Auch in der heutigen Betriebsversammlung von WAZ und NRZ in Essen sind betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich nicht ausgeschlossen worden. Im Mittelpunkt stand der Sozialplan zur Erörterung, der allerdings Kündigungen vermeiden helfen soll. Zielvorstellung der Geschäftsführung ist nach wie vor, 262 Arbeitsstellen (30 Mio. Euro) abzubauen. Den Sozialplan haben die Geschäftsleitung und die Betriebsräte ausgehandelt. Er beinhaltet:

1. Ausstieg gegen Abfindung. Die Höhe der Abfindung: Pro Jahr der Verlagszugehörigkeit ein Bruttomonatsgehalt (= 13,75 Gehälter geteilt durch 12). Wer noch im Februar seine Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag setzt, dem wird die Abfindungssumme um eine so genannte „Turbo-Prämie“ von 60 Prozent aufgestockt. Auch ein Teilausstieg (dauerhafte Teilzeit) soll gegen Abfindung möglich sein.

2. Altersteilzeit für die Geburtsjahrgänge 1947 bis 1951.

3. Je nachdem, ob die Anzahl der abzubauenden Stellen erreicht wird oder nicht, sollen gegebenenfalls zusätzlich die Jahrgänge 1952 und 1953 in die Altersteilzeit einbezogen werden.

Die individuellen Bedingungen werden in Einzelgesprächen geklärt, die Deutsche Rentenversicherung und die Agentur für Arbeit anbieten.

Offen blieb weitestgehend, wie es redaktionell weitergehen soll. Viele Nachfragen belegten, dass auch die künftige Organisation der Redaktionen eine Entscheidung für oder gegen den (Teil-) Ausstieg erheblich beeinflusst. Dazu soll es möglichst bald eine weitere Betriebsversammlung geben, die dann im Beisein der Chefredaktion stattfinden soll, welche heute durch Abwesenheit glänzte.

121 Kommentare zu “Sozialplan: Ausstieg, Abfindung, Altersteilzeit”

  1. Am Arsch gelecktam 29.01.2009 um 17:42

    Klasse, kommt einem alles so bekannt vor.
    s. Berliner Zeitung, Zeitungsverlag Aachen …
    seltsam: schaut man genauer hin, gibt`’s so manche Parameter:
    Rohloffs, Kirschkes, Hamburger Unternehmensberatung uvm.

  2. lawam 30.01.2009 um 08:10

    Genau so mußte es kommen! Viel “Vertraulichkeit”, Versteckspielen für nix! Die WAZ-Oberen haben die Betriebsräte am langen Arm verhungern lassen. Was sind das für Betriebsräte, die sich so um die Fichte führen ließen? Dafür braucht man nicht wochenlang zu “verhandeln”! Das Ergebnis ist lediglich das, was als Standard von jedem Arbeitsgericht für die Rechtsprechung gilt. Bis auf die “Turboprämie”, von der jedoch das meiste die Steuer wegfrißt. Was in Einzelgesprächen da noch über das normale Gesetzliche zu verhandeln gilt, ist auch klar: Druck ausüben!
    Dies “Null-Ergebnis” weder von der Verlagsleitung noch von der Chefredaktion ( “Ich schaue jedem in die Augen” – bei seiner Entlassung ) in der Info-Veranstaltung kreiert wurde, zeigt die Menschenverachtung dieser Leute.
    Herr Hombach hat ja in mehreren Interviews angekündigt, dass man ohne Kündigungen nicht auskommen wird. Nun haben die Beschäftigten und “ihre” Betriebsräte den schwarzen Peter in der Hand, wenn die in der Personalabteilung schon geschriebenen Kündigungen – so der Reitz-0-Ton – in die Redaktionen flattern . Nun sind es die Damen und Herren Redakteure selber schuld, wenn wenn der Verlag und Herr Reitz zu “anderen” Maßnahmen greifen müssen. Wann wird diese Schreckensherrschaft endlich ein Ende haben? Und die Journalisten-Gewerkschaften schweigen auch fleißig. Das ist verantwortungslos!
    Dass immmer noch nicht ein konkretes Wort zu Redaktionsschließungen gesagt wird – nach drei Monaten – zeigt doch die Taktik der Verlagsbosse: Druck, Druck, Druck und Werichkochen. Wie lange lassen wir uns das eigentlich von Hombach und Co und den Betriebstäten gefallen?

  3. innen - außenam 30.01.2009 um 08:53

    Genau dieses “Verhandlungsergenis” wurde warnend vor Wochen bei der Einrichtung dieses Blogs von Kennern der Vorgehensweise der Verantwortlichen der WAZ-Gruppe prognostoziert und abgeraten, sich vertraulich ins Kämmerlein mit Hombach und Co zu setzen! Nun haben die Betriebsräte und die Mediengewerkschaften den Salat! Und die Beschäftigten sind nun selber schuld ( da sie ja wahrscheinlich das großzügige Verhandlungsergebnis nicht mit Hurra annehmen und freiwillig ausscheiden ), wenn es zu zahlreichen Redaktionsschließungen kommt. Bei entsprechenden Kündigungen natürlich! Angst vor Streik, wenn die Arbeitsplätze gestrichen werden? Kann es noch schlimmer kommen?
    Genau das wollten die WAZ-Verantwortlichen erreichen: Lähmende Angst und Schrecken verbreiten, dank der Vorarbeiter Reitz und Klümper in der Chefredaktion. Keine Solidarität mehr unter den Beschäftigten. Jeder ist sich selbst der Nächste. Und wie in diesem Blog geschrieben steht: Es gibt auch “Verräter” unter den Beschäftigten, die Kollegen in der Chefredaktion desavouieren.
    Und in dieser Atmosphäre soll noch Qualitätszeitung gemacht werden? Wenn jetzt nicht endlich von den Gewerkschaften mit der Faus auf die WAZ-Tisch geschlagen wird – die Betriebsräte und Beschäftigten können oder wollen es ja nicht – war es der Gong zur letzten Runde. Der k.o. für die Redaktionsbelegschaften.

  4. Kajo Döhringam 30.01.2009 um 09:02

    Verärgerung und Enttäuschung sollten den Blick nicht so stark trüben, dass hier das Ergebnis der Verhandlungen und die Arbeit der Betriebsräte mies gemacht werden. Die für den Ausstieg per Abfindung vereinbarten Konditionen liegen ohne den Turbo-Zuschlag mit dem Faktor 1,0 genau doppelt so hoch wie der Standard bei deutschen Arbeitsgerichten.
    Altersteilzeitler erhalten gut 90% des bisherigen Netto-Gehaltes für die halbe Arbeitskraft.
    Die Absenkung der Arbeitszeit wird anteilig mit dem oben dargestellten Faktor abgefunden.
    dass sich niemand gewünscht hätte , über diese Angebote nachdenken zu müssen, steht doch auf einem anderen Blatt.
    Wer ernsthaft behauptet, die Gewerkschaften hätten in den Monaten seit Bekanntwerden der Sparpläne Ende Oktober 2008 geschwiegen, der muss taub sein. Wer uns (hier meldet sich der DJV-Geschäftsführer NRW) deshalb verantwortungsloses Verhalten vorhält, den kann ich bei allem Verständnis für Verbitterung nicht ernst nehmen.
    Die Bösen sitzen woanders und wir sagen das vernehmlich und zeigen mit dem Finger auf sie. Da Unternehmer auch grobe Fehler machen und auf falsche Berater hören dürfen, müssen die Betriebsräte ihre Kraft mit unserer Unterstützung darauf richten, den Schaden zu begrenzen. Das gelingt ihnen bislang gut und das verdient die Unterstützung aus den Belegschaften.
    Wer gestern auf der Zeche Zollverein dabei war hat erfahren, dass das dort auch so gesehen und gehandhabt wird.
    Nur so sind auch die noch laufenden Gespräche zur künftigen Struktur der Redaktionen positiv zu beeeinflussen.

  5. Kommentaram 30.01.2009 um 13:29

    Das ist ja alles schön und gut. Trotzdem sollte man sich nicht täuschen lassen. Die zunächst hoch erscheinende Abfindung hilft auch nicht darüber hinweg, wenn es keinen neuen Arbeitsplatz in Branche gibt. Alle Verlage jammern auf höchstem Niveau und stellen keine Journalisten ein, sondern bauen noch ab. Und von 100.000 Euro bleiben nach Abzug von Steuern, SV und Soli eh nur noch die Hälfte übrig.
    Da hilft auch nicht die Turbo-”Abwrackprämie” für Journalisten weiter.
    Kollegen, die dauerhaft in Teilzeit gehen wollen, sollten sich dies genau durchrechnen. Das Problem: Reicht der jetzige Abbau der WAZ-GF nicht aus, sind sie die Dummen. Für die Ermittlung des Arbeitslosengeldes gilt das Durchnittsgehalt der letzten 12 Monate und bei Teilzeit ist das bekanntlich niedriger. Im Klartext: dann gibt es eben nur noch ALG I für den Teilzeitjob. warum wurde keine befristete Teilzeit, z.B. für 2 Jahre vereinbart, wenn es der armen, armen WAZ-Gruppe wieder besser geht? Die Kollegen, die jetzt auf Geld verzichten, haben keine Beschäftigungsgarantie.
    Hier geht es nicht um Qualitätsverbesserung durch Newsdesk und Branding, sondern um den Kahlschlag von vier Zeitungen.
    Die Verlierer sind die Journalisten und die Leser.

  6. paulchenam 30.01.2009 um 15:41

    Leute, hört endlich auf, immer nur drauf zu kloppen. Wir alten Dinos müssen überlegen,wie wir jungen Kollegen vor diesem vertrackten Hintergrund eine Existenz sichern helfen können. Ich habe eine entsprechende Entscheidung getroffen, warum denken beispielsweise Kollegen über 60 nicht über das Abfindungsangebot nach und machen Platz. Warum kleben so viele auch meiner Generation an diesen nunmehr absolut reizlosen Redaktionsstühlen, nachdem doch unsere Arbeit längst nicht mehr das ist, was sie einmal war? Ich bin Redakteur mit Leib und Seele, weil ich meine Aufgabe als unbestechliches Kontrollorgan über Jahrzehnte verdammt ernst genommen habe – jetzt kommt nur noch weichgespülter Verrat an unseren Aufgaben und am Leser.
    Leute, kratzt die Kurve, solange Ihr Euch noch in die Augen schauen könnt! Unsere jungen Kollegen habe es schon schwer genug. Uns alte Säcke erwartet verdammt viel Lebensqualität. Mehr als jetzt.

  7. Eineram 30.01.2009 um 18:06

    Ich bin vom Alter her in der Mitte. Mir graut vor der Zeitung von morgen und übermorgen.
    Natürlich verstehen sich hier auch jetzt schon die wenigsten Journalisten als Hüter der Demokratie.
    Aber was, bitteschön, wird denn in den Kommunen ablaufen, wenn sich gar keiner (mangels Platz und Personal) mehr um Politik und die Sorgen der Leser kümmert und nur noch austauschbare Lifestyle-Geschichten für alle Lokalteile gemacht werden.
    Ich habe ein Kind. Mir ist die Qualität der Schulen und Kindergärten nicht egal. Was ist mit Studiengebühren den Auswirkungen des demografischen Wandels? Shon mal überlegt, was eure Häuser in 20 Jahren noch wert sind?
    Eine tolle Geschichte für die Lokalseite 1 und der Rest austauschbar und belanglos?
    Dann wird es in NRW bald so aussehen wie im Osten vor der Wende.

  8. Tenrixam 30.01.2009 um 19:18

    Fast 100 Tage gibt es das Blog MedienMoral, einst aufgelegt, um die Kündigung von nahezu 300 Redakteuren und die Schließung von Lokalredaktionen zu verhindern.
    .
    Geschildert wurden persönliche Betroffenheit und Ungerechtigkeit des WAZ-Konzerns. Es wurde verzagt und geschimpft. Einige Protestaufrufe gab es, selten auch mögliche Ausblicke wie BLiB-Eintext, um den dramatischen Auflagenverlust des WAZ-Konzerns abzuwenden.
    .
    Jetzt steht es fest: Viele Lokalredaktionen werden in NRW als Standortfaktor geschlossen. Das ist ein weiterer Impuls für die Segregation in der BRD als PiSo D.
    .
    Wieder einmal wurde deutlich: Durch eine Blog lässt sich Widerstand gegen verwerfliche Historische Trends nicht organisieren. Diese Erfahrung hat der Vorläufer des Kulturhauptstadtteil-Bloggings (homberg.blog.de, fast 30.000 Seitenaufrufe im Monat) vor Jahren gemacht und daraus entstand der Vorschlag der Mediation in den Medien.
    .
    Die Entwicklung für eine größtmöglich-anzunehmende Zukunft von NRW (GAZ NRW) – und genau das zeigt das Blog MedienMoral – heißt strukturierte Mediation, sonst öffnet sich die Region für die Makrofauna und die Lokalredaktion für den 1-€-Jobber.
    .
    In Frankreich wird gerade die Zwangsverpflichtung im Gesundheitswesen geplant. Dieses Modell lässt sich einfach auf andere Berufsstände ausdehnen. REITZ 2 (WAZ): Der Anfang von GAZ NRW – die Zwangsverpflichtung für Lokalredaktionen in Meschede und Winterberg.

  9. Tenrixam 30.01.2009 um 19:23

    Die berufsständigen Vereinigungen von Redakteuren, Lehrern, Polizisten, Ärzten und Richtern, in denen der Protest schon lang und heftiger schwelt, müssen ihre Kräfte solidarisch vereinigen. Ich fordere die Köpfe der Verbände auf, zueinander Kontakt zu suchen.

  10. Tenrixam 30.01.2009 um 19:29

    Ich bin Mao und Marx in einem. Huldigt mir.

  11. Nikoam 30.01.2009 um 19:40

    @paulchen: “Warum denken beispielsweise Kollegen über 60 nicht über das Abfindungsangebot nach und machen Platz?” Abfindungen gibt es doch erst ab Jahrgang 1952 und jünger. Oder bin ich da falsch informiert? Den Dinos bleibt demnach nur die Altersteilzeit, oder?

  12. Tenrixam 30.01.2009 um 19:48

    http://www.wazlesen.de/

    „Das WAZ-Meinungsforum macht Pause“ – Was am 10. Aug. 2007 als gewisse Hoffnung startet, hat sich als REITZ 2 (WAZ) selektiv im Wettbewerb um die Zukunft selbst begrenzt.
    .
    Sprechen wir über Segregation: ‘Gerechtigkeit als historischer Weg einer Nation.’ In den nordrheinischen und westfälischen Favelas lauern die zukünftigen Lokalredakteure von Oberbayern.

  13. Zoomam 30.01.2009 um 20:26

    Liebe Kolleginnen und Kollegen.
    Raus aus der Gosse. Ruhr goes gossip. Ich bin an der Quelle.

  14. Tenrixam 30.01.2009 um 20:50

    Homöopathie für gekündigte WAZ-Redakteure.
    Zoom sitzt an der Ruhr-Quelle. Seine Lokalredaktion in Winterberg wird vom WAZ-Konzern geschlossen. Vielleicht pinkelt er mal richtig in die Quelle des Ruhr-Streams, damit sich ein Wunder seiner journalistischen D10-konzentierten Homöopathie im Ruhrgebiet verbreitet.

  15. Klaus Mülleram 30.01.2009 um 21:26

    Nach so viel Spam mal wieder was Ernstes:

    1.) Wenn ich aufhören könnte, würde ich es sofort machen. Journalismus unter dem Oberkommando von Uli R. und Willi K. ist kein Zuckerschlecken. Kein Dank dafür, dass die mir jeden Spass an meinem Beruf genommen haben.
    Ich gucke morgens nur noch notgedrungen in die Sch(waz). Und auf Seite 2 wird mir meist speiübel, wenn der geniale Content Uli und seine Speichellecker wieder Hofberichterstattung für den Arbeiterführer Rüttgers machen.

    2.) Natürlich gibt es auf Wunsch für ältere Jahrgänge auch Abfindungen, nur gelten andere Regeln.

    3.) Die zu schließenden Redaktionen sind doch schon längst bekannt. Bei der WAZ trifft’s den Duisburger und Oberhausener Lokal-Sport, dafür werden die NRZ-Lokalteile Duisburg, Mülheim und Oberhausen gleichgeschaltet. Was das westliche und südliche Westfalen angeht: Too many too mention…

    4.) Wie ich höre, sollen die Fotografen jetzt nicht mehr ganz gefeuert, sondern nur in eine neue Gesellschaft ausgegliedert werden.

    5.) Die Regio-Desks kommen auf jeden Fall. Weil der Verlag nicht so viel Lizenzgebühren für Layout-Stationen bezahlen will, die eine Produktion vor Ort ermöglichen würden.

    6.) Ich finde auch, dass sich der ausgehandelte Sozialplan sehen lassen kann, aber jetzt brauchen unsere Verhandler unsere volle Unterstützung, damit sie auch in den offenen Strukturfragen noch was rausholen können.

  16. Klarstellungam 30.01.2009 um 22:58

    Liebe Kollegen,

    der Spammer hat nun begonnen unter meiner Identität unter Angabe meiner Webadresse (sogar mit Verweis auf einen Eintrag zu schreiben (heute um 20:26). Es muss für den Website-Betreiber ein Leichtes sein, dies anhand der IP zu überprüfen. Um mich zu schützen, werde ich selbst nicht mehr in diesem Blog schreiben. Ich möchte den Betreiber bitten, den angesprochenen Beitrag zu löschen.

    Danke

  17. Dr. Faustam 31.01.2009 um 12:02

    echt traurig, dass man den Typen weiter so gewähren lässt. Freie Meinungsäußerung ist natürlich unantastbar, der Beitrag von Klarstellung aber zeigt, dass der Typ nun klar die Grenzen überschreitet. Nix konstruktives, aber hier ständig die Kollegen lächerlich machen.

    Im übrigen fand’ ich heute die Panoramaseite zu Ehren von “haju” echt schwach! Er hätte zum Ruhestand echt mehr verdient gehabt, vor allem textlich! Es erübrigt sich zu erwähnen, wer wohl Autor dieses Textes war…. :-)

    Schönes Wochenende!

  18. Hans Lassmannam 31.01.2009 um 13:11

    @dr.Faust
    Aber immerhin kann man sich den Tag rot im Kalender anstreichen: Ulli R. hat erstmals seit Jahren wieder einen Artikel geschrieben. Wenn ich sein Zeilengeld mal ausrechne… – oder einfacher: One man – on page a year.

    @Kajo Döhring
    Du hast Recht, was den rein finanziellen Aspekt des Sozialplans angeht – aber die Folgen für die WAZ nach der Turbo-Prämie, die noch offenen Fragen was mit den Fotografen passiert und die Kritik am Kommunikations-Stil einiger BR-Mitglieder belasten das gute Verhandlungsergebnis sicherlich noch lange Zeit.

    Ich finde, dass eine Arbeitsplatzgarantie für die Resttruppe zwingend mitverhandelt werden muss.

  19. Hans Lassmannam 31.01.2009 um 13:21

    @Klaus Müller
    Die Regio-Desks sind so, wie sie geplant wurden, potemkinsche Dörfer. Sie bringen in der Form gar nix, weil sie Zwischenebenen sind, die redaktionelles Personal binden und gut ausgebildete Redakteure zu Layoutern degradieren. Wenn, dann sollte an den Regiodesks inhaltlich Zeitung gemacht werden. Sie müssten über mehr Kompetenzen verfügen. Das ginge aber nur, wenn man die angekoppelten Lokalredaktionen zu Satelliten machen würde und die Blatt-Entscheider in die Regio-Desks packte.
    Dann fiele zwar die einer oder andere Lokalchef-Stelle weg, aber das wäre dann der konsequente Umbau zum Editor-Reporter-System. Der kommt ohnehin. Ich vermute, dass die nächste frei werdene Lokalchefstelle einer kleinen Redaktion dann nicht mehr besetzt wird, der Chef dann automatisch der Regio-Deskchef werden könnte – und wie in anderen Verlagen schon üblich – der R6-Redaktionsleiter dann in den Satelliten noch R5er-Stellvertreter zu sitzen hat.

    Abgesehen davon: Regio-Desks, in denen Redakteure 15 Seiten layouten und B- und C-Meldungen schreiben und das Chaos überblicken sollen, dürfen schon allein wegen der Hektik und des Giga-Stresses keine normalen Arbeitsplätze sein. Die wären vergleichbar mit hochstressigen Fluglotsen-Arbeitsplätzen. Daher sollte dort die 30 Stunden-/4-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich gefahren werden, Renteneintritt ab 60 ohne abzüge. Denn unter den geplanten Umständen hält das kein Mensch lange aus. Denkt mal dran, wie viele Producer jetzt schon platt sind…..

  20. Stoppam 01.02.2009 um 11:27

    Nochmals für alle und zum Mitschreiben: Es handelt sich um 55 Bildredakteure, nicht um Fotografen. Es sind Redakteure nach dem Tarifvertrag, deren Aufgabengebiete in den letzten Jahren immens ausgeweitet wurden. Dass sie in einer eigenen Firma “untergebracht” werden sollen, ist ein Skandal, denn bis zum Absenken der Gehälter ist es nicht mehr weit. Hier wird der Tarifvertrag torpediert. So beginnt bei der WAZ-Gruppe der Ausstieg aus den Tarifverträgen. Siehe Volontäre, siehe MSG-Redakteure. Im übrigen ist es bezeichnend, dass der abwertende Fotografen-Begriff der Fa. Schickler schon so unüberlegt übernommen wird. Es war doch ein Hohn in der Informationsveranstaltung, dass Schickler erklärte, dass man bei den vielen bisher untersuchten deutschen Tageszeitungen nie einem Bildredakteur begegnet sei, also gebe es bei der WAZ auch keine. Da fehlte nur noch das “Basta”! Und das akzeptieren die Betriebsräte? Unfassbar!

  21. Quovadisam 01.02.2009 um 15:39

    Offener Brief

    Liebe Geschäftsführer, Chefredakteure, Redakteure und Community-Manager des Westens (und anderer Internetportale),

    ich bin die E-Mail in eurer Mailbox, die Stimme an eurem Ohr und die Tinte unter dem Vertrag für freie Autoren. Ihr kennt mich nicht, denn ihr wollt mich nicht kennen, ihr wisst nichts über mich, denn ihr wollt nichts wissen. Solange ihr mich nicht kennt und nichts von mir wisst, als das, was ihr zu kennen glaubt und zu wissen meint, solange könnt ihr euch weiter in euren aerodynamischen Bürostühlen zurück lehnen, den Kaffee trinken, den ihr kostenlos zur Verfügung gestellt bekommt und die Füße auf die Heizung legen, deren Wärme euch nichts kostet.

    Ich schreibe euch aus meinem Büro, das aus einem Schreibtisch und einem wackligen Drehstuhl besteht, die im kalten Schlafzimmer stehen. Wir heizen nur das Kinderzimmer, denn wir müssen den Strom dafür ebenso selbst bezahlen wie die Miete, das Telefon, das Handy, den Computer, Stifte und Papier, heißes Wasser und Kaffeepulver. Dabei kommt es selten vor, dass ich am Schreibtisch sitze, die Hälfte der 60-70 Stunden, die ich pro Woche arbeite, verbringe ich mit Recherche und damit, das von mir Geschriebene an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Ich habe keinen, der mich vermarktet, der meine Steuererklärung erstellt oder meine Themen sucht, ich sitze allein vor meinem Laptop, von dem aus ich euch meine Artikel schicke, die ihr mir wie verabredet abkauft – oder auch nicht.

    Im Durchschnitt verdiene ich damit ca. 1000 bis 1500 Euro im Monat. Meine Frau verdient mit ihrem Job als freie Fotografin etwa noch einmal so viel dazu. Nach Abzug der Steuern bleiben uns im Schnitt 2100 Euro im Monat. Ich führe ein Guthabenkonto, wir haben keine Schulden, wir zahlen nichts auf Raten ab, borgen kein Geld von Bekannten und kommen mit dem aus, was wir verdienen. Da die Fixkosten leider ständig steigen, die Honorare jedoch nicht, bleibt mir immer weniger, das ich fürs tägliche Leben ausgeben kann. Meinen letzten Urlaub habe ich während des Studiums verbracht. Für Essen gehen, Theater, Konzerte, Bücher, Filme, CDs, Kino oder fürs Schwimmbad ist einfach kein Geld da. Wir kochen zuhause und nehmen uns Brote mit, treffen uns mit Freunden im Park und gehen joggen statt in den Fitnessclub.

    Für unsere enge Drei-Zimmer-Wohnung in einem 60-er-Jahre-Hochhaus in einer Großstadt zahlen wir 730 Euro, fast ein Viertel davon sind Nebenkosten. Dazu kommen 80 Euro für Strom, 50 Euro für Telefon und Internet, 40 Euro für die beiden 9 Jahre alten Handys, die wir vor allem beruflich nutzen, 350 Euro für Versicherungen (KFZ, Berufsunfähigkeit, Rente). Auch unsere Kranken- und Pflegeversicherung in Höhe von 380 Euro müssen wir als Freiberufler selbst bezahlen. Meine Frau und ich teilen uns ein Auto, einen 13 Jahre alten Fiat Cinquecento, den ich mir während des Studiums gekauft habe, die Mehrzahl unserer Möbel und technischen Geräte stammt ebenfalls aus dieser Zeit.

    Vor drei Jahren betrugen die monatlichen Fixkosten noch 1200 Euro, inzwischen sind die Miete, die Versicherungsbeiträge und Stromkosten ständig gestiegen und heute sind es 1500 Euro. Bei durchschnittlich 2100 Euro Einkommen im Monat bleibt uns immer weniger zum Leben, geschweige denn zum Sparen. 500 bis 600 Euro für drei Personen sind nicht viel, wenn man davon Essen und Trinken, Kindergarten, Benzin, Kleidung, Schuhe, Friseur, Reparaturen, Drogerieartikel, Praxisgebühren und alles andere, was so anfällt bezahlen muss. Werden Geschäftsreisen nötig, übernachten wir im Auto, in Jugendherbergen oder bei Freunden, wir verzichten auf Urlaub, Kino, Zoobesuche, Schwimmbad, Haustiere, Ausflüge und Restaurantbesuche ebenso wie auf eine moderne Garderobe und aufwendige Feiern und Geschenke zu Weihnachten oder an Geburtstagen.

    Wenn neidisch sein bedeutet, sich etwas zu wünschen, was andere haben, ja, dann bin ich neidisch auf euch. Neidisch auf alle fest angestellten Kollegen, die zwischen 4000 und 6000 Euro pro Monat verdienen, die ein 13. Monatsgehalt und Urlaubsgeld bekommen, denen der Verlag die Hälfte ihrer Sozialabgaben zahlt plus Essensmarken für die Kantine und Tickets fürs Parkhaus und die auch dann weiter bezahlt werden, wenn sie krank sind und deren Partner Gymnasiallehrer, Unternehmensberater, Ärzte und Apotheker sind, die über ein hohes, sicheres Gehalt verfügen.

    Bitte missversteht mich nicht. Ich missgönne euch das alles nicht. Wir möchten es nur auch gern haben.

    Ich darf mir das aber auf keinen Fall anmerken lassen, meinen Neid nicht und meinen Zorn nicht über euer Unverständnis und die Art, wie ihr es als selbstverständlich hinnehmen, dass euer Arbeitgeber mir für einen Artikel, in den ich eine Woche harte Arbeit gesteckt habe, gerade mal 88 Euro zahlt, um ihn dann zusätzlich online zu veröffentlichen oder für ein Mehrfaches an ein Werbeblatt eines namhaften Unternehmens zu verkaufen – ohne dass ich auch nur einen Cent davon sehe. Ich darf auch nicht empört oder zurückweisend reagieren, wenn ich von euch gefragt werde, kostenlos zwei oder drei Beiträge für ein Blog zu schreiben, kostenlos ein Interview mit mir führen zu lassen oder kostenlos ein Podcast oder Video zu erstellen, denn Ruhm und Ehre sind doch Belohnung genug für diese Art Ausbeutung, die ihr anscheinend tatsächlich für die Wertschätzung haltet, als die ihr sie mir verkauft. Ich darf auch nicht telefonisch nachfragen oder gar Mahnungen verschicken, wenn das vereinbarte Honorar nach viereinhalb Monaten noch immer nicht auf meinem Konto eingegangen ist, weil sich bei euch nur eine Person vier Stunden in der Woche um die Buchhaltung kümmert, die die freien Autoren betrifft.

    Ich darf nie böse werden, ich darf mir nie anmerken lassen, wie sehr ich auf das Geld angewiesen bin, ich darf keine Rückmeldungen einfordern für abgelieferte Artikel oder erwarten, dass ihr mich rechtzeitig über wichtige Dinge informiert – oder von euch aus an mich denkt, wenn ihr einen Auftrag rausgebt.

    Täte ich es doch, wäre ich meine Aufträge schnell los, denn hinter mir stehen hundert andere, die es noch nötiger haben als ich, die vielleicht noch schneller sind, noch billiger, noch entgegenkommender. Das sind nicht nur andere freie Journalisten wie ich, das sind auch Lehrer, Professoren, Schiedsrichter, Profisportler und andere Leute mit festem Job und gutem Einkommen. Leute, die auf das Geld nicht angewiesen sind und aus Spaß an der Freude Artikel und Fotos und Blogbeiträge abliefern, aus Eitelkeit oder um die eigene Karriere voranzutreiben. Meine Artikel gehören zu den Besten, einige sind preisgekrönt, doch das nutzt mir nicht viel, denn das sind andere auch: im Print und Online steht den Verlagen ein scheinbar unerschöpflicher Pool äußerst preiswerter Mitarbeiter zur Verfügung, das wisst ihr sehr gut und das nutzt ihr Tag für Tag für eure Arbeit aus.

    Wenn euch also nun Angst erfasst vor dem was kommt, wenn etliche von euch entlassen werden sollen, dann besinnt ihr euch plötzlich auf mich. Dann sollen wir euch zur Seite stehen und uns mit euch solidarisch zeigen.

    Nein, es freut mich nicht, denn dann werdet ihr mir zusätzlich zum Heer der anderen im Nacken sitzen und nein, ich wünsche euch nicht die Verhältnisse in denen ich lebe. Ihr werdet dann nämlich noch jahrelang nicht dort sein, wo ich schon bin, denn ihr habt Häuser und Eigentumswohnungen, Geldanlagen, neue Autos, schicke Möbel, Markenkleidung. Ihr werdet weich fallen. Es mag falsch sein, aber manchmal wünsche ich mir, damit ihr endlich versteht, wie es uns geht. Damit ihr nicht nur fordert, dass wir für euch kämpfen, sondern damit ihr auch für uns kämpft. Damit es uns allen gut geht. Oder zumindest besser. Dafür waren Gewerkschaften doch mal gedacht, oder?

    Kollegiale Grüße…

  22. Tenrixam 01.02.2009 um 20:18

    REITZ 2 (WAZ) – Das Ende des Leserbriefs (in Winterberg)

    http://jakobswege.wordpress.com/2009/02/01/reitz-2-waz-%e2%80%93-das-ende-des-leserbriefs/

  23. reitzisreilam 02.02.2009 um 00:38

    @Quovadis: Danke! (Auch wenn’s weh tut, wenn man in die Fresse bekommt.)

  24. horoskopam 02.02.2009 um 12:57

    @quovadis
    vielen Dank für den Einblick – lese als Ärztin berufsfachfremd aber interessiert in diesem blog. Nur ein Kommentar zu “unbefristeten Stellen” – auch bei Klinikärzten ist eine Befristung seit Jahrzehnten üblich – von 3 Monatsstellen bis zu wenigen Jahren. Ich selbst arbeite als sehr spezialisierte Fachärztin an einer Uni und habe Jahresverträge, und das schon seit fast 15 Jahren. Vielleicht muss man sich grundsätzlich von der Illusion unbefristeter, scheinbar sicherer Arbeitsverträge verabschieden. Kündigungen gibts auch bei Daueranstellung. Und der Lebensqualitäts tut eine Befristung keinen Abbruch. Bevor es Aufschreie gibt, ich habe keinen festangestellten Großverdiener an meiner Seite :-)

  25. alleswasrechtistam 02.02.2009 um 15:56

    Soweit mir bekannt ist, dürfen nur zwei befristete Arbeitsverträge nacheinander abgeschlossen werden.

  26. Frank Biermannam 02.02.2009 um 16:55

    @quovadis et altera
    Unter medienlese.com, wo der Text ebenfalls erschienen ist, hat sich eine rege Diskussion zu dem Text von quovadis entfaltet
    http://medienlese.com/2009/02/01/offener-brief-vom-neid-auf-die-festangestellten/
    wer sich noch eingehender mit dem Thema Bezahlung von freien Mitarbeitern in den Zeitungsbetrieben im allgemein und in der WAZ-Mediengruppe im besonderen befassen will, derl kann dies hier tun.
    http://mmm.verdi.de/archiv/2008/04/kolumne/qualitaet_zu_fairen_preisen
    mit freundlichen Grüßen, Frank Biemann

  27. Zeilenschinderhannesam 02.02.2009 um 18:47

    Rege Diskussion stimmt, aber ohne dass sich jemand von der WAZ bzw. vom Westen dazu äußern würde. Das läßt tief blicken.

  28. zeilenschinderam 02.02.2009 um 20:02

    Vorsicht mit Namensspielen, mein lieber Vorredner, ich bin da a) wesentlich empfindlicher und b) wesentlich schlagkräftiger als zoom, wenn es um Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch Missbrauch von Künstlernamen oder Nicks geht. Mein Pseudonym ist für die Forenbetreiber durch eine stets gleiche, von Anfang an hinterlegte Email-Adresse leicht zu verifizieren (nein, natürlich nicht die mit …@nrzwaswpwr.de ;) ), und ich bin sofort und sehr gerne bereit, demjenigen heftige Schwierigkeiten auch rechtlicher Art zu machen, der meinen Nick auch nur ansatzweise missbraucht.
    .
    Also, das Sozialpaket ist akzeptabel, und wer es sich leisten will und/oder kann, der sollte sich das, aus guten Gründen möglichst in Februar, überlegen. Dass ein Sozialplan bei diesem Unternehmen eine Schande an sich ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Dass Schwerbehinderte 20 Prozent mehr Abfindung bekommen ist einerseits gut für diesen Personenkreis, andererseits eine Unverschämtheit – es zeigt, wie gerne man diese Kolleg(inn)en doch möglichst los werden will.
    .
    Wir sollten nun die BR unterstützen, denn der nächste Teil der Verhandlungen dürfte durchaus problematischer werden. Wie man hört, geht es auch nur sehr zäh weiter. Am Dienstag soll wohl Neues zu den RegioDesks besprochen werden. Auch über die Mann/Frau-Stärke der Redaktionen soll es Neues geben.
    .
    Warum ich überhaupt noch in dieses von einem mutmaßlich bezahlten Spalter zugespammte Blog schreibe, ist, dass mich Quovadis unsäglich genervt hat mit seinem Eintrag. Dieses Schüren von Sozialneid ist schon fast impertinent, zumal wenn der Schuldige nicht etwa beim Großkapital gesucht wird, dass ihn klein hält, auf seinen prall gefüllten Geldsäcken sitzt und sie nach Vietnam schickt, sondern bei den fest angestellten Redakteuren.
    .
    Also, mein lieber Quovadis, wenn du uns unsere Festanstellung mit allem Drum und Dran neidest, hättest du dich um eine solche bemühen sollen, als die Zeiten noch rosig waren. Oder bist du einer von denen, die damals müde lächelnd auf die Volontäre herabgeschaut haben, die sich für ein paar Euro fuffzig krumm gelegt haben, als sich so mancher Freie einen Porsche und dicke Töne leistete? Dochdochdoch, das mit dem Porsche fahrenden Freien ist keine Erfindung. Oder bist du einer von denen, die sich beim letzten Streik eine goldene Nase verdient haben, als wir auf der Straße standen und vom Streikgeld lebten? Sonderlich solidarisch klingst du mir jedenfalls nicht.
    .
    Und nun mal Klartext, mein Lieber: Wenn du 1000 bis 1500 Euro pro Monat verdienst und für 730 Euro Miete wohnst, dann wohnst du zu teuer. Eine alte Karre zu fahren ist keine Schande, das tue ich auch. Wenn du nach einer Woche Arbeit 88 Euro einnimmst, dann machst du was falsch. Entweder stimmt deine Arbeit nicht, oder du hast den falschen Job. Wenn du nach viereinhalb Monaten dein Geld noch nicht hast, dann kannst du dich gegenüber deinen Auftraggebern nicht durchsetzen und bist bis in alle Ewigkeit ein williges Opfer für Ausbeutung jedweder Art. Natürlich kann man die Klappe aufmachen, ohne dass es einem schadet. Also hör auf, uns dein Leid zu klagen, uns wegen unserer Festanstellung anzuklagen und geh in die Gewerkschaft, es gibt ja sogar zwei zur Auswahl. Vor allem – überprüfe deine Ausgaben.
    .
    Boah, wie mich so was nervt…

  29. Tenrixam 02.02.2009 um 21:27

    Reitz 2 (WAZ) – Das Ende von weiteren Lokalredaktionen droht.
    .
    https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/online/online;jsessionid=584173B571F2F56DAF0DF894171B2535.worker3?sequenz=statistiken&selectionname=12711
    .
    So die neusten Daten vom 31.01.2009 über die Wanderungsstatistik NRW. Der Turbo-Neo-Journalismus des Chefredakteurs Ulrich Reitz (WAZ) vertreibt Leser und Einwohner im WAZ-Land: “Die Jungen gehen, die Alten kommen!”
    .
    Dem siechenden Standortfaktor folgt die Makrofauna in Winterberg: Erst wird die Lokalredaktion geschlossen. Dann geht der Hausarzt, zuletzt kommt der Wolf. Doch vorher kann sich Bad Berleburg, Olpe und Winterberg über den Wiesent freuen. Direkt rechts neben der Ruhrquelle, wo der Luchs schon heimisch ist.

  30. Zeilenschwindleram 02.02.2009 um 21:52

    @Zeilenschwindler
    > Warum ich überhaupt noch in dieses von einem mutmaßlich
    > bezahlten Spalter zugespammte Blog schreibe, ist, dass mich
    > Quovadis unsäglich genervt hat mit seinem Eintrag.
    .
    Das Konzept http://abo-sharing.blog.de kommt von Tenrix: “Cure the Ruhr!” Zeilenschinder prägt den Reviergeist. – Husch, auf einmal sind alle weg – die Leser und Bürger. Die journalistischen Systemstabilisierer als Segregationstreiber.

  31. Zeilenschwindleram 02.02.2009 um 22:19

    Es könnte jetzt auf Zeilenschinder bezogen gemeint werden, seine Kommentarfolge ließe sich mühelos in ein Schema nach Kübler-Ross einfügen. Doch damit ist dem Standortfaktor NRW und Winterberg nicht gedient. Wichtig war der Beitrag von Quovadis, dessen Wehklagen gerade unter einem REITZ 2 noch lauter werden wird. Was nun, so richtet sich eine Frage an die PiSo D Journis im WAZ-Land. Weiter homöopathischen Journalismus verbreiten, bei dem in einem Akt der maximalen Selbstentleibung in die Quelle des Ruhrstreams gepickelt wirs?

  32. ehemalige verdianeram 02.02.2009 um 22:48

    http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3134.html

    http://turi-2.blog.de/2009/01/29/video2-fruehkapitalismus-freien-5469333/

    NEHMT den Mächtigen die MACHT
    Wählt keine “Volksparteien.
    UND wählt blos keine Gewerkschafter
    in den Bundestag oder Landtag.

    Jahrenlang haben engagierte Freie von ver.di (IG-Medien) und DJV an die “Kollegen” in den Redaktionen appeliert, sich für Freie stark zu machen. Viele Freie empfinden es nun als eine große Genugtuung, dass auch durch die Gier der Verleger, gerade die Speichellecker-Lokalredakteure überflüssig werden. Für die gibts
    ja immerhin einen “Sozialplan, Abfindungen, Altersteilzeit” .

    Weder DJV und schon gar nicht die Gewerkschaft ver.di haben sich für Freie stark gemacht. Schwerfällig haben sie die völlig überbezahlten Redakteure gehätschelt und geeiert um sich mit Mitgliedsbeiträgen die Taschen voll zu stopfen.
    Den Lokalzeitungen laufen zu Recht die Käufer und Leser weg. Warum sollen sie für zuviel Müll und langweiliger Mist Geld ausgeben? Das Zeitungssterben ist kein Verlust sondern eine Chance für den Wald.

  33. Hans Plagwitzam 02.02.2009 um 23:04

    Kann denn keiner der Betreiber dieses Blog vor dem Untergang retten und die Schwindler, Tenrixe und andere Troll-Kommentatoren ausschließen?

  34. Blattkritikam 03.02.2009 um 08:36

    @zeilenschinder
    Sicher ist der Sozialplan anerkennswert. Aber ich vermisse immer noch die Lösung für die Frage der Bildredakteure. Dort scheint der BR ein Süppchen unter Ausschluss der Öffentlichkeit köcheln zu wollen. So geht das nicht, finde ich. Da die Bildredakteure, die ja auch zum Teil Schreiber sind, voll in die Redaktionen integriert sind, ist es grob fahrlässig, sie gesondert zu betrachten und “auszulisten”.
    .
    Was die Regio Desks angeht, kann ich nur davor warnen, solche Einheiten zu schaffen, ohne vorher ganz klar zu definieren, welche Aufgaben sie haben und wie die Strukturen/Kompetenzen sind. So wie sie jetzt ausgerichtet werden sollen, haben sie mit Journalismus nichts zu tun. Die Kollegen, die in diesen Riesen-Hamsterrädern arbeiten, Striche ziehen und Meldungen kloppen werden, kann man nur bedauern, wenn keine intelligentere Lösung gefunden wird. Die werden Klümper und Reitz aber bestimmt nicht alleine hinbekommen – bei ihrer Distanz zur Praxis…..

  35. ...und Tschüsam 03.02.2009 um 09:51

    “Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
    an keinem wie an einer Heimat hängen,
    der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
    er will uns Stuf’ um Stufe heben, weiten!
    Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
    und traulich eingewohnt,
    so droht Erschlaffen!
    Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
    mag lähmender Gewohnheit sich entraffen.”

    (H. Hesse)

  36. zeilenschinderam 03.02.2009 um 09:55

    Da ich kein Interesse daran habe, hier mit meinem Nick als Schwindler verunglimpft zu werden, melde ich mich aus der Diskussion ab. Wenn das Ausschließen der Spammer und Spalter nicht erwünscht ist, dann müssen eben die anderen gehen.

    Sollte jemand hier unter meinem Nick posten, gilt das eingangs in meinem vorletzten Eintrag Gesagte.

  37. Peteram 03.02.2009 um 10:21

    @zeilenschinder
    .
    1. Es ist schade, dass Du dich jetzt von irgendwelchen Spammern so manipulieren lässt. Deine (echten) Beiträge kann man Dir ja doch dem Inhalt nach zuordnen, deshalb musst Du Dir keine Sorgen machen.
    .
    2. Auch wenn’s Dich ärgert: Dein Nick ist kein eingetragenes Warenzeichen, Du hast keinen rechtlichen Anspruch darauf, ihn allein zu benutzen. Wenn es hier 100 Peters gibt, dann muss ich auch damit leben. Und wenn bei der WAZ 900 Leute arbeiten, die Zeilen schinden, musst Du damit leben.
    .
    3. Das mit der IP-Adresse und dem Anwalt schminke Dir ab, das ruft höchstens ein müdes Lächeln hervor. Die persönlichen Daten dazu werden nur bei Straftaten auf richterliche Anordnung hin herausgerückt, und das ist gut so. Außerdem kann man, wenn man ein entsprechendes Prog benutzt, unter jeder Menge anonymer IP-Adressen schreiben.
    .
    In diesem Sinne: Schreib’ weiter! Was allein zählt, ist Deine Meinung. Den Blödsinn der Klone sortieren intelligente Leser schon aus.
    .
    Viele Grüße, Peter (1 von x Millionen)

  38. The artist formerly known as Zeilenschinderhannesam 03.02.2009 um 12:59

    Ich habe den Nick spontan gewählt ohne zu wissen, dass ich hier jemandem auf den Schlips trete. Sorry. Bin schon weg.

  39. Medienmoralam 03.02.2009 um 13:33

    @ehemalige verdianer
    Es ist richtig, dass sich die Journalistengewerkschaften für die Interessen der festangestellten Kolleginnen und Kollegen einsetzen. Dass sie sich aber deswegen nicht für Freie “stark machen” würden, ist schlicht falsch.
    Beide Gewerkschaften haben umfangreiche Beratungsangebote für die Freien. Beispielhaft will ich hier einmal das Beratungsportal von ver.di
    http://mediafon.net/
    nennen und das Mentoring-Programm des DJV-NRW
    http://djv-nrw.de
    Zudem geben sie ihren Mitgliedern Rechtsschutz.
    Außerdem sind sie dabei in einem wahren, sich schon über Jahre hinziehenden Verhandlungsmarathon Vergütungsregeln für die Freien an Tageszeitungen mit den Zeitungsverlegern auszuhandeln. Diese sollten spürbare Einkommensverbesserungen für die Freien bringen, wenn sie einmal Realität werden.
    Weitere Informationen dazu findet ihr hier
    http://www.dju-nrw.de/archiv/download/freibrief60.pdf
    mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw,de

  40. Tenrixam 03.02.2009 um 21:08

    REITZ 2 (WAZ) – Der Aufstand der Hölle
    http://jakobswege.wordpress.com/2009/02/03/reitz-2-waz-%e2%80%93-der-aufstand-der-holle/

  41. Tenrixam 03.02.2009 um 21:25

    > Kann denn keiner der Betreiber dieses Blog vor dem Untergang
    > retten und die Schwindler, Tenrixe und andere Troll-
    > Kommentatoren ausschließen?
    .
    @ Hi, Hans Plagwitz.
    Es sieht so aus, als hätten wir einen Konflikt. Der Ausweg: Bitte nenne Deine Interessen. Meine habe ich genannt. Und dann gucken wir, ob ich Dich weiter in der Tageszeitung lese. Nicht als Abonnent, sondern als Leser. Ich möchte, dass Du so schreibst, damit die Region voran kommt. Das bisherige Zeilengeschinde von Mietfingern hat die Region dahin gebracht, wo wir sind. Winterberg, Hochsauerlandkreis und NRW in Weicheihaft.

  42. Hans Plagwitzam 04.02.2009 um 08:21

    @Zeilenschinder
    Du bist vermutlich in den letzten Tagen, als die Sekretärinnen mit den Inventurlisten durch die Redaktion eilten, auch in der Spalte “altes Inventar” abgehakt worden. Da dürfte Dir doch inzwischen eine ziemlich dicke Haut gewachsen sein.
    Also lass Dich nicht von drolligen Trollen aus dem backoffice beeindrucken und komme zurück, wenn sich hier wirklich wieder etwas bewegt.
    Übrigens bin ich mir nicht sicher, ob ich mit meinem Nick nicht auch auf dünnem Eis wandle. Es ist, wenn der echte Träger des falschen Namens hier mitlesen sollte, nur eine Verbeugung vor dem großartigen Journalisten, der sich hinter H.P. versteckte.
    Mit welch spitzen Fingern er wohl die zur RP (Reitz-Postille) mutierte WAZ aus dem Briefkasten fischt?

  43. solidarischam 04.02.2009 um 08:34

    Dem echten Zeilenschinder empfehle ich mal den Beitrag aus der letzten ZAPP-Sendung über die Ausbeutung der Freien durch die Verlage

    http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/zapp3134.html

    Ich kenne keine Porsche-fahrenden Freien, nur einige wenige, die sich über Jahre einen Namen gemacht haben als “Edelfedern”, denen es besser geht als Kollegen wie Quovadis. Ich finde es beschämend wie der Kollege Zeilenschinder sich über den Kollegen erhebt. Immer dran denken: Als Festangestellter kann man schneller in der Situation von Quovadis sein, als man denkt.
    Die Honoraretats der WAZ-Zeitungen sollen noch mal um ca. 50 Prozent gekürzt werden, wurde bereits angekündigt. Prima, dann werden noch mehr Kollegen auf dem Zahnfleisch gehen.
    Nicht vergessen, 60 Prozent der Mitglieder der beiden Gewerkschaften sind inzwischen Freie.
    Man sollte eben nicht auf einem Auge blind sein, sondern die Kollegen auch als Festangestellter unterstützen und durch Aufträge, ordentliches Honorar und pünktliche Zahlung unterstützen. Aber auch die Freien sollten die angestellten Redakteure unterstützen und nicht etwa Streikbrecherarbeiten machen. Solidarität und Verständnis gelten für beide Seiten.
    Übrigens bin ich nicht Freie, sondern fest angestellt.

  44. Aja Lenzam 04.02.2009 um 14:37

    Da geht Quovadis auf Zeilenschinder los und umgekehrt. In vielen Zuschriften kann man schon erkennen, dass das Kalkül der WAZ-Geschäftsleitung Wirkung zeigt: Spaltung zwischen den Alten und den Jungen, zwischen den Festangestellten und Freien, den Neuen und den schon länger Beschäftigten, den Lokalredakteuren untereinander, den Bildredakteuren und den Redakteuren… Das kann es doch nicht sein, KollegInnen.
    Es wäre fatal, wenn sich jetzt die ganze Diskussion nur noch um den Sozialplan drehen würde. Damit wäre genau das erreicht, was die Konzernleitung will: jeder für sich rechnet und rechnet und rechnet… und jeder gegen jeden rechnet er seinen Sozialstatus aus
    Ich möchte hier auch meinem Gewerkschaftskollegen Kajo Döring widersprechen: es geht nicht darum, dass die WAZ auf falsche Berater gehört hat und dass es jetzt nur noch darauf ankäme, den Schaden zu begrenzen. Vom Standpunkt der Profitinteressen der WAZ macht die Umstrukturierung der Redaktionen Sinn. Aber nicht vom Standpunkt der Beschäftigten bzw. der Freien und auch nicht der Leser der WAZ und NRZ und anderer Zeitungen der Mediengruppe. Und wenn wir uns auf die Schadensbegrenzung beschränken, heißt das, dass wir die Entlassungen hinnehmen.
    Fakt ist: Die Massenentlassungen bei der WAZ sind nicht vom Tisch. Im Gegenteil. Die WAZ Konzernleitung hält eisern an der Vernichtung von 262 Arbeitsplätzen unter den Redakteuren fest. Dazu ist ihr nicht nur jedes Mittel recht, sondern sie lässt sich das auch einiges kosten, damit das reibungslos über die Bühne gehen soll.
    Genau darum geht es jetzt: Soll der Kampf gegen die Massenentlassungen bei der WAZ aufgenommen und geführt werden, oder sollen sich die Beschäftigten kampflos dem Diktat des WAZ-Konzerns beugen.
    Als Gewerkschaftsmitglied und stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende vom Fachbereich Medien, Kunst und Industrie stehe ich dafür ein, den Kampf gegen Massenentlassungen aufzunehmen. Und ich werde die Kollegen, die sich für den Weg des Kampfes entscheiden, unterstützen.

  45. Tenrixam 04.02.2009 um 19:26

    REITZ 2 (WAZ) – Kein Ende des Madenwerks.

    http://jakobswege.wordpress.com/2009/02/04/reitz-2-waz-%e2%80%93-kein-ende-des-madenwerks/

  46. Mike Martinam 04.02.2009 um 21:44

    seit Monaten stöbere ich hier mehr oder weniger regelmäßig herum und finde den Blog und den überwiegend sachlichen Austausch wirklich gelungen. Die nervenden Trolle sollte man eigentlich links liegen lassen, sie dienen absolut nicht der Sache. Aber ich will mal eine andere Frage in die Runde werfen und auch an die Macher von Medienmoral: Wie “safe” wird die Geschichte hier eigentlich angesehen??? Wenn ich lese, wie zum Teil die Akteure auf der “anderen Seite” angeschossen werden und was sich ein -berechtigter- Zorn auf den Mann aus Düsseldorf entlädt, dann möchte ich nur hoffen, dass die Anonymität stets gewahrt bleibt und diese Geschichte hier nicht versucht wird, auszuspähen bzw. zu hacken.

    Was bei Deutsche Bahn und Telekom in letzter Zeit gang und gäbe war, halte ich mittlerweile leider überall für möglich und sollte dem WAZ-Mann nur billig sein. Daher meine Frage, wie safe können wir uns wirklich noch fühlen??? Gerade der Angesprochene, der -Zitat- “vom Tuten und Blasen keine Ahnung hat”, hätte ein gesteigertes Interesse, einige Damen- und Herrschaften hier mit dem Kopf nach unten aus dem Fenster zu halten und sie zu den 261 “Überbleibseln” mit Freude dazu zu gesellen. Wie gesagt Leute, soll keine Verschwörungstheorie sein. Doch in den Zeiten, wo wir trotz aller Gesetze übelst aufgezeigt bekommen, was alles Unfassbare in diesem Rechtsstaat von Wirtschaftsseite her unternommen wird, ist das Hinweis, ob hier wirklich so locker flockig vom Zaum gebrochen werden kann, was und wer uns alles ank…..

  47. PeDoam 05.02.2009 um 00:19

    Warum demonstriert eigentlich kein Leser?

  48. waz-Mannam 05.02.2009 um 12:29

    @Anja Lenz
    Kann mich Deinen Ausführungen nur anschließen. Alles dreht sich nur noch um die sozialverträgliche Massenentlassung, die der Verlag nur aus Provitstreben durchsetzen will. Mich hat es schon in der ersten “Betriebsversammlung” gestört, dass Betriebsrat und Gewerkschaften sofort mit “Abwicklungsspezialisten” anrückten und ein Sozialplan in den Mittelpunkt aller Bemühungen stellte. Damit die geplante Massenentlassung akzeptierte. Niemand , niemand hinterfragte die vom Verlag geforderte 30 Mio. Euro Einsparsumme. Die in Prozenten angegeben Verluste der einzelnen Titel wurden sofort geschluckt. Alle journalistischen Rechercheregeln wurden außer Kraft gesetzt. Alle Verlagsangaben wurden so einfach geglaubt. Von Gegenwehr keine Spur. Wichtige gewerkschaftlichen
    Protestinstrumente schlichtweg auch vergessen.
    Nun hat der Verlag viel Geld in die Hand genommen, um über 250 Redakteure auf die Straße zu setzen. Sozialverträglich versteht sich. Bis zu 250 000 Euro kann die Abfindung pro Person betragen!!! Nun spukt in den Köpfen der Kolleginnen und Kollegen fast nur noch das Pekuniäre. Ganz im Sinne des Verlages, der sein Tageszeitungskerngeschäft nur noch mit einem Minimalaufwand betreiben will. Guter Journalismus ist ihm doch sch. . . egal wie nach der dpa-Abbestellung die zahlreichen Plagiatbespiele in der Zwischenzeit zeigen. Jetzt noch an Gegenwehr zu denken, ist zu spät.
    Der WAZ-Konzern hat gehandelt wie andere Unternehmen auch. Gibt es wirtschaftliche Engpässe muß das Personal sofort dran glauben. Dann wird man weiter sehen. Wäre man bei den WAZ -Oberen an einer zukunftsträchtigen Lösung interessiert gewesen, hätte man erst eine neue “Redaktionskonstruktion”, sogar mit Synergieeffekten, gesucht und dann das Personal danach ausgerichtet. Daran war man jedoch nicht interessiert. Eine Radikallösung mußte her, koste es, was es wolle. Das zukunftsträchtige Zeitungsmachen spielte keine Rolle. Pressevielfalt erst recht nicht. Dass die Fa. Schickler dann eine Reißbrettlösung weit entfernt von jeder Redaktionsrealität auf Bestellung ablieferte, war nur konsequent.
    Hier hätten Betriebsräte und Gewerkschaften ansetzen müssen und sofort gegen die Neukonstruktion mit allen Mitteln vorgehen. Gegenwehr fast null. So hat man dem Verlag in die Hände gearbeitet und sofort für die vorgesehene Massenentlassung einen Sozialplan in Angriff genommen. Jetzt noch an echte Gegenwehr zu denken, ist zwecklos.

  49. Zeilenschindleram 06.02.2009 um 21:44

    MedienMoral. Das ist hier nur die Spitze des Eisbergs/Systemausstiegs von NRW. Jetzt wird die WP-Lokalredaktion Winterberg geschlossen und der Lokalredakteur Zoom wird Stress bekommen, wie er seine kreditbeladene Datscha weiter finanziert.
    REITZ 2 (WAZ) ist die realexistierende NRW-Projektion des Deutschen Städtetages 2005 bei MedienMoral und ihren teilnehmenden Mietfingern. Warum zieht ihr Tageszeitungsschreiber Euer Surrogat-Schicksal nicht an der Stadt Winterberg, ihrer Lokalredaktion und Zoom berichterstattend fest? Macht doch Winterberg (HSK) und Zoom zum WAZ-Märtyrer!

  50. tagelöhneram 07.02.2009 um 18:34

    Eigentlich hatte ich ja die Faxen dicke, komme auch hier nur noch sporadisch vorbei.
    Aber hier werden gerade die richtigen Fragen gestellt: Warum hat denn kein WAZ-Mediengruppen-KollegIn mal die 30 Mio in Frage gestellt? Seit Monaten herrscht Schweigen, nicht weil die Gewerkschaften nicht gewollt hätten. Aber die Betriebsräte haben nicht gewollt. Weil sie nämlich ihre KollegInnen besser kennen: Denn die wollten nicht auf die Straße, sich die Hände schmutzig machen für ihre Arbeitsplätze. Das ist Fakt. Da hilft alles jammern nicht.
    @wazmann Wenn Du bei den Betriebsversammlung dabei warst, warum bist Du nicht aufgestanden und hast Reitz etc. diese Fragen gestellt? Hat Dich jemand daran gehindert? Oder hast Du nur wie die meisten WAZ-KollegInnen Schiss inne Buxe? Es wäre an der Zeit das mal ehrlich und zumindest hier mal teilöffentlich zuzugeben.

  51. fiftyruhram 07.02.2009 um 18:55

    Ich denke auch, die Gewerkschaften standen bereit und wären sehr gern – mit Blick auf Arbeitsplätze, Lokalausgaben und Medienvielfalt – jede Gangart der Betroffenen mitgegangen (und hatten ja einige Aktionen angeboten). Aber auch die früher so kampferprobten Gruppen-Gäule lahmen wohl leider, wenn es um die eigenen Ställe geht.
    Kein Vorwurf, nur eine Feststellung.

  52. Peteram 07.02.2009 um 19:21

    @tagelöhner “Warum hat denn kein WAZ-Mediengruppen-KollegIn mal die 30 Mio in Frage gestellt?”
    .
    Weil nicht jede Kollegin, jeder Kollege die 30 Mio selbst nachprüfen kann. Weil die WAZ-Mediengruppe, und dies ist ein echtes Novum, erstmals Zahlen offen gelegt hat (was sie nicht gebraucht hätte). Weil die Betriebsräte diese Zahlen durch einen Experten haben prüfen lassen. Weil die Auflagenverluste, wie jeder leicht nachsehen kann (http://www.ivw.de), tatsächlich heftig sind. Weil eine Zeitung immer auch ein Wirtschaftsbetrieb ist. Weil Betriebsräte besonderen Kündigungsschutz genießen, den Kollege Schiss-inne-Buxe nicht hat. Weil Kollege Schiss-inne-Buxe oft Frau und Kinder, aber auch nur diesen einen Arbeitsplatz hat. Weil es meistens besser ist, im kleineren Kreis sachlich zu verhandeln, als im Plenum die Diskussion eskalieren zu lassen und die Fronten zu verhärten. Weil die Alternative die Schließung einer ganzen Zeitung war. Weil nicht wenige angesichts dieser Option mit dem bisher auf dem Verhandlungsweg Erreichten zwar nicht unglaublich zufrieden sind, aber doch noch irgendwie damit leben können. Weil es in Deutschland sehr viele Unternehmen (auch Zeitungen!) gibt, die ihre Mitarbeiter in einer solchen Lage deutlich schlechter behandeln als die WAZ-Mediengruppe.
    .
    Noch weitere Fragen? Dass im Rahmen der ganzen Angelegenheit ein Chefredakteur sich und seine Zeitung mehrmals bis zur völligen Unerträglichkeit blamiert hat, steht auf einem anderen Blatt.

  53. Lokalscheffam 08.02.2009 um 23:40

    Der Exodus hat begonnen. Es sind, wie ich es beurteilen kann, gute Leute, die gehen. Die flexiblen, die bereits eine neue Perspektive haben, einen neuen Job. Die, denen nicht bange ist. Das war zu erwarten, nun geschieht es. Wer kann, sucht anderswo sein Heil. Welch ein Ausverkauf an journalistischer Kompetenz. Mit dem Rest machen wir jetzt Qualitätszeitung.

  54. Der kleine Hobbitam 09.02.2009 um 20:02

    Jetzt ist amtlich: Bei der WP werden die Redaktionen Soest, Werl, Warstein, Schwelm, Gevelsberg, Ennepetal und Siegen dicht gemacht. Gegenüber den ersten Plänen ist zudem die Zahl der Stellen, die gestrichen werden. noch einmal deutlich auf 50 (8 davon im Mantel) gestiegen. Es scheint ziemlich sicher, dass auf WAZ-Ebene mehr als die bisherigen 260 Stellen über die Klinge gehen. Intern wird bereits mit über 300 spekuliert. Und ein Konzept, wie man damit umgeht; was zum Beispiel mit den Kollegen aus Redaktionen passiert, die geschlossen werden, ist weit und breit nicht in Sicht.

  55. Ausgezapptam 09.02.2009 um 20:15

    Ja, die WP-Redaktionen werden geschlossen. Nachdem wochen- ja monatelang die Hoffnung geschürt wurde, dass es doch nicht so schlimm kommen wird. Die Redakteure haben Konzepte erarbeitet und vorgelegt, der Betriebsrat hat Vorschläge unterbreitet – und wofür? Damit nun doch zugemacht wird. (Was wahrscheinlich von Anfang an eh klar war. Aber es sieht ja besser aus, wenn sich erst alle bemühen, das zu verhindern, was wohl gar nicht zu verhindern war.)

    Und dann hat die Chefredaktion noch nicht mal den Schneid, es ihren Mitarbeitern vor Ort selbst mitzuteilen. Nein, in großer Runde wird es unter den Lokalchefs in Hagen verkündet, die wiederum die Hiobsbotschaften weiter geben müssen.

    Und genau Zeitpläne gibt es wieder einmal nicht. Alternativen oder Perspektiven erst recht nicht. Die Redakteure sitzen nun an ihrem Schreibtisch, produzieren ihre Ausgabe von morgen, ohne zu wissen, ob das nun die letzte war.. oder ob morgen Schluss ist… oder übermorgen… Das Ende kommt, das ist seit heute klar. Aber wann? Und was dann?

  56. Adam Rieseam 09.02.2009 um 22:12

    @der kleine hobbit
    @ausgezappt
    wenn Eure Informationen stimmen und ich richtig rechne, was ja wohl der Fall sein sollte, dann verlieren ja mehr als ein Drittel der jetzt noch laut waz-mediengruppe.de bei der Westfalenpost beschäftigten 130 Redakteurinnen und Redakteure ihren Job und ein knappes Drittel der jetzt noch 23 Lokalredaktionen wird geschlossen.
    Da hat die WAZ-Axt aber heftigst zugeschlagen!

  57. Dr. Faustam 09.02.2009 um 23:28

    So da sehen wir also was die Sprüche dieser GGF wert sind-NIX!!! Welch ein infames Spiel der Hinhaltetaktik,den BR’s eigene Vorschläge zuzugestehen,die dann -obwohl besser und durchdachter als dieser Schickler-Mist- eiskalt für die Tonne produziert wurden. Damit ist klar,dass die Lokalberichterstattung immer mehr vor die Wand gefahren wird denn beginnend mit diesen Schließungen wird sich die Abwärtsspirale noch schneller drehen,aber das ist anscheinend so gewollt. Soest und Umgebung plötzlich komplett WAZ-frei? Das bedeutet ja auch den totalen Cut bei Anzeigenberatern und Geschäftsstellen. Und auch die Politiker werden sich allerorts brüskiert fühlen, dass da hinter wiederum Anzeigenumsätze schlummern.die damit verloren gehen,interessiert die kurzfristig denkenden Rechenkünstler nicht. Das sich die WAZ aus zwei Kreisstädten und einer Universitätsstadt mit großer Bedeutung für das Siegerland zurückzieht,ist medienstrategisch nicht zu entschuldigen. Hombach und Nienhaus sollten endlich auf die Leser hören, die den aalglatten, überregionalen Reitz-Kram nicht lesen wollen, der von einer Art “Ruhri-FAZ” träumt. Dazu kommt dann bald noch, dass sich nur noch wenige Premium-Anzeigenkunden in die Tageszeitung verirren dürfen und die kleinen Klecker-Anzeigenkunden in die Anzeigenblätter verschoben werden, wo Frau Hilbert bald Vollgas geben wird mit einem Konzept,der die jetzige gute Situation der Anzeigenblätter noch übertrifft. Beschämend wie abgew… die BR’s an der Nase herumgeführt wurden. So was lernt man wirklich nur im Politikbetrieb. Von wegen,man lässt sich von dem BR-Konzept positiv beeinflussen. Mann, was kocht bei mir die Wut, es wurde solange rumgegurrt, das man nachher durch zahlreiche Finessen ohnmächtig den Existus erleben darf und nichts mehr tun kann. Und das kann es nicht sein. Ab sofort sollten an den Redaktionen schöne Transparente hängen “bald dürfen wir nicht mehr über Sie und Ihre Stadt berichten, die WAZ-Axt hat zugeschlagen”

  58. Samam 09.02.2009 um 23:33

    @ Kleiner Hobbit: Gibt’s auch Neuigkeiten zur WR?

  59. Dr. Faustam 10.02.2009 um 08:27

    ist es eigentlich purer Zufall oder volle Absicht, dass auch gerade zwei WP-Redaktionen geschlossen werden, wo engagierte WP-Betriebsräte sitzen????

  60. Ein Leser aus dem Kreis Soestam 10.02.2009 um 11:09

    Hallo,

    jetzt werden doch alle Redaktionen im Kreis zu gemacht? Es hieß doch erst, dass nur Werl geschlossen wird und dort 7,8 Stellen eingespart werden…

    Wie soll das denn abgewickelt werden? Bekommen wir dann alle die WP nur noch mit Hochsauerland-Themen? Oder gibt es morgens plötzlich keine Zeitung mehr?

    Gruss aus dem Kreis Soest

  61. Fritz Meckeram 10.02.2009 um 12:11

    Die WR- Redaktionen in Meschede, Arnsberg, Olpe und Hagen werden geschlossen. Die Redakteure haben die Möglichkeit sich für die neu geschaffene Sonderseitenredaktion zu bewerben, die den Lokalredaktionen die Erstellung der Sonderseiten abnimmt.

  62. Neroam 10.02.2009 um 15:08

    @Fritz Mecker
    Woher stammt diese Information? Ist das ein Gerücht oder gesichert?

  63. Nemoam 10.02.2009 um 15:40

    Angeblich soll die WR-Redaktion Siegen jetzt auch dichtgemacht werden. Weiß jemand mehr dazu?

  64. Bastaam 10.02.2009 um 19:24

    Moment mal! Haben Sie, Herr Hombach, nicht erklärt: “Die Aufgabe eines Standortes wäre ein Versagen aller, ein Rückzug verlegerisch falsch.”??? Doch, Sie haben. Nachzulesen unter http://www.derwesten.de/blogs/mediengruppe/stories/4370/ vom 11.12.2008. Oder ist es den anderen Verantwortlichen inzwischen egal, was Sie als einer der Gruppen-Geschäftsführer sagen oder gesagt haben? Oder ist es eine Aufgabe des Standpunktes – Ihres Standpunktes? Dann wäre es Ihr Versagen – und geschäftsführender Fehler. Denn Verleger sind Sie nicht.

  65. xxxam 10.02.2009 um 20:23

    Wer schon so weit ist, dass er sagt, bestimmte Redationen werden geschlossen, dann wird das nicht mehr zurückgenommen.

  66. Jetzt aberam 10.02.2009 um 22:31

    Das Ziel ist klar: Angst schüren, damit so viele wie möglich bis zum Monatsende unterscheiben.
    Streik ist nicht erlaubt. Wollen wir warten, bis wir daheim im Wohnzimmer mit dem Brief vom Verlag in der Hand sitzen?
    Wenn nicht jetzt, wann dann?
    Und ich rede jetzt nicht von denen, die sich rauskaufen lassen, sondern von denen, die in drei, vier Jahren ihren Job verlieren werden.
    Wo ist die Gewerkschaft? Auf die Straße. Alle! Solange wir noch zusammen sind! Gibt es hier einen, der in irgendeiner Handlung des Verlages noch Sinn sieht?
    Übermorgen brauchen wir alle nur noch Arbeitsberater bei der Arge.

  67. Dr. Faustam 10.02.2009 um 23:27

    wäre auch dafür, dass die “Elefanten-Runde” am Donnerstag mit den teuren Schickler-Amateuren mit einigen “Begleiterscheinungen” vor dem WAZ-Haus garniert würden. Man sollte schon zeigen, was 300 Redakteure davon halten, dass hier alles zerdeppert wird, man aber andererseits noch in der Weltgeschichte auf üppige Einkaufstour gehen kann. Dagegen wäre nichts einzuwenden zur weiteren Sicherung der WAZ Mediengruppe, wenn nicht dieser rabiate Kahlschlag im Ruhrgebiet wäre, der die Zeitungen keinesfalls dorthin führen wird, wo die GGF + Reitz sie gerne hätten. Das wird eher ein schlimmeres Trauerspiel werden, in dem massenhaft die Abonnenten flüchten und auch die Anzeigenerlöse bei solch unzumutbaren Umfängen weiter einbreche werden. Mir ist es eigentlich zuwider so pessimistisch daher zu blicken, aber das Konzept von Herrn Reitz lässt mir keine andere Wahl; jede Redaktionsschließung wird uns übel aufstoßen und das sogenannte Branding sit für die Leser einfach unzumutbar.

  68. xxxam 10.02.2009 um 23:59

    Was sollen wir noch bewirken? ich weiß, Resegnation ist fehl am Platz, aber kann man den Kollegen vorwerfen, die Abfindung zu nehmen und zu gehen. Wer rechnet das denn nicht für sich durch. Es tut einem einfach im Herzen weh, wenn man sieht wie die Lebensplanung der Kollegen von heute auf morgen dahin sind.

  69. Erdgeistam 11.02.2009 um 00:23

    Nun, Dr. Faust, der Donnerstag: Dort strömt die Menge zu dem Bösen; Da muss sich manches Rätsel lösen. Jaja, aber doch mindestens drei Monate zu spät. Aus, aus und vorbei. Mir wird von alledem so dumm,als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum.

  70. downunderam 11.02.2009 um 10:27

    @Fritz Mecker: Bei den WR-Schließungen hast du Bad Berleburg geschlossen. Meines Wissens bleibt die WR-Redaktion Hagen aber (bis auf den Lokalsport) und in Arnsberg sollte nach den Schickler-Plänen mit kleiner Besetzung “gebrandet” werden.
    Aber momentan scheint wohl niemand zu wissen, was überhaupt wird. In Essen wird völlig kopf- und konzeptlos gehandelt.
    Und dazu die fiese Masche, mit den Schicksalen von Kollegen Roulette zu spielen anstatt ein vernünftiges und tragfähiges Konzept zu erarbeiten.
    Es ist der Anfang vom Ende der WAZ in NRW.

  71. downunderam 11.02.2009 um 10:28

    Soll natürlich heißen:
    Bei den WR-Schließungen hast du Bad Berleburg vergessen!

  72. Der kleine Hobbitam 11.02.2009 um 11:17

    Eines dürfte doch inzwischen klar sein: Von Beginn hat man in Essen nur ein Ziel gekannt: 300 Stellen streichen und zahlreiche Redaktionen dicht machen. All die halbherzigen Versuche, den Chefredakteuren, Betriebsräten und letztlich auch den Kollegen so etwas wie Handlungsspielraum vorzugaukeln, sind doch nur Scheingefechte gewesen. Den wackeren Betriebsrat hat man unterdessen mit Verhandlungen um den Sozialplan aufgerieben und ihm mit Malte Hinz auch noch um einen seiner führenden Köpfe beraubt. Dabei standen die Sozialplan-Ergebnisse doch schon vorher fest; die hat doch Nienhaus von Springer mitgebracht. Diese gesamte Taktik ist in jedem Fall überaus erfolgreich gewesen: Ohne großen Aufschrei und wirklichen Gegendruck haben die Medienfürsten ihr Ziel erreicht. Verlierer sind die Leser und alle Kollegen, die sich durch den Goldenen Handschlag den Abschied nicht versüßen lassen können und noch gar nicht wissen, was auf sie Zukunft. Denn in dieser allgegenwärtigen Konzeptlosigkeit sollte man nicht darauf hoffen, dass den über 100 Kollegen, deren Redaktionen dichtgemacht werden, adäquate Alternativ-Arbeitsplätze angeboten werden. Für den Großteil von ihnen kommt das böse Erwachen erst nocht, wenn sie spüren, dass sie ihre familiäre Lebensplanung in die Tonne kloppen können. Aber das interessiert doch schon längst kein Schwein mehr. Vielleicht schaffen wir es irgendwann in schlaue Nachschlagewerke, wie man eine vielköpfige Belegschaft paralisiert und dafür sorgt, dass sie sich schweigend in ihr Schicksal fügt. Das immerhin haben die hohen Herren hinter ihren protzigen Schreibtischen ganz hervoragend hinbekommen. Hut ab vor den Herren Hombach, Nienhaus und ihren Reitz-Figuren.

  73. ver.di-Mitgliedam 11.02.2009 um 11:26

    Kolleginnen und Kollegen “Redakteure” jammert nicht geht auf die Straße, schafft Öffentlichkeit!!!

  74. Typometeram 11.02.2009 um 11:39

    Ich kann nur allen Kollegen gratulieren, die es mit Abwrackprämie oder Altersteilzeit schaffen, das sinkende Schiff zu verlassen. Denn der Untergang der WAZ-Titanic ist vorprogrammiert: Die nächsten Eisberge liegen schon direkt vor dem Bug. Mit der Liste der Grausamkeiten wird es vielleicht rein rechnerisch gelingen, die angestrebten 20 Mille einzusparen. Aber diese Berechnungen sind auf Grundlage des Ist-Zustandes im Sommer gemacht worden. Wenn es aber stimmt, was hier im Forum mit den Schließungen der Redaktionen von Siegen etc. bei der WP passiert, dann reden wr über eine Auflage von über 15 000 die den Bach runtergeht; hinzu kommt noch der Anzeigenmarkt, der dort nicht mehr existent ist. Rechnet man das auf alle vier Titel hoch, verbrennen wire eine Auflage von 60 000 bis 80 000. Darin sind die Leser, die sich mit Grauen von der neuen WAZ und ihrer Untertitel abwenden werden, noch nicht eingerechnet. Das heißt es werden über 16 Millionen Euro an ABO-Erlösen künftig fehlen. Da muss man nicht viel Phantasie haben, um sich auszumalen, wie Bodo H. in ein, zwei Jahren in einem mittleren Bahnhofskino – die Lichtburg ist dann ja zu groß – mit sonoriger Stimme von schweren Zeiten sprechen wird, die Maßnahmen erfordern, de schmerzen werden. Und REitz wird aufstehen und sagen: Ich als Christenmensch werde jedem zum Abschied in die Augen sehen. Nur Kohle wird es für diesen Abschied nicht mehr geben; die ist nämlich bis dahin verbrannt worden.

  75. Aja Lenzam 11.02.2009 um 13:25

    Gestern war in Essen ein erfolgreicher Kampftag. Ich war bei den Kollegen von EDS (Electronic Data Systems – Hewlett Packard), die einen Warnstreik zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze geführt haben. Das war kein Beerdigungsmarsch, sondern ein Auftakt für weitere Streikmaßnahmen.
    Warum soll das bei der WAZ nicht möglich sein?
    Eine Versammlung vor dem Verlagsgebäude – als gemeinsame Pause – wäre ein Anfang. Ihr wärt mit Sicherheit nicht alleine, sondern würdet Unterstützung erhalten.

  76. uscham 12.02.2009 um 09:32

    Leute, in Warstein hat das mit dem dicht Machen der WR angefangen und wird jetzt konsequent fortgesetzt. Aber: Das alles jetzt nur darauf reduzieren, dass die da oben ihre goldenen Wasserhähne behalten wollen, das wäre etwas zu einfach.

    Wer über Jahre denkt, dass ein fester Arbeitsvertrag einen davon entbindet, sich über die Standortsicherheit persönliche Gedanken zu machen, der muss sich über die kalte Dusche jetzt nicht wundern.

    Mich berührt jedes persönliche Schicksal tief und ich kann es gut nachvollziehen, aber ich habe mich die 10 Jahre meiner Selbständigkeit mehr als einmal gefragt, warum ich als freier dreimal so viel arbeiten muss wie die fest angestellten Kollegen und das für die Hälfte des Lohnes.

    Auch dafür hat sich niemals jemand interessiert…

    Auch für das Schließen der Redaktionen im Kreis Soest wird sich niemand interessieren. Ich will hier “Feste” und “Freie” nicht auseinander dividieren – aber die neue Situation wird Kollegialität auf ein Niveau der Augenhöhe bringen. Vielleicht können wir jetzt mal wieder miteinander reden.

    Grüße usch

  77. bodoam 12.02.2009 um 09:54

    Du sprichst das nächste Problem indirekt an: Was machen denn die ganzen FReien in den Bereichen, in denen sich ein Titel zurückzieht und der andere mit zusammengestrichenem Honoratopf auskommen muss??

    Nun ja: Es gibt weniger Seiten, da passt der Topf für den Rest. Bloß die Freien, die (auch) davon leben, haben einen Absatzkanal weniger.

    Und es geht weiter: Wenn sich die WAZ aus einem Bereich zurückzieht, wie es für den Kreis Soest diskutiert wird, brauch man doch kein Hellseher sein, dass auch Ippen die Schrauben nun anziehen wird. Warum sieben Seiten Lokales, wenn es auch drei tun? Konkurrenz wäre dann nicht mehr da.

    Kollegialität auf Augenhöhe ist in diesem Fall wirklich wichtig. Und zwar von allen – für die Redakteure, die Freien – und nicht zuletzt für “unsere” Leser.

  78. Zeilenschindleram 13.02.2009 um 21:59

    NRW, das ist mir zu doof.
    NRW, das ist mir zu doof, das meinen immer mehr Leistungsträger und verlassen den PiSo-D-Standort NRW. Jetzt plant eine der einst größten Regionalzeitungen der BRD viele Lokalredaktionen in benachteiligten Städten wie Winterberg oder Soest zu schließen.
    .
    Zum Standort NRW wird vom Deutschen Städtetag 2005 angenommen, dass er einer Entwicklung der Neuen Bundesländer folgt.
    .
    50 Tote im Hochsauerlandkreis. Wegen fehlender ortsnaher medizinischer Versorgung starben 49 Menschen im Hochsauerkreis, weil sie nicht rechtzeitig den Hausarzt oder die Klinik erreichten. Ein Todesopfer war ein Olsberger Ehemann, der bei zu schneller Fahrt auf dem Weg zur Klinik von der Straße abkam. Die Ehefrau mit einem Herzinfarkt konnten die Rettungsanitäter rechtzeitig in die Klinik einliefern. Sie überlebte, so die Kreisstelle der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe.

  79. Yes, wir hätten gekänt!am 14.02.2009 um 22:09

    REITZ 2 (WAZ) – Das Ende des Kindergartens
    .
    Winterberg, Lüttingen und Soest. “Kinder sind die Zukunft”
    Wie Lubich berichtete, lehnt das Bistum die Finanzierung des Kindergarten-Anbaus unter Hinweis auf die “demografische Entwicklung” ab.
    http://www.rp-online.de/public/article/xanten/672359/Kein-Geld-fuer-Luettinger-Kinder.html

  80. lawam 15.02.2009 um 15:19

    Nun ist es genau so gekommen wie bereits im November 2008 von einigen im Blog es eingeschätzt haben, realistisch, in Kenntnis wie die WAZ-Mediengruppe seit langem agiert. Es zeigt sich nun ganz deutlich ( für viele war das völlig klar ), dass irgendwelche Aussagen der Verlagsleitung der Belegschaft gegenüber nicht wert sind ( was kümmert mich mein Geschwätz von gestern ). Es gibt ja immer den Satz: Die Situation hat sich grundlegend geändert. Da hat man den Betriebsräten im stillen Kämmerlein ( vertrauenvolle Zusammenarbeit ) ein Sozialplan-Sandkastenspiel gegeben, damit sie erst einmal etwas “Nützliches” zu tun haben und beschäftigt sind, um den öffentlichen und möglichen politischen Eklat zu verhindern. Nicht scheut die angeblich “sozial angehauchte” WAZ-Mediengruppe mehr, als Öffentlichkeit. Bestes Beisspiel ist die Aussage von Bodo Hombach zu Maßnahmen, wegen denen man in der Öffentlichkeit angegriffen wird. Sein “Dann erst recht” oder die große Peinlichkeit der Boten-Weihnachtsgeldkürzung. Die Öffentlichkeit aus der Massenentlassungswelle bisher herauszulassen, war ein großer Fehler.
    Im übrigen wird die Zahl der verlorenen Redakteursarbeitsplätze 300 weit übersteigen, denn seit über einem Jahr werden bekanntlich frei gewordene Arbeitsplätze in den Redaktionen nicht mehr besetzt. Es sind bei weitem nicht nur Redakteure, die gehen müssen. Wenn Redaktionen geschlossen werden, sind die Geschäftsstellen auch betroffen. Die Zahl der zu entlassenden kaufmännischen Beschäftigten wird in der Mediengruppe größer sein, als die Zahl der Redakteure. Das Einsparpotential dürfte sich dann mehr als verdoppeln, denn es sind ja nicht nur die Personalkosten, die wegfallen.
    Die vollständigen Zahlen des radikalen Kahlschlags des Verlags wurden bisher verschwiegen, verschleiert. Der Redaktionsbereich wurde nur vorgeschoben. Wo bleibt da Verdi als Verbündeter der kaufmännischen Angestellten? Wenn dann der “WAZ-Schrumpfriese” die Spar-Großaktion zur Gewinnmaximierung über die Bühne gebracht hat, wird es auch keine Redaktionsbetriebsräte mit bisherigem Einfluß mehr geben ( teile und regiere ), denn die künftigen kleineren Einheiten ( Gesellschaftsneugründungen sind ja schon angekündigt ) haben kleinere Betriebsräte und werden kaum noch über freigestellte Betriebsräte verfügen, die sich voll um die notwendige Betriebsratarbeit kümmern.
    Hombachs Kompagnon Nienhaus hat es in der letzten Informationsveranstaltung im Schlußwort ganz klar und unmißverständlich verkündet, dass Betriebsratsvorschläge die eine Seite ist, die andere aber die der Verlagsseite, die sich die Initiative und Handlungs- sowie Entscheidungsfreiheit nicht aus der Hand nehmen läßt. Hat das eigentlich keiner so richtig mitbekommen wollen? Die ersten Verlagsentscheidungen über das bisherige Ankündigungsvolumen hinaus sind ja im WP-Bereich bereits gefallen und verkündet.
    Wenn am Freitag nun eine “richtige” Betriebsvollversammlung nach dem Betriebsverfassungsgesetz in der Lichtburg in Essen stattfindet, sollten die Betriebsräte und die Journalistengewerkschaften endlich Tacheles reden, die Öffentlichkeit, die Leser ( Abonnementpreiskürzung bei reduzierten Seitenzahlen ) informieren, denn die bisherige Gangart hat fast nichts gebracht. Jetzt muß endlich “Qualität” in den Protest der Redaktionsbeschäftigten gebracht werden. Es ist wohl die letzte Chance.

  81. Witze von der Rheinfurtam 15.02.2009 um 17:56

    Forum Lokaljournalismus 2010 in Dortmund
    12.02.2009 | Patricia Dudeck
    .
    Jetzt steht’s fest: Das 18. Forum Lokaljournalismus veranstaltet die Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der WAZ-Mediengruppe vom 27. bis 29. Januar 2010 – und zwar in der Ruhrmetropole Dortmund!
    .
    http://www.drehscheibe.org/weblog/?p=889

  82. bei Google gebuchtam 15.02.2009 um 21:18

    REITZ 2 (WAZ) – Das Ende der Lokalredaktion NRW

    geplante Veröffentlichung an 17. Febr. 2009

  83. tippseam 16.02.2009 um 00:33

    Was will denn die WAZ 2010 noch auf einem ForumL okaljournalismus? Den gibt es dann doch bei WAZ World wahrscheinlich nicht mehr, oder nur noch rudimentär.
    -
    @law: Was ist mit Freitag? Es wird doch wohl am Karnevalsfreitag, wo wirklich niemand Zeit hat, keine BV stattfinden?

  84. Zornam 16.02.2009 um 08:51

    Kahlschlag im Kreis Soest. Und wo hat sich der djv versteckt? Kein Protest, kein Aufschrei. Presseverein Hellweg-Sauerland, schlaf in seliger Ruh!

  85. jammeram 16.02.2009 um 10:03

    Neues aus der TAZ:

    “Die WAZ-Gruppe will Redaktionen im Sauer- und Siegerland schließen oder zusammenlegen – und geht damit weit über ihre Ankündigungen hinaus”… ausführlich unter:

    http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/raus-aus-der-provinz/?type=98

  86. stoppam 16.02.2009 um 11:47

    @tippse: Verdammt nochmal und zugenäht! Wenn am Freitag Betriebsversammlung für alle Zeitungstitel ist, gilt Präsenzpflicht für jeden in der Lichtburg Essen. Wieso soll niemand Zeit haben, wenn es um die eigene Sache, um die eigene Zukunft geht? Dann muß mal endlich gezeigt werden, was die Belegschaften wollen. Und den Lesern sollten auch mal verdeutlicht werden, dass sie aus der Sicht der Verlagsleitung keine Rolle mehr spielen, nur ihre Abonnementgebühr. Das Karnevalwochenende ist doch goldrichtig für eine lautstarke “Belegschaftsmaßnahme”, die auch von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Das ist die letzte Chance.

  87. 1000 Fragezeichenam 16.02.2009 um 17:24

    @stopp du hast vollkommen recht, aber es will keiner Rabbatz machen. hier träumen immer noch alle davon, wenn alle schön lieb sind, dann passiert ihnen auch nichts und sie dürfen in die Sonderseiten-Redaktion oder in ulis tolle lesereinnehmende Content-Bude…. dabei schlägt die Axt immer tiefer in die Struktur und macht immer mehr kaputt…. Liebend gern würde ich die breite Öffentlichkeit vor den totgeweihten Redaktionen in den betroffenen Städten sehen, aber die da drinnen sitzen, wollen das gar nicht. Verstehst Du das etwa noch?!? Wer am Freitag nicht erscheint und dann mal wirklich den Mund aufmacht, dem ist nicht mehr zu helfen.

  88. Medienmoralam 16.02.2009 um 18:19

    Der Dortmunder Medienforscher Horst Röper (Formatt-Institut) bezweifelt in einem Interview mit meedia.de, dass es für die WAZ-Mediengrupppe wirklich wirtschaftlich notwendig ist, eigenständige Mantelredaktionen von großen Tageszeitungen wie der “WAZ” aufzugeben. Dahinter steckten wohl andere, hausgemachte Probleme und nicht mehr zeitgemäße Renditeerwartungen.
    Das gesamte Interview kann hier nachgelesen werden
    http://meedia.de/nc/details/article/in-zukunft-mehr-mogel-titel_100016270.html
    mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw

  89. Dr. Faustam 16.02.2009 um 18:25

    @Medienmoral Ja recht hat der Mann, diese Ansicht können ihm dutzende von Mitarbeitern nur bestätigen….. Redakteure müssen das jetzt ausbaden, was in den Jahren zuvor in der Technik, im Anzeigenverkauf und im Marketing/Vertrieb völlig schiefgelaufen ist und jede Menge finanzielle Resourcen gefressen hat.

  90. Pixelpapstam 16.02.2009 um 21:14

    Für alle, die immer noch glauben, dass der Schrecken bald ein Ende nimmt: Heute ist den Betriebsräten in Essen mitgeteilt worden, dass nicht 260, sondern 330 gehen müssen. Geht euch jetzt endlich ein Licht auf: Diese Zahl kursiert schon seit dem Sommer. Die ganzen Gespräche und Verhandlungen der vergangenen Monate waren nur Scheingefechte. Die fahren die Kiste mit voller Wucht und Beleuchtung gegen die Wand.

  91. Blog-Leseram 16.02.2009 um 22:20

    Warum berichtet eigentlich keiner davon, was heute mit den br gesprochen wurde? Maulkorb?

  92. WP-Frauam 16.02.2009 um 22:55

    330 scheint nun wirklich bestätigt zu sein. Ist denn jetzt zum ersten März für alle von Schließung betroffenen WP-Redaktionen Feierabend, ein Kollege aus Soest erzählte das! WR im Sauerland hat das auch bestätigt bekommen.

  93. br-spezieam 17.02.2009 um 09:35

    Es ist richtig: GF Nienhaus hat den weiteren Verlust von über 70 Redakteursarbeitsplätzen den Betriebsräten der vier Zeitungstiteln angekündigt. Somit erhöht sich die Zahl auf über 330. Nimmt man die Nichtwiederbesetzung von Planstellen seit über einem Jahr hinzu, bewegt sich der Verlust von Redakteursarbeitsplätzen bereits an der Grenze von 400.
    Die geplante Betriebsversammlung der vier Titel findet am Freitag nicht statt. Die Geschäftsleitung kündigte an, sie werde die ersten betriebsbedingten Kündigungen verschicken, wenn die Betriebsräte auf der Betriebsvollversammlung beharren. Die GF will einen “Aufstand” der Belegschaft verhindern. So etwas nennt man im normalen Leben “Erpressung”.

  94. 1000 Fragezeichenam 17.02.2009 um 09:51

    …daher die unverhohlene Freude über die Lockerung des Pressefusionsgesetzes! Leute, da oben liegen sicherlich fertige Pläne,wie man sich mit den bisherigen Konkurrenten verzahnt, wenn das Gesetz nach Vorstellungen von WAZ & Co geändert wurde. Man benötigt keine eigenen Redakteure mehr,wenn man hier ein bisschen und dort ein bisschen Inhalt anderswo her bekommt. Das war von Anfang die Strategie und jetzt will knallhart abgeholzt, weil es bald soweit ist.
    .
    Das wird nicht nur weitere Arbeitsplätze bei den Redakteuren kosten, da können sich Kollegen aus anderen Bereichen schon mal auf was gefasst machen. Was jetzt bei uns Redakteuren stromlinienförmig aalglatt funktioniert, klappt dann butterweich noch mal in den anderen Bereichen.

    Die BR’s sollten auf die Drohung pfeifen und uns jetzt erst recht versammeln….

  95. katzenkloam 17.02.2009 um 10:31

    . . . und es gibt Betriebsräte, die sich erpressen lassen. Und auch die beiden Mediengewerkschaften dju und DJV. Das ist unebegreiflich! Das kann nicht im Sinn der Belegschaften sein. Hombach hatte mehrfach öffentlich betont, dass es auf jeden Fall zu betriebsbedingten Kündigungen kommt, da die Zahl der “Freiwilligen”, die ihren Job aufgeben nicht ausreichen wird. Nun ist es soweit, denn die Zahl dieser “Freiwilligen” – trotz lockenden Geldes – bewegt sich weit unter hundert.
    Diese Gangart der WAZ-Geschäftsleitung entlarvt sie nun endgültig, und das sollte öffentlich gemacht werden. Wenn die Betriebsräte die für Freitag vorgesehene Betriebsvollversammlung aller vier Titel nach dem Betriebsverfassungsgesetz abblasen, gestatten sie der WAZ-Verlagsleitung, dass sie ungestraft gegen das Betriebsverfassungsgesetz verstoßen. Die Betriebsräte verzichten unter erpresserischen Druck der Verlagsleitung auf ihre gesetzlichen Rechte. Warum? Das müssen sie deutlich machen.
    Wollen sie die neuen Grausamkeiten des Verlages ( jetzt Verlust von 330 Redakteursarbeitsplätzen ) nicht verkünden, wenn eventuell kein Verlagsvertreter zur Betriebsversammlung erscheint? Halten sie die Belegschaften ( Redakteure ) für so dumm, dass sie nicht wüßten, wer hier der “Abholzer” ist? Das Schweigen muß endlich gebrochen werden, die Gewerkschaften sollten endlich auch Tacheles reden. Sonst nach Wilhelm Busch: Wehe, wehe, wenn ich das Ende sehe ( Mitgliederschwund )!

  96. tippseam 17.02.2009 um 10:43

    @katzenklo: Wie kann du die Zahl der Freiwilligen festzurren, wo nicht einmal der Februar um ist? Gezählt wird Ende März, hat Kopatzki gesagt. Ich nehme ihn beim Wort.
    -
    Ich fürchte übrigens auch, dass es zu wenige sind. Aber das werden wir dann sehen. Wahrscheinlich müssen wir alle auf 90% gehen. Das wäre für mich auch ein Zeichen der Solidarität. (Macht es am besten jetzt, dann gibt es 60% mehr Abfindung.)
    -
    Und wenn das immer noch nicht reicht, dann gibt es weitere Maßnahmen, die wir besser nicht hier erörtern sollten. Die aber sehr wirksam sein könnten. Es muss ganz klar sein, auch dem Verlag: Keine betriebsbedingten Kündigungen. Keine einzige. Und mit 90% ist unsere Gegenleistungsfähigkeit erschöpft. Alles weitere ist eine klare Kampfansage des Verlages an die Belegschaft. Und die werden wir dann aufnehmen, und zwar nicht so zahm wie beim letzten Streik.

  97. Leserinam 17.02.2009 um 11:25

    tippse schrieb: “und zwar nicht so zahm wie beim letzten Streik”
    -
    Jetzt fangt ihr an, euch lächerlich zu machen. Ich habe mir Journalisten immer als besonders mutige, intelligente und kritische Zeitgenossen vorgestellt. Doch erfahre lese ich seit Wochen in eurer Zeitung nichts, aber auch rein gar nichts von dem, was ihr hier laufend beklagt. Ihr kommt also nicht einmal eurer ureigenstens Verpflichtung nach, die Bürger zu informieren, wie es doch eure berufsmäßige Aufgabe wäre. Nicht einmal das schafft ihr. Jetzt faselt ihr von Streik, schreibt aber immer noch nichts in eurer Zeitung. Peinlich.

  98. 1000 Fragezeichenam 17.02.2009 um 12:01

    @leserin Hm, toller Gedanke! Dir dürfte aber klar sein, dass die Lokalchefs von den Chefredaktionen die Anweisungen bekommen haben dürften, dass nichts aber wirklich auch nichts Negatives oder Geschäftsschädigendes über die WAZ-Mediengruppe und deren Sparplänen auf den Seiten zu stehen hat?!?
    .
    Das wird jeder Lokalchef aus Angst um seinen eigenen Hintern auch tunlichst einhalten und kein Redakteur wird nachträglich an den Seiten rumpfuschen. Die Info muss von außerhalb erfolgen. Die Ausgabe der Neuen Westfälischen Allgemeinen Rundpost hätte noch öfters erscheinen müssen als ein einziges Mal!

    Dein Gedankenansatz ist richtig aber nicht so einfach umzusetzen. Nenn es meinetwegen Zensur und Diktat!

  99. Aufwachenam 17.02.2009 um 13:09

    Was jetzt passiert, konnte doch jeder Nachlesen: Schickler-Berater Rolf-Dieter Lafrenz erklärt das in einem Interview mit meedia.de im Dezember 2008:

    http://www.schickler.de/deutsch/dieGruppe/Publikationen/2008/Dokumente/2008-12-15_Meedia_Zentralredaktionen_sind_im_Kommen.pdf

    Nur gelesen hat das wohl keiner, leider wohl auch nicht die Betriebsräte. Die haben sich von Hombach, Nienhaus und Co. lieber um die Fichte führen lassen. Und der Erfolg ist nun der Abbau von noch mehr Arbeitsplätzen. Glückwunsch!

  100. Leserinam 17.02.2009 um 15:44

    1000 Fragezeichen schrieb: “Nenn es meinetwegen Zensur und Diktat!”
    -
    Jaja, das verstehe ich. Diese Form der Gefügsamkeit hatten wir früher schon einmal. Was seid ihr nur für mutige Journalisten…

  101. Ex-Leserinam 17.02.2009 um 16:04

    1000 Fragezeichen schrieb: “Nenn es meinetwegen Zensur und Diktat!”
    -
    So muss man es wohl nennen. Diese Form der Gefügsamkeit hatten wir in Deutschland früher schon einmal, wie ihr sicher wisst. Die Wahrheit stirbt zuerst. Was seid ihr nur für Journalisten…
    -
    Meine Konsequenz: Ein Blatt, aus dem ich nicht einmal eine Andeutung über die seit Jahrzehnten größte Bewegung in der NRW-Presselandschaft und über die Vernichtung von über 300 Arbeitsplätzen erfahre, ist für mich ohne jeden Wert. Also bestelle ich es ab.

  102. 1000 Fragezeichenam 17.02.2009 um 17:18

    @ Leserin bzw. Ex-Leserin: ich glaube du hast nicht begriffen, was ich gemeint habe. Stehst Du ebenfalls im Berufsleben? Wenn ja, würde ich dann gerne erleben, wie Du gegen Deinen Arbeitgeber aufbegehrst, wie Du uns das hier vollmundig antragen willst. Oder würdest Du etwa in einer ggf. vorhandenen Mitarbeiterzeitung gegen Deine Chefs schreiben, die das Produkt vor der Drucklegung noch einmal lesen?
    .
    Ansonsten bin ich gerne Deiner Meinung. Die Protestbewegung hat bis auf diese Einzelaktionen, bei denen nicht nachgesetzt wurde, eher maue Züge, da hätte ich als Arbeitgeber auch nur ein müdes Lächelen für übrig gehabt- und genauso agieren so wie unsere Chefs es umgesetzt haben. Die BR’s haben sich vereinnahmen lassen und die Gewerkschaften haben nichts Druckvolles angeschoben. Da hätten Termine kommen müssen, an denen was passiert und es hätte gewiss öffentlichwirksame Aufläufe gegeben. In Frankreich oder anderswo hätte es einen Aufstand gegeben, so wie Du ihn erwartet hättest. Warum hier so flügellahm agiert wird, ist mir schleierhaft. Die Opelianer werden es uns zeigen, wie es geht, wenn es GM mit den Grausamkeiten in Deutschlandund Europa ernst meinen sollte.

  103. Jutta Klebonam 17.02.2009 um 18:20

    „Streik“
    In einigen Beiträgen fällt immer wieder das Wort „Streik“, deshalb hier einige Erläuterungen dazu.
    Zur zeit besteht „Friedenspflicht“ bezogen auf die abgeschlossenen Tarifverträge (Gehalt, Mantel-TV, Altersversorgung). „Friedenspflicht“ bedeutet, dass die vertragsschließenden Gewerkschaften nicht zu Arbeitskampfmaßnahmen aufrufen dürfen.
    Zum Streik können die Gewerkschaften dann aufrufen, wenn es um neue Tarifverträge geht, beispielsweise einen Sozialtarifvertrag und/oder um einen Qualifizierungstarifvertrag.
    In diesem Fall wird eine betriebliche Tarifkommission aus Gewerkschaftsmitgliedern gebildet, die die Forderungen aufstellt und den Arbeitgeber zu Tarifverhandlungen auffordert. Verweigert der Arbeitgeber die Aufnahme von Tarifverhandlungen können schon Arbeitskampfmaßnahmen durchgeführt werden, um die Verhandlungsaufnahme zu erzwingen.
    Tarifvertragliche Regelungen kommen dann zum Zug, wenn Regelungen zwischen der Geschäftsleitung und den Betriebsräten nicht möglich ist.
    Aber, ob es um Protestaktionen oder Tarifverhandlungen geht, notwendig ist die Bewegung der Belegschaften. „Die Gewerkschaften“ sind Mitgliederorganisationen und die hauptamtlichen Beschäftigten unterstützen ihre Mitglieder in allen Belangen, aber ohne die Mitglieder geht gar nichts.
    Unabhängig davon hat natürlich jedes Gewerkschaftsmitglied den Anspruch auf Rechtsberatung und Rechtsschutz.

    Jutta Klebon
    ver.di/dju NRW

  104. Frankam 17.02.2009 um 18:24

    Bei allem Respekt, “1000 Fragezeichen” – ich glaube, DU hast nichts begriffen!
    .
    Darf ich Dir dies hier in Erinnerung rufen: “Die im Grundgesetz der Bundesrepublik verbürgte Pressefreiheit schließt die Unabhängigkeit und Freiheit der Information, der Meinungsäußerung und der Kritik ein. Verleger, Herausgeber und Journalisten müssen sich bei ihrer Arbeit der Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und ihrer Verpflichtung für das Ansehen der Presse bewusst sein. Sie nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr. Die publizistischen Grundsätze konkretisieren die Berufsethik der Presse. Sie umfasst die Pflicht, im Rahmen der Verfassung und der verfassungskonformen Gesetze das Ansehen der Presse zu wahren und für die Freiheit der Presse einzustehen.”
    .
    Schon ‘mal gehört, schon ‘mal gelesen? Es ist die Präambel des Pressekodex. Dann weißt Du auch, dass “Leserin” mit ihrer Ansicht völlig im Recht ist.

  105. 1000 Fragezeichenam 17.02.2009 um 19:06

    @ Frank: danke noch einmal für die Aufklärung, alles dies ist mir sehr wohl bekannt. vielleicht kannst du mir ja dann auch die Gründe aufzählen, warum die WAZ-Zeitungen all das, was “Leserin” mokiert, inhaltlich nicht zum Thema haben und hatten, außer die pressemitteilungswürdigen Texte, die wie freigegeben aussahen? Bei Durchsicht unserer Zeitungen ist mir aufgefallen, dass die WP ein Appellschreiben von Bürgermeister- und Landräten zitiert haben, danach habe ich nie wieder etwas gesehen, warum wohl?

    Sollen wir realistisch mal die Gedanken durchspielen, was wäre wenn? Angenommen ich würde urteilsfrei und sachlich über diese ganze Misere hier schreiben, wenn ich im betroffenen Gebiet tätig wäre? Wetten, dass mein Lokalboss mit mir auf Geheiß der CR ein Gespräch führen dürfte und im Wiederholungsfall dann nach Hagen, Dortmund oder Essen dürfte (vermutlich ausgenommen bei Malte Hinz) ? Und Du würdest Dich dann locker flockig dahinsetzen und sagen: “Ich stehe zu meinem Wort und lasse mir nicht den Mund verbieten und werde weiterhin in unserer Lokalausgabe über die Redaktionsschließungen berichten!” Kollege, wenn du das bringst, bist Du der Burner!
    .
    Wie Dich dann die CR für die Zukunft behandelt, steht dann auf einem anderen Blatt. Querköpfe werden bei der WAZ entsprechend behandelt und irgendwann geschickt entsorgt.
    .
    Wetten, dass in Essen die schon in den vergangenen Tagen erwähnten “weißen Seiten” nie bis zur Rotation kommen würden, weil vorher pflichtbewusst die Heeresleitung informiert würde, die dann notwendige Maßnahmen ergreifen würde, damit der Leser nichts merkt? Vergiß es einfach, dass wie früher Journalisten, Schriftsetzer und Drucker mal für einen kollektiven Aussetzer in Form einer Notausgabe sorgen, wirst Du aufgrund der jetzigen Struktur und den unterschiedlich geschickt zeitlich gelagerten Tarifrunden nicht mehr erleben.

    @Jutta Klabon: Auch diese Fußfessel mit der Friedenspflicht ist natürlich bekannt. Um Aufsehen zu erregen bedarf es in diesem Fall pfiffigere Aktionen, so wie es Anja Lenz in diesem Forum schon angeschnitten hat. Konkretere Ausführungen sollten natürlich hier nicht breitgetreten werden…..
    .
    Aber wenn sich djv, dju und verdi sich z.B 2 Stunden informativ vor eine der schließungsgefährdeten Redaktionen in einer öffentlichen FuZo oder Straße gestellen hätten, mit informativen Plakaten, Infoblättern usw. usf., was die lokale Bevölkerung als mutmaßliche Abonnenten sehen würden, was wäre denn dann gewesen?

  106. Ich bin TOTAL LOKALam 17.02.2009 um 19:17

    Liebe Journis,
    es ist gut von Frank an das Wesentliche erinnert zu werden. Das Wesentliche wurde in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend verborgen, so bin ich als Leser geneigt festzustellen.
    Die Folgen werden als REITZ 2 beschrieben und nehmen Bezug auf Prädiktoren und Projektionen. Ich bin tief besorgt über die neo-liberalistische Entwicklung des WAZ-Konzerns und nehme mitfühlendes Anteil an dem Schicksal Eurer Kollegen, deren Lokalredaktionen von Schließungen bedroht sind.
    Darunter werden auch die Stadtteile und Gemeinden leiden. Vergleiche ich die Stadt Werl mit meinem Bezirk im Duisburg Westen, so läuft mir ein Schauer über den Rücken, welches Unheil bei aller demographischen Herausforderung diesen Brennpunkten im WAZ-Land zusätzlich droht.
    Als TOTAL LOKAL habe ich als Laienberichterstatter Erkenntnisse von meinen Mitbürgern gesammelt, wo sich im persönlichen Schicksal des Nachbars die wissenschaftlichen Projektionen widerspiegeln.
    Ich bin erschüttert, welche Hilflosigkeit – auch wenn ich in den WAZ-Protest-Blog MedienMoral blicke – ich erlebe und sich dann die viele Jahre alten und studienhaften Projektionen Schritt für Schritt der Wirklichkeit nähern.
    Ich bin traurig über die Segregation im WAZ-Land und in der BRD. Diese Trauer bewegt mich. Ich werde NRW verlassen. Bei MedienMoral finde ich keine Hoffnung! Nach Jahren hat mich der Erzbischof Marx in seinem neuen Buch „Das Kapital“ an die erste soziologische Studie zur Zeit der Weltwirtschaftskrise erinnert. Marienthal heißt heute Ruhrgebiet.

  107. 10-rixam 17.02.2009 um 19:51

    @ Ich bin TOTAL LOKAL
    Ich frage mich, wer hinter Reitz an dieser Entwicklung beteiligt ist. Wenn Die Zeit Solidarität fordert und über AIG (American Internal Group) schreibt und dabei neue Chancen und Abgründe erkennt, wer schreibt dann über die Eigner des WAZ-Konzerns – ohne den Arzt oder Apotheker zu Nebenwirkungen zu befragen?

  108. tippseam 17.02.2009 um 21:20

    Vielleicht einmal etwas Aufklärung.
    -
    @Leserin/ex-Leserin: Ich bin, wie meine Kolleg(inn)en, eine lohnabhängig Beschäftigte. Die Monstrosität dieses Wortes macht deutlich, worum es sich bei mir handelt. Ich bekomme Geld für Arbeit. Es ist nicht “unsere” Zeitung, für die ich tätig bin, sondern “deren” Zeitung. Die schreibe ich auf Geheiß meines von oben bestens instruierten und beruflich voll abgesicherten Lokalchefs voll. Was ich schreibe, muss er vor Drucklegung lesen, deshalb steht er im Impressum. Ist nun klar, was wir zu sagen haben? Wenn nicht: nichts. Und deshalb steht auch nichts in den Zeitungen des WAZ-Konzerns und auch kein Kommentar unter den ewig nicht mehr aktualisierten Beiträgen auf derwesten.de, weil schon ein 13-Jähriger die Absender ausfindig machen würde.
    -
    @Jutta: Kaum reißt mal eine(r) ein bisschen die Klappe auf, dann kommt gleich eine Polizistin bzw. ein Polizist daher und sagt uns schnell und klug, was wir alles nicht dürfen. Neulich war es Peter, der dem Zeilenschinder gesagt hat, was er sicherlich schon selbst wusste, jetzt erzählst du uns Sachen von Friedenspflicht, die wir alle wissen. Warum so lang und breit in der Öffentlichkeit? Damit wir alle schön kuschen? Und warum sollen wir alle schön kuschen? Das war kein sinnvoller Beitrag, Kollegin.
    -
    @frank: Also bitte, wollen wir naiv sein und träumen, oder realistisch sehen, in welcher Lage wir uns befinden? Ich bitte dich…
    -
    @tenrix etc.: Jetzt ist es Zeit, mit den blöden Sprüchen aufzuhören. Jetzt ist hier nichts mehr für Kinder. Es wird jetzt ernst.

  109. Love it or Leave it.am 17.02.2009 um 21:37

    @ tippse
    Mal ganz praktisch: Die WAZ-Auflage geht in die Polder. Über ‘Love it or Leave it.’ berichtet St. Homberg News Fund (Die Homberger Tafel). Das gilt für Leser und Redakteure.

  110. Gerd N.am 17.02.2009 um 22:35

    @tippse: “wollen wir naiv sein und träumen, oder realistisch sehen, in welcher Lage wir uns befinden? Ich bitte dich…”
    .
    Du weißt aber schon, dass wir hier unter anderem über das Überleben von Redaktionen und sogar ganzen Zeitungen sprechen? Die wie etwa die WR sogar in der Tradition des ‘Dortmunder Generalanzeigers’ stehen, bei dem sich Journalisten einst gegen ein verbrecherisches Regime auflehnten? Die Leib und Leben riskierten und nicht bloß eine sichere Stellung, deren Fortbestand nach Lage der Dinge sowieso höchst fraglich ist?

  111. tippseam 17.02.2009 um 23:11

    Natürlich, Gerd. Und ich weiß auch, in welcher Tradition ein Mann wie Erich Brost stand. Aber hilft uns das jetzt weiter? Jetzt geht es um meine und andere Arbeitsplätze.

  112. Neinam 17.02.2009 um 23:36

    @tippse
    Nein. Es geht nicht in erster Linie um Arbeitsplätze. Es gibt das Angebot von Abfindungen, um die uns andere (auch die meisten unserer Leser) beneiden würden.
    Es geht hier um die, zum Teil tatsächlich von Journalisten in grauer Vorzeit mit Blut bezahlten, Meinungsvielfalt und -freiheit der einzelnen WAZ-Titel.
    Ich weiß nicht, was Du die vergangenen Jahre gemacht hast. Ich für meinen Teil habe mich im Rahmen meiner Möglichkeiten bemüht, durch meine Arbeit die Auflage hoch zu halten – im eigenen Interesse.
    Bei mir hat das Spuren hinterlassen. Ich fühle mich “meiner” Zeitung verbunden. Mir ist daher auch nicht egal, in welcher Stadt ich für welche Zeitung arbeite.
    Ich würde gerne auf die Straße gehen. Natürlich nicht allein.
    Ich bin kein Jurist, aber wenn es das Streikrecht wirklich nicht zulässt, dass wir auf die Straße gehen, dann muss in anderen Branchen ein anderes Streikrecht gelten.
    Oder das Streikrecht muss geändert werden.

  113. tippseam 18.02.2009 um 00:15

    @Nein. So hoch die Abfindungen auch sein mögen – zum Überleben reichen sie nicht. Deshalb kann nur jemand, der bereits innerlich oder äußerlich gekündigt hat, oder aus Solidarität mit den anderen Kolleg(inn)en seine Stelle um 10 oder 20% reduziert, davon Gebrauch machen.
    -
    Es geht hier ganz konkret um Jobs, nicht um die glorreiche Geschichte der Titel. Es hätte doch wohl kein Brost und kein Funke einen Mann wie Nienhaus eingestellt. Solchen Leuten ist die Geschichte der Titel und des Hauses egal, sie wollen nur Jobs streichen. Dafür werden sie geholt.
    -
    Deshalb hilft es uns nichts, sich in Sozialromantik und die Glorie vergangener Tage zu flüchten. Wir werden zu kämpfen haben und zu kämpfen wissen – womöglich gegen die einst ruhmreichen Titel.

  114. Gerd N.am 18.02.2009 um 07:13

    Ach tippse, es ist schon reichlich merkwürdig, wenn Du hier davon sprichst, dass die Abfindungen nicht zum “Überleben” ausreichen. Es gibt Menschen, die müssen wirklich ums schiere Überleben kämpfen. Du dürftest weit, weit entfernt von einem solchen Kampf sein.
    .
    Bitte, tu’ uns den Gefallen, und fasel nicht von “Sozialromantik” und Flucht in die Glorie vergangener Tage, wenn Du von der Geschichte der Titel sprichst. Männer wie Emil Stumpp wurden verfolgt, mit Berufsverboten belegt und starben in der Haft für ihre Überzeugung. Mach’ Dir das mal klar, wenn Du im warmen Wohnzimmer am PC sitzt.
    .
    Dass heute so mit uns umgegangen wird, liegt genau daran, dass jeder versucht, kleinlaut für sich allein an der trügerischen Sicherheit seines Jobs festzuhalten. Trügerisch, weil die Fakten längst dagegen sprechen, dass diese Jobs erhalten bleiben. Und es darf gefragt werden, was denn von der Bereitschaft zu einem “Kampf”, der dann ja in Form eines illegalen Streiks stattfinden müsste, zu halten ist, wenn schon die Bereitschaft fehlt, das genuine und vor allem legale MIttel des Journalisten, die Information der Öffentlichkeit, einzusetzen. Wer sich bereits davor scheut, wird an einem anderen “Kampf” erst recht nicht teilnehmen.
    .
    Es ist genau diese Feigheit, die uns angreifbar macht, wegen der die anderen mit uns so ein leichtes Spiel haben. Dass bereits jetzt schon wieder ein Rückzieher gemacht wird, indem auf Druck der GGF die große Betriebsvollversammlung abgesagt wurde, spricht Bände. Von “Kampf” ist da weit und breit nichts zu sehen. Von wegen “Wir werden zu kämpfen haben und zu kämpfen wissen” – das sind bereits Auflösungserscheinungen. Was Du mit “womöglich gegen die einst ruhmreichen Titel” meinst, ist mir völlig schleierhaft. Selbstzerfleischung?

  115. Love it or Leave it.am 18.02.2009 um 14:56

    “Bis es einmal richtig kracht!” Wenn wir neunzig Prozent der Bevölkerung Zustimmung unterstellen, wird es keine Übertreibung sein. Bei den aktuellen jourmnalistischen Entscheidung schlage ich auch vor, den Blick auf die Entwicklung bis Herbst 2009 zu richten. Eine Lokalredaktion ist ein Standortfaktor. JedeR iost aufgefordert, mit den Leser konstruktiv nach neuen Konzepten zu suchen. Das muss in die derzeitigen Herhandlungen eingebracht werden.

  116. j-tracksam 18.02.2009 um 22:01

    aus j-tracks bei „Altweiberwitze aus Duisburg und Winterberg: Sauerland ist nicht Bruder Bodo“:
    wp lokalredaktion siegen kämpft gegen schliessung.
    Makrofauna Siegerland: “Erst geht der Hausarzt, dann kommt der Wolf!” – und vorher ist der Lokalredakteur von dannen.

  117. tippseam 18.02.2009 um 22:03

    @Gerd N.: Ich greife doch weder die Zeitung, für die du schreibst, noch die echten Journalisten und Verleger vergangener Zeiten an. Ich möchte nur verdeutlichen, dass das alles heute nicht mehr zählt, weil die Herren Nienhaus und Hombach gar nichts mehr davon wissen (wollen). Und was das Überleben angeht – ich stehe dazu.

  118. weepeeam 18.02.2009 um 22:39

    # j-tracks: Den hab ich nicht verstanden.

  119. j-tracksam 19.02.2009 um 13:13

    ARDtext, 19.02.09 – Seite 417: WAZ will 300 Stellen einsparen

  120. Stadtteil-Bloging fordert Höchststrafe für Reitzam 19.02.2009 um 21:59

    Web 2: Blog-Mobbing für REITZ 2 (WAZ)

  121. Innen - außenam 02.05.2009 um 00:01

    Seit fünf Wochen warten die Betriebsräte auf die Unterschrift des Verlages unter den Sozialplan. Und warten, und warten . . . Es hat den Anschein, dass die WAZ nachverhandeln will, da die gewünschte Zahl der “Aussteiger” nicht erreicht wurde. Man läßt die Betriebsräte am langen Arm zappeln. Und die wollen nichts merken.

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