestanden haben. Und sie werden wissen, dass wir nun genauso kämpfen wollen wie die Kruppianer, Opelaner und Nokianer.
@gerd: Du bist aber ein ganz Harten, wie? Wer sowas schreibt, dem scheint das alles ziemlich am A….. vorbeizugehen. Klar ist, dass dieser Blog von den Usern auch sehr emotional geführt ist. Das ist aber keinem zu verdenken! Sicherlich ist ein Autotyp kein aussagefähiges Kriterium für eine Person, diese Bumskiste chauffieren ja mittlerweile einige Essener Strategen, ist mir aber auch sch….egal. Wer es braucht und dann sich damit wichtig fühlt, der soll damit die Bert-Brecht-Straße mit Vollgas zumockern. Die die Q7-Story hier aber auftischen, wollen damit zeigen, dass derjenige kein Fettnäpfchen auslässt und deutlich macht, das er sämtliche Bodenhaftung verloren hat. 300, wenn nicht sogar mehr dürfen sich bald arbeitssuchend melden und zum Teil sehen, wie es mit ihnen, ihrem Eigentum und zum Teil mit ihren Familien weitergeht. Daher kann ich jeden Sarkasmus, jede Wut usw. jeglicher Beitragsschreiber hier verstehen, weil in den letzten Jahren dieses Haus in allen Bereichen bis auf die Druckereien miserabel gemanagt wurde. Und Du kommst hier mit Lächerlichkeit um die Ecke und verunglimpfst die Beteiligten, schäm’ Dich! P.S Kannst ja mal Beispiele aufzeigen, die Du in diesem Blog als lächerlich abtust.
Es ist schon erbärmlich, was Mr. Ulrich “Ich kaufe mir meine Brioni-Anzüge mit meiner Goldkarte und finde das besser als S…” R. da für eine Show abzieht.
Übrigens, das in den Anführungszeichen hat er tatsächlich mal Volontären gegenüber in der WAZ-Kantine geäußert – Volontären übrigens, die über die JSR angestellt sind … und im Monat mit nicht mal 1000 Euro über die Runden kommen müssen …
Ich erinnere mich auch an eine Sendung auf WDR 5, in der es um die Frage ging, welchen Wert eine lokale Zeitung heutzutage noch habe. Übrigens, “Deputy” Kl. war als Studiogast eingeladen … und auf den Protest eines Anrufers aus Herten, dass er sich und seine Stadt in der zusammengelegten Vest-Ausgabe nicht mehr wiederfinde, sagte Hr. Kl., dass die neue Vest-Ausgabe ein gutes Produkt sei, der Markt dies bloß noch nicht erkannt habe.
Ach sooooooooo ist das …
Stellen wir uns also vor (um das mit einer anderen derzeitigen Krise zu verbinden): Da baut jemand ein suuuper Auto mit, sagen wir mal, 35 Liter Verbrauch auf 100 Kilometern. Dann wundert man sich, dass dieses Auto keine Käufer findet – und der Produktmanager stellt sich dennoch hin und sagt mit stolz geschwellter Brust: Wartet ab, das Auto ist gut, der Markt hat das nur noch nicht erkannt …
Na, “Mahlzeit!”
Danke für die Information! Und herzliches Beileid.
Jetzt drehen offenbar alle Verlage durch. Überall werden Stellen vernichtet.
Habe das beim DJV gefunden:
Nach Informationen des DJV sollen alle 300 Journalisten, die jetzt bei den G+J-Wirtschaftstiteln (Impulse, Capital, Börse Online und Financial Times Deutschland) arbeiten, die Kündigung erhalten. Eine neue GmbH in Hamburg entscheidet dann, wen sie einstellt.
Das riecht doch förmlich nach Absprachen zwischen den Verlagen. Und ich Schaf habe mich gewundert, warum die Tarifverhandlungen relativ schmerzfrei über die Bühnen gingen. Wenn sich die Verleger eh nicht mehr drum kümmern müssen!
Ein ganzer Berufsstand soll in Deutschland abgeschafft werden. Wir brauchen einen Streik, in der ganzen WAZ, bundesweit in allen Verlagen, die ähnlich agieren.
@Gerd, mein Lieber: Das waren keine Mutmaßungen über den Zusammenhang von Statussymbolen wie dicke Autos, Yacht, Geld usw. mit Potenz, sondern das war ein Hinweis mit Beleg und Link zu einer psychologischen Studie. Schließlich arbeiten wir Journalisten sauber und nachvollziehbar. Außerdem wurde festgestellt, dass dieser Bezug allgemein hergestellt wurde, und nicht etwa explizit auf die Person von Duweißtschonwer bezogen.
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Ansonsten ist das hier nicht das literarische Kabinett, sondern ein Blog von und für Leute, die nicht wissen, ob sie im nächsten Februar noch Arbeit haben. Da macht sich keiner, aber wirklich keiner lächerlich, der Angst hat und sie auch offen zeigt. Auch keiner, der kämpfen will und das offen zeigt. Und dafür finde ich, ist die Diskussion hier noch wirklich sehr milde.
@Gerd: Stimmt genau, einige sind hier nicht mehr weit von der kompletten Hysterie entfernt, siehe auch die letzten Beiträge unter der Rubrik “Ernst-verhaltene Stimmung in der Betriebsversammlung”. Auch der Kolportage-Vorwurf trifft zu. Nur ein Beispiel: Immer noch wird verbreitet, Reitz sei mit dem Phaeton am nämlichen Tage in die Essener Fußgängerzone gefahren. Tatsächlich war es NRZ-Chefredakteur Oppers, der sich fahren ließ, und zwar aus gutem Grund: Er ging wegen einer Beinverletzung an zwei Krücken. Aber was schert uns saubere Recherche, Hauptsache die erwünschte Wirkung stimmt, gell.
@Ernst: Du hast ja offenbar die Ruhe weg. Wie schön für dich.
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Anderen ist aber nicht so sehr nach abregen…
Wenn die WAZ weiter an Kompetenz in der Lokalpolitik verliert, dann verliert sie ihr wichtigstes Alleinstelungsmerkmal. Dann kann man auch die Sueddeutsche abonnieren.
Das kann doch keiner bei der WAZ/NRZ wollen!
Oder?
Übrigens munkelt man, dass es demnächst auch den Onlinern an den Kragen geht…
ZVR, ZVW, MSG – nur eine Frage: Wo liegt der Unterschied?
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Die MSG ist platt gemacht worden, obwohl, meines Wissens, MSG sogar Gewinne generiert haben soll. 30 Leute, 30 Menschen haben ihren Job verloren. Unabhängig davon, ob sie immer und immer wieder gute Leistungen gebracht haben. Unabhängig davon, ob sie seit ein paar Monaten oder über 20 Jahren dabei sind. Unabhängig davon, ob sie Überstunden gemacht oder freie Tage wieder gestrichen haben, damit bei dieser Sparbesetzung trotzdem alles rund laufen konnte. Frauen und Männer, Volos, Grafiker und Freie stehen auf der Straße. Und alles Denken und Fühlen, man sei – zumal als Redakteur/in – doch irgendwie anders, einzigartig, nicht ersetzbar…, hat sich als Trugschluss erwiesen. Jeder ist ersetzbar, jeder kündbar, keiner wird wirklich gebraucht, auch wenn man sich das noch so oft selber einredet und in der Redaktion spiegeln lässt.
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Wenn bei der MSG 30 Leute vor die Tür gesetzt werden – und allenfalls solidarische Grüße, Mitgefühl und eine unglaubliche – weil völlig deplazierte – Qualitätsdiskussion in diesem Forum Platz findet, dann frage ich mich: Wie soll das weitergehen? Was, wenn es am Montag heißt: Bei der NRZ müssen 60 (wohlgemerkt: eine fiktive Zahl) gehen. Kommen dann wieder Mitgefühl und solidarische Grüße? Wenn es am Dienstag heißt: Bei der WAZ müssen 70 gehen? Sagen die anderen dann – “Ja, schlimm-schlimm, aber die WAZ hatte ja eh, absolut gesehen und überhaupt, die meisten Mitarbeiter”? Was, wenn es am Mittwoch heißt: Das Sauerland gehört ab sofort der „schlanken“ WP – und 80 WR’ler müssen gehen. Wird dann hier etwa über qualitative und/oder politische Unterschiede zwischen WP und WR diskutiert – oder denkt vielleicht auch mal jemand daran, mehr zu tun, als hier nur Dampf abzulassen und Psychohygiene en Blog zu betreiben?
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Kolleginnen und Kollegen, macht euch klar: Wenn ihr weiter mit den Scheuklappen eurer Titel nach vorn seht, die aufgesetzte Pseudokonkurrenz der letzten Jahre nicht schnellstens abhakt, wenn ihr weiter denkt, wenn’s die anderen trifft, dann mich vielleicht nicht, wenn ihr die Milchmädchenrechnung aufmacht 300 – 30 = bessere Chancen zu bleiben, wenn ihr ernsthaft (WAZ ausgenommen) denkt, eure Chefredaktion hätte noch immer ein Wörtchen mitzureden, wenn es um Personalpolitik geht – dann habt ihr euch geschnitten. Gründlich.
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Keiner ist einzigartig. Keine unersetzbar. Jeder ein Kostenfaktor aus Sicht von BWLern: Redakteuer. Und keine Geschäftsführung wird sich f r e i w i l l i g darauf einlassen, e i n z i g aus moralischen und historischen Beweggründen zu agieren. Willkommen in der freien Marktwirtschaft. Willkommen in der Globalisierung. Auf Wiedersehen: Verlegerehre.
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Sich auf einen Sozialplan zu verlassen, ja gar auf ihn zu hoffen, ist Resignation und Kapitulation.
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Was unterscheidet denn die MSG von der WAZ? Die Tradition? Die Größe? Der Betriebsrat? Die öffentlichen Fürsprecher? Wer hat sich denn für MSG stark gemacht? (Ich weiß es nicht.) – Aber mir scheint: Es wurden einfach Fakten geschaffen. Wer garantiert denn, dass NRZ, WR und WAZ nicht genau wie MSG als singuläre Firmen gesehen und behandelt werden? – während hier noch „gehofft“ wird, dass die Titel einen gemeinsamen Sozialplan erleben werden. Warum sollte Herr Reitz seinen Titel, der ja angeblich ein so dickes Plus macht genau so stark schröpfen (köpfen) – und zwar prozentual, nicht absolut – wie die anderen Titel, die angeblich Verluste bringen? Warum sollte ein Sozialplan alle umfassen? Wenn schon MSG offenbar problemlos ausgeklammert und ausgelöscht werden kann, warum dann nicht auch (Teile) einzelne(r) Titel – und zwar ohne Sozialplan. Von wegen: Teile und herrsche. Teile und spare.
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Eine letzte Frage sei mir noch erlaubt, liebe Gewerkschaft: Danke für dieses durchaus gute und nützliche Forum, es ist ein erster, wichtiger Schritt. Aber: Wenn am Ende des Tages hunderte DJU- und DJV-Mitglieder sang- und klanglos vor die Tür gesetzt werden (abgesehen von den moralischen Keulen, die ihr in euren Monatsjournalen schwingen werdet) – was glaubt ihr denn, wie sich eure Mitgliederzahl entwickeln wird?
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Solidarität muss mehr sein als ein beliebtes Wort in einem Gewerkschaftsblog. Sie sollte langsam mal greifen. Wenn das nächste Mal Fakten geschaffen werden, könnte es (vielleicht) schon zu spät sein.
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ZVR, ZVW, MSG: Wo liegt der Unterschied?
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p.s. Ich bitte inständigst, mögliche Rechtschreib- und Grammatikfehler in obenstehendem Text zu ignorien. Lektoren? Schnee von gestern.
@ Klappezuaffetot
“Die Gewerkschaften” … das sind wir selbst.
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“Die Gewerkschaften” können anregen, organisieren, rechtlich absichern. Oder so einen Blog wie hier einrichten, damit sich die Kolleg(inn)en aus den vier Titeln endlich einmal untereinander austauschen können.
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“Die Gewerkschaften” sind eben nicht der Kampf-ADAC: man zahlt nur … und die roten und orangenen Engel werden es schon richten? Nein.
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Wenn sie rufen und niemand kommt, nicht die organisierten Leute und schon gar nicht die unorganisierten Ohnemichels, dann liegt es nicht an “den Gewerkschaften”.
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Wir müssen schon selbst was tun.
@fiftyruhr: völlig d’accord.
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Ich meinte auch weniger “die Gewerkschaften” (und schon gar nicht als Vor- und Einzelkämpfer) als “die Solidarität” unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der, Obacht – e i n z e l n e n – Titel.
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Dass die Gewerkschaftsfunktionäre ihre Sache gut machen werden – davon gehe ich aus.
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Selbst was tun: Mein Reden.
Aufstehen und kämpfen, das ist die Devise.
Die Adressen der Gesellschafter haben wir ja, also haut in die Tasten, Kollegen!
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Eine Unterschriftenliste zur Rettung der Arbeitsplätze muss es ebenfalls geben. Die könnten die BRs und die Gewerkschaften doch zur nächsten Betriebsversammlung – die nur eine Betriebsversammlung sein sollte – doch auflegen.
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Übrigens: Wenn der Verlag eine Mitarbeiterverammlung machen will, soll er doch gesondert einladen.
@ Klappe…
… ja, und hier wurden bereits ein paar gute Aktionen vorgeschlagen.
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Stimmt, “die Solidarität” quer durch die Häuser und Abteilungen muss gelernt werden. Dazu trägt übrigens hoffentlich auch dieses Blog bei. Ich sehe das genau so wie Du: Wer jetzt die Titel-Scheuklappen auf behält, wird ausgetrickst. Ich finde es aber schon sensationell gut und total wichtig, dass sich die vier Betriebsräte zusammengefunden haben und an einem Strang (an demselben Ende sogar) ziehen.
Da oben in der Chefetage ist die Luft offensichtlich sehr dünn – genauso dünn wie demnächst die WAZ daherkommt: anzeigenfreundliche PR-Texte in den Beilagen, dümmliche Bilderstrecken (die schönsten Mülltonnen unserer Stadt oder vielleicht Kaugummiflecken auf dem Asphalt?!) und die endlose Anbiedere an den Leser (Oh, ein Leserbeirat!). Jeden Tag erreichen die Lokalredaktionen neue Anweisungen der Chefredaktion: Internet auf Teufel komm’ raus! Und damit wird dem Print doch nur das Wasser abgegraben. Die Probleme sind doch hausgemacht. Dabei wird durch die neue Qualitätsoffensive das Blatt immer schlechter. Wer will es dann noch lesen?
Über Typen wie Gerd muss man sich nicht aufregen. Dies ist ein Blog, offen für alles, auch für Trojaner, ob bezahlt oder nicht. Gerd wird wieder verschwinden. Es geht um Solidarität, als allererstes für die Kollegen von der MSG, lasst sie nicht im Stich. Aber Solidarität allein genügt nicht, wenn sie nicht machtvoll ist. Lippenbekenntnisse sollten nicht unsere Sache sein. Es geht um jeden einzelnen Kollegen, atmet nicht auf, nur weil es Euch (zunächst) nicht trifft. Das Sterben wird nur ein wenig verlängert. Klar ist doch, dass bei diesen Pseudokonzepten außer den Herren Hombach, Nienhaus und Reitz kaum jemand Hoffnung auf ein paar Jahre angstfreie Arbeit bei der WAZ-Gruppe haben wird. Die Herren Hombach, Nienhaus und Reitz werden am Ende fürstlich belohnt, wenn sie die Leute in die Ruhr oder Sieg kippen. Lassen wir es nicht dazu kommen.
[...] getroffen habe, aber wenn die schon nichts wissen bzw. die Dramatik nicht so empfinden, wie sie im WAZ-Protestblog beschworen wird, wer dann außer den [...]
Klappezuaffetot spricht auch mir aus dem Herzen. Ich glaube, es wird so laufen: Die Einsparungen, die am 27.11. und 5.12. verkündet werden, sind nach all der Salami- und Zermürbungstaktik der letzten Wochen nicht ganz so schlimm wie befürchtet. “Nur” 230 statt 300 Entlassungen, beispielsweise. Dann werden leider viele Kollegen aufatmen und glauben, sie seien noch einmal davon gekommen. Wartet nur ein Weilchen, ein halbes Jahr vielleicht. Dann saust der nächste Hammer nieder.
Klappezu, Dein Text sollte als Aushang die Flure schmücken.
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Vielleicht leide ich noch unter Schockstarre, aber mir fehlt zur Zeit die Phantasie, wie wir den MSG-Kollegen jetzt konkret Solidarität zeigen können.
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Wir sollten es aber bei unserem nächsten gemeinsamen Kinobesuch aber nicht bei einer zeitlich begrenzten Betriebsversammlung mit ernst-verhaltener Stimmung belassen. .
Wir müssen uns bis in den späten Abend alle gemeinsam informieren, so gründlich informieren, dass die Gruppe am nächsten Tag (Samstag!) viel Papier sparen kann. Und da darf es dann nicht heißen “Ich muss noch meine tolle Geschichte schreiben” oder “wir müssen doch unsere Leser informieren”. .
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Uns geht es an den Kragen, da sollten wir spätestens merken, dass es keine WAZler, NRZler oder Westfalen gibt – wir sind alle kündbare Lohnschreiber, einfache Arbeitnehmer!
Die ersten Kündigungen … sind für die Götter in Nadelstreifen womöglich auch sowas wie ein Testballon: Wie reagieren die Belegschaften? Sind sie kampfbereit & solidarisch oder eingeschüchtert & einzeln leicht kleinzukriegen?
Es wird auf die Betriebsversammlung (und die Tage davor!) ankommen, darauf konkrete Antworten zu geben.
@klappezuaffetot:
ich denke, dass ein gesamtsozialplan lt. betriebsverfassungsgesetz garnicht möglicht ist, sondern alle untergesellschaften (zvr, zvn, …) für sich betrachtet werden müssen. da müss(t)en dann jeweils separate sozialpläne für jede gesellschaft ausgearbeitet werden.
den kollegen von der msg gilt mein mitgefühl und tiefe sympathie. ich kann sehr gut nachempfinden, wie sie sich jetzt fühlen. meine akte ist auch schon über die schreibtische kalter karrieristen gewandert. Das gute daran: die scheitern irgenwann auch krachend und kläglich, aber leider meist auf hohem niveau.
dass die einem zum abschied in die augen schauen, ist übrigens unwahrscheinlich. die huschen aufm bürogang an dir vorbei wie ne waldfee, vielleicht pressen sie schmallippig ein kurzes “mahlzeit” (oder guten tach…) raus…
@nihil baxter
Ein betriebsübergreifernder (sprich: gleichlautender) Sozialplan müsste in der Tat erst ausgehandelt (oder notfalls erstritten oder erkämpft) werden. Dasselbe gilt für einen Sozialtarifvertrag, den die Gewerkschaften im Notfall zur Abwendung von Kündigungen mit der WAZ-Mediengruppe abschließen könnten.
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Übrigens: Gelegenheit macht Krise … berichtet die taz … http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/gelegenheit-macht-krise/
Leute, die Auflage sinkt. Eure Arbeit ist den Menschen da draußen einfach nicht mehr sonderlich wichtig. Spart euch doch einfach mal die ganzen beschissenen Verschwörungstheorien von bösen Verlegern etc.: Den Menschen da draußen, von denen einige hier meinen, dass sie ihnen besonders nahe sind, diesen Menschen ist eure Arbeit zunehmend SCHEISSEGAL. Kriegt ihr das nicht in die Köppe rein? Ihr wollt doch Ruhr-Menschen sein und besonders realistisch. Ihr seid Träumer.
@ernst – Entschiedener Widerspruch!!! Richtig und bedauerlich, die Auflage sinkt. Aber der Grund dafür ist nicht zuletzt, dass die Redaktion nach einem Konzept arbeiten muss, dass ihr CR für richtig hält, aber eben nicht die Redaktion. Schicki-micki-Kram und neoliberale Politik, persönliche Eitelkeiten und andauernde Rüttgers-Hofberichterstattung – das wollen die Leser nicht, das wollen wir auch nicht. Wir wollten auch nicht, dass die Redaktionen im Kreis RE geschlossen wurden, wir wollten auch nicht die Fahne in DO einziehen, wir halten es auch für falsch, uns selbst via Internet zum Nulltarif überflüssig zu machen.
Pech für uns und die Leser: Der Chefredakteur ist erstens weisungsberechtigt und zweitens (leider!!!!!) von uns nicht mal eben so abwählbar…
Ernst, Sie alter Provokateur, beweisen Sie einmal Mut, gehen Sie mal zum Schichtwechsel vor das Opel-Werkstor in Bochum und rufen Sie den Arbeitern zu: “Eure Arbeit ist nicht sonderlich wichtig, sie ist den Menschen zunehmend scheißegal. Ihr seid Träumer.”
Mal sehen, was dann passiert.
Ernst hat ja Recht, das kann man nicht leugnen.
Was passiert in einem großen Unternehmen, das feststellen muss, dass sein Produkt am Markt nicht mehr wie einst gefragt ist? Natürlich kommt das Produkt auf den Prüfstand.
Sind Angebot und Nachfrage noch stimmig? Gibt es Qualitätsdefizite? Gibt es Fehler im Vertrieb? – Man sucht also im eigenen Haus und auf dem Markt nach den Ursachen für den Absatzverlust.
Bezogen auf die Zeitung müsste das bedeuten: Die GGF nimmt vergleichsweise 3,50 € in die Hand und fragt den Markt, wie das Produkt Zeitung denn bitte schön aussehen soll. Mehr Regionales und Lokales schon auf der ersten Seite? Mehr Lokales (zumal in den Großstädten) insgesamt? Mehr Lebenshilfe im Mantel? Mehr Mehrwert z.B. durch eine attraktive Abo-Card? – Da kann man viele Fragen stellen…
Die Realität bei der WAZ sieht so aus, dass über das Produkt nicht diskutiert werden darf, weil das Konzept ja vom genialen Reitz kommt. Wer es auch nur wagt, dieses Konzept in Frage zu stellen, riskiert Kopf und Kragen, entlarvt sich als “Gestriger” oder auch als “Verweigerer”. Also geht man den schlichten und dummen Weg, an der Produktion, sprich in den Redaktionen, kräftig zu sparen – Personalabbau.
Dadurch wird das Produkt nicht besser, dadurch ändert sich nichts am Auflagenverlust – aber das raubt denen nicht den Schlaf, bei denen die Macht liegt, stets andere zu Sündenböcken zu machen.
Wer sich als Lohnschreiber verdingt hat und über Jahrzehnte nicht wahrheitsorientiert, sondern auftraggeberorientiert Journalismus betrieben hat, muß sich nun nicht wundern, wenn die Auftraggeber genausowenig Moral haben wie man selbst. Ich bin kein Journalist, habe mich nur immer über die Wächterfunktion dieser Berufsgruppe geärgert. Heute kann über Blogs jeder sein eigener Journalist sein, man braucht die verlogenen Lohnschreiber nicht mehr in der Zahl wie früher. Und mich freut das, denn jetzt müsst ihr mal richtig arbeiten.Wenn ihr denn was findet…
Schade, dass Leute über den Beruf Journalist so wenig wissen. Sonst würden solche Beiträge wie oben sich von selbst erledigen.
Ja, die Leute wollen unser Produkt nicht mehr. Kein Wunder, dass der Markt sich bereinigt. Die Zeitungen – und ich verfolge es seit Jahrzehnten – werden immer besser. Werft mal einen Blick in Ausgaben aus den 70ern. Das Produkt hat sich verbessert und wird für eine Minderheit interessant bleiben. Aber das bedeutet, dass nur eine Minderheit an Zeitungen überlebt.
Ich würde nicht nochmal Redakteur werden, sondern lieber Chemie studieren. Aber man hatte ja seine Träume, als Büchernarr und Liebhaber des gedruckten Wortes. Alle Welt studiert heute Medienwissenschaften. Und hangelt sich danach mit Zeitverträgen durch Pro-Sieben-Tochterfirmen.
Wir mit unseren schönen Verträgen sind ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Wenn weniger Lollies verkauft werden, gibt es irgendwann auch nur noch zwei statt zwanzig Produzenten. Die “Alten” haben zur Anpassung kaum Chancen. Die “Jungen” können sich bald bei Werbekunden und Webangeboten durchschlagen. Mit dem Traum-Beruf “Journalist” hat das nix zu tun. Es sei denn, ihr rückt auf in Stern oder Spiegel. Diese Marken werden sich behaupten.
Vielleicht gehe ich doch nochmal Chemie studieren. Wie dumm war ich eigentlich, als ich dachte, ich werde es schon schaffen, wenn ich nur schön fleißig bin und gute Ideen habe?
Stern oder Spiegel sind auch keine Traumziele, wenn man dort in einer Redaktionskonferenz oder besser noch vorher erlebt hat wie “Geschichten” ins Blatt verhökert werden. Da bieten Kollegen und Kolleginnen sich gegenseitig “Handgelder”an, wenn man ihnen mit ihrer Geschichte den Vortritt ins Blatt läßt. Auf Qualität kommt es da wirklich nicht an.
@Lohnschreiber
Lassen Sie den Kopf nicht hängen – bevor Sie in Ruhestand gehen, gibt es genug Artikel die noch zu berichten wären:
Zum Beispiel von den Angestellten und Arbeitern im Auto, Banken, Dienstleistungs- etc. Bereich, die das gleiche Schicksal wie Sie teilen: Sie sind Opfer einer verfehlten Wirtschaftspolitik die dem alleinigen Dogma MEHR MEHR MEHR verfallen ist.
Lieber Lohnschreiber: Sie und Ihre Kollegen haben derzeit (noch) die Möglichkeit über die Hintergründe zu recherchieren und zu berichten – tun Sie es, solange Sie es noch können. “Erst wenn die letzte Zeitung, der letzte Lokalteil eingestampft ist, werden die Gesellschafter merken dass eine Hundert-Euro-Note nicht reicht um den Fisch einzuwickeln, bzw. das 20% von nix summa summarum genau Null ergibt.”
#An alle Lohnschreiber
Ja, in gewisser Weise gebe ich Ihnen Recht: Es ist einfacher PR-Texte umzuformulieren, sein Kürzel drunterzusetzen und damit seine Arbeit getan zu haben.
Aber das liegt nicht immer an dem Können der Lohnschreiber sondern an den Vorgaben seitens des Managements, und zuweilen an der einfachen Notwendigkeit Aufwand und Ertrag in ein Verhältnis zu setzen, bei dem nicht der Schreiber zahlt.
Andererseits zeigen viele Zeitschriftentitel, und vor allem die Fernsehsender, das diese Trivialisierung einer Meldung von vielen Rezipienten honoriert wird.
Also liebe Lohnschreiber, ab und an mal eine Gegen-Recherche vor dem Absenden eines übernommenen Artikels, dann klappt das schon …
Treffen sich zwei Redakteure im Reitzmagen. “Na, hat er dich auch gefressen?” “Nein, ich komme von der anderen Seite!”
Und die Moral von der Geschicht: Entscheidend ist über welchen Weg man wieder rauskommt.
Was wird aus der MSG-Redaktion? Nach Tagen des Schweigens war es den Betriebsräten von WAZ, NRZ und WR heute immerhin eine Anmerkung zum Rundschreiben in eigener Sache wert. Zu lesen war:
„Wir sind mit unseren Sorgen nicht allein. Nachdem bereits in der Betriebsversammlung am vergangenen Freitag den Redaktionsmitarbeitern der Medien-Service-Gesellschaft (MSG) die Entlassung angekündigt wurde, hat der MSG-Betriebsrat gestern offiziell die Kündigungsschreiben für die 16 Redakteurinnen und Redakteure, zwei Grafiker und vier Verwaltungsangestellten erhalten.
In Zukunft wird die MSG neu strukturiert: Die Anzeigenberater werden auf fünf regionale Verkaufsgesellschaften aufgeteilt. Redaktionelle Seiten (u. a. Reise, Auto, Freizeit) für die Tageszeitungen sollen künftig nicht mehr hergestellt werden.
Damit, so die „WAZ-Mutter“, entfalle die Geschäftsgrundlage für die Arbeit der Redaktion. Die textlichen Inhalte für diese Seiten sollen künftig Agenturen liefern. Zuständig für die Textbeschaffung sind dann fünf „Produktmanager“, je einer ist bei einer Regionalgesellschaft angesiedelt. Hinzu kommen drei Verantwortliche, die bei der WAZ KG tätig sind und den überregionalen Anzeigen-Bereich abdecken sollen.
Von den 20 gekündigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben fünf ein Rückkehrrecht zur WAZ und zwei zur NRZ. Alle 20 haben die Möglichkeit, sich für die Positionen der Produktmanager sowie voraussichtlich für eine Grafik- und eine Sekretariats-Stelle zu bewerben. Redakteurs-Tarife sollen künftig in der MSG nicht mehr gezahlt werden.
Nach Auffassung des Verlages sind die Personalmaßnahmen nicht sozialplanpflichtig. Trotzdem soll „freiwillig“ der alte Sozialplan der WAZ KG aus dem Jahr 2005 angewendet werden. Er sieht bei einer Kündigung eine Abfindung von 82,5 Prozent eines Monatsgehaltes pro Beschäftigungsjahr vor. Für Kolleginnen und Kollegen, die auf ihr Rückkehrrecht verzichten, könne diese Abfindung erhöht werden, heißt es.
Die Betriebsräte von WAZ, NRZ, WR und WP erklären sich mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen solidarisch. Wir fordern, dass auf die betriebsbedingten Kündigungen verzichtet wird. Es muss versucht werden, die Neuorganisation bei MSG sozialverträglich durchzuführen.
Soviel für heute..“
Herzlichen Dank für diese Solidarität! Wenn sich die Betriebsräte die Mühe gemacht hätten, sich in der MSG-Redaktion zu informieren, hätten sie schnell gemerkt, dass vieles an diesen Ausführungen falsch ist. Nicht einmal die Zahlen stimmen. Eingangs werden 22 Mitarbeiter aufgezählt, etwas weiter unten erhalten dann „nur“ 20 die Kündigung, von denen 7 angeblich ein Rückkehrrecht haben, also erst gekündigt werden können, wenn sie auf ihr Rückkehrrecht verzichtet haben – ja, so leicht kann man es sich machen. Das ist traurig.
Bemerkenswert ist auch, dass den Betriebsräten zu der inhaltlichen Neuordnung kein Wort einfällt. Was heißt es denn, wenn künftig keine redaktionellen Seiten mehr für z.B. Auto, Reise und Freizeit hergestellt werden? Das heißt übersetzt: Diese „Contents“ werden künftig von Billig-Agenturen eingekauft, für diese Seiten gilt dann nicht mehr das Trennungsgebot, diese Seiten werden nicht mehr für den Leser produziert, sondern ausschließlich für den Anzeigenverkauf – wahrlich eine Qualitätsoffensive!
„Die Betriebsräte erklären sich mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen solidarisch.“ – Wie denn? Geht Ihr für uns, geht Ihr mit uns auf die Straße? Hebt irgendwer die Hand, um z.B. ein journalistisches Reisejournal zu verteidigen? Heißt Solidarität, dass die MSG-Redaktion eine Redaktion ist wie jede andere auch und über alle Maßnahmen nur im Paket verhandelt wird?
„Soviel für heute.“ – Das klingt und schmeckt wie „Mahlzeit!“
Das ist ja die Krux mit der MSG: Sie war und ist eine externe Gesellschaft – war Outcourcing im eigenen Haus.
Formal ist der BR nicht zuständig, aber “Solidarität” hat Recht. Die vier BRs kümmern sich um ihren Kernbereich.
Es ist an den Belegschaften der vier Titel, sich solidarisch zu verhalten. Und das dürfte doch kein Problem sein: Wenn schon Aktionen und Maßnahmen zur Rettung und Sicherung der Arbeitsplätze, dann für alle und mit allen. Außer mit den “Mahlzeitern”, denn DIE sind draußen. Wir sind die WAZ!
Wenn sich jemand in die Augen schauen muss, dann sind es wir selbst. Und zwar alle miteinander. Auch und gerade dann, wenn die „Nichtbetroffenen“ weiter arbeiten werden, während die „Ehemaligen“ es nicht mehr tun können. Spätestens dann wird sich jede/r – auch von seinen Kindern – fragen (lassen müssen):
1. Habe ich ALLES (!) mit legalen Mitteln Mögliche getan, um zu kämpfen.
2. Habe ich MUT bewiesen sämtlichen Einschüchterungsversuchen zu widerstehen.
3. Habe ich mich SOLIDARISCH verhalten.
Es wird eine Zeit „Danach“ kommen.
Dennoch bleibt eine Frage – auch in Zukunft – immer dieselbe und zwar unabhängig davon, wer sie stellt (das eigene Kind, die Ehefrau, Mutter oder Vater – oder ich sie selbst):
WÜRDE ICH ES WIEDER TUN? Wenn es ein WIR gibt, dann ist jetzt die letzte Gelegenheit für einen Beweis einzustehen.
Nix getan wurde schon zuviel und zu lange. Wem hat es genutzt?
Natürlich stehen wir zur MSG, die hoffentlich am 5. Dezember mit dabei ist. “Keine betriebsbedingten Kündigungen” heißt “KEINE betriebsbedingten Kündigungen”. Nirgendwo.
Keine Ahnung, ob und wo diese Pressemitteilung des DJV NRW von gestern gedruckt, gesendet oder zitiert wurde.
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PRESSEMITTEILUNG
Düsseldorf, 28. November 2008
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Unerträgliche Vorgehensweise der Herren Hombach und Nienhaus
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Medienservice GmbH der WAZ-Gruppe will redaktionelle Mitarbeiter kündigen
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Als “unerträglich” hat DJV-Landesvorsitzender Helmut Dahlmann den Versuch der WAZ-Geschäftsführung bezeichnet, während laufender Verhandlungen über die Zukunft von 900 journalistischen Arbeitsplätzen im Ruhrgebiet für fast zwei Dutzend Kolleginnen und Kollegen bereits Fakten zu schaffen.
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Noch vor Beginn der Gespräche zwischen den Betriebsräten der vier NRW-Titel (WAZ, WP, WR und NRZ) war den Mitarbeitern der Medienservice GmbH mitgeteilt worden, dass ihre Abteilung aufgelöst und ihnen betriebsbedingt gekündigt werde.
“Ich bin sicher, dass die Belegschaft der WAZ-Mediengruppe hier die passende Antwort finden wird”, so Dahlmann. Die Taktik “Teile und herrsche” werde ganz sicher nicht aufgehen. “Wenn wir zulassen, dass diese gut zwanzig Kollegen durch die Hintertür aus der WAZ-Familie entsorgt werden – wer sind dann die nächsten? Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, um auch die Zukunft dieser Kollegen zu sichern.”
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Abgesagt worden ist ein für heute (28. November) geplantes Gespräch zwischen dem DJV-Landesvorstand und den beiden WAZ-Geschäftsführern Bodo Hombach und Christian Nienhaus. Ein solches Gespräch vor der offiziellen Bekanntgabe der geplanten Maßnahmen wäre nur mit der Zusage des DJV-NRW zustande gekommen, Vertraulichkeit über die erhaltenen Informationen zu wahren. “Für die Verhandlungen zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung mag eine solche Vertraulichkeitsvereinbarung sicher Sinn machen. Für uns als Gewerkschaft nicht”, so Dahlmann weiter. Das Gespräch soll allerdings möglich bald nach dem 5.Dezember geführt werden.
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Zweifel meldet der DJV in diesem Zusammenhang weiter am propagierten Sparziel von 30 Millionen an. Selbst wenn man den auf der Betriebsversammlung vom 11. November vorgestellten Zahlen glaube, gehe es per Saldo für die vier NRW-Titel lediglich um ein Loch von acht bis zehn Millionen Euro. “In jedem Falle sollte es einer Mediengruppe mit 1,8 Milliarden Euro Jahresumsatz und immer noch zweistelliger Rendite möglich sein, einen strukturellen Umbau ohne betriebsbedingte Kündigungen zu vollziehen.”
An fiftyruhr. Heute regional vom WDR-Landesstudio Dortmund gesendet:
http://www.wdr.de/epg/radio2web/regional/dortmund/aktuell.m3u
Ist heute schon einmal Zeitung gelesen worden? Da stand geschrieben, dass die skandalträchtige magentafarbene Telefonfirma nun doch mehr Call-Center bestehen lässt, als ursprünglich geplant. Auch Meschede soll erhalten bleiben. Weiter steht dort geschrieben “durch die massiven Proteste ist die Unternehmensleitung zum Umdenken bewegt worden”.
Also doch, man kann doch noch was bewegen, wenn man sich zusammentut und sich nicht einschüchtern lässt. Da bei der WAZ der erste Schritt bei ca. 25 Kolleginnen und Kollegen gemacht wurde, frage ich mich, wann hier auch mal etwas passiert, wo sich alle, die sich hier so solidarisch erklären, auch mal beteiligen können. Nur ohne offiziellen Aufruf geht nix, d.h Arbeitnehmervertreter und Gewerkschaften, wir warten und erwarten, dass Eurerseits nun mal etwas passiert!!!! Die hübsche Pflastermalerei ist ja denen eher am A…. vorbeigegangen.
Der Verleger für die Pferdezeitschrift ist übrigens ein Musterbeispiel, sein Brief ist allererste Sahne! Sollte sein Beispiel Schule machen, kann sich die GGF vor lauter bösen Klatschen dieser Art kaum mehr retten. Dann sind sie wirklich ernsthaft in Frage zu stellen, weil deren Politik und Strategie geschäftsschädigend ist und sich die Familien das auf Dauer nicht leisten können oder wollen. Herr Nienhaus sollte auch einsehen, dass die WMG kein analysten- und hedgefondsgetriebenes Unternehmen ist wie die Axel Springer AG und das hoffentlich auch nie wird.
Ein paar Hintergründe zur Medienservicegesellschaft (MSG).
Die Medienservicegesellschaft (MSG) ist eine eigenständige Gesellschaft der WAZ-Mediengruppe, mit einem eigenen Betriebsrat.
Zum 1. Januar 2009 wird die MSG in 5 eigenständige regionale Gesellschaften aufgeteilt. Spätestens zum 30. Juni 2009 soll u.a. auch die Redaktion aufgelöst werden, die bisher die Beilagen erstellt.
Bei die MSG sind aktuell 505 Personen beschäftigt. Dazu gehören auch die Medienberater der WAZ-Gruppe (Anzeigenberater, Grafiker und kaufmännischen Angestellten), die von ver.di betreut werden.
Es existiert schon seit Jahren ein eigener Sozialplan. Dieser wird nun von der Geschäftsleitung zugrunde gelegt. Dieser Sozialplan hat nichts mit den Beratungen der Betriebsräte der 4 Zeitungstitel zu tun.
Die Beschäftigten in den 44 Leserläden, von denen perspektivisch noch 27 erhalten bleiben sollen gehören ebenfalls zur MSG, die bisher ein einheitlicher Betrieb ist. Durch die Aufteilung wird auch die Interessenvertretung massiv verändern. Wenn in den 5 regionalen Betrieben zwischen 60 und 80 Personen beschäftigt sind, werden 5 Betriebsratsgremien gewählt. Die Vorbereitungen zur Wahl laufen bereits.
Nicht, dass ich falsch verstanden werde, die angekündigte Kündigungsschreiben der 16 Redakteurinnen und Redakteure, 2 Grafiker und vier Verwaltungsangestellten ist eine Schweinerei, und die Kolleginnen und Kollegen bekommen alle Unterstützung, aber zum Gesamtbild gehörten auch die anderen Infos.
Jutta Klebon: Das ist zwar alles so formal richtig, aber es gab in der Vergangenheitr oft “atmosphärische” Probleme. Die Journalisten in der MSG haben leider nicht immer das Gehör bei dem, “ihrem” Betriebsrat gefunden, wie es wünschenswert gewesen wäre. Sie waren halt eine sehr kleine Minderheit. Es war teilweise auch eine “Zwittersituation”, da bei Gründung der MSG großer Wert darauf gelegt wurde, dass die ehemaligen WAZ- und NRZ-Redakteure publizistisch dem WAZ-Chefredakteur unterstellt wurden. Auch für den Chefredakteur keine leichte Situation. Die Redaktionsmitarbeiter hatten sozusagen zwei Chefs unterschiedlicher “Berufsstruktur”.
So war es auch normal, dass ZVR-Betriebsrat und der MSG- Betriebsrat in engem Kontakt waren. Vor allem war es wichtig, dass die Redakteure in “ihrem” Tageszeitungstarifvertrag blieben und nicht mit der MSG in den “untertariflichen Bereich” fielen. Die teilweise mögliche ( befristete ) Rückkehr zur WAZ und NRZ möchte ich nicht ansprechen. Es war ein unmögliches Konstrukt.
Was an anderer Stelle im Blog schon erwähnt wurde, ist äußerst brisant: Durch die Zerschlagung und Aufsplitterung dieser doch recht großen Firma wird der Betriebsrat erheblich geschwächt. Das ist vom Arbeitgeber sicherlich gewollt. Es wird sehr schwierig – wenn nicht gar unmöglich sein – für die künftigen BR-Vorsitzenden in etlichen Kleinunternehmen noch eine Freistellung zu erreichen, da nach dem Betriebsverfassungsgesetz die notwnedige Zahl der Beschäftigten nicht mehr ausreicht. So wird es wohl auch bei künftigen “Splittergesellschaften” der vier Zeitungstitel kommen. Die Betriebsratarbeit kann künftig nur noch unter erheblich schwierigeren Bedingungen arbeiten, “ehrenamtlich”. Das geht noch mehr auf die Knochen der BR-Kolleginnen und Kollegen.l
Da bin ich doch gestern beim Journalistentag des DJV in Bochum gewesen. Fand ja alles im Großen und Ganzen o.k. Vor allem, dass man als Nichtorganisierter und von der anderen “Fakultät” sich hier prima informieren konnte. Was mich allerdings aus den Socken gehauen hat, waren im Forum “Politik” die Ausführungen von Norbert Robers, WAZ-Chef der Innenpolitik. Da erdreistete er sich zu den skandalösen Vorgängen bei den WAZ-Zeitungen behaupten, dass noch nichts entschieden ist, was Schließungen von Redaktionen und Entlassungen – von den Redakteursentlassungen bei der MSG wollte er nichts wissen – anbelangt. Er verstieg sich sogar in der Behauptung, dass die bisherigen Gespräche und Verhandlungen ( Redaktionsschließungen Massenentlassung ) der Verlagsleitung und Chefredaktion mit den Betriebsräten “in einem guten Klima” stattgefunden haben. Alles ganz normal. Ein Hohn!!!
Was er dann noch so alles zum Besten gab, was das freizügige Arbeiten in meinungsfreudiger WAZ-Atmosphäre in der Zentralredaktion anbelangt, das tägliche freudige ergebnisorientierte Diskutieren . . . Und für die Zukunft sieht er keinerlei Informations- und Meinungsschwierigkeiten in Monopol-Situationen. Hinter allen Ausführungen von Robers stand die Frage: Was regt ihr euch alle eigentlich so auf?
Ob er sich für die Neubesetzung des Content-Desk auch neu bewerben muß?Ich habe mich sehr zurückgenommen, um nicht ausfallend zu werden oder sogar schlimmer. Wo sind wir bei der WAZ hingekommen?
@innen-außen
Nur zur Richtigstellung: Ihre hier aufgestellte Behauptung, die Redakteure der MSG-Redaktion seien publizistisch dem Chefredakteur der WAZ unterstellt (gewesen), entbehrt jeder Grundlage. Die Kolleginnen und Kollegen hatten nicht zwei Chefs, sondern ihren eigenen “Chefredakteur”, den Geschäftsführenden Redaktionsleiter.
Ihre Bemerkung, da habe es zwei Chefs mit unterschiedlicher “Berufsstruktur” gegeben, ist hoffentlich nur missverständlich. Jedenfalls habe ich nach jetzt fast genau 40 Berufsjahren, in denen ich bei der WAZvier Lokalredaktionen und ein Zentralressort geleitet habe, um dann nach kurzer Zeit als Chef vom Dienst verantwortlich die MSG-Redaktion zu übernehmen, keinen Grund, mich meiner “Berufsstruktur” zu schämen.
Falsch ist auch Ihre Darstellung, es habe offizielle Kontakte zwischen den Betriebsräten von ZVR und MSG geben müssen, um die MSG-Redakteure vor dem Abrutschen in den “untertariflichen Bereich” zu schützen. Denn Tatsache ist: Alle Redakteure und Redakteurinnen der MSG-Redaktionen hatten – bis auf einen historisch bedingten Sonderfall – Arbeitsverträge, die ausdrücklich alle Rechte und Pflichten aus dem Manteltarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen beinhalteten.
Sie haben sicher Verständnis dafür, wenn ich hier die unternehmerische Entscheidung, die MSG-Redaktion aufzulösen, nicht kommentiere. Aber Sie haben sicher auch Verständnis dafür, dass ich ganz entschieden jedem Versuch widerspreche, diese Redaktion als eine Redaktion zweiter Klasse darzustellen. Diese Redaktion hat journalistisch gearbeitet, engagiert und anspruchsvoll. Heute zu behaupten, der inzwischen verstorbene Herr Dr. Schumann habe Anfang 2002 mit der sehr überlegten Gründung dieser Redaktion ein „unmögliches Konstrukt“ geschaffen, wird der Wahrheit nicht gerecht.
Sehr geehrter Herr Schute,
schreiben Sie doch bitte Klartext! Dass die Redakteure bei MSG trotz ihrer hervorragenden Leistungen einen Zweiter-Klasse-Status haben, sieht man doch jetzt. Sie werden sang- und klanglos in die Arbeitslosigkeit geschickt.
G. Schute: Bitte keine Verklärung. Wer wollte von uns Redakteuren denn in die MSG. Niemand! Die Auslagerung ( Outsourcing ) von uns Redakteuren in diese Gesellschaft, die nicht im Arbeitgeberverband, für uns sozusagen auch von der Aufgabenstellung “artfremd” war, erfolgte doch zwangsfreiwillig. “Innen – außen” beschreibt die Situation völlig korrekt. Dies war ein unmögliches Konstrukt – aus unserer Sicht der Redakteure und Redakteurinnen. Von Redakteuren zweiter Klasse war in dem Beitrag keine Rede, denn wir wurden bei Einstellung in die MSG korrekt nach den Tageszeitungstarifverträgen bezahlt. Dass unser alter ZVR-Betriebsrat (WAZ) sich teilweise noch um uns kümmerte, war doch ok, denn vielleicht wären wir ( als verschwindende Minderheit ) wirklich in den “untertariflichen Bereich” der MSG gerutscht.Und noch etwas. G.Schute war “geschäftsführender Redakteur” . . . und Mit-Geschäftsführer der MSG ( mit Dienstwagen ). Publizistisch hatte und hat die Verantwortung für unser ( gutes ) Zeitungsprodukt der WAZ-Chefredakteur. Was soll dieses Rummäkelei?
@ on: Da kann man nur staunen! Werden jetzt hier alte Kämpfchen ausgetragen? Es musste niemand von ZVR zu MSG wechseln und wer wechselte, hatte 1 Jahr Bedenkzeit, um zurückgehen zu können. Wenn Du also so artfremde Arbeit verrichten musstest, hättest Du doch zurückgehen können.
Outsourcing? Was jetzt kommt, das ist Outsourcing, nämlich der Einkauf von Billigware, für die dann wirklich der WAZ-CR die publizistische Verantwortung hat. Übrigens: Wer damals von ZVR zu MSG gewechselt ist, kann auch jetzt noch zurückgehen, weil es im “Sklavenvertrag” die Klausel gibt, dass diese Option eingeräumt wird, sollte die Redaktion keinen eigenen Chefredakteur mehr haben.
Also bitte keine Verdrehungen!