WAZ-Gruppe verkauft nordbayrische Titel

Die WAZ-Mediengruppe meldet den Verkauf ihrer nordbayerischen Verlagstitel. Zum 1. Januar hat die Mediengruppe Oberfranken in Bamberg die Kissinger Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG (KVG) und Die Kitzinger und Report Zeitungsverlag- und Druckerei GmbH & Co. KG (KRZD) übernommen, zu denen u.a. die Saale Zeitung und Die Kitzinger gehören. Die Beteiligungen gehörten nach Verlagsangaben seit 2002 zur WAZ-Gruppe. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Das Bundeskartellamt muss der Übernahme der WAZ-Titel durch die Mediengruppe Oberfranken noch zustimmen.

WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach erklärte, mit dem Verkauf reagiere WAZ-Gruppe darauf, dass sie – anders als ursprünglich geplant – in der nordbayerischen Region keine Wachstumsperspektive habe. In der „publizistischen Enklave“ sei „durchaus ertragreich und erfolgreich gewirtschaftet“ worden, der Managementaufwand habe aber in keinem Verhältnis zum Umsatz-Beitrag gestanden.

Mit dem Verkauf will sich die WAZ-Gruppe nach eigenen Angaben im Zeitungsgeschäft auf ihre Kernverbreitungsgebiete Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Braunschweig konzentrieren.

14 Antworten zu “WAZ-Gruppe verkauft nordbayrische Titel”

  1. Mahlzeit III sagt:

    So so – der Managementaufwand war zu hoch.
    .
    Kein Wunder, die WAZ braucht ja selbst im kleinsten Sprengel mindestens drei Geschäftsführer. Und wenn die dann jeweils so spektakulär erfolgreich sind – wie etwa Herr Schrotthofer in Thüringen – und ihre verlegten Titel ohne Not beschädigen und damit reihenweise Abonnenten in die Flucht schlagen, dann kann das sogar noch teurer werden.
    .
    Glück für die Franken jedenfalls. Die brauchen sich neben der unzweifelhaft bevorstehenden Sparerei wenigstens kein höhnisches Qualitätsjournalismus-Gedöns im Stile Hombachs anhören.

  2. Watzmann sagt:

    Experimentelle Geschäftsführung, nächster Akt.
    Sooo also schreibt man die „schwarzen Zahlen“, die Hombach jetzt überraschend erwähnte.

  3. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von medienmoralnrw, Karlheinz Stannies erwähnt. Karlheinz Stannies sagte: #Medienmoral NRW … schon zwei Kommentare zum Verkauf von Zeitungen der #WAZ-Gruppe in Nordbayern http://tinyurl.com/yesro6m […]

  4. Soso sagt:

    Das waren keine „Enklaven-Zeitungen“ mit über 20 000 Auflage und einem Anzeigenblatt, sondern 2002 hatte sich die WAZ-Gruppe mit dem Kauf versprochen im Bayernland ein Standbein aufzubauen, um „Rundumaufkäufe“ vorzunehmen. Das Bollwerk der Bayern-Verleger konnte jedoch nicht geknackt werden. Außerdem hatte man Druckkapazitäten gebraucht. Hier wurde beispielsweise die „Ferienausgabe“ der WAZ gedruckt.

  5. lachreitz sagt:

    War wahrscheinlich ein heißer Tipp von Schickler zu verkaufen. Die steuern ja scheinbar den ganzen Laden und kommen vor lauter Kohle nicht mehr in den Schlaf!

  6. Alter Kollege sagt:

    @lachreitz
    Sie steuern nicht „scheinbar“ (nur zum Schein, nicht in Wirklichkeit), sondern „anscheinend“ (vermutlich, wahrscheinlich).
    SCNR

  7. Unternehmensberaterhasser sagt:

    […] Diese verkleideten Schlips-Menschen würden in der Praxis in jedem Bereich innerhalb der WMG jämmerlich untergehen. Das haben sie schon damit offenbart, was in den einzelnen Abteilungen für saudumme Fragen gestellt wurden, die erahnen ließen, dass sie vom Verlagsgeschäft eigentlich keinen Schimmer haben.
    .
    Leider wird aber auf die Spezies gehört und Schickler macht sich […] die Taschen voll. Geld was letztendlich der WAZ irgendwann fehlen wird. Es ist keine Kunst, zweistellige Millionenbeträge einzusparen, wenn man alle Strukturen zerschlägt, Mitarbeiter abbaut und damit Kunden- und Leser nur noch vergrault.

  8. wutimbauch sagt:

    Ja, sie würden jämmerlich untergehen! Sie haben nämlich null Ahnung und versuchen auch erst gar nicht eine zu bekommen. Wozu denn auch? Tut es doch ein Perlweiß-Lächeln mit schicken Excel-Tabellen auch. Bargeld in Mengen acht, die GF zahlt und gibt volle Kraft auf den Eisberg.

  9. Dozent sagt:

    Was bei der WAZ gelaufen ist, ist ein traugriges Beispiel dafür, wie nachhaltig die Belegschaft gegen sich aufbringen kann. Natürlich, es waren Sparmaßnahmen nötig. Die hätte man aber weitgehend auch intern und ohne so großen Krawall wie jetzt umsetzen können. Vielleicht sogar dann sinnvoll und mit Verstand. Der Plan, dass die Schicklers nachher allein als Buhmänner dastehen, ist nicht aufgegangen. Wenn man das alles hier so liest, richtet sich der Ärger ja zunehmend gegen die GF, die Schickler alles glaubt und ihnen dafür Millionen in den Rachen wirft. Noch schlimmer als das gestörte Betriebsklima ist die Tatsache, dass zum Teil auch vernünftige Strukturen zerstört worden sind, in jedem Fall aber unsinnige Strukturen eingeführt worden sind (Redaktion) oder noch eingeführt werden (Anzeigen). So sucht beispielsweise der ein oder andere Desk nach Monaten immer noch einen Redakteur, der sich auf diese Chaos-Abenteuer einlässt. Es hat sicher nichts mit Unbeweglichkeit oder Faulheit zu tun, dass hier alle kneifen. Man sieht ja, wie chaotisch diese schicken Schickler-Pläne in der Wirklichkeit verlaufen. Die meisten andere Verlage in unmittelbarer Konkurrenz machen so einen Zirkus nicht und sind erfolgreicher.

  10. Haha! sagt:

    Christian Nienhaus tritt heute in Weimar mit folgender Nummer auf:
    Das Geschäftsmodell Tageszeitung ist in Gefahr – gebt uns die Hälfte der PC-Abgabe!

    (Bericht heute in der Thüringer Allgemeinen)

    Claqueure bitte vollzählig erscheinen!

  11. Mitarbeiterkapazität/Unkostenfaktor sagt:

    @ Haha!:

    Am besten gleich dazu den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen. Schließlich wildern ARD und ZDF mit ihren Onlineangeboten und den geplanten, kostenlosen Apps verbotenerweise auf dem hoheitlichen Terrain der Verleger herum. Die GEZ-Gebühr sollte man im Gegenzug verdoppeln und zu 100% an die Verleger auszahlen, zur Finanzierung der fetten Salaires der Führungskräfte, die mal eben ihren nigelnagelneuen Dienstwagen umspritzen lassen, weil ihnen die Farbe nicht gefällt oder einen 17.000 € teuren Schreibtisch ausmisten, der nicht so ganz ihren Vorstellungen entspricht.

    Selbstverständlich gehörten und gehören Radio und Fernsehen schon immer zum Kerngeschäft der Zeitungsverleger.

    Meine Fresse, auf welchem Planeten leben unsere […] Geschäftsführer eigentlich…?!

  12. Hannes sagt:

    Gibt es schon Ergebnisse? Schlauer Schachzug.

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