Gemeinsame Tarifflucht bei DuMont und Heinen-Verlag

Das schlechte Beispiel des Ruhrgebiets macht Schule: Auch im Raum Köln wird der Lokaljournalismus schwer beschnitten und in seiner Vielfalt beschränkt. Die Kölner Medienhäuser M. DuMont Schauberg und Heinen-Verlag haben die Gründung einer neuen, nicht tarifgebundenen „Rheinischen Redaktionsgemeinschaft“ (RRG) bekannt gegeben, in der die Lokalredaktionen der Ausgaben Rhein-Erft, Rhein-Berg, Oberberg, Rhein-Sieg und Euskirchen/Eifel von Kölner Stadt-Anzeiger (MDS) und Kölnischer Rundschau (Heinen) ausgelagert werden. Beide Verlage sind zu gleichen Teilen Gesellschafter der RRG.

Die Gründung der Verlagstochter soll zum 1. Juni 2014 erfolgen, die Umsetzung der Maßnahmen Ende 2015 abgeschlossen sein. Mit der Auslagerung ist der Abbau von 30 Redakteursstellen verbunden. Erreicht werden soll dies sozialverträglich durch Fluktuation, Altersteilzeit, Vorruhestandsregelungen und Aufhebungsverträge. So will man betriebsbedingte Kündigungen vermeiden, schließt sie aber dem Vernehmen nach nicht aus. Zudem müssen wohl zahlreiche Freie und Pauschalisten um ihre Aufträge bangen. Im Ergebnis sollen in der RRG „67 journalistische Mitarbeiter ständig beschäftigt sein“, wie es in der internen Mitteilung heißt. Die ungelenke Formulierung soll auch Pauschalisten mit abdecken. Als Ziel wird eine Kostenersparnis von rund 4 Millionen Euro jährlich angepeilt.

Informiert wurden die Beschäftigten beider Häuser am Vormittag des 18. März in Mitarbeiterversammlungen, die erst am Vortag anberaumt worden waren. Kurz vor den Versammlungen hatten die Verlagsspitzen die Betriebsräte vor vollendete Tatsachen gestellt.

Wie fast schon üblich werden die Sparmaßnahmen in Köln als Strategie verkauft, „eine zukunftsfähige Struktur für den Lokaljournalismus in unserer Region“ zu schaffen, die auch mit Qualitätssteigerungen verbunden seien. „Den beiden Zeitungen stehen künftig gemeinsam größere Lokalredaktionen als bisher zur Verfügung, um über mehr lokale Themen in höherer Qualität zu berichten“, heißt es dazu in internen Mitteilungen der beiden Verlage. Immerhin: Beide Titel sollen nach Verlagsangaben ein eigenständiges Profil behalten: Die Mantelteile bleiben getrennt, und die Blätter „können natürlich auch im Lokalteil eigene Akzente setzen“. Wie diese eigenen Akzente bzw. die eigentlich unterschiedlichen Lokalausgaben letztlich aussehen werden, bleibt abzuwarten.

48 Antworten zu “Gemeinsame Tarifflucht bei DuMont und Heinen-Verlag”

  1. Jaja sagt:

    Und die Qualität der Berichterstattung soll sogar noch gesteigert werden! heißt in der Presseerklärung, dass kommt uns doch von WAZ-Mediengruppe bekannt vor, oder? Und danach rauschen die Auflagen erst recht in den Keller!

  2. […] Die Gründung der Verlagstochter soll zum 1. Juni 2014 erfolgen, die Umsetzung der Maßnahmen Ende 2015 abgeschlossen sein. Mit der Auslagerung ist der Abbau von 30 Redakteursstellen verbunden. Erreicht werden soll dies (weiterlesen…) […]

  3. Flurfunk sagt:

    Es verdichten sich die Gerüchte, dass die nächsten Streichungen Ende März anstehen.

  4. Unmöglich sagt:

    Dju Köln Deutsche JournalistInnen-Union

    Präsident und Ehren!!!präsident des BDZV begehen in Tateinheit Tarifflucht!!

    Während in den derzeit laufenden Tarifverhandlungen für die Redakteurinnen und Redakteure, Pauschalistinnen und Pauschalisten sowie freien Journalistinnen und Journalisten bei den Tageszeitungen die Arbeitgeberseite nicht müde wird, den Wert des Flächentarifvertrages zu betonen, für dessen Erhalt die Beschäftigten angeblich Opfer bringen müssen, bläst das Führungspersonal des BDZV zum Frontalangriff auf Tarifverträge: Alfred Neven DuMont (Kölner Stadt-Anzeiger) und Helmut Heinen (Kölnische Rundschau) überführen große Teile ihrer lokalen Außenredaktionen in die nicht tarifgebundenene Gesellschaft „Rheinische Redaktionsgemeinschaft“. Diese soll künftig die Inhalte für mehrere Lokalausgaben beider Titel liefern.

    Das bedeutet neben einem weiteren Angriff auf die Pressevielfalt auch existenzielle Sorgen für 30 Kolleginnen und Kollegen, deren Stellen bis 2015 „sozial verträglich“ abgebaut werden sollen. Vom Jobverlust bedroht sind gleichermaßen festangestellte Kolleginnen und Kollegen sowie die so genannten Pauschalisten.

  5. kressblitzanalysiert sagt:

    was im Hause DuMont alles so los ist
    http://www.presseportal.de/meldung/2692667

  6. schrittfürschritt sagt:

    das Bürgerportal Berglisch-Gladbach berichtet über die Zusammenlegung der Redaktionen von DuMont und Heinen in RheinBerg
    http://in-gl.de/2014/03/18/dumont-heinen-legen-lokalredaktionen-in-rheinberg-zusammen/

  7. Zwangsvereinigung sagt:

    Pascal Beucker berichtet für die taz
    http://www.taz.de/1/archiv/archiv/?dig=2014%2F03%2F20%2Fa0146

  8. korrektur sagt:

    das Medienhaus M.DuMont Schauberg legt nach der Berichterstattung auf turi2.de und meedia.de Wert auf folgende Feststellung

    DuMont Schauberg legt Wert auf die Feststellung, dass der Verlag zwar Dienstleistungen für „externe Dritten anbieten“ will. An die Arbeitskraft seiner Redakteure sei aber – anders als von turi2 gemeldet – nicht gedacht. Einzige Ausnahme ist die DuMont Redaktionsgemeinschaft in Berlin, die bisher schon u.a. für die „Frankfurter Rundschau“ arbeitet.
    turi2

  9. attac kritik sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    die von Ihnen geplante Auflösung bzw. Zusammenlegung mehrerer Lokalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau wird von Attac Köln in mehrfacher Hinsicht heftig kritisiert:
    Zum einen wäre die Umsetzung der Planung durch Personalab- und Umbau mit unvertretbaren sozialen Härten und Destablisierungen, dem Wegfall tariflicher Sicherheiten sowie mit zunehmendem Leistungsdruck, also mit einer gravierenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen in Ihren Betrieben verbunden. Zum zweiten würde die journalistische Qualität Ihrer schon bislang entschieden zu Mainstream-orientierten Blätter noch einmal drastisch sinken. Mit gleichgeschalteten
    Lokalteilen und noch weiter zunehmendem kritikfreiem Rückgriff auf die gängigen PRBerichte würden sich beide Zeitungen von der journalistisch gebotenen Meinungsvielfalt weitestgehend verabschieden.
    Als geradezu zynisch muss es angesichts solcher Pläne verstanden werden, wenn Sie behaupten, sie dienten der Verbesserung des Qualitätsjournalismus. Natürlich wäre das direkte Gegenteil der Fall: Mit Ihrer Tarifflucht, dem Absturz großer Teile der Belegschaften in prekäre Arbeitsverhältnisse und der massiven Steigerung des quantitativen
    Leistungsdrucks würden Sie unweigerlich einen schwerwiegenden Qualitätsabbau herbeiführen.
    Selbst in unternehmerischer Hinsicht kann eine solche betriebliche Politik nur als unsinnig bezeichnet werden. Mit dem Verfall von Qualität und mit dem Übergang zu raubtierkapitalistischen Ausbeutungsmechanismen würden Sie dem Ansehen Ihrer Zeitungen gravierenden und nachhaltigen Schaden zufügen. Dadurch bedingte sinkende Abonnement- und
    Absatzzahlen würden Ihre Häuser in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten stürzen.
    Dies alles kann nicht in Ihrem unternehmerischen Interesse liegen.
    Mit großem Nachdruck appellieren wir an Sie:
    Nehmen Sie Abstand von der Realisierung dieser Pläne!
    Setzen Sie – im Gegenteil – alles daran, die unambitionierte Mainstream-Orientiertheit
    Ihrer Zeitungen zu überwinden und
    mit engagierten, weil sozial abgesicherten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein wirklich qualitätsjournalistisches Niveau zu erreichen und zu verstetigen.
    Attac Köln

  10. schrunpfkurs sagt:

    Anja Krüger berichtet im Neuen Deutschland über den aktuellen Stand der Dinge bei DuMont Schauberg
    http://www.neues-deutschland.de/artikel/933087.redaktioneller-schrumpfkurs.html

  11. denwortenbittetatenfolgenlassen sagt:

    nun hält der Helmut Heinen auch noch ein Plädoyer für Profi-Journalismus, nur anständig bezahlen will er ihn natürlich nicht, aber das ist ja auch nicht neu!
    http://www.rundschau-online.de/wirtschaft/helmut-heinen-plaedoyer-fuer-den-profi-journalismus,15184892,27173616.html

  12. infoveranstaktung sagt:

    MDS und Heinen-Verlag: Gemeinsame Informationsveranstaltung von dju und DJV für Freie und Pauschalisten
    Die Geschäftsführungen von Kölner Stadt-Anzeiger (MDS) und Kölnische Rundschau (Heinen-Verlag) haben tiefgreifende Umstrukturierungen angekündigt. Davon betroffen sind fest angestellte Redakteure, ebenso wie freie Mitarbeiter und Pauschalisten beider Häuser. Da sich derzeit viele Fragen stellen, bieten der DJV und die dju in ver.di am Montag, 26. Mai 2014, ab 19 Uhr eine Info-Veranstaltung im Restaurant Stadtgarten (Venloer Straße 40, 50672 Köln) an. Eingeladen sind ganz gezielt alle freien Mitarbeiter und Pauschalisten von KStA und KR.

  13. Anja sagt:

    Ne is klar, der Mindestlohn für Zeitungszusteller bedeutet den Untergang des Abendlandes, wollen uns die Zeitungsverleger weis machen
    http://www.bdzv.de/aktuell/pressemitteilungen/artikel/detail/appell_an_politik_zeitungen_brauchen_dringend_sonderregelung_beim_mindestlohn/

  14. neuanalfred sagt:

    Der Bundestagsabgeordnete Dr, Alexander Neu (Die Linke) aus dem Rhein-Sieg-Kreis hat im Zusammenhang mit der Redaktionsfusion von KStA und KR einen Brief an Alfred Neven DuMont geschrieben, den wir hier dokumentieren
    Sehr geehrter Herr Neven DuMont,
    sehr geehrter Herr Heinen,

    mit Ihrem Schreiben vom 18.03.2014 haben Sie mich über die anstehenden Veränderungen in den Lokalredaktionen von Kölnischer Rundschau und Kölner Stadt-Anzeiger informiert. Ihrem Brief konnte ich entnehmen, dass
    Ihnen meine Meinung wichtig ist. Aus diesem Grund habe ich mich kürzlich um ein persönliches Gespräch mit der Chefredaktion des Kölner Stadt-Anzeiger bemüht, das aber bedauerlicherweise nicht zustande kam.
    Deshalb möchte ich auf diesem Wege Stellung zu den Veränderungen in Ihren Häusern nehmen, die ja inzwischen offenbar bereits Gestalt annehmen.
    Sie schreiben unter anderem, dass die angekündigte Bündelung der Kräfte der betroffenen Redaktionen notwendig sei, damit die Zeitungen weiter ihre wichtige Funktion bei der demokratischen Meinungsbildung in der
    Region wahrnehmen können. Meinungsbildung kann meines Erachtens allerdings nur in einer Situation der Meinungsvielfalt entstehen. Diese Meinungsvielfalt wird aber durch den Schritt erschwert, den Sie jetzt
    vollziehen wollen. Werden bislang politische, wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Zusammenhänge von zwei selbstständigen
    Redaktionen auf durchaus unterschiedliche Weise beleuchtet und gegebenenfalls kommentiert, so dürfte es künftig zu den meisten Themen und Ereignissen in der Regel nur noch eine Sicht der Dinge geben.
    Medialer Einheitsbrei statt Medien- und Meinungsvielfalt sind die Folge.
    Dies ist, nebenbei bemerkt, auch deshalb ärgerlich, weil Zeitungen wegen ihrer wichtigen Funktion in der Demokratie subventioniert werden – in
    Form des reduzierten Mehrwertsteuersatzes.
    Was mich an den von Ihnen angekündigten Veränderungen ebenso bedenklich stimmt, ist, dass sie Ihre Redaktionen in eine Gesellschaft überführen wollen, die nicht tarifgebunden ist. Dieser verhängnisvolle Weg, den der
    Verlag MDS in anderen Unternehmensbereichen ja leider schon wiederholt beschritten hat, bedeutet eine bewusste Abkehr vom bewährten Prinzip der Sozialpartnerschaft.

    Dieser Akt der Tarifflucht wiegt umso schwerer, als es sich bei Ihnen um zwei Spitzenvertreter Ihres Branchenverbandes BDZV handelt – jenes
    Verbandes also, der bei den Tarifverhandlungen für Redakteurinnen und Redakteure an Tageszeitungen den Beschäftigten zuletzt erhebliche finanzielle Einbußen zugemutet hat, mit der Begründung, dass nur so der
    Flächentarifvertrag der Branche aufrecht erhalten werden könne. Eben diesen Flächentarifvertrag wollen Sie nun für die Beschäftigten der RRG nicht mehr anwenden. Das Signal, das dar für die Branche, aber auch für
    andere Wirtschaftszweige ausgeht, ist verheerend.
    Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Fusion Ihrer Redaktionen sowohl die berechtigten Interessen Ihrer Leserinnen und Leser als auch Ihrer Beschäftigten missachtet. Ich möchte Sie deshalb bitten, von
    diesen Plänen Abstand zu nehmen. Sollten Sie an Ihrem Vorhaben festhalten, dann müssen die Mitarbeiter der RRG wenigstens weiterhin nach dem geltenden Branchentarifvertrag bezahlt werden, auch jene
    Mitarbeiter übrigens, denen im Hause MDS eine tarifliche Entlohnung schon immer verweigert wird, den so genannten Pauschalisten.

    Mit freundlichen Grüßen
    Dr. Alexander S. Neu

  15. wdrstichtagheute sagt:

    zum 60jährigen Bestehen des Bundes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) so so beim Hellweger Anzeiger in Unna soll die Zeitungswelt noch in Ordnung sein meint der WDR. Dann wollen wir das mal gerne glauben
    http://www1.wdr.de/radio/podcasts/wdr2/stichtag7732.html

  16. starkesstück sagt:

    nun kassiert der Kölner Stadt-Anzeiger auch von Lesern, die die Leserkommentare lesen wollen. Geschaefte machen mit fremden Leistungen echt ein starkes Stueck!

  17. Restrukturierungsprogramm sagt:

    hört sich nicht wirklich erfreulich für die Belegschaften an, was da morgen um 11 Uhr an den Standorten Köln, Hamburg, Halle und Berlin von DuMont Schauberg auf Mitarbeiterversammlungen unter dem Stichwort Restrukturierungsprogramm vorgestellt werden soll
    http://dumontschauberg.wordpress.com/2014/09/25/mds-wird-am-26-september-2014-sein-restrukturierungsprogramm-an-allen-standorten-vorstellen/

  18. junge welt sagt:

    mit den Zukunftsplänen von M. Dumont Schauberg beschäftigt sich die Junge Welt in einem Interview
    http://www.jungewelt.de/2014/09-29/047.php

  19. BR von MDS fühlt sich überrumpelt sagt:

    … von den vielfältigen Maßnahmen des Vorstands und lädt für den 15. Oktober zu einer gemeinsamen Mittagspause ins Druckzentrum ein
    http://dumontschauberg.wordpress.com/2014/10/09/betriebsrat-mds-koln-wir-treffen-uns-am-15-oktober-zur-gemeinsamen-mittagspause/

  20. mds startet xtra sagt:

    eine neue lokale Nachmittagszeitung für das junge Publikum
    http://www.turi2.de/2014/10/20/dumont-startet-tageszeitung-xtra-19588021/

  21. sieg vor gericht sagt:

    Der Betriebsrat von MDS obsiegt gegen den Arbeitgeber, der jetzt mit den vom BR angeforderten Unterlagen heruasrücken muß
    http://meedia.de/2014/10/22/betriebsrat-zwingt-dumont-vor-gericht-zur-unterlageneinsicht/

  22. schlechte nachrichten vom rhein sagt:

    der Personalabbau bei DuMont gehen weiter, 40 Stellen sollen in Köln wegfallen
    http://meedia.de/2014/10/28/personalabbau-bei-dumont-geht-weiter-40-stellen-sollen-in-koeln-wegfallen/?fbc=fb-shares

  23. eine gute sache sagt:

    Die Kolleginnen und Kollegen der fusionierten und zum Zweck derTarifflucht in der RRG outgesourcten Lokalredaktionen von Kölner Stadt-Anzeiger und Kölnischer Rundschau haben einen schlagkräftigen Betriebsrat gewählt.
    http://dumontschauberg.wordpress.com/category/rrg/

  24. Aufspaltung zum 31.12. sagt:

    MDS soll zum Jahresende ganz viele kleine tariflose Mini-Gesellschaften aufgespalten werden, in denen es keine Mitbestimmung mehr geben soll
    http://koeln.verdi.de/branchen-und-berufe/medien-kunst-und-industrie/dumont-schauberg/++co++2b074bfc-73c2-11e4-8ffa-525400248a66

  25. verschoben sagt:

    bei MDS in Köln wird die Ausgliederung von Unternehmensbereichen, die eigentlich noch bis Weihnachten durchgezogen werden sollten, verschoben auf den 1. Februar 2015
    http://rdir.de/r.html?uid=A.B.uqA.dh.BJEAO.7JRuyS4yw1RNaqOlS3lLaw

  26. Erklärung der Betriebsräte sagt:

    Die Betriebsräte der Mediengruppe M. DuMont Schauberg haben zu den aktuellen Entwicklungen im Unternehmen eine gemeinsame Erklärung verabschiedet:
    Die Mediengruppe M. DuMont Schauberg ist eine bedeutende Zeitungs- und Mediengruppe. Mit ihren Zeitungstiteln, den Web- und Mobile-Angeboten und Rundfunkbeteiligungen leistet sie einen wichtigen Beitrag zur publizistischen Vielfalt in Deutschland und damit zur Meinungsbildung und zur öffentlichen Kontrolle in unserer Demokratie. Demokratie lebt von Transparenz und Beteiligung.
    Wie in der Gesellschaft insgesamt, sind Transparenz und Beteiligung auch im Betrieb von enormer Bedeutung. Deshalb bereitet es uns Sorge, dass der Vorstand und die Geschäftsführungen der Zeitungen von M. DuMont Schauberg im Namen einer Neustrukturierung der Mediengruppe Hand an die betrieblichen Interessenvertretungen in Köln, Halle, Berlin und Hamburg legen. Betriebsräte mit ihrem gesetzlichen Auftrag verkörpern das soziale Gewissen im Betrieb. Indem sie unternehmerische Entscheidungen hinterfragen, können sie dafür sorgen, dass Dinge sich ändern.
    Mit seinem „Perspektive Wachstum“ genannten Programm beschränkt sich der Vorstand nicht darauf, massiv Ausgründungen vorzunehmen und Stellen abzubauen. Er versucht auch, die Betriebsräte an den einzelnen Standorten zu schwächen und zu zerschlagen – unter anderem durch die Bildung von Mini-Gesellschaften mit nur einigen wenigen Beschäftigten am jeweiligen Ort. Das hat einschneidende Konsequenzen: Belegschaften von weniger als fünf Arbeitnehmern können gar keinen Betriebsrat wählen. Belegschaftsvertretungen in Betrieben mit weniger als 20 Arbeitnehmern haben nur eingeschränkte Rechte.
    Wir als Betriebsräte bestehen darauf, dass es auch in Zukunft in unseren Medienhäusern gesicherte Interessenvertretungen für alle Beschäftigten geben muss. Sie müssen die Interessen der Belegschaften artikulieren können, und sie müssen die legitimen Ansprüche der Kolleginnen und Kollegen gegenüber den Geschäftsleitungen auch durchsetzen können.
    Gewählte Betriebsräte, die auf Augenhöhe mit den Unternehmensleitungen verhandeln sollen, müssen kenntnisreich und stark genug sein, um sich gegebenenfalls auch in Konflikten mit den Unternehmensleitungen behaupten zu können. Diese Rahmenbedingungen sind durch das Restrukturierungsprogramm, wie es derzeit vorangetrieben wird, gefährdet. Deshalb drängen wir darauf, dass trotz allen Abspaltungen und Aufspaltungen in der Konzernstruktur die Beschäftigten weiterhin im Rahmen eines gemeinsamen Betriebes von den von ihnen gewählten amtierenden Betriebsräten vertreten werden. Entsprechende Vereinbarungen im Rahmen der aktuell laufenden Verhandlungen sind möglich und nötig, dienen dem Zusammenhalt in unserem Medienhaus und dem Betriebsfrieden.
    Wir appellieren an die Gesellschafter und den Vorstand von MDS: Gewährleisten Sie auch nach Innen weiter die partizipative Demokratie, für die unsere Medien sich täglich öffentlich einsetzen.
    Köln, Halle, Berlin und Hamburg, den 9. Dezember 2014
    Betriebsrat M. DuMont Schauberg, Köln
    Betriebsrat MDVH / MZ Druckereigesellschaft, Halle
    Betriebsrat Berliner Verlag, Berlin
    Betriebsrat Morgenpost Verlag, Hamburg

  27. nrhzzumds2015 sagt:

    ein Text von Peter Kleinert
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21104

  28. paukenschlag am rhein sagt:

    Paukenschlag am Rhein: Konstantin Neven Du Mont, der rheinische Verlegerssohn, hat angekündigt, dass er überlegt, als unabhängiger Kandidat für den Posten des Kölner Oberbürgermeisters antreten zu wollen. Ob er tatsächlich antrete, werde sich innerhalb der nächsten drei Wochen entscheiden, die Netzgemeinde diskutiert kontrovers
    http://www.turi2.de/heute/konstantin-neven-dumont-will-koelner-oberbuergermeister-werden/

  29. ciao isabella sagt:

    Veränderungen stehen in der Konzernspitze von MDS in Köln an, wie w&v berichtet, Alfred Neven DuMont befördert seine Tochter in den Aufsichtsrat, wo sie stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende werden soll. Den Vorsitz im Aufsichtsrat gibt Alfred an seinen Neffen Christian DuMont Schütte ab
    http://www.wuv.de/medien/alfred_neven_dumont_ordnet_konzernspitze_neu

  30. MDS macht TV sagt:

    über die TV-Pläne von MDS berichtet Kai-Hinrich Renner in seiner wöchentlichen Kolumne im Handelsblatt
    http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/medienmacher/medienmacher-die-geheimnisvollen-tv-plaene-eines-zeitungshauses/11566700.html

  31. scheinselbstständigkeit sagt:

    nachdem sich unlängst Springer sich wg. der Nichtzahlung von Sozialversicherungsbeiträgen für feste freie Mitarbeiter, die im Grunde wie feste Redakteure eingesetzt werden, selbst angezeigt hatte, ist ganz ähnlicher Angelegenheit nun auch das Hauptzollamt Köln bei M.DuMont Schauberg tätig geworden, berichtet meedia.de
    http://meedia.de/2015/04/10/das-geschaeft-mit-den-festen-freien-ermittler-durchleuchten-m-dumont-schauberg/

  32. Kölner Pauschalisten sagt:

    das Hauptzollamt ermittelt in Köln bei MDS
    http://dju-nrw.verdi.de/themen/2015-2/++co++33393c58-f7d5-11e4-8c1b-525400a933ef

  33. DuMont hat einen Kunden mehr sagt:

    für seine überregionalen Inhalte, den Weserkurier, nein, es ist nicht gut bestellt um die Medienvielfalt in unserem Land
    http://meedia.de/2015/05/22/weser-kurier-holt-sich-hauptstadt-inhalte-kuenftig-von-dumont/

  34. f.werneke zu dumont sagt:

    der ver.di Vize heute auf einer Betriebsversammlung beim Berliner Verlag
    https://dumontschauberg.wordpress.com/2015/06/26/rede-von-frank-werneke-auf-betriebsversammlung-im-berliner-verlag/

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