18.12.2009
Jetzt gibt es auch Medienmoral Thüringen
Medienmoral-NRW hat einen Ableger bekommen: Der DJV-Landesverband Thüringen hat seinen eigenen Blog gestartet – www.medienmoral-thueringen.de.
Auch in Thüringen rappelt es. Das wissen wir spätestens, seit die WAZ-Mediengruppe Ende November mitteilte, dass der langjährige Chefredakteur der Thüringer Allgemeinen, Sergej Lochthofen, “andere Aufgaben” übernehmen soll und durch Paul-Josef Raue abgelöst wird.
Unschön für die Medienlandschaft in Thüringen auch die Schließung der Gemeinschaftsredaktion in Coburg, die bisher Mantelseiten für Freies Wort und Südthüringer Zeitung (stz), für die Frankenpost (Hof) und die Neue Presse (Coburg) produzierte. Acht Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
Weitere 100 Beschäftigte bangen in der ohnehin strukturschwachen Region um ihre Jobs, weil sich die Gesellschafter der Suhler Verlagsgesellschaft (Süddeutscher Verlag mit 70 Prozent, die SPD-Medienholding dd_vg mit 30 Prozent) gegen Investitionen in die Druckerei Suhl entschieden haben.
Medienmoral-NRW wünscht den Kolleginnen und Kollegen von Medienmoral Thüringen eine ebenso große Aufmerksamkeit, wie wir sie genießen. Also einfach mal vorbeisurfen und mitdiskutieren!


[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von medienmoralnrw, Karlheinz Stannies erwähnt. Karlheinz Stannies sagte: http://www.medienmoral-nrw.de Neuigkeiten: Jetzt gibt es auch Medienmoral Thüringen http://bit.ly/4MLC5e [...]
Es ist ein Jammer, wie die WAZ-Gruppe innerhalb kürzester Zeit vom unaufgeregt-professionellen Regionalzeitungsverlag, der zwar als etwas verschnarcht aber solide galt, zum Skandalunternehmen geworden ist. Erst die Serie der Management-Desaster in NRW mit sinnfreiem Show-Truck, dem Online-Millionengrab “Der Westen” und der publizistisch und geschäftlich ruinösen Einführung der Regiodesks zu Lasten der Lokalredaktionen und jetzt auch noch Thüringen.
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Ohne Not wurde in einer bizarren Vorstellung der Geschäftsführung der erfolgreiche Chefredakteur gegen die Proteste der Leser gefeuert und der publizistisch anspruchsvollste Titel der gesamten Gruppe, die Thüringer Allgemeine, ins Schlingern gebracht.
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Zensurvorwürfe gegen das regionale Management in Thüringen runden den Auftritt der WAZ-Mediengruppe ab.
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Man fragt sich, wo das noch hinführen soll. Es ist zum Speien.
@Medienmoral
Warum denn ein eigenes Blog für den Osten? Das ist doch eher ein Hindernis für solidarisches Handeln.
Wenn im Osten noch abgebaut wird, sind im Westen die Lichter schon aus!
Im Osten geht die Sonne auf. Egal, wo das Licht zuerst ausgemacht wird. Betriebsräte und Gewerkschaften müssen zusammenarbeiten, in Ost und West. Zwei Blogs sind da nicht hinderlich. Arbeitsplatzabbau ist nicht Neues in Thüringen. Tarifverträge gibt es für die Redaktionen seit 1996 nicht mehr. Da klingt es wie Hohn, wenn die WAZ im Kodex erklärt, sie halte sich an Tarifverträge. Die beiden Gehaltserhöhungen des derzeit geltenden Gehaltstarifvertrages für Redakteure werden den Kollegen in Thüringen noch immer vorenthalten.
…Alte Not gilt es zu zwingen,
Und wir zwingen sie vereint,
Denn es muss uns doch gelingen,
Dass die Sonne schön wie nie
Über WAZ-land scheint.
Sergej Lochthofen ist gestern von einer 60-köpfigen Jury des Medium-Magazins zum Chefredakteur des Jahres im Bereich Regionalzeitungen gewählt worden, weil – so die Begründung der Jury – er mit mutigen, kreativen Ideen (Seite 1 Konzept der TA, Wahlaufruf zur Bundestagswahl) der Lese- und Politikmüdigkeit trotzte und damit dazu beitrug, dass im Verbreitungsgebiet der TA die Wahlbeteiligung höher ausfiel als im Rest Thüringens und der Einzug der Rechtsextremisten in den Landtag verhindert wurde. Und so einen schmeißen die raus. Unfassbar blöde.
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/journalisten-des-jahres–die-preistrger_100025286.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=2db65f5549