Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten

Die vom Dortmunder Medienhaus Lensing herausgegebene Münstersche Zeitung (MZ) will ihre Ausgaben in Münster, Greven und Steinfurt mit  dem Mitbewerber Westfälische Nachrichten fusionieren. Ein entsprechender Antrag auf eine Sanierungsfusion sei beim Bundeskartellamt gestellt worden, erfuhren die Beschäftigten am 1. August auf einer Betriebsversammlung der MZ, an der auch der Herausgeber Lambert Lensing-Wolff teilnahm.

Als Grund für den Fusionsantrag verweist der Verlag auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der Ausgaben. Angesichts der nachrangigen Wettbewerbsposition gegenüber dem Marktführer Westfälische Nachrichten und der sinkenden Anzeigenerlöse sei die MZ seit Jahren defizitär. Die Prüfung des Antrags kann einige Monate dauern.

Gerüchten zufolge sollen alle Ausgaben der Münsterschen Zeitung in Münster, Greven und Steinfurt eingestellt werden, falls das Kartellamt die Fusion ablehnt. Das vom Medienhaus Lensing herausgegebene Anzeigenblatt „kaufen+sparen“, die Emsdettener Volkszeitung und die Münsterland Zeitung in Ahaus soll dem Vernehmen nach unverändert weiter erscheinen

Die Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV-NRW befürchten erhebliche Arbeitsplatzverluste durch die angestrebte „Sanierungsfusion“. Wie viele Beschäftigte aus Redaktion, Verkauf und Vertrieb davon betroffen sein werden, ist derzeit offen.

258 Antworten zu “Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten”

  1. Landlust: Bienchen auf Stilblüten sagt:

    Sommerleben. Eine Biene. Eine Million verkaufte Auflage… – Michalis Pantelouris hat für Übermedien die Landlust aus Münster gelesen:
    http://uebermedien.de/5594/bienchen-auf-stilblueten/

  2. Adieu kaufen+sparen!!! sagt:

    Eine Ära, nicht die schlechteste im Anzeigenblattjournalismus, geht zu Ende: morgen erscheint die letzte Ausgabe des traditionsreichen Anzeigenblatts kaufen+sparen, das nach fast 40 Jahren (!) vom Markt genommen wird. Den dominiert dann Hallo aus dem Hause Aschendorff!
    Im letzten Heft datiert vom 6. Juli 2016, Nr. 27 im 39. Jahrgang mit dem Titel „Wir sind dann mal weg“ heisst es unter „Liebe Leserinnen und Leser“: „In den vergangenen Jahren hat es auf dem münsterschen Zeitungsmarkt viele Veränderungen gegeben. Auch wenn wir gerne weiter gemacht hätten – wir haben uns schweren Herzens entschlossen, unsere Produktion einzustellen. (…) Auf uns alle warten neue Aufgaben“. Unterzeichnet hat das „Team der kaufen+sparen“
    Nachzulesen hier:
    http://www.kus-muenster.de/nachrichten/allgemein/ace2bc2e97eb92f7b3cee6f04dec0633.html

  3. hier wurde berichtet... sagt:

    …über den etwas merkwürdig anmutenden Marktaustritt von kaufen+sparen
    https://www.facebook.com/Münstersche-Volkszeitung-807802282668628/
    http://mvz-online.chayns.net/tapp/index/91958

  4. gewerkschaftliche Stellungnahme sagt:

    die Vorstand der dju in ver.di Münsterland hat jetzt eine Stellungnahme zur Einstellung von kaufen+sparen herausgegeben
    http://www.dju-muensterland.de

  5. Landwirtschaftsverlag und G+J sagt:

    über die Zukunft des Landwirtschaftverlages und die geplanten Projekte mit Gruner+Jahr in der Deutschen Medienmanufaktur hat meedia.de ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Hermann Bimberg geführt. Von Personalabbau ist da erfreulicherweise nicht die Rede
    http://meedia.de/2016/07/12/produkt-offensive-im-herbst-gj-entwickelt-mit-landlust-verlag-neue-magazine/

  6. Landlust verliert an Auflage sagt:

    die erfolgsverwöhnte Landlust aus dem Landwirtschaftsverlag in Münster-Hiltrup verliert an Auflage, viele andere Zeitschriften auch
    http://meedia.de/2016/07/20/ivw-blitzanalyse-der-zeitschriften-top-50-der-spiegel-verliert-62-prozent-die-landlust-9-prozent/
    und
    http://www.wuv.de/medien/6_thesen_zur_print_ivw

  7. Boten bekommen Mindestlohn - vorzeitig sagt:

    unerwartet gute Nachrichten gibt es für die (nach Verlagsangaben) mehr als 1.300 Zustellerinnen und Zusteller, die für das Medienhaus Aschendorff/ Zeitungsgruppe Münster die Tageszeitungen MZ und WN austragen (http://www.aschendorff-logistik.de) . Sie sollen schon ab dem 1. September den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro bezahlt bekommen, was erst ab dem 1. Januar 2017 gesetzlich verpflichtend gewesen wäre. Wohl einer der Gründe dafür, dass die sonst ja eher als knauserig bekannten Verleger dies machen: Es ist inzwischen immer schwierigen geworden überhaupt noch Zusteller zu finden, die diesen prekär bezahlten Knochenjob Knochenjob ohne Aufstiegschancen machen wollen. Da helfen wohl auch die ganzen Stellenanzeigen nicht, die in den Aschendorff-Publikationen zu finden sind. Die Fluktuation unter den Zustellern wurde immer größer, was die Qualität der Zustellung nicht besser gemacht hat, was auch Anzeigenkunden abwandern läßt.
    „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir diese Lohnerhöhung für die Zusteller der Tageszeitung bereits auf den 1. September 2016 vorziehen können, so dass für Sie bereits ab diesem Zeitpunkt eioe Lohnsteigerung von 17 % (!) eintritt“, schreibt der Leiter Logistik, Jörg Huxoll an die Zusteller. „Betrachten Sie diese Maßnahme als Zeichen unserer Wertschätzung Ihnen gegenüber verbunden mit dem Wunsch auf eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ (sic!) Ob die Lohnerhöhung dann tatsächlich in dem Umfang bei den Zustellern ankommt und nicht im wesentlichen beim Finanzamt oder in der Sozialversicherung landet, ist fraglich.
    Wie viele Zustellbezirke noch zu besetzen sind, kann man u.a. hier sehen
    http://www.karriere.ms/Unternehmensgruppe_Aschendorff.html

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