Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten

Die vom Dortmunder Medienhaus Lensing herausgegebene Münstersche Zeitung (MZ) will ihre Ausgaben in Münster, Greven und Steinfurt mit  dem Mitbewerber Westfälische Nachrichten fusionieren. Ein entsprechender Antrag auf eine Sanierungsfusion sei beim Bundeskartellamt gestellt worden, erfuhren die Beschäftigten am 1. August auf einer Betriebsversammlung der MZ, an der auch der Herausgeber Lambert Lensing-Wolff teilnahm.

Als Grund für den Fusionsantrag verweist der Verlag auf die schlechte wirtschaftliche Entwicklung der Ausgaben. Angesichts der nachrangigen Wettbewerbsposition gegenüber dem Marktführer Westfälische Nachrichten und der sinkenden Anzeigenerlöse sei die MZ seit Jahren defizitär. Die Prüfung des Antrags kann einige Monate dauern.

Gerüchten zufolge sollen alle Ausgaben der Münsterschen Zeitung in Münster, Greven und Steinfurt eingestellt werden, falls das Kartellamt die Fusion ablehnt. Das vom Medienhaus Lensing herausgegebene Anzeigenblatt „kaufen+sparen“, die Emsdettener Volkszeitung und die Münsterland Zeitung in Ahaus soll dem Vernehmen nach unverändert weiter erscheinen

Die Journalistengewerkschaften dju in ver.di und DJV-NRW befürchten erhebliche Arbeitsplatzverluste durch die angestrebte „Sanierungsfusion“. Wie viele Beschäftigte aus Redaktion, Verkauf und Vertrieb davon betroffen sein werden, ist derzeit offen.

458 Antworten zu “Münstersche Zeitung will „Sanierungsfusion“ mit Westfälischen Nachrichten”

  1. Gewerkschaftliche Einschätzung der Ära Tiemann bei der WN sagt:

    in Ergänzung zu dem von den Verlegern Doctores Eduard und Benedikt Hüffer verbreiteten Branchen-Info. Siehe den Link im vorherigen Posting: Nur ein paar einschneidende Fakten:
    Tiemann war als treibende Kraft maßgeblich daran beteiligt, dass die damals noch 140 köpfige Redaktion der Westfälischen die Tarifbindung verlor, was entsprechende Kommentierungen der Journalistengewerkschaften nach sich zog. Ebenfalls in die Ägide Tiemann, das soll der guten Ordnung halber ebenfalls festgehalten werden, fällt die Sanierungsfusion mit der Münsterschen Zeitung, die seit Anfang 2017 keine eigene Lokalredaktion mehr hat und im Lokalteil mit Inhalten des Marktführers WN erscheint. Und last but not least: In die Äegide Dr. Norbert Tiemann fällt auch die gegen viele Widerstände durchgesetzte Einführung der Arbeitserfassung in der Redaktion. Auf Initiative des gewerkschaftlich orientierten Betriebsrats. Und keineswegs auf Betreiben Tiemanns, den Marc Zahlmann, Tiemanns Ex-Volontär und zuletzt sein Vorgesetzter als Geschäftsführer Redaktion, in seinem Artikel in der Sonderausgabe zum Abschied Tiemanns als „Kämpfer für die Belange der Redaktion“ bezeichnet.

  2. Schwer verdaulich? - WN-Sonderausgabe zum Abschied von Norbert Tiemann sagt:

    Zum Abschied von Tiemann ist im Februar eine Sonderausgabe der WN erschienen, in dem auf vier Seiten die Verdienste des scheidenden langjährigen Chefredakteurs gelobt werden. Er sei ein „Diplomat mit Humor“ gewesen heißt es da, oder „Der Lotse geht von Bord – die Matrosen und Matrosinnen (!) sind traurig“. Ein Beitrag schlägt dabei allerdings deutlich aus der Art, der von seinem früheren Volontär und nunmehr Vorgesetzten als Geschäftsführer Marc Zahlmann, in dem dem mehr oder weniger offen, das teils recht schwierige und spannungsreiche Verhältnis angesprochen wird. Nachdem er die „klare Haltung“ und die „wesentlichen Überzeugungen“ Tiemanns gelobt wird, geht es dann wie folgt weiter: „Dass es dabei nicht immer nur viel Sonnenschein gab und gibt, liegt in der Natur der Sache. Denn Norbert Tiemann ist nicht nur ein begnadeter Mann des Wortes in geschriebener und gesprochener Form, sondern auch ein Charakterkopf, der in der Sache keine Auseinandersetzung scheut. Und er ist in jeglicher Hinsicht ein Kämpfer für die Belange der Redaktion. Dass es dabei bisweilen auch zu schärferen rhetorischen Waffen wie Polemik und Sarkasmus greift , macht es für sein Gegenüber nicht immer manchmal schwer verdaulich.Dann ist die eigentliche Botschaft nicht immer gut zu erkennen und es entstehen Mißverständnisse und Fehlinterpretationen“. Punkt.

  3. Einigungsstelle bei Aschendorff Medien sagt:

    Bei Aschendorff Medien wird es wieder eine Einigungsstelle geben. Die ist erforderlich geworden, da sich Geschäftsleitung und Betriebsrat nicht einigen konnten, über eine Betriebsvereinbarung zum mobilen Arbeiten. Ein erster Termin für Mitte April wurde schon abgestimmt. Die Beteiligten kennen sich bereits aus vorangegangenen Einigungsstellen, einem nicht ganz billigen Instrument um sich zu einigen,. Die Vorsitzende der Einigungsstelle ist eine Arbeitsrichterin aus Wuppertal, die schon eine Einigung bei einer Betrebsvereinbarung zur Arbeitszeit erzielen konnte. Der Betriebsrat wird in den Verhandlungen vom Vorsitzenden und dessen Stellvertreter vertreten.

  4. Die Glocke kassiert Rüge vom Presserat sagt:

    die in Oelde herausgegebene Glocke hat jetzt wegen eines schweren Verstoßes eine Rüge vom Dt. Presserat kassiert.

    Hier die Begründung:
    Desinformationen ohne journalistische Einordnung veröffentlicht
    DIE GLOCKE wurde wegen eines schweren Verstoßes gegen die journalistische Sorgfaltspflicht nach Ziffer 2 des Pressekodex gerügt. Die Zeitung hatte auf einer Seite in fünf Artikeln Ärzte und eine Apothekerin aus der Region mit Ansichten zur Corona-Pandemie zu Wort kommen lassen, die dem Forschungsstand widersprachen. Diese bezeichneten die Impfung beispielsweise als „dramatisches Humanexperiment“ und behaupteten, sie begünstige die Wahrscheinlichkeit von Tumoren. Die Veröffentlichung erfolgte ohne jegliche journalistische Einordnung und war geeignet, unbegründete Befürchtungen zu wecken. Der Ausschuss sah darin einen schweren Verstoß gegen das Gebot zur besonderen Sorgfalt bei Medizin-Berichterstattungen nach Ziffer 14 des Kodex. Zwar hatte die Redaktion in Folgeartikeln eine Einordnung nachgeholt und auch Gegenmeinungen zu Wort kommen lassen. Angesichts der Schwere des ursprünglichen Verstoßes sprach der Ausschuss dennoch eine Rüge aus.

  5. Der Aschendorff Verlag in der NS-Zeit sagt:

    Erste Annäherungen an ein kompliziertes Thema
    https://steadyhq.com/de/munstersche/posts

  6. Presserat rügt TopAgrar sagt:

    die Publikation wird vom Landwirtschaftsverlag in Münster-Hiltrup verlegt:
    Informationen von Lobby-Verband ungeprüft übernommen
    Wegen eines schweren Verstoßes gegen die journalistische Sorgfalt nach Ziffer 2 des Pressekodex wurde die Online-Ausgabe von TOP AGRAR gerügt. Das Portal hatte unter der Überschrift „80 % der Verbraucher lehnen Ersatzprodukte für Fleisch und Milch ab“ über eine Umfrage berichtet. Die Behauptung aus der Überschrift war jedoch nicht vom Umfrageergebnis gedeckt. Die Redaktion berief sich darauf, die Studie selbst nicht zu kennen, sondern deren Inhalt ungeprüft aus einer Pressemitteilung eines Verbandes übernommen zu haben. Dies bewertete der Presserat als massiven Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht, zumal es sich bei der Pressemitteilung um eine eindeutige PR-Aktion handelte. Hinzu kam, dass die von der Redaktion nachträglich geänderte Überschrift ebenfalls sachlich falsch war.

  7. […] Münster-Hiltrup. Auf Medienmoral NRW findet man folgende Meldung: Wegen eines schweren Verstoßes gegen die journalistische Sorgfalt nach Ziffer 2 des Pressekodex wurde die Online-Ausgabe von TOP AGRAR  (Publikation wird vom Landwirtschaftsverlag in Münster-Hiltrup verlegt) gerügt. Das Portal hatte unter der Überschrift „80 % der Verbraucher lehnen Ersatzprodukte für Fleisch und Milch ab“ über eine Umfrage berichtet. Die Behauptung aus der Überschrift war jedoch nicht vom Umfrageergebnis gedeckt. Die Redaktion berief sich darauf, die Studie selbst nicht zu kennen, sondern deren Inhalt ungeprüft aus einer Pressemitteilung eines Verbandes übernommen zu haben. Dies bewertete der Presserat als massiven Verstoß gegen die Sorgfaltspflicht, zumal es sich bei der Pressemitteilung um eine eindeutige PR-Aktion handelte. Hinzu kam, dass die von der Redaktion nachträglich geänderte Überschrift ebenfalls sachlich falsch war. (mehr …) […]

  8. WN intensiviert Kooperationen im Lokalsport sagt:

    Nachdem am Anfang dieser Woche der langjährige Sportredakteur Günter Saborowsky in den Ruhestand gegangen ist, wurde die ohnehin nur dünn besetzte Lokalredaktion der Westfälischen Nachrichten in Steinfurt quasi aufgelöst, ein Sportredakteur ist noch da, der häufig aus dem Homeoffice arbeitet. Die noch im Kreis verbliebenen Redakteurinnen und Redakteure arbeiten jetzt als Autor*innen im Kreis dem Newsdesk zu, wo die Editoren sitzen, die zentrale Blattproduktion soll an einem Newsdesk stattfinden, wo auch Gronau und Ochtrup angedockt sind. Parallel dazu haben die Westfälischen Nachrichten ihren Abopreis noch einmal auf stolze 47 Euro angehoben. Spricht man die Verleger darauf an, verweisen sie gerne auf den enormen Preisanstieg beim Papier, verschweigen dabei aber gerne, dass der Papierpreis in einem zwanzig Jahresvergleich auf einem historisch niedrigen Niveau gelegen hat. Nachdem die Funke-Erbin Julia Becker unter der Woche eingeräumt hat, in der Vergangenheit die Lokalredaktionen zu stark ausgedünnt zu haben, ist dieses auch ein Thema in der Zeitungsgruppen-Zentrale in Münster. Bei der WN vollzieht sich der personelle Aderlaß im wesentlichen durch die Alterszeilzeit, die rege in Anspruch genommen wird. Durch Neu-Einstellungen von Volos, die immer schwieriger auf dem Markt zu finden sind, wird das kaum aufgehoben. Auch der Markt an qualifizierten Freien ist ähnlich dünn, wie bei den Volontären.
    Besonders auffällig wird die Ausdünnung bei der Produktion eigener lokaler Inhalte im Lokalsport. Schon länger besteht ja die Kooperation in Ahlen und Warendorf mit der Glocke, In Warendorf kommt der Lokalsport von der Glocke, umgekehrt wird in Ahlen der Sport von der Glocke bezogen. Die WN-Redaktion in Lengerich übernimmt den Lokalsport aus Ibbenbüren von der Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) Damit nicht genug: In Gronau liefert der Sportredakteur den RuhrNachrichten gemeinsam Inhalte, produziert und arbeitet aus deren Verlagsgebäude in Ahaus. Die Frage: Wo so das alles mal enden stellen wir lieber mal nicht…

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