WR-Redaktion wird abgewickelt

[Aktualisierte Fassung] Aus der Mitarbeiterversammlung der Westfälischen Rundschau heraus wurde am Vormittag bekannt, dass die Redaktion der Westfälischen Rundschau abgewickelt wird. Betroffen sind 120 Redakteurinnen und Redakteure, hinzu kommen Pauschlisten sowei freie Journalistinnen und Journalisten, die ihren Auftraggeber verlieren. Der Arbeitsplatzabbau soll so sozialverträglich wie möglich erfolgen, verspricht die Geschäftsleitung in einer Pressmitteilung, die einige Stunden später online gestellt wurde.  Begründet wird der Schritt, der als „Sanierung“ des Titels verkauft wird, mit langjährigen Verlusten in Millionenhöhe.

Der WAZ-Pressemitteilung zufolge werden Mantelthemen künftig komplett vom Content-Desk der WAZ-Gruppe in Essen geliefert. Die lokale Berichterstattung kommt dagegen von anderen Zeitungen – vorwiegend aus Konkurrenzverlagen. Für Wetter/Herdecke und Ennepe-Süd übernimmt künftig die Westfalenpost, die in Wetter und Schwelm eine Lokalredaktion aufbauen soll. Die WR-Ausgaben in Dortmund, Lünen und Schwerte werden ab Februar mit lokalen Inhalten der Ruhr Nachrichten (Verlag Lensing-Wolff) beliefert.Im Verbreitungsgebiet Unna und Kamen kommen die Lokalteile vom Hellweger Anzeiger (Verlag Rubens) zum Zuge. Im Märkischen Kreis übernimmt der Märkische Zeitungsverlag die Zulieferung.

Die Maßnahmen, die sowohl DJV-NRW als auch verdi in ersten Pressemitteilungen verurteilt haben, kamen für die Beschäftigten überraschend: Selbst der Betriebsrat der WR erfuhr erst kurz vor der heutigen Versammlung in Hagen, was genau die Geschäftsführung entschieden hat.

Und auch die Mitgesellschafterin, die SPD-Medienholding ddvg, die über die Westfälische Verlagsgesellschaft (WVG) 13,1 Prozent der Anteile an der Zeitungsverlag Westfalen KG (ZVW) hält, wurde nach eigenen Angaben von den geschaffenen Tatsachen überrascht: Man sei zwar Ende November 2012 „sehr rudimentär“ über geplante Einschnitte bei der WR informiert worden, habe dazu aber trotz mehrfacher Nachfragen keine näheren Informationen erhalten, schreibt die ddvg in einer Pressemitteilung. Auf einer Gesellschafterversammlung am 27. Dezember 2012 habe man „ausdrücklich gegen einen Beschlussvorschlag der WAZ gestimmt, der der Geschäftsführung der WAZ freie Hand gegen geben sollte“.

Die ddvg pocht darauf, dass die von der WAZ ergriffenen Maßnahmen „den Kern der Westfälischen Rundschau berühren“ und dass diese ihrer Zustimmung bedurft hätten. Gesellschaftsrechtlich sei eine äußerst schwierige Situation entstanden, das Vertrauensverhältnis zum Mehrheitsgesellschafter sei zerrüttet. Die ddvg will rechtlich prüfen, wie sie mit der Situation umgeht.

Pressemitteilungen:

DJV-NRW entsetzt über Kahlschlag bei WAZ-Gruppe

ver.di kritisiert Schließung der WR-Redaktion als fragwürdig und nicht nachvollziehbar

 

Es berichten bereits:

kress: http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/119612-120-redakteure-und-redaktionsmitarbeiter-betroffen-aus-fuer-die-redaktion-der-westfaelischen-rundschau.html

Newsroom: http://www.newsroom.de/news/detail/$HVIUEOMUIOMQ/waz_streicht_120_stellen_bei_westflischer_rundschau_-_sozialplan

Meedia: http://meedia.de/print/westfaelische-rundschau-zeitung-ohne-redaktion/2013/01/15.html

1.130 Antworten zu “WR-Redaktion wird abgewickelt”

  1. Zeilenschinder sagt:

    PS: Wer sich jetzt bei der WP freuen sollte, dass der Treffer im Brüderweg eingeschlagen ist, sollte weiter denken und sich bewusst werden, dass die Abwicklung seiner Redaktion schon der nächste Schritt sein wird. Von wegen, die WP baut jetzt neue Lokalredaktion auf. Das ist Schwachsinn in Potenz und ein Placebo.

    Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass nach dem neokapitalistischem Schulterschluss der gleichgeschalteten Verlage zwischen Westfalen, Sauerland und dem Ruhrgebiet ernsthaft Konkurrenzkampf betrieben wird? Kollegen, wacht auf! Wer so eine großartige Traditionszeitung wie die WR massakriert, der ist zu allem fähig!

  2. Zeitungsfan sagt:

    @Wiebke Westhues Was soll der Schwachsinn? Herr O. macht die Zeitung schließlich nicht allein. (Respekt vor Arbeitsplätzen und der journalistischen Leistung vieler Mitarbeiter scheint wohl keine Rolle zu spielen. Schlimm schlimm, so etwas unter dem Titel Medienmoral lesen zu müssen). Und wer die Traditionsmedien kaputt machen will, weiß offensichtlich nicht, was er sagt. Ich möchte mir keine Nachrichtenwelt ohne Traditionsmedien vorstellen. Denn die Recherchequalität ist dort noch um Klassen besser als in großen Teilen der neuen Medienwelt.

  3. Hellweg ist nicht Lensing sagt:

    @wiebke: nicht 40% sondern 5% hält lensing an rubens. das weiss im kreis unna fast jeder. aber wie gesagt tut das hier leider überhaupt nix zur sache.

  4. Hans Plagwitz sagt:

    Es steht zu befürchten, dass der Kahlschlag auch beim Titel WAZ unmittelbare Folgen haben wird. Was wird zum Beispiel aus der Dortmunder Rumpf-Branding-Lokalredaktion? Und wenn schon einmal die letzten Hemmschwellen überwunden sind, sehe ich für die Vest-Redaktion und für die WAZ in Dorsten alles andere als eine rosige Zukunft. Irgendwie müssen die Verbindlichkeiten der neuen Mehrheitseigner doch herausgequetscht werden.

  5. zwischerli sagt:

    @zeitungsfan
    Herr O ist Teil eines Problems, das den Niedergang der Regionalzeitungen befeuert. Anstatt unabhängige, schnelle Entscheidungen vor Ort zu treffen eifern Verleger und Willfährige wie er amerikanischen, erfolglosen Prinzipen nach und zementieren Desk-Strukturen. Chefredakteure von heute brauchen solche Einheiten offensichtlich für ihr Ego, weil ihnen der Mantel gefleddert wurde. Schaut her, wenigstens diese zentrale Einheit beherrsche ich hier im Haus… Dass dabei Auflagen flöten gehen, besonders krass im Märkisch Kongo zu besichtigten, schert diese Leute nicht weiter.

  6. Armes Dortmund! sagt:

    Ich weiß, dass der Großteil der WR-Leserschaft aus Dortmund niemals die RN abonnieren würde. Sobald sie diese Mogelpackung bemerkt, hagelt es Kündigungen und es beginnt mittelfristig ein schauriges Experiment: Wie funktionieren Gesellschaft und Demokratie in einer Stadt, in der Zeitungen dann kaum noch Reichweite haben? Die WR-Auflage dort in kein Pappenstil, wenn die wegbricht… Ein schwarzer Tag!

  7. Unfug sagt:

    @Finanziell (betr: Alter Kollege) „Zur Rentabilität gehört Auflage, und an der hat es der WR leider in vielen Orten gemangelt. Sie hatte das undankbare Los der Zweitzeitung.“
    .
    Schön nachgeplappert. Und wenn es die GGF noch viele tausend Male vorbetet, so wird das Gequatsche von den „roten Zahlen“ trotzdem nicht richtig.
    Denn dieses Nienhausensche Mantra hat natürlich den Schönheitsfehler, dass die Haupteinnahmequelle einer Zeitung nun einmal die Anzeigen sind; die Auflage wirkt sich zunächst einmal vor allem auf die Anzeigenpreise aus. Anzeigenpreise, Anzeigenteil sowie die Reklamebeilagen sind bei WR und WP aber seit Jahren weitgehend identisch. Außerdem gibt es an Doppelstandorten WR/WP längst nur noch eine Redaktion für beide Blätter. Es stellt sich also sehr wohl die Frage, wie das bilanziert wird und wieso die WR angeblich „rote Zahlen“ schreibt, während es bei der WP angeblich schwarze sind.

  8. Jan Mertens sagt:

    Wann und wo sollen die Protestaktionen der Redakteure stattfinden, von denen heute morgen im WDR-Regionalprogramm zu hören war? Ich denke, dass sich viele ehemalige WR-Kollegen anschließen werden.

  9. Finanziell sagt:

    @Unfug: Auch wenn du es nicht wahr haben willst: Die Vertriebserlöse sind inzwischen wichtiger als Anzeigenerlöse. Mit Auflagen von 3000 und weniger kann man keine Lokalredaktionen betreiben.

  10. Bernd Widmann sagt:

    Print stirbt, Online boomt. Man nennt das Strukturwandel. Es ist unabänderlich und hat mit Bödheit der Verleger nichts zu tun. Warum soll eine Zeitung mit immer neuen vorhersehbaren Verlusten erhalten werden, die immer weniger Leser und Anzeigenkunden findet, also doch nicht so gut ist, wie sich die Betroffenen einreden? Wo ist der Nachteil für die Demokratie und die armen gebeutelten Journalisten, wenn die Alternative Internet nur einen Klick entfernt und für die ach so geschätzten Leser sogar schneller und viel billiger ist? Das Geschwafel von „Kahlschlag“ und „Fehlentscheidungen der Manager“ hilft niemandem. Die Zeit für SPD-nahe Zeitungen ist wohl auch in Dortmund vorbei.

  11. Ich komme nicht mehr sagt:

    Mein Arzt hat mich für sechs Wochen krank geschrieben. Ich bin nervlich am Ende!

  12. kopf in den sand gesteckt sagt:

    Wenn ich dieses blog richtig verfolgt habe, dann ist doch schon vor zwei, drei jahren eindringlich vor der gefahr gewarnt worden, dass die wr-redaktion in absehbarer zeit ganz dichtgemacht wird.
    So ganz ist das große lamento jetzt nicht nachzuvollziehen. Denn es gab schon länger kolleginnen und kollegen, die vor dem gau warnten, zuletzt schön zusammengefasst in diesem kommentar: https://www.medienmoral-nrw.de/2012/12/nicht-ganz-so-positive-aussichten-fur-die-waz-gruppe/comment-page-1/#comment-57825
    Sehr viele von denen, die jetzt jaulen und klagen (wollen) hatten doch längst die möglichkeit gehabt, sich nach dem alten sozialplan abfinden zu lassen und etwas neues zu suchen. Wie oft ist hier geschrieben worden, dass den wr-leuten die hütte überm kopf brennt?
    Aber manche verhielten sich wider besseres wissen, stellten sich taub – wie unlängst hier einer schrieb: als ob jemand aus dem 30. stock fällt und noch auf höhe des 5. sagt „bis jetzt ging es doch ganz gut“…

  13. Unfug sagt:

    @Finanziell
    Auch wenn Du es nicht wahrhaben willst: Das beantwortet weiterhin nicht die Frage nach den zwischenbetrieblichen Abrechnungen und Geldflüssen. Das ist, wie die gesamte Bilanz, bei WAZens nach wie vor ein gut gehütetes Betriebsgeheimnis. Oder hast Du jemals Einblick in die genauen Zahlen erhalten? Hast Du irgendeinen greifbaren buchhalterischen Beweis dafür, dass „die Vertriebserlöse inzwischen wichtiger als Anzeigenerlöse“ und sind? Dann lass‘ uns doch daran teilhaben!
    Übrigens hat die WP teilweise ähnliche Auflagen und schreibt trotzdem angeblich „schwarze“ Zahlen.

  14. Anonymous sagt:

    @Kopf… : Auch wenn mir dein Ton nicht recht gefallen will, eines stimmt tatsächlich: Das war ein K.o. mit Ansage.

  15. Wiebke Westhues sagt:

    @Zeitungsfan:
    Auch eine Meinung, ich habe eine andere. Herr O ist repräsentativ für eine neue Generation, die ihren Weg auf Kosten der anderen geht, ohne Rücksicht auf Verluste. Wer diese Leute unterstützt, hängt genauso mit drin. Von daher: Es wird Konkurrenz geben, darauf kannst Du Dich verlassen.

  16. Wiebke Westhues sagt:

    @Hellweg ist nicht Lensing sagt: Meine Infos sind andere.

  17. Ehemaliger sagt:

    @Kollege aus Plettenberg i.R.
    Protestaktionen? Zünden wir dann wieder ein paar hübsche Mahnkerzen an? Die gegen den Raubtierkapitalismus? Also wie immer?
    .
    Sorry, aber es fällt mir schon schwer, nicht zynisch zu werden. Mein Vertrauen in Mahnkerzen, Streiktüten und Trillerpfeifen hat in den vergangenen Jahren doch arg gelitten.

  18. Zeit ist.... sagt:

    Frage: Wo bleibt denn der Aufschrei der Parteien und Politiker, in den Erscheinungsorten und in NRW, allen voran unserer SPD-Landesmutter??? Hier wird nicht nur eine Stadt-Redaktion dichgemacht sondern eine „Traditions“-Zeitung mit einem sozialen und engagiert demokratischem Verständnis, das von allen Mitarbeitern getragen wird und wurde.
    Was soll es hier zu sinnieren, wie und wo Geld hin- und hergeschoben wurde, wir schieben es nicht zurück. Nur politischer Druck ist vielleicht die letzte Möglichkeit zur Umkehr!

  19. Anonymous sagt:

    Wer ein so schlichtes und unbedarftes Verständnis verbreitet, wie Bernd Widmann, der hat vom konkreten Vorgang der WR-Abwicklung genauso wenig etwas verstanden, wie er die Ursachen nicht kennt und nur seinen eigenen Unverstand absondert. „Print stirbt, Online boomt“, Zeit für Partei-Zeitungen vorbei. Wegen des 13-Prozent-Anteils der ddvg? Als sei das so simpel und einäugig zu erklären und als sei das das konkrete Problem und das des Strukturwandels in den Printmedien. Da schwafelt selber einer, der mal seine ganze Ahnungslosigkeit und seine Vorurteile loswerden will. Angesichts der Zeitungsabwicklung mit massiven Arbeitsplatz-Verlusten ein armseliger Ausdruck von Zynismus.

  20. Wir Ackern Zaster sagt:

    @sowiesozuspät : Ja, es reißt alte Wunden wieder auf – man hat wirklich ein Deja-Vu…und es macht einen wütend. Das dass mit den Menschen einfach so gemacht wird, hätte mir das vor 20 Jahren jemand gesagt – ich hätt’s nicht geglaubt.

  21. […] ddvg, (…) wurde nach eigenen Angaben von den geschaffenen Tatsachen überrascht. Aus: Medienmoral NRW c. WR: Ein Flickwerk von einer Zeitung Anstatt diesen Akt des Niedergangs mit Würde zu beenden, […]

  22. Na und? sagt:

    Seht es doch einmal so: Die WR war ungefähr 58 Jahre lang eine gute, lesenswerte und wichtige Zeitung. Es war schön, für sie gearbeitet zu haben.
    Ab 2002 blies dann der Wind der überheblichen Inkompetenz und Selbstüberschätzung, den die Laienkarriere eines abgehalfterten Politikers mit sich brachte, von Essen herüber und erfasste spätestens ab 2004 auch die Rundschau mit voller Macht.
    Hammer, Bünte: Das waren, trotz mancher (auch liebenswerter) Schwächen noch Chefredakteure, mit denen die Arbeit Freude machte und die sich hinter ihre Redaktion stellten. Alles danach: Schwamm drüber, bitte nicht nachfragen.
    Das synergie-kastrierte, deskgepanschte, pressemitteilungsgefüllte, beliebige, einheitsbreiige, seelenlose Etwas, das in den letzten Jahren von den verbliebenen Leuten, ihrem Abwicklungs-Chefredakteur und dem glorreichen Mantel-Material aus Essen noch notdürftig fabriziert wurde, es war doch kein Grund mehr, stolz zu sein. DER Verlust in der Presselandschaft ist jetzt tatsächlich nicht mehr groß.
    Die Kolleginnen und Kollegen, die gerade eiskalt abserviert wurden, tun mir wirklich leid. Sie haben dieses überaus miese Spiel nicht verdient, so sehr wie sie sich, bei aller vorgegebenen und verlagsseitig gewollten Sinnlosigkeit, ins Zeug legten.
    Doch was das Produkt mit dem missbrauchten großen Namen angeht, das zuletzt völlig zu Recht wie Blei in den Zeitungsständern stecken blieb: Da hält sich meine Trauer in überschaubaren Grenzen.

  23. Bernd Widmann sagt:

    Unter den bisherigen Postings werden wohl viele von unmittelbar Betroffenen der Redaktionsschliessung sein. Zwar ist deren Emotionalität verständlich, ein Hinweis auf journalistische Professionalität sind Inhalt und Ton nicht. Journalisten auch der WR haben jahrzehntelang mehr oder weniger klug oder politisch engagiert über den Strukturwandel in der Ruhrregion berichtet, über Bergarbeiter mit schwarzen Fahnen und Stahlkocher mit roten Fahnen und immer mehr Arbeitslose und Verwahrlosung in islamischen Ghettos von Duisburg bis Unna. Sie haben den Niedergang einer Industrieregion beklagt, die einmal das Herz des Wirtschaftswunders war. Und nun tun sie so, als wäre der eigene Niedergang nicht Strukturwandel, dem man sich anpassen muss, wenn man nicht untergehen will. Alle nutzlosen schrillen Töne aus den Krisen der anderen kommen wieder. Die „hervorragende Redaktion“, die vom „unfähigen Management“ für den „kurzfristigen Profit“ gewissenlos und boshaft „geopfert“ wird. Funktionäre und Parteibonzen, die genau wissen, wie’s geht, es aber nie tun, und lieber vom Organisieren von sinnfreier Empörung prima leben, legen schon Trillerpfeifen und rote Fähnchen bereit. Die journalistischen Profis wissen, dass man schlechtem Geld kein gutes hinterherwirft und kümmern sich um neue Ziele, denn die alten sind weg. Niemand hat ein Recht darauf, dass alles so bleibt, wie es ist.

  24. Krabatzbär sagt:

    @naund: Abwicklungs-Chefredakteuer trifft es gut – sein Stellvertreter-Abwickler bekam gerade noch sechs Monate – beide naive Seelen im Tal der Ahnungslosen, oder wie stellt man sich das vor? (Wie werden die beiden eigentlich jetzt weiterbeschäftigt? Das werden sie wohl (müssen), oder?

    ACR soll laut gestriger taz bei der Verkündigung der Todesnachricht „geweint haben“. Mir kommen die Tränen.

    Gruselig finde ich persönlich die Vorstellung, dass mein eigener ehemaliger Ausbeuterverlag fortan die lokalen Inhalte einer toten WR verkauft. Leichenschändung nenne ich das. Ekelhaft.

  25. Ton Steine Scherben sagt:

    @Wiebke Westhues: „Startet neue Medien! Macht die Traditionsmedien platt! Macht kaputt, was Euch kaputt macht!“
    .
    Alle Achtung! Da kommen ja uralte Erinnerungen wieder hoch. Ich hatte Rio Reiser et. al. fast schon vergessen:
    Das hier ist aber auch schön:
    .
    „Die größte Kraft
    ist deine Phantasie
    wirf die Ketten weg
    und schmeiß sie gegen sie,
    die mit ihrer Macht
    deine Kräfte brechen wollen.“
    Unter dem Pflaster, ja da liegt der Strand…“
    .
    Wir können ja unser neues Medium so nennen:
    „Neue Allgemeine Rundpost-Nachrichten – Neues Medium für Kraut und Rüben“. Wer macht alles mit?

  26. Hellas sagt:

    S T R E I K (t) !!!!

  27. Einzige Reaktion sagt:

    die Entscheidung der GGF ist getroffen und wird nicht mehr rückgängig gemacht werden! Da kann soviel Gegenwind blasen wie will. Die Rendite muss erreicht werden. Sonst kann Fr. Grotkamp ihren Kredit bei den Banken nicht bedienen!
    Außerdem muss der Neubau noch finanziert werden! Die einzig sinnvolle Reaktion der gesamten 120 Redakteure + der in der Anzahl leider nicht genannten Selbständigen und Freien-Mitarbeiter sollte daher so aussehen wie (weiter oben) „Ich komme nicht mehr“… vorgemacht hat. Lasst Euch alle krank schreiben und die WR von anderen zu Grabe tragen! So bereitet ihr alle denen da oben zumindest nochmal für ein paar Wochen Probleme, wie sie die Seiten bis zur Übernahme der Fremdverlage füllen sollen.
    Wünsche allen viel Glück bei der Jobsuche!

  28. Wiebke Westhues sagt:

    @Ton Steine Scherben

    Das klingt sehr gut. Es gilt nun, kreative Leute zu versammeln, die eine Alternative zu dieser Allianz aus Lensing und WAZ konzipieren und realisieren. Es wird ein langer und beschwerlicher Weg sein, der für die Produzenten neue Lebenswege bringen wird. Eine gute Sache, für die es sich zu kämpfen lohnt!
    .
    Darum: Ihr habt das Know-How, Ihr habt die nötigen Kontakte, Ihr habt die nötge Technik. Do it! Schlagt sie mit ihren eigenen Waffen!

  29. briefanleserbeiraete sagt:

    Leserbeiräte der Westfälischen Rundschau
    Brüderweg 9 + 44135 Dortmund + 0152-31047866 + leserbeirat@westfaelische-rundschau.de

    15. Januar 2013

    Liebe Mitglieder der Leserbeiräte der Westfälischen Rundschau,

    es ist ein trauriger Anlaß, der mich heute an Sie schreiben läßt.
    In einer Mitarbeiterversammlung haben die drei Geschäftsführer der WAZ-Medien-Gruppe, Manfred Braun, Christian Nienhaus und Thomas Ziegler, der Belegschaft mitgeteilt, dass alle Redakteure und Redakteurinnen sowie die kaufmännischen Angestellten die Kündigung erhalten werden. Das sind im Zeitungsverlag Westfalen, der die WR herausgibt, rund 120 Beschäftigte. Wie Geschäftsführer Braun feststellte, „wird die WR in ihrer Form so nicht weiter geführt.“ Sie bleibe als Titel zwar erhalten, aber die redaktionellen Lokalseiten würden von den örtlichen Konkurrenz-Zeitungen zugekauft und der überregionale Teil („Mantel“) werde in Essen beim Contentdesk der WAZ hergestellt. Die Umstellung soll Ende Januar/Anfang Februar geschehen. Die Westfälische Rundschau wird nach 67 Jahren ihre redaktionelle Eigenständigkeit verlieren. Die lokalen Teile werden künftig in Dortmund, Lünen und Schwerte von den „Ruhrnachrichten“ geliefert, in Unna und Kamen vom „Hellweger Anzeiger“ im Märkischen Kreis von der „Märkischen Verlagsgesellschaft“ und für die beiden Ausgaben im Ennepe-Ruhr-Kreis (Gevelsberg-Ennepetal-Schwelm und Wetter-Herdecke) von der „Westfalenpost“, die dafür zwei neue Redaktionen einrichten soll, nachdem sie ihre eigenen vor etwas mehr als zwei Jahren aufgeben musste.
    Die Mitarbeiter, die erst am Tag zuvor durch die Geschäftsleitung zu dem Termin geladen worden waren, nahmen die Mitteillungen fassungslos entgegen. Auch Chefredakteur Malte Hinz zeigte sich tief erschüttert. Zwar hatten sich nach der 20-Prozent-Einspar-Ankündigung im vergangenen Herbst Gerüchte und Befürchtungen um Teilstilllegungen ergeben (die beiden letzten Beirats-Mitteilungen), aber die Gesamtschließung aller Redaktionen hatte niemand erwartet. Sie bedeutet unter anderem, dass in der zweitgrößten Stadt in Nordrhein-Westfalen, Dortmund, die Leser künftig nur durch eine Zeitungsredaktion informiert werden. Eine Entwicklung, die bisher kaum vorstellbar war.
    Begründet wird die Totalschließung mit dem enormen Defizit, das die WR in den letzten Jahren eingefahren habe. Geschäftsführer Nienhaus nannte eine Summe von 50 Millionen Euro in den letzten fünf Jahren. Die dramatisch zurückgegangenen Anzeigen- und Vertriebserlöse hätten für die Zukunft keine Besserung erwarten lassen.
    Betriebsrat und Belegschaft kündigten an, dass sie die aus ihrer Sicht nicht nachvollziehbare Schließung der Redaktionen nicht kampflos hinnehmen werden. Der vereinbarte Sozialplan sei kein Arbeitsplatzersatz. Sie wollen die Öffentlichkeit über die Schließung und ihre Auswirkungen auch auf das gesellschaftliche Leben vor Ort mit verschiedenen Veranstaltungen informieren und dabei die Politik in ihre Aktionen einbeziehen.
    Für die Leserbeiräte der Westfälischen Rundschau, die sich bisher engagiert für „ihre“ Zeitung eingesetzt haben, ergibt sich aus dieser Entwicklung nur eine Konsequenz: Da eine Zusammenarbeit mit den WR-Redaktionen angesichts ihrer Schließung nicht mehr möglich ist, Kritik und Anregungen also ins Leere gehen, macht die Arbeit der Leserbeiräte keinen Sinn mehr.
    Deshalb habe ich mir ,nach Absprache mit Verlag und Chefredaktion die traurige Pflicht auferlegt, Ihnen mitzuteilen, dass die Leserbeiräte aufgelöst werden. Es wäre allerdings schön, wenn Sie die Aktionen der Redaktionen noch positiv begleiten würden und gegenüber den Verantwortlichen in der Geschäftsführung der WAZ-Gruppe Ihre Meinung kundtun.
    Herzlichen Dank für Ihren Einsatz und Ihre Mitarbeit, die mir und den Redaktionen viel geholfen haben.
    Ihr
    Jörg Tuschhoff
    (Koordinator der WR-Leserbeiräte)

  30. Anzeigenblätter machen auch Verluste sagt:

    Tageszeitungen -20%, Anzeigenblätter -15 – 20%. Selbstständig Freie bekommen keine oder nur noch wenige Aufträge, Pauschalisten wurden gekürzt und nun stirbt die WR. Wir treffen uns dann alle bei der Agentur für Arbeit wieder… 🙁
    So kann man ein Unternehmen auch unter die Erde bekommen…

  31. Phantom-Chef sagt:

    Kann das denn wahr sein: Laut FR und TAZ bleibt Malte Hinz auch in Zukunft Chefredakteur der untoten WR, offenbar mit Schreibtisch in Essen. Kann das stimmen, dass einer seinen ***** rettet und weiter vergolden lässt, während 120 Kollegen geschasst werden?

  32. Phantom-Zeitung sagt:

    @Phantom-Chef: So ist das halt. Die WR bleibt ja bestehen (HAHAHA!). Und presserechtlich braucht jede Zeitung einen Chefredakteur. That’s it.

  33. Zeitungsfan sagt:

    Den Versuch mit der Internet-Konkurrenz hats ja schon mal gegeben unter Regie eines gewissen Herrn Knüpfer (der hat auch ne WAZ-Vergangenheit). Es ging bekanntlich ziemlich in die Hose, obwohl viele Profis dabei waren.

  34. Krabatzbär sagt:

    @Einzige Reaktion: „So bereitet ihr alle denen da oben zumindest nochmal für ein paar Wochen Probleme, wie sie die Seiten bis zur Übernahme der Fremdverlage füllen sollen.“

    – Träum weiter von Problemen: Bei Rubens (HA) in Unna war man heute ! schon überrascht, dass die WR überhaupt noch mit eigener Lokalseite erschien. Man war logistisch darauf vorbereitet, gleich von Tag 1 der Todesnachricht an zu übernehmen.
    „Probleme“ kriegen einzig und allein jetzt die Ratten, die das sinkende Schiff nicht (wie M.H.) rechtzeitig noch verlassen haben.
    That´s it.

  35. Pauschalist sagt:

    @Kratzbär: Danke, dass du uns als Ratten bezeichnest.
    Aber Leute wie Du sind jetzt mein geringstes Problem.
    Ich werde in 14 Tagen Hartz IV-Bezieher sein.
    Trotzdem möchte ich ein paar Sachen klarstellen. Nur, damit es nicht unwidersprochen bleibt:
    1. Die WR kann nicht in so kurzer Zeit 50 Mio. Verlust gemacht haben. In allen Debatten seit 2008 sind bis heute völlig andere (niedrigere) Zahlen genannt worden.
    2. Print ist nicht am Ende. Die WAZ macht nach wie vor Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe. Und bestimmt nicht mit dem westen. Und am Rande: Ohne Print-Redakteure gäbe es überhaupt keine lesenswerten lokalen Berichte im Internet. Aber das werden die Surfer im WR-Gebiet ja bald merken.
    3. Die WR war keine Parteizeitung. Niemals habe ich politische Vorgaben bei meiner Arbeit bekommen. Die Vorgabe war Sozial und Demokratisch, aber eben nicht: sozialdemokratisch.
    4. Der Protest der SPD dient nur dazu, sich von der WAZ auszahlen zu lassen.
    5. Die Kollegen aller anderen Titel, die am Samstag sicher nicht mit uns demonstrieren werden, wird es als nächstes erwischen.
    6. Offenbar sind hier inzwischen bezahlte Leute unterwegs, die wie Bernd Widmann Beiträge im Interesse der Geschäftsführung verfassen. Anders lassen sich einige Beiträge nicht erklären, denn es sind offensichtlich weder Leser noch Mitarbeiter der WAZ-Gruppe, die da so engagiert gegen die Betroffenen schreiben.

  36. Ex-WAZler sagt:

    Wenn sich die WAZ-Mediengruppe in Funke Mediengruppe umbenennen sollte – so wie es das Manager Magazin in Erfahrung gebracht haben will -, was wird dann aus den Zeitungstiteln? Werden aus WAZ, NRZ, WP und WR die Funke News oder – in Würdigung der Tatsache, dass das komplette Management der WAZ mittlerweile von Ex-Springer-Leuten unterlaufen ist – gar in „Bild & Funke“?

    Ironie beiseite… Die Schließung der kompletten Redaktion der „Westfälischen Rundschau“ ist ein Schlag ins Gesicht der dort bislang beschäftigten Redakteure und ein bislang in Deutschland so nicht bekannter Vorgang. Bleibt zu hoffen, dass die von der Arbeitslosigkeit bedrohten Redakteure allesamt eine neue berufliche Herausforderung finden mögen (ggf. außerhalb ihres bisherigen Betätigungsfeldes) und die Mehrheit der WR-Leser ihrer Zeitung, die es so de facto bald nicht mehr geben wird, die rote Karte zeigen werden. Dann wird es nicht mehr lange dauern, bis die Gesamtauflage aller WAZ-Titel in NRW die 500.000er-Marke unterschreiten wird, leider… Aber das scheint ja so gewollt zu sein.

  37. Jan Mertens sagt:

    @Ehemaliger
    Es geht am Samstag um 11 Uhr vor dem RUNDSCHAU-Haus nicht darum, sich etwas vorzumachen: Was von der WR übrigbleibt, ist eine auf lebendig geschminkte Leiche. Aber wichtig ist, Solidarität zu zeigen mit angestellten und freien Mitarbeitern, die zum Teil in existenzielle Not geraten. Deshalb: ich hoffe, man sieht sich…

  38. Was kommt als Nächstes? sagt:

    Kündigung des Restmantels von NRZ und WP?
    Kündigungen durch Reduzierung des Content Desks?
    Kündigung der Restredakteure an den Regio-Desks und vollständiger Ersatz durch Mediengestalter?
    Kündigung bestimmter unrentabler Lokalredaktionen?

  39. Ehemaliger sagt:

    @Jan Mertens
    „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab.“
    So einfach ist das. Ich investiere keine Minute mehr in sinnlose Aktionen. Die letzten Jahre, in denen die Allgemeinheit dem Niedergang und unseren albernen Mahnkerzen teilnahmslos zusah, reichen mir völlig.

  40. Wiebke Westhues sagt:

    @Zeitungsfan
    Ja, Herr Knüpfer war damals seiner Zeit einfach voraus. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, um aktiv zu werden und ein neues Projekt zu starten, das langfristig angelegt ist und der Allianz Lensing/ WAZ die Stirn bietet. Es ist nicht zu spät, es geht gerade erst los.
    .
    Wichtige Grundregel: Kenne Deinen Feind. Basiswissen bietet die Lektüre dieses Beitrags:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Medienhaus_Lensing

  41. Armselig und zynisch sagt:

    An Bernd Widmann, 16. Januar,2013 um 17.13:

    Was wissen Sie eigentlich darüber, wer unter den bisherigen Postings unmittelbar Betroffener der Redaktionsschließung bei der WR ist. Nichts! Was wissen Sie von journalistischer Professionalität? Nichts, wie der Inhalt und die Gangart Ihrer Kommentierungen erkennen lassen!

    Was wissen Sie überhaupt von Journalismus und dem bei der WR? Nichts, wie Ihre hergeholten Vergleiche zum Strukturwandel, zum Vorgehen des Unternehmensmanagements erkennen lassen! In einem so armselig-zynischen Sprachstil schreibt kein Journalist, nicht einmal einer von der schärftsten Konkurrenz.

    Nichts Konkretes bringen Sie zur Schließungsproblematik, deren Ursachen und Gründen ein, wo immer die im Einzelnen liegen und zu suchen sind. Stattdessen schwafeln Sie nur verbal herum, versuchen den Blog mit diffusen, destruktiven und erkennbar fehlgeleiteten Gedankengängen zu befeuern.

    Na klar, weil Sie es nicht anders können. Nichts wissen Sie von den Ursachen und Gründen, die zu der Entwicklung und Schließung der WR in der WAZ-Mediengruppe geführt haben.

    Was treibt Sie bei Ihren Auftritten eigentlich an, wer bezahlt Sie für diese Auftritte? Sicher nicht nach Zeilenhonorar. So, wie Sie auftreten, hinterlassen Sie den Eindruck eines gut ausgestatteten Pauschalisten einschlägig interessierter Kreise. Von welcher Seite, wenn Sie das – zu Ihrer eigenen Glaubwürdigkeit – noch lüften würden?

    Wirklich nur armselig und zynisch Ihr Auftritt in diesem Blog!

    Dieser User ist wie andere in diesem Blog kein WR-Betroffener, kommt aus einem anderen Medienbereich. Er hat aber – im krassen Unterschied zu Ihnen – nicht nur Einblicke in die Medienentwicklung und Verständnis und ein soziales Empfinden für die Situation von Betroffenen.

  42. Ex-WRler sagt:

    @Jan Mertens „Aber wichtig ist, Solidarität zu zeigen mit angestellten und freien Mitarbeitern“
    .
    Aha. Meinst Du vielleicht dieselbe Solidarität, mit der in fast allen WR-Lokalredaktionen der Weggang der ersten Kolleginnen und Kollegen totgeschwiegen wurde?
    Dieselbe Solidarität, mit der der Herr Ex-Gerkschaftsboss und Ex-Betriebsratsvorsitzender, jetzt Chefredakteur, Berichte über deren Weggang verbot?
    Dieselbe Solidarität, mit denen einige verbliebene Kollegen den Gehenden „Fahnenflucht“ vorwarfen (selbst erlebt)?
    .
    Ein einziger WR-Redaktionsleiter besaß den Mut, das Solidaritätsbewusstsein und, wie man aus heutiger Sicht sagen muss, die vorausschauende Intelligenz, seine WR-Leserinnen und -Leser über die Verabschiedung der abgefundenen Kollegen und damit zugleich auch über das sich abzeichnende Fiasko, über den Anfang vom Ende, zu berichten. Ein einziger leistete Widerstand und kam seiner journalistischen Sorgfaltspflicht nach!
    .
    Und jetzt wünschen die übrigen, die sich peinlicherweise solchen menschenverachtenden Anweisungen, fügten, Solidarität? Es wäre Zeit und Gelegenheit gewesen, alle Leser wachzurütteln. Jetzt ist das Thema durch. Aus und vorbei. Endgültig.

  43. Anonymous sagt:

    @Ex-WRler: An dem, was Sie sagen, ist einiges dran. Trotzdem sollte man wenigstens jetzt solidarisch sein. Alles andere wäre billige Revanche.

  44. Interessierter Leser sagt:

    als interessierter Leser frage ich mich, ob neben den ca. 120 Redakteurinnen und Redakteuren (schlimm genug) auch noch weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Verwaltung, dem Anzeigenbereich oder dem Vertriebsbereich betroffen sind? In allen Medien hört und liest man immer von den zu entlassenen Redakteuren (auch 2009 ca. 300 an der Zahl). Doch sind 2009 und in den weiteren Jahren in Wahrheit viel mehr Mitarbeiter in allen Abteilungen freigesetz worden, oder? Die haben aber scheinbar keine Lobby. Also spricht auch niemand über sie. Hat hierzu vielleicht jemand eine Info?
    Werde den Verdacht nicht los, dass hier eine Parallele zur damaligen Situation um Herrn J. Ackermann zu erkennen ist. Trotz hoher Rendite werden eine Menge Leute entlassen. Der Raubtierkapitalismus ist scheinbar doch noch nicht ausgestorben und einige Manager halten noch immer daran fest. Eine Schande!

  45. Krabatzbär sagt:

    @Pauschalist – „Vielen Dank, dass du uns als Ratten bezeichnest“…
    – Tue ich das? Ich tue das eben nicht. Ratten sind schlau – sie verlassen das Schiff, BEVOR es untergeht.
    Sorry. Aber seit 2009 (spätestens) war dies ein Untergang mit Lautsprecheransage. Und ja, es ist alles frustig und übel und neokapitalistisch und was noch alles, aber NICHT MAL JETZT kommt eine Spur dessen auch im absterbenden Blatt rüber. Keine Zeile heute (wieder) auf den Lokalseiten, lediglich ein jämmerliches „Eselsohr“ am Rande, duckmäuserisch und Schwanz einziehend als Glosse verpackt. Über alles Weitere muss man sich echt nicht mehr wundern.
    P.S. Habe einen Arbeitsplatzverlust selbst bereits hinter mir, kenne also das superbesch….ene Gefühl. Mir will aber nicht einleuchten, wie man derart blind ins eigene Verderben rennen kann. Bei allem Mitgefühl – Kopfschütteln.