Als Lambert Lensing-Wolff am 19. Januar 2007 die komplette Redaktionsmannschaft der Münsterschen Zeitung von jetzt auf gleich vor die Tür setzte, um sie durch Jüngere zu ersetzen, handelte er sich bundesweiten Protest und öffentliche Schmach ein. Jetzt will der Dortmunder Verleger (Ruhr Nachrichten) offenbar seinen Laden wieder ummodeln – und bedient sich der subtileren Art. Wie jetzt bekannt wurde, sind schon vor Wochen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Medienhaus Lensing Einzelgespräche geführt worden oder werden noch geführt. Das Kalkül: Wer uns lieb ist, kann bleiben, wer älter und zu teuer ist, kann gehen. Neueinstieg nicht ausgeschlossen, mit anderen Verträgen zu anderen Konditionen. Wenn man wieder lieb ist. Angst und Unsicherheit schüren, mürbe machen, ja keine Kollegialität oder gar Solidarität aufkommen lassen… Die Angst geht um in Dortmund und im Münsterland.

168 Kommentare zu “Die Angst geht wieder um im Haus Lensing-Wolff”

  1. Clemens Martinam 01.07.2010 um 19:55

    Einstweilen versucht Lensing-Wolff durch ein neues Blatt-Layout vorhandene Leser zu binden und neue Leser zu gewinnen. Das hat er den Ruhrnachrichten, der Münsterschen Zeitung und Ablegern zum 1 Juli verordnet. Ruhrnachrichten Chefredakteur Wolfram Kiwit darf die optische Runderneuerung auf der Seite 1 in einer salbungsvollen Kolumne mit dem Titel “Gut durchgelüftet” vorstellen.
    Die Münsteraner Redaktion überrascht derweil mit dadaistisch geprägten Einlagen. So heißt es in einer Bildunterschrift im Stadtteil Münster-Süd: Felizitas Schulte (l.) gibt die Leitung der Kita St.Martin zum 1. August an Felizitas Schulte ab.
    Aber shit happens schon mal bei 35 Grad und wenn dann schon wieder Unruhe im Laden ist…

  2. wattam 01.07.2010 um 22:18

    Und das haben die dollen Regio-Desks nicht gemerkt? Na, beim DO-Desk wäre das wahrscheinlich nicht passiert. ^^

  3. Der Ruhrpilot | Ruhrbaroneam 02.07.2010 um 07:14

    [...] Medien: Angst bei den Ruhr Nachrichten…Medienmoral NRW [...]

  4. [...] Die Angst geht wieder um im Haus Lensing-Wolff (Medienmoral NRW) – Nicht das neue Layout von Ruhr Nachrichten (RN) und Münstersche Zeitung (MZ) verängstigt die Redakteure – sondern anscheinend gibt es neue Umstruktierungspläne in dem Verlag, der dadurch bekannt wurde, dass die komplette MZ-Redaktion de facto rausgeschmissen wurde. [...]

  5. FPam 02.07.2010 um 22:10

    Solidarität? Die gab es doch noch nie bei den RN.

  6. ruhrpott-onlineram 04.07.2010 um 14:08

    Man kennt ja dieses System der RN, die auf junge Leute vor allem als Reporter in der Region setzen, die im wahrsten Wortsinn dort sind, wo es brennt. Online klappt das ja offensichtlich sehr gut. Wie’s in der Zeitung ausschaut, kann ich nicht beurteilen. Dafür schaue ich zu selten rein.

    Wie man hört, bekommen diese Reporter aber lange kein Tarifgehalt. K.A. ob sie überhaupt als Redakteure eingestellt sind. Da fragt man sich, warum macht man diesen Knochenjob? Andererseits mangelt es bei uns in NRW ja übelst an adäquat bezahlten Alternativen.

    Wenn es aber darauf hinaus läuft, dass den älteren Leuten im Redaktionsstamm nahegelegt wird, Platz zu machen, für diese neue Generation, ist das wahrlich unschön. Die Verleger und Geschäftsführer nutzen das Überangebot an qualifizierten Leuten auf dem Arbeitsmarkt scheinbar knallhart aus. Traurig.

  7. Freelanderam 04.07.2010 um 21:10

    @ ruhrpott-onliner “Verleger und Geschäftsführer nutzen das Überangebot an qualifizierten Leuten auf dem Arbeitsmarkt scheinbar knallhart aus”
    .
    Wenn’ wenigstens das wahr wäre. In Wirklichkeit verabschieden die Verleger sich nach Möglichkeit von qualifizierten, erfahrenen – aber ihrer Meinung nach zu teuren – Leuten und setzen ahnungslose Youngster ein: Praktikanten, Schüler, Studis, auch Volontäre – die alle treu gläubig offen, dass sie irgendwann, wie der sprichwörtliche Frosch in der Milch, auf der Butter sitzen, wenn sie nur lange genug für ihren Hungerlohn strampeln.
    Allerdings: Bevor ihnen das gelingt, fliegen sie wieder ‘raus und werden durch frische ahnungslose Youngster ersetzt. Und wer ist dabei noch der Dumme? Richtig, der Leser dieses “Qualitätsjournalismus”.

  8. Gastam 05.07.2010 um 12:30

    Da gibt es nur eins
    Zeitung kündigen !
    Steht eh kaum was drin ausser Sport und Politik
    Was im Ort passiert, kaum eine Spur von
    Aber die WAZ ist auch nicht besser ;-)

  9. Steinfurteram 05.07.2010 um 18:43

    Die Jagd auf Redakteure bei der „Münsterschen“ geht weiter. Vor die Flinte sollen nicht nur die, die alt, teuer und frech sind,
    sondern auch solche, die man sowieso schon lange los werden wollte.
    Der Crash vom Emsdettener Newsdesk hat viel Geld verbrannt. Rache ist Blutwurst spricht der Herr aus Dortmund.
    Also bald Steuerung aus Münster. Redaktionsleiter für Greven weg.
    Zentralisierung, Steuerung von Münster / Dortmund
    Bis jetzt gibt es für die auf der schwarzen Liste kein konkretes schriftliches Angebot, keine Zahlen, nur ungefähre Zeitfenster für den Rausschmiss. Der eine fliegt sofort, der andere demnächst, die dritte darf bei der Gehaltskürzung im Monatstakt zusehen….
    Ach ja, und dann ist da noch das neue Redaktionsprekariat: die Redaktionsassistenten…
    Die dürfen dann bald den Job machen. Ein seit drei Jahren in Münster bestens bekanntes Prinzip bei der MZ: jung, willig und vor allem billig. Nur verwunderlich, dass dabei noch Qualitätsjournalismus rauskommen soll.

  10. osteoproseam 05.07.2010 um 20:48

    nur weiter so. das machen die so lange, bis ihnen ihre zentralen steuerungen und desks so richtig um die ohren knallen. vielleicht hat die wr in dortmund am ende doch noch eine chance. haengt alles davon ab, welche redaktionsorganisationen aberwitziger sind. wie es scheint, haengt lensing sogar noch schickler ab. volle fahrt voraus auf den eisberg.

  11. ochtropam 05.07.2010 um 20:58

    Wieso? Es knallt denen doch schon um die Ohren.
    Zur Erinnerung:
    http://djv-muensterland.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12:mz-loest-regio-newsdesk-auf&catid=1:news&Itemid=2
    Steht der WAZ-Gruppe auch noch bevor. Diese Desks sind unbestritten prima im Mantel, weil so alle an einem Tisch arbeiten und EIN Produkt erstellen. Aber Lokalredaktionen an Desks zusammenzufassen, die NICHT zusammengehören, ist Humburg. Oder Hamburg ähh Schickleria. Weil die Arbeit hier wie da ohnehin gemacht werden muss, spart sowas auch weder Personal noch Geld, allenfalls durch den ständigen Ärger Leser. Oder Frank Fligge?

  12. [...] Medien: Die Angst geht wieder um im Hause Lensing-Wolff … medienmoral [...]

  13. Doraam 16.07.2010 um 19:02

    Ich finde das Newsdesk-Prinzip auch im lokalen Bereich gut. Die Leser fahren schließlich auch über die Lokalausgabengrenzen, wenn sie abends noch etwas erleben wollen. Zentrale Planung stellt zum Einen sicher, das man sich “überlokal” austauscht (auch contentmäßig) und in engen Kontakt bleibt. Zum Anderen werden Seiten strukturiert geplant und gefüllt, vor allen Dingen Standardinhalte laufen so besser mit. Die Reporter vor Ort müssen sich nicht noch neben ihren Job Gedanken machen, wo sie jetzt was hinschieben und es endet nicht mehr so, dass erst wenn alle Texte da sind, jemand sich an die Seitenplanung macht.

    Allerdings könnte der entscheidende Unterschied zwischen den erfolgreichen Desks und den gescheiterten Desk gewesen sein, dass man keine Leute aus der eigenen Mitte als Editor entsenden wollte und kein Vertrauen herrschte.

    Die Personalpolitik im Hause Lensing betrachte ich durchaus zwiespältig. Fakt ist sicherlich, dass viele junge Leute voll der Hoffnung auf einen unbefristeten Vertrag sich abmühen, bloß damit nach zwei Jahren Endstation ist. Andererseits finde ich auch nicht, dass es so wirkt, als wäre eine unbefristete Anstellung nur Formsache, sondern man lässt sich sehendes Auge darauf ein.

    Aber um zum “Aufmacher” zurückzukehren: Es ist gang und gäbe in der freien Wirtschaft, Industrie und auch im Beamtenwesen, dass jährlich Personalgespräche mit Leistungsbeurteilungen stattfinden! Da war Lensing extrem rückständig.

    Und es glaubt ja auch wohl ernsthaft keiner, dass die Jobs ohne Leistungsbeurteilung sicherer wären.

  14. ochtropam 17.07.2010 um 07:54

    Ach Dora, dafür brauchst du kein Newsdesk. Das klappt mit einem Producer in der Mitte ganz hervorragend und viel besser und mit den heutigen Systemen lässt sich problemlos Material aus benachbarten Ausgaben abgreifen. Zum einen und zum anderen schreibt man übrigens klein – vielleicht brauchst du ein Desk zur Korrektur deiner Texte…

  15. Redaktoram 17.07.2010 um 08:23

    “Die Leser fahren schließlich auch über die Lokalausgabengrenzen, wenn sie abends noch etwas erleben wollen.”
    .
    Aber klar doch! Wenn ich abends aus dem Bergischen nach Köln zum Rock-Konzert fahre, dann muss ich am nächsten Tag natürlich auch unbedingt lesen, dass Kölner FDP jetzt einen Eilantrag gestellt hat, wonach die Stadtspitze verkleinert werden soll. Interessiert mich im Bergischen Land dann nämlich ungeheuer, das mit der Stadtspitze…

  16. briskoam 19.07.2010 um 12:50

    Selbstkritik übt Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm heute ich einem Interview mit den Lensing-Wolff-Blättern: Auf die Frage: “Was war ihr größter politischer Fehler in der Politik antwortet er: Ein Fehler war, dass ich befristete Arbeitsverträge erleichtert habe – in der Hoffnung, dass so Dauerarbeitsplätze früher und leichter zugänglich werden. Da war ich zu gutgläubig. Daraus ist ein regelrechter Wildwuchs auf dem Arbeitsmarkt entstanden, mit Mini-Jobs, Kurzzeit-Verträgen und Leiharbeit. Wenn das so weiter geht, ist das ein Rückfall zurück in die Zeit der Tagelöhner.”
    Schade, dass diese Einsicht so spät greift, denn alle Tendenzen, die Blüm beschreibt, treffen auch auf den journalistischen Arbeitsmarkt und die Arbeitsverhältnisse im Medienhaus Lensing zu

  17. Wechselam 19.07.2010 um 21:02

    Dumm gelaufen, wenn man von NRZ, WR oder WAZ zu den RN will.

  18. Doraam 23.07.2010 um 23:38

    @ochtrop
    Es geht nicht darum, einfach einen Artikel rüberzukopieren, sondern die Zusammenarbeit sollte schon in der Planungsphase stattfinden und dabei kann man gegenseitig von Erfahrungen profitieren. Wie wird die mediale Berichterstattung bei Großereignissen aufgezogen, ist da zum Beispiel ein Thema, wo für mich die WAZ gegenüber der RN klar verliert. Wenn man ein Desk nur auf eine “paste und copy”-Station reduziert, geht man an Sinn und Zweck vorbei.

    @Redaktor
    Ein gutes Desk wird nicht einfach blind Artikel übernehmen, sondern gezielt einige auswählen – im Bereich der Pfarrgemeinden und ähnliches durchaus sinnvoll. Mancher Skandal ist nur für ein Dorf interessant, bei anderen hingegen kann man Bezüge zur ganzen Region herstellen. Sicherlich interessiert dann auch noch lange nicht jeden alles, aber die Kultur oder die Wirtschaftsseiten liest auch nicht jeder.

    Generell ist mir bei der Lektüre beider Blätter parallel in den letzten Jahren aufgefallen, dass die WAZ bei wichtigen lokalen Themen allzu oft einen Tag hinterherhinkt – online wie offline. Stellt sich die Frage: Trotz oder wegen der Deskstruktur bei Lensing?

    @brisko
    Es war definitiv ein Irrglaube, dass man mit einem solchen gesetzlichen Rahmen den Zugang erleichtert. Sicherlich sind alternative Beschäftigungsformen per se nicht zwangsläufig schlecht, aber man müsste ganz andere Bedingungen dafür festsetzen – damit sich das Risiko dieser prekären Beschäftigungsverhältnisse finanziell lohnt für den Arbeitsnehmer, nicht für den Arbeitsgeber…

  19. ochtropam 24.07.2010 um 06:49

    Träume süß, liebe Dora.

  20. Redaktoram 24.07.2010 um 09:15

    “Ein gutes Desk wird nicht einfach blind Artikel übernehmen, sondern gezielt einige auswählen”.
    .
    Schön – aber genau dafür ist ein Desk so überflüssig wie ein Kropf. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da ging das so: “Hallo, wir haben hier die und die Geschichte, könnte für euch auch interessant sein.” Dann hat man den Artikel ins Postverzeichnis kopiert, die andere Redaktion hat sich’s herausgefischt, und gut war’s. Und schnell ging es auch.
    .
    Was aber, bitte, soll ein entrückter, -zig Kilometer entfernter Regiodesk bringen, in dem Leute sitzen, die mit viel Glück gerade einmal wissen, wo diese oder jene Redaktion liegt, und bei denen sonst jegliche Ortskenntnis, jegliches Hintergrundwissen fehlt? Wie sollen diese Herrschaften Lokalnachrichten bewerten? Eben.
    .
    Nein, machen wir uns nichts vor. Einziger Sinn und Zweck der Desks ist es, Redakteursstellen einzusparen. Und nun, da sich herausstellt, dass das aus den eben genannten Gründen in die Hose geht und letztlich Auflage kostet, können bestimmte Verlagsmanager nicht eingestehen, dass sie auf dem Holzweg sind. Deshalb die kläglichen Versuche, das ganze Fiasko mit dem Mantra vom “Qualitätsjournalismus” aufzuhübschen. So, wie man jetzt die IVW-Auflagenzahlen mit “Sonstigen Verkäufen” aufhübscht.

  21. Doraam 24.07.2010 um 16:37

    @Redaktor
    Ob früher alles besser war, darüber lässt sich trefflich streiten. Sicherlich kam man so früher gut zurecht, aber “früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches. Da haben die bewährten Abläufe dann gut funktioniert. Aber die Deskstruktur wurde erst mit den schwinden der Auflage eingeführt, nicht umgekehrt.

    Ansonsten wurden bei Lensing zuerst die Redaktionen gebeten, einen Editor zu entsenden. Eben, damit jemand mit Ortskenntnis zuständig ist. Aber es wurde keine Redaktion gezwungen. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Erfolgsquote des Desks umso höher ist, je mehr Lokalredakteure zu Editoren wurden.

    Außerdem muss natürlich unterscheiden bei den Desks zwischen WAZ und Lensing, zudem gibt (und gab) es bei Lensing unterschiedlich erfolgreiche Desks, wie hinlänglich bekannt ist. Wenn Redaktionen und Desk sich bekämpfen, kann natürlich die Qualität nicht besser werden und auch die Effizienz leidet, anstatt sich zu steigern. Das bestätigt schlussendlich natürlich die Kritiker.

    Und so gibt es in ganz Deutschland einerseits erfolgreiche Desks – wo alle an einen Strang ziehen – und Desks, die grandios scheitern oder schon gescheitert sind. Weil die Manager nicht überzeugen und mitnehmen konnten, weil das Desk schlecht konstruiert wurde, weil Editoren unfähig waren und weil Reporter um ihre Pfründe fürchteten.

  22. Redaktoram 24.07.2010 um 17:42

    “Sicherlich kam man so früher gut zurecht, aber “früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches. ”
    .
    Bevor Du Dich beim Versuch, andere als Ewiggestrige darzustellen, hier noch mehr blamierst: “Internet” gibt es kommerziell genutzt bereits seit 1990, das World Wide Web, das Du vermutlich meinst, seit 1993. Lensing führte, wenn ich mich recht entsinne, die ersten Newsdesks dagegen erst 2007 ein. Dass WWW ist also mal so eben 17 Jahre älter als eure Newsdesks – soviel zum Thema “früher gab es auch noch kein Internet”.
    .
    Geht doch nichts über eine profunde Halbbildung.

  23. Redaktoram 24.07.2010 um 20:39

    Das WWW … (ein s zuviel. sorry, zu schnell geschrieben)

  24. Reeves Minotam 25.07.2010 um 10:02

    @Dora

    “Ansonsten wurden bei Lensing zuerst die Redaktionen gebeten, einen Editor zu entsenden. Eben, damit jemand mit Ortskenntnis zuständig ist. Aber es wurde keine Redaktion gezwungen. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Erfolgsquote des Desks umso höher ist, je mehr Lokalredakteure zu Editoren wurden.”

    Peinlich, peinlich, peinlich.

    Traurig, was die Ja-Sager um LL und WK hier verbreiten. Als ob die Redakteure damals freiwillig an die Desks gegangen wären.

    Peinlich, peinlich und einfach nur ekelhaft, wie sich die Ja-Sager für PR-Texte dieser Art einspannen lassen, um den eigenen Status zu retten….

  25. Wiebke Westhuesam 25.07.2010 um 10:44

    Ich verstehe nicht, was das jetzt soll. Dora macht doch auch hier genau das, was bei Lensing gewünscht ist. Worüber wunderst Du dich da noch?

  26. ochtropam 26.07.2010 um 21:48

    …und ihr glaubt doch alle nicht, dass Dora eine Redakteurin ist? Ich habe da vielmehr jemand in Verdacht, der sich als ganz großer Desk-Zampano aufführt und Angst vor der Wahrheit hat.

  27. Wiebke Westhuesam 27.07.2010 um 08:32

    Gut möglich. Die ganze Laufbahn dieses von dir Desk-Zampano genannten ist ja auf diesen Weisheiten aufgebaut. Von LL und WK installiert. Plappert das nach, was ihm die Medienmacher in den USA vormachen. Wie das dann bei Lensing so ist. Kein anderer ist eingeweiht, alle sind nur ausführende Organe, die das dann auch alles toll finden und angestrengt nach Beifall aus der Chefetage streben.

  28. ochtropam 27.07.2010 um 20:08

    So ist es. Denn außer ihm und den paar Eingeweihten findet keiner die Desks toll. Aber er kann sich ja so gut selbstdarstellen. Applaus.

  29. Alter Kollegeam 28.07.2010 um 23:24

    @Redaktor (zu Dora: ““früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches.”)
    .
    Tja, und das Usenet, also “etwas ähnliches”, gibt es sogar seit schon 1979! Da waren unsere Verleger von Newsdesks noch so weit entfernt wie die Erde vom Mond, und selbst in den USA gab’s den ersten Newsroom erst 1994.
    .
    Aber solche Medien-Experten wie “Dora” schreiben einfach mal drauflos, was sie sich so zusammenphantasieren und wie es ihnen in den Kram passt. Echte Sternstunden des Journalismus. Wenn die so an ihrem Desk arbeitet – naja. Wie sagt Dieter Nuhr so schön? “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.”

  30. Wiebke Westhuesam 29.07.2010 um 08:48

    @Alter Kollege

    weiß nicht, alter Kollege. Kann gut sein, dass ochtrop auf der richtigen Fährte ist und Dora eben kein Redakteur sondern der Desk-Zampano ist.

    Dem tust Du dann aber ein bisschen Unrecht. So viel Zeit für Bildung haben diese jungen Leute ja heute nicht mehr. Es gilt, direkt nach dem Abi die Karriere zu beginnen. Und wenn man dann noch von den entscheidenden Leuten gefördert wird….

    Der Desk-Zampano gibt seinen Senf momentan ja gerade auch nicht ab. Vielleicht arbeitet er nun an der Tablet-Strategie des Verlags. Der große Bruder überm großen Teich und Axel Springer weisen ihm den Weg. Wird nur schwierig die Kunden zu finden, die für die aktuellen News vom Scheunenbrand am Lippestrand Geld bezahlen. ;-)

  31. KPSam 30.07.2010 um 22:41

    Seid nicht so naiv, @redaktor, @Alter Kollege und @ochtrop.

    Bleibt lieber im Kontext: Natürlich gibt es das Internet schon lange, @Dora meinte natürlich die Entstehung von eigenen Newsseiten wie RN.de oder DerWesten.de etc.! Mit den Vormodellen hatte man ja keine Arbeit.

    Diese Seiten gibt es nunmal erst seit dem von Dora genannten Zeitraum, inklusive der damit einhergehenden Erstellung von Bilderstrecken, Teasertexten, Videos usw. Aber damit beschäftigt ihr “70.000-Jahresbrutto-Oldies” euch ja sowieso kaum. Dann wundert euch nicht, dass ihr eher als geplant gehen müsst. Und nehm eure zwei Schreibmaschinenfinger gleich mit.

    Meine eigene Kritik an den Desks sieht so aus:
    Dort arbeitet pro Standort immer höchstens ein Kollege mit lokaler Kompetenz. Oft werden Freie jeden Tag an einen anderen Tisch gesetzt, was für die Reporter in den Redaktionen vor Ort doppelte Arbeit und Kontrolle bedeutet. Hat sich ein Volo nach
    ein, zwei Tagen mit einer Redaktion vertraut gemacht, muss er an einem anderen Platz die Arbeit eines Kollegen übernehmen. Der, oder – noch schlimmer – sein Assi, ist ein paar Tage im Urlaub und schon brennt alles lichterloh.

    Als Reporter zerreißt man sich, um schnell viele Fotos hochzuladen und angemessen zu betexten, am Desk vergisst der Assi dann, den Autorennamen reinzuschreiben. Oder er vergisst es nicht, haut aber einen peinlichen Fehler in die Überschrift. Durch die klare Aufteilung schauen sich die Reporter die Webseiten auch nicht an und so steht der Quatsch da Stunden.

    Wie fast alle Geschäftsmodelle, lässt sich auch die Deskstruktur kritisieren. Generell bin ich aber nicht bereit mit festgefahrenen Kollegen darüber zu streiten, die sowieso gegen alles sind. Vor 20 Jahren war der Arbeitstag eben halb so lang wie heute (es gibt jedenfalls genug Kollegen aus der Zeit, die sich gerne damit brüsten). Jetzt wird eben mehr Power auf mehr Kanälen verlangt. Wer da nicht mehr mitspielt, wird ersetzt. Günstige, willige Nachfolger gibt es genug. Was sollen Sie auch tun, lieber arbeitslos sein?

    Generell finde ich es unfair, dass hier Personen aus Redaktionen – auch wenn sie namenlos bleiben – klar erkennbar diffamiert werden. Besonders, wenn es Personen betrifft, die auch für das Personal kämpfen und längst nicht alles von oben so einfach abnicken wie ihr es hier beschreibt. Das war in der letzten Zeit zumindest meine Erfahrung.

  32. Alter Kollegeam 31.07.2010 um 06:48

    @KPS “Aber damit beschäftigt ihr “70.000-Jahresbrutto-Oldies” euch ja sowieso kaum. Dann wundert euch nicht, dass ihr eher als geplant gehen müsst.”
    .
    Ein leider immer öfter anzutreffender Charakterzug, den Sie da offenbaren. Aber erstens ist es nun wirklich nicht meine Schuld, dass die meisten Verleger und mit ihnen auch viele Journalisten das Internet schlicht erst einmal verschliefen. Zweitens nutze ich persönlich Usenet und BBS schon seit seligen XT-Zeiten. Da ich schon längere Zeit Unternehmer in einer anderen Branche und freier Autor zugleich bin, schwankt mein Jahresbrutto tatsächlich, allerdings oberhalb von 70000. Deshalb muss ich auch nirgendwo gehen. Vor allem muss ich niemandem nach dem Mund schreiben.
    Wenn Sie hier verbreiten, dass früher der Arbeitstag nur halb so lang gewesen sei, dann wird solcher Unfug kaum auf eigener Erfahrung basieren. Besonders menschenverachtend ist aber Ihr Satz “Jetzt wird eben mehr Power auf mehr Kanälen verlangt. Wer da nicht mehr mitspielt, wird ersetzt.” Angesichts vieler Kolleginnen und Kollegen, die in Lokalredaktionen bis zur physischen und pschychischen Entkräftung arbeiten, halte ich diese Einstellung schlicht für eine Unverschämtheit. Auch Sie, “KPS”, werden älter, und vielleicht auch irgendwann öfter als jetzt krank – und dann auch “ersetzt”.
    Ich weiß nicht, ob ich mit meinen Ansichten festgefahren bin. Ich weiß aber, dass ich mit bornierten Ellenbogentypen kein Großraumbüro der Welt teilen möchte. (Geschrieben mit ca. 350 Anschlägen/min.)

  33. Alter Kollegeam 31.07.2010 um 06:50

    psychischen Entkräftung – sorry

  34. Redaktoram 31.07.2010 um 07:52

    @KPS aka Dora “@Dora meinte natürlich ”
    .
    Was Dora “meint”, können wir nicht wissen (außer KPS aka Dora). Wir können nur wissen, was “Dora” schreibt. Und das war “früher gab es auch kein Internet.”
    Ein Journalist sollte in der Lage sein, sich klar auszudrücken. Oder er sollte seinen Beruf wechseln.

  35. Wiebke Westhuesam 31.07.2010 um 09:14

    @Redaktor “Dora meinte natürlich”

    Es wird so sein: Die üblichen Verdächtigen am Westenhellweg tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig beim Selbstmarketing. Diesmal eben im Blog.

  36. Ex-Kollegeam 31.07.2010 um 09:45

    Entlarvend ist es auch, dass Herr KPS die Newsdesks als “Geschäftsmodelle” ansieht. Damit wirft er in einem Nebensatz sittliche und moralische Grundsätze des Journalismus über Bord. Peinlich.
    Fazit: So etwas schreibt ein Verlagsmann aus dem mittleren Management, aber kein Journalist.

  37. Hellwegam 31.07.2010 um 09:50

    Menschenverachtend – genau das ist es.
    Wenn ich so einen speichelleckerischen Verlags-Sermon lesen muss, dann habe ich gleich noch viel weniger Lust, für die zu arbeiten.

  38. ochtropam 31.07.2010 um 10:02

    @KPS

    Ach, weißte Du, ich Schreibmaschinen-Oldie arbeite online, dennoch oder umso mehr kann ich die Desk-Modelle beurteilen. Richtigerweise beschhreibst Du ja, wie schief es damit läuft. Für so eine Zeitung, bei der ein Reporter oberflächlich vom Termin zu Termin hetzt, und irgendein Typ das lieblos zusammenbaut, würde ich keinen Cent ausgeben.
    .
    Zudem lautet die mehrheitliche Argumentation ja so: Schafft die Desks ab, packt die Leute wieder in die Redaktion und lasst die Leute da selbst organisieren, z.B. mit Producern. Das kostet keinen Cent mehr, weil der Personalbestand gleich bleibt. Es sorgt aber für mehr Arbeitszufriedenheit und lokale Kompetenz = bessere Zeitung zu identischen Kosten.

    PS: Hier werden Personen diffamiert, die sich für das Personal einsetzen? Dass ich nicht lache. Ich habe da jemand vor Augen, der sich aufbläst und wie ein kleiner Herrgott versucht zu regieren. Aber vielleicht meine ich ja auch jemand anders…

  39. Redaktoram 31.07.2010 um 10:12

    Ich möchte jetzt keine Haarspalterei betreiben. Aber wenn ich folgenden Abschnitt lese…
    .
    “Ob früher alles besser war, darüber lässt sich trefflich streiten. Sicherlich kam man so früher gut zurecht, aber “früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches. Da haben die bewährten Abläufe dann gut funktioniert. Aber die Deskstruktur wurde erst mit den schwinden der Auflage eingeführt, nicht umgekehrt.”
    .
    …dann lese jedenfalls ich daraus, dass der Verfasser oder die Verfasserin damit die allgemeine Konkurrenz durch das Internet auf dem Medienmarkt anspricht, die zum Schwinden der Zeitungsauflagen geführt hat (was ja auch stimmt).
    .
    “Eigene Newsseiten” – gemeint waren damit vermutlich eigene Internet-Angebote der Verlage, denn Newsseiten hat eine Druckausgabe natürlich auch, wenn man einer verkorksten Liebe zu Anglizismen frönen will – sind selbstverständlich auch ohne Newsdesks für Lokalausgaben zu realisieren. Das eine bedingt ja nicht das andere, denn erfolgreiche Internetangebote gab und gibt es auch ohne Newsdesks.

  40. Ex-WR-Redakteuram 31.07.2010 um 11:25

    @KPS “Dora meinte natürlich die Entstehung von eigenen Newsseiten wie RN.de oder DerWesten.de etc.”

    Selbst dann ist es noch grottenfalsch. Vielleicht solltest Du, bevor die in die Tasten greifst und munter drauflos fabulierst, erst einmal recherchieren: Internetangebote der WAZ-Zeitungen z.B. mit eigenen Web-Präsenzen der Titel gibt es nämlich bereits seit Juli 2000, also viele Jahre vor den Newsdesks dort!
    -
    Übrigens haben wir uns auch seit 2000 äußerst gründlich mit Bilderstrecken, Teasertexten usw. befasst! Gern sogar, denn im Gegnsatz zu aller hier stattfindenden Verunglimpfung als sperrige, zweifingermaschinenschreibende Oldies setzten wir große Hoffnungen in das damals aus Sicht der Verlage noch neue Medium. Die wurden nur dadurch enttäuscht, dass das Internetangebot schon bald alle unsere Texte und Bilder am Vorabend kostenlos verramschte und es damit für manchen Leser sinnlos machte, sich am nächsten Tag noch eine gedruckte Zeitung zu kaufen.
    .
    Was das aber mit der angeblichen Notwendigkeit von Newsdesks zu tun haben soll, weiß der Geier. Wenn ein meilenweit entfernt hockender Newsdeskler einen “peinlichen Fehler” in die Überschrift haut, dann tut er das damit auch im Internet. Toller Fortschritt. Wenigstens kann er da solchen blühenden Unsinn wie “Bundespräsident Lammert” noch stillschweigend ändern, wenn das Gelächter allzu laut wird.
    .
    Wieso hier angeblich “festgefahrene Kollegen” schreiben sollen, “die sowieso gegen alles sind”, ist mir völlig schleierhaft. Es lässt sich auch aus dem Diskussionsverlauf nirgendwo ableiten. Ich lese hier fast nur Texte von Kolleginnen und Kollegen, die sich sehr engagiert für ihre eigene berufliche Zukunft, die Zukunft ihrer Zeitung und die ihres Berufsstandes einsetzen. Und da ist Kritik an offensichtlichen Fehlentwicklungen bitter nötig. Willfährige Claqueure waren noch niemals gute Journalisten. Oberflächliche Rechercheure auch nicht. Selbst wenn sie an Newsdesks hocken.

  41. Ruhe bewahrenam 31.07.2010 um 11:48

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, regt euch nicht auf. Ist doch klar, dass hier auch Jubelperser auftreten. Sollen sie ruhig. Wenn’s schiefgeht, dann auch für sie.
    Übrigens, was mir dadurch jetzt endlich bewusst wurde: Meine uralte Schreibmaschine, auf der ich mich immer lernresistent mit zwei Fingern abmühe, ist ja online! Ich schreibe ja gar nicht auf Papier! Dann muss das ja wohl ein Bildschirm sein, vor dem ich sitze, und doch kein Fernseher. Alles wegen diesem Internetz oder wie dieses neumodische Dings heißt.
    Danke, danke, für diesen Erkenntnisgewinn! Man kann doch auch von Newbies und Jubelpersern etwas lernen.

  42. Wiebke Westhuesam 31.07.2010 um 12:06

    Auch Formulierungen wie “Aber damit beschäftigt ihr “70.000-Jahresbrutto-Oldies” euch ja sowieso kaum” zeigen sehr deutlich, welch Geistes Kind Leute wie KPS und Dora sind. Es geht letztlich um Geld und “Gewinnoptimierung”, nicht um Journalismus, Inhalte und Qualität. Die “Jungen, Dynamischen” werden gegen die “70.000-Jahresbrutto-Oldies” ausgespielt, indem der Neid geschürt wird.

    Ihr solltet Euch vor diesem Hintergrund vor Augen halten, wie lange die entscheidenden Leute bei Lensing bereits am Ruder sind. Neun Jahre sind eine lange Zeit. Denkt bitte mal darüber nach, was in dieser Phase alles passiert ist und wieviel Geld in dieser Zeit verbrannt worden ist. Da hätten sehr viele Leute 70.000 brutto im Jahr verdienen können.

    Eigene Ideen und Konzepte? Fehlanzeige.

  43. Progressiv dynamisch mit Fantasie aber sachlicham 31.07.2010 um 15:02

    Die Jungen, die Dynamischen, die froh sind über ihren inoffiziellen 12-Stunden-Tag, die Leistung über soziales Verhalten und Solidarität stellen, die sich – keine Zeit für so’n Scheiss – schnell zwischendurch ‘nen Burger oder ‘ne Pizza mit Cola ‘reinhauen und auf Pausen verzichten, die von den anderen fordern, die Leistungsgrenzen zu überschreiten und auf Familienleben zu verzichten, die sich von der Hoffnung treiben lassen, irgendwann auserkoren zu werden für einen höheren Posten, mehr Gehalt und einen Dienstwagen, die kaltlächelnd über Leichen gehen und sich wünschen, ältere schnell und betriebsfreundlich zu entsorgen,
    diese Jungdynamischen – werden auch älter.
    Und sie werden staunend sehen, wie sie schon mit 40, 45 Lebensjahren überholt werden: von den neuen Jungdynamischen, die dann noch auskommen mit Burger, Pizza, ohne Pause und ohne Familie.
    Nur einer reibt sich fein die Hände: Der, der mit seinen Leuten die Belegschaft so erfolgreich spaltete, um sein Konto fett zu füllen. Damit er keine Burger oder Pizza mit Cola fressen muss.

  44. Auch ein Aspektam 31.07.2010 um 20:41

    “Vielleicht solltest Du, bevor die in die Tasten greifst und munter drauflos fabulierst, erst einmal recherchieren”
    Auch ein Aspekt: Der Newsdesk als Parkplatz für journalistische Blindgänger, die vor Ort nicht zurechtkommen würden, weil sie nicht einmal das kleine 1×1 der Recherche beherrschen. Naja, ein mieser Rechercheur und Schreiber kann immer noch ein passabler Layouter werden. Das Problem ist nur, dass die meisten Verleger den ND als Einsparungsmodell betrachten dürften. Übrig bleiben irgendwann nur noch die die dort beschäftigten Editoren, als passable Layouter. Den echten Journalismus besorgen dann die Freien als Zulieferer.

  45. Oldieam 01.08.2010 um 12:13

    @KPS “Dann wundert euch nicht, dass ihr eher als geplant gehen müsst.”
    Tun wir nicht. Wir wissen ja, warum. Weil ältere, erfahrene Kollegen den Sparfanatikern in den Verlagen zu teuer sind. Weil jüngere Kräfte für weniger oder, als Praktikanten, für gar kein Geld arbeiten. Weil Verlagsmanager oft keine Journalisten mehr, sondern Kaufleute oder, noch schlimmer, abgehalfterte Politiker sind. Weil diese Herrschaften glauben, dass sie den Auflagenschwund mit dem Rotstift bekämpfen können.
    So passiert dann das, was man zurzeit verstärkt beobachten kann. Mit den älteren Kollegen verschwindet schlagartig ein Riesenfundus an Erfahrung und Hintergrundwissen, an Routine, Recherche- und Schreibqualität. Stattdessen landen schlecht redigierte Schüler-, Studi- und PR-Texte im Blatt. Wichtige Termine werden im Wortsinne nicht mehr wahrgenommen, weil deren Wichtigkeit schon im Vorfeld nicht eingeschätzt wurde. Reporter ohne Ortskenntnis werden für ein, zwei Stunden in Städte entsandt, die sie erst einmal per Navi suchen müssen. Und bei alledem soll der Leser noch mitmachen, soll diesen “Qualitätsjournalismus” kaufen? Warum sollte er so dumm sein?
    Es gibt Regionen, in denen zeigt die überdurchschnittlich schlechte Auflagenentwicklung ganz klar, dass der Leser nicht so dumm ist. Er bestellt ab, basta. Und damit bestellt er auch irgendwann alle die ab, die das Werkzeug “Newsdesk” fälschlich für den Qualitätsjournalismus selbst gehalten haben, die froh waren, dass die “Oldies” gingen.
    Wir Oldies, die wir leider ein paar – allerdings vergleichsweise wenige – Jahre zu früh gehen mussten, wir sehen uns das demnächst mit einigem Abstand an. Wir werden vermutlich leider sehen, wie dann auch die ehemals hoffnungsvollen und alerten Youngster, die ihr Berufsleben noch vor sich hatten, aus den letzten verbliebenen Redaktionen gekegelt werden.
    Ganz ehrlich: Es wird uns leidtun um euch.

  46. Quallittätam 04.08.2010 um 07:21

    Hey, Leute, schaut doch mal, wie toll die Ruhrnachrichten mit ihren Desks arbeiten. DAS IST QUALITÄT:
    http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/lokalnachrichten_dortmund/Manchester-City-in-Dortmund-gelandet;art930,987833

    Zitate aus dem Liveticker zum Spiel BVB – Manchester:
    .
    “Bisher keine Ahnung, wer dabei ist. Man sieht nichts.”
    .
    “Die Spieler haben Dortmunder Boden unter den Füßen. Der Fotograf konnte aber nur den Flieger knipsen. Die Spieler haben sich für einen anderen Weg entschieden.”
    .
    “Unser Reporterteam macht ganz klar viele Fotos, wenn die Stars am Flughafen ankommen. Die gibt’s später natürlich hier bei uns zu sehen.”
    .
    Usw. Hat was von einer journalistischen Persiflage. Oder von fehenden 70.000-Jahresbrutto-Oldies mit Erfahrung und Vernunft.

  47. Doraam 04.08.2010 um 18:01

    Da hat man ein paar Tage keine Zeit hier hereinzuschauen und dann geht es hier richtig hoch her.

    Werde jetzt nicht alles herausgreifen.

    Jedenfalls bin ich nicht KPS, was man auch daran merken kann, dass ich einige Sachen anders sehe als er (oder sie?). Der große Deskzampano bin ich auch nicht (schön wärs, dann wäre mein Gehalt wesentlich besser, aber dafür arbeite ich auch paar Stunden weniger).

    Und nun zum Thema Internet:

    Die Erfindung des Internets liegt nun auch schon 40 Jahre zurück und zugänglich für jedermann ist es seit 20 Jahren, aber wir reden hier ja über das Thema Newsdesk, Zeitung und Auflage. Dazu möchte ich festhalten, dass das Internet erst mit den Neunzigern stärkere Verbreitung fand und erst in diesen Jahrtausend für alle preiswert und jederzeit zugänglich ist.

    Erst diese Tatsache macht das Internet überhaupt zu einer nennenswerten Konkurrenz für die gedruckte Zeitung. Das beide hier diskutierten Medienhäuser schon lange im Netz aktiv sind (cityweb, westline usw.) will ich gar nicht bestreiten, nur war das vor der Jahrtausendwende doch ein eher kleinerer Nutzerkreis und auch wenn da einige Redakteure sich dort eingebracht haben, möchte ich hier ausdrücklich anzweifeln, dass in dieser Breite und Tiefe dort lokal berichtet wurde.

    Um es noch einmal klar zu sagen: Das Internet ist erst seit relativer kurzer Zeit ein Massenmedium. Für die breite Masse gibt es das Internet erst seit gut zehn Jahren und deswegen halte ich meine Aussage, früher gab es das Internet nicht, durchaus für sachlich haltbar, wenn es natürlich auch eine verkürzte Darstellung ist (aber wir befinden uns hier nicht auf Wikipedia, sondern in einer Diskussion). Dementsprechend (auch durch Verschulden der Verleger etc) hatten die Lokalredaktionen es vorher auch nie auf dem Schirm und nun müssen Strukturen dazu geschaffen werden. Eine mögliche Variante ist das Newsdesk.

    Entschuldigt die Exkursion in Sachen Internet, aber da es offenbar Verständnisprobleme in der Hinsicht gab, habe ich die nun hoffentlich ausgeräumt.

    Nächster Punkt: Ich habe hier nie Personalabbau, Austausch von alten Redakteuren und so weiter als positiv dargestellt. Meine einzige Intention war, dass ein Newsdesk nicht per se schlecht ist, wenn es mit Leuten besetzt wird, die sich vor Ort auskennen. Die Diskussion, wie die nötigen Leute dahin kommen, ist dann völlig abgedriftet, aber gut.

    Ich möchte dann abschließend noch einmal zusammenfassen sagen:

    Wenn ein Newsdesk
    1) mit lokalkompetenten Leuten als Editoren und
    2) mit Kontinuität bei den Assis (also nicht jeden Tag ein anderer Assi, wie es ja leider der Fall ist, sondern festangestellte Assis) besetzt ist und
    3) die Lokalredaktion mit Assi und Editor zusammenarbeitet
    können diese wesentlich besser Material für alle Kanäle produzieren – in hoher Qualität!

    Und da können mich jetzt gern einige beschimpfen, ich bleib dabei, nicht das Deskkonzept ansich ist schlecht, sondern die Umsetzung und vor allen Dingen das Personalmanagement.

  48. Niklasam 04.08.2010 um 18:33

    @ Dora “Das Internet ist erst seit relativer kurzer Zeit ein Massenmedium. ”
    .
    Das Internet mit seinen Kommunikationsmöglichkeiten ist auch, wenn es massenhaft als Medium genutzt wird, kein Massenmedium, denn es ist ja gerade keine einseitige technische Kommunikation, sondern kann individuell genutzt werden. Die Sorge, dass neue Medien die traditionellen ersetzen, ist so alt wie unbegründet: Die Schrift hat die mündliche Weitergabe nicht verdrängt und die Presse auch nicht den Brief.

  49. Ex-WR-Redakteuram 04.08.2010 um 19:32

    Tja Dora, schon wieder daneben gegriffen.
    Denn es besteht eigentlich weitgehend Einigkeit darin, dass DAS Internet kein Massenmedium ist. Es ist ein offener Verbund von Computernetzwerken, es ist interaktiv und unterscheidet sich auch insofern von den tatsächlichen Massenmedien, als diese Aufmerksamkeit erzwingen können und direkt einen gesellschaftlichen Wissenshintergrund generieren.
    .
    Die Hauptnutzungen des von Dir fälschlich in toto als Massenmedium betrachteten Computerverbundes sind nach wie vor allem E-Mail, Newsgroups, Chats und folgende zehn Internetangebote: Google, YouTube, Ebay, Yahoo!, Wikipedia, StudiVZ, Gmx.net, Web.de, Amazon und SchuelerVZ. Diese Anwendungen, beinahe jede mit nahezu 100prozentiger Eigenschaft als interaktivem Kommunikationskanal oder, wie bei Wikipedia, als lexikalische Anwendung, haben die Steigerung bei den Nutzerzahlen verursacht. Es liegt auf der Hand, dass diese Nutzungen mit einem “Massenmedium” nicht viel gemein haben. Niemand würde “Google” oder “Ebay” oder “Wikipedia” ernsthaft als Massenmedium ansehen.
    Das Internet ist also vor allem Kommunikationsplattform und Vertriebskanal – übrigens der mit den höchsten Steigerungsraten. Es erfordert daher eine eine differenzierte Betrachtung. So gibt es im Internet zwar vereinzelt Angebote, die die Kriterien eines Massenmediums erfüllen können, dazu gehört auch das Videostreaming. Diese Angebote haben jedoch nicht (siehe oben) die erheblichen Steigerungsraten verursacht. Fazit: “Fernsehen” ist ein Massenmedium. “Internet” nicht. Auch nicht seit kurzem.
    .
    Wenn der von Dir vermutlich gemeinte Aspekt Relevanz haben soll, dann kann es überhaupt nur um die Nutzungen einzelner Nachrichtenportale gehen. Aber selbst dort müsste man aus den PI’s natürlich zwecks Betrachtung der rein journalistischen Funktion die meisten WEB2.0-Inhalte, Blogs (ja, auch dieses hier ist kein “Massenmedium”), Spielangebote usw. herausrechnen.
    .
    Nachdem Du nun die überaus unsinnige Aussage “früher gab es noch kein Internet” ein wenig relativiert hast, solltest Du dennoch künftig zunächst wenigstens etwas recherchieren, bevor Du hier den Medienexperten gibst.

  50. ochtropam 04.08.2010 um 19:35

    Recherchieren? Kann er/sie nicht. Sitzt ja als Große(r) am Desk.

  51. Unfugam 05.08.2010 um 06:33

    @Dora “Für die breite Masse gibt es das Internet erst seit gut zehn Jahren” … Dementsprechend (auch durch Verschulden der Verleger etc) hatten die Lokalredaktionen es vorher auch nie auf dem Schirm und nun müssen Strukturen dazu geschaffen werden.”
    .
    Unfug und sachlich falsch.
    1. “Internet” gibt es als Angebot der Verlage schon viele Jahe länger als die Newsdesks. Deshalb hatten es die Lokalredaktionen vorher sehr wohl auf dem Schirm. Und deshalb müssen müssen auch nicht “nun” erst Strukturen (in Form von Newsdesks) dafür geschaffen werden.
    2. Internetangebote können sehr gut ohne Newsdesks erstellt und bedient werden. Um redaktionellen Content zu integrieren, sind in erster Linie Web-Content-Management-Systeme und ein entsprechender Workflow innerhalb der Redaktionssysteme erforderlich. Das bedingt aber nicht das Vorhandensein von Newsdesks. Wichtig sind vielmehr eigene Internet-Redaktionen, die dann auch für User-generierten Content verantwortlich sind (Diskussionen, Moderation).

  52. Tremoniaam 05.08.2010 um 06:56

    “… Internet erst seit gut zehn Jahren”.
    Dora, hör’ auf! Spiegel Online gibt es seit 1994, “Die Welt” ist seit 1995 online, die RP seit 1996.

  53. Hans S.am 05.08.2010 um 08:12

    “Wir befinden uns hier nicht auf Wikipedia, sondern in einer Diskussion”.
    Und da darf man ruhig schlampig formulieren, damit es irgendwie in den Kram passt. Na klar. Wir müssen Dich dann aber auch nicht mehr ernst nehmen.

  54. kuebel-hypeam 05.08.2010 um 15:16

    http://www.grevenerzeitung.de/lokales/neuenkirchen/Internetwelle-um-einen-zerstoerten-Blumenkuebel;art997,990767

  55. Briskoam 05.08.2010 um 17:18

    es wundert mich ein wenig, dass W&V erst jetzt über den Start der neuen Immobilienbeilage Immomia aus dem Hause Lensing-Wolff (Ruuhrnachrichten/ Münstersche zeitung) berichtet, der Start war ja schon am 27. Juli, wenn ich mich nicht irre, interessant die Information, dass allein die Werbekampagne für das neue Produkt einen Betrag im “deutlich sechsstelligen Bereich” gekostet hat, da wird also noch mal Geld in die Hand genommen
    http://www.wuv.de/nachrichten/medien/lensing_hilft_bei_immobiliensuche

  56. ichliebeesam 05.08.2010 um 21:42

    McLensing produziert weiterhin Qualitäts-Desk-Ware am Stück:
    .
    http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article8843908/Zerbrochener-Blumenkuebel-ist-der-neue-Star-im-Web.html
    .
    So wird’s gemacht: Nachrichten, die innerhalb einer kleinen Kommune interessieren, via Twitter unbedingt in die weite Welt pusten, wo sie den Sack Reis verdrängen. Dann erntet man auch Hohn und Spott. Da sieht man einer mehr die Vorteile der crossmedialen Newsdeks beim Lensing, tschuldigung der Regio-MS oder DO-Desks.

  57. Doraam 06.08.2010 um 21:20

    Es gibt auch schon Apps für das iPad heutzutage von führenden Medienhäusern, trotzdem wird momentan noch keiner von einer massenhaften Nutzung sprechen. 2000 war nur jeder achter Deutscher überhaupt online, letztes Jahr surfte schon fast jeder zweiter Deutscher täglich durch das Web.

    Das Internet kann je nach Nutzung Massenmedium sein, muss es aber nicht. Das ist ebenfalls Konsens.

    Eine Medienexpertin bin ich sicherlich nicht und habe ich auch mit keiner Silbe behauptet.

    Ansonsten setze ich in Diskussionen darauf, dass der Diskussionspartner an einer sachlichen Diskussion interessiert ist. Da das aber nicht allgemeiner Konsens zu sein scheint, ziehe ich mich nun zurück. Es ist sowieso eigentlich viel zu riskant hier mitzudiskutieren, wenn man an seinen Job hängt.

    Wenn die Blogbetreiber Lust und Zeit haben, würde ich übrigens mal an Ihrer Stelle die IP-Adressen auswerten hier im Beitrag, ich glaube, das könnte wirklich interessant werden.

  58. Unfugam 06.08.2010 um 21:31

    “Wenn die Blogbetreiber Lust und Zeit haben, würde ich übrigens mal an Ihrer Stelle die IP-Adressen auswerten hier im Beitrag, ich glaube, das könnte wirklich interessant werden.”
    .
    Mein Gott, bei soviel Ahnungslosigkeit bleibt einem wirklich die Spucke weg.

  59. Toram 06.08.2010 um 23:24

    “war nur jeder achter Deutscher … surfte schon fast jeder zweiter Deutscher … viel zu riskant hier mitzudiskutieren … wenn man an seinen Job hängt … an Ihrer Stelle…”
    .
    Vor allem sollte man nicht derart viele Fehler fabrizieren, wenn man an seinen Job hängt ;-)
    .
    Die IP-Adressen sind bestimmt interessant. Meine ist im Moment 194.154.227.109 (Slowakei) – nee, halt, jetzt lautet sie 203.174.87.18 (Singapur). Viel Spaß damit.
    Für alle, die sich jetzt wundern, und natürlich für unsere glorreiche “Internet-Expertin” Dora: https://www.foebud.org/datenschutz-buergerrechte/vorratsdatenspeicherung/privacydongle/index.
    .
    Aber selbst ohne Tor: Schon mal etwas von dynamischer Adressierung gehört, Dora?

  60. Job und Syntaxam 07.08.2010 um 08:16

    “Eine Medienexpertin bin ich sicherlich nicht und habe ich auch mit keiner Silbe behauptet.”
    .
    Schreibexpertin wohl auch nicht.

  61. Meinungen_respektierenam 09.08.2010 um 20:50

    Ich verstehe nicht, warum man sich hier als Einzelperson persönlichen Angriffen aus allen Ecken erwehren muss, nur weil man sich erlaubt, eine andere Meinung zu haben als die meisten
    Dauer-Kommentierer.

    .

    Und nein, ich bin nicht “Dora” und auch nicht zwangsläufig ihrer oder seiner Meinung.

    .

    Aber man sollte hier schon diskutieren und seine Meinung sagen dürfen, ohne angegriffen zu werden – selbst wenn diese Meinung nicht den hier üblichen negativen Unterton hat.

  62. Kollegeam 10.08.2010 um 06:47

    Meinungen sollten respektiert werden, richtig. Es sollten aber auch Sachverhalte richtig wiedergegeben und nicht frisiert werden, weil sie dann besser zur Meinung passen. Das ist hier beim Aspekt Internet leider sehr deutlich geschehen, um ihn zur Voraussetzung des umstritteten Newsdesks aufzubauen.
    .
    Nicht über eine andere Meinung, sondern in erster Linie über die permanente Klitterung der Fakten haben sich hier Kolleginnen und Kollegen geärgert. Zu Recht.

  63. Medien2010am 16.08.2010 um 08:21

    Es ist beschämend für den Journalismus wenn man in den vergangenen Wochen sieht, welche abstrusen Wellen die “Geschichte” mit dem umgeworfenen Blumentopf geschlagen hat. Das DER SPIEGEL jetzt in der letzten Ausgabe auch noch hergeht und den Newsdesk-Chef dazu befragt und der ganz staatsmännisch seinen Salmon dazu gibt und allen Ernstes behauptet, dass das doch bitteschön ins Blatt gehörte ist einfach nur frech. Um Eure Blätter zu füllen, fahrt rum und recherchiert ordentlich. In jeder Stadt wird es genug Fälle geben wo seitens der Kommunen das Geld nur so verplempert wird aber andererseits gejammert wird, wie pleite sie doch sind. Oder nehmt immer wieder Kik ins Visier, was ihr aber wahrscheinlich von der Verlagsleitung nicht dürft, weil dieser Mensch ganzseitige Anzeigen in Euren Blättern schaltet.

  64. ochtropam 16.08.2010 um 09:42

    Vor allem hat er nicht gemerkt, dass die RN wegen dieser Top-Story nur veräppelt werden.

  65. Westfaleam 16.08.2010 um 15:35

    Offenbar gab es schon die ersten Kündigungen im Hause Lensing-Wolf. Was das Perfide ist: In den vergangenen Jahren hat der Verlag die einzelnen Lokal-Blätter in kleine Verlage zerlegt. Dadurch umgeht man die Sozialauswahl und in vielen Fällen auch die Abfindung. Zumindest muss man für die Abfindung vor Gericht ziehen. Sonst gibt es gar nichts. Ich frage mich nur, wie ein Verlag mit solch einer Billig-Strategie überleben kann. Ich glaube es nicht.

  66. ochtropam 16.08.2010 um 20:42

    Na, gar nicht. Erst werden sie in Münster vor die Hunde gehen und danach kauft Hombachs Nachfolger den Rest in Dortmund auf, nachdem die Rundschau entsorgt worden ist.

  67. Besserwessiam 16.08.2010 um 22:41

    @Medien2010
    Sermon, nicht Salmon hat er staatsmännisch dazugegeben. Beim Sermon handelt es sich um Verkündigung einer Glaubensweisheit, bei Salmon im günstigen Falle um Forellen oder Lachse, im ungünstigen um Bakterien. Und das mit den Bakterien wollen wir dem Kollegen Newsdesk-Chef doch noch nicht unterstellen…
    SCNR

  68. Heimspielam 19.08.2010 um 11:10

    Beim „Heimspiel“, der beliebten Lokalsportbeilage für die Kreise Münster und Warendorf der Münsterschen Zeitung (MZ), wird es zu einem „nicht unerheblichen Einschnitt kommen … der auch ein bisschen weh tut“, wie Herausgeber Andreas Teipel im Vorwort der heutigen Ausgabe schreibt. Statt 40 mal im Jahr, wie bislang, soll „Heimspiel“ zukünftig nur noch 10 mal im Jahr als gedruckte Beilage der MZ erscheinen. Es werde eine Umgewichtung vom gedruckten Heft hin zur Internetseite heimspiel-online.de geben. Sicher ein herber Verlust für alle am Lokalsport interessierten Münsteraner, die sich online auch schon über http://echo-muenster.de/ und die Internetseiten der beiden Lokalzeitungen über das lokale Sportgeschehen informieren können…

  69. Boteam 21.08.2010 um 13:25

    Im Stellenteil der Münsterschen Zeitung (und vermutlich auch der Ruhrnachrichten) findet sich heute eine Stellenanzeige, in der das Medienhaus Lensing zur Verstärkung des Bereichs Logistik/ Zustellung einen Projektmanager (m/w) sucht. Natürlich zunächst befristet auf zwei Jahre. Zu dessen (oder deren) Aufgaben soll es gehören, zukunftsfähige Entlohnungsmodelle im Bereich Zustellung zu entwickeln. Da hätte ich gleich einen Vorschlag parat, einfach den Lohn pro verteiltem Exemplar um zehn oder noch besser 20 Prozent anheben, für die Menschen, die sich mitten in der Nacht aus dem Bett quälen, um uns bei Wind und Wetter die Zeitung zu bringen

  70. Realistam 21.08.2010 um 20:38

    @Bote
    Wahrscheinlich wird es genau umgekehrt laufen.

  71. Uruam 22.08.2010 um 18:04

    @Bote

    Naja, die verdienen immerhin noch mehr als die Volos.

  72. Boteam 22.08.2010 um 19:24

    @Uru
    Das kann eigentlich nicht sein, laut derzeit geltendem Tarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteuren an Tageszeitungen müsste ein Volontär im 1. Ausbildungsjahr wenn er älter als 22 Jahre ist 1.755 Eurp verdienen und 2. Ausbildungsjahr 2.034 Euro. Ich kenne keinen Boten, der so viel Geld verdient

  73. Geschmacklosam 23.08.2010 um 08:19

    Nach dem Geschmack von LW wäre es doch bestimmt, den jetzigen Vertrieb ohne Vorwarnung über Nacht zu entlassen. Die Arbeiten könnten dann freie Handelsvertreter übernehmen und die Boten bekämen nur noch Geld pro korrekt ausgelieferter Zeitung, also Abzüge für Fehlwürfe, keinen Urlaub und kein Krankengeld. Ach, aber nein, das wäre bestimmt immer noch nicht innovativ genug…

  74. Wiebke Westhuesam 24.08.2010 um 07:50

    @ochtrop: “erst werden sie in Münster vor die Hunde gehen und danach kauft Hombachs Nachfolger….”

    So oder ähnlich wird es kommen. Es ist allgemein bekannt, dass LL nur widerwillig aus den USA nach Deutschland gekommen ist, um sein Erbe anzutreten.

    Wenn er mit seinen neoliberalen Adlaten und den “Jungen, Dynamischen” das Erbe an die Wand gefahren hat, dann kann er endlich verkaufen und die Rückreise antreten.

  75. Uruam 24.08.2010 um 08:31

    @Bote

    Lensing-Volos werden nicht nach Tarif bezahlt. Mehrere 100 Euro drunter.

  76. Unterirdischeram 24.08.2010 um 10:22

    @Uru
    Nach meinen Recherchen sind´s 950 Euro Differenz.

  77. Geschmacklosam 24.08.2010 um 18:29

    Ach, dann stimmt das gar nicht, dass die Volos vorher auch die Zeitungen austragen müssen…?

  78. Boteam 25.08.2010 um 15:03

    @uru mehrere hundert Euros drunter! da bleibt einem ja die Spucke weg, wie weit soll sich denn die Lohnspirale in den journalistischen Berufen noch nach unten drehen?

  79. Hahahaam 25.08.2010 um 15:44

    @Bote
    Geld selber mitbringen.

  80. Boteam 25.08.2010 um 21:45

    @hahaha. ja ja Humor ist, wenn man trotzdem lacht, aber wenn das das Ende vom Lied ist, dass wir alle kollektiv im Nichtstun verharren und tatenlos zugucken, wie sich unsere Arbeitswelt wieder in ein frühkapitalistische Arbeitswelt verwandelt, wo wir gedacht haben, die wäre für immer überwunden, dann gute Nacht Freunde, dann sind die Arbeitnehmer nur noch willfährige Objekte der Arbeitgeber, die einseitig die Bedingungen der Erwerbsarbeit diktieren, ungebremst, ohne irgendeine Form von kollektiver Gegenwehr, da wird flexibilisiert, dass die Heide wackelt, Personal nach Belieben hin- und verschoben, eingestellt, ausgelutscht und wieder weggeschickt. Begriffe wie humane Arbeitsbedingungen, Sozialpartnerschaft. Mitbestimmung oder Tariftreue sind da doch längst Relikte aus einer schon lange vergessenen Zeit

  81. Briskoam 26.08.2010 um 20:51

    Das Medienhaus Lensing scheint den gleichen Fehler machen zu wollen, wie ihn auch schon die WAZ-Mediengruppe gemacht hat. Bei den Ruhrnachrichten sollen offensichtlich sämtliche Geschäftsstellen bis zum Ende diesen Jahren schließen, die Leser sollen sich dann an das verlagseigene Callcenter WestCall mit ihren Anliegen wenden. Mit den Mitarbeitern der Geschäftsstellen wurden schon oder werden noch Personalgespräche geführt. Für die Schließung der Geschäftsstellen, der wieder einen weiteren gefährlichen Verlust lokaler Nähe der Tageszeitung bedeutet, soll einmal mehr der bekannte „Zwang“ zur Kostenreduzierung angeführt worden sein

  82. [...] Medien II: Schließen Ruhrnachrichten sämtliche Geschäftsstellen? … medienmoral [...]

  83. Betschwesteram 02.09.2010 um 00:45

    Eine Schließung der Geschäftsstellen wäre doch nur konsequent. Die Braut muss hübsch gemacht werden.

    Kompetenz raus, billig rein – dieses Ziel wird seit Jahren erfolgreich verfolgt. Starke Kollegen werden gegangen – gerade erst im Doppelpack in der Dortmunder Lokalredaktion. Zurück bleiben die schwachen, willfährigen Festangestellten und ein stetig steigender Pool an Unternehmern, die sich für 10 Euro brutto die Stunde prostituieren. Mit Qualität hat das schon lange nichts mehr zu tun. Ist aber auch nicht die Maßgabe.

    Kein Wunder also, dass sich gerade von den Ruhr Nachrichten immer mehr Leser abwenden. Noch nicht einmal, weil man Zeitung nicht mehr für haltenswert hält. Eher weil immer mehr es tatsächlich nicht mehr mit sich vereinbaren können, solch ein System durch ein monatliches Abonnement zu unterstützen. Hier haben die Redaktionsschließungen in Gladbeck und Bottrop (2006) sowie in Münster der Redaktionsaustausch (2007) dazu beigetragen, dass andere Medien der Öffentlichkeit zumindest ein bisschen davon nahe bringen konnten, was hinter den Mauern der RN vor sich geht.

  84. Unternehmeram 02.09.2010 um 09:02

    Prostituieren? Quatsch. Ich verteile denselben kalten Kaffee für durchschnittlich 20 Euronen pro Termin an drei bis fünf Billigheimer. Dann stimmt’s wieder.

  85. Redaktoram 02.09.2010 um 14:28

    @ Betschwester “Kompetenz raus, billig rein – dieses Ziel wird seit Jahren erfolgreich verfolgt.”
    .
    Erfolgreich geht anders. Seht euch mal die IVW-Zahlen von Blättern an, wo eine sattsam bekannte Unternehmensberatung riet, “Synergien” zu nutzen und erfahrene, aber, weil ältere, teure Kollegen en Gros hinaus-abfinden ließ. Der Leser – von dem es ja nach wie vor nur recht diffuse Vorstellungen in Redakteurs- und Verlegerköpfen gibt – scheint eben doch zu bemerken, was da hinter den Kulissen seiner Zeitung abgezogen wird. Und irgendwann bestellt er ab, wenn ihm gnadenlos dumme Fehler, oberflächlich redigierte PR-Texte und Artikel auf Schülerzeitungsniveau auf den Keks gehen.
    Es nützt eben überhaupt nichts, gebetsmühlenartig vom Qualitätsjournalismus zu predigen und den Redaktionen gleichzeitig jegliche dafür notwendige Grundlage zu entziehen. Auch wenn man den Qualitätsabbau unter Schaumgebirgen wie “wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen in einer kleinen, aber schlagkräftigen Redaktion blablabla…” zu verbergen sucht. Dieses dümmliche Politikergeschwafel muss selbst einen mit nur mäßiger Intelligenz austatteten Leser ankotzen, wenn er gleichzeitig bemerkt, dass seine Zeitung schon wieder dünner geworden ist.

  86. Redaktoram 02.09.2010 um 14:38

    … ausgestatteten Leser…
    Sorry

  87. Tomam 03.09.2010 um 08:35

    “Menschenverachtend” ist ein Wort, das ich in diesem Blog sehr häufig lese. Es ist absolut zutreffend für das, was sich seit der Geschäftsübernahme von L Junior in diesem Verlag abspielt.
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    Aus diesem Anlass möchte ich aus einem Gespräch zwischen Herrn L Junior und mir zitieren, das während meiner letzten Volo-Schulung im Juni 2002 in einem Tagungsraum der Druckerei in Dortmund-Dorstfeld stattgefunden hat.
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    Herr L Junior war damals kurze Zeit am Steuer und erklärte den versammelten Volontären aus dem Ruhrgebiet und dem Münsterland, wie schlecht es in der (damals ersten) Zeitungskrise aussieht und warum er keine Redakteure mehr einstellen könne.
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    Anmerkung: Zu den versammelten Volontären gehörten wie ich selbst einige, die zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als zehn Jahren für seinen Verlag arbeiteten und während ihres Studiums lange vor dem Volontariat Verantwortung als Redakteure in Vertretung der Angestellten übernommen hatten, um sich so auf ihre spätere Tätigkeit vorzubereiten und um so ihre eigene Ausbildung zu finanzieren.
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    In der beschriebenen Runde von mindestens zwanzig Volontären herrschte zunächst betroffenes, teilweise ungläubiges Schweigen.
    Also fragte ich Herrn L Junior, ob ihm eigentlich klar sei, was das alles für Menschen bedeutet, die seit ihrer Schulzeit auf das Berufsziel “Redakteur” hingearbeitet haben. Und fragte ihn zudem, was er diesen Menschen nun für ihre berufliche Zukunft empfehle.
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    Die Antwort von Herrn L Junior war kurz und kühl: “Mit dem Begriff `Redakteur`kann ich nichts anfangen. Mit dem Begriff `Journalist`schon.”
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    Danach war ich in diesem kurzen Gespräch auch sprachlos. Das Wort “menschenverachtend” kannte ich damals schon, die Bedeutung des Begriffs “Neoliberalismus” habe ich im Laufe der Jahre wie viele andere Menschen schmerzvoll erfahren müssen.
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    Ich selbst war damals 29 Jahre alt, bin ohne es zu merken schwer depressiv geworden und weiß heute sehr gut, was es heißt “den Verstand zu verlieren”. Im Jahr 2010 kann ich als gesunder Mensch zurückblicken und den vielen Menschen danken, die mich unterstützt haben.
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    An dieser Stelle möchte ich auf die Worte von Herrn L Junior zurückkommen: Wundert sich in dieser virtuellen Runde eigentlich nur ein Mensch darüber, wie diese Zeitung heute aussieht? Eine Zeitung, die offensichtlich auch ohne Redakteure auskommen kann?
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    Ich habe hier alles geschrieben, was für mich hier zu schreiben ist. “Menschenverachtend” ist das einzig treffende Wort, das auf die Unternehmensführung und Lebenseinstellung von Herrn L Junior zutrifft. [...] ist sicher ein passendes Substantiv, welches seine Medienkompetenz beschreibt.
    xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
    Um meine persönliche Geschichte geht es in diesem Beitrag nicht. Das ist Vergangenheit. Mir persönlich ist auch klar, dass Herr L Junior eine schwere Aufgabe übernommen hat. Er hätte sogar keinen schlechteren Zeitpunkt für seinen Amtsantritt wählen können. Trotzdem zieht sich ein roter Faden durch seine Unternehmensführung. Der rote Faden einen menschenverachtenden, neoliberalen Personalpolitik. Nur, wie das bei einer Tageszeitung so ist: Das Ergebnis gibt es an sechs Tagen in der Woche in gedruckter Form. Und ein Printprodukt ohne Redakteure ist ein Trauerspiel, für das kein denkender Mensch Geld zahlt.

  88. Tomam 03.09.2010 um 08:37

    Korrektur: Der rote Faden einer menschenverachtenden, neoliberalen Personalpolitik.

  89. Anonymousam 04.09.2010 um 12:16

    Ich war über 30 Jahre an verantwortlicher Stelle bei den RN! Und:es waren (bis auf die letzten) schöne Jahre… Heute bin ich froh, unter diesem Jung-Verleger und den Chefredakteuren (wie viele von diesen Spezies braucht so eine kleine Tageszeitung?) nicht mehr arbeiten zu müssen. Einen dieser Chefs traf ich vor einiger Zeit auf dem Ostenhellweg. Wie´s mir gehe? Antwort: Seit ich Sie und sie nicht mehr zu grüssen brauche: GUT!

  90. Redaktoram 04.09.2010 um 14:55

    Offen gesagt kann ich so manchen Beitrag hier nicht so recht nachvollziehen. Und es ist gerade der letzte Kommentar, der mir aus der Seele spricht. Denn mir, der ich 25 Jahre bei einer anderen Zeitung tätig gewesen bin, geht es ebenso: Seit ich diesen und jenen nicht mehr zu grüßen brauche…
    Also, was soll noch das ganze Gewinsel? Die Spar-Verleger schaffen sich auf Dauer selbst ab (schön, was einem der Sarrazin jetzt so in den Mund legt), denn dem vordergründigen Effekt folgt der langfristige Abstieg des jeweiligen Blattes. Alles schon x-mal hier geschrieben worden und auch nachweislich richtig.
    Aber: Muss ich diese Reise mitmachen? Bin ich gezwungen, nur in einem Protestblog meinem Ärger Luft zu machen und sonst, mich immer schön wegduckend, mir das ganze Fiasko anzutun, Tag für Tag?
    Nö, muss ich nicht. [...]
    All’ das muss ich nicht. Denn ich habe nur dieses eine Leben. Es ist mir zu wertvoll, um es mir von neureichen, neoliberalen und letztlich doch asozialen Typen versauen zu lassen. um mit Angst um den Arbeitsplatz abends ins Bett zu gehen und morgens wieder aufzustehen.
    Jeder, ohne Ausnahme, kann auch etwas anderes machen. Andere Zeitung, anderes Medium, Pressebüro, PR, vielleicht sogar einen ganz anderen Beruf. “Etwas Besseres als den Tod findest du überall”, sagte der Esel. Eben.

  91. Tomam 04.09.2010 um 19:11

    Ja, da stimme ich dir zu. Das Leben ist zu schön und zu kurz, um es in einem Umfeld wie dem hier kommentierten zu verbringen. Das bringt uns allen nur schlechte Vibrations…
    Für die jüngeren Berufskollegen wie mich und natürlich auch für die von uns geschätzten älteren, bei denen wir viel gelernt haben, gilt es, neue berufliche Wege zu finden. Es gibt viele, auf denen wir uns kreativ betätigen können. Ich wünsche Euch schöne Jahre nach diesen schlimmen Zeiten!

  92. wunsch und wirklichkeitam 05.09.2010 um 13:28

    Interview mit Anneliese Brost: … dass Zeitungen kein normales Wirtschaftsprodukt, sondern etwas ganz besonders Verantwortungsvolles sind. … Profitgier, die heute leider allzu modisch ist, treibt uns nicht um. Wer gierig ist, darf kein Mediengeschäft haben. Der Mensch, ob Leser oder Schreiber, ist im Mittelpunkt.

  93. Interview?am 06.09.2010 um 19:11

    Für jede Meldung gibt’s ‘ne Autorenzeile oder es wird ein Kürzel druntergesetzt. Doch, wer das Interview mit Frau Brost geführt und aufgeschrieben hat, erfährt man nicht. Merkwürdig.
    Und: Hat einer den Zeppelin gesehen? Mit Riesen-Leuchtschrift: Bodo Hombach gratuliert Anneliese Brost zum 90. Doll, ne?

  94. Keine Zeitam 06.09.2010 um 20:49

    Hat jemand das “Zeit”-Dossier über Bodo H. gelesen? Wer es versäumt hat, hat nichts versäumt.

  95. Medienmoralam 07.09.2010 um 07:55

    Wer das Dossier über den “Strippenzieher” Bodo trotzdem noch lesen möchte, findet es inklusive einiger Kommentare hier:

    http://www.zeit.de/2010/36/DOS-Bodo-Hombach

  96. Fischam 07.09.2010 um 14:05

    “Der Heilbutt ist ein Wesen, das Hombach imponiert.”
    .
    Und die “Zeit” ist eine Zeitung, die ich jetzt abbestellt habe.

  97. WAZ des Tagesam 07.09.2010 um 19:33

    Dieses ZEIT-Stück sollte man allen WAZ-Lesern, deren Zeitung täglich schlechter wird, und allen Noch- und Nicht-mehr-Redakteuren zur Lektüre empfehlen. Sie alle zahlen die 500 Öre für den Fischer und den ganzen anderen Pazifik-Wellness-Koch-Premium-Hütten-Quatsch.
    #
    Es ist einerseits schon erstaunlich, wie sehr sich der ZEIT-Kollege durch einen simplen Kanada-Flug korrumpieren ließ – andererseits ist eben durch die merkwürdige Ehrfurcht des Journalisten vor dem Lebensstil Hombachs eine schöne Wahrheit abgebildet worden: Die Wahrheit eines Parvenüs, der sich kein Stück für das interessiert, was er täglich vor sich her trägt und dessen ganzer Auftritt im krassen Gegensatz zu seinen Predigten steht. Kein Maß, kaum Geist, kein Anstand.
    #
    Insofern fand ich den Text doch irgendwie erhellend.

  98. Redaktoram 07.09.2010 um 20:32

    @ WAZ des Tages
    Oh, oh. Ich hatte weiter oben das Wort “Parvenü” verwendet, ganz allgemein und ohne Bezug zu irgendeiner real existenten Person (ich wüsste selbstverständlich auch nicht, zu welcher).
    Wurde hier trotzdem zensiert – warum auch immer…

  99. Gedanken eines Lesersam 10.09.2010 um 09:50

    [Aus Pietätsgründen habe ich meinen Beitrag aus einer anderen Rubrik hier hin kopiert, bitte nicht wundern.]

    Schlimmer noch als das reine, nun völlig ungebremste “Weitermachen” der WAZ-Geschäftsführung finde ich die Tatsache, dass in den letzten 14 Tagen zwei Artikel über Frau Brost in der WAZ erschienen sind.

    Man beachte: Der erste war ein Interview von Potthoff mit Brost, welches durchsetzt war von Phrasen, in denen Brost deutlich macht, dass sie uneingeschränkt(!) hinter allen Massnahmen der Geschäftsführung und vor allem Bodo Hombachs steht.

    Jetzt der Artikel vom Reitz(-Wolf um beim Thema zu bleiben), der ebenfalls wie das Interview durchsetzt ist mit sog. O-Tönen (aber wer prüft das schon) von Frau Brost, die ebenfalls uneingeschränkt hinter den Reitzschen Massnahmen gestanden habe.

    Nu`ist die gute alte Dame leider verstorben und ich frage mich, ob sie überhaupt in der Lage gewesen ist, das Interview mit Potthoff bei völliger Geistesgegenwart noch gegenzulesen geschweige denn zu geben?

    Aus meiner Sicht haben die Wölfe hier schnell noch versucht, sich den schnell öffentlich gemachten Segen der Dame zu sichern, um sich damit für jetzt und immer auf ihr Vertrauen berufen zu können…

    Wie seht ihr das?

  100. mann-o-mannam 25.09.2010 um 13:28

    mann-o-mann, nach allem was zu hören ist, nimmt der Dortmunder Zeitungsverleger Lambert Lensing-Wolff ja einen ganzen schönen Batzen Geld in die Hand, um sich möglichst zackig von seinen Alt-Redakteuren im Kreis Steinfurt zu trennen, die noch in Anlehnung an der Tarifvertrag bezahlt wurden. Lohnfortzahlungen über Monate, Abfindungen, da kommt unterm Strich ein ganz schönes Sümmchen zusammen, das auch ein reicher Mann nicht eben aus der Portokasse begleichen kann. Da kann man den betroffenen Kolleginnen und Kollegen nur ein gutes Verhandlungsgeschick und eine gute Beratung wünschen

  101. Betschwesteram 23.10.2010 um 23:34

    Die Braut RN wird immer hübscher. Die paar Erdnüsschen machen da nix. Ja, man wünscht den Kolleginnen und Kollegen mit Altverträgen, die nun reihenweise abgesägt werden, ein gutes Händchen in der Verhandlung. Hört man sich im Hause um, dann sind min. 50 % der Leistungsträger mit einem Bein schon in einer anderen Mannschaft – mit dem Herzen zu 100 %. Nicht nur in den Redaktionen, sondern auch im Anzeigenverkauf. “Schnauze voll” ist da noch moderat formuliert. Die willigen Billiglöhner freut´s. Und die stehen immer noch Schlange.

    Offensichtlich gibt es in Redaktionsreihen einige Alt-Verträgler, die mit der Obersten Verlagsleitung ein Agreement geschlossen haben, erst mal nicht angetastet zu werden. Und dafür sägen sie jetzt sogar bei den Freien. Wer bereits für die Hälfte gearbeitet hat, soll es jetzt für ein Viertel tun. Letzte Woche hat sich nach sicherlich mehr als 10 Jahren ein etablierter freier Kollege verabschiedet, der vom täglichen Drücken und Drangsalieren einfach die Schnauze voll hatte. Hut ab!

    Hier verlassen nicht die Ratten das sinkende Schiff – es scheint genau umgekehrt. Zurück bleiben die Ratten, um das Wrack endgültig ans Riff zu steuern. RN – Ratten Nachrichten.

  102. Wiebke Westhuesam 24.10.2010 um 10:30

    In diesem Zusammenhang: Stimmt es eigentlich, dass die Münstersche Zeitung, Ruhr Nachrichten und alle anderen Tageszeitungen aus dem Hause Lensing-Wolff aufgrund der täglich sichtbaren Kompetenz- und Qualitätsverluste nun ab dem 2. Quartal 2011 als Gratis-Zeitungen angeboten werden?
    Sehr teure, unabhängige Unternehmensberater sollen der Verlagsleitung und ihren neoliberalen Adlaten diesen Schritt nahe gelegt haben. MZ und RN sind für die fachkundige Untersuchung ein Jahr lang mit den Zeitungen der ORA-Verlagsgruppe und anderen lokalen Anzeigenblättern verglichen worden. Das Fazit: Es ist kein Qualitätsunterschied mehr sichtbar, der noch einen Verkaufspreis rechtfertigt…

  103. Kostenfrageam 24.10.2010 um 11:19

    @Wiebke Westhues
    Und die WAZ soll weiterhin etwas kosten?

  104. Wiebke Westhuesam 24.10.2010 um 16:30

    @Kostenfrage
    Gerüchte über ähnliche Wege sind mir bisher noch nicht zu Ohren bekommen. Da wir als Redakteurinnen ja oft genug selbst Unternehmensberaterinnen (ohne die entsprechenden Honorare) sind, empfehle ich in diesem Fall die 50 Cent-Variante. Dazu am besten Apps für die lokale Sportberichterstattung…

  105. Arno Tilsneram 24.10.2010 um 20:26

    “Hier verlassen nicht die Ratten das sinkende Schiff – es scheint genau umgekehrt. Zurück bleiben die Ratten, um das Wrack endgültig ans Riff zu steuern. RN – Ratten Nachrichten.” (von Betschwester)

    Ein interessantes Bild, das sich da in und aus der Mitte der Bericht erstattenden Elite abzeichnet. Eine weiter führende Frage wäre, ob es für einen Zeitungsverlag mit traditionellem Tiefgang überhaupt einen Kurs gibt, der nicht auf einem Riff endet.

    Gruß!

  106. Wiebke Westhuesam 25.10.2010 um 07:36

    @Arno Tilsner
    Natürlich gibt es diese Wege. Auf Inhalte und Qualität setzen wäre ein erster Schritt. Diese Inhalte nicht 1:1 kostenlos online anbieten wäre der nächste. Kompetenz im Verlag behalten die Grundlage. Und: Bei den Konzernen sollte aus meiner Sicht auch auf Geschäfte im Balkan verzichtet werden….
    Gehälter: Ein faires System, das allen Generationen gerecht wird!

  107. Arno Tilsneram 25.10.2010 um 08:56

    Wahrscheinlich meinen Sie: ‘natürlich könnte ein Verlag einen anderen Weg versuchen’. Bitte bedenken Sie bei Ihrer Imagination, dass gute Ideen und faire Systeme sich in einem konkreten gesellschaftlichen Umfeld durchsetzen müssen. Dafür hat es in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrhunderts in Westdeutschland Spielräume gegeben. Seit 2000 ist das Segment rückläufig. Seit 2005 gibt es Anzeichen von Panik in Verlagsleitungen. Man kann sich als 40 Jähriger Verlagserbe vorstellen ein 150 Millionen Unternehmen an die Wand zu fahren. Angenehm ist diese Vorstellung nicht, denn sie ist realistisch.

  108. briskoam 25.10.2010 um 15:13

    @A. Tilsner: na dann :-) ) wollen wir mal hoffen, dass Vater Florian seinem Sohnemann doch noch ein wenig auf die Finger schaut!

  109. Wiebke Westhuesam 26.10.2010 um 12:04

    @Arno Tilsner
    Danke für Ihre Einschätzung der Lage. Schwer nachzuvollziehen, warum ein rückläufiges Segment straight in die Pleite führen muss. Aber es scheint ja in diesem Fall realistisch…

  110. Arno Tilsneram 26.10.2010 um 14:58

    Nein Frau Westhues, die Pleite eines Medienunternehmens in der angesprochenen Größenordnung halte ich in jedem Fall für ausgeschlossen. Das Bild des ‘an die Wandfahrens’ bezieht sich auf eine Situation, in der wirtschaftlicher Erfolg nicht in einer über Jahre gewohnten Größenordnung fortgesetzt werden kann.

    Die subjektive Befindlichkeit eines Medienunternehmers, der über 20 Jahre 10 Millionen pro Jahr verdient hat, dessen Verdienst nun auf 5 Millionen zusammen schnurrt, muss sich nicht grundsätzlich von der eines Redakteurs unterscheiden, der über Jahre 80.000 plus Boni p.a. verdient hat und nun mehr Arbeit für 60.000 ohne Boni erledigen soll.

    Beide sind von der Pleite weit entfernt, fühlen sich im konkreten Fall womöglich dennoch als Looser. So was will kein Mensch.

  111. Wiebke Westhuesam 26.10.2010 um 17:30

    Okay, wenn Sie das so sehen. Ich gehöre zu den Jahrgängen, die früh aussortiert und nun in einer nicht selbst gewählten Selbstständigkeit arbeiten. Daher muss ich weder über 80.000 noch an 60.000 Euro im Jahr nachdenken. Das Wort “Boni” kenne ich in erster Linie in Zusammenhang mit Krisenverursachern und Krisengewinnern.
    Meine eigene Ausbildung ist 1A und hat ein kleines Vermögen gekostet. Die Frage Loser oder kein Loser stellt sich für mich trotzdem nicht. Die Frage danach, was Laien und berufliche Seiteneinsteiger aus Medienunternehmen machen, mit der beschäftige ich mich trotzdem. Weil sie mich eben auch betrifft.

  112. Redaktoram 26.10.2010 um 20:59

    @Wiebke “früh aussortiert und nun in einer nicht selbst gewählten Selbstständigkeit” Willkommen im Club.
    Loser oder nicht Loser – das hat nur entfernt etwas mit Jahreseinkommen zu tun, wenn überhaupt.. Ich kenne einen Landwirt mit einem kleinen Hof, der bestimmt kein Vermögen anhäufen kann. Aber er hat mir gesagt, dass er mit keinem Manager der Welt tauschen möchte. Der Mann sieht sich keinesfalls als Loser.
    Das unglückliche Gefühl derer, die sich über ein, zwei Millionen weniger im Jahr ärgern, gönne ich diesen Raffkes von ganzem Herzen.

  113. Wiebke Westhuesam 27.10.2010 um 07:14

    @Redaktor
    Ehrlich geschrieben: Es ist schön, einen Beitrag wie Ihren hier zu lesen. Ich sehe das mittlerweile ganz ähnlich wie ihr Landwirt. Natürlich, die Erkenntnis, dass die Verdienste von gestern in der neoliberalen Welt nichts zählen, die kann sehr schmerzhaft sein. Da fragt frau sich natürlich, warum sie sich lange Jahre für ein Unternehmen engagiert hat und dann eiskalt abserviert wird.
    Aber es kommt dann eben auch die Erkenntnis, dass Geld allein ganz sicher nicht glücklich macht. Und Zeit, Freunde und Familie das Wichtigste im Leben sind. Meine Schwestern und ich stellen unsere Texte im kulturellen Bereich nun übrigens online gratis zur Verfügung und haben treue Leserinnen gefunden. Das bereitet uns viel Freude. Zum einen sind die lokalen und regionalen Zeitungen und Websites ohnehin nicht mehr die Medien, die uns und unsere Leser erreichen. Zum anderen haben wir unseren Beruf gelernt, weil wir ihn lieben und Menschen informieren wollen. Und nicht, weil wir große Räder drehen und dicke Autos fahren wollen. In diesem Sinne: Eine gute Arbeitswoche noch!

  114. nachwuchssorgenam 27.10.2010 um 10:55

    http://www.epd.de/medien/medien_index_80685.html

  115. flauer badenam 27.10.2010 um 12:40

    habe gerade erfahren, dass im Dortmunder Journalismus bald alles hyperlocal und daten-getrieben wird. Tja, wie sagte schon Herr Langemeyer? “Das neue Dortmund ist das schnelle Dortmund…”

  116. briskoam 27.10.2010 um 21:23

    Da er sich bislang noch keinen Ruf als innovativer Verleger oder Verlagsmanager in der Branche erwerben konnte , sondern eher den Haudrauf in der Verlegergilde gab, der ohne Rücksicht auf Verluste agierte, scheint Lambert Lensing-Wolff nun zumindest als Bauherr nachhaltige Spuren hinterlassen zu wollen.
    Am Stammsitz des Verlages in Dortmund entsteht im Herzen der Westfalenmetropole das neue „Lensing-Carrée”.
    http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/lokalnachrichten_dortmund/Am-Dortmunder-Westenhellweg-entsteht-das-Lensing-Carr%25E9e;art930,1076929
    Und in Münster lässt er ab Januar 2011 für vier Millionen Euro das Pressehaus an der Apostelkirche umbauen, das dann zu weiten Teilen an eine Steuerberatungskanzlei vermietet wird,
    Offizielles Motto: Stärkung des Standorts
    stand heute in der Münsterschen Zeitung

  117. Wiebke Westhuesam 28.10.2010 um 07:30

    Was ist denn die Westfalenmetropole? Eine Wortneuschöpfung aus dem bäuerlichen Dortmunder Umland? Jedenfalls wissen die entlassenen Berufskollegen dort jetzt, wo die Gewinne investiert werden…

  118. Arno Tilsneram 28.10.2010 um 09:39

    Hi brisko, zum Alten und Jungen diese kleine Rahmengeschichte:

    Ich hätte kein Bild von den Lensings, wenn Lambert bei der Übernahme der Verlagsgeschäfte vom Vater nicht auf die Idee gekommen wäre, die ‘na dann…’, – seit 1980 auch als ‘Wochenschau für Münster’ bekannt – irgendwann in eigene Regie zu übernehmen. Vor drei Jahren sollte es dann ein Angebot auf freundliche Übernahme sein. Im nächsten Atemzug wurde aber auch der unfreundliche Teil formuliert, für den Fall, dass wir weiterhin dem Werben des 150 Mal umsatzgrößeren Verlages nicht nachgäben. Wir haben das auf einer langen Autofahrt durch Andalusien am Wochenende danach reiflich überlegt. Es passte nicht zu meinem Bild von mir, ein freundliches Angebot anzunehmen, nur weil ich das unfreundliche fürchte. Uli, die Frau, die über 1.000 Ausgaben na dann… gemacht hat und mit der ich mich auf dieser Fahrt alle 50 Kilometer am Steuer abwechselte, denkt in solchen Fragen nicht Testosteron gesteuert pragmatisch. Aber gerade aus dem pragmatischen Blickwinkel ergab sich keine vernünftige Verhandlungsposition. Wenn einer eine komplette 20 köpfige Lokalredaktion feuert, dann fühlt er sich auch stark genug, die Marktposition eines widerspenstigen Kleinbetriebes zu übernehmen. Über welche Peanuts sollten wir da noch sprechen? Andererseits macht ein Tageszeitungsverleger einen kapitalen Fehler, wenn er mit dem rüden Rauswurf einer kompletten Lokalredaktion den Anker zu seinen langjährigen Leserinnen und Lesern kappt. Wenn Jemand auf seinem eigenen Terrain jedes Feingefühl vermissen lässt, kann er dann in einer ihm fremden Stadt die in Jahrzehnten gewachsene Leser/Innen-Blattbindung einer Kult-Marke lösen? Diese Frage lässt sich nicht am grünen Tisch beantworten. Um die Antwort zu finden, muss man es probieren. — Vor mir liegt “nanu, Die Wochenschau”, Untertitel: “DAS ORIGINAL”. Gleiches Format, gleiches Papier, gleiche Zielgruppe, nur alles umsonst oder fast umsonst, was in der na dann… Geld kostet. Seit drei Jahren oder 150 Ausgaben mit schätzungsweise 1,5 Millionen EUR vom Medienhaus Lensing subventioniert. Euros die zuvor bei den Redakteuren und Produktionsarbeitern der eigenen Tageszeitungen abgespart wurden. Schwächung des Kerngeschäftes, um an der Peripherie nichts zu erreichen. — Gestern, Mittwoch, Uni-Mensa am Aasee: nanu die Wochenschau das Original in exclusiver Kooperation mit dem Studentenwerk auf Verteil-Tischen in der Mensa, ganz nahe an den hungrigen Studenten ca. 60 verteilte Hefte aus der Lensing Subvention. Na dann… ohne Kooperation und Subvention draußen vor der Mensa ca. 900 Hefte von Leserinnen und Lesern aus den Kisten gepickt. — Zum Unternehmer wurde ich vor 35 Jahren als studierter Pädagoge (Schwerpunkt Erwachsenenbildung). Ich wollte wissen, was die damals an der Uni vermittelte Theorie in der Praxis eines Produktionsalltags taugt. Nicht viel. Geblieben ist die feste Überzeugung, dass Menschen gut sein wollen, wenn sie dazu erzogen werden. Das muss man jeden Tag wieder neu tun!

  119. Arno Tilsneram 29.10.2010 um 18:29

    Die Zukunft der Zeitung liegt im Netz. Ich weiß nicht genau, wie Zeitungsverleger darauf kommen, an diese These zu glauben. Für ihren Glauben ziehen sie Unsummen aus dem Kerngeschäft (Zeitungsdruck) ab, um sie in brotlose Netzaktivität zu investieren. Die Zeitung war in ihrer Hochzeit ein konvergentes Medium, damit meine ich: früh am Morgen schaute die erwachsene (vorwiegend männliche) Mitte einer regionalen Population auf die Seiten einer oder zweier regionaler Zeitungen. Das (auch mit einem unübersehbaren Markenzeichen) bedruckte Papier zog diese Blicke an und gab ihnen eine Gewohnheit. Das Netz mit seiner unendlichen Vielfalt an Seiten ist ein grundsätzlich divergentes Medium. Ein Zeigegerät zieht die Blicke an: auf seinem Bildschirm herrscht babylonische Vielfalt. Markenbildung (google, eBay, Amazon) ist möglich, allerdings nicht im regionalen Maßstab. Zeitungen und Internet passen systemisch nicht zusammen. Zeitungs-Abonnenten bezahlen heute für das Erstellen der Inhalte, die anschließend kostenlos über das Internet verbreitet werden. Das werden sie auf Dauer nicht tun.

  120. Redaktoram 29.10.2010 um 22:57

    @Arno Tilsner “Zeitungs-Abonnenten bezahlen heute für das Erstellen der Inhalte, die anschließend kostenlos über das Internet verbreitet werden.”
    .
    Es gibt aber noch eine strunzdumme Steigerung dieses Verfahrens: Die Abonennten der Zeitungen zahlen für das Erstellen der Inhalte, die bereits am Abend vor Erscheinen der jeweiligen Printausgabe kostenlos im Netz verbreitet werden. Diese Abonennten fühlen sich zu Recht vera…
    .
    Kleine Ergänzung: Und der Handvoll verbliebener Redakteurinnen und Redakteure, deren Arbeitsleistung auf diese Weise permanent verramscht wird, werfen die Verantwortlichen in den Verlagen dann auch noch vor, sie vor allem trügen die Schuld am Niedergang der Printauflagen.
    .
    Alles in allem eine sehr intelligente Methode – wenn man den Karren mal so richtig gegen die Wand knallen will.

  121. Wiebke Westhuesam 30.10.2010 um 09:48

    @Redaktor. Stimme voll und ganz zu, was Ihre Sicht zu diesem Verfahren angeht. Mit einer Einschränkung: Es bleibt die Frage, ob LL und seine neoliberalen Adlaten den Laden wirklich bewusst an die Wand fahren. Es lässt sich ja auch die These aufstellen, dass die Zahlenmenschen einfach das machen, was alle anderen auch tun und was die Vorbilder in den USA machen.
    .
    Sie erinnern sich doch sicher zehn Jahre zurück? Als alle Welt dachte, jetzt online das große Geld machen zu können. Mit Sicherheit haben die Strategen um LL das in Ihrer Gier verinnerlicht. Und sind auf diesem Weg wie Ihre Vorbilder in den USA grandios gescheitert. Es ist naheliegend, dass einfach Wegen gefolgt wird, die andere und das große Vorbild Springer-Verlag Herrn LL vorgeben.
    .
    Wobei dann immer die entscheidende Frage ist: Sind lokal bzw. regional ausgerichtete Medien wie MZ oder RN mit “Vorbildern” wie Welt oder “Bild” zu vergleichen? Und macht es in diesen Zeiten des Umbruchs und der Verschmelzung der Formate und Medien eigentlich Sinn, ausgerechnet diesen “Vorbildern” zu folgen???

  122. Qualitätsbrötchenam 30.10.2010 um 11:56

    Eine Bäckerei gibt Qualitätsbrötchen und Qualitätsbrote kostenlos ab, von morgens 6 Uhr bis 10 Uhr. Sie stellt sie einfach in großen Körben vor die Tür. Jeder darf sich nehmen, so viel er möchte. Der Bäckereibesitzer freut sich über die hohen Zugriffsquoten. Weil dann gucken ganz viele Leute auf das Plakat im Schaufenster, und dafür kriegt er vom Plakataufhänger drei Euro im Monat.
    .
    Ab 9 Uhr verlangt diese Bäckerei dann aber 30 Cent für jedes Qualitätsbrötchen. Weil dann aber kaum noch Kunden kommen, sind die Gesellen in der Backstube schuld. Die sorgen, so scheint es, immer noch nicht für die nötige Qualität. Deshalb schmeißt der Bäckerimmer wieder mal ein paar von den faulen Bengeln raus. Am liebsten die älteren. Diese rückständigen Typen faseln nämlich immer davon, dass man früher die Brötchen nicht einfach kostenlos vor die Tür gestellt hat.
    .
    Wie nennt man das? Richtig. So etwas sagt man aber nicht unter zivilisierten Menschen.

  123. Wiebke Westhuesam 30.10.2010 um 14:21

    Genau.
    .
    Und wie hieß der Studienwunsch, mit dem der Bäckereibesitzer über den großen Teich geflogen ist?
    .
    “Bitte Was Leichtes. Und dann viel Geld verdienen!”

  124. Arno Tilsneram 31.10.2010 um 06:38

    Betrachtet man die wirtschaftlich unkomfortable Situation der “Bäckerei” noch etwas genauer, fällt auf, dass der Plakataufhänger nicht irgendwer ist, sondern ein Unternehmen mit Weltmacht. Mit AdWords und AdSense hat man in Mautain View Werbeinstrumente entwickelt, die perfekt auf die divergente Struktur des Mediums Internet abgestimmt sind. Nach dem Netzangriff auf die Inhalte erfolgt damit der Netzangriff auf die Werbung, der ebenfalls auf der systemischen Ebene geführt wird. AdSense bezahlt nicht für die gesehene Werbung sondern für beklickte. Ebenso ist die andere Seite gestrickt, wo der Werbetreibende daran gewöhnt wird, für den Erfolgsfall, nämlich die Verlinkung auf seinen Internet-Auftritt, zu bezahlen, nicht für die reine Schaltung des Motives im Blickfeld potentieller Kundinnen und Kunden. Die nur gesehene Werbung ist in diesem weltweit zügig vorrückenden Modell umsonst. Man kann auf eine gedruckte Zeitung drücken solange man will, daraus wird kein Link.

  125. Wiebke Westhuesam 31.10.2010 um 09:26

    Richtig unangenehm wird die Situation der Bäckerei auch, wenn neben des weltweit agierenden Konzerns dann auch noch ein national agierender Firmenverbund in seinen Markt drängt. Dieser Firmenverbund hat sein Kerngeschäft nicht im Bereich Brötchen und auch nicht im Bereich Brot. Er handelt mit erzählten Geschichten, die sich die Menschen mit ihren beim Bäcker geholten Brötchen am Frühstückstisch anhören können.
    .
    Für die Geschichten müssen die Menschen Geld bezahlen, wenn sie nicht Studenten oder Kinder sind. Die Kleinen dürfen sich die Geschichten noch kostenlos anhören. Nun hat der national agierende Firmenverbund aber gemerkt, dass sich mit den verschenkten Brötchen und Broten vielleicht auch einmal richtig viel Geld verdienen lässt. Also erweitert der Firmenverbund sein Angebot und bietet nun als Bonus zu seinen erzählten Frühstücksgeschichten auch Brötchen und Brot an. Auf den ersten Blick sind die natürlich gratis. Jeder kann zugreifen, so oft er will.
    .
    Nur: Im Gegensatz zu der selbstständigen Bäckerei lässt sich der national agierende Firmenverbund diese Geschichten aber bezahlen. Mit der BBZ. Der Brötchen-Bezahl-Zentrale. Und damit auch jeder Mensch für seine Brötchen bezahlt, da lässt sich dieser Firmenverbund noch etwas ganz Schlaues einfallen: Er stellt die Zahlweise für die BBZ mit Unterstützung der herrschenden Kreise einfach um. D.h. die Menschen können sich bald nicht mehr aussuchen, ob sie zum Frühstück Brötchen wollen oder nicht. Die Kosten dafür werden ganz einfach automatisch von ihrem Bankkonto abgebucht. Das alles haben die Strategen der BBZ gelernt, als sie mit dem selbstständigen Bäckermeister im Hörsaal gesessen haben. Studiengang: “Bitte Was Leichtes. Und dann viel Geld verdienen”
    .
    Jetzt ist die Frage: Was macht der selbstständige Bäckermeister? Wäre er nicht klug, ab und zu mal auf seine Bengel zu hören? Siehe Qualitätsbrötchen.

  126. Arno Tilsneram 31.10.2010 um 14:37

    Von den ca. 31.000 Suchanfragen, die im Oktober zu einem Link zu nadann.de führten, kamen 29.482 über Google. Am zweit häufigsten kamen die Verlinkungen von der Microsoft Suchmaschine ‘Bing’, nämlich genau 293. Man sollte sich da draußen also keine falschen Vorstellungen darüber machen, in welchem Ausmaß Google fester Bestandteil im Alltag der Customer geworden ist. Im Bereich des gesamten Internets ist Google convergente Instanz, zu der es z. Zt. keine Alternative gibt. Google weiß, was Menschen suchen. Mit Android geht Google einen Schritt weiter, schafft sich für Handy und Tablett ein eigenes Betriebssystem. Android Geräte werden in sehr kurzer Zeit eine sehr breite Nutzer/Innen-Basis entwickeln. Das Konzept ist im Gegensatz zu Apple hardware offen. Android Tabletts bieten eine ideale Voraussetzungen, Suchanfragen an Google mit passenden Adsense Ausgaben auf beliebigen, später besuchten Seiten zu kombinieren. Werbung ist damit in einer neuen Dimension. Dem zielgerichteten Google Verteilmechanismus ist es gleichgültig, ob es sich um Zeitungs- oder Nichtzeitungsseiten handelt. Er behandelt die Zuweisung nicht auf Zielgruppen Ebene sondern adressiert jede Nutzerin und jeden Nutzer direkt an Hand des Google bekannten Suchprofils.

  127. Wiebke Westhuesam 31.10.2010 um 15:44

    Das sind bekannte Entwicklungen, Herr Tilsner. Und natürlich sind diese nicht zu unterschätzen. Es gibt ja auch genug Unternehmensberater, die montan sehr viel Geld damit verdienen, indem sie halbwegs ahnungslosen Mittelständlern erklären, wie wichtig Google und suchmaschinenoptimierte Seiten für Ihr Unternehmen sind.
    .
    Nur: Wenn ich Ihren Ausführungen folge, dann konkurriert ein Unternehmen wie das des Herrn LL ab sofort mit Millionen anderen Unternehmen, die ihre News und Geschichten ins Netzt stellen. Mit dieser Logik, dass sich eben alles nur noch um Google und das Netz dreht, kann LL seinen Laden gleich ganz dicht machen. Und Bodo H. auch.
    .
    Also bleibt doch nur ein Schluss: Diese Mechanismen im Blick haben und darauf reagieren. Aber vor allem: Eigene Wege einschlagen, mit denen mensch unabhängig ist von diesen Mechanismen…

  128. Arno Tilsneram 31.10.2010 um 16:11

    Genau auf diesen Punkt wollte ich die Aufmerksamkeit lenken, Frau Westhues. Zeitungsverleger können ihren Laden in the middle run dicht machen, wenn sie nicht allerschnellstens damit beginnen, dem wieder einen Wert zu geben, was ihr ureigenstes Kapital ist und bleibt: ihren Abonnentinnen und Abonnenten.

  129. Misthaufenam 31.10.2010 um 21:32

    “Das Internet ist ein großer Misthaufen, in dem man allerdings auch kleine Schätze und Perlen finden kann”. Das sagt heute Joseph Weizenbaum, einer der geistigen väter des Internet.
    Ich bin beileibe kein Maschinenstürmer, sondern mit PC und dem Web groß geworden. Aaaaber: Mir ist das Angebot zu riesig, zu schwer zu überschauen. Und nach wie vor ist es, Google zum Trotz, reichlich mühselig, sich die Informationen zusammen zu pfriemeln.
    Mag sein, dass die gedruckte Zeitung in Zeiten von iPad, Ebook und Co. irgendwann passé ist. Dann kann meinetwegen tonnenweise Druckerschärze und Papier eingespart werden. Mag sein. Aber ihre wesentliche Funktion kann eine gut gmachte Zeitung, ob online oder print, behalten: dem Leser durch den ganzen Wust dieser überinformierten Mediengesellschaft den roten Faden bieten. Je mehr Information auf den weitgehend kostenlosen Markt Internet geworfen wird, umso mehr wird der Mensch sich nach einer Ordnung sehnen, nach gutem Journalismus, der das Wichtige vom Unwichtigen trennt und in guter Qualität berichtet.
    Dieses Feld, die ureigene Kernkompetenz des Mediums Zeitung, verlassen einige Verleger in naivem Kinderglauben an die Wirksamkeit eines möglichst vielfältigen Online-Ramschangebots. Sie vernachlässigen so sträflich das, was Zeitung, gleich auf welchem Vertriebsweg, für den Menschen in der überfütterten Medienwelt wertvoll machen kann. Mit dem Rezept “Masse statt Klasse” wird es niemals funktionieren, weder print noch online. Und mit der Quadratur des Kreises à la Hombach, dem “Qualitätjournalismus” mit einer auf ein lächerliches Viertel zusammengestrichenen Redaktionsbesetzung, auch nicht.

  130. Arno Tilsneram 15.11.2010 um 18:35

    Schauen wir uns den Kampf ums Lokale mal am Beispiel der Münsterschen Zeitung etwas genauer an: die Münstersche Zeitung war immer die ‘kleine Zeitung’. Der Zusatz betraf das handliche Format und den geringeren Leser/Innen-Anteil im Vergleich zur WN, der ‘großen Zeitung’ auf Münsters erweitertem Stadtgebiet. Mit der Übernahme durch die Lensings Mitte der 80er Jahre hat sich an dieser Wahrnehmung aus lokaler Sicht nichts geändert. Die WN, geführt von der Familie Hüffer, galt politisch als rabenschwarz, die MZler als deren liberale Gegenüber.
    Im Kampf ums Lokale hat Lambert Lensing-Wolff die liberale Lokalredaktion in der bekannten Nacht und Nebel Aktion durch einen von Stefan Bergmann geführten Desk ersetzt. Schaut man sich die Bergmann-Kurzbiographie auf Kress.de an, erfährt man, dass er bei der WN gelernt hat und danach über Jahre Pressesprecher des ehemaligen OB und späteren Regierungspräsidenten Dr. Jörg Twenhöven war. Wenn der neue Meinungsführer der jungen Willigen in der MZ-Redaktion irgendwo lokal verdrahtet ist, dann da, wo die Hüffers mit der WN bestens verdrahtet sind. Die “kleine Zeitung” wird damit zur “kleinen WN”, was bei den Abonnent/Innen auf Dauer nicht gut gehen kann. Da, wo Lambert Lensing-Wolff seine Zeitung hin gesteuert hat, ist in lokal kein Platz. Dabei wäre reichlich Platz für eine Zeitung mit einer grünen Chefredaktion.

  131. briskoam 15.11.2010 um 22:38

    @Arno Tilsner. Der Analyse kann man gut folgen, es hat aber ja in Münster scjon Versuche gegeben so etwas wie eine münster taz zu etablieren, funktioniert hat das – aus ganz unterschiedlichen Gründen – auch nicht

  132. stellenanzeigeam 21.11.2010 um 15:32

    in einer redaktionellen Stellenanzeige vom Samstag sucht die Münstersche Zeitung freie Mitarbeiter für ihre Stadtteilausgaben. Gesucht werden natürlich keine hauptberuflichen freien Journalisten, die ihr Handwerk verstehen. Gesucht werden aber auch nicht nur Studenten, die sich ein paar Euros dazu verdienen wollen.. Gedacht ist auch an die Frau, die in der Babypause noch ein paar Stunden erübrigen kann, um journalistisch aktiv zu werden oder an den Frührentner und rüstigen Pensionär, der seine Zeit mit einer sinnvollen Tätigkeit füllen will. Ein journalistischer Profi müsse man für die Tätigkeit nicht sein, heisst es weiter, “wir sorgen für eine entsprechende Schulung”! Na dann mal munter weiter im Text, es wird schon was werden mit dem lokalen Qualitätsjournalismus!

  133. Wiebke Westhuesam 21.11.2010 um 18:13

    So sehen wir doch deutlich, in welche Richtung es geht. Die Münstersche Zeitung und ihre Stadtteilausgaben sind dann doch nicht anderes als lokale Verbands- oder Vereinshefte, die über ihre eigene kleine Welt berichten. Hatten Lamberts willige Helferlein nicht irgendwann diese Seiten für den so genannten Bürgerjournalismus eingeführt? Es ist also absehbar, dass das komplette Blatt in diese Richtung geht. Nur noch eine Frage der Zeit auch, wann das komplette Produkt gratis verteilt wird…

  134. k+sam 26.12.2010 um 14:36

    tja, da ist doch die aktuelle Ausgabe der traditionsreichen Münsteraner Verbraucherzeitung kaufen+sparen am Sonntag mehr oder weniger komplett von den Redakteuren der Münsterschen Zeitung mit Texten bestückt worden. Mal sehen wo diese Verzahnung zwischen Kaufzeitung und Gratisblatt im neuen Jahr endet.
    An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meine und alle anderen Zeitungszusteller, die bei einem Wetter, wo viele sich schon gar nicht mehr vor die Tür trauen, die Zeitung so zuverlässig zustellen, und das für Löhne, die man nur als unterirdisch bezeichnen kann!

  135. Wiebke Westhuesam 26.12.2010 um 15:02

    Von meiner Seite auch beste Wünsche und alles Gute für 2011!
    .
    Passend zu diesem Thema: Neulich durfte ich in einem netten Café rein zufällig an einem Tisch neben Mitarbeitern der Münsterschen Zeitung sitzen. Es war interessant, wie schnell der neue Geist seinen Weg in die Schaltzentralen gefunden hat. “Also, wir haben bei der MZ wirklich verkrustete Strukturen vorgefunden, die aufgebrochen worden mussten”, war dort zu hören.
    .
    Moralische Bedenken? Wurden nicht thematisiert. Aber wie auch? Mit den Entlassungen sind ja für eben diese jungen Leute Arbeitsplätze geschaffen worden. Klar, dass die nun loyal sind und sich alles schön reden. Zum Beispiel so:”Also, ich find das vollkommen okay. Die Leute, die damals für die Entlassungen verantwortlich waren, die sind doch schon lange wieder weg.”
    .
    Ja, liebe Leute: Ein Duktus, der gelernt sein will. Mit dem bewährten Erfolgsrezept bei Lensing: Keine eigene Meinung haben. Allenfalls, wenn sie der Profilierung in Konferenzen oder vor der Chefetage dient. Ansonsten gilt: “Da hab`ich Respekt vor!”

  136. Erich sprichtam 27.12.2010 um 11:55

    Man soll das Jahr nicht mit Programmen
    beladen wie ein krankes Pferd.
    Wenn man es allzu sehr beschwert,
    bricht es zu guter Letzt zusammen.

    Je üppiger die Pläne blühen,
    um so verzwickter wird die Tat.
    Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
    und schließlich hat man den Salat!

    Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
    Es nützt nichts, und es schadet bloß,
    sich tausend Dinge vorzunehmen.
    Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

    Erich Kästner

  137. lesestoffam 27.12.2010 um 14:27

    für die Zeit zwischen den Jahren
    http://www.journalismus.de/medienschau-mainmenu-35/72-jetzt-hier-online-der-newsletter-der-dju-nrw.html

  138. Low Budget 2.0am 11.01.2011 um 09:28

    Altpapier oder iPad: Low Budget bleibt Low Budget:

    http://www.turi2.de/2011/01/11/heute2-awd-vdz-google-10345086/

  139. lensingsipadam 11.01.2011 um 12:27

    http://www.pottblog.de/2011/01/11/der-westen-deutschlands-hat-eine-ipad-app-fuer-eine-regionalzeitung-ruhrnachrichten-sind-vorreiter-mit-eigener-app/

  140. Sandmännchenam 11.01.2011 um 17:53

    Das war ja klar dass die WAZ aus dem Tiefschlaf nur sehr schwer herauskommt und wieder einmal hinten an steht. Auch wenn angeblich etwas “in der Mache” ist, die ersten Apps für das iPhone haben auch nicht unbedingt vom Hocker gerissen und sind eigentlich überflüssig, da schon vielfach anderweitig vorhanden.
    .
    Das die RN aber auch der Hellweger Anzeiger mit dem iPad Vorreiter sind, liegt auch an der Tatsache, dass diese Verlage ein Redaktionssystem haben, was 100%ig funktioniert und der Entwickler selbst inituative Ideen beisteuert.
    .
    Bei Lensing-Wollf ist eben alles aus einem Guss und nicht aus zig Einzelsegmenten zusammengeflickt. Aber so war die WAZ halt schon immer, dass völlig eigenwillige und inkompatible Wege gegangen wurden.

  141. wePadwolframam 11.01.2011 um 18:17

    Grundkurs 1. Semester: Ein Markt der einmal verloren ist, der bleibt verloren…

  142. Wiebke Westhuesam 19.01.2011 um 19:07

    Heute ist Jahrestag: Am 19. Januar 2007 setzte Verlegersohn Lambert Lensing-Wolff eine komplette Redaktion vor die Tür. Bzw. zunächst ins Druckhaus:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,461628,00.html

    Heute wissen alle Kollegen der Branche, dass die Verdienste von gestern in der neoliberalen Welt nichts bedeuten. Eben nicht nur in dieser Branche. Vier Jahre später vermelden Lensings Adlaten, dass sie nun wie viele andere Zeitungsverlage mit einer Tablet-Strategie an den Markt gehen. Nachdem sie zuvor jahrelang die eigenen Produkte online verschenkt hatten sollen die Menschen nun wieder dafür bezahlen…

  143. bsirskesprichtam 20.01.2011 um 22:48

    auch zur Tarifrunde bei den tageszeitungsredakteuren
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/interview-mit-frank-bsirske-wenn-sich-dinge-zuspitzen-kommen-die-leute-1.1048535

  144. Unfassbaram 20.01.2011 um 23:50

    @bsirskespricht:
    Die Südteutsche hat offenbar auch nur noch Idioten unter Vertrag.
    Natürlich haben Journalisten schon gestreikt – und das zum Teil sogar über Wochen. Mit Erfolg.
    Ich persönlich hab von meinen Arbeitsbedingungen und den Forderungen der Multimillionäre auf der Gegenseite so die Schnauze voll, dass ich bis zum jüngsten Tag streiken würde.
    Ich habe schon an Streikausgaben mitgewirkt. Tut mir leid. Wird garantiert nie wieder passieren.

  145. immomiaam 27.01.2011 um 15:32

    Nach Verlagsangaben soll ein halbes Jahr nach seinem Start das Immobilienprojekt “immomia.de” aus dem Medienhaus Lensing erfolgreich in den Markt gestartet sein. In der Münsterschen Zeitung vom heutigen Tage wird der Immomia-Geschäftsführer Gerd Hildebrandt mit den Worten zitiert: “Wir bieten das größte Immobilienangebot der Region”. Immomia wird am Wochenende auch kostenlos an die Haushalte in Münster verteilt

  146. Arno Tilsneram 27.01.2011 um 18:52

    Ja, Gerd Hildebrandt sagt in der Öffentlichkeit was sein Arbeitgeber hören möchte. So kenne ich ihn. Um sich ein eigenes Bild über den Gehalt seiner Worte zu machen, kann man alexa.com aufrufen und immomia.de eingeben. Ergebnis ist nix, weil in der Liga, in der immomia.de zur Zeit online spielt, von alexa.com keine Ergebnisse angezeigt werden. Um was zu sehen, kann man als Vergleich (unten) westline.de eintippen. Wenn man nun genau hinschaut sieht man hart an der horizontalen Achse auch immomia.de. Wenn in der Münsterschen Zeitung von heute Gerds bestellte Version eines erfolgreichen Immomia-Starts abgedruckt ist, werden sich weitere Abonnenten fragen, warum sie dafür was bezahlen sollen.

  147. Ehemaligeam 13.02.2011 um 06:27

    Und der Betriebsrat stimmt seit Jahren diesen bösen Machenschaften zu! Warum eigentlich??? Jetzt, wo Herrscher Oldie nicht mehr unter uns verweilt, kann Junior ja endlich so leben wie er will…

  148. wePadwolframam 13.02.2011 um 14:17

    @Ehemalige:
    Welcher Betriebsrat?

  149. Ehemaligeam 17.02.2011 um 15:22

    Warum
    werden hier Texte nicht veröffentlicht??? Zensur?

  150. Medienmoralam 17.02.2011 um 17:43

    Wir stellen Kommentare offline, wenn sie nicht unseren Regeln entsprechen (siehe http://www.medienmoral-nrw.de/netiquette/).
    Dazu gehören u.a. “Kommentare, die Personen herabsetzen [...], und “Beleidigungen, üble Nachrede, Verleumdungen, Verunglimpfungen [...]“.
    Das kann auch gegeben sein, wenn eine Person zwar nicht namentlich genannt wird, aber für andere anhand der Informationen trotzdem identifizierbar ist.

    Und noch ein Zitat aus unserer Nettiquette:
    “Im Sinne einer zivilisierten Diskussion soll der Tonfall der Kommentare sachlich und fair sein. Andere Nutzer dürfen nicht persönlich angegriffen werden.
    Wir behalten uns vor, Kommentare zu editieren oder zu löschen, wenn sie gegen diese Regeln verstoßen. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.”

    Mit freundlichen Grüßen
    Medienmoral

  151. Hodo Bombacham 18.02.2011 um 09:24

    @Medienmoral “Wir stellen Kommentare offline, wenn sie nicht unseren Regeln entsprechen.”
    .
    Übrigens bin ich der Meinung, dass dies durch Medienmoral sehr vernünftig und tolerant gehandhabt wird. Da gibt es im Printbereich einige mir sehr gut bekannte Medien, in denen werden Nachrichten über dem Verleger missliebige Sachverhalte aus weitaus geringeren Anlässen unterdrückt.

  152. Medienmoralam 18.02.2011 um 14:42

    @Hodo Bombach
    Danke! Das ist doch mal ein schönes Kompliment.

  153. Watsollsam 18.02.2011 um 14:46

    @Hodo Bombach
    You just made my day!

  154. bsirskeam 20.02.2011 um 11:22

    @unfassbar
    Der SZ-Redakteur ( ist es überhaupt einer?)Detlef Esslinger, der das Interview mit den verdi-Vorsitzenden schrieb, hat nicht nur sein Erinnerungsvermögen verloren, was die Geschichte von Journalistenstreiks angelangt, er hat auch bewußt vergessen, daß er selber von den letzten Journalistenstreiks profitierte. Seine Gehaltserhöhungen, Steigerungen oder Erhalt der Sozialleistungen hat er seinen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, die auch für ihn auf die Straße gegangen sind.

  155. geronimoam 25.02.2011 um 19:43

    @Tilsner, na dann, sag ich nur, hat der gute Herr Tilsner nach nuechterner Suche im medialen Moeglichkeitsraum, ein paar Tatsachen entdeckt oder besser gesagt wieder ausgebudelt, die in der Tat, nicht nur heute Bestand haben werden. Das ist doch schon was. Gerade als Oldie der IT-Zeit, empfinde ich es als grossen Genuss, meine “Zeit” langsam; die vertrauten Geraeusche verursachend aufzublaettern und in ihr immer wieder zu stoebern.

    Vielleicht ziehe ich deshalb Buecher, den I-Pads vor.

  156. Arno Tilsneram 25.02.2011 um 23:51

    Genau gesagt war es so, dass pixelbook-4-you Uli im Rahmen einer Mailaktion erreicht hat, weil sie ihre ca. 800 Mails täglich spam für spam durchguckt und nicht – wie ich – automatisch in den Papierkorb lenkt. Diese leitete sie mir weiter, wir schauten uns die Beispiele an und den Preis von weniger als 50 EUR pro Heft. Für uns war damit die Entscheidung für das Pixelbook gefallen. Nicht so für den Administrativen-Komplex. Auf dem nadann-Server bauten sich die seit mehr als einem Jahrzehnt bekannten Hürden auf. Warum so, warum nicht anders und warum überhaupt. In mir begann eine Wutt zu kochen, vor Allem nach einem ganzen Tag, an dem ich versucht hatte ein Test-Heft auf den Server zu tricksen. Dem Server hatten die Admins den passenden Zugang verrammelt, im Gegenzug verweigerte das Pixelbook im zugänglichen Verzeichnis den Dienst. Also zog ich einen virtuellen Server bei 1&1 aus dem Hut, schrieb der denic die Domaine nadann-das-heft.de in ihr Verzeichnis und packte das auf die neue Domaine lizensierte Beispiel dem Server ins passende Verzeichnis. Bingo, funzt! Auf dieser Grundlage zeigen wir in dieser Woche die erste Blätterausgabe der na dann… . Was ein Admin schwer für möglich hielt: das Blätter-Heft kommt an. Offenen Zuspruch für ein web-feature habe ich so (ca. 10 von ca. 200, die es gesehen haben) noch nicht bekommen. Die na dann… zum Blättern im Netz entsteht übrigens – ohne weiteres Zutun auf unserer Seite – aus den Pdf-Daten, die zum Ausschießen der Druckbogen verwendet werden.

  157. domkeam 08.04.2011 um 21:22

    es geht doch nichts über eine gut besetzte Führungsriege in einer Zeitungsredaktion: Seit etwa Mitte März hat die Münstersche Zeitung Medien Gmbh & Co KG vier (!) Geschäftsführer. Zu den bisherigen Geschäftsführern, dem Chefredakteur Stefan Bergmann und dem Verlagsleiter Hildebrandt gesellen sich nun auch noch der Wolfram Kiwitt (Chefredakteur der Ruhrnachrichten in Dortmund) und der Newsdesk-Leiter Ulrich Breulmann, na hoffentlich weiß da noch der eine Chef was der andere tut….

  158. Thomasam 09.04.2011 um 09:05

    @domke
    Interessant. Vielleicht ist das ja die neue Strategie. Ein Verhältnis Geschäftsführer : Abonnenten von 1:500. Da ist die persönliche Betreuung in und um Münster gesichert. :-) :-) :-)

  159. Arno Tilsneram 09.04.2011 um 10:11

    @domke
    Man kann die doppelte Doppelbesetzung auch so interpretieren: wenn mit Herrn Kiwitt und Herrn Breulmann zwei Geschäftsführer hinzuberufen werden, könnte das ein Schritt sein, um etwas später die Herren Bergmann und Hildebrandt als Geschäftsführer abzuberufen. Herr Bergmann ist mit dieser Art Rochade bestens vertraut, da er genau in diesem Verfahren zum Chef-Redaktor hochgespült wurde. Mit Herrn Kiwitt als Geschäftsführer geht die Leitung der MZ nach Dortmund, wo sie – aus dem Blickwinkel des Mittelzuflusses – auch hin gehört. Herr Breulmann macht von Münster aus den regionalen Desk von Münster bis Gronau. Die Herren Bergmann und Hildebrandt bekommen einen neuen Job.

  160. Arno Tilsneram 09.04.2011 um 19:57

    Dr. Wolfram Kiwit mit einem “t”.

  161. Thomasam 21.04.2011 um 11:40

    Meedia: IVW-Auflagen in den Bundesländern: Regionalzeitungen verlieren erneut massiv:
    http://meedia.de/nc/details-topstory/article/regionalzeitungen-verlieren-erneut-massiv_100034423.html

  162. alleswirdteureram 27.06.2011 um 15:26

    Die Münstersche Zeitung hat heute angekündigt, den Bezugspreis zum 1. Juli 2011 auf 26.30 Euro und im Postbezug auf 29, 80 Euro zu erhöhen. Ähnliches werden vermutlich auch die Ruhrnachrichten gemacht haben. Im Gegenzug wollen sich Verlag und Redaktion mit “einer täglich informativen, stes aktuelen und unterhaltsamen Zeitung” bedanken. Na, da hoffen wir mal das Beste!

  163. zeilenschinderam 27.06.2011 um 20:58

    Die konkurrierende WAZ-Gruppe erhöht auch ab 1. Juli. Ist natürlich ein zeitlicher Zufall.

  164. Anonymousam 10.08.2011 um 12:05

    Die Loyalität zum Verlagshaus und der Chefetage hatte bei der Belegschaft von Lensig schon immer Priorität, Solidarität mit den Berufskollegen war und ist nicht gefragt. Aus aktuellem Anlass startet daher heute die Aktion “Kein Klick für Lambert”. Bis einschließlich 31.08. werden Berufskollegen, Freunde, Familien und Bekannte gebeten, die Online-Angebote der Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung und Münsterland Zeitung nicht mehr zu besuchen. Wir danken Euch für Eure Solidarität!

  165. Pottblogam 11.08.2011 um 05:38

    Links anne Ruhr (11.08.2011)…

    Bochum: Die Lust am Freiluft-Naschen bei Bochum kulinarisch (DerWesten) – Der Bochumer Boulevard ist voll! Gelsenkirchen: Versuchter Polizistenmord in Bulmke-Hüllen. (Gelsenkirchen Blog) – Dortmund: Stadt sucht neuen Direktor für …

  166. Anonymousam 12.08.2011 um 08:05

    Bis einschließlich 31.08. läuft die Aktion “Kein Klick für Lambert”. Berufskollegen, Freunde, Familien und Bekannte werden gebeten, bis dahin die Online-Angebote der Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung und Münsterland Zeitung nicht mehr zu besuchen. Wir danken Euch für Eure Solidarität!

  167. Anonymousam 16.08.2011 um 11:18

    Wir wünschen allen Berufskollegen eine erfüllende Arbeitswoche! Immer daran denken: Bis einschließlich 31.08. läuft die Aktion “Kein Klick für Lambert”. Berufskollegen, Freunde, Familien und Bekannte werden gebeten, bis dahin die Online-Angebote der Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung und Münsterland Zeitung nicht mehr zu besuchen. Wir danken Euch für Eure Solidarität!

  168. St. Lambertusam 19.01.2012 um 21:36

    Jahrestage sind auch Zeitpunkte des Erinnerns. In diesem Fall denken wir also an das unternehmerische Versagen eines armen Gesichts:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,461628,00.html

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