Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten

Die vom Dortmunder Medienhaus Lensing herausgegebene Münstersche Zeitung (MZ) will ihre Ausgaben in Münster, Greven und Steinfurt mit  dem Mitbewerber Westfälische Nachrichten fusionieren. Ein entsprechender Antrag auf eine Sanierungsfusion sei beim Bundeskartellamt gestellt worden, erfuhren die Beschäftigten am 1. August auf einer Betriebsversammlung der MZ, an der auch der Herausgeber Lambert Lensing-Wolff teilnahm.

Als Grund für den Fusionsantrag verweist der Verlag auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der Ausgaben. Angesichts der nachrangigen Wettbewerbsposition gegenüber dem Marktführer Westfälische Nachrichten und der sinkenden Anzeigenerlöse sei die MZ seit Jahren defizitär. Die Prüfung des Antrags kann einige Monate dauern.

Gerüchten zufolge sollen alle Ausgaben der Münsterschen Zeitung in Münster, Greven und Steinfurt eingestellt werden, falls das Kartellamt die Fusion ablehnt. Das vom Medienhaus Lensing herausgegebene Anzeigenblatt „kaufen+sparen“, die Emsdettener Volkszeitung und die Münsterland Zeitung in Ahaus soll dem Vernehmen nach unverändert weiter erscheinen

Die Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV-NRW befürchten erhebliche Arbeitsplatzverluste durch die angestrebte „Sanierungsfusion“. Wie viele Beschäftigte aus Redaktion, Verkauf und Vertrieb davon betroffen sein werden, ist derzeit offen.

407 Antworten zu “Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten”

  1. Aschendorff macht jetzt auch in Podcasts sagt:

    zumindest in Beteiligung mit anderen Verlagen berichtet meedia.de
    https://meedia.de/2020/05/06/regionalzeitungs-vermarkter-oms-steigt-in-den-podcast-markt-ein/

  2. Sinja Schütte wird neue "Landlust"-Chefin sagt:

    und folgt auf Ute Frieling-Huchzelmeyer die nach 15 Jahren den Chefsessel räumt teilte heute die Deutsche Medienmanufaktur mit, turi2.de fasst die Fakten zusammen
    https://www.turi2.de/aktuell/sinja-schuette-ist-die-neue-landlust-chefredakteurin/

  3. Neue Führungsstruktur bei Aschendorff sagt:

    in aktuellen Ausgabe des Fachdienstes epd medien ist u.a. dieses zu lesen:

    Neue Führungsstruktur beim Aschendorff-Konzern
    Dennis Hagen und Marc Zahlmann neue Mitglieder der Geschäftsführung

    Münster (epd) In der Unternehmensgruppe Aschendorff („Westfälische Nachrichten“) stehen Veränderungen im Management an. Zum 1. Juli werden die beiden  Verleger  Benedikt und Eduard Hüffer einen Teil ihrer  Zuständigkeiten abgeben und diese an zwei operative Geschäftsführer aus dem eigenen Hause übertragen, wie der in Münster ansässige Konzern in einer Hausmitteilung ankündigte. So werden Dennis Hagen, seit 2018 im Verlag, Leiter des Finanz- und Rechnungswesens, genauso wie Marc Zahlmann, Verlagsleiter Lesermarkt & Chefredakteur Digitale Medien zu weiteren Geschäftsführern der Aschendorff Medien & Co KG berufen. Die jeweils verantwortlichen Geschäftsbereichsleiter werden entsprechend ihrer fachlichen Zuordnung zukünftig auch an die beiden berichten. Die beiden Manager gehören ebenso wie die Personalleiterin Ursula Budde zum Vorstand der Westfälischen Medienholding. Unter dem Dach der Westfälischen Medienholding sind die Zeitungstitel von Aschendorff Medien in Münster (neben den „Westfälische Nachrichten“ auch die „Münstersche Zeitung“) und Bielefeld („Westfalen-Blatt“) Anfang 2019 zusammen geführt worden. (epd 1/19)

    Begründet wird die Umstrukturierung der Geschäftsleitung damit, dass Aschendorff „mit dieser Bündelung der Verantwortung“ noch „zukunftsfähiger“ aufgestellt werden soll, um so den „vielfältigen Herausforderungen mit Entschlossenheit und Zuversicht“  begegnen zu können.
    Für viele Bereiche des Verlages (Redaktion, Anzeigen) wurde bis Ende September  Kurzarbeit beantragt. Diese wurde mittlerweile wieder reduziert. Einen nach Ansicht der Geschäftsleitung unvermeidbaren Personalabbau  in den Bereichen Druck und Versand versucht der  Betriebsrat möglichst  ohne betriebsbedingte Kündigungen abzuwickeln.
    Gesamtverantwortlich würden die beiden Familien-Geschäftsführer sowohl für die Unternehmensgruppe Aschendorff als auch die Westfälische Medienholding AG bleiben, hieß es in der Hausmitteilung. Im Februar hatten die „Westfälischen Nachrichten“ ihre Chefredaktion zu einem Viererteam erweitert. (epd 9/20). (fb)

  4. Gründung sagt:

    Auszug Bundeskartellamt:
    https://www.bundeskartellamt.de/DE/Fusionskontrolle/LaufendeVerfahren/laufendeverfahren_node.html

    04.06.2020 B7-94/20 Aschen­dorff Me­di­en GmbH & Co. KG, Müns­ter, und Bruns Ver­lags-GmbH & Co. KG, Min­den; Grün­dung ei­nes Ge­mein­schafts­un­ter­neh­mens An­zei­gen­blät­ter Nord­rhein-West­fa­len 22.06.2020 (Frei­ga­be)

  5. Verfahren um Nachtzuschläge für WN-Boten zieht sich sagt:

    das zweitinstanzliche Verfahren vor dem LAG Hamm um Nachtzuschläge, die ein Zusteller gegenüber der Aschendorff Logistik eingeklagt hatte, zieht sich- teilweise wohl auch coronabedingt, der Gütetermin in dieser Sache wurde jetzt auf den 1. Oktober 11.45 Uhr terminiert. Zwei vorherige Termine waren aufgehoben worden. Der Zusteller kann die Verschiebungen allerdings auch mit einem lachenden Auge sehen. Im erstinstanzlichen Urteil war für ihn eine 5 % Verzinsung auf die eingeklagte Summe festgesetzt worden worden, und da seine Prozessaussichten ganz ausgezeichnet sind :-)))) Und wo kriegt man heute noch solche Zinsen!
    Hier unsere Mitteilung vom erstinstanzlichen Termin:
    WN-Zeitungsbote klagt erfolgreich 6800 Euro Nachtzuschläge ein sagt:
    20. September 2019 um 08:05 Uhr
    Ein Zeitungsbote aus Münster hat sich jetzt mit einer Klage gegen seinen Arbeitgeber, die Aschendorff Logistik, erfolgreich durchsetzen kommen. Die 3. Kammer des Arbeitsgerichts verklagte den Arbeitgeber rückwirkend für die letzten drei Jahre entgangene Nachtzuschläge nachzuzahlen, das sind in der Summe etwa 6868 Euro. Das Bundesarbeitsgericht hatte in einem Grundsatzurteil die Nachtzuschläge in Höhe von 30 % für die Zeitungssteller festgelegt, woran sich die Aschendorff Logistik nicht gehalten hat. Wenn die Klage Erfolg habe, würde das Produkt Zeitung noch teurer, es müsste unbedingt eine Sonderregelung für die ohnedies schon gebeutelte Branche geben. sonst würden die Zeitungsleser bald nicht mehr eine gedruckte, sondern nur noch digitale Angebote zum Frühstück zu lesen bekommen, führte der Aschendorff-Anwalt Dr. Stephan Karlsfeld aus. Der Zeitungszusteller entgegnete trocken: Sich bei10 Grad minus den Allerwertesten abzufrieren, ist nicht gerade lustig. Der Aschendorff-Anwalt, der eine gütliche Einigung kategorisch ausschloß, kündigte bereits in der mündlichen Verhandlung an, in dieser Sache in Berufung zu gehen, damit vor dem Landesarbeitsgericht Hamm und evtl. sogar vor dem Bundesarbeitsgericht in Erfurt eine andere Entscheidung herbei geführt wird.
    (Az.: 3 Ca 25/19)
    https://www.lausen.com/blog/nachtzuschlag-fuer-zeitungszusteller/

  6. Die vergessenen Jahre des OLG Hamm sagt:

    in einer vierseitigen Wochenend-Beilage zur 200 jährigen Geschichte des Oberlandesgerichts Hamm haben die Westfälischen Nachrichten „keinen Platz“ wie es hieß einen vorliegenden Text über die Jahre 1933 bis 1945 zu bringen, Titel: Die dunkelste Stunde. Rums berichtet.
    Einfach durchscrollen durch den langen Text
    https://us19.campaign-archive.com/?u=8c42c4f4df829ead4b77ef260&id=2c1a6e12eb

  7. Münster urban ist Geschichte sagt:

    der Zeitschriftentitel Münster urban ist Geschichte. Er wurde fünf Jahre lang von der Agentur Heithoff mit finanzieller Unterstützung der Initiative Starke Innenstadt herausgebracht, in der sich Münsters einflußreiche Innenstadt-Kaufleute versammelt haben, das Team von Münster Urban wird nun an dem schon vorhandenen Zeitschriften-Titel Münster (Magazin)weiterstricken, der bislang vom Privatier Christoph Wüllner und dem Verlag Aschendorff als joint venture herausgegeben wurde und redaktionell ähnlich wie Münster urban auf die schönen und starken Seiten der Stadt redaktionell abhob . Beide Titel sollen an Auflagen- und Umsatzschwäche gelitten haben, das erste Exemplar von „Münster“ soll im August erscheinen. Chefredakteurin wird Britta Heithoff. Ob aus zwei defizitären Titeln ein erfolgreicher wird bleibt abzuwarten.

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