01.07.2010
Die Angst geht wieder um im Haus Lensing-Wolff
Als Lambert Lensing-Wolff am 19. Januar 2007 die komplette Redaktionsmannschaft der Münsterschen Zeitung von jetzt auf gleich vor die Tür setzte, um sie durch Jüngere zu ersetzen, handelte er sich bundesweiten Protest und öffentliche Schmach ein. Jetzt will der Dortmunder Verleger (Ruhr Nachrichten) offenbar seinen Laden wieder ummodeln – und bedient sich der subtileren Art. Wie jetzt bekannt wurde, sind schon vor Wochen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Medienhaus Lensing Einzelgespräche geführt worden oder werden noch geführt. Das Kalkül: Wer uns lieb ist, kann bleiben, wer älter und zu teuer ist, kann gehen. Neueinstieg nicht ausgeschlossen, mit anderen Verträgen zu anderen Konditionen. Wenn man wieder lieb ist. Angst und Unsicherheit schüren, mürbe machen, ja keine Kollegialität oder gar Solidarität aufkommen lassen… Die Angst geht um in Dortmund und im Münsterland.

Einstweilen versucht Lensing-Wolff durch ein neues Blatt-Layout vorhandene Leser zu binden und neue Leser zu gewinnen. Das hat er den Ruhrnachrichten, der Münsterschen Zeitung und Ablegern zum 1 Juli verordnet. Ruhrnachrichten Chefredakteur Wolfram Kiwit darf die optische Runderneuerung auf der Seite 1 in einer salbungsvollen Kolumne mit dem Titel “Gut durchgelüftet” vorstellen.
Die Münsteraner Redaktion überrascht derweil mit dadaistisch geprägten Einlagen. So heißt es in einer Bildunterschrift im Stadtteil Münster-Süd: Felizitas Schulte (l.) gibt die Leitung der Kita St.Martin zum 1. August an Felizitas Schulte ab.
Aber shit happens schon mal bei 35 Grad und wenn dann schon wieder Unruhe im Laden ist…
Und das haben die dollen Regio-Desks nicht gemerkt? Na, beim DO-Desk wäre das wahrscheinlich nicht passiert. ^^
[...] Medien: Angst bei den Ruhr Nachrichten…Medienmoral NRW [...]
[...] Die Angst geht wieder um im Haus Lensing-Wolff (Medienmoral NRW) – Nicht das neue Layout von Ruhr Nachrichten (RN) und Münstersche Zeitung (MZ) verängstigt die Redakteure – sondern anscheinend gibt es neue Umstruktierungspläne in dem Verlag, der dadurch bekannt wurde, dass die komplette MZ-Redaktion de facto rausgeschmissen wurde. [...]
Solidarität? Die gab es doch noch nie bei den RN.
Man kennt ja dieses System der RN, die auf junge Leute vor allem als Reporter in der Region setzen, die im wahrsten Wortsinn dort sind, wo es brennt. Online klappt das ja offensichtlich sehr gut. Wie’s in der Zeitung ausschaut, kann ich nicht beurteilen. Dafür schaue ich zu selten rein.
Wie man hört, bekommen diese Reporter aber lange kein Tarifgehalt. K.A. ob sie überhaupt als Redakteure eingestellt sind. Da fragt man sich, warum macht man diesen Knochenjob? Andererseits mangelt es bei uns in NRW ja übelst an adäquat bezahlten Alternativen.
Wenn es aber darauf hinaus läuft, dass den älteren Leuten im Redaktionsstamm nahegelegt wird, Platz zu machen, für diese neue Generation, ist das wahrlich unschön. Die Verleger und Geschäftsführer nutzen das Überangebot an qualifizierten Leuten auf dem Arbeitsmarkt scheinbar knallhart aus. Traurig.
@ ruhrpott-onliner “Verleger und Geschäftsführer nutzen das Überangebot an qualifizierten Leuten auf dem Arbeitsmarkt scheinbar knallhart aus”
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Wenn’ wenigstens das wahr wäre. In Wirklichkeit verabschieden die Verleger sich nach Möglichkeit von qualifizierten, erfahrenen – aber ihrer Meinung nach zu teuren – Leuten und setzen ahnungslose Youngster ein: Praktikanten, Schüler, Studis, auch Volontäre – die alle treu gläubig offen, dass sie irgendwann, wie der sprichwörtliche Frosch in der Milch, auf der Butter sitzen, wenn sie nur lange genug für ihren Hungerlohn strampeln.
Allerdings: Bevor ihnen das gelingt, fliegen sie wieder ‘raus und werden durch frische ahnungslose Youngster ersetzt. Und wer ist dabei noch der Dumme? Richtig, der Leser dieses “Qualitätsjournalismus”.
Da gibt es nur eins
Zeitung kündigen !
Steht eh kaum was drin ausser Sport und Politik
Was im Ort passiert, kaum eine Spur von
Aber die WAZ ist auch nicht besser
Die Jagd auf Redakteure bei der „Münsterschen“ geht weiter. Vor die Flinte sollen nicht nur die, die alt, teuer und frech sind,
sondern auch solche, die man sowieso schon lange los werden wollte.
Der Crash vom Emsdettener Newsdesk hat viel Geld verbrannt. Rache ist Blutwurst spricht der Herr aus Dortmund.
Also bald Steuerung aus Münster. Redaktionsleiter für Greven weg.
Zentralisierung, Steuerung von Münster / Dortmund
Bis jetzt gibt es für die auf der schwarzen Liste kein konkretes schriftliches Angebot, keine Zahlen, nur ungefähre Zeitfenster für den Rausschmiss. Der eine fliegt sofort, der andere demnächst, die dritte darf bei der Gehaltskürzung im Monatstakt zusehen….
Ach ja, und dann ist da noch das neue Redaktionsprekariat: die Redaktionsassistenten…
Die dürfen dann bald den Job machen. Ein seit drei Jahren in Münster bestens bekanntes Prinzip bei der MZ: jung, willig und vor allem billig. Nur verwunderlich, dass dabei noch Qualitätsjournalismus rauskommen soll.
nur weiter so. das machen die so lange, bis ihnen ihre zentralen steuerungen und desks so richtig um die ohren knallen. vielleicht hat die wr in dortmund am ende doch noch eine chance. haengt alles davon ab, welche redaktionsorganisationen aberwitziger sind. wie es scheint, haengt lensing sogar noch schickler ab. volle fahrt voraus auf den eisberg.
Wieso? Es knallt denen doch schon um die Ohren.
Zur Erinnerung:
http://djv-muensterland.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12:mz-loest-regio-newsdesk-auf&catid=1:news&Itemid=2
Steht der WAZ-Gruppe auch noch bevor. Diese Desks sind unbestritten prima im Mantel, weil so alle an einem Tisch arbeiten und EIN Produkt erstellen. Aber Lokalredaktionen an Desks zusammenzufassen, die NICHT zusammengehören, ist Humburg. Oder Hamburg ähh Schickleria. Weil die Arbeit hier wie da ohnehin gemacht werden muss, spart sowas auch weder Personal noch Geld, allenfalls durch den ständigen Ärger Leser. Oder Frank Fligge?
[...] Medien: Die Angst geht wieder um im Hause Lensing-Wolff … medienmoral [...]
Ich finde das Newsdesk-Prinzip auch im lokalen Bereich gut. Die Leser fahren schließlich auch über die Lokalausgabengrenzen, wenn sie abends noch etwas erleben wollen. Zentrale Planung stellt zum Einen sicher, das man sich “überlokal” austauscht (auch contentmäßig) und in engen Kontakt bleibt. Zum Anderen werden Seiten strukturiert geplant und gefüllt, vor allen Dingen Standardinhalte laufen so besser mit. Die Reporter vor Ort müssen sich nicht noch neben ihren Job Gedanken machen, wo sie jetzt was hinschieben und es endet nicht mehr so, dass erst wenn alle Texte da sind, jemand sich an die Seitenplanung macht.
Allerdings könnte der entscheidende Unterschied zwischen den erfolgreichen Desks und den gescheiterten Desk gewesen sein, dass man keine Leute aus der eigenen Mitte als Editor entsenden wollte und kein Vertrauen herrschte.
Die Personalpolitik im Hause Lensing betrachte ich durchaus zwiespältig. Fakt ist sicherlich, dass viele junge Leute voll der Hoffnung auf einen unbefristeten Vertrag sich abmühen, bloß damit nach zwei Jahren Endstation ist. Andererseits finde ich auch nicht, dass es so wirkt, als wäre eine unbefristete Anstellung nur Formsache, sondern man lässt sich sehendes Auge darauf ein.
Aber um zum “Aufmacher” zurückzukehren: Es ist gang und gäbe in der freien Wirtschaft, Industrie und auch im Beamtenwesen, dass jährlich Personalgespräche mit Leistungsbeurteilungen stattfinden! Da war Lensing extrem rückständig.
Und es glaubt ja auch wohl ernsthaft keiner, dass die Jobs ohne Leistungsbeurteilung sicherer wären.
Ach Dora, dafür brauchst du kein Newsdesk. Das klappt mit einem Producer in der Mitte ganz hervorragend und viel besser und mit den heutigen Systemen lässt sich problemlos Material aus benachbarten Ausgaben abgreifen. Zum einen und zum anderen schreibt man übrigens klein – vielleicht brauchst du ein Desk zur Korrektur deiner Texte…
“Die Leser fahren schließlich auch über die Lokalausgabengrenzen, wenn sie abends noch etwas erleben wollen.”
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Aber klar doch! Wenn ich abends aus dem Bergischen nach Köln zum Rock-Konzert fahre, dann muss ich am nächsten Tag natürlich auch unbedingt lesen, dass Kölner FDP jetzt einen Eilantrag gestellt hat, wonach die Stadtspitze verkleinert werden soll. Interessiert mich im Bergischen Land dann nämlich ungeheuer, das mit der Stadtspitze…
Selbstkritik übt Ex-Bundesarbeitsminister Norbert Blüm heute ich einem Interview mit den Lensing-Wolff-Blättern: Auf die Frage: “Was war ihr größter politischer Fehler in der Politik antwortet er: Ein Fehler war, dass ich befristete Arbeitsverträge erleichtert habe – in der Hoffnung, dass so Dauerarbeitsplätze früher und leichter zugänglich werden. Da war ich zu gutgläubig. Daraus ist ein regelrechter Wildwuchs auf dem Arbeitsmarkt entstanden, mit Mini-Jobs, Kurzzeit-Verträgen und Leiharbeit. Wenn das so weiter geht, ist das ein Rückfall zurück in die Zeit der Tagelöhner.”
Schade, dass diese Einsicht so spät greift, denn alle Tendenzen, die Blüm beschreibt, treffen auch auf den journalistischen Arbeitsmarkt und die Arbeitsverhältnisse im Medienhaus Lensing zu
Dumm gelaufen, wenn man von NRZ, WR oder WAZ zu den RN will.
@ochtrop
Es geht nicht darum, einfach einen Artikel rüberzukopieren, sondern die Zusammenarbeit sollte schon in der Planungsphase stattfinden und dabei kann man gegenseitig von Erfahrungen profitieren. Wie wird die mediale Berichterstattung bei Großereignissen aufgezogen, ist da zum Beispiel ein Thema, wo für mich die WAZ gegenüber der RN klar verliert. Wenn man ein Desk nur auf eine “paste und copy”-Station reduziert, geht man an Sinn und Zweck vorbei.
@Redaktor
Ein gutes Desk wird nicht einfach blind Artikel übernehmen, sondern gezielt einige auswählen – im Bereich der Pfarrgemeinden und ähnliches durchaus sinnvoll. Mancher Skandal ist nur für ein Dorf interessant, bei anderen hingegen kann man Bezüge zur ganzen Region herstellen. Sicherlich interessiert dann auch noch lange nicht jeden alles, aber die Kultur oder die Wirtschaftsseiten liest auch nicht jeder.
Generell ist mir bei der Lektüre beider Blätter parallel in den letzten Jahren aufgefallen, dass die WAZ bei wichtigen lokalen Themen allzu oft einen Tag hinterherhinkt – online wie offline. Stellt sich die Frage: Trotz oder wegen der Deskstruktur bei Lensing?
@brisko
Es war definitiv ein Irrglaube, dass man mit einem solchen gesetzlichen Rahmen den Zugang erleichtert. Sicherlich sind alternative Beschäftigungsformen per se nicht zwangsläufig schlecht, aber man müsste ganz andere Bedingungen dafür festsetzen – damit sich das Risiko dieser prekären Beschäftigungsverhältnisse finanziell lohnt für den Arbeitsnehmer, nicht für den Arbeitsgeber…
Träume süß, liebe Dora.
“Ein gutes Desk wird nicht einfach blind Artikel übernehmen, sondern gezielt einige auswählen”.
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Schön – aber genau dafür ist ein Desk so überflüssig wie ein Kropf. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da ging das so: “Hallo, wir haben hier die und die Geschichte, könnte für euch auch interessant sein.” Dann hat man den Artikel ins Postverzeichnis kopiert, die andere Redaktion hat sich’s herausgefischt, und gut war’s. Und schnell ging es auch.
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Was aber, bitte, soll ein entrückter, -zig Kilometer entfernter Regiodesk bringen, in dem Leute sitzen, die mit viel Glück gerade einmal wissen, wo diese oder jene Redaktion liegt, und bei denen sonst jegliche Ortskenntnis, jegliches Hintergrundwissen fehlt? Wie sollen diese Herrschaften Lokalnachrichten bewerten? Eben.
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Nein, machen wir uns nichts vor. Einziger Sinn und Zweck der Desks ist es, Redakteursstellen einzusparen. Und nun, da sich herausstellt, dass das aus den eben genannten Gründen in die Hose geht und letztlich Auflage kostet, können bestimmte Verlagsmanager nicht eingestehen, dass sie auf dem Holzweg sind. Deshalb die kläglichen Versuche, das ganze Fiasko mit dem Mantra vom “Qualitätsjournalismus” aufzuhübschen. So, wie man jetzt die IVW-Auflagenzahlen mit “Sonstigen Verkäufen” aufhübscht.
@Redaktor
Ob früher alles besser war, darüber lässt sich trefflich streiten. Sicherlich kam man so früher gut zurecht, aber “früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches. Da haben die bewährten Abläufe dann gut funktioniert. Aber die Deskstruktur wurde erst mit den schwinden der Auflage eingeführt, nicht umgekehrt.
Ansonsten wurden bei Lensing zuerst die Redaktionen gebeten, einen Editor zu entsenden. Eben, damit jemand mit Ortskenntnis zuständig ist. Aber es wurde keine Redaktion gezwungen. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Erfolgsquote des Desks umso höher ist, je mehr Lokalredakteure zu Editoren wurden.
Außerdem muss natürlich unterscheiden bei den Desks zwischen WAZ und Lensing, zudem gibt (und gab) es bei Lensing unterschiedlich erfolgreiche Desks, wie hinlänglich bekannt ist. Wenn Redaktionen und Desk sich bekämpfen, kann natürlich die Qualität nicht besser werden und auch die Effizienz leidet, anstatt sich zu steigern. Das bestätigt schlussendlich natürlich die Kritiker.
Und so gibt es in ganz Deutschland einerseits erfolgreiche Desks – wo alle an einen Strang ziehen – und Desks, die grandios scheitern oder schon gescheitert sind. Weil die Manager nicht überzeugen und mitnehmen konnten, weil das Desk schlecht konstruiert wurde, weil Editoren unfähig waren und weil Reporter um ihre Pfründe fürchteten.
“Sicherlich kam man so früher gut zurecht, aber “früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches. ”
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Bevor Du Dich beim Versuch, andere als Ewiggestrige darzustellen, hier noch mehr blamierst: “Internet” gibt es kommerziell genutzt bereits seit 1990, das World Wide Web, das Du vermutlich meinst, seit 1993. Lensing führte, wenn ich mich recht entsinne, die ersten Newsdesks dagegen erst 2007 ein. Dass WWW ist also mal so eben 17 Jahre älter als eure Newsdesks – soviel zum Thema “früher gab es auch noch kein Internet”.
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Geht doch nichts über eine profunde Halbbildung.
Das WWW … (ein s zuviel. sorry, zu schnell geschrieben)
@Dora
“Ansonsten wurden bei Lensing zuerst die Redaktionen gebeten, einen Editor zu entsenden. Eben, damit jemand mit Ortskenntnis zuständig ist. Aber es wurde keine Redaktion gezwungen. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Erfolgsquote des Desks umso höher ist, je mehr Lokalredakteure zu Editoren wurden.”
Peinlich, peinlich, peinlich.
Traurig, was die Ja-Sager um LL und WK hier verbreiten. Als ob die Redakteure damals freiwillig an die Desks gegangen wären.
Peinlich, peinlich und einfach nur ekelhaft, wie sich die Ja-Sager für PR-Texte dieser Art einspannen lassen, um den eigenen Status zu retten….
Ich verstehe nicht, was das jetzt soll. Dora macht doch auch hier genau das, was bei Lensing gewünscht ist. Worüber wunderst Du dich da noch?
…und ihr glaubt doch alle nicht, dass Dora eine Redakteurin ist? Ich habe da vielmehr jemand in Verdacht, der sich als ganz großer Desk-Zampano aufführt und Angst vor der Wahrheit hat.
Gut möglich. Die ganze Laufbahn dieses von dir Desk-Zampano genannten ist ja auf diesen Weisheiten aufgebaut. Von LL und WK installiert. Plappert das nach, was ihm die Medienmacher in den USA vormachen. Wie das dann bei Lensing so ist. Kein anderer ist eingeweiht, alle sind nur ausführende Organe, die das dann auch alles toll finden und angestrengt nach Beifall aus der Chefetage streben.
So ist es. Denn außer ihm und den paar Eingeweihten findet keiner die Desks toll. Aber er kann sich ja so gut selbstdarstellen. Applaus.
@Redaktor (zu Dora: ““früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches.”)
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Tja, und das Usenet, also “etwas ähnliches”, gibt es sogar seit schon 1979! Da waren unsere Verleger von Newsdesks noch so weit entfernt wie die Erde vom Mond, und selbst in den USA gab’s den ersten Newsroom erst 1994.
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Aber solche Medien-Experten wie “Dora” schreiben einfach mal drauflos, was sie sich so zusammenphantasieren und wie es ihnen in den Kram passt. Echte Sternstunden des Journalismus. Wenn die so an ihrem Desk arbeitet – naja. Wie sagt Dieter Nuhr so schön? “Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.”
@Alter Kollege
weiß nicht, alter Kollege. Kann gut sein, dass ochtrop auf der richtigen Fährte ist und Dora eben kein Redakteur sondern der Desk-Zampano ist.
Dem tust Du dann aber ein bisschen Unrecht. So viel Zeit für Bildung haben diese jungen Leute ja heute nicht mehr. Es gilt, direkt nach dem Abi die Karriere zu beginnen. Und wenn man dann noch von den entscheidenden Leuten gefördert wird….
Der Desk-Zampano gibt seinen Senf momentan ja gerade auch nicht ab. Vielleicht arbeitet er nun an der Tablet-Strategie des Verlags. Der große Bruder überm großen Teich und Axel Springer weisen ihm den Weg. Wird nur schwierig die Kunden zu finden, die für die aktuellen News vom Scheunenbrand am Lippestrand Geld bezahlen.
Seid nicht so naiv, @redaktor, @Alter Kollege und @ochtrop.
Bleibt lieber im Kontext: Natürlich gibt es das Internet schon lange, @Dora meinte natürlich die Entstehung von eigenen Newsseiten wie RN.de oder DerWesten.de etc.! Mit den Vormodellen hatte man ja keine Arbeit.
Diese Seiten gibt es nunmal erst seit dem von Dora genannten Zeitraum, inklusive der damit einhergehenden Erstellung von Bilderstrecken, Teasertexten, Videos usw. Aber damit beschäftigt ihr “70.000-Jahresbrutto-Oldies” euch ja sowieso kaum. Dann wundert euch nicht, dass ihr eher als geplant gehen müsst. Und nehm eure zwei Schreibmaschinenfinger gleich mit.
Meine eigene Kritik an den Desks sieht so aus:
Dort arbeitet pro Standort immer höchstens ein Kollege mit lokaler Kompetenz. Oft werden Freie jeden Tag an einen anderen Tisch gesetzt, was für die Reporter in den Redaktionen vor Ort doppelte Arbeit und Kontrolle bedeutet. Hat sich ein Volo nach
ein, zwei Tagen mit einer Redaktion vertraut gemacht, muss er an einem anderen Platz die Arbeit eines Kollegen übernehmen. Der, oder – noch schlimmer – sein Assi, ist ein paar Tage im Urlaub und schon brennt alles lichterloh.
Als Reporter zerreißt man sich, um schnell viele Fotos hochzuladen und angemessen zu betexten, am Desk vergisst der Assi dann, den Autorennamen reinzuschreiben. Oder er vergisst es nicht, haut aber einen peinlichen Fehler in die Überschrift. Durch die klare Aufteilung schauen sich die Reporter die Webseiten auch nicht an und so steht der Quatsch da Stunden.
Wie fast alle Geschäftsmodelle, lässt sich auch die Deskstruktur kritisieren. Generell bin ich aber nicht bereit mit festgefahrenen Kollegen darüber zu streiten, die sowieso gegen alles sind. Vor 20 Jahren war der Arbeitstag eben halb so lang wie heute (es gibt jedenfalls genug Kollegen aus der Zeit, die sich gerne damit brüsten). Jetzt wird eben mehr Power auf mehr Kanälen verlangt. Wer da nicht mehr mitspielt, wird ersetzt. Günstige, willige Nachfolger gibt es genug. Was sollen Sie auch tun, lieber arbeitslos sein?
Generell finde ich es unfair, dass hier Personen aus Redaktionen – auch wenn sie namenlos bleiben – klar erkennbar diffamiert werden. Besonders, wenn es Personen betrifft, die auch für das Personal kämpfen und längst nicht alles von oben so einfach abnicken wie ihr es hier beschreibt. Das war in der letzten Zeit zumindest meine Erfahrung.
@KPS “Aber damit beschäftigt ihr “70.000-Jahresbrutto-Oldies” euch ja sowieso kaum. Dann wundert euch nicht, dass ihr eher als geplant gehen müsst.”
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Ein leider immer öfter anzutreffender Charakterzug, den Sie da offenbaren. Aber erstens ist es nun wirklich nicht meine Schuld, dass die meisten Verleger und mit ihnen auch viele Journalisten das Internet schlicht erst einmal verschliefen. Zweitens nutze ich persönlich Usenet und BBS schon seit seligen XT-Zeiten. Da ich schon längere Zeit Unternehmer in einer anderen Branche und freier Autor zugleich bin, schwankt mein Jahresbrutto tatsächlich, allerdings oberhalb von 70000. Deshalb muss ich auch nirgendwo gehen. Vor allem muss ich niemandem nach dem Mund schreiben.
Wenn Sie hier verbreiten, dass früher der Arbeitstag nur halb so lang gewesen sei, dann wird solcher Unfug kaum auf eigener Erfahrung basieren. Besonders menschenverachtend ist aber Ihr Satz “Jetzt wird eben mehr Power auf mehr Kanälen verlangt. Wer da nicht mehr mitspielt, wird ersetzt.” Angesichts vieler Kolleginnen und Kollegen, die in Lokalredaktionen bis zur physischen und pschychischen Entkräftung arbeiten, halte ich diese Einstellung schlicht für eine Unverschämtheit. Auch Sie, “KPS”, werden älter, und vielleicht auch irgendwann öfter als jetzt krank – und dann auch “ersetzt”.
Ich weiß nicht, ob ich mit meinen Ansichten festgefahren bin. Ich weiß aber, dass ich mit bornierten Ellenbogentypen kein Großraumbüro der Welt teilen möchte. (Geschrieben mit ca. 350 Anschlägen/min.)
psychischen Entkräftung – sorry
@KPS aka Dora “@Dora meinte natürlich ”
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Was Dora “meint”, können wir nicht wissen (außer KPS aka Dora). Wir können nur wissen, was “Dora” schreibt. Und das war “früher gab es auch kein Internet.”
Ein Journalist sollte in der Lage sein, sich klar auszudrücken. Oder er sollte seinen Beruf wechseln.
@Redaktor “Dora meinte natürlich”
Es wird so sein: Die üblichen Verdächtigen am Westenhellweg tauschen sich aus und helfen sich gegenseitig beim Selbstmarketing. Diesmal eben im Blog.
Entlarvend ist es auch, dass Herr KPS die Newsdesks als “Geschäftsmodelle” ansieht. Damit wirft er in einem Nebensatz sittliche und moralische Grundsätze des Journalismus über Bord. Peinlich.
Fazit: So etwas schreibt ein Verlagsmann aus dem mittleren Management, aber kein Journalist.
Menschenverachtend – genau das ist es.
Wenn ich so einen speichelleckerischen Verlags-Sermon lesen muss, dann habe ich gleich noch viel weniger Lust, für die zu arbeiten.
@KPS
Ach, weißte Du, ich Schreibmaschinen-Oldie arbeite online, dennoch oder umso mehr kann ich die Desk-Modelle beurteilen. Richtigerweise beschhreibst Du ja, wie schief es damit läuft. Für so eine Zeitung, bei der ein Reporter oberflächlich vom Termin zu Termin hetzt, und irgendein Typ das lieblos zusammenbaut, würde ich keinen Cent ausgeben.
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Zudem lautet die mehrheitliche Argumentation ja so: Schafft die Desks ab, packt die Leute wieder in die Redaktion und lasst die Leute da selbst organisieren, z.B. mit Producern. Das kostet keinen Cent mehr, weil der Personalbestand gleich bleibt. Es sorgt aber für mehr Arbeitszufriedenheit und lokale Kompetenz = bessere Zeitung zu identischen Kosten.
PS: Hier werden Personen diffamiert, die sich für das Personal einsetzen? Dass ich nicht lache. Ich habe da jemand vor Augen, der sich aufbläst und wie ein kleiner Herrgott versucht zu regieren. Aber vielleicht meine ich ja auch jemand anders…
Ich möchte jetzt keine Haarspalterei betreiben. Aber wenn ich folgenden Abschnitt lese…
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“Ob früher alles besser war, darüber lässt sich trefflich streiten. Sicherlich kam man so früher gut zurecht, aber “früher” gab es auch noch kein Internet und ähnliches. Da haben die bewährten Abläufe dann gut funktioniert. Aber die Deskstruktur wurde erst mit den schwinden der Auflage eingeführt, nicht umgekehrt.”
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…dann lese jedenfalls ich daraus, dass der Verfasser oder die Verfasserin damit die allgemeine Konkurrenz durch das Internet auf dem Medienmarkt anspricht, die zum Schwinden der Zeitungsauflagen geführt hat (was ja auch stimmt).
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“Eigene Newsseiten” – gemeint waren damit vermutlich eigene Internet-Angebote der Verlage, denn Newsseiten hat eine Druckausgabe natürlich auch, wenn man einer verkorksten Liebe zu Anglizismen frönen will – sind selbstverständlich auch ohne Newsdesks für Lokalausgaben zu realisieren. Das eine bedingt ja nicht das andere, denn erfolgreiche Internetangebote gab und gibt es auch ohne Newsdesks.
@KPS “Dora meinte natürlich die Entstehung von eigenen Newsseiten wie RN.de oder DerWesten.de etc.”
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Selbst dann ist es noch grottenfalsch. Vielleicht solltest Du, bevor die in die Tasten greifst und munter drauflos fabulierst, erst einmal recherchieren: Internetangebote der WAZ-Zeitungen z.B. mit eigenen Web-Präsenzen der Titel gibt es nämlich bereits seit Juli 2000, also viele Jahre vor den Newsdesks dort!
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Übrigens haben wir uns auch seit 2000 äußerst gründlich mit Bilderstrecken, Teasertexten usw. befasst! Gern sogar, denn im Gegnsatz zu aller hier stattfindenden Verunglimpfung als sperrige, zweifingermaschinenschreibende Oldies setzten wir große Hoffnungen in das damals aus Sicht der Verlage noch neue Medium. Die wurden nur dadurch enttäuscht, dass das Internetangebot schon bald alle unsere Texte und Bilder am Vorabend kostenlos verramschte und es damit für manchen Leser sinnlos machte, sich am nächsten Tag noch eine gedruckte Zeitung zu kaufen.
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Was das aber mit der angeblichen Notwendigkeit von Newsdesks zu tun haben soll, weiß der Geier. Wenn ein meilenweit entfernt hockender Newsdeskler einen “peinlichen Fehler” in die Überschrift haut, dann tut er das damit auch im Internet. Toller Fortschritt. Wenigstens kann er da solchen blühenden Unsinn wie “Bundespräsident Lammert” noch stillschweigend ändern, wenn das Gelächter allzu laut wird.
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Wieso hier angeblich “festgefahrene Kollegen” schreiben sollen, “die sowieso gegen alles sind”, ist mir völlig schleierhaft. Es lässt sich auch aus dem Diskussionsverlauf nirgendwo ableiten. Ich lese hier fast nur Texte von Kolleginnen und Kollegen, die sich sehr engagiert für ihre eigene berufliche Zukunft, die Zukunft ihrer Zeitung und die ihres Berufsstandes einsetzen. Und da ist Kritik an offensichtlichen Fehlentwicklungen bitter nötig. Willfährige Claqueure waren noch niemals gute Journalisten. Oberflächliche Rechercheure auch nicht. Selbst wenn sie an Newsdesks hocken.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, regt euch nicht auf. Ist doch klar, dass hier auch Jubelperser auftreten. Sollen sie ruhig. Wenn’s schiefgeht, dann auch für sie.
Übrigens, was mir dadurch jetzt endlich bewusst wurde: Meine uralte Schreibmaschine, auf der ich mich immer lernresistent mit zwei Fingern abmühe, ist ja online! Ich schreibe ja gar nicht auf Papier! Dann muss das ja wohl ein Bildschirm sein, vor dem ich sitze, und doch kein Fernseher. Alles wegen diesem Internetz oder wie dieses neumodische Dings heißt.
Danke, danke, für diesen Erkenntnisgewinn! Man kann doch auch von Newbies und Jubelpersern etwas lernen.
Auch Formulierungen wie “Aber damit beschäftigt ihr “70.000-Jahresbrutto-Oldies” euch ja sowieso kaum” zeigen sehr deutlich, welch Geistes Kind Leute wie KPS und Dora sind. Es geht letztlich um Geld und “Gewinnoptimierung”, nicht um Journalismus, Inhalte und Qualität. Die “Jungen, Dynamischen” werden gegen die “70.000-Jahresbrutto-Oldies” ausgespielt, indem der Neid geschürt wird.
Ihr solltet Euch vor diesem Hintergrund vor Augen halten, wie lange die entscheidenden Leute bei Lensing bereits am Ruder sind. Neun Jahre sind eine lange Zeit. Denkt bitte mal darüber nach, was in dieser Phase alles passiert ist und wieviel Geld in dieser Zeit verbrannt worden ist. Da hätten sehr viele Leute 70.000 brutto im Jahr verdienen können.
Eigene Ideen und Konzepte? Fehlanzeige.
Die Jungen, die Dynamischen, die froh sind über ihren inoffiziellen 12-Stunden-Tag, die Leistung über soziales Verhalten und Solidarität stellen, die sich – keine Zeit für so’n Scheiss – schnell zwischendurch ‘nen Burger oder ‘ne Pizza mit Cola ‘reinhauen und auf Pausen verzichten, die von den anderen fordern, die Leistungsgrenzen zu überschreiten und auf Familienleben zu verzichten, die sich von der Hoffnung treiben lassen, irgendwann auserkoren zu werden für einen höheren Posten, mehr Gehalt und einen Dienstwagen, die kaltlächelnd über Leichen gehen und sich wünschen, ältere schnell und betriebsfreundlich zu entsorgen,
diese Jungdynamischen – werden auch älter.
Und sie werden staunend sehen, wie sie schon mit 40, 45 Lebensjahren überholt werden: von den neuen Jungdynamischen, die dann noch auskommen mit Burger, Pizza, ohne Pause und ohne Familie.
Nur einer reibt sich fein die Hände: Der, der mit seinen Leuten die Belegschaft so erfolgreich spaltete, um sein Konto fett zu füllen. Damit er keine Burger oder Pizza mit Cola fressen muss.
“Vielleicht solltest Du, bevor die in die Tasten greifst und munter drauflos fabulierst, erst einmal recherchieren”
Auch ein Aspekt: Der Newsdesk als Parkplatz für journalistische Blindgänger, die vor Ort nicht zurechtkommen würden, weil sie nicht einmal das kleine 1×1 der Recherche beherrschen. Naja, ein mieser Rechercheur und Schreiber kann immer noch ein passabler Layouter werden. Das Problem ist nur, dass die meisten Verleger den ND als Einsparungsmodell betrachten dürften. Übrig bleiben irgendwann nur noch die die dort beschäftigten Editoren, als passable Layouter. Den echten Journalismus besorgen dann die Freien als Zulieferer.
@KPS “Dann wundert euch nicht, dass ihr eher als geplant gehen müsst.”
Tun wir nicht. Wir wissen ja, warum. Weil ältere, erfahrene Kollegen den Sparfanatikern in den Verlagen zu teuer sind. Weil jüngere Kräfte für weniger oder, als Praktikanten, für gar kein Geld arbeiten. Weil Verlagsmanager oft keine Journalisten mehr, sondern Kaufleute oder, noch schlimmer, abgehalfterte Politiker sind. Weil diese Herrschaften glauben, dass sie den Auflagenschwund mit dem Rotstift bekämpfen können.
So passiert dann das, was man zurzeit verstärkt beobachten kann. Mit den älteren Kollegen verschwindet schlagartig ein Riesenfundus an Erfahrung und Hintergrundwissen, an Routine, Recherche- und Schreibqualität. Stattdessen landen schlecht redigierte Schüler-, Studi- und PR-Texte im Blatt. Wichtige Termine werden im Wortsinne nicht mehr wahrgenommen, weil deren Wichtigkeit schon im Vorfeld nicht eingeschätzt wurde. Reporter ohne Ortskenntnis werden für ein, zwei Stunden in Städte entsandt, die sie erst einmal per Navi suchen müssen. Und bei alledem soll der Leser noch mitmachen, soll diesen “Qualitätsjournalismus” kaufen? Warum sollte er so dumm sein?
Es gibt Regionen, in denen zeigt die überdurchschnittlich schlechte Auflagenentwicklung ganz klar, dass der Leser nicht so dumm ist. Er bestellt ab, basta. Und damit bestellt er auch irgendwann alle die ab, die das Werkzeug “Newsdesk” fälschlich für den Qualitätsjournalismus selbst gehalten haben, die froh waren, dass die “Oldies” gingen.
Wir Oldies, die wir leider ein paar – allerdings vergleichsweise wenige – Jahre zu früh gehen mussten, wir sehen uns das demnächst mit einigem Abstand an. Wir werden vermutlich leider sehen, wie dann auch die ehemals hoffnungsvollen und alerten Youngster, die ihr Berufsleben noch vor sich hatten, aus den letzten verbliebenen Redaktionen gekegelt werden.
Ganz ehrlich: Es wird uns leidtun um euch.
Hey, Leute, schaut doch mal, wie toll die Ruhrnachrichten mit ihren Desks arbeiten. DAS IST QUALITÄT:
http://www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/lokalnachrichten_dortmund/Manchester-City-in-Dortmund-gelandet;art930,987833
Zitate aus dem Liveticker zum Spiel BVB – Manchester:
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“Bisher keine Ahnung, wer dabei ist. Man sieht nichts.”
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“Die Spieler haben Dortmunder Boden unter den Füßen. Der Fotograf konnte aber nur den Flieger knipsen. Die Spieler haben sich für einen anderen Weg entschieden.”
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“Unser Reporterteam macht ganz klar viele Fotos, wenn die Stars am Flughafen ankommen. Die gibt’s später natürlich hier bei uns zu sehen.”
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Usw. Hat was von einer journalistischen Persiflage. Oder von fehenden 70.000-Jahresbrutto-Oldies mit Erfahrung und Vernunft.
Da hat man ein paar Tage keine Zeit hier hereinzuschauen und dann geht es hier richtig hoch her.
Werde jetzt nicht alles herausgreifen.
Jedenfalls bin ich nicht KPS, was man auch daran merken kann, dass ich einige Sachen anders sehe als er (oder sie?). Der große Deskzampano bin ich auch nicht (schön wärs, dann wäre mein Gehalt wesentlich besser, aber dafür arbeite ich auch paar Stunden weniger).
Und nun zum Thema Internet:
Die Erfindung des Internets liegt nun auch schon 40 Jahre zurück und zugänglich für jedermann ist es seit 20 Jahren, aber wir reden hier ja über das Thema Newsdesk, Zeitung und Auflage. Dazu möchte ich festhalten, dass das Internet erst mit den Neunzigern stärkere Verbreitung fand und erst in diesen Jahrtausend für alle preiswert und jederzeit zugänglich ist.
Erst diese Tatsache macht das Internet überhaupt zu einer nennenswerten Konkurrenz für die gedruckte Zeitung. Das beide hier diskutierten Medienhäuser schon lange im Netz aktiv sind (cityweb, westline usw.) will ich gar nicht bestreiten, nur war das vor der Jahrtausendwende doch ein eher kleinerer Nutzerkreis und auch wenn da einige Redakteure sich dort eingebracht haben, möchte ich hier ausdrücklich anzweifeln, dass in dieser Breite und Tiefe dort lokal berichtet wurde.
Um es noch einmal klar zu sagen: Das Internet ist erst seit relativer kurzer Zeit ein Massenmedium. Für die breite Masse gibt es das Internet erst seit gut zehn Jahren und deswegen halte ich meine Aussage, früher gab es das Internet nicht, durchaus für sachlich haltbar, wenn es natürlich auch eine verkürzte Darstellung ist (aber wir befinden uns hier nicht auf Wikipedia, sondern in einer Diskussion). Dementsprechend (auch durch Verschulden der Verleger etc) hatten die Lokalredaktionen es vorher auch nie auf dem Schirm und nun müssen Strukturen dazu geschaffen werden. Eine mögliche Variante ist das Newsdesk.
Entschuldigt die Exkursion in Sachen Internet, aber da es offenbar Verständnisprobleme in der Hinsicht gab, habe ich die nun hoffentlich ausgeräumt.
Nächster Punkt: Ich habe hier nie Personalabbau, Austausch von alten Redakteuren und so weiter als positiv dargestellt. Meine einzige Intention war, dass ein Newsdesk nicht per se schlecht ist, wenn es mit Leuten besetzt wird, die sich vor Ort auskennen. Die Diskussion, wie die nötigen Leute dahin kommen, ist dann völlig abgedriftet, aber gut.
Ich möchte dann abschließend noch einmal zusammenfassen sagen:
Wenn ein Newsdesk
1) mit lokalkompetenten Leuten als Editoren und
2) mit Kontinuität bei den Assis (also nicht jeden Tag ein anderer Assi, wie es ja leider der Fall ist, sondern festangestellte Assis) besetzt ist und
3) die Lokalredaktion mit Assi und Editor zusammenarbeitet
können diese wesentlich besser Material für alle Kanäle produzieren – in hoher Qualität!
Und da können mich jetzt gern einige beschimpfen, ich bleib dabei, nicht das Deskkonzept ansich ist schlecht, sondern die Umsetzung und vor allen Dingen das Personalmanagement.
@ Dora “Das Internet ist erst seit relativer kurzer Zeit ein Massenmedium. ”
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Das Internet mit seinen Kommunikationsmöglichkeiten ist auch, wenn es massenhaft als Medium genutzt wird, kein Massenmedium, denn es ist ja gerade keine einseitige technische Kommunikation, sondern kann individuell genutzt werden. Die Sorge, dass neue Medien die traditionellen ersetzen, ist so alt wie unbegründet: Die Schrift hat die mündliche Weitergabe nicht verdrängt und die Presse auch nicht den Brief.
Tja Dora, schon wieder daneben gegriffen.
Denn es besteht eigentlich weitgehend Einigkeit darin, dass DAS Internet kein Massenmedium ist. Es ist ein offener Verbund von Computernetzwerken, es ist interaktiv und unterscheidet sich auch insofern von den tatsächlichen Massenmedien, als diese Aufmerksamkeit erzwingen können und direkt einen gesellschaftlichen Wissenshintergrund generieren.
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Die Hauptnutzungen des von Dir fälschlich in toto als Massenmedium betrachteten Computerverbundes sind nach wie vor allem E-Mail, Newsgroups, Chats und folgende zehn Internetangebote: Google, YouTube, Ebay, Yahoo!, Wikipedia, StudiVZ, Gmx.net, Web.de, Amazon und SchuelerVZ. Diese Anwendungen, beinahe jede mit nahezu 100prozentiger Eigenschaft als interaktivem Kommunikationskanal oder, wie bei Wikipedia, als lexikalische Anwendung, haben die Steigerung bei den Nutzerzahlen verursacht. Es liegt auf der Hand, dass diese Nutzungen mit einem “Massenmedium” nicht viel gemein haben. Niemand würde “Google” oder “Ebay” oder “Wikipedia” ernsthaft als Massenmedium ansehen.
Das Internet ist also vor allem Kommunikationsplattform und Vertriebskanal – übrigens der mit den höchsten Steigerungsraten. Es erfordert daher eine eine differenzierte Betrachtung. So gibt es im Internet zwar vereinzelt Angebote, die die Kriterien eines Massenmediums erfüllen können, dazu gehört auch das Videostreaming. Diese Angebote haben jedoch nicht (siehe oben) die erheblichen Steigerungsraten verursacht. Fazit: “Fernsehen” ist ein Massenmedium. “Internet” nicht. Auch nicht seit kurzem.
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Wenn der von Dir vermutlich gemeinte Aspekt Relevanz haben soll, dann kann es überhaupt nur um die Nutzungen einzelner Nachrichtenportale gehen. Aber selbst dort müsste man aus den PI’s natürlich zwecks Betrachtung der rein journalistischen Funktion die meisten WEB2.0-Inhalte, Blogs (ja, auch dieses hier ist kein “Massenmedium”), Spielangebote usw. herausrechnen.
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Nachdem Du nun die überaus unsinnige Aussage “früher gab es noch kein Internet” ein wenig relativiert hast, solltest Du dennoch künftig zunächst wenigstens etwas recherchieren, bevor Du hier den Medienexperten gibst.
Recherchieren? Kann er/sie nicht. Sitzt ja als Große(r) am Desk.
@Dora “Für die breite Masse gibt es das Internet erst seit gut zehn Jahren” … Dementsprechend (auch durch Verschulden der Verleger etc) hatten die Lokalredaktionen es vorher auch nie auf dem Schirm und nun müssen Strukturen dazu geschaffen werden.”
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Unfug und sachlich falsch.
1. “Internet” gibt es als Angebot der Verlage schon viele Jahe länger als die Newsdesks. Deshalb hatten es die Lokalredaktionen vorher sehr wohl auf dem Schirm. Und deshalb müssen müssen auch nicht “nun” erst Strukturen (in Form von Newsdesks) dafür geschaffen werden.
2. Internetangebote können sehr gut ohne Newsdesks erstellt und bedient werden. Um redaktionellen Content zu integrieren, sind in erster Linie Web-Content-Management-Systeme und ein entsprechender Workflow innerhalb der Redaktionssysteme erforderlich. Das bedingt aber nicht das Vorhandensein von Newsdesks. Wichtig sind vielmehr eigene Internet-Redaktionen, die dann auch für User-generierten Content verantwortlich sind (Diskussionen, Moderation).
“… Internet erst seit gut zehn Jahren”.
Dora, hör’ auf! Spiegel Online gibt es seit 1994, “Die Welt” ist seit 1995 online, die RP seit 1996.
“Wir befinden uns hier nicht auf Wikipedia, sondern in einer Diskussion”.
Und da darf man ruhig schlampig formulieren, damit es irgendwie in den Kram passt. Na klar. Wir müssen Dich dann aber auch nicht mehr ernst nehmen.
http://www.grevenerzeitung.de/lokales/neuenkirchen/Internetwelle-um-einen-zerstoerten-Blumenkuebel;art997,990767
es wundert mich ein wenig, dass W&V erst jetzt über den Start der neuen Immobilienbeilage Immomia aus dem Hause Lensing-Wolff (Ruuhrnachrichten/ Münstersche zeitung) berichtet, der Start war ja schon am 27. Juli, wenn ich mich nicht irre, interessant die Information, dass allein die Werbekampagne für das neue Produkt einen Betrag im “deutlich sechsstelligen Bereich” gekostet hat, da wird also noch mal Geld in die Hand genommen
http://www.wuv.de/nachrichten/medien/lensing_hilft_bei_immobiliensuche
McLensing produziert weiterhin Qualitäts-Desk-Ware am Stück:
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http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article8843908/Zerbrochener-Blumenkuebel-ist-der-neue-Star-im-Web.html
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So wird’s gemacht: Nachrichten, die innerhalb einer kleinen Kommune interessieren, via Twitter unbedingt in die weite Welt pusten, wo sie den Sack Reis verdrängen. Dann erntet man auch Hohn und Spott. Da sieht man einer mehr die Vorteile der crossmedialen Newsdeks beim Lensing, tschuldigung der Regio-MS oder DO-Desks.
Es gibt auch schon Apps für das iPad heutzutage von führenden Medienhäusern, trotzdem wird momentan noch keiner von einer massenhaften Nutzung sprechen. 2000 war nur jeder achter Deutscher überhaupt online, letztes Jahr surfte schon fast jeder zweiter Deutscher täglich durch das Web.
Das Internet kann je nach Nutzung Massenmedium sein, muss es aber nicht. Das ist ebenfalls Konsens.
Eine Medienexpertin bin ich sicherlich nicht und habe ich auch mit keiner Silbe behauptet.
Ansonsten setze ich in Diskussionen darauf, dass der Diskussionspartner an einer sachlichen Diskussion interessiert ist. Da das aber nicht allgemeiner Konsens zu sein scheint, ziehe ich mich nun zurück. Es ist sowieso eigentlich viel zu riskant hier mitzudiskutieren, wenn man an seinen Job hängt.
Wenn die Blogbetreiber Lust und Zeit haben, würde ich übrigens mal an Ihrer Stelle die IP-Adressen auswerten hier im Beitrag, ich glaube, das könnte wirklich interessant werden.
“Wenn die Blogbetreiber Lust und Zeit haben, würde ich übrigens mal an Ihrer Stelle die IP-Adressen auswerten hier im Beitrag, ich glaube, das könnte wirklich interessant werden.”
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Mein Gott, bei soviel Ahnungslosigkeit bleibt einem wirklich die Spucke weg.
“war nur jeder achter Deutscher … surfte schon fast jeder zweiter Deutscher … viel zu riskant hier mitzudiskutieren … wenn man an seinen Job hängt … an Ihrer Stelle…”
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Vor allem sollte man nicht derart viele Fehler fabrizieren, wenn man an seinen Job hängt
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Die IP-Adressen sind bestimmt interessant. Meine ist im Moment 194.154.227.109 (Slowakei) – nee, halt, jetzt lautet sie 203.174.87.18 (Singapur). Viel Spaß damit.
Für alle, die sich jetzt wundern, und natürlich für unsere glorreiche “Internet-Expertin” Dora: https://www.foebud.org/datenschutz-buergerrechte/vorratsdatenspeicherung/privacydongle/index.
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Aber selbst ohne Tor: Schon mal etwas von dynamischer Adressierung gehört, Dora?
“Eine Medienexpertin bin ich sicherlich nicht und habe ich auch mit keiner Silbe behauptet.”
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Schreibexpertin wohl auch nicht.
Ich verstehe nicht, warum man sich hier als Einzelperson persönlichen Angriffen aus allen Ecken erwehren muss, nur weil man sich erlaubt, eine andere Meinung zu haben als die meisten
Dauer-Kommentierer.
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Und nein, ich bin nicht “Dora” und auch nicht zwangsläufig ihrer oder seiner Meinung.
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Aber man sollte hier schon diskutieren und seine Meinung sagen dürfen, ohne angegriffen zu werden – selbst wenn diese Meinung nicht den hier üblichen negativen Unterton hat.
Meinungen sollten respektiert werden, richtig. Es sollten aber auch Sachverhalte richtig wiedergegeben und nicht frisiert werden, weil sie dann besser zur Meinung passen. Das ist hier beim Aspekt Internet leider sehr deutlich geschehen, um ihn zur Voraussetzung des umstritteten Newsdesks aufzubauen.
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Nicht über eine andere Meinung, sondern in erster Linie über die permanente Klitterung der Fakten haben sich hier Kolleginnen und Kollegen geärgert. Zu Recht.
Es ist beschämend für den Journalismus wenn man in den vergangenen Wochen sieht, welche abstrusen Wellen die “Geschichte” mit dem umgeworfenen Blumentopf geschlagen hat. Das DER SPIEGEL jetzt in der letzten Ausgabe auch noch hergeht und den Newsdesk-Chef dazu befragt und der ganz staatsmännisch seinen Salmon dazu gibt und allen Ernstes behauptet, dass das doch bitteschön ins Blatt gehörte ist einfach nur frech. Um Eure Blätter zu füllen, fahrt rum und recherchiert ordentlich. In jeder Stadt wird es genug Fälle geben wo seitens der Kommunen das Geld nur so verplempert wird aber andererseits gejammert wird, wie pleite sie doch sind. Oder nehmt immer wieder Kik ins Visier, was ihr aber wahrscheinlich von der Verlagsleitung nicht dürft, weil dieser Mensch ganzseitige Anzeigen in Euren Blättern schaltet.
Vor allem hat er nicht gemerkt, dass die RN wegen dieser Top-Story nur veräppelt werden.
Offenbar gab es schon die ersten Kündigungen im Hause Lensing-Wolf. Was das Perfide ist: In den vergangenen Jahren hat der Verlag die einzelnen Lokal-Blätter in kleine Verlage zerlegt. Dadurch umgeht man die Sozialauswahl und in vielen Fällen auch die Abfindung. Zumindest muss man für die Abfindung vor Gericht ziehen. Sonst gibt es gar nichts. Ich frage mich nur, wie ein Verlag mit solch einer Billig-Strategie überleben kann. Ich glaube es nicht.
Na, gar nicht. Erst werden sie in Münster vor die Hunde gehen und danach kauft Hombachs Nachfolger den Rest in Dortmund auf, nachdem die Rundschau entsorgt worden ist.
@Medien2010
Sermon, nicht Salmon hat er staatsmännisch dazugegeben. Beim Sermon handelt es sich um Verkündigung einer Glaubensweisheit, bei Salmon im günstigen Falle um Forellen oder Lachse, im ungünstigen um Bakterien. Und das mit den Bakterien wollen wir dem Kollegen Newsdesk-Chef doch noch nicht unterstellen…
SCNR
Beim „Heimspiel“, der beliebten Lokalsportbeilage für die Kreise Münster und Warendorf der Münsterschen Zeitung (MZ), wird es zu einem „nicht unerheblichen Einschnitt kommen … der auch ein bisschen weh tut“, wie Herausgeber Andreas Teipel im Vorwort der heutigen Ausgabe schreibt. Statt 40 mal im Jahr, wie bislang, soll „Heimspiel“ zukünftig nur noch 10 mal im Jahr als gedruckte Beilage der MZ erscheinen. Es werde eine Umgewichtung vom gedruckten Heft hin zur Internetseite heimspiel-online.de geben. Sicher ein herber Verlust für alle am Lokalsport interessierten Münsteraner, die sich online auch schon über http://echo-muenster.de/ und die Internetseiten der beiden Lokalzeitungen über das lokale Sportgeschehen informieren können…
Im Stellenteil der Münsterschen Zeitung (und vermutlich auch der Ruhrnachrichten) findet sich heute eine Stellenanzeige, in der das Medienhaus Lensing zur Verstärkung des Bereichs Logistik/ Zustellung einen Projektmanager (m/w) sucht. Natürlich zunächst befristet auf zwei Jahre. Zu dessen (oder deren) Aufgaben soll es gehören, zukunftsfähige Entlohnungsmodelle im Bereich Zustellung zu entwickeln. Da hätte ich gleich einen Vorschlag parat, einfach den Lohn pro verteiltem Exemplar um zehn oder noch besser 20 Prozent anheben, für die Menschen, die sich mitten in der Nacht aus dem Bett quälen, um uns bei Wind und Wetter die Zeitung zu bringen
@Bote
Wahrscheinlich wird es genau umgekehrt laufen.
@Bote
Naja, die verdienen immerhin noch mehr als die Volos.
@Uru
Das kann eigentlich nicht sein, laut derzeit geltendem Tarifvertrag für Redakteurinnen und Redakteuren an Tageszeitungen müsste ein Volontär im 1. Ausbildungsjahr wenn er älter als 22 Jahre ist 1.755 Eurp verdienen und 2. Ausbildungsjahr 2.034 Euro. Ich kenne keinen Boten, der so viel Geld verdient
Nach dem Geschmack von LW wäre es doch bestimmt, den jetzigen Vertrieb ohne Vorwarnung über Nacht zu entlassen. Die Arbeiten könnten dann freie Handelsvertreter übernehmen und die Boten bekämen nur noch Geld pro korrekt ausgelieferter Zeitung, also Abzüge für Fehlwürfe, keinen Urlaub und kein Krankengeld. Ach, aber nein, das wäre bestimmt immer noch nicht innovativ genug…
@ochtrop: “erst werden sie in Münster vor die Hunde gehen und danach kauft Hombachs Nachfolger….”
So oder ähnlich wird es kommen. Es ist allgemein bekannt, dass LL nur widerwillig aus den USA nach Deutschland gekommen ist, um sein Erbe anzutreten.
Wenn er mit seinen neoliberalen Adlaten und den “Jungen, Dynamischen” das Erbe an die Wand gefahren hat, dann kann er endlich verkaufen und die Rückreise antreten.
@Bote
Lensing-Volos werden nicht nach Tarif bezahlt. Mehrere 100 Euro drunter.
@Uru
Nach meinen Recherchen sind´s 950 Euro Differenz.
Ach, dann stimmt das gar nicht, dass die Volos vorher auch die Zeitungen austragen müssen…?
@uru mehrere hundert Euros drunter! da bleibt einem ja die Spucke weg, wie weit soll sich denn die Lohnspirale in den journalistischen Berufen noch nach unten drehen?
@Bote
Geld selber mitbringen.
@hahaha. ja ja Humor ist, wenn man trotzdem lacht, aber wenn das das Ende vom Lied ist, dass wir alle kollektiv im Nichtstun verharren und tatenlos zugucken, wie sich unsere Arbeitswelt wieder in ein frühkapitalistische Arbeitswelt verwandelt, wo wir gedacht haben, die wäre für immer überwunden, dann gute Nacht Freunde, dann sind die Arbeitnehmer nur noch willfährige Objekte der Arbeitgeber, die einseitig die Bedingungen der Erwerbsarbeit diktieren, ungebremst, ohne irgendeine Form von kollektiver Gegenwehr, da wird flexibilisiert, dass die Heide wackelt, Personal nach Belieben hin- und verschoben, eingestellt, ausgelutscht und wieder weggeschickt. Begriffe wie humane Arbeitsbedingungen, Sozialpartnerschaft. Mitbestimmung oder Tariftreue sind da doch längst Relikte aus einer schon lange vergessenen Zeit
Das Medienhaus Lensing scheint den gleichen Fehler machen zu wollen, wie ihn auch schon die WAZ-Mediengruppe gemacht hat. Bei den Ruhrnachrichten sollen offensichtlich sämtliche Geschäftsstellen bis zum Ende diesen Jahren schließen, die Leser sollen sich dann an das verlagseigene Callcenter WestCall mit ihren Anliegen wenden. Mit den Mitarbeitern der Geschäftsstellen wurden schon oder werden noch Personalgespräche geführt. Für die Schließung der Geschäftsstellen, der wieder einen weiteren gefährlichen Verlust lokaler Nähe der Tageszeitung bedeutet, soll einmal mehr der bekannte „Zwang“ zur Kostenreduzierung angeführt worden sein
[...] Medien II: Schließen Ruhrnachrichten sämtliche Geschäftsstellen? … medienmoral [...]
Eine Schließung der Geschäftsstellen wäre doch nur konsequent. Die Braut muss hübsch gemacht werden.
Kompetenz raus, billig rein – dieses Ziel wird seit Jahren erfolgreich verfolgt. Starke Kollegen werden gegangen – gerade erst im Doppelpack in der Dortmunder Lokalredaktion. Zurück bleiben die schwachen, willfährigen Festangestellten und ein stetig steigender Pool an Unternehmern, die sich für 10 Euro brutto die Stunde prostituieren. Mit Qualität hat das schon lange nichts mehr zu tun. Ist aber auch nicht die Maßgabe.
Kein Wunder also, dass sich gerade von den Ruhr Nachrichten immer mehr Leser abwenden. Noch nicht einmal, weil man Zeitung nicht mehr für haltenswert hält. Eher weil immer mehr es tatsächlich nicht mehr mit sich vereinbaren können, solch ein System durch ein monatliches Abonnement zu unterstützen. Hier haben die Redaktionsschließungen in Gladbeck und Bottrop (2006) sowie in Münster der Redaktionsaustausch (2007) dazu beigetragen, dass andere Medien der Öffentlichkeit zumindest ein bisschen davon nahe bringen konnten, was hinter den Mauern der RN vor sich geht.
Prostituieren? Quatsch. Ich verteile denselben kalten Kaffee für durchschnittlich 20 Euronen pro Termin an drei bis fünf Billigheimer. Dann stimmt’s wieder.
@ Betschwester “Kompetenz raus, billig rein – dieses Ziel wird seit Jahren erfolgreich verfolgt.”
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Erfolgreich geht anders. Seht euch mal die IVW-Zahlen von Blättern an, wo eine sattsam bekannte Unternehmensberatung riet, “Synergien” zu nutzen und erfahrene, aber, weil ältere, teure Kollegen en Gros hinaus-abfinden ließ. Der Leser – von dem es ja nach wie vor nur recht diffuse Vorstellungen in Redakteurs- und Verlegerköpfen gibt – scheint eben doch zu bemerken, was da hinter den Kulissen seiner Zeitung abgezogen wird. Und irgendwann bestellt er ab, wenn ihm gnadenlos dumme Fehler, oberflächlich redigierte PR-Texte und Artikel auf Schülerzeitungsniveau auf den Keks gehen.
Es nützt eben überhaupt nichts, gebetsmühlenartig vom Qualitätsjournalismus zu predigen und den Redaktionen gleichzeitig jegliche dafür notwendige Grundlage zu entziehen. Auch wenn man den Qualitätsabbau unter Schaumgebirgen wie “wir konzentrieren uns auf unsere Kernkompetenzen in einer kleinen, aber schlagkräftigen Redaktion blablabla…” zu verbergen sucht. Dieses dümmliche Politikergeschwafel muss selbst einen mit nur mäßiger Intelligenz austatteten Leser ankotzen, wenn er gleichzeitig bemerkt, dass seine Zeitung schon wieder dünner geworden ist.
… ausgestatteten Leser…
Sorry