Die Angst geht wieder um im Haus Lensing-Wolff

Als Lambert Lensing-Wolff am 19. Januar 2007 die komplette Redaktionsmannschaft der Münsterschen Zeitung von jetzt auf gleich vor die Tür setzte, um sie durch Jüngere zu ersetzen, handelte er sich bundesweiten Protest und öffentliche Schmach ein. Jetzt will der Dortmunder Verleger (Ruhr Nachrichten) offenbar seinen Laden wieder ummodeln – und bedient sich der subtileren Art. Wie jetzt bekannt wurde, sind schon vor Wochen mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Medienhaus Lensing Einzelgespräche geführt worden oder werden noch geführt. Das Kalkül: Wer uns lieb ist, kann bleiben, wer älter und zu teuer ist, kann gehen. Neueinstieg nicht ausgeschlossen, mit anderen Verträgen zu anderen Konditionen. Wenn man wieder lieb ist. Angst und Unsicherheit schüren, mürbe machen, ja keine Kollegialität oder gar Solidarität aufkommen lassen… Die Angst geht um in Dortmund und im Münsterland.

185 Antworten zu “Die Angst geht wieder um im Haus Lensing-Wolff”

  1. Hodo Bombach sagt:

    @Medienmoral „Wir stellen Kommentare offline, wenn sie nicht unseren Regeln entsprechen.“
    .
    Übrigens bin ich der Meinung, dass dies durch Medienmoral sehr vernünftig und tolerant gehandhabt wird. Da gibt es im Printbereich einige mir sehr gut bekannte Medien, in denen werden Nachrichten über dem Verleger missliebige Sachverhalte aus weitaus geringeren Anlässen unterdrückt.

  2. Medienmoral sagt:

    @Hodo Bombach
    Danke! Das ist doch mal ein schönes Kompliment.

  3. Watsolls sagt:

    @Hodo Bombach
    You just made my day!

  4. bsirske sagt:

    @unfassbar
    Der SZ-Redakteur ( ist es überhaupt einer?)Detlef Esslinger, der das Interview mit den verdi-Vorsitzenden schrieb, hat nicht nur sein Erinnerungsvermögen verloren, was die Geschichte von Journalistenstreiks angelangt, er hat auch bewußt vergessen, daß er selber von den letzten Journalistenstreiks profitierte. Seine Gehaltserhöhungen, Steigerungen oder Erhalt der Sozialleistungen hat er seinen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, die auch für ihn auf die Straße gegangen sind.

  5. geronimo sagt:

    @Tilsner, na dann, sag ich nur, hat der gute Herr Tilsner nach nuechterner Suche im medialen Moeglichkeitsraum, ein paar Tatsachen entdeckt oder besser gesagt wieder ausgebudelt, die in der Tat, nicht nur heute Bestand haben werden. Das ist doch schon was. Gerade als Oldie der IT-Zeit, empfinde ich es als grossen Genuss, meine „Zeit“ langsam; die vertrauten Geraeusche verursachend aufzublaettern und in ihr immer wieder zu stoebern.

    Vielleicht ziehe ich deshalb Buecher, den I-Pads vor.

  6. Arno Tilsner sagt:

    Genau gesagt war es so, dass pixelbook-4-you Uli im Rahmen einer Mailaktion erreicht hat, weil sie ihre ca. 800 Mails täglich spam für spam durchguckt und nicht – wie ich – automatisch in den Papierkorb lenkt. Diese leitete sie mir weiter, wir schauten uns die Beispiele an und den Preis von weniger als 50 EUR pro Heft. Für uns war damit die Entscheidung für das Pixelbook gefallen. Nicht so für den Administrativen-Komplex. Auf dem nadann-Server bauten sich die seit mehr als einem Jahrzehnt bekannten Hürden auf. Warum so, warum nicht anders und warum überhaupt. In mir begann eine Wutt zu kochen, vor Allem nach einem ganzen Tag, an dem ich versucht hatte ein Test-Heft auf den Server zu tricksen. Dem Server hatten die Admins den passenden Zugang verrammelt, im Gegenzug verweigerte das Pixelbook im zugänglichen Verzeichnis den Dienst. Also zog ich einen virtuellen Server bei 1&1 aus dem Hut, schrieb der denic die Domaine nadann-das-heft.de in ihr Verzeichnis und packte das auf die neue Domaine lizensierte Beispiel dem Server ins passende Verzeichnis. Bingo, funzt! Auf dieser Grundlage zeigen wir in dieser Woche die erste Blätterausgabe der na dann… . Was ein Admin schwer für möglich hielt: das Blätter-Heft kommt an. Offenen Zuspruch für ein web-feature habe ich so (ca. 10 von ca. 200, die es gesehen haben) noch nicht bekommen. Die na dann… zum Blättern im Netz entsteht übrigens – ohne weiteres Zutun auf unserer Seite – aus den Pdf-Daten, die zum Ausschießen der Druckbogen verwendet werden.

  7. domke sagt:

    es geht doch nichts über eine gut besetzte Führungsriege in einer Zeitungsredaktion: Seit etwa Mitte März hat die Münstersche Zeitung Medien Gmbh & Co KG vier (!) Geschäftsführer. Zu den bisherigen Geschäftsführern, dem Chefredakteur Stefan Bergmann und dem Verlagsleiter Hildebrandt gesellen sich nun auch noch der Wolfram Kiwitt (Chefredakteur der Ruhrnachrichten in Dortmund) und der Newsdesk-Leiter Ulrich Breulmann, na hoffentlich weiß da noch der eine Chef was der andere tut….

  8. Thomas sagt:

    @domke
    Interessant. Vielleicht ist das ja die neue Strategie. Ein Verhältnis Geschäftsführer : Abonnenten von 1:500. Da ist die persönliche Betreuung in und um Münster gesichert. :-) :-) :-)

  9. Arno Tilsner sagt:

    @domke
    Man kann die doppelte Doppelbesetzung auch so interpretieren: wenn mit Herrn Kiwitt und Herrn Breulmann zwei Geschäftsführer hinzuberufen werden, könnte das ein Schritt sein, um etwas später die Herren Bergmann und Hildebrandt als Geschäftsführer abzuberufen. Herr Bergmann ist mit dieser Art Rochade bestens vertraut, da er genau in diesem Verfahren zum Chef-Redaktor hochgespült wurde. Mit Herrn Kiwitt als Geschäftsführer geht die Leitung der MZ nach Dortmund, wo sie – aus dem Blickwinkel des Mittelzuflusses – auch hin gehört. Herr Breulmann macht von Münster aus den regionalen Desk von Münster bis Gronau. Die Herren Bergmann und Hildebrandt bekommen einen neuen Job.

  10. Arno Tilsner sagt:

    Dr. Wolfram Kiwit mit einem „t“.

  11. Thomas sagt:

    Meedia: IVW-Auflagen in den Bundesländern: Regionalzeitungen verlieren erneut massiv:
    http://meedia.de/nc/details-topstory/article/regionalzeitungen-verlieren-erneut-massiv_100034423.html

  12. alleswirdteurer sagt:

    Die Münstersche Zeitung hat heute angekündigt, den Bezugspreis zum 1. Juli 2011 auf 26.30 Euro und im Postbezug auf 29, 80 Euro zu erhöhen. Ähnliches werden vermutlich auch die Ruhrnachrichten gemacht haben. Im Gegenzug wollen sich Verlag und Redaktion mit „einer täglich informativen, stes aktuelen und unterhaltsamen Zeitung“ bedanken. Na, da hoffen wir mal das Beste!

  13. zeilenschinder sagt:

    Die konkurrierende WAZ-Gruppe erhöht auch ab 1. Juli. Ist natürlich ein zeitlicher Zufall.

  14. Anonymous sagt:

    Die Loyalität zum Verlagshaus und der Chefetage hatte bei der Belegschaft von Lensig schon immer Priorität, Solidarität mit den Berufskollegen war und ist nicht gefragt. Aus aktuellem Anlass startet daher heute die Aktion „Kein Klick für Lambert“. Bis einschließlich 31.08. werden Berufskollegen, Freunde, Familien und Bekannte gebeten, die Online-Angebote der Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung und Münsterland Zeitung nicht mehr zu besuchen. Wir danken Euch für Eure Solidarität!

  15. Pottblog sagt:

    Links anne Ruhr (11.08.2011)…

    Bochum: Die Lust am Freiluft-Naschen bei Bochum kulinarisch (DerWesten) – Der Bochumer Boulevard ist voll! Gelsenkirchen: Versuchter Polizistenmord in Bulmke-Hüllen. (Gelsenkirchen Blog) – Dortmund: Stadt sucht neuen Direktor für …

  16. Anonymous sagt:

    Bis einschließlich 31.08. läuft die Aktion “Kein Klick für Lambert”. Berufskollegen, Freunde, Familien und Bekannte werden gebeten, bis dahin die Online-Angebote der Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung und Münsterland Zeitung nicht mehr zu besuchen. Wir danken Euch für Eure Solidarität!

  17. Anonymous sagt:

    Wir wünschen allen Berufskollegen eine erfüllende Arbeitswoche! Immer daran denken: Bis einschließlich 31.08. läuft die Aktion “Kein Klick für Lambert”. Berufskollegen, Freunde, Familien und Bekannte werden gebeten, bis dahin die Online-Angebote der Ruhr Nachrichten, Münstersche Zeitung und Münsterland Zeitung nicht mehr zu besuchen. Wir danken Euch für Eure Solidarität!

  18. St. Lambertus sagt:

    Jahrestage sind auch Zeitpunkte des Erinnerns. In diesem Fall denken wir also an das unternehmerische Versagen eines armen Gesichts:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,461628,00.html

  19. gutenachricht sagt:

    die gute Nachricht, bei brief+mehr in Münster, das ebenfalls zum Medienhaus Lensing gehört, gibt es seit zwei Wochen einen Betriebsrat!
    Alles Gute, Kolleginnen und Kollegen!

  20. imagekampagne sagt:

    das Dortmunder Medienhaus Lensing will jetzt eine Imagekampgane für seine Zeitungstitel starten, soweit so gut, vergessen wurde in der Aufzählung der Titel allerdings ein Blatt, um das es schon mal ziemlich viel Trouble gab, die Münstersche Zeitung
    http://www.print.de/News/Weitere-News/Medienhaus-Lensing-startet-Imagekampagne-fuer-Zeitungstitel_5288

  21. nach15Artikelnistschluß sagt:

    die Besucher der Internetseiten der Ruhrnachichten und wohl auch der Münsterschen Zeitung, die zum Dortmunder Medienhaus Lensing gehört, können sich zukünftig nur noch 15 Artikel pro Monat auf den frisch relaunchten Zeitungs-Portalen anschauen, danach kommen sie nur über eine Bezahlschranke, einen paywall Zugang zu den Internettexten- und videos.
    Der Pottblog hat sich näher damit befasst
    http://www.pottblog.de/2013/12/11/ruhr-nachrichten-im-internet-relaunch-paywall-und-preiserhoehung-u-a-der-ezeitung-um-344-prozent/

  22. weitergehts? sagt:

    Das Dortmunder Medienhaus Lensing sucht jetzt für ihre Münstersche Zeitung, um deren weiteres Erscheinen in der Westfalenmetropole sich der ein oder andere treue Leser schon mal Sorgen machte in den letzten Wochen, einen Projektmanager marketing (w/m) zunächst befristet für zwei Jahre …
    http://www.stepstone.de/stellenangebote–Projektmanager-Marketing-m-w-Muenster-MZ-Medien-Holding-GmbH-Co-KG–2734278-inline.html

  23. kress.de sagt:

    auch der Branchendienst kress.de berichtet über die Bezahlschranke der Ruhrnachten.de
    http://kress.de/alle/detail/beitrag/124294-medienhaus-lensing-setzt-auf-metered-model-bezahlschranke-bei-ruhrnachrichtende.html

  24. mzholding sagt:

    @weitergehts? Interessant ist nicht nur die Stellenanzeige als solche, sondern auch wer da als Arbeitgeber auftreten soll, die Existenz einer MZ Medien Holding GmbH war selbst Verlagsinsidern nicht bekannt. Interessant wäre es mal an ein Organigramm des kaum noch entwirrbaren Firmengeflechts des Medienhauses Lensing heranzukommen, aber…

  25. neujahrsempfangbeidenrn sagt:

    in eigenen Räumlichkeiten :-)) und der Verleger Lensing-Wolff blickt ohne Sorgen in die Zukunft, prima!
    http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/dortmund/44137-City~/Im-Lensing-Carée-220-Gaeste-beim-Neujahrsempfang-der-Ruhr-Nachrichten;art930,2236793

  26. Unter uns Dortmunderinnen... sagt:

    Unter uns Dortmunderinnen sei noch nachgefügt, dass für das leibliche Wohl selbstverständlich gesorgt war.
    .
    Der Döner-Verkäufer, der mir immer die Welt erklärt, hatte anschließend auch noch etwas zu diesem Event zu sagen. Aus seiner Sicht hat unsere Elitenförderung nachhaltig den Stil in diesem Medienhaus geprägt, und das sei doch sehr wichtig für die Leser-Blatt-Bindung. „Wie kommst Du denn darauf?“, war meine erste, doch ziemlich erstaunte Frage nach dieser morgendlichen Ansage. „Außer mir selbst ist doch fast niemand mehr aktiv, der die Leser mit seinen Texten begeistern kann.“
    .
    „Also bitte, die Antwort darauf kannst Du doch fast selbst geben“, sagte der Mann am Grill. „Beim Neujahrsempfang war es doch ganz besonders offensichtlich. Ist Dir nicht aufgefallen, dass die neuen Jungs alle ganz besonders schicke Schuhe haben? Das nenne ich Stil. Darauf kommt es in einem Medienhaus unserer Tage an. Nicht wie früher, diese Zausel, mit ihren Cowboytiefeln und Birkenstock-Latschen. Das war doch wirklich unmöglich.“
    .
    Beruhigt konnte ich mich meiner zweiten Falafel diesen noch jungen Jahres widmen und Pläne für das gerade beginnende Medienjahr schmieden. Schicke Schuhe für Dortmund – und 2014 wird unser Jahr! Wirklich ein weiser Mann, der Döner-Verkäufer, der mir immer die Welt erklärt.
    .

  27. qualitätsoffensive? sagt:

    Bei der Münsterschen Zeitung und ihren Ablegern im Kreis Steinfurt scheint man hintenrum Personalkosten einsparen zu wollen, für jeden Redakteur der das Haus aus eigenen Stücken verlässt, kommt wer? Ein Volontär!

  28. was bedeutet das sagt:

    Verleger Lambert Lensing-Wulff (Ruhrnachrichten/ Münstersche Zeitung) zieht sich 47jährig aus dem operativen Geschäft zurück und holt einen 34 jährigen als Geschäftsführer, der nun zusammen mit Christoph Sandmann die Verlagsgeschicke leiten soll
    https://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/127246-neuer-geschaeftsfuehrer-im-medienhaus-lensing-haarmann-uebernimmt-aufgaben-von-lambert-lensing-wolff.html

  29. Titanic sagt:

    Das war´s dann wohl! Wenn das Kartellamt nicht zustimmt, wird die MZ eingestellt.
    Sonst geht sie wohl in der WN auf.
    Besten Dank an alle, die sich in ihrem Job aufgerieben haben.
    Die Kapelle der Titanic wird jetzt noch einge Tage spielen…

  30. wdrlandesstudioms sagt:

    und das berichtet das WDR Landesstudio Münster
    http://www1.wdr.de/studio/westfaelische-nachrichten-uebernimmt-mz100.html

  31. Polera sagt:

    Verzeihung, ich weiß grad nicht mehr, wen ich schlimmer finden soll: den Lensing oder den Ürük. In seiner Postille lässt er den Knüwer unreflektiert zu Wort kommen. Seine Qualifikation: war mal in Münster. Aber, der Kerl weiß Bescheid: die eine war kritisch, die andere nicht. Der eine ist mies, die andere Familie aber viel mieser. Und überhaupt: die schlechten Internet-Auftritte da. Zu dem Thema berät Knüwer übrigens gern. Gegen Geld. Hoffentlich ist für dieses unjournalistische Stück nichts geflossen… Das war mal (wieder) so richtig schlecht gemacht. Habe den Newsletter auch abbestellt und finde, Verleger sollten nicht mehr dort Anzeigen schalten, wo trotz aller hier vorhandenen Tragik ständig eine Zunft besudelt wird.

    Mein Beileid übrigens nach Münster. Ich glaube allerdings nicht, dass es im Kahlschlag endet. Wenngleich: Stellen wird es kosten.