Sozialplanverhandlungen bei Funke gescheitert

28. Juli 2015

Im Zuge der Auflösung des Essener Content Desks lässt die Funke Mediengruppe einige Mitarbeiter im Regen stehen. Entnervt haben die Betriebsräte von WAZ, NRZ, WP und Redaktions-Services nach neun Gesprächsrunden die Sozialplanverhandlungen endgültig für gescheitert erklärt. Peinlich für diesen Konzern ist dabei, dass sich die Geschäftsleitung quer stellt, maximal 13 Mitarbeitern eine vernünftige Perspektive zu geben. Man erinnere sich an das erst wenige Wochen alte Interview der beiden Geschäftsführer Manfred Braun und Michael Wüller im Handelsblatt. Da hieß es, die Funke-Gruppe sei nach dem 920-Millionen-Euro-Deal mit Springer noch gut bei Kasse. Warum der Verlag dann die Beteiligung an der Finanzierung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für so wenige Beschäftigte ablehnt, bleibt ein Rätsel.

Nach nur einer Stunde brachen die Funke-Betriebsräte am Freitag, 24. Juli 2015, die neunte Gesprächsrunde der seit Mai laufenden Sozialplanverhandlungen ab. Die Arbeitnehmervertreter waren mit ihrem Latein am Ende. So viele kreative Vorschläge hatten sie bereits eingebracht, auf keinen einzigen ließ sich die Geschäftsleitung ein. Gebetsmühlenartig hieß es stattdessen immer wieder, dass kein Geld vorhanden sei. Auch die Beteiligung an den Kosten einer Transfergesellschaft sei „jenseits der finanziellen Möglichkeiten des Konzerns“.

Die Betriebsräte werden nun die Einigungsstelle anrufen, die mit Hilfe eines externen Moderators Ergebnisse herbeiführen soll.

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Funke-Gruppe: NRW verliert den Content Desk

13. Mai 2015

Schon länger war bekannt, dass die Funke Mediengruppe in Berlin eine Zentralredaktion für alle Titel aufbauen will. Dabei ließ das Unternehmen im Ungewissen, welche Konsequenzen dies für die Mitarbeiter am Content Desk NRW hat, der bisher die Mantelinhalte für die NRW-Titel der Gruppe (WAZ, NRZ, WP und WR) erstellt. Nun steht fest: Die Zentralredaktion in Berlin startet zum 1. September 2015, der Desk in Essen wird wegfallen.

Einmal mehr steht zu befürchten, dass die Umbaupläne mit einem Verlust von Arbeitsplätzen verbunden sein werden. Auch wenn die Funke-Gruppe nach eigenen Angaben betriebsbedingte Kündigungen vermeiden will, ist nicht klar, wie viele der rund 80 am Essener Desk Beschäftigten tatsächlich eine Perspektive im Unternehmen haben.

Die Zentralredaktion in Berlin soll mit rund 50 Mitarbeitern starten. Für einen Arbeitsplatz in der neuen Redaktionseinheit können sich Mitarbeiter (mehr …)

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Funke-Springer-Deal: Viele offene Fragen

30. Juli 2013

Neue Sorgen um die Meinungsvielfalt nach dem Großeinkauf der Funke Mediengruppe bei Springer: Langsam kristallisiert sich heraus, was die angekündigten „Content-Liefervereinbarungen“ zwischen beiden Gruppen besagen könnten. So sollen die Mantelseiten von Hamburger Abendblatt und Berliner Morgenpost weiterhin Texte, Reportagen und auch Kommentare von der WELT-Gruppe übernehmen. Das Handelsblatt meldet, dass zudem auch der Content-Desk in Essen bedient wird: Er darf den Einheitsbrei dann weiterverteilen an die NRW-Titel Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Westfalenpost (WP), Neue Ruhr/ Neue Rhein-Zeitung (NRZ) und die redaktionslose Westfälische Rundschau (WR).

Befürchtungen hegen DJV-NRW und dju NRW deshalb nicht nur für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen in Hamburg und Berlin. Zeichnet sich da schon ab, dass die neuen und alten Objekte in WAZ-/Funke-typischer Manier noch mehr auf Rendite getrimmt werden? Dass der Deal mit erneuten Sparrunden in NRW und an anderen Standorten „finanziert“ wird – auf Kosten von Vielfalt und Qualitätsjournalismus, vielleicht auch auf Kosten der Beschäftigten?

Diese Fragen stellen sich nicht nur für Regionalzeitungen und Anzeigenblätter, sondern auch für die TV- und Frauenzeitschriften. In diesem Segment gibt es Überschneidungen und Doppelstrukturen an den Standorten München (alt) und Hamburg (neu). (mehr …)

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Pressevielfalt in NRW ist gefährdet

26. Oktober 2012

Und erneut geht ein Stück Pressevielfalt in NRW verloren: Die zum Medienhaus Lensing gehörende Münstersche Zeitung (MZ) stellt zum 31. Dezember 2012 ihr Erscheinen in Rheine, Neuenkirchen und Wettringen ein. Den betroffenen Mitarbeitern sind andere Arbeitsplätze angeboten worden.

Mit Sorge muss man verfolgen, dass Zeitungskonzentrationen auch in diesem Jahrzehnt weitergehen und das Zeitungsangebot auf lokaler Ebene weiter reduziert wird. Die Zahl der Einzeitungskreise steigt: Dieses Mal verliert der bevölkerungsstarke Teil des Nordens in NRW eine zweite Zeitung. (mehr …)

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Kritische Fragen zur „lokalen Offensive“

8. August 2012

Seit Jahren weisen Berufsverbände und Gewerkschaften auf die Bedeutung der Lokalteile in Tageszeitungen hin und plädieren für qualitativ hochwertigen Journalismus vor Ort. Es ist daher prinzipiell richtig, wenn die WAZ – wie heute in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von Geschäftsführer Manfred Braun verkündet – mit aller Kraft versuchen will, der „Tageszeitung wieder mehr Leben einzuhauchen“. Die Maßnahme firmiert im Konzern unter dem Namen „lokale Offensive“ und meint die Umstrukturierung der vier NRW-Titel der WAZ-Mediengruppe: Lokalredaktionen sollen mehr Redakteure erhalten, abgezogen werden diese von den Desks.

Die Streichung der fast 300 Redakteursstellen bei WAZ, NRZ, Westfälischer Rundschau (WR) und Westfalenpost (WP) im Jahr 2009 wurde von den Gewerkschaften heftig kritisiert. Zumindest die Streichungen im Lokalen stellt Braun aus heutiger Sicht infrage. „Das hätte man auch anders machen können“, bewertet er die Taktik seiner Vorgänger. Dennoch: Bei den 600 Redakteuren soll es laut FAZ-Bericht bleiben, eine Aufstockung ist nicht geplant. Eine ernst gemeinte „lokale Offensive“ verlangt aber eine vernünftige – auch personelle – Ausstattung. (mehr …)

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Super-Regiodesk in Hagen

2. Februar 2011

Nach Informationen von Medienmoral stimmen sich die Chefredaktionen der Westfälischen Rundschau (WR) und der Westfalenpost (WP) derzeit über einen neuen Super-Regiodesk am Standort Hagen ab. Über das Konzept wurden die Redaktionsleiter der WR bei einer Klausur am Wochenende im Sauerland informiert. Für die WP soll der entsprechende Informationstermin am kommenden Wochenende stattfinden. Offiziell entschieden sei noch nichts, heißt es.

Als möglicher Standort ist (mehr …)

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Kommt die WP nun doch an den Desk?

7. Januar 2011

Wenn Stefan Kläsener zum 1. Februar Bodo Zapp als Chefredakteur der Westfalenpost ablöst, könnte mit dem Wechsel an der Spitze zugleich eine wesentlich tiefgreifendere Veränderungen verbunden sein. Das meldet kress.de.  Danach soll der designierte Chefredakteur ein Konzept (mehr …)

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Abo-Einbruch: Kein Geschmack am Einheitsbrei

20. August 2009

Miese Stimmung in den Redaktionen und ein Einbruch bei den Abozahlen: So präsentieren sich die NRW-Blätter der WAZ-Mediengruppe gut zwei Monate nach Einführung des zentralen Content Desks in Essen. Um rund 26.000 Exemplare soll die Gesamtzahl der Abonnements aller vier WAZ-Titel an Rhein und Ruhr im Juli 2009 im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen sein. Das berichtet die taz mit Bezug auf WAZ-interne Zahlen, (mehr …)

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