Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten

Die vom Dortmunder Medienhaus Lensing herausgegebene Münstersche Zeitung (MZ) will ihre Ausgaben in Münster, Greven und Steinfurt mit  dem Mitbewerber Westfälische Nachrichten fusionieren. Ein entsprechender Antrag auf eine Sanierungsfusion sei beim Bundeskartellamt gestellt worden, erfuhren die Beschäftigten am 1. August auf einer Betriebsversammlung der MZ, an der auch der Herausgeber Lambert Lensing-Wolff teilnahm.

Als Grund für den Fusionsantrag verweist der Verlag auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der Ausgaben. Angesichts der nachrangigen Wettbewerbsposition gegenüber dem Marktführer Westfälische Nachrichten und der sinkenden Anzeigenerlöse sei die MZ seit Jahren defizitär. Die Prüfung des Antrags kann einige Monate dauern.

Gerüchten zufolge sollen alle Ausgaben der Münsterschen Zeitung in Münster, Greven und Steinfurt eingestellt werden, falls das Kartellamt die Fusion ablehnt. Das vom Medienhaus Lensing herausgegebene Anzeigenblatt „kaufen+sparen“, die Emsdettener Volkszeitung und die Münsterland Zeitung in Ahaus soll dem Vernehmen nach unverändert weiter erscheinen

Die Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV-NRW befürchten erhebliche Arbeitsplatzverluste durch die angestrebte „Sanierungsfusion“. Wie viele Beschäftigte aus Redaktion, Verkauf und Vertrieb davon betroffen sein werden, ist derzeit offen.

266 Antworten zu “Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten”

  1. Landlust: Bienchen auf Stilblüten sagt:

    Sommerleben. Eine Biene. Eine Million verkaufte Auflage… – Michalis Pantelouris hat für Übermedien die Landlust aus Münster gelesen:
    http://uebermedien.de/5594/bienchen-auf-stilblueten/

  2. Adieu kaufen+sparen!!! sagt:

    Eine Ära, nicht die schlechteste im Anzeigenblattjournalismus, geht zu Ende: morgen erscheint die letzte Ausgabe des traditionsreichen Anzeigenblatts kaufen+sparen, das nach fast 40 Jahren (!) vom Markt genommen wird. Den dominiert dann Hallo aus dem Hause Aschendorff!
    Im letzten Heft datiert vom 6. Juli 2016, Nr. 27 im 39. Jahrgang mit dem Titel „Wir sind dann mal weg“ heisst es unter „Liebe Leserinnen und Leser“: „In den vergangenen Jahren hat es auf dem münsterschen Zeitungsmarkt viele Veränderungen gegeben. Auch wenn wir gerne weiter gemacht hätten – wir haben uns schweren Herzens entschlossen, unsere Produktion einzustellen. (…) Auf uns alle warten neue Aufgaben“. Unterzeichnet hat das „Team der kaufen+sparen“
    Nachzulesen hier:
    http://www.kus-muenster.de/nachrichten/allgemein/ace2bc2e97eb92f7b3cee6f04dec0633.html

  3. hier wurde berichtet... sagt:

    …über den etwas merkwürdig anmutenden Marktaustritt von kaufen+sparen
    https://www.facebook.com/Münstersche-Volkszeitung-807802282668628/
    http://mvz-online.chayns.net/tapp/index/91958

  4. gewerkschaftliche Stellungnahme sagt:

    die Vorstand der dju in ver.di Münsterland hat jetzt eine Stellungnahme zur Einstellung von kaufen+sparen herausgegeben
    http://www.dju-muensterland.de

  5. Landwirtschaftsverlag und G+J sagt:

    über die Zukunft des Landwirtschaftverlages und die geplanten Projekte mit Gruner+Jahr in der Deutschen Medienmanufaktur hat meedia.de ein Gespräch mit dem Geschäftsführer Hermann Bimberg geführt. Von Personalabbau ist da erfreulicherweise nicht die Rede
    http://meedia.de/2016/07/12/produkt-offensive-im-herbst-gj-entwickelt-mit-landlust-verlag-neue-magazine/

  6. Landlust verliert an Auflage sagt:

    die erfolgsverwöhnte Landlust aus dem Landwirtschaftsverlag in Münster-Hiltrup verliert an Auflage, viele andere Zeitschriften auch
    http://meedia.de/2016/07/20/ivw-blitzanalyse-der-zeitschriften-top-50-der-spiegel-verliert-62-prozent-die-landlust-9-prozent/
    und
    http://www.wuv.de/medien/6_thesen_zur_print_ivw

  7. Boten bekommen Mindestlohn - vorzeitig sagt:

    Unerwartet gute Nachrichten gibt es für die (nach Verlagsangaben) mehr als 1.300 Zustellerinnen und Zusteller, die für das Medienhaus Aschendorff/ Zeitungsgruppe Münster die Tageszeitungen MZ und WN austragen (http://www.aschendorff-logistik.de) . Sie sollen schon ab dem 1. September den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro bezahlt bekommen, was erst ab dem 1. Januar 2017 gesetzlich verpflichtend gewesen wäre. Wohl einer der Gründe dafür, dass die sonst ja eher als knauserig bekannten Verleger dies machen: Es ist inzwischen immer schwierigen geworden überhaupt noch Zusteller zu finden, die diesen prekär bezahlten Knochenjob ohne Aufstiegschancen machen wollen. Da helfen wohl auch die ganzen Stellenanzeigen nicht, die in den Aschendorff-Publikationen zu finden sind. Die Fluktuation unter den Zustellern wurde immer größer, was die Qualität der Zustellung nicht besser gemacht hat, was auch Anzeigenkunden abwandern läßt.
    „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir diese Lohnerhöhung für die Zusteller der Tageszeitung bereits auf den 1. September 2016 vorziehen können, so dass für Sie bereits ab diesem Zeitpunkt eioe Lohnsteigerung von 17 % (!) eintritt“, schreibt der Leiter Logistik, Jörg Huxoll an die Zusteller. „Betrachten Sie diese Maßnahme als Zeichen unserer Wertschätzung Ihnen gegenüber verbunden mit dem Wunsch auf eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ (sic!) Ob die Lohnerhöhung dann tatsächlich in dem Umfang bei den Zustellern ankommt und nicht im wesentlichen beim Finanzamt oder in der Sozialversicherung landet, ist fraglich.
    Wie viele Zustellbezirke noch zu besetzen sind, kann man u.a. hier sehen
    http://www.karriere.ms/Unternehmensgruppe_Aschendorff.html
    mit den sich ansonsten weiter verschlechternden Arbeits- und Einkommensbedingungen der Zusteller hat sich aktuell auch die Zeitschrift druck+papier beschäftigt
    http://verdi-drupa.de/2016/09/19/zusteller-zahlen-die-zeche/

  8. Mitarbeiterversammlung bei Aschendorff sagt:

    heute um 17 Uhr wird eine Mitarbeiterversammlung im Verlag Aschendorff an der Hansalinie stattfinden. Betrifft wohl hauptsächlich Titel und Mitarbeiter der Anzeigenblattgruppe Münsterland (mit Hallo usw. http://www.ag-muensterland.de/) und wird, so ist im Vorfeld zu hören, sicher Änderungen bringen.
    Personelle Veränderungen im Anzeigenbereich soll es im Münsterland wohl schon zum Jahresende geben. Nur bei den Anzeigenblättern? Wer weiß mehr?

  9. Vermarktung aus einer Hand? sagt:

    hier eine erste Zwischeninfo aus der Mitarbeiterversammlung bei Aschendorff am Freitag. In der wurde dem Anzeigenverkauf ein neues Konzept vorgestellt . Bald werden Tageszeitung (WN/MZ) und Anzeigenblätter(AGM) weitgehend aus einer Hand vermarktet. Es wird auch Veränderungen in der Redaktion geben, die Redaktionen von WN und AGM sollen enger miteinander verzahnt werden, ausserdem soll es keine Neubesetzung von Stellen geben, die wegen Ruhestand frei werden. Offenbar wird auch über eine personelle Alternative zum derzeitigen AGM-Geschäftsführer Thilo Grickschat nachgedacht…

    Aktualisiert 6.10. Inzwischen hat die Verlagsleitung die Mitarbeiter auch schriftlich über die „Reorganisation der gemeinsamen Werbevermarktung Tageszeitung und Anzeigenblattgruppe Münsterland“ und „über einige wesentliche organisatorische Veränderungen in der Unternehmensgruppe Aschendorff“ informiert. Die disziplinarische Zuständigkeit für die Mitarbeiter der Werbevermarktung der Anzeigenblattgruppe Münsterland geht auf den Aschendorff Verlagsleiter Marc Arne Schürmann über, die disziplinarische Zuständigkeit für die Mitarbeiter der Redaktion der Anzeigenblattgruppe Münsterland geht zum 1. Januar 2017 auf den WN-Chefredakteur Dr. Norbert Tiemann über, die Chefredakteurin der Hallo-Gruppe Claudia Bakker muss zukünftig an Tiemann (was auch immer) berichten. Unterzeichnet ist das Schreiben von Dr. Benedikt Hüffer, sein Cousin Dr. Eduard Hüffer ist zurzeit verreist

  10. […] Münster. Folgenden Wortbeitag findet man auf Medienmoral NRW: Unerwartet gute Nachrichten gibt es für die (nach Verlagsangaben) mehr als 1.300 Zustellerinnen und Zusteller, die für das Medienhaus Aschendorff/ Zeitungsgruppe Münster die Tageszeitungen MZ und WN austragen (http://www.aschendorff-logistik.de) . Sie sollen schon ab dem 1. September den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro bezahlt bekommen, was erst ab dem 1. Januar 2017 gesetzlich verpflichtend gewesen wäre. Wohl einer der Gründe dafür, dass die sonst ja eher als knauserig bekannten Verleger dies machen: Es ist inzwischen immer schwieriger geworden überhaupt noch Zusteller zu finden, die diesen prekär bezahlten Knochenjob ohne Aufstiegschancen machen wollen. Da helfen wohl auch die ganzen Stellenanzeigen nicht, die in den Aschendorff-Publikationen zu finden sind. Die Fluktuation unter den Zustellern wurde immer größer, was die Qualität der Zustellung nicht besser gemacht hat, was auch Anzeigenkunden abwandern läßt. „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass wir diese Lohnerhöhung für die Zusteller der Tageszeitung bereits auf den 1. September 2016 vorziehen können, so dass für Sie bereits ab diesem Zeitpunkt eioe Lohnsteigerung von 17 % (!) eintritt“, schreibt der Leiter Logistik, Jörg Huxoll an die Zusteller. „Betrachten Sie diese Maßnahme als Zeichen unserer Wertschätzung Ihnen gegenüber verbunden mit dem Wunsch auf eine lange und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ (mehr …) […]

  11. Bericht sagt:

    über die neue Situation bei Aschendorff ist ein Bericht im lokalen Online-Portal Münstersche Volkszeitung erschienen
    http://mvz-online.chayns.net/ticker

  12. Mitarbeiter- und Betriebsversammlung bei Aschendorffs sagt:

    am 14. November soll es im Medienhaus Aschendorff eine Mitarbeiterversammlung geben, zu der die Verleger die stets netten Doktores Hüffer eingeladen haben, am 5. Dezember findet dann eine Betriebsversammlung statt, wie sie nach dem Betriebsverfassungsgesetz vorgeschrieben ist, zu der hat der Betriebsrat eingeladen. Irgendwas scheint da intern nicht so ganz rund zu laufen beim schwarzen Zeitungsriesen.
    Vier Kollegen haben durch die ab 1.1.2017 geplanten gemeinsame Vermarktung von Anzeigenblättern und Tageszeitungen ihren Job verloren, sie konnten sich dem Vernehmen nach einvernehmlich mit dem Verlag über ein Ausstiegsszenario einigen.

  13. […] Münster. Folgenden Wortbeitrag gibt es auf Medienmoral NRW: Am 14. November soll es im Medienhaus Aschendorff eine Mitarbeiterversammlung geben, zu der die Verleger die stets netten Doktores Hüffer eingeladen haben, am 5. Dezember findet dann eine Betriebsversammlung statt, wie sie nach dem Betriebsverfassungsgesetz vorgeschrieben ist, zu der hat der Betriebsrat eingeladen. Irgendwas scheint da intern nicht so ganz rund zu laufen beim schwarzen Zeitungsriesen. Vier Kollegen haben durch die ab 1.1.2017 geplanten gemeinsame Vermarktung von Anzeigenblättern und Tageszeitungen ihren Job verloren, sie konnten sich dem Vernehmen nach einvernehmlich mit dem Verlag über ein Ausstiegsszenario einigen. (mehr …) […]

  14. Medienmanufaktur bringt Mindstylemagazin heraus sagt:

    Die Deutsche Medienmanufaktur an der neben Gruner&Jahr auch der Hiltruper Landwirtschaftsverlag beteiligt ist, gibt jetzt ein sogenanntes Mindstyle-Magazin mit dem Titel Wolf heraus (https://www.wolf-mag.de/startseite). Die Titelgeschichte der ersten Ausgabe befasst sich mit dem „schon fast vergessenen Gefühl, einfach mal offline zu sein und seinen Freunden in der Realität zu begegnen“, wie es in einer Mitteilung des Verlags heißt. Ob die Bauern im Münsterland mit dem Trecker zum Kiosk fahren um sich das Heft für schlappe 8,50 Euro zu kaufen , da habe ich meine Zweifel, aber die sind vermutlich auch nicht die Zielgruppe dieses Achtsamkeitsmagazins (sic!)
    http://www.dnv-online.net/medien/detail.php?rubric=Medien&nr=114753

  15. Zusteller bei der WN sagt:

    laut einer Zeitungsannonce in der na dann sollen die Zusteller der Zeitungsgruppe Münster (WN/MZ) inzwischen nicht nur den gesetzlichen Mindestlohn (wie hier im Thread weiter oben berichtet) von 8,50 Euro bezahlt bekommen, sondern 9,35 Euro inklusive steuerfreiem Nachtzuschlag. Reich wird man auch damit nicht, aber immerhin….

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