08.11.2008
Strategie erkannt – eine Zwischenbilanz
Jetzt erkennen wir sie immer deutlicher, die typische Strategie des gegenseitigen Ausspielens: Mitarbeiter gegen Mitarbeiter, Redaktionen gegen Redaktionen, Redaktionen gegen Betriebsräte, Betriebsräte gegen Betriebsräte. Möglichst viel Chaos, damit möglichst alle abtauchen und abgelenkt sind vom eigentlichen Thema. Bumms ist’s dann passiert, ganz ohne Gegenwehr.
Eben diese Strategie zu entlarven, alle – leider häppchenweise, denn mehr wird ja nicht rausgerückt – zumindest auf denselben Informationsstand zu bringen, die Infos auszutauschen und zu bewerten, kurz: die wichtigesten Menschen der Mediengruppe (also die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen und Bereichen) mit in die Diskussionen um die Zukunft ihrer Jobs einzubeziehen, das ist der Sinn dieses Blogs.
Dieses ist in den zehn Tagen seit der Freigabe, glauben wir, gut gelungen. Viele haben kommentiert, alle waren – bei aller Wut – fair. Wir haben keinen einzigen Kommentar mit ehrverletzendem oder beleidigendem Inhalt löschen müssen. Dafür ganz herzlichen Dank.
Im Durchschnitt haben bisher mehr als 1.000 Besucher täglich den Blog aufgerufen, gestern waren es fast 2.000! Die meisten User kamen übrigens von: DerWesten. Dieser ist nun mit einem Gegen-Blog, ebenfalls mit einem Fisch am Kopf, online. Das ist gut so. Denn so kommen wir
alle ein Stück näher auch an die Leserinnen und Leser heran, die ja ebenfalls mitreden sollen. Diese Unterstützung nehmen wir gerne an.
Je mehr öffentlich gemacht wird, umso klarer sehen die Kolleginnen und Kollegen, die Kunden und Abonnenten, die Gewerkschaften und Politiker.
Wir sind ständig darum bemüht, die Seiten noch einen Tick besser zu machen und nehmen Anregungen wie die Veröffentlichung der User-Zahlen gerne auf, zumal wir Neulinge in dieser Form der Kommunikation sind. Wenn also mal kleinere Pannen passieren, nehmt es bitte nicht allzu übel.
Wir werden uns bemühen, weiterhin am Ball zu bleiben. Dafür brauchen wir weiterhin Ihre/Eure Mithilfe.

“Gegenblog” trifft es zumindest meiner Meinung nach nicht wirklich (welches anständige Gegenblog würde das “Gegen-” in die Blogroll aufnehmen?). Darin sollen eher möglichst viele der intern herausgegebenen und verfügbaren Informationen öffentlich gemacht werden, um einen Beitrag zu einer Diskussion zu leisten, die zurecht weit über das eigene Haus hinaus viele Menschen interessiert und bewegt.
Da anzunehmen ist, dass die Herren Hombach und Nienhaus am Dienstag nicht zur Betriebsversammlung der vier Zeitungstitel kommen und ihren Kopf nicht hinhalten, die Drecksarbeit das aufgestockte Wasserkopf-Management erledigen lassen, wird der Ruf der Belegschaft nach den Eigentümerfamilien der WAZ-Mediengruppe immer lauter. Lassen es die Brost- und Funkestämme zu, dass die Gründungsherausgeber Erich Brost und Jakob Funke mit ihrer regional, vor Ort verankerten Zeitung so “besudelt” werden.
Mit Boulevardesierung, Oberflächlichkeit und Populismus kann man nur Leser verlieren. Was waren das noch Zeiten, als die Gesamtauflage bei 1,2 Millionen lag! Da stand die Leserschaft noch hinter “ihrer”Zeitung. Die wahren Gründe des Niedergangs wollte niemand wissen. Die wurden populistisch begründet. Und nun betreiben die Herren Hombach und Nienhaus das Spiel weiter. Totsparen um jeden Preis, Hauptsache die Rendite sinkt nicht.
Die Eigentümer sollten in dieses Spiel eingreifen – oder betreiben diese Herren es wirklich im Auftrag des Medienclans? Dann müssen die Belegschaften “aufstehen” und die Richtung vorgeben.
[...] und somit verantwortlich für das Gegen-Blog hat sich im WAZ-Protest Blog mit einem Kommentar zu Wort gemeldet: “Gegenblog” trifft es zumindest meiner Meinung nach nicht wirklich (welches anständige [...]
Gut, dass es diesen Blog gibt und nicht nur den “Verlautbarungsblog” Der Westen. Gut, dass sich viele Interessierte beteiligen!
Die Pläne bei der WAZ-Gruppe sind doch ein echtes Rei(t)zthema. Die Beschäftigten der Rheinischen Post – und vor allem die, die nicht mehr da sind, können ein Lied davon singen!
Ihr sollt kaputtgespart werden und das wird auch noch als “Qualitätsverbesserung” dargestellt werden. Für wie blöd halten die einen eigentlich. Weniger Seiten, überall dieselben Geschichten und nach den Manteredaktion vielleicht noch zusammengelegte Lokalredaktionen, die nach je Auflage des Einzeltitels dicht gemacht werden – tolles Konzept. Pressevielfalt pur. Den angeblichen Verlegern sollte man sofort all Privilegien wegnehmen. Weg mit dem Tendenzschutz! Hier zählt nur der kurzfristige Erfolg. Und die Beschäftigten zahlen für alles die Zeche, ob durch Arbeitsplatzverlust oder Arbeitsverdichtung.
Leute, lasst Euch nicht auseinanderdividieren. Ihr seid 900 Kolleginnen und Kollegen. Wehrt Euch – wer nicht kämpft, hat schon verloren!
@ katharina borchert
Da muss ich Ihnen wirklich Recht geben: Was mit den Lokalzeitungen im Revier und in Südwestfalen passiert, interessiert und bewegt über die WAZ-Mediengruppe hinaus.
Mehrere, auch gottlob noch unterschiedliche Zeitungen an einen einzigen Newsdesk zwingen … dort praktisch von derselben kleinen Mannschaft vorkauen lassen, bevor nur noch die Titel-Garnituren drüber kommen … wenn sowas, nach Springer in Berlin und nun wohl auch WAZ-Gruppe in NRW, überall Schule macht, dann gute Nacht Zeitungsvielfalt.
Und wenn vor lauter Mantel-Bohei und Online-first (oder Online-Zusammenmatsch und Mantel-Überheblichkeit) die vielen Lokalredaktionen vernachlässigt oder vergessen oder totgespart werden, dann Licht aus Lokaljournalismus.
Dabei sind die Redaktionen vor Ort und ihre Berichte für die Leserinnen und Leser das eigentliche Herz des Medienhauses WAZ, sorry, meine Herren Chefredakteure und gemantelte Kolleg(inn)en. Das Lokale zu erhalten und in die Lage zu versetzen, besser zu werden … das geht alle an, gerade auch Abonnenten und Politiker.
… upps… meine Damen und meine Herren Chefredakteure …
@Katharina Borchert
Was heißt denn “verfügbare Informationen”? Ist das das Synonym für Pressemittelungen? Dafür gibt’s keinen Courage-Preis!
Hombach – es gibt immer wen zu feuern.
@Katharina: Ich habe ja schon drüben bei mir geschrieben, dass mich Euer Corporate Blog schwer enttäuscht. Warum, muss ich Dir hoffentlich nicht erklären.
Aber mal @all: Mir kommt der Clinch zwischen WAZ-Führung und WAZ-Mitarbeitern vor, wie zwei Fallschirmspringer, die sich darüber kloppen, wer im Flugzeug gefurzt hat und darüber vergessen, die Reißleine zu ziehen.
Für ein paar Medienhäuser wird es im nächsten Jahr ganz schlimm. Vielleicht ist die WAZ nicht am schlimmsten dran. Aber wenn nicht langsam mal alle kapieren, dass die Welt da draußen sich in den letzten Jahren ein wenig verändert hat, wird auch dieser Tanker irgendwann untergehen.
Ich glaube übrigens, dass die WAZ-Führung gefurzt hat. In der aktuellen Situation ist das aber vollkommen egal.
@50hz: Dein Vergleich mit den Fallschirmspringern ist Unsinn. Die WAZ befindet sich nicht im freien Fall. Sie schreibt nicht nur schwarze Zahlen, sie tut dies sogar derart komfortabel, dass die Geschäftsführung es sich weiterhin leisten kann, in der Öffentlichkeit ungeniert von ihrer “gut gefüllten Kriegskasse” und bevorstehenden Zukäufen zu schwafeln. Wer so etwas tut, zugleich aber mehr als einem Drittel der NRW-Redakteure die Kündigung in Aussicht stellt, der darf sich nicht wundern, wenn er in der Belegschaft die heftigsten Reaktionen hervorruft.
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Es ist schön, dass Du die “aktuelle Situation” so genau zu kennen scheinst. Wir kennen sie nämlich alle nicht, denn die WAZ-Gruppe rückt bisher keine Zahlen zu ihrer Gewinnsituation heraus. Dass sie das unter Heinweis auf den Status als Tendenzunternehmen nicht tut, hat so lange niemanden besonders gejuckt, als die Devise hieß, dass es bei der WAZ keine betriebsbedingten Kündigungen gibt. Nun aber stehr diese Drohung im Raum. Und deshalb ist die Forderung der Belegschaft richtig, dass die Geschäftsführung Zahlen vorlegen soll, mit denen sie betriebsbedingten Kündigungen und die drastische Reduzierung der Pressevielfalt begründet.
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Die Rendite der WAZ-Gruppe ist offensichtlich weiterhin hervorragend. Wie in diesem Blog schon mehrfach erklärt, konnten und können bei der Konstruktion dieses Konzerns die Redaktionsgesellschaften keine “schwarzen Zahlen” schreiben, schon deshalb nicht, weil zum Beispiel Einnahmen aus Anzeigen nicht bei diesen Reaktionsgesellschaften gebucht werden. Und neuerdings auch, weil “DerWesten” keine Zahlungen an diese Gesellschaften entrichtet, obwohl die fürs Portal arbeiten. Interessant, aber auch verständlich ist es übrigens, dass Katharina Borchert auf diesen besonders wunden Punkt noch niemals eingegangen ist.
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Noch eines zu “Katharina”. Löst euch in der Bloggerszene – selbst wenn ihr für DerWesten bloggt – doch bitte allmählich von der Vorstellung, sie sei weiterhin noch irgendwie “Lyssa”. Sie ist in ihrer neuen Funktion nicht mehr frei in dem, was sie veröffentlicht respektive veröffentlichen lässt. Deshalb *muss* das Corporate Blog enttäuschen. Wenn’s dort wirklich selbst- und konzernkritisch zuginge, dann wäre das wahrscheinlich das baldige Ende der erstaunlichen Karriere der Katharina B., trotz des waidmännischen Bandes zwischen einem passionierten Jäger und einem Ober-Jäger. Deshalb bleiben die schleimigen Pro-Kommentare im Corporate Blog stehen, und die Contra-Kommentare werden gelöscht.
@Rosebud:
Nein. Ich kenne die konkrete Situation der WAZ nicht. Muss ich auch nicht. Ich kenne aber die rapide sinkenden Auflagenzahlen, und ich bin der festen Überzeugung, dass sich dieser Prozess eher beschleunigen wird.
Darauf muss die WAZ Mediengruppe reagieren. Dass sie dabei bestimmte Renditeziele verfolgt und mit Maßnahmen nicht wartet bis es zu spät ist, ist ihr gutes Recht.
Natürlich wäre es für die Mitarbeiter schöner, einen idealistischen Verleger zu haben, der eine negative Rendite akzeptiert. Habt ihr aber nicht.
Was ich mir hier im Blog übrigens vermisse, sind eigene Ideen. Reitz und Co. versuchen, Euren Laden sturmfest zu machen. Ich finde ein paar Ideen dabei durchaus nachvollziehbar. dpa kündigen und stattdessen einen Newsdesk einzurichten beispielsweise.
Anderes läuft mächtig schief. So scheinen mir die Internetaktivitäten nach wie vor halbherzig finanziert oder schlecht geführt.
Auch die interne Kommunikationspolitik scheint auch nicht gerade eine Stärke Eurer Führung zu sein.
Hier habe ich aber den Eindruck, dass man am besten so weitermachen will, wie immer. Das wird nicht gehen. Also denkt mal über eigene Initiativen nach. Etwa wie man das Personal der Lokalredaktionen auf den Weg ins 21. Jahrhundert bringen kann.
Drüben im Westen werden tatsächlich Kommentare gelöscht? Das wäre ja noch ein Kardinalfehler im vermutlich schlechtesten Corporate Blog der Mediengeschichte. Tsts.
@50hz: Hier im Blog sind aber auch schon mehrfach die Ursachen für sinkende Auflagen genannt worden, deshalb erspare ich mir, dies ebenfalls zu schreiben. Lies einfach mal das ganze Blog durch. Was zurzeit im Zeichen unverständlichen Sparens geschieht, wird die Auflagen sogar noch weiter nach unten treiben.
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Ein Schiff macht ein guter Kapitän nicht sturmfest, indem er ein Drittel der Mannschaft über Bord wirft. In unserem Falle wird das ansatzweise vorgestellte Konzept die journalistische Qualität weiter verringern und so die Auflagen weiter senken. Zu einem Zeitpunkt, zu dem andere Zeitungen wie die Süddeutsche beweisen, dass man mit Qualität die Auflagen sehr gut halten oder steigern kann.
@Gerd: Die Süddeutsche als Beispiel heran zu ziehen, ist gewagt. Die haben doch das brutale Sparen längst hinter sich.
Zu den Zahlen, die im Umlauf sind kann ich nur sagen, dass es sicher besser gewesen wäre, man hätte sie nicht über die Medien verbreitet. Zumal sie offenbar ja alles andere als spruchreif sind.
Dass Eure Führungskräfte allerdings nach Wegen suchen, sich von einem Teil der Redaktionen zu trennen, kann ich irgendwie auch verstehen. Die Attitüde mit der sich einige Lokalredaktionen nach rückwärts wenden, grenzt an Arbeitsverweigerung.
@50hz Jaja, sie hat das Sparen hinter sich. Wir aber auch. Denn bei uns wird seit Jahren kräftig gespart. Deshalb sind die Lokalredaktionen ja viel zu dünn besetzt. Wie sagte Herr Hombach selbst vor etwa einem Jahr: “Wir sind schlank aufgestellt”.
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Es ist schlicht unverschämt, wenn Du hier (gegen Vorteilsgewährung?) Redakteurinnen und Redakteure der Lokalredaktionen als rückwärtsgewandt bezeichnest und ihnen Arbeitsverweigerung vorwirfst. Tut mir leid, Du hast keine Ahnung von den Arbeitsbedingungen. Wie sagt Dieter Nuhr? Eben.
@50hz
Bei der WAZ-Gruppe ist niemand rückwärtsgewandt, verschließt sich Neuerungen und verweigert niemand die Arbeit, aber die GGF verweigern sich einem Denken, das alternative Lösungen beinhaltet. Kahlschlag mit der Sense ist keine Lösung auf Dauer. Dadurch verlieren die Zeitungen Qualität bzw. kann in einigen Fällen keine Qualitätszeitung gemacht werden.
@Gerd hat recht, wenn er sagt, die Lokalredaktionen pfeifen infolge Überlastung, Personalengpässen (Vertretungs-Springer gibt es so gut wie keine mehr – früher hatten allein die WAZ bis zu 16 !!) auf dem letzten Loch.
Zwar sind nicht alle Redaktionen personell gleich ausgestattet – es gibt leider durchaus noch den einen oder anderen Kollegen, der einen 40 Zeilen-Tag hat – doch das Gros der Mannschaft arbeitete an der persönlichen Belastungsgrenze. Oder wie würdest Du neun- bis zehn-Stunden-Tage bezeichnen?
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Die Titel der WAZ sind zudem nicht vergleichbar mit Süddeutsche, Welt oder der FAZ. Aber genau auf diese kundenarme Niveau – dafür gibt’s im Revier keinen Markt, Herr Reitz ! – wollte der Super-CR die Titel trimmen. Noch mehr Ausland, noch mehr Politik, noch mehr Lifestyle. Dass die Leser dies nicht wollten, sieht man an den Auflagezahlen sei Dienstantritt des Herrn Reitz.
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Wer jetzt ruft “Haltet den Dieb” und schmeißt 300 Kollegen raus, der hat als Unternehmer wie als Manager jedes Recht auf Gesellschaftsfähigkeit verwirkt. Der müsste sich ein Loch machen und sich darin bis zu seinem Lebensende darin verstecken.
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Was die WAZ-Gruppe braucht sind keine Massenentlassungen, sie muss das Vertrauen ihrer Leser wiedergewinnen – und das geht nicht mit dieser abgehobenen, schwadronierenden Führung und schon gar nicht mit einem überdrehten Produkt und schlechtem Service (fehlende Geschäftsstellen in der Fläche, überlastetem Call-Center – und der Marketing-Aufstellung eines Herrn Sowieso, der nebenbei daran arbeitet, in Mülheim OB zu werden. Geschweige denn mit Abo-Preisen, die sich seit Einführung des Euros verdoppelt haben…
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Das WAZ-Marketing ist nämlich von Zufälligkeiten abhängig. In einer Notaktion wirbt Herr Reitz jetzt in ein paar Revierstädten darum, 100.000 neue Abos zu bekommen. Geosoziales Marketing heißt die Aktion glaube ich. Da werden gezielt Haushalte angeschrieben, die sich möglicherweise Abos bestellen könnten.
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Gute Idee eigentlich, aber warum nur in einer Handvoll Städte, warum erfahren die Redaktionen davon nichts, werden nicht eingebunden oder das Tam vor Ort präsentiert – Nein, es muss wieder der Dicke Max sein, der die Leser vom Werbeprospekt angrinst und der polarisiert. Die Redaktion, die wäre authentisch für die WAZ, weil sie die WAZ ist. Herr Reitz ist nicht die WAZ.
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Warum die WAZ Boden verloren hat und nicht so einfach mehr Fuß fassen kann, liegt auch an der von einem Bodo Hombach zu verantwortenden Kanibaliserung der Gruppe: Die wöchentliche kostenlose, haushaltsabdeckende “Einwurf-Zeitung” Wochenblick mit einer 700.000er-Auflage, zusammengestümpert aus den Premium-Produkten, machen das WAZ-Abo für viele Leser entbehrlich.
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Dazu die hausinternen Zweitprodukte der WVW, die Anzeiger der Westdeutschen Verlag- und Werbegesellschaft, die den vier Titeln zwar keine Konkurrenz machen, aber ein Kunden-Segment abdecken und damit keine neue Abos für die viert Titel möglich machen. Hombach hat sich mit diesen unternehmerischen Entscheidungen selbst ein Bein gestellt und will nun 300 Menschen mit ihren Familien über die Klinge springen lassen.
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Mal ganz davon ab, dass er mit der russisch-sprachigen Revier-Zeitung Rheinskaja Gazeta ebenfalls Millionen verbrannt haben soll.
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Wann wird Hombach von den Gesellschaftern eigentlich mal zur Abrechnung einbestellt und kriegt die Karten gelegt? Oder lassen sich die betagten Gesellschafter etwa weiterhin in Bodos-Märchenstunde mit der Aussicht auf traumhafte Renditeergebnissen zusülzen?
Liebe Gesellschafter! Nicht Kahlschlag, sondern Investieren in Redaktionen und Menschen – und zwar im Kerngebiet – lautet das Rezept für eine starke WAZ-Gruppe der Zukunft.
Wir wollten uns hier nicht auf eine Diskussion mit den online-Aposteln einlassen. Die fast schon blindwütigen Angriffe von “50hz” kennt man aus allen Foren, in denen über das Verhältnis von Print und online diskutiert wird.
Ignorieren und beim Thema bleiben!
Auch das “Gegenforum” auf derwesten.de verdient keine besondere Beachtung. Es hat nur eine Funtion: Es verführt zum Diskutieren auf mehreren Schauplätzen. Folge: Die Diskussion zerfleddert ud löst sich zum Wohlgefallen derer, die sich daran stören, ganz schnell auf.
Eine ganz perfide Strategie der Entsolidarisierung fährt der WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz.
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Trotz angedrohter Massenentlassungen von 300 Kollegen behauptet er in Flurgesprächen im Haupthaus, dass von der WAZ niemand entlassen werden würde.
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Damit streut er vermutlich nur Sand in die Augen der Zentralredaktions-Kollegen und versucht, den Laden halbwegs arbeitsfähig zu halten.
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Sagt er die Wahrheit?
Dann weiß er schon, dass es die Mehrzahl der Opfer seiner Politik, die er mit Hombach/Niehaus verabredet hat und die nun von Schickler per Federstrich dahingemetzelt werden sollen, in den anderen drei Zentralredaktionen geben wird.
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Sagt er die Unwahrheit?
Dann gehört er gleich am Montag in der Konferenz am Newsdesk auf den Prüfstand gestellt. Wir sollten ihm schweigend und fragend in die Augen sehen.
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In jedem Fall betreibt er mit solchen Äußerungen Desinformation schlimmster Art und teibt Keile zwischen die Belegschaften und zwischen Zentral- und Lokalredaktionen. Wer soll einem solchen Mann künftig noch ein Wort glauben?
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Kollegen, wehrt Euch, wo ihr könnt!
ein vergleich des premium produkts tageszeitung und der einwurfzeitung wochenblick halte ich für “schlecht recherchiert”.
der wochenblick dient der waz als beilagen-transportmedium und dem anzeigenverkauf als zusätzliches argument, beilagen in alle haushalte zu beliefern, wie es der mitbewerber “einkauf aktuell” anbietet. als tageszeitungsleser kann man nicht ernsthaft über die alternative wochenblick nachdenken, findet man im wochenblick doch max. 1-2 lokale seiten pro woche und sonst rezepte und kreuzworträtsel…
jede aktion, die es schafft, abo´s zu generieren ist gut, solange sie keine unsummen kostet und der leser bestellt weil er vom produkt und nicht der prämie überzeugt ist. schuster/redakteure bleibt bei euren leisten, das marketing versucht schließlich aktiv neu-leser zu gewinnen. das sollte eigentlich grund zur freude sein.
das es nicht so weitergehen kann mit unserer lieben waz wie noch vor 10 jahren dürfte doch wohl klar sein, und das veränderungen weh tun, ist auch nicht neu, aber dass momentan alles, wirklich alles schlecht geredet wird, finde ich schlimm und unprofessionell.
dass arbeitsplätze zur disposition stehen möchte ich hier in keinsterweise gutheissen oder verteidigen, aber dieses kapitel schlägt jede firma irgendwann einmal auf. die art und weise ist sicher fragwürdig. redaktionen sind nicht die einzige abteilung des konzern die kritisch durchleuchtet wurden.
was zeichnet eine sehr-gute lokalredaktion eigentlich aus?
wie definiert man denn die nähe zum kunden?
@Rosebud Wir haben nicht einen einzigen Kommentar in dem Blog auf der Westen gelöscht. Davon kannst Du Dich gerne auch persönlich durch Einblick in unser Admin-Tool überzeugen.
@50hz Ich kann leider nur, wie in etlichen vorangegangenen Diskussionen, festellen, dass Du keine Ahnung von unseren internen Strukturen hast, ganz offensichtlich auch kein Interesse, Dich damit näher auseinanderzusetzen (würde das Onlinerevoluzzertum vermutlich auch unnötig erschweren) und Deine Aussagen somit alle Beteiligten wenig weiterbringen.
Merken Sie eigentlich nicht, sehr geehrte Frau Borchert, wie hilflos ihre “Verteidigungsversuche” sind? Wer die tägliche redaktionelle Zusammenarbeit mit “der Westen” kennt, weiß um ihre Affinität zur Geschäftsleitung. Für die “online-Beschäftigten” keine Tarifverträge (Unterbezahlung), für die Zulieferanten aus den Redaktionen nur “Marschbefehle”. Die vielen Stellungnahmen in den vergangenen Tagen – mag der eine oder andere Beitrag “strukturell” auch daneben liegen – zeigen, dass es in den Redaktionen des WAZ-Konzerns brodelt, sich die Managementspitze kräftig in die Nesseln gesetzt hat. Sie hätten besser geschwiegen, sonst sitzen sie auch drin.
@rosebud:
Deshalb bleiben die schleimigen Pro-Kommentare im Corporate Blog stehen, und die Contra-Kommentare werden gelöscht.
@Katharina Borchert:
Wir haben nicht einen einzigen Kommentar in dem Blog auf der Westen gelöscht. Davon kannst Du Dich gerne auch persönlich durch Einblick in unser Admin-Tool überzeugen.
Ich habe es gerade mehrfach versucht – und diesmal bin ich nicht auf einem Exoten-System (Apple), sondern nutze Windows XP und Firefox 3 – dort einen Kommentar abzugeben. Das klappt jedoch anscheinend nur, wenn man bei DerWesten als Nutzer angemeldet ist – wenn ich mich auslogge und versuche was zu schreiben, dann kann ich so oft auf “Abschicken” klicken wie ich will, da passiert nichts. Erst wenn ich mich als DerWesten-Nutzer anmelde – dann klappt das.
Scheinbar ein technisches Problem, welches jedoch in dieser Form nur in den Blogs auftaucht (dort scheinen auch Trackbacks nicht mehr zu funktionieren), während es im eigentlichen redaktionellen Teil geht. Wobei man dort (seit neuestem?) anscheinend auch keine Leerzeichen mehr im Nutzernamen eingeben kann.
Vielleicht liegt es daran @rosebud, dass irgendwelche kritischen Kommentare dort nicht angezeigt werden. Die wurden nicht gelöscht (denn das wäre wirklich peinlich), die wurden aus technischen Gründen gar nicht erst veröffentlicht!
@Gerd: Das mit der Vorteilsgewährung nimmst Du bitte zurück. Das entbehrt jeder Grundlage.
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@ErSagte: Den meisten Deiner Argumente kann ich durchaus folgen. Zur Arbeitsbelastung jedoch eine Anmerkung. Natürlich müssen die Kollegen heute deutlich mehr leisten als zu den Blütezeiten der Tageszeitungen. So ist das eben, wenn man in einer schwächelnden Branche arbeitet.
Vielleicht würde es helfen, sich ein wenig weniger ängstlich mit dem Thema Internet auseinanderzusetzen. Wer es gekonnt einsetzt, kann dadurch seinen Arbeitsalltag durchaus besser gestalten.
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Stichwort Arbeitsverweigerung: Wer erklärt mir schlüssig, wie so etwa wie kürzlich beim Bombenfund in Bochum (http://tinyurl.com/5eynoa) passieren kann. Das hat nichts mit Überlastung zu tun. Da mangelt es schlicht an Leidenschaft.
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@waz969
Wer diejenigen als online-Apostel schmäht, die wie ich darauf hinweisen, dass man mit Print allein keine WAZ ins übernächste Jahrzehnt retten wird, ist rückwärtsgewandt.
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@Katharina
Um beurteilen zu können, dass Euer CorporateKrisenBlog drittklassig ist, müsste ich nicht mal wissen, das die WAZ eine Zeitung ist. Oder willst Du zum Ausdruck bringen, dass Eure Strukturen so sind, dass das schon eine Glanzleistung ist?
Im übrigen solltest Du mal über “alle Beteiligten” nachdenken. Wer ist denn das Deiner Meinung nach? Führungskräfte, Mitarbeiter und ??? Eben!
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Und zum guten Schluss: Es befremdet mich etwas, hier fast ausschließlich mit Anonymen zu diskutieren.
@innen-außen Bei uns werden alle Redakteure entsprechend dem Tarif bezahlt, die Unterbezahlung kann ich also nicht erkennen. Und ich versuche hier gar nichts zu verteidigen, ich stelle nur inhaltlich grob falsche Aussagen bezüglich DerWesten richtig.
@Jens Erstaunlich, denn die Funktion, nur registrierte Mitglieder kommentieren zu lassen, haben wir gar nicht. Das zeigen auch die wenigen, bisher eingegangenen Kommentare, die mit Ausnahme von Dir alle von nicht-registrierten Kommentatoren stammen. Aber ich habe die Technik bereits auf das uns bislang unbekannte Problem aufmerksam gemacht.
@Katharina:
Ich habe es jetzt noch einmal getestet, mit Firefox geht es beim besten Willen nicht. Und die Kombination Windows/Firefox halte ich jetzt nicht für soo exotisch, wie z.B. die Kombinationen Mac OS/Firefox oder MacOS/Safari, bei denen ja Euer Fußball-Tippspiel nicht läuft.
Mit dem MS IE klappt es jedoch, wie ich gerade testen konnte. Ich weiß natürlich nicht, wie beim Westen die Nutzerzahlen für die einzelnen Browser aussehen, aber zumindestens Firefox sollte man schon unterstützen.
Aber das nur am Rande, wenn wir hier mit den Technikfehlern des Westens die eigentliche inhaltliche Diskussion unterbrechen würden, wäre das wohl im Interesse von niemanden.
@waz969:
Wir wollten uns hier nicht auf eine Diskussion mit den online-Aposteln einlassen. Die fast schon blindwütigen Angriffe von “50hz” kennt man aus allen Foren, in denen über das Verhältnis von Print und online diskutiert wird.
Ignorieren und beim Thema bleiben!
Solche “Online-Apostel” (toller Begriff!) sind aber auch die Leser und Abonnenten der WAZ (so wie z.B. ich). Und 50hz schreibt meiner Meinung nach keine blindwütigen Angriffe. Das Verhalten dahingehend ihm gegenüber erinnert mich ein wenig an den Perserkönig Xerxes. Der hat auch den Überbringer der schlechten Nachricht angegriffen (bzw. getötet), obwohl der Überbringer dafür ja schlecht was kann.
@Jens: Ich habe das Kommentieren ohne Registrierung im Firefox getestet und es hat funktioniert.
@50hz
Die Sache mit der Bombe ist wirklich ein Musterbeispiel für schlechte Reaktionszeiten einer Redaktion.
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Aber das hängt auch mit der Aufstellung vor Ort zusammen. Gibt es dort einen CvD? Nein. Gibt es dort ein standby-Reportageteam? Nein. Gibt es dort Kollegen, die mit funktionierender Mobiltechnik für Online-Zulieferung ausgestattet sind? Nein.
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Die Marschroute dort ist bislang: Rausfahren, gucken, reinfahren, schreiben (print) und dann online. Solche Baustellen gibt es oft, aber WAZ, WR, NRZ und WP werden besser. Nur – das dauert leider
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Jetzt werden die Kollegen in Bochum extra geschult. Immerhin. Das ist richtig und wichtig.
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Wozu aber dann seit Jahren Qualifizierungsrunden mit Lokalchefs gibt, wenn die Erkenntnisse daraus im Lokalen nicht umgesetzt werden, ist die eine Frage. Die eine Antwort darauf ist, dass Reitz und Klümper viele Kollegen bereits in die innere Kündigung getrieben/geschrieben haben.
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Anonym ist wichtig: Wir wollen unsere Jobs nicht riskieren, bevor wir ohnehin geschlachtet werden. Das hier ist kein Hobby-Blog, das ist Selbstverteidigung.
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Gedankenfreiheit und offene Rede bzw. die hier in Robers’ Beitrag skizierte “Debattenkultur” gibt es Dank Reitz nicht (mehr). Oder sehe ich das falsch?
@Katharina Borchert
“Online first” kann nicht gehen, wenn die Technik nicht ausreichend dimensioniert ist und/oder regelmäßig ausfällt. Und wie sollen Kollegen, die maximal mit ihrem eigenen jedoch nicht einmal mit einem Diensthandy ausgerüstet sind, Online von unterwegs machen?
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Es gibt keine internetfähigen Mobilgeräte, die einen ungestörten Internetzugang sicherstellen.
By the way: Das Kilometergeld bei WAZ ist derart lausig, dass fast jeder Redakteur bei Dienstfahrten satt zuschießt.
Das in Bochum hat also weniger mit leidenschaftslosem Journalismus zu tun, die Kollegen geben ihr Bestmögliches.
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Das ist als wenn man einen hochmotivierten Schumi auf einen Smart mit platten Reifen und fünf Litern Sprit im Tank setzt und von ihm fordert, die 24 Stunden von Le Mans ohne Boxenstopp zu gewinnen. Und wer ist schuld? Die Redakteure etwa?
Herr Klümper fordert mehr “vagabundierende Redakteure” auf den Straßen. Gerne. Aber wer macht dann die Logistik und die Produktion im Hintergrund in den Redaktionen? Bei einer fünf Mann-Redaktion (oder Frau-) ist einer mindestens immer in Urlaub oder krank. Mit dem bei WAZ angeordneten Online-Frühdienst bleiben wieviele für Online first und Print second für den Rest des Tages?
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Überhaupt: Wer stellt dafür die Technik zur Verfügung? Eine Handvoll Laptops gibt’s nur in einigen wenigen Ressorts, und die sind personengebunden.
@Juliette:
Das finde ich jetzt wirklich merkwürdig. Ich werde das noch an zwei anderen PCs testen, aber halten wir einfach mal fest, dass diese ganzen JavaScript-Spielereien (die für ein Kommentiersystem bei weitem nicht erforderlich sind, wie zahlreiche andere Seiten beweisen) vereinzelt(?) zu argen Problemen führen.
Standen Browserkompatibilität und Barrierefreiheit im Pflichtenheft?
@Gedankenfreiheit:
Aber Handys wird man doch haben, oder? Nach dem Motto, dass man mal eben in Essen anruft: “Wir würden ja gerne online berichten, werden aber gerade evakuiert.”
Wobei natürlich die geeigneten Arbeitsmittel für Berichterstattung unterwegs ja auch sinnvoll wären.
Zur Not könnte man dann ja glatt Twitter verwenden – jede Redaktion bekommt einen eigenen Twitter-Account, z.B. DerWesten/Bochum und wenn so was gravierendes passiert, ruft man in der Zentrale in Essen an, sagt, dass man jetzt via Twitter informiert und die Technik schaltet den Twitter-Ticker auf der Seite frei, der ansonsten dort nur “schlummert”.
Und natürlich muss das nicht mit twitter realisiert werden – zur Not (bzw. an sich wäre das viel besser) könnte man da ja selber etwas programmieren, was genau so leicht mit jedem SMS-fähigen Handy bestückt werden kann.
Da könnte dann z.B. bei der kommenden Kommunalwahl immer aktuell informiert werden:
Das kannibalisiert nicht die Print-Ausgabe, sorgt aber online für einen deutlichen Mehrwert.
@Jens matheuszik
Alles richtig, aber Vorschläge aus den Redaktionen werden nicht diskutiert, redaktionsoffene -übergreifende Arbeitsgruppen gibt es gar nicht. Nur kleine Zirkel, die ihr Wissen zusammenrühren und dann mit “Lösungen” ankommen, mit denen 900 Redakteure operativ klarkommen müssen. Und das vor dem Hintergrund einer eintätigen Hugo (online) Schulung….
PS: Twitter – auch so’n Ding, was jetzt neuerdings auf DerWesten.de steht. Erklärt bekommt man das von der Borchert-Abeilung aber erst gar nicht.
@Gedankenfreiheit:
Hugo? War das nicht früher der Name der WAZ-Archivsuche, die so merkwürdige Ergebnisse brachte.
Zu twitter: Nun, in der Zeitung wurde es erklärt. Und ich denke der “Online-Newsdesk” weiß auch was das ist. Wenn man das oben (schnell dahingeschriebene) Mini-Konzept wirklich lokal verwirklichen würde, sollte man Twitter, das Prinzip was dahintersteckt usw. natürlich auch erklären.
Internet und Print … das sind und bleiben zwei paar Schuhe, zwei völlig unterschiedliche Auftritte eines Produkts. Beides muss man sehr gut machen. Und dazu in die Lage versetzen. Der Print-Bereich wurde, nicht nur bei WAZens, langsam zum Stiefkind.
Insofern sind alle Ratschläge noch nicht die Lösung aller Probleme, die da lauten: einfach nur aktuelle Lokalmeldungen schneller und öfter ins Netz zu stellen. Onlinern, bloggen, simsen, twittern und wie der technische Krimskrams (das ist angesichts der Wichtigkeit wirklich nicht despektierlich gemeint!) sonst noch heisst, hält nach meiner Überzeugung keinen einzigen Print-Abonnenten. Richtig ist, die Lokalredaktionen müssen sich in der gedruckten Ausgabe schneller auf die veränderten Zeiten einstellen. Weg von der reinen Meldung, hin zu mehr Erklärung und Reportage, Einordnung und Hintergrund.
Zum Thema Newsdesk: Wo immer er bisher als Heilsbringer eingeführt wurde, hat er in jedem Fall zu Personalabbau und Veränderungen der Strukturen und dadurch bedingte Mehrarbeit geführt. Mehr Qualität wurde zwar stets versprochen, wurde anscheinend aber nirgendwo erreicht. Oder kennt jemand Beispiele? Siehe dazu http://www.selbstverstaendlich.de/blog/newsdesk-in-mainz-mehr-schein-als-sein/2008/07/
@50hz: Ich kann nicht beurteilen, ob Sie ein “online-Revoluzzer” sind, wie die von mir an sich geschätzte Katharina Borchert meint. Ich weiß aber eines, und zwar aus der Binnensicht: Was Sie hier über die Rückwärtsgewandtheit und die Leidenschaftslosigkeit vieler Redakteure und (Lokal)-Redaktionen schreiben, ist absolut richtig. Diejenigen, die hier von permanenter Arbeitsüberlastung reden, wärmen uralte, liebgewonnene Märchen auf. Ich habe erst jüngst wieder mit einem Fotografen geplaudert, der von Redakteuren berichtete, die noch immer nicht mit Hugo umgehen können, ja es soll Einzelne geben, die selbst mit dem Mailen auf Kriegsfuß stehen. Dass viele noch immer den wenig animierenden Generalanzeigerstil aus den frühen 60ern pflegen, davon kann sich jeder jeden Tag durch Lektüre überzeugen. Auch nach 20 langen Jahren Auflagenrückgang haben in diesem Hause verdammt viele Leute den Schuss immer noch nicht gehört – und die sitzen beileibe nicht alle in der Chefetage.
Dass Sie hier sofort als bezahlter Agent hingestellt werden, sollte Sie nicht weiter umtreiben. Das ist der übliche Stil gewerkschaftshöriger Kollegen.
@westi
Ich weiß auch aus Binnensicht, dass es viele Kolleginnen und Kollegen gibt, die den Schuss noch nicht gehört haben und nicht mit “hugo” umgehen können oder wollen. Es ist aber auch so – und das wirst Du mir doch aus Binnensicht bestätigen – dass in der WAZ-Gruppe vieles mit heißer Nadel gestrickt wird.
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Gerade bei der Technik. Rechner defekt – Austausch nach drei Werktagen; UHD (UserHelpDesk) löst “tickets” (Reparaturscheine) nach ein paar Tagen ein und merkt dann, dass ein anderer Kollege schon vortags dran war; Drucker laufen tagelang nicht … mehr davon? Die Abteilung IT ist zu einem Schrotthaufen (sorry Kollegen, ihr könnt nix dazu) zusammengestrichen worden.
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Und was Arbeitsüberlastung angeht, so resultiert sie – die objektivierbare Arbeitsüberlastung – aus unzeitgemäßem Redaktionsmanagement, einem Berg an Zusatzarbeit, Wegfall der Geschäftsstellen (die Leser, die keine Zeitung bekommen haben oder ein Buch kaufen wollen, rufen bei uns noch immer in der LR an). Dazu kommt die fehlende Motivierung durch die unmittelbaren Vorgesetzten und das Kopfschütteln über die neusten Selbstbespiegelungen der Essener Großkopferten.
Die Feststellung von “innen – außen”, trifft leider zu , war jedoch etwas ungenau. Die Online-Redakteurinnen und Redakteure von DerWesten werden nicht nach den Tarifverträgen für Tageszeitungen ( inklusiv des Presseversorgungswerk ) bezahlt. Es ist aber bezeichnend für die Dame Borchert, dass sie sehr wortklauberisch ist. Soll sie doch selber verkünden, welcher “Tarifvertrag” es ist. Dann entlarvt sie sich.
@westi
Ich weiß nicht, ob es der Sache dient, hier bewusst eine Front zwischen Print und Online aufzubauen.
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Ich zum Beispiel bin so einer der “Rückwärtsgewandten”, der immer noch glaubt, dass man mit sauber recherchierten Geschichten ohne Talkshows und Bildern des Autors eine lesernahe Lokalzeitung machen kann. Um es noch altertümlicher zu sagen, ich berichte sogar über Kleingärtner und Kleintierzüchter, auch sie kaufen die Lokalausgabe.
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Ich weiß, dass im Innenhof der Sachsenstraße ein sehr junges Team bei DerWesten arbeitet, dem sicher ein wenig die Erfahrung fehlt. Aber diese fehlende journalistische Erfahrung jetzt durch die Schmähung älterer Kollegen in den Lokalredaktionen umzumünzen, halte ich für nicht besonders zielführend.
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Wenn auch das Online-Portal derzeit als unantastbar und als Hort des Fortschritts gilt, kann es den Kollegen dort auch eines Tages an den (Arbeitsplatz-)Kragen gehen. Ob es in einem solchen Fall dann angenehm ist, von den dann vielleicht nicht gefährdeten Print-Kollegen in die Pfanne gehauen zu werden?
@Djure (5Hz)
Wie weit bist Du über die tatsächlichen Arbeitsbedingungen in einer WAZ-Lokalredaktion informiert, dass Du Dir solch vernichtenden Äußerungen erlauben kannst? Blog-Kollege Jens bemüht sich doch auch ganz altmodisch, Informationen über das zu erhalten, worüber er schreibt und was er kommentiert.
Hört doch auf, immer dieselben Gräben aufzumachen.
Sollten wir nicht angesichts der harten Zeiten – die ALLEN (Print UND Online) bevorstehen – überlegen, wie es GEMEINSAM weitergeht? Gegenseite Schuldzuweisungen bringen keinen auch nur einen Meter weiter.
@onliner
Sag ich doch!
Und noch etwas verlautet aus dem Verlag: Während die Stammtitel notoperiert werden, steht angeblich die Geburt eines neuen Printprodukts ins Haus. Start soll im Frühjahr sein. Mehr ist dazu noch nicht zu erfahren.
Aus:
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/waz-wird-pampe/
@soso
Ach, dann kann es sich ja nur um die Sonntagszeitung handeln.
50hz wundert sich, dass hier so viele Anonyme unterwegs sind. “50hz” ist demnach ein echter Name?
Verdammte Frontstellungen: Lokale gegen Mantel, Online gegen Print. Wozu soll das führen?
@ Aber echt
“5hz” versteckt sich nicht, in seinem Blog tritt der geschätzte Djure schon mit seinem vollen Namen an. Seine Verwunderung über Anonyme kann ich nun wirklich nicht teilen. Djure, hälst Du uns alle für Arbeitsplatz-Selbstmörder?
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Auch wenn ich mich wiederhole, ein Gegeneinander-Ausspielen von Print und Online ist doch nur im Sinne der “Arbeitgeber”, die uns unsere Arbeit nehmen wollen.
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In der Online-Redaktion sitzen Kollegen! Basta! Schließlich versuchen die Gewerkschaften bei den laufenden Tarifverhandlungen, auch die Onliner mit einzubeziehen.
Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn hier auch einmal jemand von der “anderen Seite der Zeitung” schreibt. Nämlich jemand, der sie beim Frühstück, in der U-Bahn oder egal wo liest.
Lassen Sie sich nicht gegeneinander ausspielen. Der Umbruch, der in Ihrem Hause ansteht, kann nur gemeinsam bewältigt werden.
Auch wenn ich ein Online-Fan bin, möchte ich eine gedruckte Zeitung mit Profil. Ich möchte Meinungen, Redakteure mit “Eiern” (sorry ^^), gute lokale Berichterstattung und eben keinen Einheitsbrei von einem Newsdesk.
Halten Sie zusammen. Und mobilisieren Sie Ihre Leserschaft. Wir sind das Volk.
Viel Glück
Ich habe den Nachmittag draußen bei meinen frisch gepflanzten Apfelbäumen verbracht. Es war wundervolles Wetter hier oben. Ich habe ihr Beet geharkt und noch mal gegossen. Jetzt fehlt nur noch die Rehabwehr.
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Und da kam mir der Gedanke, dass ich mich vielleicht einfach raushalten sollte. In Frau Borcherts Sinne scheint das allemal zu sein, die meisten Mitarbeiter hören auch lieber keine Kritik und ich bin ja auch ganz schön weit weg inzwischen. Mit der Bahn brauche ich über zwei Stunden bis an den Nordrand von WAZ-Land.
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Jetzt wo ich mir den weiteren Verlauf der Diskussion durchsehe, juckt es mich aber doch in den Fingern. Das macht ja richtig Laune. Fast Hoffnung. Ich lass es aber. Erstmal.
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Übrigens: Wem ich bislang zu anonym war. Klickt hier und ich stehe quasi nackt vor Euch: http://www.google.de/search?q=Djure+Meinen
1:0 für den Fisch in der Zeitung (WAZ gibt’s neues?)…
Aufgrund der Sparpläne bei der WAZ-Mediengruppe hat sich mit medienmoral-nrw.de ein “WAZ Protestblog” gebildet (siehe auch hier). Kurze Zeit später wurde dann bekannt, dass unter dem Namen Bleibt alles anders – Die WAZ Mediengr…
Darf ich noch ein Lob loswerden? Bin gerade im Lokalen für Bochum vorbeigesurft. Das sieht dort derzeit richtig klasse aus. Viele Fotos, ordentliche Anreißer und verlinkte Links. Geht doch.
Vorab: Schuldzuweisungen und Beschimpfungen sind nicht zielführend. Das lenkt nur ab und hält nur auf. Wer an der Lösung des Problems mitarbeiten will, muss sich dem Problem stellen und die Scharmützel vertagen. Sie haben aktuell ohnehin kaum mehr als einen auch nur bedingten Unterhaltungswert.
Fakt 1: Das Kartellamt hat keinen Zweifel gelassen, dass nach knapp 35 Jahren das Modell „WAZ Mediengruppe“ nur noch Geschichte ist. Heißt: Die Wächter des Wettbewerbs sind nicht zuständig für journalistischen Wettbewerb im Hause WAZ.
Fakt 2: Damit ist klar, dass die WAZ Mediengruppe die ehemals selbständigen Titel in NRW nicht nur auf der Verlagsseite (Anzeigen, Vertrieb u. Technik), sondern auch auf der Redaktionsseite nach streng wirtschaftlichen Kriterien behandeln darf. Stichwort „Synergie“.
Fakt 3: Gegen einen einheitlich produzierten Mantel für die Regionalzeitungen in NRW gibt es kartellrechtlich keine Vorbehalte – also wird es so kommen, weil es eben wirtschaftlicher ist. Und: Regionalzeitungen werden nicht wegen des Mantels, sondern wegen der Lokalteile gekauft.
Fakt 4: Aus 4 Zentralredaktionen (auch bei der WP findet die „Heimat“ nur bedingt im Mantel statt) wird eine neue Zentralredaktion (Content-Desk) gebildet, bei den Titeln verbleiben sehr schlanke Newsdesks, die das zentrale Angebot ins jeweilige Titel-Layout übersetzen bzw. um regionale Aspekte aus dem Titelverbreitungsgebiet ergänzen.
Fakt 5: Lokalausgaben mit anhaltend schlechten wirtschaftlichen Perspektiven (z.B. „Vest“) werden geschlossen.
Fakt 6: Es wird künftig keine konkurrierenden Lokalausgaben mehr geben. In Städten, in denen die WAZ Mediengruppe mit 2 Titeln vertreten ist, werden die Lokalredaktionen nach dem Modell WR/WAZ in Dortmund fusioniert.
Allein diese 6 Punkte beinhalten z.B. für die Betriebsräte so viel Arbeit, dass es sich verbieten sollte, jetzt noch ideologische Kriege zu führen. Diskussionen über die Ethik von Verlegern und die Moral von Chefredakteuren kann man ja gerne parallel als Runden Tisch der Gutmenschen veranstalten.
Das sind Fragen, die jetzt auf der Tagesordnung stehen:
Frage 1: Wird es für die Zeitungen (Redaktionen) in NRW einen gemeinsamen Sozialplan geben oder muss bzw. kann jeder Titel (da eigene Verlagsgesellschaft) getrennt „abgewickelt“ werden?
Frage 2: Wird der Content-Desk vor oder nach Aufstellung der Sozialpläne gebildet?
Frage 3: Sollten getrennte Sozialpläne unumgänglich sein, findet dann – etwa in Relation zum aktuellen Personalbestand der Titel – eine Art Sozialausgleich zwischen den Titeln statt, um die Lasten gleichmäßig zu verteilen? Sollte das nicht so sein, werden die Redaktionen von NRZ und WR ungleich stärker von betriebsbedingten Kündigungen getroffen, weil die Mehrzahl von Redaktionsschließungen in den Verbreitungsgebieten von NRZ und WR stattfinden wird.
Frage 4: Können die Betriebsräte für konstruktive Mitarbeit am nicht zu vermeidenden Personalabbau eine Mitbeteiligung am redaktionellen Konzept aushandeln? Denkbar wären z.B. Anliegen wie diese:
Wunschzettel 1: Der Tausch dpa gegen ddp wird noch einmal diskutiert, damit auf der Nachrichtenseite nicht an der falschen Stelle gespart wird. Der tägliche Blick in die Agenturen sollte den Wechsel zu ddp eigentlich verbieten.
Wunschzettel 2: Wenn es bei der Vorgabe „nach Möglichkeit max. 32 Seiten“ bleibt, muss mindestens den starken Lokalteilen (Essen, Bochum, Duisburg, Dortmund etc.) die Möglichkeit gegeben werden, die lokalen Kultur- und Serviceseiten ins 4. Buch zu verlegen, um angemessene Lokalumfänge zu ermöglichen. Im zweiten Buch muss ggf. der Mantelsport im Umfang reduziert werden, um Kürzungen der lokalen Sportberichterstattung zu vermeiden.
Wunschzettel 3: Auch die Größe der „vereinigten Büros“ in Brüssel, Berlin und Düsseldorf muss auf den Prüfstand gestellt werden. Wenn z.B. das Büro in Brüssel aus Gründen der Medienpolitik oder Verlagsrepräsentation nicht verkleinert werden darf, dürfen mit diesen Kosten nicht die Redaktionsetats belastet werden.
Wunschzettel 4: Der jetzt für die Redaktionen der NRW-Titel geltende Einstellungsstopp muss auf alle redaktionellen Produkte (WVW, Zeitschriften u. Titel im Ausland) erweitert werden, um interessierten Kolleginnen und Kollegen entsprechende Angebote machen zu können.
Wunschzettel 5: Die Geschäftsführung verpflichtet sich (z.B. für weitere 10 Jahre) zum Verbleib der WAZ Mediengruppe im BDZV und den sich daraus ergebenden tariflichen Pflichten, sie verzichtet außerdem auf die Gründung nicht tarifgebundener Redaktionsgesellschaften (abschreckendes Beispiel Lensing) und das Outsourcing redaktioneller Produkte.
Ja, die skizzierten Fakten lesen sich brutal, aber so sieht bei ehrlicher Betrachtung die Lage aus. Um es ganz deutlich zu sagen: Nicht die Meinungsvielfalt steht auf der Tagesordnung, sondern die Frage, wie man im konstruktiven Miteinander ein zukunftsfähiges Konzept auf die Beine stellt, das möglichst viele redaktionelle Arbeitsplätze erhält und möglichst wenig Kolleginnen und Kollegen ins Bergfreie fallen lässt.
Glück Auf!
Print und Online gegeneinander ausspielen – das ist übrigens eindeutig das Ziel der GGF. Von hoheitlichster Stelle der Gruppe wurde den Onlinern nämlich verboten, während ihrer Arbeitszeit an der Betriebsversammlung am Dienstag teilzunehmen. Zuwiderhandeln wird mit arbeitsrechtlichen Schritten geahndet, heißt es.
Ah, waz969 kennt schon Fakten.
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Woher weißt Du denn, was das Karellamt sagt?
Woher weißt Du, dass z.B. die Doppelstrukturen in Essen und in Mülheim, Duisburg anderen Orten gekillt werden?
Woher weißt Du, dass z.B. das Vest defizitär ist und geschlossen werden soll?
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Und die Fragen sehen doch auch ganz anders aus:
Stimmen die Zahlen der Verlagsleitung überhaupt, die einen oder vier Sozialpläne rechtfertigen?
Was soll der Blödsinn mit den Wunschzetteln? Sicher, wir haben bald Weihnachten. abr wer so denkt, will nicht kämpfen und nujr noch abwickeln.
waz969 ist scheint’s einer von denen, die mehr wissen als andere und versucht hier eine Richtung reinzubringen, die WIDERSTAND ja, WIDERSTAND gegen den Kahlschlag von vornherein ausschließen soll.
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Merke: Wir sind keine Gutmenschen, sondern Arbeiter, die angesichts von Mega-Rendite-Erwartungen dagegen aufstehen.
@waz969
Frage 1: Wird es für die Zeitungen (Redaktionen) in NRW einen gemeinsamen Sozialplan geben oder muss bzw. kann jeder Titel (da eigene Verlagsgesellschaft) getrennt „abgewickelt“ werden?
Wahrscheinlich, da rechtlich kaum anders möglich ohne nachher massenweise Klagen zu riskieren. Mal sehen, ob die Verlagsgesellschaften abgewickletw erden, oder welche andere form der arbeitsrechtlichen Organistion unsere hohen Herren finden werden. Fest steht: Informeller natur wie bisher in Dortmund oder Moers läuft die Sache nicht.
Frage 2: Wird der Content-Desk vor oder nach Aufstellung der Sozialpläne gebildet?
Eher nachher
Frage 3: Sollten getrennte Sozialpläne unumgänglich sein, findet dann – etwa in Relation zum aktuellen Personalbestand der Titel – eine Art Sozialausgleich zwischen den Titeln statt, um die Lasten gleichmäßig zu verteilen? Sollte das nicht so sein, werden die Redaktionen von NRZ und WR ungleich stärker von betriebsbedingten Kündigungen getroffen, weil die Mehrzahl von Redaktionsschließungen in den Verbreitungsgebieten von NRZ und WR stattfinden wird.
Warum sollten NRZ und WR stärker betroffen sein? Es ist unwahrscheinlich, dass alle Synergien zugunsten der WAZ ausfallen werden. Wie es heißt, soll die Frage nicht nur nach Auflage entschieden werden. Es ist eher davon auszugehen, dass der Westfälische Raum wegen der Vielzahl der möglichen Zusammenschlüsse stärker betroffen sein könnte.
Was Sozialausgleich angeht: eventuell freie Kapazitäten bei dem einen odre anderen Titel werden mit Sicherheit verlasgweit ausgeschrieben.
Frage 4: Können die Betriebsräte für konstruktive Mitarbeit am nicht zu vermeidenden Personalabbau eine Mitbeteiligung am redaktionellen Konzept aushandeln?
Was konstruktive Mitarbeit angeht bin ich angesichts der bisher gemachten Erfahlhrungen (Umfangsreduzierung, Manteklkonzept) eher skeptisch.
Solidarische Grüße
Es wird ja gerne der Eindruck erweckt, bei der WAZ Mediengruppe sei in NRW allein das online-Portal derwesten.de eine Erfolgsnummer. Das sieht in Wahrheit doch sehr anders aus. Die bei IVW einsehbaren Nutzungsdaten für Oktober 2008:
derwesten.de
Visits: 4.802.130
PI’s: 37.091.006
Veränderung zum Vormonat: – 9,48%
Zum Vergleich das Portal der Rheinischen Post, das man lt. Frau Borchert bis Jahresende überholt haben will:
rp-online.de:
Visits: 6.155.404
PI’s: 50.200.732
Veränderung zum Vormonat: +8,02%
Höchste Zeit, dass auch beim online-Auftritt die Frage nach Aufwand und Ertrag gestellt wird. Könnte es sein, dass sich im geplanten Sparvolumen von 30 Mio € auch die roten Zahlen von derwesten.de verbergen?
[...] die ganzen Diskussionen hie und da, habe ich glatt vergessen, mich rechtzeitig für die Verlosung der bislang besten [...]
@surfer Nein, die werden völlig separat für den Geschäftsbereich Online ausgewiesen und tauchen nicht in der Bilanz der NRW-Tageszeitungstitel auf.
@Katharina Borchert – Wette gewonnen: Ihre Antwort fiel wie erwartet aus. Und natürlich geben Sie wieder einmal nur ein Scheibchen der Wahrheit preis.
Richtig ist doch wohl, dass die Zeitungsredakteure verpflichtet sind, für derwesten.de zum Nulltarif zu produzieren, künftig sogar unter dem Diktat „online first“. Heißt: Die Personalkosten für die Belieferung von derwesten.de liegen bei den Redaktionen. Korrekt wäre es, die Budgets der Zeitungstitel um den online-Personalaufwand der Redaktionen zu entlasten, denn diese Kosten sind ja von derwesten.de verursacht. Wieviel Einsatz erwarten Sie von den Zeitungsredaktionen? Zehn Prozent ihrer Arbeitszeit oder gar 20 Prozent? Entsprechen müssten die Zeitungsbudgets entlastet und Ihr Budget belastet werden.
An anderer Stelle behaupten Sie, derwesten.de liege genau im „Businessplan“. In welchem? Erinnert man sich an den wiederholt verschobenen und dann gründlich verpatzten Start des Portals, dann kann es sich bei dem von Ihnen angesprochenen Businessplan nicht um das Original handeln.
Wenn Sie noch einmal in den Unterlagen blättern, die seinerzeit für die online-Schulung der Zeitungsredakteure verteilt wurden, finden Sie nach heutigem Wissen geradezu abenteuerliche Prognosen für die Entwicklung von derwesten.de – war das alles nur ein Fake?
Mit Autosuggestion können Sie sich vielleicht Ihre online-Welt schön reden, aber bestimmt nicht die Fakten verbiegen.
@surfer Ja, es handelt sich dabei um den im Frühjahr 07 erstellten Businessplan. Autosuggestion kann ich darin nicht erkennen.
Dazu sollte man übrigens auch wissen, dass bereits vor DerWesten, also noch zu alten Cityweb-Zeiten, die Redakteure auch für Online gearbeitet haben. Nur dass damals noch zusätzlich der komplette Auftritt aus dem jeweiligen Titelbudget bezahlt wurde (und das war nicht wenig), so dass Cityweb immer finanziert war und nie rote Zahlen schrieb. Das ist heute anders, gerade weil wir mehr Transparenz wollten.
Die Schulungsunterlagen liegen übrigens grad neben mir, ich habe gründlich geblättert und kann darin beim besten Willen keine Prognosen finden, die heute abenteuerlich erscheinen. Darin steht, dass wir in Reichweite und Umsatz deutlich über Marktschnitt wachsen und genau das haben wir getan – IVW- wie auch Controlling-geprüft.
Diesem Verlag ist mit nur drei betriebsbedingten Kündigungen zu helfen: Bodo Hombach, Christian Nienhaus und Ulrich Reitz. Hier wurde jahrelang über Qualitätsjournalismus palavert – und den schafft man mit 300 Kündigungen. Nullnummern wie der westen-borchert – der schlechteste Auftritt seit es Internet gibt – werden klaglos hingenommen, weil es immer noch Verlagsdeppen gibt, die glauben, als Regionalzeitung gäbe es im Netz Geld zu verdienen. Draußen sitzen die Leser, die warten: auf niedrigere Abo-Gebühren, bessere Lokalteile, besseren Service statt Call-Center, Geschäftsstellenabbau oder z.B. Personalinkompetenz auf höchster Ebene. Es wurden Management-Fehler ohne Ende begangen, die nach bewährten Konzern-und Untnernehmungsberatungsstrategien von anderen ausgebadet werden sollen. Aber irgendwann – schon bald – könnte das pefide Spiel ausgereitzt sein.
Diesem Verlag ist mit nur drei betriebsbedingten Kündigungen zu helfen: Bodo Hombach, Christian Nienhaus und Ulrich Reitz. Hier wurde jahrelang über Qualitätsjournalismus palavert – und den schafft man mit 300 Kündigungen. Nullnummern wie der westen-borchert – der schlechteste Auftritt seit es Internet gibt – werden klaglos hingenommen, weil es immer noch Verlagsdeppen gibt, die glauben, als Regionalzeitung gäbe es im Netz Geld zu verdienen. Draußen sitzen die Leser, die warten: auf niedrigere Abo-Gebühren, bessere Lokalteile, besseren Service statt Call-Center, Geschäftsstellenabbau oder z.B. Personalinkompetenz auf höchster Ebene. Es wurden Management-Fehler ohne Ende begangen, die nach bewährten Konzern-und Untnernehmungsberatungsstrategien von anderen ausgebadet werden sollen. Aber irgendwann – schon bald – könnte das perfide Spiel ausgereitzt sein.
@ Katharina Borchert Sie sagen wieder – wie schon beim Thema Tarifverträge – die Unwahrheit. Laut IVW-Zahlen wir hat DerWesten im August 2008 41 Millionen Seitenabrufe (PI) erreicht. Im Vergleich dazu zählten die Webseiten der fünf Einzeltitel WAZ, NRZ, WR ,WP und IKZ im August 2007 36 Millionen PI, im August 2006 25 Millionen, im August 2005 17 Millionen.
Mit einer einfachen Regressionsanalyse können Sie feststellen, dass Sie sich damit ca 2 Mio PI unter dem Mittelwert befinden, den die Einzeltitel bei kontinuierlichem Wachsum heute zusammen haben dürften. Damit liegen Sie auch weit unter der Marke von Branchenführer rp online (50 Millionen PI) und der Zielmarke von 80 Millionen PI, die damals von den Chefredakteuren kommuniziert wurde. Wie Sie über dem Marktschnitt gewachsen sein wollen, müssen Sie bei Gelegenheit erklären.
Das bedeutet: Trotz erheblicher finanzieller und personeller Anstrengungen haben Sie es nicht geschafft, die Zufgriffszahlen der WAZ-Gruppe in NRW wesentlich zu steigern. Im Gegenteil. Sie haben schlechter abgeschnitten als zuvor.
Was den Umsatz angeht: Ihre Angaben sind schlicht und einfach nicht nachprüfbar. Internen Informationen nach hat der Westen allein 2007 ein Minus von 8 Millionen Euro eingefahren. Spannend zu erfahren, ob die jetzt irgendwo unter dem Deckmäntelchen der allgemeinen IT-Kosten den Titeln zugerechnet werden.
“…sollte man übrigens auch wissen, dass bereits vor DerWesten, also noch zu alten Cityweb-Zeiten, die Redakteure auch für Online gearbeitet haben.” (Borchert)
Dazu sollte man aber auch wissen, dass zu Cityweb-Zeiten das Setzen eines Makros für das Erscheinen eines Artikels im Online-Portal ausreichend war. Das geht zwar technisc heute auch noch, doch sind die Online-Texte dann mehr oder weniger ohne jedes Layout. Erwartet wird von den Print-Redaktionen aber, dass sie eigene Fassungen für online schreiben, und das je nach Titel auch schon in der Frühschicht. Das ist ein Problem, in Kombination mit der uralten Technik, einem Content Management-System, das sogar von Joomla in der Bedienerfreundlichkeit weit übertroffen wird – und das alles zu Lasten der Arbeitszeit, die in die Qualität des Print-Produktes fließen könnte.
Den Effekt von “online first” sieht man im Moment bei Lensing ganz gut: Auch bei denen gehen die Zahlen in den Keller – so schildern es jedenfalls einige Redakteure, mit denen ich geredet habe. Da kann man sich dann überlegen, ob es daran liegt, dass das Online-Portal so gut ist, dass die Print-Ausgabe überflüssig wird (glaube ich kaum) oder ob das Print-Produkt einfach schlechter geworden ist, seit die Print-Redakteure einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit Online-Arbeit verbringen.
Wo wir gerade bei Lensing sind. Dieses Haus taugt immer gut als Vergleichspunkt für einen Unterbietungs-Wettbewerb. Jetzt wird uns vorgerechnet, mit wie wenigen Redakteuren die RN auskommen. Demnächst könnten sie den RN-Kollegen mit unseren niedrigen Zahlen Druck machen – und so weiter.
Übrigens: Was verdient eigentlich ein Geschäftsführer? Und was leistet er dafür?
Und… wenn denn mit weniger Leuten angeblich mehr Qualität zu erreichen ist… wann wird der frisch prallgefüllte WAZ-Gruppe-Wasserkopf wieder abgelassen, damit da auch wieder die Qualität steigt?
Jetzt spielen beide GGF die beleidigte Leberwurst und kommen am Dienstag erst gar nicht zur Betriebsversammlung, drücken sich und ducken sich weg!
…und jetzt schickt der Verlagshaus-Wasserkopf Rundschreiben per Email in die Welt, in denen er sich darüber beklagt, dass hier im Blog einige Autoren gar nicht nett zu ihnen seien, Interna verrieten und Beiträge sogar an der Grenze der Beleidigung sehen.
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Ich denke Hombach und Nienhaus sind Mitglieder der Gesellschaft für offen Aussprache – oder gilt das nur für die Herren mit den Millionen-Jahresgehältern und Boni untereinander?
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Wer sich angesicht der drohenden wirtschaftlichen Vernichtung von 300 Kollegen und ihrer Familien auf Etikette beruft, der hat den Schuss nicht gehört!
@aber echt:
Die Herren Schumann und Grotkamp sollen schon Anfang der 90er-Jahre – ich erinnere, es stand in “Capital” – 1,5 Millionen Mark pro Jahr verdient haben. Wohlgemerkt verdient, denn die Herren waren jeden Cent wert und haben den Konzern nicht an den Rand einer Meuterei geführt. Hombach und Nienhaus bekommen ihr Geld dagegen nur.
Mal mein Eindruck als Wochenend-Leser, wenn ich daheim im Pott bin und die Samstagsausgabe lese. Dann habe ich eine Rundschau-Ausgabe des östlichen Ruhrgebiets vor mir, die unfassbar uninspiriert und lieblos daherkommt. 4 Lokalteile in einem Buch, zusammengeklatschte Fremdtexte plus Terminjournalismus, langweilige Überschriften, haarsträubende Flüchtigkeitsfehler. Das wird nicht überall so sein, doch das ist mein subjektiver Eindruck von Lokaljournalismus 2008. Und vielleicht reflektieren sich die Lokalredakteure mal selbst, bevor sie das Klagelied vom Internet, das die Zeitung kaputt macht, singen. Das Internet, das so viel Zeit kostet.
Wie viel Prozent vom Arbeitsaufwand am Tag macht Internet aus? Zehn Minuten, 15 Minuten? Eher weniger. Auch der Redakteur, der seit 30 Jahren seine Lokalzeitung macht, muss in den Kopf kriegen, dass sich Mediennutzungsverhalten ändert.
Diese Lustlosigkeit wird – meiner Meinung nach – auch den Westen scheitern lassen. Mich interessieren in einem Regioportal nicht die dpa-Texte. Die kann ich überall lesen. Ich will Nachrichten aus meinen Städten. Leider fahren die meisten Redaktionen – so mein Eindruck – eine Blockadehaltung.
Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Ich brauche Lokalredaktionen, die mitmachen. Die in ihrem Kerngeschäft attraktive Lokalseiten bauen und “nebenbei” Texte, Bilder, Videos für online liefern. Das bekomme ich nicht, wenn ich so eine Stimmung im Haus habe, wie aktuell. Scheinbar sind sich “Printler” und “Onliner” überhaupt nicht grün, wenn man die Kommentare hier deutet. Traurig.
@ online-und-print
Als Bewerbungsschreiben hat dieser überhebliche Beitrag gute Chancen. Mal ein Einwurf: In de USA ist der Internet-Trend rückläufig. Und wo wir gerade in Übersee sind: Wo waren die tollen aufreitzenden Online-Schaffer bei den Wahlergebnissen aus Übersee – ihre größte Chance?
Das einzig Positive Deines/Ihres Beitrags: Auseinander dividieren ist eher Sache Anderer.
Liebe Onliner,
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bitte denkt darüber nach, ob es klug ist, hier zu polarisieren. Es kann eigentlich bei der Entwicklung, die der Westen jetzt nimmt, nicht mehr so lange dauern, bis auch dem Dümmsten auffällt, dass dieses Portal kein Renditebringer, sondern ein Millionengrab ist.
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Über die Gründe kann man zwar trefflich spekulieren – ein Blog ist eben noch kein Portal und eine Bloggerin mit abgebrochenem Jurastudium ist noch keine geborene Chefredakteurin – aber der Effekt wird sein, dass eure Arbeitsplätze auch af den Prüfstand kommen.
Schade, dass Katharina Borchert sich hier zur Jeanne d’Arc des WAZ-Konzerns machen lässt, schade!
Das ganze WAZ-Elend ist doch zu 95% selbstverschuldet. Das Unheil begann mit der Installierung von Bodo Hombach als GF und setzte sich ab Mitte 2005 mit der Umstrukturierung im Bereich Geschäftsstellen/Vertrieb fort.
Was jetzt mit den Redaktionsmitarbeitern geschieht, läuft doch schon in ähnlicher Form seit dieser Zeit mit den kaufmännischen Mitarbeitern ab.
Im mittleren Management arbeiten seitdem Leute, die Arroganz und Ignoranz anstelle von Fachkompetenz zu bieten haben und sich in ihrer Selbstherrlichkeit für den lieben Gott halten, Neue Geschäftsfelder werden mit blindem Aktionismus aufrecht erhalten, obwohl sie hochgradig defizitär sind.
Der Leser bekommt weniger Service, weil er es anstelle von kompetenten, örtlich verankerten Mitarbeitern in den Geschäftsstellen, mit seelen – und ahnungslosen Call-Center Mitarbeitern zu tun hat.
Maximal noch 5 Jahre – dann kommen Murdoch & Co.
Schade drum.
Von Herrn Reitz kennt man das schöne Zitat: “Für mich gibt es keine Sachfragen, sondern nur Machtfragen!”
Getreu diesem Motto agiert er. Am Ende wird er ohnmächtig vor den hartnäckig ignorierten Sachfragen stehen.
Leider ist es dann zu spät…
Die menschenfeindliche Personalpolitik bei der WAZ-Gruppe ist für mich nicht neu, ich habe sie schon vor einigen Jahren am eigenen Leib erfahren. Nach Jahren freier Mitarbeit, in der ich mir für einen der vier Titel nahezu jedes Wochenende um die Ohren geschlagen hatte, ließ man mich nach meiner Bewerbung um ein Volontariat im Essener Assessment Center durchfallen, während andere Bewerber – jünger, mit einem schöneren Lebenslauf – angenommen wurden, ohne einen solchen Test durchlaufen zu müssen und, in einigen Fällen, vor allem auch ohne jegliche journalistische Erfahrung mitzubringen – oder sie in den folgenden beiden Jahren auch nur ansatzweise zu entwickeln. Schließlich mussten das ja nur die Redaktionen vor Ort ausbaden, nicht die Herren an der Spitze. Ich habe dann eben bei der Konkurrenz angeheuert. Die haben mich mit Kusshand genommen. Und die Kollegen mussten sich die Frage gefallen lassen, warum zum Teufel mich nicht abgehalten haben. Da sieht man wie die ticken: Für die Ehre, für die auf einem Pulverfass sitzen zu dürfen, hat man gefälligst echte Lebensperspektiven auszuschlagen.
Dass heute ein Drittel der Redakteure mit einem feuchten Händedruck abgespeist und ihnen die Türe vor der Nase zugemacht werden soll, wundert mich nicht. Um Qualität geht es hier schon lange nicht mehr, ebenso wenig wie im Fernsehen: Hauptsache, das Äußere stimmt. Insofern würde ich gerne mal wissen, was Herr Reich-Ranicki sagen würde, wenn er nach der Umstellung eines der vier Blätter in die Finger bekäme…
@flying kangaroo: Das die Callcenter-Mitarbeiter nicht “seelen- und ahnungslos” sind, können Sie daran erkennen, dass ich hier nicht nur als Leserin sondern auch als Mitarbeiterin in eben diesem Call-Center schreibe.
Wir bekommen sehr wohl mit, was passiert, auch wenn wir uns viele Infos selbst beschaffen müssen. Was meinen Sie eigentlich, mit wem die LeserInnen zuerst sprechen, wenn ihnen auf einmal etliche Seiten “abhanden” gekommen sind oder ihnen die Preiserhöhung auf den Magen schlägt?!
Call-Center-Mitarbeit (wir benutzen übrigens den Terminus Kundenservicecenter) impliziert nicht Dummheit oder gar ein unterjochtes, ausgebeutetes Völkchen. Sie gucken zu viel Fernsehen ^^ Ich arbeite gerne dort und habe lange mit der mangelnden Akzeptanz vieler Abteilungen im Haus zu kämpfen gehabt. Mittlerweile ist “der Ton netter”; vielleicht aber auch, weil man jetzt andere Sorgen hat.
Das wollte ich hier nur einmal klarstellen.
Und ich kann nur wiederholen: Es ist wichtig, dass alle zusammenhalten. Sonst wird das mit dem Widerstand nix.
@Beate Berger: Ich kann Ihre Ausführungen aus Redakteurssicht nur bestätigen: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Kundenservicecenter sind fast durchweg klasse, kein Vergleich zu den Schnarchnasen früher.
Ich bin Leser der WR. Mit Abo. Seit Jahren. Trotz der hohen Kosten.
Was da geschieht, ist Gleichschaltung.
Demnächst gibt also einer in Essen vor, welche politische Haltung die WR vertritt? Welche Haltung wird das wohl sein? Eine CDU-kritische?
Wenn das tatsächlich passiert, bestell ich ab. Endgültig.
Warum ist die Zeitung inzwischen eigentlich wieder auf dem Weg zum Bauernblatt? Eine zeitlang war as wirklich spannend, die WR zu lesen. Jede Menge Themen, die ich nicht schon aus dem TV am Vorabend kannte. War das ein Vorgriff auf den Zusammenschluss?
Wie wäre nur die Reichweitenentwicklung des Westens, wenn die Truppe keine Unsummen für Suchmaschinenmarketing und Affiliate-Programme ausgeben würde? Die Bilanz wäre finster! Schade: Statt auf Journalismus zu setzen, werden sich Unqiue User und Visits mit teurem und nicht refinanzierbarem Marketing-Geld erkauft.
an Leser
Es wäre interessant zu erfahren, wann Sie die WR spannender gefunden haben (so ungefähr bis Ende 2007?) und was Sie damals besonders überzeugt hat.
@yosemite
Ich weiß zwar nicht, was das alles ist, aber eines kann ich dir sagen – ohne die lokalen Zulieferungen ist DerWesten nur nackich. Substanzielles Marketing für die Zeitung wäre besser. Das gilt insbesondere für Marketing im Kindergarten- Grundschul- und SekII-Schulbereich. Aber auch dafür soll – so höre ich – insgesamt zu wenig Geld da sein. Die Prios stimmen einfach nicht mehr.
Damit kein falscher Eindruck entsteht: Wir Onliner wissen genau, wie wertvoll die Arbeit der Lokalredaktionen für DerWesten, für das gesamte Überleben der WAZ-NRW ist. Sowohl für Online First als auch für jegliche Mehrarbeit im Online-Bereich müssen die notwendigen Strukturen geschaffen werden – nicht auf Kosten von Print! Das Verkrüppeln von Lokalredaktionen, die Demoralisierung der gesamten Belegschaft und das katastrophale Kommunikationsverhalten der GGF sind der absolut dümmste Weg dazu. Wer mehr Online will, muss sich das Sparen verkneifen und stattdessen zur Abwechslung mal in die gut gefüllte Kriegskasse greifen.
“Wir Onliner wissen genau, wie wertvoll die Arbeit der Lokalredaktionen für DerWesten, für das gesamte Überleben der WAZ-NRW ist”
Hallooo? Ohne Zeitung, die Leute täglich mit realem Geld bezahlen, gäbe es den virtuellen WAZ-Auftritt überhaupt nicht. Wenn ich aktuelle Infos im Internet will, gehe ich zum Spiegel.
Auf den Westen zu verzichten, wäre nun die geringste aller denkbaren Qualen in meinem Leben.
@nerd
Sorry, aber bei Spiegel online findest Du eben nichts über das Kino in Castrop, den Busunfall in Bergerhausen, das Drachenbootrennen in Duisburg, die Windräder in Witten, Notdienste in Neviges…
Spiegel online ist nur gut als Basis für Welt- und Deutschland-Nachrichten, aber nicht für NRW und Regionales, geschweige denn, für Lokales.
Es ist eben immer ‘ne Frage der Zielgruppe.
Und die erreichst Du nur mit der redaktionellen Arbeitsleistung von Menschen – die aber sollen zum Teil gefeuert werden.
Ich hab noch mal eine Nacht drüber geschlafen und festgestellt: Es ist doch wahr. Es ist kein böser Traum. Wir haben es mit abgezockten Turbo-Kapitalisten zu tun, die unter dem Deckmäntelchen von Zahlen nicht nur Kasse machen wollen, sondern eine ganze Region journalistisch und damit ein Stück Kulturgeschichte des Ruhrgebiets platt machen wollen. Kollegen, wir müssen uns wehren.
@onliner
Wohl gesprochen, aber wie kriegen wir Dick und Doof davon überzeugt?
@onliner
Bevor man über “Content” quasselt, solltet ihr erstmal die technische Grundlage in den Griff kriegen. Ich habe als Ex-WR-Abonnement den Eindruck, derwesten wurde nur erfunden, um die Leute schnellstmöglich wieder an die Print-Ausgabe zu bringen.
Katastrophale Ladezeiten, Applets, die den PC in die Knie zwingen, zig Werbe-PopUps, doppelte und dreifache Artikel der Lokalredaktionen, Abbrüche beim Seitenaufbau, wenn mal mehr als 6 Kommentare auf der Seite sind, undundund…
Diese Probleme existieren seit dem Launch und wenigstens ein Bemühen um Abhilfe ist bis heute nicht zu erkennen. Ihr könnt eure Baustellen ja gern intern als Druckmittel benutzen, aber den Online-Leser habt ihr jetzt schon vergrault.
Also ich bin WAZ- und WR-Leser. Und ich finde. dass es heute schon zu erkennbaren Vermischungen beider Tageszeitungen kommt. Beim Wochenende angefangen, finde ich immer mehr Austausch-Elemente.
Wenn die WAZ und die WR künftig – so habe ich es verstanden – nur Austausch-Teile aus dem Baustein-Kasten eines “Content-Desks” (warum sagt man nicht einfach Nachrichtenzentrale?) für sich aufbereiten und optisch anders darstellen, dann werde ich wohl kaum weiter beide Zeitungen halten.
Wenn es zu den Kündigungen kommt, werde ich übrigens auch kündigen: Beide Abos!
Meiner Frau und mir würde es zwar schwer fallen, zumal es für die beiden Originale im Revier keine Alternativen gibt. Aber das wäre es uns Wert, euren Kampf gegen Verlagsleitung und Chefredaktionen zu unterstützen.
Online ist für uns keine Alternative. Wir lesen im Wintergarten, beim Frühstück und – ja wirklich! – unsere beiden Zeitungen auch auf dem Klo.
Ach so, @Jens Matheuszik
“Das finde ich jetzt wirklich merkwürdig. Ich werde das noch an zwei anderen PCs testen”
Brauchst Du nicht, denn dieses merkwürdige Verhalten mit den nicht mehr “statthaften” Sonderzeichen wie z.B. Leerzeichen im User-Namen (ohne Anmeldung) ist auch mir als normalem User am letzten Wo.ende ebenso sauer mit einem IE7 auf den WR-Lokalseiten aufgestoßen. Das Ganze passierte um Mitternacht zu Montag herum, d.h. vorher war alles Tutti und nachher ging’s nicht mehr.
Irgendwie verstärkt sich mein Eindruck, dass die “Segnungen des Internets” weder von der IT beherrscht noch von den WAZ-Mitarbeitern akzeptiert werden. ‘Ne schicke explosive Masse, egal wie es weitergeht…
August 107,2 Millionen …
Most magazines you most likely will not have everything you’re searching for….
Nein, dass ich das noch erleben muss. Die WAZ war immer entschieden sozial, und jetzt das! Wer tut so was? Geld genug ist doch da, und wenn mal was fehlt, braucht doch nur einer zur Nationalbank oder Westfalenbank zu gehen, die Tresore sind doch voll.
Kollegen,
was gerade passiert: U. R. vernichtet Auflage im Ruhrgebiet, weil er entweder selbst oder durch Adlaten den Lesern sagt “Ihr Globalisierungsverlierer, Eure Armut kotzt uns an.” Hier lebt sich der Schulhofverlierer aus, endlich glaubt er, ganz nah am Puls der Zeit zu sein. Dass über diese Ego-Nummer gewachsene Strukturen zerstört werden und viele tatsächliche Journalisten um ihren Job bangen müssen, ist da nur noch ein Kollateralschaden. Widerlich. Denn der Chef-Red gibt sein Deckmäntelchen für die größte Sparaktion in der Geschiche der NRW-Zeitungen. Und kassiert und moderiert – bei der FDP.
köbes funke: “…braucht doch nur einer zur Nationalbank oder Westfalenbank zu gehen, die Tresore sind doch voll.”
- Vielleicht hat die WAZ in der Finanzkrise ein paar Federn gelassen. Zu riskant angelegt. Und das müssen wir jetzt wieder einsparen.
@Köbes funke:
“Die WAZ war immer entschieden sozial”
Und die Erde ist immer schon eine Scheibe gewesen und Currywurst wurde von Marsbewohnern den Berlinern aufoktroiert…
“Geld genug ist doch da, und wenn mal was fehlt, braucht doch nur einer zur Nationalbank oder Westfalenbank zu gehen, die Tresore sind doch voll.”
Kann es sein, dass verschiedentlich diverse Mitmenschen sich des Eindrucks nicht erwehren können, die ganze Chausse wäre eine Frage des eingelagerten “Goldes”, wie zu Karl-the-Greatest-Zeiten??? Naja, wir “Teutschen”eben…
Wir hätten doch im vorigen Jahrhundert am Besten eine eigene Bank eröffnen sollen. Heute geht es vielen Banken schlecht, und ein großer Teil unseres Geldes ist wohl weg. Und ich hatte so auf Lehman vertraut. War der nicht mal bei uns Chefredakteur?
[...] Portals der WAZ Mediengruppe DerWesten im Lokalen seit dessen Start immer wieder durchaus auch mal mit drastischen Worten kritisiert. Dabei stand naturgemäß die Bochumer Redaktion im Fokus der [...]
Ihr sogenannten Herrn! Wieviel seid ihr bereit abzugeben, um euren Beitrag zur Sanierung zu leisten? Wieviel würdet ihr geben von eurem unverschämt hohen Einkommen, von euren Boni, von eurem Vermögen, das ihr anhäuft, während ihr andere Menschen ins soziale Abseits drängen wollt? Menschen, die für euer Miss-Management bluten sollen?
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Habt ihr schon einmal darüber nachgedacht, dass ihr Schuld tragt an dem sozialen Sprengstoff, der sich in der Republik immer mehr aufhäuft? Wisst ihr, dass ihr eines Tages nicht mehr sicher leben könnt, wenn das so weiter geht? Wenn ihr die Wut der Menschen immer stärker anstachelt?
Im Großraum-Büro warnt der WAZ-Chefredakteur vor dem Lesen dieses Blogs und zieht kräftig drüber her.
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Prima, scheint ja zu wirken…
dieses system hat ohnehin keine zukunft diese diskussionen erscheinen als goldene reiter eines inevitablen untergangs
Zeilenschinder: Er scheint den Blog ja fleißig zu lesen. Sonst könnte er ja nicht vor ihm warnen. Vielleicht braucht er ihn ja auch nicht zu lesen. Er urteilt oft über Dinge, die er nicht kennt!
@Stopp
Der Herr lässt lesen und kommentieren (siehe Robers: Im Namen der Redaktion).
http://www.medienmoral-nrw.de/2008/11/stellungnahme-der-waz-redaktion-zum-umgang-miteinander/
@Hans Plagwitz:
Dazu später (morgen?) was bei mir im Blog…
[...] ich heute mit meinem alten, grünen Opel Astra gen Olsberg gurkte und über die Strategiedebatte der WAZ-Mitarbeiter nachdachte, traf mich der Schlag der [...]