Späte ddvg-Hilfe für die geschasste Rundschau-Belegschaft

Hamburg/ Dortmund. Die sozialdemokratische Medienholding, die ddvg, will mit einem sechsstelligen Betrag jetzt den ehemaligen Beschäftigten der Westfälischen Rundschau (WR) unter die Arme greifen, damit deren knappes Budget für Qualifizierungen und Fortbildungen aufgebessert werden kann. Dies hat jetzt der Betriebsrat der WR mitgeteilt. 

Rein formal, so der Betriebsrat,  habe kein Anspruch auf diese Hilfe bestanden, da die ddvg ihren 13,1 Prozent Anteil am Zeitungsverlag Westfalen, der die WR herausgibt, im März diesen Jahres für 16 Millionen Euro an die Funke-Mediengruppe  (ehemals WAZ-Gruppe) verkauft hatte. Die Unterstützung sei „aus Respekt vor der langen Tradition unserer Beteiligung an der `Westfälischen Rundschau´und aus Respekt gegenüber der jahrelangen treuen Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen geschehen“, schrieb ddvg Geschäftsführer Jens Behrendsen in einem Brief an den Betriebsrat.

Die ddvg-Unterstützung soll für Angebote während der Kündigungsfrist (Transfer-Agentur) und für Qualifizierungen in den Transfergesellschaften zur Verfügung stehen. Über das weitere Vorgehen der Transfergesellschaft  wird demnächst in einer Versammlung informiert. Im Namen der Belegschaft hat der Betriebsrat der ddvg für die Unterstützung gedankt. fbi

26 Antworten zu “Späte ddvg-Hilfe für die geschasste Rundschau-Belegschaft”

  1. […] Hamburg / Dortmund / Warstein / Hochsauerland. Die sozialdemokratische Medienholding, die ddvg, will mit einem sechsstelligen Betrag jetzt den ehemaligen Beschäftigten der Westfälischen Rundschau (WR) unter die Arme greifen, damit deren knappes Budget für Qualifizierungen und Fortbildungen aufgebessert werden kann. Dies hat jetzt der Betriebsrat der WR mitgeteilt.  (weiterlesen…) […]

  2. Steinbrück sagt:

    Soll wohl ein Wahlgeschenk sein!?!

  3. Anonymous sagt:

    Besser wäre es gewesen, die Sozen hätten im Falle „ihrer“ ehemaligen Zeitung ein einziges Mal öffentlich ihre berühmt-berüchtigte „klare Kante“ gezeigt, statt sich jahrelang wegzuducken und nun noch nachträglich ein paar Euro aus der Wahlkampf-Portokasse abzudrücken .

    „Sechsstellig“, das wird vermutlich heißen: knapp über 100000. Also nicht einmal 1000 Euro je gekündigtem Mitarbeiter. Damit kann man pro Mann oder Frau immerhin etwa drei Wochenendseminare bezahlen. Toll.

  4. Und was ist... sagt:

    … mit den freien Mitarbeitern? Wie groß ist denn da der Respekt der Sozialdemokratie, respektive die Solidarität von Betriebsrat und Belegschaft mit ihren langjährigen KollegInnen?
    Bei 16 Millionen Erlös für 13 Prozent sollten drei Prozent (macht rund eine halbe Million) schon drin sein. Klare Kante, liebe Sozia!

  5. Das eine sagt:

    …hat mit dem anderen nix zu tun. Bekommen die ehemaligen Freien nun etwas vom zusätzlichen Geld, oder kommt es allein den ehemaligen Festangestellten zu Gute?
    Soll ich mal raten?
    Nur mal so am Rande: Während die meisten Freien bereits seit Ende Januar keine Einkünfte mehr haben, kassieren die meisten Festangestellten sechs Monate später immer noch ihr ganz normales Gehalt.
    Das wird beim Vergleich der Zahlungen durch den Verlag gerne vergessen.

  6. verwendungszweck sagt:

    der Verwendungszweck des Geldes scheint doch klar festgelegt, das soll ja nicht in Form von zusätzlichen Abfindungen ausgezahlt werden, sondern für Qualifizierungen und Fortbildungen verwendet werden, ob die nun auch von Freien in Anspruch genommen werden können, dass müsste der oder die interessierte Freie mit dem Betriebsrat klären, der ja auch mit der ddvg verhandelt hat

  7. […] Zeitungssterben I: späte ddvg-Hilfe für die geschasste Rundschau-Belegschaft … medienmoral […]

  8. HURRA sagt:

    Der Lehrer aus Winterberg ist wieder da, der alte Zoom.

  9. Medienmoral sagt:

    Das ist mal eine gute Nachricht für die Ex-WR-Freien: Es gibt nicht nur Geld für die ehemaligen Redakteurinnen und Redakteure der WR. Zusätzlich zur Zahlung schüttet die ddvg jetzt 100.000 Euro an die früheren freien Mitarbeiter der WR aus. Dafür hatten sich DJV-NRW und dju in ver.di in Verhandlungen mit der Medienholding der SPD stark gemacht.

    Mehr: http://bit.ly/12Su7HD

  10. betriebsversammlung sagt:

    am Mittwoch, 7. August 2013 plant der ZVW-Betriebsrat, also der Betriebsrat der Westfälischen Rundschau eine Versammlung im Haus Busch. Dort soll zum Thema Transfermaßnahmen und Transfergesellschaft informiert werden genauso wie über die Unterstützung der ddvg. Beginn soll um 11.30 Uhr sein. Alle, die zu der Zeit im Urlaub sind, sollen per Mail mit dem Wesentlichsten an Informationen versorgt werden.

  11. […] Hagen / Dortmund / Hochsauerland. Am Mittwoch, 7. August 2013 plant der ZVW-Betriebsrat, also der Betriebsrat der Westfälischen Rundschau eine Versammlung im Haus Busch. Dort soll zum Thema Transfermaßnahmen und Transfergesellschaft informiert werden genauso wie über die Unterstützung der ddvg. Beginn soll um 11.30 Uhr sein. Alle, die zu der Zeit im Urlaub sind, sollen per Mail mit dem Wesentlichsten an Informationen versorgt werden. (siehe Textbeitrag) […]

  12. Entscheidung im August sagt:

    Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch, (7. August 2013 im Haus Busch hat der Betriebsrat erläutert wie es mit der Transfergesellschaft (TG) weitergeht. Hier ein paar Auszüge:
    Das Wichtigste: Wer in eine Transfergesellschaft will, muss bis zum 30. August Interesse beim Transfer-Anbieter Inplace bekundet haben. Nur wer ein solches Interesse bekundet hat (das nicht bindend ist), hat später die Möglichkeit in eine TG zu wechseln.
    Zu den Transfergesellschaften ist in der Ergänzung des Sozialplanes Grundsätzliches geregelt:
    Die Inplace Transfer GmbH ist der Transfer-Vertragspartner.
    Transfergesellschaften beginnen zum 1.7.2013, 1.10.2013 und 1.1.2014.
    In die Transfergesellschaft, die bereits im Juli begonnen hat, sind übrigens vier Kolleginnen und Kollegen gewechselt.

    Bei Rechtsstreit keine Transferleistungen
    Sollte sich jemand noch mit dem Verlag in einem Rechtsstreit befinden, kann er erst in eine Transfergesellschaft wechseln, wenn der Rechtsstreit beendet ist. Das gilt übrigens auch für die Teilnahme an Transfermaßnahmen während der Kündigungsfrist. Sollte bei Rechtsstreitigkeiten und damit verbundenen Vergleichen herauskommen, dass jemand eine verlängerte Kündigungsfrist hat, kann er oder sie in eine TG wechseln, wenn die Frist 1.7.2014 nicht überschritten wird.

    Zwei Abfindungsgehälter als Beitrag geplant
    Geregelt ist außerdem: Die Verweildauer in einer TG beträgt maximal sechs Monate.
    Findet jemand in dieser Zeit eine Anstellung, bekommt er je nach Zeitpunkt, anteilig seine geleistete Eigenbeteiligung zurück.
    Vorgesehen ist eine Eigenbeteiligung von zwei Gehältern aus der Abfindung.
    Gezahlt werden soll eine Aufstockung des Transferkurzarbeitergeldes auf 90 Prozent des pauschalisierten Nettoentgelts.
    Ob das alles im Detail so kommt, hängt davon ab, wie viele letztlich in eine TG gehen. Das ist so, weil der Arbeitgeber in der Einigungsstelle darauf bestanden hat, nicht mehr als 250.000 Euro zur TG-Finanzierung dazu zu tun. Gehen mehr Kolleginnen und Kollegen in die TG, als sich bei der Umfrage im April gemeldet haben, muss neu gerechnet werden.
    Um bei der konkreten Finanzierungsfrage der TG einen Schritt voranzukommen, braucht der Betriebsrat eine erste maximale Teilnehmerzahl mit der kalkuliert werden kann. Deshalb wurden alle aufgefordert, sich bis zum 30. August grundsätzlich zu erklären, ob sie in eine TG wollen. Das gilt für den Eintrittstermin 1.10.2013 wie auch für einen Eintrittstermin in 2014. Nochmal: Nur wer jetzt sein Interesse bekundet, kann später rein in die TG.

  13. Frage sagt:

    ich frage mich gerade, warum bislang nur vier Kolleginnen und Kollegen aus der geschassten WR-Redaktion bislang in die Transfergesellschaft gegangen ist, was macht der Rest?

  14. […] Hagen / Dortmund / Warstein / Hochsauerland. Auf Medienmoral NRW findet man unter „Entscheidung im August“ folgenden Wortbeitrag: Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch, 7. August 2013 im Haus Busch hat der Betriebsrat der Westfälischen Rundschau erläutert wie es mit der Transfergesellschaft (TG) weitergeht.   (weiterlesen…) […]

  15. diezeitdanach sagt:

    was ist aus ihnen geworden, den geschassten Redakteurinnen und Redakteuren der WR. Der Versuch einer Antwort
    http://mmm.verdi.de/tarife-beruf/08-2013/abschied-vom-traumjob

  16. Entschuldigung, sagt:

    die Aussagen des Herrn V, dass er sich um die Pressenbüros sorgt, deren Umsätze nun auch wegbrechen, lassen mich schaudern: Damit sagt er, dass er diese PR früher ins Blatt gehoben hat!

  17. wrehemaligentreffen sagt:

    Am 15. Januar findet ein Jahrestag-Treffen für die ehemaligen Festen und Freien der Westfälischen Rundschau statt.
    Initiiert wurde es von Susanne Schulte (dju in verdi) und Katrin Kroemer (DJV).
    Sie haben auch folgende Einladung verfasst:

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,
    > am 15. Januar vor einem Jahr teilte uns die WAZ-Geschäftsführung mit, die Pressevielfalt und uns die Jobs zu kündigen. Mit anderen Worten: Das war das AUS für die Westfälische Rundschau!
    > Am 15. Januar in diesem Jahr wollen wir uns mit allen festen und freien ehemaligen WR-Leuten treffen, darüber reden, was aus uns und der Zeitungslandschaft geworden ist und wie die Zukunft werden wird.
    > DJV und dju laden Sie/Euch alle zum Gespräch bei Kaltgetränk und warmen Häppchen für 19.30 Uhr ins Anno 1900 (gleich neben der ehemaligen WR-Redaktion in Dortmund) ein.
    > Kollegiale Grüße
    > Susanne Schulte und Katrin Kroemer

    PS. Wer noch Protestmaterialien aus dem Vorjahr hat (z.B. Transparente, Schilder, originelle Kopfbedeckungen) bitte beim Absender der Mail (privatmail.tonscheidt@gmail.com) melden. Die Utensilien könnten gebraucht werden. Unter anderem hat das Haus der Geschichte in Leipzig Interesse angemeldet.

  18. Endlich sagt:

    soll nun auch das ddvg-Geld für die vielen Scheinselbstständigen der Zombiezeitung ausgezahlt werden.
    Offenbar bekommt jeder, egal wie lange geknechtet, das gleiche Geld.
    Das ist ok, aber diese Lösung hätte man auch schneller haben können.
    Es sind übrigens etwa 2300 Euro pro Nase…

  19. insolvenzantrag sagt:

    die Funke Mediengruppe stellt für sieben Lokalausgaben der Westfälischen Rundschau und der WAZ im Großraum Dortmund Insolvenzantrag.Eigentlich sollten die an das Medienhaus Lensing verkauft werden, das eh schon die lokalen Inhalte für die Ausgaben liefert, was aber vom Kartellamt untersagt wurde
    http://www.funkemedien.de/de/presse/medienmitteilungen/news/Westfaelischer-Zeitungsverlag-stellt-Antrag-auf-Eroeffnung-eines-Insolvenzverfahrens/

  20. Insolvenzverfahren eröffnet sagt:

    für den Westdeutschen Zeitungsverlag ist jetzt das Insolvenzverfahren eröffnet worden, berichten die Ruhrbarone
    http://www.ruhrbarone.de/funke-lensing-westfaelischer-zeitungsverlag-insolvenz-eroeffnet/93876