Funke: NRW-Betriebsräte sehen 300 Stellen allein in NRW auf der Kippe

„Unglaublich!“ Wenn dieser Ausruf altgedienten Betriebsräten der Funke Mediengruppe entfährt, die schon den Abbau von 300 Redakteursstellen vor zehn Jahren in NRW erlebt haben, dann muss tatsächlich etwas Unerwartetes passiert sein. Nach langen Wochen und Monaten des Wartens hat die Geschäftsführung der Funke Mediengruppe in Essen nun endlich ihre Sparpläne konkretisiert. Und die fallen (wenn man die bekannt wolkige Funke-Rhetorik in der Pressemitteilung beiseite schiebt) noch weit aus radikaler aus, als viele befürchtet hatten.

Die in Hagen erscheinende Westfalenpost soll noch einmal 14,5 Stellen abbauen, die WAZ in Essen 14 Stellen, auch die NRZ soll ca. 10 Prozent ihres redaktionellen Personals einsparen. Geschlossen wird die fünfköpfige Lokalredaktion der Westfalenpost in Warstein, die sich nach Konzernangaben wirtschaftlich nicht rechnet. Mit diesen Entscheidungen dünnt die Gruppe die Lokalredaktionen weiter aus und setzt (in Warstein) den redaktionellen Rückzug aus der Fläche fort.

Besonders hart betroffen auch die Beschäftigten im nicht-redaktionellen Bereich: Das Druckhaus in Essen soll komplett geschlossen werden. Gedruckt wird in NRW künftig nur noch im DVZ in Hagen. Mit den Beschäftigten in Essen soll beraten werden, inwiefern Beschäftigungen am Standort Hagen möglich sind. Ein Aus soll es nach Information der Betriebsräte auch für 21 der 26 Geschäftsstellen in NRW geben. Im Anzeigenbereich sollen 120 Kolleginnen und Kollegen gehen, außerdem soll bei den Sekretariaten aller NRW-Titel gespart werden.

Unter dem Strich rechnen die Betriebsräte mit der Streichung von knapp 300 Stellen allein in NRW. „Bei uns gibt es schon lange nichts mehr einzusparen“ sagt Barbara Merten-Kemper, Betriebsratsvorsitzende der WAZ. „Kapieren die das eigentlich gar nicht?“ Sie war auch schon im Amt, als 2009 die WAZ-Axt geschwungen wurde. Damals konnten die Betriebsräte in langwierigen Verhandlungen einen Sozialplan aushandeln, der diesen Namen noch verdiente. Soziale Abmilderungen sind 2019 kaum zu erwarten. Nach dem, was zu hören ist, auch keine Altersteilzeitmodelle.

Nicht nur NRW steht auf der Streichliste, auch die Redaktion in Berlin: Dort fallen 22 von 94 Stellen weg. Die Politik wird mit der Wirtschaft zusammengelegt, das Investigativ-Ressort ganz eingestellt. „Die Zentralredaktion ist für uns überaus wichtig, sie ist eine unüberhörbare Stimme in Deutschland geworden“, sagt Geschäftsführer Ove Saffe. Allerdings sollen die Regionaltitel künftig „straffer und standardisierter“ beliefert werden. Das riecht nach überregionalem Einheitsbrei für die Leser. Die ohnedies schon verlagsübergreifend verwendeten Serviceseiten werden künftig von Raufeld Medien erstellt, ebenfalls Teil der Funke-Gruppe.

Auch an anderen Funke-Standorten in der Republik wird der Rotstift angesetzt. Allerdings scheinen dort die Pläne noch etwas vager zu sein. In Braunschweig, wo eh schon ein proaktiver Stellenbbau betrieben wurde, sollen laut Funke-Mitteilung die Wochenblattaktivitäten reduziert werden. In Hamburg ist eine zentrale Redaktion für alle Wochenblätter geplant. Von den Tageszeitungen scheinen Hamburger Abendblatt und Braunschweiger Zeit von gravierenden Einschnitten verschont zu bleiben. Ebenso die drei Funke-Titel in Thüringen, wo über eine Versorgung der Leserinnen und Leser in ländlichen Gebieten sinniert wird. Dort soll es aber 18 Mitarbeiter in der Vermarktung treffen.r

In Hamburg, so lobt der für das Zeitungsgeschäft zuständige Geschäftsfüher Saffe, habe der Verkauf von Digitalabos um 300 Prozent angezogen. Die Umsetzung des „User-First“-Prinzips, das nach und nach auch in den anderen Standorten umgesetzt werden soll, sei dort schon erfolgreich. Das ist ganz nach dem Geschmack der Geschäftsführung. Denn die sieht den Kern des Zukunftsprogramms im „Ausbau digitaler journalistischer Bezahlangebote“.

Der stellvertretende verdi-Bundesvorsizitzende Frank Werneke hat die Pläne der Funke-Gruppe als „unverantwortlichen Kahlschlag“ kritisiert und angekündigt, mit den in ver.di organisierten Beschäftigten um jeden einzelnen Arbeitsplatz zu kämpfen. Er warnte von spürbaren Folgen für die Presse- und Meinungsvielfalt, es bestehe die Gefahr, dass immer mehr Einheitsbrei produziert werde. Durch eine Kette an publizistischen und unternehmerischen Fehlentscheidungen werde ein einstmals stolzer und bedeutender Verlagskonzern systematisch vor die Wand gefahren.

Auch der DJV-NRW sieht keine erkennbare Zukunftsstrategie bei der Funke Mediengruppe  – trotz der Formel „Zukunftsprogramm Funke 2022“. „Mit der neuen Sparwelle setzt der Konzern die alte, verhängnisvolle Politik des Personalabbaus fort, die bereits hunderte Arbeitsplätze gekostet hat“, erklärte DJV-NRW-Geschäftsführer Volkmar Kah. Die Konzentration auf Sparmaßnahmen als Geschäftsmodell konterkariere Funkes Anspruch, sich im digitalen Zukunftsmarkt einen guten Platz zu sichern. „Der kontinuierliche Abbau der Belegschaft und der Aufbau neuer, personalintensiver Onlineprojekte schließen sich gegenseitig aus.“ Der DJV auf Bundesebene bezeichnet die Sparpläne als „konfusen und völlig überzogenen Aktionismus“.

Mit „Entsetzen und Unverständnis“ haben die krisenerprobten NRW-Betriebsräte auf die Schließung der Lokalredaktion in Warstein und die umfassenden Stellenstreichungen reagiert. Sie wollen so schnell wie möglich mit der Geschäftsführung in Verhandlungen treten und raten den betroffenen Beschäftigen, sich nicht auf individuelle Verhandlungen mit dem Arbeitgeber einzulassen. Das habe sich auch in der Vergangenheit bewährt.

Beide Gewerkschaften stehen ihren Mitgliedern für Beratung und mehr zur Seite.||fb/cbl

97 Antworten zu “Funke: NRW-Betriebsräte sehen 300 Stellen allein in NRW auf der Kippe”

  1. Der WDR zum Funke Sparprogramm sagt:

    Das WDR 5 Medienmagazin Texte, Bilder, Töne im Gespräch mit Volkmar Kah (DJV NRW)
    https://wdrmedien-a.akamaihd.net/medp/podcast/weltweit/fsk0/183/1835888/wdr5toenetextebilderinterviews_2019-02-09_funkehartersparplanfuernrw_wdr5.mp3

  2. 47 Entlassungen in Berlin sagt:

    Mal ein Blick über den Tellerrand. Nach Recherchen der dju Berlin Brandenburg wird in Berlin mindestens 47 Entlassungen geben. Im einzelnen sieht das so aus:
    Ich habe neue Zahlen recherchiert. Allein in Berlin sind es schon 46 Beschäftigte.
    – 22 von 94 in der Berliner Zentralredaktion (8 Redakteure B/HH, 5 aus dem Recherchepool, 9 Produktion)
    – 24 bei der Berliner Morgenpost (6 Redakteure, 3 Fotoredakteure, 9 Layout, 2 Vertrieb, 4 Vermarktung). Das Layout soll komplett an einen Dienstleister gegeben werden und wird bei der Berliner Morgenpost geschlossen.

  3. Funkes "agile Ticker" sagt:

    sehr schönes Stück von Hans Hoff über die sprachlichen Nebelbomben der Verlage im allgemeinen und der Funke Mediengruppe im besonderen
    https://www.dwdl.de/hoffzumsonntag/70939/funkes_agile_ticker_die_nebelbomben_der_verlage/

  4. […] Die in Hagen erscheinende Westfalenpost soll noch einmal 14,5 Stellen abbauen, die WAZ in Essen 14 Stellen, auch die NRZ soll ca. 10 Prozent ihres redaktionellen Personals einsparen. Geschlossen wird die fünfköpfige Lokalredaktion der Westfalenpost in Warstein, die sich nach Konzernangaben wirtschaftlich nicht rechnet. Mit diesen Entscheidungen dünnt die Gruppe die Lokalredaktionen weiter aus und setzt (in Warstein) den redaktionellen Rückzug aus der Fläche fort. (mehr …) […]

  5. Hausgemachte Krise sagt:

    Ja, wenn die Rendite nicht wie 2017 erwirtschaftet wurde …
    Auszug aus dem Konzernabschluss 2017. Veröffentlicht im Bundesanzeiger.
    Die Umsatzrendite liegt bei 14% im Vergleich zu 15% im Vorjahr (Basis = EBITDA).
    Die Umsatzerlöse verringerten sich um insgesamt 45,4 Mio. € auf 1.257,7 Mio. €.
    Die Verringerung der Umsatzerlöse entfällt im Wesentlichen auf die Produktbereiche Zeitungen (- 38,3 Mio. €), Zeitschriften (- 6,6 Mio. €) und Druckerei (- 15,3 Mio.€). Erneut positiv und gegen den Trend im Printbereich entwickeln sich die Onlineerlöse, die um rund 12,0 Mio. € angestiegen sind.

  6. Kampfente1000 sagt:

    dju Bundeskonferenz: Zeitungen für die Zukunft gestalten, nicht Stellen abbauen

    In einer Resolution verurteilten die Delegierten der Bundeskonferenz der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in ver.di am Wochenende den von der Funke-Mediengruppe angekündigten Abbau von mehreren hundert Stellen: „Die Schließung von Druckereien, Redaktionen und Verlagsabteilungen ist kein Geschäftsmodell – sondern Abbau publizistischer Vielfalt“, heißt es darin. „Anstatt vielen Beschäftigten die wirtschaftliche Existenzgrundlage zu nehmen, sollte die Funke Mediengruppe zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern neue Geschäftsmodelle und Ideen entwickeln, die den Regional- und Lokaljournalismus der Funke-Zeitungen attraktiv und überlebensfähig für die Zukunft machen.“

    https://dju.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++26764488-2bd0-11e9-aa45-525400afa9cc

    https://funkemedien.wordpress.com/2019/02/09/dju-bundeskonferenz-zeitungen-fuer-die-zukunft-gestalten-nicht-stellen-abbauen/

  7. Funke lügt wie gedruckt sagt:

    schreibt Steffen Grimberg in der taz über das Sparprogramm von Funke das als Programm zur Sicherung von Qualitätsjournalismus verkauft wird
    http://www.taz.de/Kolumne-Flimmern-und-Rauschen/!5572762/

  8. Frank Biermann sagt:

    und was schrieb ich schon Anno 2013 über die journalistischen Ansprüche bei der Funke-Mediengruppe, irgendwie hat sich über die Jahre nicht viel geändert, egal wie die Köpfe an der Spitze auch gerade heißen….
    https://mmm.verdi.de/beruf/beerdigung-journalistischer-ansprueche-1338

  9. Nun meckert auch noch der Sergej sagt:

    wohl selten sind mal an den Plänen für eine Neustrukturierung eines Unternehmens so wenige gute Haare gelassen worden, wie an denen, die letzte Woche via Pressemitteilung aus Essen kundgetan wurden. Nun schimpft auch Sergej Lochthofen, Chefredakteur des Funke-Titels Thüringer Allgemeine über die Ankündigungen aus Essen in der FAZ: „In Essen haben sie keine Vorstellung davon, wie die Orte in Thüringen heißen, wer die Leser überhaupt sind und was die hier so machen.“
    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/funke-mediengruppe-rueckzug-auf-raten-16039402.html

  10. Sergej hat Recht sagt:

    Für die NRWler, auf den Seiten 736-758 in der „ZMG-Fortschreibung der IVW-Verbreitungsanalyse 2018/19“ finden sich die Thüringer Tageszeitungen inkl. aller aktuellen Zahlen. Nachlesen lohnt.

  11. Investieren statt kürzen sagt:

    https://uebermedien.de/35325/journalistische-qualitaet-laesst-sich-messen-und-die-schweiz-zeigt-wie/#scroll_to_steady_paywall
    Qualität läßt sich in der Schweiz messen. Warum nicht in Deutschland?
    Das Zitateranking sagt nix über die Qualität der weiteren Seiten einer Lokalausgabe.

  12. 130 Stellen fallen im Funke Marketing weg sagt:

    Funke will auch in der Vermarktung sparen, schreibt „Horizont“. Nach Infos des Betriebsrates streicht Funke 120 der 335 Stellen der Regionalmedien-Vermarktung in Nordrhein-Westfalen und verschiebt 40 Mitarbeiter in eine andere Firma. Von 24 Außenbüros sollen nur acht bis zwölf bleiben. In den Regionalmedien-Vermarktungen in Hamburg und Berlin sollen zwei sowie vier Stellen abgebaut werden. Funke wolle außerdem die Handelsvertreterstruktur prüfen. In Thüringen werden vakante Vermarktungs-Stellen nicht neu besetzt, befristete Verträge laufen aus. Funke schweigt zu den Zahlen. Die Zahlen die in diesem Artikel quasi als neu verkauft werden, sind schon in der letzten Woche von den NRW-Betriebsräten publiziert worden
    https://www.horizont.net/medien/nachrichten/sparprogramm-funke-streicht-in-der-vermarktung-offenbar-fast-130-stellen-172941

  13. Konzeptlos sagt:

    Es wiederholt sich doch alles. 2009 hatte ein Geschäftsführer diese Schnapsidee. Zur Erinnerung, es wurden 5 Sales Gesellschaften gegründet, der Innendienst an wenigen Standorten zentralisiert. Endergebnis, die örtlichen Gewerbetreibenden waren stinksauer. Die Konzentration auf Großkunden mit Riesenrabatten retten diese Misere nicht.

  14. DuMont macht Kasse sagt:

    https://www.horizont.net/medien/nachrichten/verlage-dumontwill-sich-von-saemtlichen-zeitungen-trennen-173170?crefresh=1

    DuMont plant Verkauf aller Regionalzeitungen
    Wie war das noch mit der gesellschaftspolitischen Verantwortung Seitens der Verleger?

  15. Zeitungssterben sagt:

    das Jahr 2019 wird bitter meint Markus Brauck im Spiegel, er dürfte recht behalten auch wenn das Jahr gerade erst zwei Monate alt ist, so viele schlechte Nachrichten
    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/dumont-vom-zeitungssterben-und-einem-wankenden-geschaeftsmodell-kommentar-a-1255220.html

  16. Kommt der Keinzeitungskreis? sagt:

    Ein neues Schreckgespenst macht die Runde, der Keinzeitungskreis. Findet bald keine lokale Berichterstattung durch Zeitungen mehr statt? Der Medienforscher Horst Röper im Interview mit der taz
    http://www.taz.de/!5576979/

  17. […] Warstein/Rüthen. Wenn die Westfalenpost (Funke Mediengruppe) ihre letzte Redaktion im Kreis Soest schließt gibt es im Raum Warstein-Rüthen nur noch zwei Redaktionen. In Warstein verbleibt die Redaktion des Warsteiner Anzeigers (Ippen Gruppe) und in Rüthen die Redaktion „Der Patriot“ (Verlegerfamilie Laumanns). Neuerdings erscheint „Der Patriot“ mit dem alten Untertitel „Rüthener Volksblatt“ und bringt vermehrt in der Ausgabe Nachrichten aus dem Raum Rüthen-Warstein. Eine weitere Besonderheit sind extra Sport-Themen aus dem Gebiet. (mehr …) […]

  18. Restrukturierungen ohne Ende sagt:

    Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Thüringischen Staatskanzlei über die Umstrukturierungen bei Funke und DuMont
    https://www.freitag.de/autoren/benjamin-immanuel-hoff/neue-kuerzungen-bei-funke-medien-und-du-mont

  19. Kauft Funke die DuMont-Blätter? sagt:

    Paul-Josef Raue hält es jedenfalls nicht für ausgeschlossen
    https://kress.de/news/detail/beitrag/142231-wer-kauft-die-dumont-zeitungen.html

  20. Aufwachen!!! sagt:

    Endlich mal ein kluger Beitrag! Der vorschnelle Abgesang auf Print ist nicht mehr zu ertragen. Print wird immer wichtig sein! Warnendes Beispiel ist, wie damals die Schallplatte beerdigt wurde und heutzutage trotz aller digitalen Verfügbarkeit eine Renissance erlebt…

    https://kress.de/news/detail/beitrag/142241-martin-balle-ohne-print-geht-es-nicht.html

  21. DuMont hatden Trend verschlafen sagt:

    der Medienwissenschaftler Michael Haller im Interview mit dem Tagesspiegel
    https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/medienwissenschaftler-michael-haller-dumont-hat-den-trend-verschlafen/24060686.html

  22. Die Krokodilstränen der Julia Becker sagt:

    mit diesem Schreiben hat sich die Verlegerin der Funke Mediengruppe Julia Becker Ende Februar an ihre Belegschaft gewendet, und vergießt dabei einige Krokodilstränen: Mir ist bewusst, dass dieser Weg für manche von Ihnen sehr hart ist. Glauben Sie mir, die Trennung von Mitarbeitern tut auch mir sehr leid.
    Hier der Brief in ganzer Länge:
    LIEBE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER,
    in diesen nicht ganz einfachen Tagen ist es mir wichtig, mich persönlich an Sie zu wenden. Überall wird zurzeit die Krise der Tageszeitungen beschworen. Die gestrige Nachricht vom geplanten Verkauf der DuMont-Titel ist nur eine von vielen, die zeigen, dass das klassische Geschäftsmodell, das auf Werbe- und Vertriebserlösen basierte, stark unter Druck steht. Auf der anderen Seite erleben wir, dass die Inhalte von Tageszeitungen mehr denn je nachgefragt werden. Schon langen nicht mehr nur in der Print-Version, sondern zunehmend auf allen digitalen Kanälen.
    Klar ist auch: Guter Journalismus, sei er nun lokal, regional oder überregional, ist unverzichtbar. Ohne den öffentlichen Raum, den unsere Medien schaffen, haben die Feinde der Freiheit leichtes Spiel. Ohne kritische Medien, die den Politikern und anderen Entscheidern in Wirtschaft und Gesellschaft auf die Finger schauen und klopfen, ohne ein Journalismus, der den Bürgern die notwendigen Informationen für ihre Entscheidungen an die Hand gibt, funktioniert eine freiheitliche Gesellschaft nicht. Unsere Redakteurinnen und Redakteure übernehmen in diesem Spannungsfeld die wichtige Aufgabe entlang journalistischer Tugenden wie etwa der fundierten Recherche, Fakten und Wahrheiten zu vermitteln. Hier liegt doch der eigentliche Sinn unserer aller Arbeit: dass wir einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen unserer Demokratie leisten.

    Aber guter Journalismus muss auch finanziert sein. Anders als die öffentlich-rechtlichen Sender, von denen einige uns in den vergangenen Tagen wieder mit naseweisen Ratschlägen „erfreut“ haben, leben wir eben nicht von Gebühren, sondern von Leserinnen und Lesern, die unsere journalistischen Leistungen kaufen. Und das ist auch richtig so, denn es sichert die Unabhängigkeit. So gehört es zu unserem Alltag, die Balance zwischen Kosteneffizienz und journalistischer Leistungskraft auszutarieren. Und wir müssen ständig nach neuen Geschäftsmodellen suchen, um die zurückgehenden Anzeigenerlöse und Printauflagen zu kompensieren.

    Genau das ist der Sinn des Zukunftsprogramms Funke 2022, das unsere Geschäftsführung um Andreas Schoo, Ove Saffe und Michael Wüller aufgelegt hat. Der darin gezeigte Weg ist klar: höchste Kosteneffizienz, kraftvoller Ausbau der digitalen Aktivitäten durch „User First“, Entwicklung neuer Geschäftsmodelle rund um unsere immer noch starken Marken. Und das alles mit der Perspektive, weiter zu wachsen.

    Mir ist bewusst, dass dieser Weg für manche von Ihnen sehr hart ist. Glauben Sie mir, die Trennung von Mitarbeitern tut auch mir sehr leid. Aber wir müssen diesen Weg gehen, um das Gros unserer Arbeitsplätze und letztlich die Zukunft unserer Mediengruppe zu sichern. Wir wollen uns eben nicht vom Journalismus verabschieden, sondern diesen auf allen Kanälen in die Zukunft führen und in den Fokus aller unserer Aktivitäten stellen – weil wir im Journalismus hervorragend sind und weil er wichtig ist.

    Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ich möchte Sie alle bitten, das Zukunftsprogramm mit ganzer Kraft zu unterstützen. Vor uns liegt eine riesige Aufgabe. Für die Bewältigung dieser Aufgabe bedarf es echter Teamarbeit über die gesamte Mediengruppe hinweg. Mehr denn je brauchen wir Offenheit, Engagement und, ja, auch Kampfgeist. Wir brauchen Kolleginnen und Kollegen, die auch aus schwierigen Zeiten Motivation, Kraft und Kreativität schöpfen können. Gemeinsam, da bin ich sicher, werden wir dann alle bevorstehenden Herausforderungen erfolgreich bewältigen: Wir werden auch in Zukunft beste journalistische Produkte bieten.
    Ein kurzes Wort noch an unsere Zeitschriften-Kolleginnen und -kollegen: Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, dass dieser Brief „tageszeitungslastig“ ausfällt. Mir ist klar, dass auch Sie in einem großes Reformprogramm stecken. Ihr Beitrag für den Erfolg unseres Hauses ist enorm wichtig. Auch Sie machen einen großartigen Job.

    Ihnen allen danke ich für Ihren großartigen Einsatz. Lassen Sie uns gemeinsam an der Zukunft der Funke Mediengruppe arbeiten.

    Mit herzlichen Grüßen

    Ihre

    Julia Becker

  23. Krokodilstränen sagt:

    Es ist einfach traurig und unfassbar, wie da mit Menschen umgegangen wird…

  24. Traurig sagt:

    Die Bewertungen sprechen eine eigene Sprache…: https://www.kununu.com/de/funkemediengruppe/kommentare

  25. WAZ gewinnt täglich 50 Digitalabos dazu sagt:

    heißt es heute im medium magazin via presseportal , goodie good
    https://www.presseportal.de/pm/66148/4210402

  26. WazMann sagt:

    „…täglich 50 Digitalabos…“: Und die Erde ist eine Scheibe….

  27. WAZFrau sagt:

    Gehts noch?
    Jetzt auch das noch, ein neues FUNKE Magazin am Kiosk zum Thema Life Hack.

  28. DerWesten massiv im plus sagt:

    Als zweiter großer Gewinner des Monats nach dem kicker bei den AGOF-Zahlen folgt auf Rang 17: DerWesten gewann 330.000 Unique User, bzw. 48,5% hinzu und knackte mit 1,01 Mio. Nutzern erstmals seit Start der MEEDIA-Top-100 die tägliche Nutzer-Million.
    https://meedia.de/2019/03/08/die-agof-top-100-der-medienmarken-kicker-springt-vorbei-an-welt-und-ntv-in-die-top-5-derwesten-holt-485-plus/

  29. was nix kostet sagt:

    Leute kommt mal wieder auf den Teppich. Klickzahlen ergaben sich hauptsächlich wegen Borussia Dortmund und S04. (Kostenlos).
    Der Rest, na ja.

  30. Leserläden schliessen - Zeitungskiosk öffnet sagt:

    Ein großer Teil der Leserläden soll ja den Sparplänen zum Opfer fallen, 21 von 26 sollen es sein, die Läden, die der Funke Medien Gruppe ein Gesicht geben könnten, ein ziemliches Eigentor wie viele Redakteure finden, die dort demnächst allein die Stellung halten müssen, Immerhin für die Unternehmenszentrale gibt es noch einen repräsentativen Zeitungskiosk
    https://www.lokalkompass.de/essen/c-wirtschaft/funke-kiosk-eroeffnet-am-16-maerz_a1092435

  31. Kundenorientierung?????? sagt:

    Ja und? Fahr ich nach Essen um meine guten Tag Anzeige aufzugeben? Nööööö! Am Telefon dauert die Dauerwerbeschleife zu lang, bis dahin legt Jeder noch so Gutwillige auf..Noch nicht mal das Reklamationsmanagement bei den Zustellungen klappt.

  32. Ulli Tückmantel verlässt die WZ sagt:

    Ulli Tückmantel, seit fünf Jahren Chefredakteur der nichts zu Funke gehörenden Westdeutschen Zeitung nach fünf Jahren „auf eigenen Wunsch“ wie es heißt, Wohin es ihn zieht, ist nicht bekannt, Seine bisherigen Stellvertreter übernehmen
    https://meedia.de/2019/03/12/neue-chefredaktion-ulli-tueckmantel-verlaesst-die-westdeutsche-zeitung-stellvertreter-uebernehmen/

  33. Video zur WP-Jahreskonferenz sagt:

    tja, was soll uns das jetzt sagen, außer dass der Verlegerin braune Cord-Hosenanzüge gut stehen :-))
    https://www.wp.de/staedte/hagen/wp-jahreskonferenz-2019-id216636919.html?utm_source=Twitter&utm_medium=Social&utm_campaign=share&__pwh=jVXn3jq%2FGtAsEGgassAl5Q%3D%3D

  34. Online und Digital läuft´s bei Funke NRW sagt:

    Positive Nachrichten verbreitet die Funke Mediengruppe via Medienmitteilung mit der Headline; „Neue Onlinestrategie: FUNKE MEDIEN in NRW mit Bestzahlen für Reichweite und digitale Aboverkäufe“
    Demnach erreichen FUNKE Medien in NRW Bestzahlen bei Reichweite und digitalen Aboverkäufen: Das Reichweitenportal DerWesten konnte erstmals die Zahl von 1 Million Unique User pro Durchschnittstag knacken und die digitalen Aboabschlüsse auf den Markenportalen von WAZ, NRZ, WP und WR haben sich fast verzehnfacht.
    https://bit.ly/2UE13Xo

  35. Dank an Paul Raue sagt:

    http://www.turi2.de
    Paul-Josef Raue ist tot. Der Journalist ist Anfang der Woche mit 68 Jahren gestorben, schreiben seine Kinder auf seinem Twitterkanal. Raue war Chefredakteur verschiedener Tageszeitungen, u.a. der „Magdeburger Volksstimme“ und der „Braunschweiger Zeitung“. Von 2009 bis 2015 war er Chefredakteur der „Thüringer Allgemeinen“, danach ging er in den Ruhestand. Er hat mit Wolf Schneider „Das neue Handbuch des Journalismus“, eines der Standardwerke der Branche, geschrieben. Ab 2016 schrieb Raue eine regelmäßige Journalismus-Kolumne bei Kress.de, sein letzter Text erschien erst am Dienstag über Lehren aus dem Fall Relotius.

  36. Na sieh mal einer guck sagt:

    die Funke Mediengruppe sucht freie Mitarbeiter für das Digitalteam!
    https://www.nrz.de/wir-suchen-freie-mitarbeiter-fuer-unsere-digitalen-produkte-id216661991.html

  37. ... und hier ist auch noch etwas frei sagt:

    https://www.funkemedien.de/de/karriere/stellenangebote/
    Mehr als 100 Positionen-Wahnsinn!

  38. Was ist, wenn es keine Lokalzeitung mehr gibt sagt:

    mit der Frage, was passiert, wenn in einem Landkreis irgendwann mal keine Lokalzeitung erscheint, beschäftigt sich Journalistik-Professor Klaus Meier, er empfiehlt einen Blick ins Ausland
    https://meedia.de/2019/03/19/dumont-funke-und-co-die-letzte-gedruckte-zeitung-erscheint-2033-was-muessen-verlage-bis-dahin-tun/

  39. Blasius bleibt Vorsitzender der Landespressekonferenz sagt:

    Der Funke-Mann Tobias Blasius wurde jetzt als Vorsitzender als Vorstandsvorsitzender der Landespressekonferenz NRW im Amt bestätigt, genauso wie der übrige Vorstand
    https://www.n-tv.de/regionales/nordrhein-westfalen/Blasius-bleibt-Vorsitzender-der-Landespressekonferenz-NRW-article20916392.html

  40. Neugierig sagt:

    Readly hat ab dem kommenden Montag auch Tageszeitungen im digitalen Körbchen.
    Schauen wir mal und wer ist dabei.

  41. Zu wenig Honig sagt:

    das Manager Magazin berichtet über die Funke Mediengruppe
    http://www.turi2.de/aktuell/lese-tipp-funke-erntete-2018-zu-wenig-honig/

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