Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten

Die vom Dortmunder Medienhaus Lensing herausgegebene Münstersche Zeitung (MZ) will ihre Ausgaben in Münster, Greven und Steinfurt mit  dem Mitbewerber Westfälische Nachrichten fusionieren. Ein entsprechender Antrag auf eine Sanierungsfusion sei beim Bundeskartellamt gestellt worden, erfuhren die Beschäftigten am 1. August auf einer Betriebsversammlung der MZ, an der auch der Herausgeber Lambert Lensing-Wolff teilnahm.

Als Grund für den Fusionsantrag verweist der Verlag auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der Ausgaben. Angesichts der nachrangigen Wettbewerbsposition gegenüber dem Marktführer Westfälische Nachrichten und der sinkenden Anzeigenerlöse sei die MZ seit Jahren defizitär. Die Prüfung des Antrags kann einige Monate dauern.

Gerüchten zufolge sollen alle Ausgaben der Münsterschen Zeitung in Münster, Greven und Steinfurt eingestellt werden, falls das Kartellamt die Fusion ablehnt. Das vom Medienhaus Lensing herausgegebene Anzeigenblatt „kaufen+sparen“, die Emsdettener Volkszeitung und die Münsterland Zeitung in Ahaus soll dem Vernehmen nach unverändert weiter erscheinen

Die Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV-NRW befürchten erhebliche Arbeitsplatzverluste durch die angestrebte „Sanierungsfusion“. Wie viele Beschäftigte aus Redaktion, Verkauf und Vertrieb davon betroffen sein werden, ist derzeit offen.

354 Antworten zu “Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten”

  1. Aschendorff übernimmt Ippen-Anteil am WB sagt:

    Der münsteraner Aschendorff Verlag hat dem Vernehmen nach jetzt auch noch die 3,41 Prozent Anteil von Ippen am WB übernommen und hält jetzt über 80 Prozent an dem kriselnden Blatt

  2. Mitarbeiterversammlung bei Aschendorff sagt:

    wir hatten hier noch gar nicht über die Mitarbeiterversammlung berichtet, was natürlich einen Grund hate. Es wurde nicht viel Neues berichtet, mal wieder wurden viele Zahlen präsentiert, und das bekannte Mantra „Alles gehört auf den Prüfstand“. Ein Schuldiger für Fehlentwicklungen im Betrieb war auch schnell benannt und gefunden: Die Damen und Herren vom Betriebsrat. Nach der Wahl sei alles noch schlimmer geworden, und vorm Arbeitsgericht hätten sie vom Richter vorgeschlagenen gütlichen Einigung auch nicht zu gestimmt. Usw. usw. so macht Mitarbeitervertretung natürlich richtig Spaß :-((( Bleibt zu hoffen, dass die Belegschaft diese schwarz-weiß Malereien nicht für bare Münze nimmt ….

  3. Zeitungsbote verklagt Aschendorff auf über 13.000 Euro sagt:

    na, wenn das Beispiel Schule macht. Ein Zeitungszusteller der Aschendorff Logistik, der hauptsächlich als Springer im Kreis Coesfeld arbeitet, hat jetzt den Verlag Aschendorff (Westfälische Nachrichten) auf die Nachzahlung von insgesamt mehr als 13.000 Euro verklagt. Der Betrag setzt sich zusammen aus Zahlungsversäumnissen des Verlages, bei Feiertagszuschlägen. nicht gezahlten Urlaubsentgelten und Nachtzuschlägen in den vergangenen drei Jahren. Der Bote klagt mit gewerkschaftlichem Rechtsschutz. Ein Gütetermin in der Sache ist vor dem Arbeitsgericht Münster für den 21. August anberaumt. Der Bote ist auch Mitglied des fünfköpfigen Wahlvorstandes, der bei der Aschendorff Logistik mit mind. 1200 Beschäftigten erstmalig einen Betriebsrat wählen will. Ebenfalls mit Unterstützung der Gewerkschaft ver.di

  4. Terminverlegung sagt:

    in dem vorher beschriebenen Fall (Zeitungsbote verklagt Aschendorff auf über 13.000 Euro) gibt es eine Terminverlegung: Der Termin 21.08.2019 wurde wegen Urlaub des Anwaltes der Beklagten auf den 28.08.2019 10.30 Uhr verlegt

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