11.11.2008
Ernst-verhaltene Stimmung in der Betriebsversammlung
Der Schwebezustand für die Redakteurinnen und Redakteure der vier WAZ-Zeitungen in NRW hält an: Für die rund 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zur gemeinsamen Betriebsversammlung in die “Lichtburg” nach Essen gekommen waren, blieben am Ende viele Fragen unbeantwortet. Allerdings hatte wohl auch niemand klare Antworten erwartet. Die Geschäftsführer Bodo Hombach und Christian Nienhaus hatten sich nämlich schon vorher “abgekündigt”. Kajo Döhring, Geschäftsführer des DJV-NRW: “Sie haben gekniffen.”
Beobachter bezeichneten die allgemeine Stimmung als ernst-verhalten. Allerdings: Chefredakteur Ulrich Reitz rei(t)zte zu Buh-Rufen, als er von Entlassungen sprach und als er behauptete, es sei “ungerecht”, wenn im Ausland verdientes Geld die Verluste der NRW-Zeitungstitel ausgleichen müsste. Da hatten Teilnehmer noch die Aussagen der ehemaligen Geschäftsführer Erich Schuhmann und Günter Grotkamp im Gedächtnis: Die Investitionen in Südosteuropa waren von beiden seinerzeit ausdrücklich damit begründet worden, die Arbeitsplätze in den heimischen Zeitungsredaktionen zu sichern.
Sicher ist eins: Das war nicht die letzte Betriebsversammlung zum Thema Sparpaket. Der ganze Bereich Lokalredaktionen steht noch aus. Über deren künftige Strukturen will die Geschäftsführung die Betriebsräte am 2. Dezember informieren.

Aber gerecht ist es dann schon, wenn die Gewinne aus NRW im Ausland investiert werden? Komische Logik…
Hmmm, Reitz spricht von Entlassungen und will jedem, dem gekündigt wird, dabei fest in die Augen schauen (das Schlimme ist, ich glaube ihm das auch). Geht er nicht in der Zentralredaktion über den Flur und erzählt, bei der WAZ wird niemandem betriebsbedingt gekündigt?
Ja was denn nun? Einerseits drohen, andererseits abwiegeln? Erst einschüchtern und dann die Luft rausnehmen?
Übrigens, weil von der GGF immer gejammert wird, es werde so viel nach außen getragen und Interna verbreitet (was sie dann auf derwesten.de selbst tun), und deswegen würden alle mit Spott und Häme über uns herfallen: Wer informiert eigentlich andauernd die Süddeutsche Zeitung? Die Putzfrau?
“Mahlzeit!”
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Mit dieser völlig unpassenden Anrede leitete der WAZ-Chefredakteur seine Ansprache vor der Vollversammlung der vier Belegschaften in der Lichtburg ein.
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Was dann folgte, sprach jedem Selbstverständnis eines Chefredakteurs Hohn sprechen sollte: Reitz als lupenreines Geschäftsführungsmitglied, der sich nicht vor seine Truppe stellt oder zumindest wie Bodo Zapp als “primus inter pares” (Erster unter Gleichen) glaubwürdig rüberkommt, sondern nur noch eiskalt und berechnend abzuwickeln scheint.
Wenn Reitz so weitermacht, dann “Prost Mahlzeit!” Die Buhrufe waren eine erste Quittung.
Ich finde die Forderung der Gewerkschaften und der Betriebsräte gut, Teile der Gewinne aus dem Osteuropa-Geschäft, für die WAZ-Gruppen-Redakteure “geblutet” haben, zumindest zeitlich so lange einzusetzen, dass der Umbau ohne betriebsbedingte Kündigungen auskommen kann.
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Erst-verhalten war die Stimmung übrigens nicht wirklich: Sie war todernst.
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@Hans Lassmann
Der Aufritt von Reitz hat gezeigt, dass er weder aus der Mitte der Redaktion kommt noch von der Redaktion getragen wird. Dabei bräuchte die Truppe gerade jetzt einen Chef, dem sie vertrauen kann.
Ich bin seit vielen Jahren LESER verschiedener Exemplare dieser Zeitungsgruppe. Deshalb masse ich mir an euch den Redakteuren mal ins Stammbuch zu schreiben: Ihr habt doch in den letzten Jahren euren Auftrag, vierte Macht in diesem Staate zu sein sträflich vernachlässigt, eure Nachbarn unser Volk hat darunter gelitten, weil ihr nur opportunistisch wart. Habt ihr wirklich geglaubt mit den Wölfen zu heulen zahle sich aus? Tut mir leid, ich muss sagen ihr euch selbst verraten und solltet die Gruppe wie AmEx zur Bank erklären.
Hallo miteinander,
werdet ihr noch “offiziell” von der Betriebsversammlung und der anschließenden Pressekonferenz(bislang kein Wort) berichten? “Ernst-verhalten” ist noch keine Analyse. Was ist da überhaupt passiert?
Woran bei der aktuellen Debatte typischer Weise mal wieder keiner denkt, ist die Situation der Pauschalisten und Volontäre.
Dank der bereits zu Beginn erfolgten Seitenreduzierung in den Lokalteilen waren die ach so festen Freien als erste vor der Tür.
Auch über die Volos, die in nächster Zeit fertig werden, redet keiner. Die sind schon raus, ehe sie überhaupt drin waren.
Warum redet eigentlich keiner von Streik? Wenn die drohende Entlassung von 200 bis 300? Kollegen kein Grund ist, was dann?
Die Zeitung ist eh schon so dünn wie ein Streikblatt. Lasst es uns den Namen wenigstens verdienen.
Wenn mich mein Chefredakteur in wahrlich bitterernster Situation mit einem flapsigen “Mahlzeit” begrüßt, fällt mir dazu eigentlich nur ein: Ich hab den Kaffee auf!
Was Herr Reitz auf der Betriebsversammlung von sich gegeben hat, ist nicht anderes als Hochverrat gegenüber seiner eigenen Mannschaft. Was für ein Selbstverständnis hat dieser Mann, was für ein Verständnis von der Funktion eines Chefredakteurs? Bislang war es immer so, dass zwischen Verlag und Redaktion – und das aus gutem Grund – eine klare Trennlinie gezogen wurde. Herr Reitz lässt sich jetzt vor den Karren der Geschäftsführung spannen, um die journalistische Idee der Zeitungsgründer Brost und Funke zu verraten. Auf der Versammlung hat er nicht einmal das Wort ergriffen für Meinungsvielfalt, journalistische Kraft einer starken Belegschaft; kurzum: Herr Reitz hat die Redaktionen längst verlassen, seine neue Funktion in der Verlagsgeschäftsführung spielt er dagegen wohl sehr zur Freude von Hombach und Nienhaus. Welch eine Farce, dass er auf der letzten Betriebsversammlung der WAZ sagte, er würde unverantwortlich handeln, wenn er nicht die betriebswirtschaftliche Entwicklung im Blick hätte. Ist ja auch richtig. Aber muss er dann seine Verantwortung für hunderte Redakteure vollständig zur Seite schieben? Die hier schon erwähnte Sache, dass es laut Reitz nicht gerecht ist, wenn das WAZ-Geschäft in Südeuropa die NRW-Zeitungen momentan quersubventioniert, hat zu Recht für Unmut gesorgt. Der Unmut wäre noch viel lauter zutage getreten, wäre die Belegschaft durch die Kommunikationsstrategie von oben derart verängstigt und eingeschüchtert, dass nur wenige ihre Meinung in so einem Forum noch kundtun mögen. Schon auf den letzten Betriebsversammlungen der WAZ schienen die Redakteure mundtot gemacht worden zu sein…
Dieser Chefredakteur hat es sich gründlich versaut bei der Mannschaft, das hat die Veranstaltung deutlich gezeigt. Und Herr Reitz setzt dem Ganzen noch die Krone auf, indem er, aufgefordert von der Diskussionsleitung, nicht einmal mehr halbwegs kritische Fragen der Kollegen beantworten wollte. Wäre die Diskussionskultur bei der WAZ offener, hätte er sich sicher noch ganz andere Fragen gefallen lassen müssen, etwa zu missratenen Projekten wie “DerWesten”, in die man völlig überstürzt hineingestolpert ist. Schon zuvor an der Belastungsgrenze arbeitende Lokalredaktionen sollen das Portal schon morgens füllen, füllen, füllen. Tun sie es nicht, kommen die bösen pauschalen Verurteilungen und Anmaßungen des Reitz-Prellbocks Klümper in den Mail-Account geflattert. Die Lokalredaktionen sind mit immer neuen Aufgaben überhäuft worden, aber gewachsen ist der Stellenpool rund um den Reitzschen Newsdesk in Essen. Im Lokalen reißen sich die Kollegen jeden Tag ihren verdammten Arsch auf, um ihren Lesern, die sie bei Weitem besser kennen als Chefredakteursgeschäftsführer Reitz, eine Zeitung zu bieten, die den Spagat macht zwischen hochwertiger Hintergrundberichterstattung und dem Bedürfnis der Leser, sich in der Zeitung wiederzufinden. Immer mehr Aufgaben bedeuten aber auch immer weniger Zeit zur nötigen Recherche. Ich komme aus einer Redaktion, die so engagierte Kollegen hat, dass sie jede Woche 7 bis 10 unbezahlte Überstunden leisten, um eine Zeitung zu machen, die sie selbst noch verantworten können.
Der Dank: DRUCK! Alles nicht gut genug. Mehr sexy sollen wir sein, mehr Avantgarde, mehr Bilderstrecken, mehr Online, eine Schlagzeile mittags ans Radio, Wochenpläne für Essen, Tagespläne für Essen. Vieles davon sind nützliche Dinge. Nur: Sie sollen mit gleicher, demnächst mit noch kleiner Personalstärke gestemmt werden. Und Herr Reitz leistet sich noch teure Zukäufe für die Wirtschaftsredaktion im Mantel etc. pp. In den Lokalredaktionen haben weder er noch “Vize” Klümper sich nach ihren Antrittsbesuchen jemals wieder blicken lassen. Ich hätte ihnen ein “Wochen-Praktikum” im Lokalen empfohlen. Damit sie endlich merken, was sie da tun!!!
Meiner Meinung nach ist die Lösung der Zeitungskrise nur dadurch zu lösen, konsequent auf regionale Inhalte zu setzen (DAS Alleinstellungsmerkmal der WAZ, dieses betriebswirtschaftlich wichtige Faktum sollte ein Herr Reitz als Geschäftsführer mal verinnerlichen bei einem Schluck guten Rotweins abends zuhause Avantgarde-Town Düsseldorf). Die Fokussierung auf regionale Stärke hätte mit einer Umstrukturierung längst geschehen können, aber Herr Reitz wollte sich anscheinend mit dem Mantel sonnen. Damit lässt sich die eigene Person auch medienträchtiger verkaufen.
Ich mache erst mal Schluss. Es gäbe noch reichlich zu erzählen, aber in der Lokalredaktion wartet morgen wieder ein harter Tag auf mich. Aber bitteschön: Morgens Online bedienen! Sonst gibt’s Ärger!
@rosi
Ich glaube, dass dein Beitrag nicht wirklich trifft. Du solltest schon differenzieren und Ross und Reiter nennen. Blinde Wut auf alles hilft nicht weiter. Ich ziehe mir diesen Schuh nun wirklich nicht an.
@zoom
Es war eine Informationsveranstaltung, in der gut 800 von 900 Redakteuren lautstark und eindrucksvoll ihre Solidarität mit den vier Betriebsräten bekundeten sowie WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz (verhalten) für einige seiner Äußerungen ausbuhten.
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Ansonsten wurden wir von BR- und Gewerkschaftsexperten in einem ersten Anlauf darüber informiert, wo wir stehen.
Rechtsinformationen, Arbeitsmodelle, Grundsätzliches eben, bildeten den Kern der Veranstaltung.
Es gab auch die Forderung an die GGF, Verluste der vier Titel durch zumindest so lange durch Teile der Gewinne aus dem Osteuropageschäft aufzufangen, bis eine sozialverträgliche Lösung (ohne Massenentlassungen) greifen kann.
Reitz – mittlerweile Geschäftsleitungsmitglied – sah das nicht ein, nannte die Forderung “ungerecht”. Von einem Teilnehmer wurde Reitz daraufhin daran erinnert, dass die früheren GGF Günter Grotkamp und Dr. h.c. Erich Schumann gerade die Investionen im Osten als Maßnahme zu Sicherung der Arbeitsplätze in der WAZ-Heimat angesehen hatten. Schweigen war seine Antwort. Auch auf Zuatzfragen der Kollegen wollte Reitz nicht mehr antworten.
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Die Personalleitung versuchte zu erklären, warum die vier Titel unterm Strich in 2008 bis heute rund 8 Millionen Euro Minus und bis zum Jahresende voraussichtlich zehn Mio Minus machen werden: zu hoher Papierverbauch trotz sinkender Auflage (durch unverkaufte Überdrucke), zu viele Druckplatten – alles Dinge, die nichts mit den Leistungen der Redaktion zu tun haben, sondern schlechtem Management (schlußendlich verantwortlich dafür ist Bodo Hombach, d.Autor) anzulasten sind.
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Bodo Zapp, CR der WP, hat dann den Heimatzeitungsentwurf für sein Blatt umrissen. Noch schlankerer Mantel etc. Er meinte aber auch, dass die Dinge am 2. Dezember – dann werden die Konzepte für die Lokalredaktionen vorgestellt – noch dicker kommen werden: Wenn er daran denke, habe er Baugrummeln, sagte Zapp.
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Der Personalchef Kopatzki wollte Kündigungen nicht bestätigen. So weit sei man noch nicht.
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Ganz anders Reitz: Er sagt, dass es im Kündigungen geben werde – und die werde er den Betroffenen überreichen und ihnen dabei in die Augen sehen – was immer diese Floskel auch sollte.
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Das war dann wohl das Wort zum offenen Bruch zwischen diesem Chefredakteur und dem größten Teil der WAZ-Mannschaft.
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Noch Fragen?
Mahlzeit – genau mit diesem Wort hat sich Reitz heute 800 Redakteuren vorgestellt – unverschämt, während draußen sein Chauffeur mit einer Limousine wartet, die der entspricht, mit der Kärntens Hauptmann Jörg Haider in den Tod raste. Drinnen gefrustete und verärgerte Kolleginnen und Kollegen. Fragen, die direkt an Reitz gerichtet sind, werden nach seinem Monolog, bei dem er keine Zwischenfragen duldet, nicht beantwortet. Offensichtlich mag er es nicht, wenn ihn jemand kritisiert. Seine Vasallen machen es schließlich ebenfalls nicht.
Der letzte, der dies wagte, war der stellvertretende Chefredakteur aus Mülheim, der mittlerweile in Rente ist. Vor knapp zwei Jahren sagte Reitz in etwa bei der Jahreskonferenz, er könne jetzt verstehen, warum die beiden oft aneinander geraten seien und zitierte aus P.’s Personalakte. Er sei ein unbequemer Vollblutjournalist, der Gängelungen nicht hingenommen habe, da für ihn immer die journalistische Qualität im Vordergrund stand. Unabhängig und unbequem, den Themen auf den Grund gehend. Aber genau das wollen auch die meisten von uns: unsere Zeitung stärken.
Unabhängig – unparteilich – entschieden sozial: So steht es in unseren Arbeitsverträgen. Doch die Realität sieht anders aus. Reitz als CDU-Gehilfe – der Rechtsruck der WAZ in Richtung Schwarz ist unverkennbar, auch wenn wir im Lokalen – noch und eingeschränkt – entscheiden dürfen, wie wir unser Blatt gestalten. Es wurde gemunkelt, dass Reitz – neben Focus-Gerüchten – auch in der CDU als Schreiberling für Angie arbeiten wolle. Offensichtlich ist das Gehalt eines WAZ-Chefredakteurs, der nun auch noch in der Geschäftsführung absahnt, lukrativer.
Apropos Unabhängigkeit: Mittlerweile hat er alle „wichtigen“ Positionen so besetzt, dass es keinen Widersprüche mehr gibt. Ein Herr Norbert Röbers – von Reitz eingesetzt – behauptet, dass das Innenpolitik-Ressort verärgert und enttäuscht darüber ist, dass Interna an die Öffentlichkeit gelangen. Doch da ist niemand, der dieser Darstellung zustimmt. Sein Scherge Klümper (immerhin war er Chefredakteur bei der DB-Zeitung, die in der ersten Klasse ausliegt) übernahm P.’s Erbe, ist aber nicht mehr und weniger als ein Erfüllungsgehilfe seines größenwahnsinnigen Bosses. Dass er sich wie P. hinter die Lokalredaktionen stellt und sie schützt, werden wir wohl nie miterleben. Aber besser ist es ja für solche Personen, mit den Wölfen zu heulen, denn so verdient man ja nicht zu knapp.
Und da können Reitz, Klümper und selbstverständlich die GGF Nienhaus und Hombach ganz entspannt Mahlzeit sagen, denn mit diesem Gehalt dürfte es keine Probleme geben, sich Geld für diverse Fünf-Gänge-Menüs, schicke Wagen (Q7), die Familie (Privatschule für die Tochter) und die nächsten Jahrzehnte zurückzulegen, während die kleinen Redakteure in die Privatinsolvenz getrieben werden, weil sie sich – in der Hoffnung auf einen sicheren Job – Eigentum zugelegt haben, die Schulden demnächst nicht zurückzahlen können und auf der Straße stehen.
Mahlzeit
@(Vogel-)Freier
Streik ist das letzte Mittel, da muss man genau abwägen, aber warum nicht mal laut drüber nachdenken. In der Weihnachtszeit, wenn die dicken Anzeigen kommen….
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Ansonsten hilft vielleicht auch schon der Hinweis auf DerWesten.de
Hier wäre ein Hebel, der den wenig verhandlungswilligen Herren weh tun könnte. DerWesten ohne Lokalredaktionen wäre nur ein leeres Gerippe.
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Online first? Ja, Ja, Steiger! was im Revier so viel heißt wie der Klassiker “Meinem Kaiser bin ich treu. Seinem Herrn aber sage er, er könne mich im A….. lecken”.
Wieso sollen die WAZ-Redakteure eigentlich einer anderen Firma kostenlos zuliefern? Kann die WAZ-Gruppe das einfach so verlangen? Steht das in den Arbeitsverträgen? Online first?
@yes, we can
Von mir aus kann der Reitz zwei Audi Q 7 fahren, sich wie heute mit einem Phaeton mitten in die Fußgängerzone kutschieren lassen – warum schleppt die Stadt Essen solche Proleten nicht einfach ab? – und auch dicke Zigarren auf WAZ-Kosten rauchen.
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Dann müsste er aber auch Leistung bringen, an intelligenten Lösungen mitarbeiten wollen, wie sie der BR heute diskutiert hat, den Laden – für dessen Niedergang seit knapp vier Jahren dank fehlender Voraussicht mitverantwortlich ist – wieder für Leser attraktiv machen und auf Vordermann bringen – und nicht von neuen Produkten wie von Geheimwaffen orakeln – und sich vor seine Redaktionen stellen.
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Sonst könnte leicht der Einruck entstehen, er wäre nur ein GRÖCHAZ (Größter Chefredakteur aller Zeiten).
Obwohl ich nun nicht durch unbedachte Äußerungen an dieser Stelle meine Hoffnung auf eine Festanstellung in der WAZ-Familie endgültig begraben möchte, meine ich mich an zahlreiche Streiks erinnern zu können, die aus geringerem Anlass organisiert wurden.
Was sind 5 Prozent mehr Lohn, wenn man arbeitslos ist?
Die Idee mit dem derwesten-boykott durch die Lokalredaktionen finde ich spontan gut. Aber das kann nicht alles sein.
Ich bin bereits arbeitslos. Ihr solltet mehr dafür tun, es nicht zu werden.
Mal ganz abgesehen von den Auswirkungen dieses Unfugs auf die Qualität unserer Zeitungen…
Ulrich Reitz hat heute gezeigt, wo er steht und wer ist.
Eines steht für mich seit heute fest: Er ist nicht die WAZ! Er ist Ulrich Reitz!
@yes, we can
Zeitung kann man nicht gegen seine Belegschaft machen. Die Verabschiedung von Hans-Jürgen Pöscke aus seinem Amt als stellvertetender Chefredakteur (Ruhestand) haben wir WAZ’ler noch alle gut in Erinnerung.
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Er hatte eine gute Ausgangslage, um diesem Chefredakteur, der ihn wohl wenig überzeugt hatte, seinerseits ein paar markige Worte mit auf den Weg geben zu können.
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Wir können nur hoffen, dass wir noch lange bei unserer WAZ, WR, WP oder NRZ arbeiten werden, wenn Reitz von den Gesellschafterfamilien irgendwann sang- und klanglos gegangen worden ist.
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Ja, wir müssen und wollen unsere Zeitungen stärken. Da die Chefredaktion und die GGF mit den angedrohten Massenentlassungen dies verhindern will, müssen sie aufgehalten werden, bevor der Flurschaden noch größer wird.
“Mahlzeit”
Online ist meiner Meinung nach ein wichtiger Baustein, wenn nicht gar der wichtigste Baustein für das Nachrichtengeschäft – ich sage extra Nachrichten- und nicht Zeitungsgeschäft der Zukunft.
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Doch auch dafür braucht man qualifiziertes und vor allem motiviertes Personal. Es von Bord jagen zu wollen – und ihm dabei noch kaltlächelnd in die Augen sehen zu wollen – kann nur grundfalsch sein. Denn wer soll die Arbeit leisten? Etwa die dann um 1/3 reduzierten Redaktionen? Oder WAZ-Redaktionen in Sofia?
Hat einer von euch einen WDR-Bericht über die Veranstaltung im Hörfunk oder im Fernsehen gesehen? Ich nicht. Ich hoffe nicht, dass die vor ihrem Kooperationspartner eingeknickt sind und nix gesendet haben. Bei denen steht auch auf der Homepage nix….
Das Schlimme ist: Bei uns (WR) scheint jeder Angst zu haben, als Erster den Kopf aus der Deckung zu heben.
Insgeheim rechnet hier jeder seit Wochen seine Sozialpunkte aus.
Alle über 55 erwarten, zwangsweise verabschiedet zu werden.
Den Jungredakteuren ohne Kinder geht der Arsch auf Grundeis. Viele sind nicht einmal organisiert und haben schlicht panische Angst.
Bei den Volos, die auf Übernahme spekuliert haben, ist Endzeitstimmung angesagt.
Es muss was passieren. Wir müssen aus der Defensive raus, sofort.
@ (Vogel-)Freier
Die Gewerkschaften haben in der Pressekonferenz nach der Betriebsversammlung sehr deutlich gemacht, dass die freien Kolleg(inn)en mindestens ebenso, wenn nicht mehr, betroffen sind.
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Mich hat Bodo Zapp am meisten beeindruckt, der aus seinen “Bauchschmerzen” keinen Hehl machte, wenn er daran denke, was den Lokalen drohe. Man kann ihm und den WP-Redaktionen nur alle Daumen drücken, dass ihnen trotz aller Maßnahmen ein neues “Modell” gelingt … eine wirklich gute Lokalzeitung für die Leser, ganz ohne mit den anderen drei Zeitungen über denselben Newsdesk gezogen zu werden.
Tja, Betriebsräte und Gewerkschafter, Kollegen, wr hat Recht!
Bei uns ist es doch genauso: Die Zeit, bis Klümper und Reitz uns ironisch grinsend die Lokalredaktion unterm Arsch zumachen, sollten wir nutzen.
“Mahlzeit” – woran erinnert mich das nur?
http://www.myvideo.de/watch/2953261/Mahlzeit_Das_kleine_Arschloch
Ich hab ja nunmal neuerdings viel Zeit…
@fifyruhr: Das konnte ich bisher zwar nirgendwo nachlesen, glaube es aber natürlich. Nur geholfen hat mir meine Gewerkschaftsmitgliedschaft in xx Jahren noch nie. Aber egal. Ich bleibe euch auch arbeitslos treu und zahl den Mindestbeitrag
Zur WP: Was bedeutet eigentlich die Sonderrolle der erzkonservativen WP für die (früher) eher linke WR?
Wenn im nächsten Schritt der Einheitszeitungsoptimierungsmaßnahme in jeder Stadt nur noch eine Lokalredaktion tätig sein soll, dann heißt das ja wohl, dass die WR-Lokalredaktionen Hagen und Hohenlimburg dicht gemacht werden?!? Mal abgesehen von allen WR-Redaktionen im östlichen Sauerland, wo die WP durch die Bank mehr Auflage hat….
Ein schwarzes Sauerland von Hagen bis Meschede. Was sagt eigentlich die SPD dazu??
@(vogel-)freier
Die SPD hat ja schon von ganz oben in Form von Müntefering interveniert und einen Brief an Hombach (früherer SPD-Karriere- und Spitzenmann) und Nienhaus geschrieben. Die beiden haben sinngemäß zurückgekabelt: Ohne diese Maßnahmen gäbe es eine “wirtschaftliche Katastrophe”.
Wie soll man das nun wieder bewerten? Bei einem Umsatz rund rund 1,8 Milliarden Euro (2006) und einer vermuteten Umsatzendite von 15 Prozent wären zehn bzw. 30 Millionen doch zu solange zu verkraften, bis neue Konzepte ohne Massenentlassungen greifen.
Zudem sollen die Verlegerfamilien zusammen 4,5 Milliarden Euro Privatvermögen besitzen.
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Und wie sagt das GG (Grundgesetz):
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Eigentum verpflichtet
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http://bundesrecht.juris.de/gg/art_14.html
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Wollen die Verlegerfamilien Brost, Schubries, Holthoff-Pförtner und Grotkamp gegen das Grundgesetz verstoßen?
Wenn mir heute jemand “Mahlzeit” wünscht, kann es sein, dass mir die Hand ausrutscht.
[...] über die Betriebsversammlung der WAZ Betriebsräte gefunden. Daher erlaube ich mir einen Kommentar aus dem WAZ Protest Blog zu zitieren, der sehr gut einen ersten Eindruck (Stimmung und Analyse) vermittelt: Es war eine [...]
@anfrager
Habe nur das beim WDR gefunden – einen Vorbericht.
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http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2008/11/11/moecho_03.xml#nearforms
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Ansonsten wohl Sendepause…
Sodala, die GGF und Schickler haben ihren Fahrplan, wo ist unser?
Der könnte doch so aussehen:
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- Gewerkschaften informieren Gäste des feinen WAZ-Wirtschaftsforums über geplante Massenentlassungen
- Betriebsräte rufen zum Weihnachtsspaziergang auf
- Weihnachskonzert der 900 WAZ-Gruppen-Sänger am Haus vor Frau Brost
- Lichterzug: Gedenk-Kerzen auf das Grab von Herrn Brost
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Wenn die Herren Phaeton-Fahrer glauben, wir könnten und nicht wehren, dann haben sie sich geschnitten.
“Mahlzeit”
@Anfrager
Offenbar scheint die WAZ selbst den WDR in der Tasche zu haben. Habe auch vergeblich den Bericht gesucht. Lediglich im Radio bzw. im Internet wurde über unsere Betriebsversammlung berichtet. Die GGF und die gesamte Geschäftsführung das Publikmachen noch mehr als der Teufel das Weihwasser. Ob die WAZ Mediengruppe dafür noch ein paar Radio-Werbungen zusätzlich schaltet, um die mit unseren GEZ-Gebühren bezahlten Redakteure mundtot zu machen?
@ungerecht: Welche dicken Anzeigen im Weihnachtsgeschäft??? Frag mal die Medienberater, wenn das so weiter geht, wird das dieses Jahr nix!!!!
Hallo, jemand die WAZ gelesen?
Da bringt die WAZ auf einer Extra-Seite heute die Reitz-Schlagzeile “Ich hoffe, wir schaffen es ohne Kündigungen”
Tja, wenn dass keine klare Desinformationspolitik ist. Am Dienstag hat dieser Mann in der Betriebsverammlung noch gesagt. “Ja, es wird betriebsbedingte Kündigungen geben. Und wir werden den Menschen, denen wir sie überreichen, dabei in die Augen sehen, wenn wir ihnen die Kündigungen geben”.
Jetzt werden offenbar Nebelkerzen gezündet…. oder Herr Reitz wird von der GGF und/oder von den Eigentümern zurückgerudert. Oder will er einfach nur – bis der dicke Hammer der nackten Zahlen am 2. Dezember kommt – die Redaktionen arbeitsfähig halten?
Für wie blöd hält man uns Leser und Kollegen eigentlich. Wir brauchen ein klares Wort der Gesellschafter, auf das man sich verlassen kann: Herr Grotkamp und Frau Brost – übernehmen Sie!
In der Betriebsversammlung am 11.11. wurde erklärt, auch die „Platzierung einer Vielzahl nicht vermarkteter Service-Seiten“ sei ursächlich für das Defizit der NRW-Titel der WAZ Mediengruppe. Richtig ist:
Die angesprochenen Service-Seiten wurden ausschließlich auf Bestellung der Titel produziert und durch den Verlagsleitstand in den Titeln (2. bis 4. Buch) platziert. Diese Service-Seiten wurden benötigt als Ausgleich für den Vierersprung und hatten ausschließlich den Charakter von Füllseiten, die nur bei unabdingbarem Bedarf zu verwenden waren.
Der Mehrbedarf an Service-Seiten war eine Folge der Anfang 2007 eingeführten neuen Buchstruktur mit strikter Ressortfolge bei gleichzeitiger Mantelerweiterung um 2 Seiten. Diese zusätzlichen Seiten sowie mehrseitige Eigenanzeigen (z.B. Mediathek) führten dazu, dass nicht selten in einigen Vertriebsgebieten bis zu 3 Service-Seiten je Ausgabe platziert werden mussten.
@G.Schute
Danke für diese Klarstellung. Sie zeigt beispielhaft einmal mehr, was von den bisherigen offiziellen Erklärungen zu halten ist.
Interessant schien mir auch der Hinweis, dass die Beraterfirma Schickler die ach so desaströsen Zahlen zusammengestellt hat. Sprich: die Geschäftsführung hatte vorher gar keinen Durchblick?
@Koll. Schute
Hallo MSG-Kolllegen, willkommen in Boot. Euch jetzt noch einen Strick zu drehen, ist völlig neben der Tasse.
Halllllllllllllllllllllllllo, hab ich jetzt gestern in der Versammlung was falsch verstanden oder biegt sich die WAZ heute in ihrem Artikel da was zurecht.
Kolpazki hat kein Wort von betriebsbedingten Kündigungen in den Raum gestellt, wohl aber Reitz: Wir müssen uns von Menschen trennen. Richtig, Herr Reitz sollte mal in den Spiegel schauen und sich selbst Tschüss sagen……
Ich muss sagen: Bis zur Betriebsversammlung war mir nicht wirklich klar, dass es so schlimm kommt. Ich habe mir den Herrn Reitz immer als “Vollblut-Journalisten” vorgestellt, ich kannte ihn ja nicht. Nennt mich jung und naiv – aber ich dachte immer, ein Chef-REDAKTEUR sei ein intelletueller, feingeistiger, gewissenhafter und engagierter Streiter für seine Redaktion. Was ich erlebte, war ein Mensch, der nicht für uns spricht, sondern für seine Schicki-Freunde.
Reitz will den Menschen in die Augen schauen, denen er kündigt? Und hat damit kein Problem? Mein Gott, damit sollte jeder normale Mensch ein Problem haben!
Wenn ich das richtig verstanden habe, sind wir, das Fußvolk, diejenigen, die durch Blödheit Millionenverluste eingefahren haben. Komisch – ich selbst habe in Extra-Zeit Serien gemacht, nach dem Schließen der Geschäftsstelle Zeitungen für Leser nachbestellt, bin um 23 Uhr nochmal in die Redaktion gefahren, um einen Unfall reinzustellen. Ich habe meinen Wohnsitz auf Wunsch ins Verbreitungsgebiet verlegt, obwohl ich hier kein Schwein kenne und viele Freundschaften dadurch gelitten haben. Und jetzt heißt es, ohne mich wäre die WAZ besser dran?
Mich hat das völlig runtergezogen. Meine Arbeitsmoral ist erstmals so richtig unten. Wenn das das Ziel der Geschäftsführung mit ihrem Auftritt war – geschafft. Mn hätte das wirklich anders rüberbringen können.
Ich weiß gar nicht, worüber Ihr Euch aufregt, Ihr lieben WAZ-Kollegen. Euer Chefredakteur kann immerhin die Uhr. Frau L. von der desaströs defizitären WR platzte um 11.33 Uhr in die Veranstaltung. Diese Respektlosigkeit stellt ein schnödes “Mahlzeit” locker in den Schatten. (by the way: 800 Kollegen hatten es pünktlich nach Essen geschafft)
[...] gestrige Betriebsversammlung in der Lichtburg in Essen brachte auch außer vielen offenen Fragen keine neuen Erkenntnisse. Interessante Beiträge hierzu finden Sie im Pottblog, im Blog [...]
[...] Unter der Schlagzeile “Die wollen und weichkochen” berichtet Boris Rosenkranz von der taz über die gestrige WAZ-Betriebsversammlung: [...]
Was “Füllseiten” angeht – wieviele ganzseitige Fotoseiten mit zum Teil geringem Nachrichtenwert haben eigentlich in 2008 teuren Platz eingenommen? Und wer hat diesen Platz zur Verfügung gestellt?
@rosi: Jede Kritik von Leser(inne)n ist willkommen. Sie sollte nur weiterhelfen. Dieser völlig undifferenzierte Rundumschlag hilft niemandem. Du musst schon sagen, wen oder welche Redaktion, zumindest aber welche Zeitung du meinst. Die Kollegen hier sind nicht für die gesamte bundesdeutsche Zeitungslandschaft verantwortlich.
30 Millionen einsparen? Wie wäre es wenn man mal wieder die Erlöse durch Kundenfreundlichkeit optimiert? Die neuen überregionalen Märkteseiten sind ja ganz nett anzusehen, aber sie haben zum Beispiel durch die Diversifizierung innerhalb des WAZ-Erscheinungsraumes einen ultrahohen Plattenverbrauch und einen hohen Aufwand, der nicht im Verhältnis zum Ertrag steht. Da geht Woche für Woche ein fünf- bis sechsstelliger Ertrag flöten, weil man die Deadline weit vor den Dienstschluß der Medienberater gelegt hat und die die Welt nicht verstehen und verstehen wollen, wie das in Zeiten der Digitalisierung denn sein kann.
Daher mussten schon einige Kunden abgewiesen werden, die dann natürlich für immer weg waren in Richtung Konkurrenz oder Internet. Es hat damals heftige Proteste gegeben, doch knallhart wurden die Kritiker damals beschieden, dass man mit diesen Schlußzeiten im bundesweiten Durchschnitt der Verlage liegen würde. Hallo? Was interessieren uns andere Verlage? Wenn die WAZ durch kundenfreundlichen Service Umsatz machen kann, dann nimmt man doch die Kohle natürlich mit, oder sehe ich das falsch? Bei uns hat das den Anschein, dass die WAZ gerne freiwillig darauf verzichtet, Hauptsache es läuft ansonsten alles stromlinienförmig.
Auch zahlreiche Bestatter sind ziemlich angefressen, dass ab dem späten Nachmittag für den nächsten Tag nichts mehr geht, obwohl die netten Damen des Kundencenters bis 20.00 Uhr auftragsmäßig und gestalterisch zur Verfügung stehen würden. Anstatt Mehreinnahmen sieht man dann am nächsten Tag zahlreiche interne (4c-)Füller auf kunterbunten Familienseiten, bei denen man beispielsweise lernt, wann die Gebrüder Wright im Motorflugzeug ihre Runden gezogen haben.
MannOMann es wurde eine Riesensumme in neue Technik in Vorstufe und Rotationen investiert und es wurde mehr Flexibilität, Schnelligkeit und Qualität versprochen. Eher hat man das Gefühl, dass seit 2 Jahren dabei die Rolle rückwärts gemacht wird. Einige Alt-WAZler die über das jetzige Erscheinungsbild nur noch den Kopf schütteln, feixen unverhohlen rum, wie sie dem Lebensmittelladen von nebenan noch nachts um halb eins die Anzeige für den nächsten Erscheinungstag “geklebt” haben und das auch noch am Freitag für die überregionalen Märkte alles mitgegangen ist, was akquiriert wurde.
Liebe Redakteure aller Titel, oben genannte Punkte sind vielleicht einige Gründe, warum die WAZ nicht mehr an ihren Zeitungen verdient, weil sie sich -warum auch immer- von den Lesern und Kunden in der Fläche und auch durch Unflexibilität immer mehr entfernt. Der nächste Schritt wird dann sein, dass man treuen Lesern zumutet, dass es die geliebte WAZ, NRZ, WR oder WP als eigenständige Ausgabe nicht mehr geben wird und man ihm zum Beispiel eine WR-Ausgabe Olpe vorgaukelt, obwohl es WP-Seiten sind, denen nur die WR-Köpfe darüber platziert wurden – da sage ich MAHLZEIT!!!
Da sind aber wir alle kleinen Lichter zusammen keineswegs schuld dran, es wurden lediglich die Ideen und Vorstellungen umgesetzt, die sich die “Think Tanks” innerhalb der WAZ ausgedacht haben und es gab nicht die geringste Chance manchen Irrweg aufzuhalten. Jetzt haben wir aber den Salat und müssen das gemeinsam durchstehen.
@Mr. Deeds: Schon interessant, dass man als Redakteur in diesem Forum mal von solchen Zusammenhängen erfährt. Danke dafür!
Eher verwirrend, aber auch höchst interessant waren die Zahlen, die durch die Lichtburg schwirrten. Wurde bisher nicht immer suggeriert: 30 Millionen müssen eingespart werden, um auf eine schwarze Null zu kommen? Bei der BV klang es dagegen so, dass jährlich “nur” 10 Millionen Miese gemacht werden. Außerdem bezogen sich einige Ergebnisse auf unterschiedliche Zeiträume – hat da jemand den Überblick behalten?
Übrigens: Dass die WAZ mit ihren teils sehr großen Redaktionen und dem starken Auflagenverlust angeblich die mit Abstand besten Ergebnisse einfährt, ist ja wohl ein Witz. Wo tauchen denn die Einnahmen überregionaler Anzeigen in der Bilanz auf? Hauptsache, Herr Reitz hat gute Argumente.
@schockstarr
Richtig: Wir buttern doch seit Jahren zu den WAZ-Gewinnen dazu. Von wegen 36,5 Stunden Woche. Wenn wir die durchzögen, dann säßen die meisten Lokalchefs und Ressortleiter spätestens Donnerstagmittag für den Rest der Woche allein in den Redaktionen.
Wenn die Gewerkschaft und der WAZ-Personalchef von 900 Stellen x 36,5 Wochenstunden (Minimum) reden, dann kalkulieren sie mit 32.850 Wochenstunden für die diversen WAZ-Produkte an Arbeitszeit.
Feuerte man 300 Kollegen, fehlten 10.840 Stunden. Wie soll man damit noch ein Premium-Print-Produkt und Waz-World plus Online machen?
Kollegen, geben wir ihnen doch erst einmal die 36,5 Stunden!
Dann könnten sie 300 zusätzliche Stellen einrichten – bei dem, was die Redaktionen künftig leisten sollen. Ich sage nur weitere Online-Qualifizierung mit Video-Paket.
Ich komme in der Woche oft auf 50 ARBEITS-Stunden – und das bei einer bereits durchoptimierten Arbeitsorganisation und echten Kollegen, die immer dann mit ins Rad greifen, wenn man sein Päckchen aus Aktualitäts- und Qualitätsgründen nicht alleine schafft.
Und das bei Tarifgehalt – ohne einen Cent an Zulagen.
Hombach, Nienhaus und die fünf Chefredakteure sollten sich mal bei einem – es können auch sieben – Premium-Pils zusammensetzen und sich fragen, wie sie den Wegfall von 10.840 Stunden plus X an Online-Mehrarbeit auffangen können.
Wirklich, der Mann hat das Zeug zum Reitz-Propagandaminister. Der Arbeitsplatzabbau wird moralisch umgedeutet, er ist “gerecht”, der Erhalt der Arbeitsplätze folglich “ungerecht”. Donnerwetter, darauf muss man erstmal kommen.
Maaaaaahhhhhhlzeeeeeeiiiiiittttt!!!
Jetzt muss ich auch mal kurz ein Bäucherein machen! Komme mir seit Tagen vor wie bei Orwell’s “Farm der Tiere”. ‘Old Major’ musste im Januar 07 leider (und das meine ich ganz ernst) von uns gehen… Danach haben sich Napoleon und Schneeball immer weiter vorgearbeitet und Boxer und Kleeblatt bleiben jetzt auf der Strecke…
Die Berichterstattung in der WAZ und in der NRZ über die Betriebsversammlung am 11. November muss jedem Journalisten mit einem Rest von Anstand die Zornesröte ins Gesicht treiben. 800 Redakteure in der Lichtburg, aber WAZ und NRZ griffen auf eine DPA-Vorlage zurück. Der Originaltext von DPA wurde stark „redigiert“, zutreffend ist die Formulierung, dass der Text manipuliert wurde.
Zum Beispiel diese Textpassage wurde (natürlich) gestrichen:
„Die Gewerkschaften planten breite Öffentlichkeitsaktionen gegen einen `Kahlschlag” mit Einsparungen von bis zu 30 Millionen Euro und bis zu 300 betriebsbedingten Kündigungen, sagte Döhring. Schon jetzt erscheinen die `Westdeutsche Allgemeine Zeitung” WAZ, die `Neue Ruhr/Rhein Zeitung” NRZ, die `Westfälische Rundschau” WR und die `Westfalenpost” WP mit geringerer Seitenzahl. Außerdem sollen WAZ, NRZ und WR künftig in einer gemeinsamen Mantelredaktion zusammenarbeiten.“
Aus dem DPA-Text geht deutlich hervor, dass die Agentur den WAZ-Chefredakteur nicht mit seinen in der Versammlung gemachten Aussagen zitiert, sondern aus einem später geführten Gespräch. Auch dieser Hinweis wurde gestrichen, so dass beim Leser der Eindruck entstehen musste, DPA berichte über die Betriebsversammlung.
„Ich hoffe, dass wir es ohne betriebsbedingte Kündigungen schaffen“, wird abschließend Herr Reitz im DPA-Bericht zitiert, in der Versammlung hat er das Gegenteil gesagt.
Die WAZ Mediengruppe hat einen Verhaltenskodex verabschiedet, den auch Herr Reitz unterschrieben hat. Dort steht:
„Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten und Berichten durch Geld oder sonstige Vorteilsgewährung bestechen lässt, verstößt eklatant gegen den Verhaltenskodex und wird entlassen.“
Was wird geschehen? Nichts! Denn natürlich gilt als oberstes Gebot: Erfolgt die Unterdrückung oder Fälschung von Nachrichten im Interesse der WAZ Mediengruppe und/oder ihrer Geschäftsführung, wird der jeweils verantwortliche Chefredakteur mit einem Bonus belohnt
@newsman
Eben, der Fisch stinkt – vom Kopf her. Möchte mal wissen, wer in der WAZ-Zentrale an dieser groben und durchschaubaren Manipulation mitgewirkt hat? Die taz dagegen hat am Mittwoch bestens berichtet. Macht weiter so!
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Nachzulesen unter.
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/%5Cdie-wollen-uns-weich-kochen%5C/
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Mal von einem ganz anderen Planeten:
Ich habe Herrn R. gegen Ende der 90er als neuerkorener ChefRed von RP erlebt, aus der Ferne (ich arbeitete als Zeilenschinder in einer Lokal-/Regionalredation der RP) – und was damals (lokal) geschah:
1. Der altgediente Redaktionsleiter mit Bodenhaftung in Stadt und Region wurde gegangen, und an seine Stelle trat ein interessanter Mensch, der die Redaktion mit Kommentaren aufmischte, unliebsame Redakteure in die Pampa versetzte und die restliche Mannschaft auf Stromlinie trimmte. Das Blatt litt, die Redaktion litt, die Auflage litt. Tragisch am Rande: Der interessante Mensch war Täter und Opfer zugleich – er zog zuerst mit der Familie in das Verbreitungsgebiet um und mußte nach Vollzug der Maßnahmen den Hut nehmen.
2. Die Produktion wurde rationalisiert, die Fotografen mußten digitalisieren, die Reds ein neues Produktionssystem lernen, das Erscheinungsbild wurde nach aufwändiger Begutachtung eines Düsseldorfer Professors auf neue Schriftarten und Gestaltungsvorschriften umgestellt. Den Nutzen hat der Leser leider nicht erkannt, die Auflage sank stattdessen – die Kosten (die IT-Dienstleister und der Professor haben das nicht kostenlos machen wollen) für den Zinnober waren . . . tja, wie man hörte: Recht hoch.
3. Die Formate/Artikel wurden gekürzt, Inhalt und Form haben gelitten (Reportage maximal 80 Zeilen bei 5 Spalten) – und schon wieder wurden “Format” und Leser verheizt, von den Nöten (weniger Zeilen für die gleiche Anzahl an Terminen) der Zeilenschinder und “festen Freien” ganz zu schweigen.
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Mein Fazit: Journalismus ist den neuen “Verlegern” immer nur Deckmäntelchen, solange die Margen stimmen – wenn das Deckmäntelchen fällt, kommt das wahre Gesicht zum Vorschein. Herr Reitz ist ein Gesicht. Prost “Mahlzeit”.
@pythargoras: Falsches Spiel mit den Zahlen
Ja, die Zahlen. 10 Mio ist der prognostiziete Verlust über alle 4 NRW-Titel in diesem Jahr; realisiert waren bis September 8 Mio. Wobei eben angeblich NRZ, WR und WP übers Jahr 30 Mio Miese machen, die WAZ 20 Mio Plus. Ich bin da auch skeptisch, ob das wirklich sauber gerechnet ist. Die schwarze Null jedenfalls ist offenbar nicht das Ziel über alle Titel, sondern für jeden Titel einzeln – und den WAZ-Gewinn nimmt man dann gerne mit, schließlich müssen die Familien in Genf auch versorgt sein. Die genannten 35 Mio seit 2006 ist das, was man weniger über hat als damals.
Die Sache mit dem WAZ-Gewinn ist übrigens keine Lapalie – und KEINESWEGS nur ein Nullsummenspiel: Wenn alle vier Titel 10 Mio Miese in 2008 machen, die WAZ dabei aber 10 Mio Plus statt der angeblich 20 Mio und die anderen dann also nur 20 Mio Minus – dann müsste man, ließe sich man auf die Rechnung der GGF ein, ja nur 20 Mio sparen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Nur witzig finde ich das gar nicht. Es geht eben nicht nur um Reitzens Ego, es geht auch nicht darum, die Titel gegeneinander auszuspielen, es geht tatsächlich um Jobs – 10 Mio machen, mit Nebenkosten gerechnet, so Pi mal Daumen 100 Redakteurs-Stellen aus.
Mir ist dabei natürlich klar, dass kein Konzern auf Dauer in seinen Einzelteilen ein Minus akzeptieren möchte. ABER HIER WIRD OFFENBAR MIT DEN ZAHLEN ÜBEL GETRICKST – AUF UNSERE KOSTEN! Und nur zur Erinnerung: Renditeziele, wie sie die WAZ-Gruppe gelegentlich öffentlich herausposaunt hat, gelten in der Finanzbranche heutzutage ja geradezu als kriminell.
Lieber Herr Reitz,
wenn ich mich nicht irre, fährt Ihre Zeitung seit Monaten die größten Aboverluste aller Titel in NRW ein. Sie vernichten Auflage! Kann das auch mit Ihrem Konzept zusammenhängen?
Ja, richtig: Sie haben die WAZ grundlegend verändert. Leider ohne Erfolg. Denn wie heißt es doch so schön: Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Ihnen aber laufen die Kunden weg. Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass Sie falsch liegen könnten?
Wohl nicht, das würde auch kaum zu Ihrem selbstbewussten Auftreten passen. Sie haben sich von Ihren Lesern entfernt – so wie Sie sich offenbar auch von Ihren Mitarbeitern entfernt haben. Vielleicht sind Sie einfach ein schlechter Chefredakteur.
Das alles macht mir, bezogen auf die Zukunft von WR und NRZ, große Sorgen. Sie werden diesen beiden Zeitungen nun auch Ihr Konzept überstülpen und gleichzeitig die lokale Berichterstattung vernachlässigen. Das wird Leser kosten. Allen, die nun den Sonderweg der WP als “Heimatzeitung für Südwestfalen” belächeln, sei gesagt: Dieser Weg wird erfolgreicher sein.
Mahlzeit Herr Reitz,
wann fahren Sie denn nach Recklinghausen, um den Kolleginnen und Kollegen dort die beschlossene Schließung der Ausgabe Vest mitzuteilen?
Übernehmen Sie für die desaströse Entwicklung dieser Ausgabe (Auflage minus 40%) die Verantwortung?
War es nicht Ihr Konzept, die Lokalredaktionen im Kreis RE zu schließen, um sie dann durch diese vom Markt abgelehnte Ausgabe zu ersetzen?
Herr Reitz, seit dem Start dieser Ausgabe haben Sie sich nicht einmal in der Redaktion Recklinghausen sehen lassen. Sie stellen sich eben nicht einer kritischen Diskussion, sondern Sie verstecken sich in einer großen Seifenblase.
“Ihr” neues Konzept ist das Papier nicht wert, auf dem es steht. Aber Sie werden schon wieder Claquere finden, die dieses Konzept laut loben. Und notfalls kann man das Lob ja auch einkaufen. Darin sind Sie ja geübt. “Doktor Stratmann” wird wie nach Ihrer grandiosen Layout-Reform sicher gerne wieder gegen entsprechendes Honorar zur Feder greifen.
Merke: Ihre Jubler können Sie kaufen, die Leser und Ihre MitarbeiterInnen können Sie nicht für dumm verkaufen.
Mahlzeit, Herr Reitz
Sehr geehrte Frau Brost,
sehr geehrter Herr Grotkamp,
wenn Sie an der Belegschaftsversammlung teilgenommen hätten, bei dieser Situation einen Blick zurück geworfen hätten, wären Sie sicher auch zu der Erkenntnis gelangt: Das ist so nicht mehr meine WAZ. Ein arroganter, unansprechbarer Chefredakteur Reitz, der nicht bereit war, auch nur eine Frage zu beantworten und von notwenigen Entlassungen sprach, obwohl er in den vergangenen Jahren diese Situation hätte mit verhindern können.
Die vorgetragenen Zahlen waren nicht nachzuvollziehbar, überprüfbar und sicherlich nicht durch die Redaktionen zu verantworten. Sie gehörten einfach in dieser Form hier nicht hin. Wenn Herr Hombach in seinem Antwortschreiben an Herrn Müntering von einer “ökonomischen Katastrophe” sprach, muß sich doch jeder fragen: Wie konnte es zu dieser Situation, Eskalation kommen? Bei einem fähigen Management hätte viel früher die sogenannte Reißleine gezogen werden müssen. Die Belegschaften haben in der vergangenen Jahren mehrfach gezeigt, dass sie bereit sind, sich für ihr Unternehmen WAZ in fast jeglicher Form einzubringen, mit Kompetenz, Wissen vor Ort, als Vermittler zwischen Zeitung und Leser, nicht zuletzt auch mit möglichem Verzicht, wenn die Notwendigkeit denn überzeugend dargelegt wird.
Wie es sich nun zeigt, spielen Mißmanagement eine große Rolle bei der “Misere”. Das fängt mit Fehlentscheidungen in der Technik an. Wenn zu viele Druckplatten in der Rotation, zu viel Papierverbrauch bei sinkender Auflage zu zu hohen Kosten führten, wenn falsche Schlußzeiten zu Anzeigenrückgängen führten, wennder Einsatz von zu vielen sogenannten Füllseiten auch ein zu hoher Kostenfaktor war, warum wurde hier nicht früzeitig genug das Ruder rumgerissen? Das hat Herr Hombach zu verantworten, nicht die Redaktionen.
Viele von uns können sich ohnehin nicht des Eindruckserwehren, dass es keiner Beratungsgruppe Schickler bedurfte, um die Schwachpunkte der Zeitungsunterneghmen frühzeitig zu erkennen. Das sieht wie eine Alibifunktion aus. Es ist übrignes interessant einmal im Internet in die Selbstdarstellung dieser Berater zu sehen. Da ist zu lesen, dass sie stets “auf der Augenhöhe der Mitarbeiter” ihrer sogenannten Kunden handeln, gleichzeitig aber auch behaupten: “Unseren Beratern brauchen Sie nicht erst in ihr Geschäft zu erklären…” Wo sind wir dahin geraten?
Und noch etwas. Wo kommt eigentlich die Zahl der 300 zu Entlassenen her? Wie wurde sie berechnet? Um 300 Redakteure und -innen zu entlassen, benötigt man doch eigentlich kein Beratungsunternehmen. Oder hat man selber keine überzeugende Begründung parat? Altkanzler Kohl hat einmal an die Adresse deutscher Unternehmen gesagt, dass diese in “brenzlichen Situationen” in der einfachsten und schnellsten Lösung zu oft nur Entlassungen sehen. Kreativität in jeder Hinsicht sei gefragt. Da lag er richtig.
Sehr geehrte Frau Brost , sehr geehrter Herr Grotkamp, wenn ihre beiden Geschäftsführer auf dem radikalen Weg weitermachen, ist nicht nur das Vertrauen der Begschaft hin, sondern auch das der Leser (Abbestellungen ). Ganz abgesehen von der Verschleuderung von jornalistischem Nowhow. Oder brauchen Sie das beim neuen Führungsstil der Geschäftsleitung und der WAZ-Chefredaktion nicht mehr?
Verleger Oppenberg (NRZ) hat einmal festgestellt, dass Journalisten, die sozial nicht abgesichert sind, sich nicht in der Lage befinden, journalistisch das zu leisten, wozu sie in unserer Demokratie verpflichtet sind.
Frau Brost, Herr Grotkamp, greifen Sie ein!. Die Belegschaft der vier Zeitungstitel wird es Ihnen sicherlich danken. Sie ist nach meiner Einschätzung auch bereit vorübergehend Opfer zu bringen, wenn man sie in die Problemlösung voll einbindet.
Dies kann durchaus als Hilferuf verstanden werden.
Da habe ich doch etwas vergessen: Die immer gepriesene Leser-Blatt-Bindung ( mit Anzeigenaufgabe ) wurde gekappt. Die hierfür vorgesehenen Anlaufstellen wurden aus der City verlegt.
In den sogenannten WAZ-Buchläden hört der Leser, Rezipient, zu oft: Sind wir nicht zuständig.
Beim Lesen des Vorberichts erinnere ich mich:
Seit Jahren erledige ich in der Redaktion stundenlang für den Verlag redaktionsfremde Arbeiten. Ab 17 Uhr ( wenn kein zuständiger Sachbearbeiter mehr da ist ) vertröste ich fast jeden Tag Anzeigenkunden, Abonnenten. Eigentlich müßte ich formulieren: Ich belüge sie, um meinen Verlag vor Unannehmlichkeiten zu schützen. Und es geht nicht nur mir so.
@fiftyruhr zu Bodo Zapp
@Mit Herz bei der Zeitung
Allen, die nun den Sonderweg der WP als “Heimatzeitung für Südwestfalen” belächeln, sei gesagt: Dieser Weg wird erfolgreicher sein.
Ich bezweifle, dass dieser “Sonderweg” allen bei der WP bekommen wird. Was passiert denn mit den Lokalredaktionen, wenn der Mantel so bleibt wie er ist – sowohl personell als auch inhaltlich? Das Konzept, das dahinter steckt – wenn es denn überhaupt eines gibt – hat sich mir bislang noch nicht erschlossen. Derzeit sieht es so aus, als wenn Herr Zapp nur sich und seiner Mannschaft den “Arsch” retten will, bluten müssen dafür dann die Lokalredaktionen. Das Bauchgrummeln unseres CR entwickelt sich bei mir und meinen Kollegen mehr und mehr zu einem Magengeschwür.
Der auftritt des herrn reitz war mit abstand das menschlich niedrigste und verkommenste, was ich in über 25 berufsjahren bei der zeitungsgruppe WAZ erlebt habe. Es ist mir völlig unerklärlich, wie ein mensch, dessen aufgabe doch unter anderem menschenführung sein sollte, binnen weniger sekunden die gesamte belegschaft gegen sich aufbringen kann. Mir geht es dabei erst in zweiter linie um die inhalte. Über die wird noch gesprochen werden, und zum glück entscheidet herr reitz darüber nicht allein.
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Was mich aber zutiefst abgestoßen hat, war die art und weise seines auftretens, angefangen bei seiner betont proletenhaften begrüßung und endend bei seiner peinlichen weigerung, zu den argumenten der redaktionen noch einmal kurz stellung zu beziehen. Von “in-die augen-sehen” war schon da nichts mehr zu spüren. Herrn reitz’ verhalten war den menschen im saal gegenüber unverschämt, es war anmaßend (ist herr reitz jetzt eigentlich neuer sprecher der geschäftsführung?) und feige zugleich, insgesamt war es des chefredakteurs einer großen zeitung völlig unwürdig.
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Dieses unglaubliche benehmen wäre meiner ansicht nach allenfalls durch das vorliegen einer erheblichen persönlichkeitsstörung zu entschuldigen. Andernfalls kann es jeder, der seine ansprache miterleben musste, nur als aufforderung zu meuterei und arbeitsverweigerung begreifen.
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Eines steht für mich fest: herr reitz hat der WAZ-gruppe mit seinem auftritt einen üblen dienst erwiesen. Einen, der sich im innenverhältnis bereits erkennbar nachteilig auf die arbeitsmoral der beschäftigten auswirkt und der nach außen hin den ruf der zeitungsgruppe beschädigt.
Da ich der Deutschen Presseagentur ( in der Hand der deutschen Zeitungsverleger )vertraue, dass Herr Reitz nach der Betriebsversammlung von WAZ, NRZ, WR und WP in einem Interview wirklich gesagt hat, dass er hoffe man komme ohne betriebsbedingte Kündigungen aus, dann muß der WAZ-Chefredakteur in kürzester Zeit sein Gedächtnis verloren haben. Es gibt annähernd 800 Zeugen, dass Herr Reitz kurz zuvor in der Belegschaftsversammlung genau das Gegenteil sagte. Während der WAZ-Personalchef eine Entlassungswelle noch nicht sah, er zur Zeit nichts Konkretes sagen konnte, kündigte Reitz unmißverständlich Entlassungen an. Er fand auch nichts dabei, so seine Worte, den zu Entlassenen ins Auge zu schauen.
Was ist ein Chefredakteur noch wert, der die Öffentlichkeit belügt, die Redaktionsmannschaft ihn dabei erwischt und er damit auch seinen Verlag erheblich beschädigt. Dieser Mann hat jedes Vertrauen verloren. Mit ihm wird es keine Zukunft in der WAZ geben. Er sollte seinen Hut nehmen, damit nicht noch mehr Schaden entsteht, er ihn nicht über kurz oder lang vor die Füße geworfen bekommt.
@ Katzenklo
Er (Reitz) sollte seinen Hut nehmen, damit nicht noch mehr Schaden entsteht, er ihn nicht über kurz oder lang vor die Füße geworfen bekommt.
Diese Person ist doch so aalglatt, dass jegliche Kritik an ihm wie von einer Teflonpfanne abperlt. Auf die Hilfe von Frau Brost und Herrn Grotkamp sind wir angewiesen, diesem mediengeilen Chefredakteur – sofern er nicht dort kritisiert wird – das Handwerk zu legen. Insbesondere Frau Brost ist es zu verdanken, dass vor zwei Jahren nicht bereits 45 Redakteure entlassen wurden, als Reitz den Kreis Recklinghausen an die Konkurrenz verschenkte. Dass das Himmelfahrtsprojekt “Unser Vest” von Reitz und seinen Konsorten – als Innovation und Zeitung der Zukunft gepriesen – gegen eine lokal stark aufgestellte Konkurrenz in sieben Städten keine Chance hat, wusste der Schaumeier doch von Beginn an. Und dennoch arbeiten dort 25 Redakteure und reißen sich immer noch den Arsch auf.
Es hat den Anschein, dass die alte Dame keine Kraft mehr hat, Hombach, Nienhaus und dessen Schergen entgegen zu wirken, die sie – wie man hört – tagtäglich belagern. Leider, aber wir geben die Hoffnung nicht auf.
Habe gerade erfahren, dass die Pläne für die Zusammenlegung von Lokalredaktionen längst ausgearbeitet sind. Betroffen sind vor allem der Niederrhein, Mülheim, Oberhausen, Dortmund und der gesamte WR/WP-Bereich.
Die Diskussion entwickelt sich in die korrekte Richtung: Reitz ist seit seinem denkwürdigen Auftritt vom Dienstag für den Verlag und die Redaktion(en) nicht mehr tragbar – es könnte Menschen geben, die ihm in die Augen sehen möchten. Eine Neu-Strukturierung mag vonnöten sein, wo aber werden eigentlich die Millionenverluste des Westens eingerechnet??? Wo bleiben eigentlich die Proteste von SPD, LINKEN, verd.i oder djv, wenn der Verlag Südwestfalen zur stockkonservativen WP-Region nach Machart des Hauses Reitz/Zapp machen will. Ohne WR und ohne Alternativen? Sieht so Medienvielfalt a la Reitz und seiner schäbigen Konsorten aus? Also weiter: Alles mobilisieren, was Stimme hat – und ohne Brechreitz leben und arbeiten möchte. Das dem so ist, dafür tragen Verleger und deren Geschäftsführer Verantwortung – und nicht für die automobile Potenz eines WAZ-Chefgernegroßes!
@Köbes: Was soll man denn am Niederrhein zusammenlegen? Moers ist seit 1976 Gemeinschaftsredaktion, Rheinberg auch. In Dinslaken, Wesel, Emmmerich und Kleve gibt’s keine WAZ (und gab es sie bis auf Dinslaken auch nie). Also: offensichtlich eine Latrinenparole. Dortmuat ist bereits zusammengelegt. Dass Mülheim und Oberhausen sowie Duisburg ausgereitzt werden, war ohnehin klar.
Allerdings werden WR und WP wohl bitter dran glauben müssen, da die ganz viele Parallelstandorte aufweisen. Ich glaube auch nicht, dass es dort zu Branding-Modellen wie in den Großstädten kommen wird.
Tja was Mitte der 90er bei der WP der Soika war ist nun bei der WAZ der Reitz. Sollte sich die Geschichte wiederholen, gibt es Licht am Ende des Tunnels, denn damals hatte die GGF irgendwann keine Lust mehr auf die ätzende Stimmung bei der WP und diesen Mann, der letztendlich auch in Chemnitz bei der Freien Presse gescheitert ist. Die Lehre daraus ist, das mangelnde soziale Kompetenz und Mitarbeiterführung irgendwann auch Herrn Reitz den Posten kosten wird, weil das auf Dauer dem Unternehmen schadet, da aus den Mitarbeitern durch den Druck und dem Arbeitsklima nicht mehr das Optimale herausgeholt werden kann. Das wird auch Frau Lenzer merken. Man fragt sich dabei wirklich, bei welchen zweitklassigen Headhuntern die Personalsuche in Auftrag gegeben wird, die dann mit Kandidaten kommen, wo noch nicht einmal die Basics zutreffen. Autoritärer Führungsstil bewirkt höchstens noch etwas in Pjöngjang, aber nicht im westlich orientierten Essen
Hochinteressante Diskussion insgesamt. Überhaupt erweist sich dieses Blog in der gegenwärtigen Lage als unverzichtbar.
Zur Spitzenleistung der Unternehmensberatung Schickler: Kollegen, das können wir alle (und zwar weitaus kompetenter)! Sich ein paar Listen und Organigramme geben lassen und dann streichen, streichen, streichen. Ohne jeweils vor Ort zu recherchieren. Schöne Medienexperten sind das. Ich möchte nicht wissen, welche Beträge diese Berater kassieren. Ich fürchte auch, dass bei der WR weite Teile des Sauerlands rasiert werden. Damit die WP als Heimatzeitung aufblühen kann.
Aber natürlich braucht man diese Unternehmensberatung, Kollegen! Und zwar als Sündenbock. Es ist nur so leicht zu durchschauen.
Jetzt kann doch jeder von Reitz bis Hombach auf die Schicklers zeigen und sagen: “DIE haben das Konzept entwickelt und die Zahl der Kündigungen berechnet, WIR doch nicht, und es tut UNS auch alles wirklich leid, aber nun muss es leiderleider umgesetzt werden.” Sie haben mit der Unternehmensberatung eine Art Über-Gott etabliert, der – angeblich – unsere Geschicke bestimmt, der für uns aber weder greif- noch ansprechbar ist. CR und GGF stellen sich als Opfer oder zumindest unwillige Helfer dieses Wesens Schickler dar, dessen Diktum sie nun leider umzusetzen haben, ohne irgendeine Verantwortung dafür übernehmen zu müssen. (Psychologie 1. Semester)
Sie streuen uns also Sand in die Augen und versuchen, auch noch möglichst unschuldig dabei da zu stehen. Das Dumme ist nur: Wir nehmen ihnen das nicht ab.
@History
Da gab es keine Headhunter. Da gab es einen rotwein-seeligen Abend in Düsseldorf, bei dem sich Hombach und Reitz näher kamen un Pläne schmiedeten. Und dann wurde – ganz ohne fachliche Prüfung – eine Messaliance daraus. Reitz kannte Klümper und Lenzer, Robers und andere frühere RP-Journalisten. Die Kette ließe sich beliebig fortsetzen. Stattgefunden hat dann eine feindliche Übernahme.
Man soll’s nicht glauben: Jetzt reagiert die GGF im WAZ-Intranet auf unsere öffentliche Debatte und die Forderung, bei der zukunftssicheren Aufstellung der WAZ-Gruppe mitwirken zu wollen: Glückwunsch!
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Seit heute gibt es ein betriebliches Vorschlagswesen, in dem man sich – nach vollständiger Bekanntgabe seines Namens, seiner E-Mail-Adresse usw. – mit seinem Vorschlag in die Nesseln setzen kann.
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Glauben denn die Herren in der Personalabteilung ernsthaft, jemand stiege zum jetzigen Zeitpunkt auf so eine Bauernfängerei ein. Das Einbinden der kostruktiven Kräfte in Lokal- udn Zentralredaktionen hätte die WAZ tun sollen, als es noch so etwas wie ein familiäres Vertrauensverhältnis zwischen der Mannschaft und der CR gab.
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Doch seit seinem – heimlichen Amtsantritt (ihr erinnert euch, K. war zur Beobachtung der Lokalen ohne Wissen der damaligen Chefredaktion bis zu Ulis Erscheinen von Bodo Hombach fast ein Jahr lang als U-Boot im Marketing geparkt worden) hat Klümper vieles einfach plattgebügelt, scheute den Kontakt zum Team ebenso wie sein Herr und Meister Reitz. Da er sich auch in dieser hausgemachten Krise als zunehmend handlungsunfähig erweist, kann dieses Intranet-Tool schon allein wegen des erlittenen Vertrauenverlustes nicht mehr greifen. Mahlzeit!
@zeilenschinder
Genau dafür erhalten solche Berater ihr horrendes Honorar: gewünschte Ergebnisse liefern und den Kopf dafür hinhalten. Das kennt man auch aus anderen Verlagen. Gut, dass die Betriebsräte sich a) endlich mal zusammengerauft und b) anscheinend fähige Sachverständige berufen haben, denen gute Argumente und Gegenkonzepte zuzutrauen sind. Viele Schickler-Zahlen wird man ohnehin schnell als kenntnislos entlarven und ad absurdum führen können. Zumal hier im Blog einige Kolleg(inn)en bereits mehr Schwachpunkte aufgedeckt und konstruktive fundierte Vorschläge gemacht haben dürften als die “zielorientierten” Berater liefern werden… ;o)
@Hans Lassmann
Genau. Verbesserungsvorschläge mit Selbstwegrationalisierungsprämie … ;o)
Die allerletzte Chance, die Mannschaften doch noch irgendwie einzubinden, ist während der Betriebsversammlung wohl vertan worden. Verreitzt!
@hans lassmann
Nee, nich wirklich, die Sache mit dem U-Boot? Oder? Läuft so Personalpolitik bei der WAZ-Gruppe? Dann muss man mal sehen, wo noch solche Parking-Positions exisitieren. Nicht, dass bereits irgendwo weiteres Führungsperonal under cover auf seinen Einsatz wartet.
Warum kauft diese GGF eigentlich teuer Personal von außen ein. Im Laden selbst gibt’s doch auch exellente Köpfe. Die wissen im Gegensatz zu den Eingekauften auch, wo wer arbeitet und finden ihre Lokalredaktionen auch ohne Navi…
Von jedem Chefredakteur der WAZ blieb etwas im kollektiven Gedächtnis der Redaktion und der Leser haften.
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Erich Brost – der soziale Demokrat, der väterlich-strenge Chef und einstige journalistische Widerstandskämpfer
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Siegfried Maruhn (der “Elch”) – der lange “Schlaks” mit eigenem Witz und brillant-klarer Denke
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Ralf Lehmann – der politische Kopf, der weltbeste Glossenschreiber und Friedrich II-Freund mit Hang zum Zynismus.
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Uwe Knüpfer – der einsame Ruhrstadt-Antreiber
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Von Uli Reitz wird bloß ein “Mahlzeit” übrig bleiben.
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Ist das nicht arm?
Hochvereehrter “Kreisläufer”, Ihre Probleme mit der WAZ oder Herrn Reitz kann ich von aussen nicht einschätzen und es steht mir auch nicht zu, Ihre Auseinandersetzung zu beurteilen. Ihr Versuch, mit meinem Namen und der gleichzeitigen Reduzierung auf einen bezahlten Claquer Ihres Chefredakteurs öffentlich Stimmung zu machen, ist eine Unverschämtheit. Ich wurde u.a. als sog. “Promileser” befragt, wie ich das neue Outfit der WAZ finde und habe wahrheitsgemäss meine unmassgebliche und laienhafte Lesermeinung dazu geschrieben. Dass ich gelegentlich, wahrscheinlich im Gegensatz zu Ihnen auch gegen Honorar, was im Übrigen selten ist und recht dürftig, etwas für die WAZ, für die Ruhrnachrichten, für Lokalzeitungen, den WDR oder oder oder schreibe, ist allein kein Grund, mich persönlich zu diskriminieren, sei Ihr Anliegen gerechtfertigt oder nicht.
Im anonymisierten Blog ist natürlich alles möglich, auch im Kreis laufen, was ja nicht sehr effektiv sein soll.
@Ludger Stratmann – Hallo Doktor, nicht aufregen, immer an den Blutdruck denken! Also:
Kannze ja wohl mal dat eine oder annere vergessen. Um dich da auffe Sprünge zu helfen, erinnerste dich noch an diese töfte Schlachzeile vom 8. Februar? “Der Leser hat immer Recht” (datt war die Überschrift). Und inner Unterzeile stand in der ersten Zeile: “Nicht bestellt und unerwartet – der Kabarettist Dr. Stratmann schreibt, wie ihm die neue WAZ gefällt.” Dat tolle Urteil in Kurzform kommt dann inner zweiten Zeile: “Früher wie Nordfriedhof mit Nebel, heute haben die Schreiberlinge wohl bessere Laune”
Na, fällt der Tacken? Da war doch watt? Ebent, da war doch watt. Der Text war bestellt und dann hasse später ne schöne Rechnung geschickt, die auch bezahlt worden ist – alles klar?
Übrigens: Wir “Schreiberlinge” haben uns damals sehr geärgert über den Text, denn vor Reitz war die Zeitung alles andere als “Nordfriedhof mit Nebel”. Sicher, so viel Schickimicki wie heute war nicht, aber dafür hatten wir “damals” noch rund 60.000 Abonnenten mehr als heute.
Stichwort verlorene Abonnementen: Ich habe in den letzten Jahren hunderte von Abbestlellungen zur Kenntnis bekommen und vor allem die vom Verlag gewünschten Begündungen. Ich kann nicht erkennen, dass hieraus einmal eine reale Analyse mit entsprechenden Maßnahmen erfolgte. Die WAZ-Cheredaktion ignoriert die Abbestellungsfakten, will “ihre” Zeitung am Leser vorbei. Schön, schön….Man kann ja auch “schön sterben”, wie es so schön heißt.
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Äh, warum ist das schlecht, dass wir jetzt Vorschläge zur Verbesserung machen können?
Das Dumme ist: Wir arbeiten eigentlich schon so auf Sparflamme, dass ich echt nicht weiss, wo man bei uns noch Kosten sparen könnte. Ok, auf mein überflüssiges Foto-Honorar verzichte ich ohne Schmerzen. Aber – das ist ja wohl eine Kleckersumme. Auch wenn ich für den überregionalen Teil schreibe, müsste das nicht honoriert werden. Ist doch Ehrensache.
Ich denke, wenn wir keine guten Vorschläge machen, wird uns das um die Ohren gehauen nach dem Motto: “Wir habens ja versucht, aber euch ist nichts eingefallen.”
Und zum Sauerland: Ich kann euch sagen, was da passiert. (Subjektive Vermutung). Die WP kassiert das Sauerland, im Gegenzug fliegt die WP raus aus den Ippen-Städten und denen hinter Hagen, wo die WR führend ist. Angeblich gabs dazu schon ein Gipfeltreffen in Hagen…
Verehreter “Kreisläufer”, auch wenn Sie in die mir sehr sympathische Ruhrisprache wechseln ändert das nichts an der Tatsache, dass Sie mich für Ihre, und ich sage es nochmal, berechtigte oder unberechtigte Kritik an Ihre Obrigkeit benutzen in einer mich beleidigenden und unmöglichen Form. Zu dem, was ich damals geschrieben und so auch wörtlich bei Ihrer Betriebsversammlung in Duisburg gesagt habe, stehe ich noch heute, die Zeitung hatte sich verändert, war meines Erachtens frischer und moderner als zuvor. Wenn Sie dieses Lob nicht mögen, ist das Ihre Sache, mich dann aber als korrupten Claquer darzustellen, der auf Anordnung Ihres Chefredakteurs die richtige Karte zieht, ist nach wie vor eine Unverschämtheit und hat auch mit Ihrer jetzigen Kritik an Ihrer Geschäftsführung (und nicht an mir)nichts zu tun. Was ist das denn für eine Art, mich , der ich ausser der üblichen beruflichen medialen Zusammenarbeit mit Ihrer Zeitung genauso viel zu tun habe, wie mit allen anderen Medien, für Ihre Sache zu verunglimpfen?
@Ludger Stratmann – Es geht auch auf Hochdeutsch:
Tasache ist doch, dass die WAZ-Chefredaktion das Loblied auf den Relaunch bei Ihnen bestellt hat. Sie haben geliefert und wurden dafür bezahlt. Ob Ihr Lob berechtigt war oder nicht, steht dahin.
Veröffentlicht wurde der bestellte Text mit dem Hinweis in der Überschrift: “Nicht bestellt und unerwartet – der Kabarettist Dr. Stratmann schreibt, wie ihm die neue WAZ gefällt.”
Dass Sie von der Chefredaktion der WAZ instrumentalisiert wurden, steht doch wohl außer Zweifel. Sie mögen es als unverschämt empfinden, dass dieser Vorgang hier publik gemacht worden ist. Aber dieser Vorgang ist nun einmal sehr typisch, wenn man die Arbeitsweise von Herrn Reitz und sein Verständnis von “Qualitätsjournalismus” und “Glaubwürdigkeit” unter die Lupe nimmt.
Sorry, dass Sie den Kollataralschaden ertragen müssen, aber das Schmerzensgeld war ja nicht schlecht.
1. habe ich die Überschrift “Nicht bestellt…” nicht gemacht.
2. ist es noch nicht ehrenrührig, für ein Honorar für eine Zeitung etwas zu schreiben, machen Sie eigentlich was Anderes? Unterstellt man Ihnen eigentlich auch mit anhaltendem Starrsinn, dass das, was Sie schreiben, weil es für Honorar ist, auch deshalb unaufrichtig ist? Seltsame Denkweise.
3. ich kenne die Arbeitsweise von Herrn Reitz überhaupt nicht und möchte nun im Gegenzug nicht von Ihnen anonym öffentlich “instrumentalisiert” und degradiert werden für eine Sache, die sich in Ihrem Konzern abspielt.
4. hatte ich nach zweimaligem Richtigstellen erwartet, dass Sie sich bei mir für Ihre persönlich Beleidigung entschuldigen.
5. Mein “Kreislauf” lassen Sie mal meine Sorge sein!
@Stratmann und Kreisläufer
Beide haben jetzt hinreichend ihren Standpunkt im Blog dargelegt. Macht doch bitte mit dieser persönlichen Auseinandersetzung Schluss. Danke.
Reitz hat bei Stratmann einen flotten Text für eine Eigenanzeige in Auftrag gegeben, das ist doch völlig ok – oder? Bei der Veröffentlichung wurde dann nur der Hinweis “Anzeige” vergessen, kann doch passieren, oder? Ein Schelm, der Böses dabei denkt…
@schockstarr
Du hast recht: es ist doch längst alles hinter verschlossenen Türen “verhackstückt” worden, was wie mit welcher Zeitung passiert. Da müssen wir uns doch nichts vormachen. Warum behält wohl die WP ihren Mantel… weil das Einspar-Potenzial im Lokalen gesucht und gefunden wurde…
Deshalb: Was bringt es denn dann noch, wenn wir Einsparvorschläge machen. Gar nichts. Das “großzügige” Angebot ist doch nur Alibi.
Sie sitzen an Multikom und fletschen die Zähne: Uli, wir weben dein Badetuch, Wir schreiben hinein den dreifachen Fluch – Wir schreiben, wir schreiben!
Dortmund säuft ab und der Aufmacher ist ein Fahrradfahrer. Tolle Leistung, Uli!
@Medienmoral: warum denn so moralinsauer? Endlich steht hier neben der vielen Larmoyanz mal was Unterhaltsames, das zudem perfekt in die Stimmung dieses Blogs passt. Also, ich nehme mal stark an, der Doktor Stratmann ist auch nur ein Düsseldorfer, der sich allerdings gekonnt hinter dem Ruhrdialekt versteckt. Düsseldorfer sind bekanntlich an allem Schuld, während die totguten Ruhries sich kaputt malochen. Damit habe ich doch die wichtigste Quintessenz dieses Blogs korrekt zusammengefasst, oder? Hm ne, war wahrscheinlich noch zu differenziert.
@Ludger Stratmann: So sympathisch mir Ihr Versuch ist zu versuchen, hier Ihre Ehre wiederherzustellen: Das Urteil war bereits gefällt. Indem Sie seinerzeit die neue WAZ-Optik lobten, sind Sie als Verräter an der guten und richtigen Sache enttarnt, und Sie sehen ja, wie lang solche Verfehlungen im Gedächtnis bleiben. Richtig wäre jedenfalls gewesen, wenn Sie denen vom Stamme Ruhr die Treue halten und jedwede Veränderung, die auch nur den Anschein von Düsseldorf hat, bitte NICHT loben. In Zweifelsfällen wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an den Kreisläufer.
an micha: Genau. Wir wollen die gute alte WAZ-Kohlenstaub-Optik wieder haben.
Genau. Alles schwarz. Wie passend… Die WR gibt Südwestfalen auf, kriegt die WP. Als kleinen Ausgleich fürs Vest kriegt die Waz dann noch Dortmund zugeschlagen. Als Gütevorschlag könnte ein Teil der WR-Belegschaft was zum Lokalteil der WAZ zusteuern… Moment mal, hatte die Idee nicht schon jemand?
Hab in einem Kommentar bei den Ruhrbaronen folgendes gefunden: Bei der WR in Schwerte hat einer über Lokalpolitik geschrieben: http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/schwerte/2008/11/11/news-90108968/detail.html#comments
Und wer ist der Autor? Richtig, ein Lokalpolitiker: http://www.cdu-schwerte.de/oppel.html
Liebe Redakteure, das solltet Ihr echt in diesen Zeiten nicht machen!
@Blattspinat: Richtig. Danach machen wir die Zechen wieder auf, holen uns Bergleute (Leser!!!) aus Oberschlesien und Ostpreußen und eröffnen schleunigst wieder die Küppersbusch-Fabrik in Gelsenkirchen, die in Handarbeit die guten alten Kohleöfen herstellt. So kommt eins zum anderen, das alte Ruhrgebiet steigt wie Phönix aus der Asche und unsere geliebten Zeitungen machen jährlich zehn Prozent mehr Auflage. Alles könnte so einfach sein.
Soeben kann man lesen, dass die Süddeutsche Zeitung trotz Auflagensteigerung massiv sparen will. Betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen: http://www.welt.de/politik/article2728962/SZ-empfiehlt-Redakteuren-neue-Lebensplanung.html
Ich vermute stark, dass “Düsseldorf” auch hier seine schmutzigen Finger im Spiel hat.
Es ist allerhöchste Zeit, dass bei der WAZ eine betriebsexistenzielle Kündigung ausgesprochen wird. Bleibt die Frage: Wohin kann Herr Reitz noch wechseln? Zur “Wendy”? Wer derart triviale Kommentare – wie etwa dieser unsägliche Blödsinn am Vortag der Präsidentschaftswahlen in den USA – runterrotzt, hat nicht einmal mehr die Berufsbezeichnung “Redakteur” verdient; der Anspruch auf den “Chef” ist längst verspielt. Armes Mütterchen WAZ! Das wird ein langer, kalter Winter!
an micha: Dann ist es ja jetzt erst recht an der Zeit, dass die WAZ-Gruppe mit ihrer “Kriegskasse” bei der SZ einsteigt. Das wollte sie doch immer schon mal tun.
Na, prost Mahlzeit. WAZ plant Abbau, SZ plant Abbau, Gruner+Jahr plant Abbau. Wie lange es noch dauert, bis die örtlichen Konkurrenzen der WAZ auf den Abbau reagieren und ihrerseits zwecks Gewinnmaximierung “verschlanken”, darf spekuliert werden. Lange sicher nicht, die Lawine ist längst losgetreten.
Der Markt wird alsbald mit hunderten arbeitslosen Journalisten überschwemmt, die nur dann noch eine Aussicht auf eine Festanstellung haben, wenn sie zu höchst unattraktiven Bedingungen und schlechtester Bezahlung bereit sind. “Wie weit gehen Sie denn so runter mit ihrer Gehaltsforderung?” Schöne Aussichten.
Mir tun besonders die jungen Kollegen unglaublich leid, die erst vor kurzer Zeit in den Beruf eingestiegen sind, nachdem sie sich zum Teil viele Jahre lang für Hungerlöhne als Freie empfehlen und dann für noch viel weniger als Volontäre ausnutzen lassen mussten. Viele von ihnen werden als Journalisten, trotz ihrer hohen Qualifikation und durch WAZ-Arbeit nachgewiesene Stressbelastbarkeit, keine echte Chance mehr haben.
Mir tun auch die Freien leid. Sie werden wohl bald sehr viel mehr Konkurrenz bekommen und die Preisspirale dreht sich nach unten. (Über)Leben kann davon dann keiner mehr.
Das Ausmaß der Bedrohung aller Journalisten im WAZ-Land ist enorm. Es muss alles getan werden um zu verhindern, dass betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden.
mein kommentar hat nicht direkt mit diesem artikel zu tun.
aber ihr könnt ja mal recherchieren, welche bedingungen bei waz dialog herrschen!!
und falls jemand glauben sollte, da telefonieren nur leute, die nicht qualifiziert sind, riesengrosser irrtum.
ich war mal in diesem laden, aber wenn man auch nur einigermaßen normal strukturiert ist, kann man das wirklich nur eine begrenzte zeit ertragen.
dagegen sitzt ihr wahrscheinlich noch auf einem luxusliner.ich kenne dort jemanden, der nicht auf eine häuptlingspositon gesetzt wurde, weil er (originalzitat von fury:-)) zuwenig arschloch ist!!!
übrigens habe ich für satte 9,–€ telefoniert.
macht mal was draus, bevor ihr alle rausfliegt. lasst den laden mal hochgehen.
an “the old man”: Kann ich mir denken, glaube ich unbesehen. Wenn Günter Wallraff Zustände in Call-Centern enthüllt, springt der Journalist eilig auf den Zug auf. Aber im “eigenen” Haus…
@Blattspinat: Entweder zu jung, zu doof, oder gekauft. Eigentlich egal, oder? Lauter dumme Kommentare…
@leserin
Bitte Reitz nicht zur “Wendy” schicken! Dann kriegt meine Tochter ein gestyltes Premium-Produkt, mit dem sie gar nichts anfangen kann. Auch nicht zur “Bäckerblume”, weil dann in den Küchen bestimmt ‘was anbrennt…
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Ansonsten kann ich nur dazu raten, zu kommunizieren, was das Zeug hält: Informiert die “Leserbeiräte” bei der WAZ und zwar zügig. Die stehen im konstruktiven Dialog mit den Lokalredaktionen und haben sicherlich auch eine Meinung zu der Axt im WAZe
Wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt!
@ (vögel) freier: ich bin beeindruckt von deinen pseudo-intellektuellen ergüssen…
Eine Null, wie Reitz, der schon bei der RP als gescheitert gilt, dürfte sich bei auch nur geringstem Maß an Charakter am Morgen nicht im Spiegel anschauen können. Erst verbrannte Erde hinterlassen und dann zu einem Blatt mit entgegengesetzter politischer Linie wechseln zeigt alles. Aber einstellen muss ihn ja die Eigentümervertretung. Und die hat ja auch so Gesellen wie Oppers, der von Printerzeugnissen gar keine Ahnung hat, beim WDR in die Pressestelle entsorgt wurde und einen abgehalfterten Politiker, der ebesowenig Ahnung von diesem Geschäft hat, eingestellt. Nun, ebensowenig wie es noch Chefredakteure gibt, die sich auch ihrer Redaktion verpflichtet fühlen, gibt es noch Verleger. Es sind alles nur noch Verlagsmanager, die mit den Dollarzeichen in den Augen skrupellos auf Gewinnmaximierung ohne Rücksicht auf ihre soziale Verpflichtung und Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern agieren. Wenn die Eigentümer später, meist viel zu spät merken, dass ihr Karren an die Wand gefahren wurde, ist es zu spät.
oh w(eh) w(eh) w(eh)
Die W ertmaßstäbe im Hause haben sich gewandelt.
Der W ertedialog findet in praxi nicht statt.
Das W ertebekenntnis auf Grundlage ethischer Unternehmensführung fehlt.
Sich nach außen hin lediglich einen Verhaltenskodex zu geben, wenn es im Inneren keinen Ehrenkodex gibt nützt auf Dauer nix.
@the old man: Die Kollegen beiWAZ Dialog können ja nix dazu, aber wegen dieser Abteilung sind zahlreiche Geschäftsstellen und eine Satzabteilung hops gegangen. Die Leser haben es der WAZ sehr gedankt und sie denken auch jetzt nicht daran,das Kundencenter anzurufen,siehe zahlreiche Anrufe in den Redaktionen zu allen Fragen die nichts mit dem eigentlichen Readktionsgeschäft zu tun hat.
Grund allen Übels ist die mißlungene Zentralisierung wichtiger Bereiche, aber die WAZ hat schon immer das gemacht, was bei anderen Unternehmen längst schon wieder out war und ist. Während andere Unternehmen wieder dezentralisieren und “insourcen”, macht die WAZ weiter einen auf Zentralisation und Outsourcing, egal ob es der Qualität dient. Die WAZ hat immer von der Leserbindung vor Ort gelebt und hat sie groß und mächtig gemacht. Doch weilman jetzt mehr den Excel-Tabellen glaubt als dem wichtigen Ohr vor Ort, wird man noch sehen, was bei der Redaktionszentralisierung Richtung Essen herauskommt. Die Leser sind nicht blöd und werden massenweise das Abo kündigen!
Ist auch für die ein Schlag ins Gesicht die sich gerade bei dem Mitarbeiterwettbewerb den Hintern aufreißen. Was sollen die den Neu-Abonennten eigentlich von Vorteilen einesA bos erzählen ohne diese schamlos anzulügen???
Wertedialog? Wertebekenntnis? Kollegen, wo lebt ihr denn? Willkommen im 21. Jahrhundert! Solche Typen werden nicht wegen ihrer Führungskünste eingekauft oder weil sie sich um Ethik scheren, sondern weil sie den Stahlhelm aufhaben, weil sie rücksichtslos und eiskalt sind.
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Geht ‘mal alle getrost davon aus, dass die Eigentümer der WAZ-Gruppe ganz genau wissen, was sie sich da ins Haus geholt haben und zu welchem Zweck. Es liegt an uns, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Und das kann nicht die Kuscheltour sein: Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil. Mahlzeit.
@ dr. faust: stimmt, die kollegen können nichts dazu. die meisten haben irgendeine scheisse am bein, so das sie in diesem schweineladen gelandet sind.
aber auf der führungsebene gibt es ein paar nette gestalten, die sich ganz bewusst dafür entschieden haben. und der oberhäuptling dieser abteilung hat konsequent dafür gesorgt, dass nur figuren an den schaltstellen sitzen, die dem motto: arschloch sein, auch gerecht werden.
es gab bis vor kurzem einen teamleiter, der druck nach unten ohne ende verteilt hat, den kollegen permanent sagte, kein datensatz zu fremden(eigenen) zwecken missbrauchen, das würde ganz rigoros kontrolliert.
diesem netten kerlchen wurde fristlos gekündigt, weil er 51 datensätze für sich benutzt hat und 5100,–€ mal kurz kassieren wollte.
man munkelt, die geschäftsleitung wolle dafür sorgen, dass c.i. aus h. kein bein mehr auf den boden kriegt.
dumm gelaufen!!!
übrigens wurde den kollegen ein neues prämienmodell aufgezwungen (entweder ihr unterschreibt, oder ihr könnt gehen)
das so aussieht, dass monatlich 950,–€ überbleiben.
aber wie sagt doch der grosse vorsitzende: man muss von seiner arbeit leben können.
bodo wird das sicher sehr gut können.
Die WAZ-Gruppe ist leider kein Einzelfall, auch hier geht es zur Sache:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,590402,00.html
@a.pannekoek
Stimmt – Kuscheln ist nicht drin. Es geht um unsere Existenz und da kann man nur zur Notwehr-Mitteln greifen und den Eigentümern klar machen, was die da für Flachpfeifen ins Management geholt haben.
Die WAZ-Geschichte ist doch voll von Versagern im Management-Bereich, die Millionen verbrannt haben.
@gröchaz: Jawoll ja und manche werden nachwievor nicht zur ´Verantwortung gezogen, weil sie unter “Artenschutz” stehen und üblerweise noch höher steigen! Der Truck zum Beispiel stößt heute noch sauer auf und alles was danach gekommen ist und eine Mordssumme verschlungen hat. Dr. Raffnix hat sich damals ja selbst erledigt,aber da sind vorher auch Millionen durchs Fenster gegangen. Das Schauspiel wird auch immer so weiter gehen…..bis das Ding hier endgültig vor der Wand hängt!
@the old man: Wie man damals hörte,wurden die armen Schweine bei WAZ Dialog damals ins kalte Wasser geworfen und mussten ohne Schulung ihre neuen Tätigkeiten versehen und das hat man leider auch gemerkt. Aber wie gesagt dafür können die Angestellten nix, wenn sie mit den “Super-Tools”
plötzlich empfindlich penible Familienanzeigen ohne typografische Kenntnisse setzen dürfen. Die Bestatter waren und sind heute noch hellauf begeistert.
Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass die GGF-Ebene manchmal nicht weiß oder informiert ist, was dass mittlere Management da so mit den Abteilungen und den Angestellten veranstaltet. Schließungen werden da mit in die Wege geleitet worden sein, aber bei manch anderem hatte die mittlere Ebene anscheinend freie Hand.
…und außerdem: wenn 30 Millionen eingespart werden sollen und müssen, wäre die Geschäftsführung zunächst sehr gut beraten, eine “black list” mit einem Kreis von Personen in führender Funktion abzuarbeiten, die durch grobe Fehler in Mitarbeiterführung und Entscheidungen schon einmal siebenstellige Beträge verbrannt haben. Zusammen mit dem Jahresgehalt wäre ein dicker Batzen dann schon aufgebracht
Das ganze WAZ-Elend ist doch zu 95% selbstverschuldet. Das Unheil begann mit der Installierung von ” Balkan-Bodo” als GF und setzte sich ab Mitte 2005 mit der Umstrukturierung im Bereich Ge-
schäftsstellen/ Vertrieb fort. Was jetzt mit den Redaktionsmitarbeitern geschieht, läuft doch schon in ähnlicher Form seit dieser Zeit mit den kaufmännischen Mitarbeitern ab. Diese haben leider kein solches Forum und erst recht keinen aktiven Betriebsrat.
Im mittleren Management arbeiten seitdem Leute, die Arroganz und Ignoranz anstelle von Fachkompetenz zu bieten haben und sich in Ihrer Selbstherrlichkeit für den lieben Gott halten. Neue Geschäftsfelder werden mit blindem Aktionismus aufrecht erhalten, obwohl sie hochgradig defizitär sind.
Der Leser bekommt weniger Service, weil er es anstelle von kompetenten, örtlich verankerten Mitarbeitern in den Geschäftsstellen, mit einem Call-Center zu tun bekommt, dessen Mitarbeiter ohne eigene Schuld , diese Aufgabe nur unzureichend wahrnehmen können.
Maximal noch 5 Jahre – dann kommen Murdoch & co.
Schade drum !!
Der Pottblog veröffentlichte eine Resolution von Lokalredakteurinnen und Lokalredakteuren der vier Titel. http://www.pottblog.de/2008/11/14/resolution-der-lokalredakteure-der-waz-mediengruppe/
@Reitz und “Mahlzeit”
Das würde ich mit dem Kabarettisten Hagen Rether beantworten, der sich als Essener seinem Publikum stets so vorstellt:
“Wenn das Essen ist, möchte ich nicht wissen, wie Kotzen aussieht”.
Genau so werden viele Kolleginnen und Kollegen wohl auch empfunden haben!
@fiftyruhr: Warum gibt es die Resolution eigentlich hier nicht?
Wie man aus Bänkerkreisen hört, stammen die Verluste auch aus den Verbindungen der WAZ und ihrer Eigentümer mit Banken in Bochum, Düsseldorf und München. Die sollen mit Spekulationen hohe Verluste eingefahren haben, von denen auch WAZ-Gelder betroffen gewesen sein sollen. Nichts Genaues weiß man allerdings nicht, obwohl das zu wissen schon wichtig wäre, damit die Schuld nicht auf Verluste der vier Zeitungen abgeschoben wird.
@ 50hz
Habe mich auch gefragt, warum die Resolution nicht hier eingestellt wurde. Keine Ahnung, wer sie formuliert oder unterschrieben hat und an wen sie sich richtet bzw. wem sie übergeben wurde. Bei der Betriebsversammlung am 11.11. hätte sie so schön von der ganzen 800köpfigen Versammlung unterstützt und beschlossen werden können.
zu flying kangaroo
wie weit aktiv euer Betriebsrat werden kann, werdet ihr sehen.
Es stimmt, die kfm. Angestellten haben das Problem seit 2004. Hat die Redakteure überhaupt nicht gekratzt. Und nun?
[...] der Betriebsversammlung der WAZ vor einer Woche, sprach der Chefredakteur Ulrich Reitze laut einem Bericht des WAZ Protestblog, von Kündigungen. Für die rund 800 Angestellten Grund genug ihren [...]
Es gab bei der WAZ mal einen starken Mann, der mit Z anfing und die Menschen mit Truck-News genervt hat. Der ist mit seinem Konzept auch baden gegangen. Er hatte eine genauso eklige Art. Die Zeit wird auch Herrn R. richten.
@reitz-darm: wieso “gab”??? Der treibt bei MuK immer noch sein -gezügeltes- Unwesen aber Du hast schon recht, da sind die Millionen nur so verbrannt worden ohne erkennbaren Erfolg. Auch einige Mitarbeiter sind dabei nervlich draufgegangen und mussten sich mit gewagten Sprüngen retten, bevor sie im dunklen Keller ohne Telefon gelandet wären. Aber das stört keinen, mit dem Mülheimer GGF als Schutzpatron lässt es sich ungeniert wildern. Wer ihn einmal bei einer Versammlung erlebt hat, weiß wovon er redet: Vorne einen redegewandt auf Mitleid machen, dass ihm jede Geschäftsstelle leid tut, die er dicht macht und dann eiskalt den Mitarbeiterinnnen den Ast absägen und fiese gemeinsame Sache mit dem Dialog-Kraftmeier machen. Auch dieser Schritt weg von den Lesern hat ordentlich Abos gekostet, aber Hauptsache der Deckungsbeitrag stimmt!
Auch das „Deutschlandradio“ berichtete (am 15.11.) über die Sparpläne der WAZ Me-diengruppe. Dieser Beitrag endet so:
„Das WAZ-Modell der redaktionellen Unabhängigkeit steht also vor dem Aus. Und das Bundeskartellamt wird nach eigenen Angaben nicht eingreifen können. Denn konzerninterne Vorgänge wären nur dann zu prüfen, wenn nachgewiesen werden könnte, dass die WAZ sich 1975 ausdrücklich verpflichtet hat, die Unabhängigkeit der Ruhrblätter aufrecht zu erhalten. Da die gesetzliche Aufbewahrungsfrist jedoch nur zehn Jahre beträgt, sind die betreffenden Unterlagen in der Bonner Behörde nicht mehr auffindbar.“
Da kann dem Bundeskartellamt leicht und gerne geholfen werden:
Am 10. März 1976 veröffentlichte Prof. Peter Ulmer sein im Auftrag der Ruhr-Nachrichten erstelltes Gutachten zur kartellrechtlichen Bedeutung der Gründung der WAZ Mediengruppe. Nicht schwer zu erraten, zu welcher Erkenntnis Prof. Ulmer damals kam. Eine Folge dieses Gutachtens: Günther Grotkamp, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, machte sich an die Arbeit und verfasste eine 72 Seiten lange Gegendarstellung zum Ulmer-Gutachten. Die Kernaussage dieser Gegendarstellung war nichts anderes als die (vom Bundeskartellamt gesuchte) Selbstverpflichtung der WAZ Mediengruppe zum „Erhalt der redaktionell selbständigen und voneinander unabhängigen Zeitungstitel“, belegt auch durch im Anhang (63 Seiten) dokumentierte entsprechende Verträge mit den Verkäufern der Zeitungen, z.B. mit der Familie Sträter (Westfalenpost).
Allein die Tatsache, dass die Familie Sträter (anders als das Bundeskartellamt) ihre Unterlagen nicht nach zehn Jahren an den Reißwolf verfütterte, sichert der WP aktuell das Überleben. Das Hombach-Projekt „Heimatzeitung“ ist eine schöne Legende, um die wahre Geschichte zu kaschieren, aber mehr auch nicht.
Die „Zeit“ berichtete damals unter der Überschrift „Der gute Mensch von Essen“ – „WAZ-Chef Günther Grotkamp präsentiert sich als Retter maroder Zeitungsverlage“. Der Text beginnt so: „Das wird noch einigen Wirbel machen“, sagt Günther Grotkamp und pocht zufrieden auf sein soeben erschienenes Schriftstück…
So das Kartellamt will, kann der Wirbel neu entfacht werden.
Tipp für die Behörde: Zum Beispiel in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen kann man das Ulmer-Gutachten und die Grotkamp-Gegendarstellung ausleihen.
@reitz-darm
elkelige Art hin, Arrgoanz her. Entscheidend ist doch, dass Hombach, Reitz und Zowislo im Haus angefangen haben umzubauen, etliche Baustellen nicht abgeschlossen und viele davon liegen gelassen haben. On Top kam dann noch ein Rucksack mit zusätzlichen Aufgaben für die einzelnen Abteilungen. Was glaubt ihr, was im IT-Bereich los ist, seitdem Schmid nicht mehr da ist….
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Was glaubt ihr, was in Druckereien und Vertrieb abgeht. Da werden Löcher gestopft indem man andere aufreißt. Das strategische Konzept des kontrollierten Wachstums stimmt ja, aber der Schneisen schlagende Tagebau-Bagger Hombach muss zusehen, dass der Tagebau wieder kultiviert wird. Zurzeit sehe ich nur eine breite Schneise (IT, Vertrieb, Druckhäuser und jetzt drohende Massenentlassungen in den Redaktionen. Das ist nicht der Weg, der zum Ziel führt.
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@Löwe
dazu hätte man auch eher von den Problemen der Kaufmännischen Angestellten wissen müssen. Oft genug waren Strukturmaßnahmen erst abzusehen, wenn die Kollegen schon weg, versetzt, in Vorruhestand oder gefeuert waren. Die Kommunikation funktioniert in einem Kommunikationskonzern wie dem unseren leider nicht immer.
@memory
Da sieht man, was Qualitätsjournalismus ist: recherchierender Journalismus. Vielleicht ist dein Beitrag mehr Wert als Hombach und Nienhaus lieb ist.
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Chapeau!
Hallo Kollegen überall im WAZ-Land,
die Frankfurter Rundschau, die SZ schon einmal und jetzt wieder, unsere geliebten WAZ-Titel, die taz, die FAZ und alle die anderen Zeitungen überall zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen: Wenn man über längere Strecke verfolgt, was um uns herum passiert, und wenn man – wie ich – noch 25 Jahre vor sich hat, stellt sich die Frage (eigentlich gar nicht): Haben wir noch den richtigen Beruf? Die Antwort lautet: Nein! Wir lieben das Schreiben – aber wer da draußen liebt eigentlich noch das Lesen?
an memory:
Starke Fundstücke, bedenkenswert. Klasse!
Prima, memory.
Der ZEIT-Artikel.. nachzulesen hier: http://www.zeit.de/1976/29/Der-gute-Mensch-von-Essen
@memory etc: Ein bisschen naiv, dieser Entdeckerstolz. Glaubt hier einer ernsthaft, dass die vor über 30 Jahren geschlossenen Verträge, die im übrigen altbekannt sind, Ewigkeitscharakter haben? Damals war doch die Medienlandschaft ganz anders, alle hatten Angst vor einer übermächtigen, alles beherrschenden WAZ. Nach mehreren hunderttausend Exemplaren Auflagenverlust und diversen medialen Revolutionen hat sich die Lage verdammt geändert. Wer hat noch Angst vor der WAZ? Eben. Deshalb kräht kartellrechtlich kein Hahn mehr danach, was konzernintern geschieht. Also Freunde, macht euch mal keine übertriebenen Hoffnungen, weil da in irgendwelchen Schränken irgendwelche Verträge verstauben.
@gerd
Abwarten. Wie sagt der Lateiner: Pacta sunt servanda – Verträge sind einzuhalten.
Und von marktbeherrschender Stellung sowie Pressekonzentration kann angesichts eines Content-Newsdesk mit nachgeschalteten Chefredakteuren ja wohl die Rede sein.
@ Gerd – Pacta sund servanda! Da spielt es keine Rolle, wie dick der Staub auf den Verträgen ist. Die größte mediale Revolution in den vergangenen Jahrzehnten war die Entscheidung an der Konzernspitze eine Zeitung zu machen, die keine Rücksicht nimmt auf die Interessen der Leser.
Nein, übertriebene Hoffnung hab’ ich nicht, aber muss ich mich deshalb klaglos in mein Schicksal ergeben?
Für alle Kollegen, die an den Schreibtischensitzen und versuchen, gut vier Wochen vor Weihnachten ihre Sozialplanpunkte auszurechnen, ist jeder Hinweis auf einen Rettungsring wichtig.
Bezüglich Z.: Klar gibt es den noch. Aber darf er nicht mehr Millionen verfeuern und Leute so fertig machen. Er war auch mal ein starker Mann auf der WAZ-Bühne, bis seine aberwitzigen Visionen mit Truck etc. zusammenbrachen.
In der Tat ist es fraglich, ob das Bundeskartellamt hier noch eingreifen kann und/oder will. Juristen des DJV sind dabei zu prüfen, ob hier eingehakt werden kann. Außerdem liegt uns das Protokoll einer öffentlichen Anhörung im Hauptausschuss des Landtages vom 29. April 1976 zum Thema Pressekonzentration in Nordrhein-Westfalen nebst verschiedenen Stellungnahmen vor. Zumindest wurde in diesem Protokoll bereits damals festgestellt, dass “…in diesem Lande schon ein sehr hoher Konzentrationsgrad auf diesem Gebiet erreicht worden ist.” Aber wie gesagt – ob das vorliegende Material insgesamt dazu reicht, mehr als 30 Jahre später kartellrechtliche Gründe gegen die Pläne der WAZ-Gruppe geltend zu machen, wird zurzeit geprüft.
PS: Rund 2.500 Besucher lesen inzwischen täglich diesen Blog. Spitzentag war der 12. November mit exakt 3.300 Besuchern.
Brigitte Baetz, Deutschlandfunk
Lokalredakteure sind entbehrlich
http://www.buzzmachine.com/2007/05/12/sweetheart-get-me-rewrite-in-bangalore-2/
@Landei: Und gewisse “Chef”redakteure, die sich gern mit Luxusmobilen brüsten, erst recht. BTW: Jemand, der mit dem Phaeton in der Fußgängerzone angeben muss und der demnächst einen Audi Q7 zur Selbstdarstellung benötigt, leidet höchst wahrscheinlich unter Potenzstörungen.
E-mail der WAZ-Ombudsfrau vom 19.11. an die Lokalredaktionen:
„Aus verschiedenen Lokalredaktionen erreichten mich heute Nachfragen, ob es denn keinen Roman mehr gäbe… Gestern sei die letzte Folge gelaufen und heute gab es keinen Nachfolger. Was man den Lesern sagen soll…
Das trifft zu. Mein Wissensstand: Es gibt (zunächst) erst mal keinen Roman mehr, was eine Folge der Platzreduzierung ist. Ich bin gestern darüber informiert worden, dass ich Lesern, die sich massiv darüber beschweren, ein Buchgeschenk anbieten kann. Ich denke, das trifft natürlich auf auch Sie/euch vor Ort zu. Ich würde vorschlagen, dass mir die Leser und Adressen mitgeteilt werden, die sich durch ein Buch trösten lassen, dann können die von hier aus verschickt werden. Natürlich ist es auch okay, die Leser gleich an die Ombudsstelle zu verweisen. Doch Vorsicht: Zusätzliche Verärgerungsgefahr droht, weil der Anschluss wirklich oft besetzt ist.
Selbst argumentiere ich übrigens nicht so unbedingt mit der Platzreduzierung. Vielmehr beziehe ich mich auf die zahlreichen Klagen (die es wirklich gab) über den letzten Roman und das es halt schwierig sei, etwas zu finden, was allen Lesern gut gefällt. Deshalb wollten wir jetzt ein Weilchen aussetzen.“
Merke:
So sieht es aus, wenn sich ein Chefredakteur entschlossen hat, auf dumme Leser keine Rücksicht zu nehmen. „Zahlreiche Klagen“ über den vergangenen Roman belegen zwar nachhaltiges Interesse der Leser an dieser Art Content, aber das kann man ebenso wie massive Beschwerden gleich am ersten Zeitungstag ohne Roman natürlich ignorieren.
Dass die Lokalredaktionen nicht vorab vom geplanten Roman-Verzicht informiert wurden, ist keine Überraschung, Lokalredakteure sind ja in den Augen dieses Chefredakteurs so dumm wie die Leser. Die Lokalredaktionen werden mit einer Hohlspiegel-tauglichen E-mail abgespeist und sollen es ausbaden, denn natürlich landen die Beschwerden zunächst einmal in der Redaktion vor Ort.
Man stelle sich vor, die Chefredaktion hätte die Lokalredaktionen gebeten, dieses Thema zunächst einmal kurzfristig in den Leserbeiräten zu diskutieren… – Nein, das verbietet sich für einen Chefredakteur, der alles weiß, jedenfalls alles besser weiß als alle anderen.
Ob es einem nun gefällt oder nicht, aber: Wetten, dass der Roman täglich mehr Leser hat(te) als der Leitartikel auf der zweiten Seite???
@Rhein-Herne-Schau
Glaube nicht, dass die Potenz irgendwelcher (Chef)redakteure hier eine Rolle spielen sollte.
Wer (zurecht) das Auftreten des Uli R. kritisiert, sollte tunlichst vermeiden, sich auf oder sogar unter dessen Niveau zu begeben. Das macht uns angreifbar und diskreditiert die vielen sachlichen und guten Beiträge hier.
Also, Mediekus, der Zusammenhang zwischen Libido und “starken” Autos, Macht, Einfluss, Geld, Herrschaft usw. ist doch eigentlich erwiesen.
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Siehe zum Beispiel hier: http://www.mobilundsicher.de/archiv/aktuell_01.html
Disclaimer:
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Nur damit keine Missverständnisse entstehen: Mein vorstehender Kommentar war natürlich ausschließlich generell gemeint und nicht auf eine bestimmte Person sondern nur auf allgemeine, öffentlich zugängliche Forschungsergebnisse bezogen.
….wie man(n) hört, ist waz dialog in heller aufruhr wegen dieser paar zeilen:-)
mehr wollte man(n) ja nicht.
und noch ein kleiner tipp an zowislo, römer und fury:
vielleicht hätte man c.i. nicht rauswerfen, sondern auf die 7. etg. loben sollen. der kennt sicher noch ein paar fiese tricks, die selbst den geschäftsführern noch fremd sind.
Ich halte die Abschaffung des Romans für einen – weiteren – Fehler. Nicht, dass ich ihn persönlich vermisse, aber Tausende von Lesern tun dies und bekommen somit weniger Zeitung und Lebensqualität (denn das bietet der Roman für manche eben) fürs gleiche Geld.
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Eigentlich kann man Lesern, die anrufen und sich beschweren, nur Recht geben. Und dass dieser Punkt gar nicht erst den Weg in die Leserbeiräte gefunden hat, sondern einfach ruckzuck von oben erledigt wurde, zeigt nur allzu deutlich, wie unwichtig auch dieses Gremium der CR ist. Mithin war die Installation derselben reiner Aktionismus und ist es nun pure Augenwischerei, und es ist schade um die Zeit, die wir auch noch in dieses offenbar wertlose Gremium stecken, das den Lesern lediglich vorgaukelt, sie könnten auf irgend eine Art ernsthaft mitreden.
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Was die Mail der Ombudsfrau angeht: Kollegin, verstehe ich Sie recht, wir sollen die Leser anlügen? Oder, etwas milder ausgedrückt: Sie beschwindeln? Ich glaube, Ihnen ist überhaupt nicht recht bewusst, obwohl Sie doch aus dem Lokalen kommen, welchen hohen Grad an Glaubwürdigkeit ein(e) Lokalredakteur(in) bei “seinen”/”ihren” Lesern immer noch hat. Viele haben ihn/sie über die Jahre auch persönlich kennengelernt und sich ein Bild von dem-/derjenigen gemacht, der/die da ihre Artikel schreibt. Ein(e) Lokalredakteur(in) ist kein anonymer Mr. dpa, sondern jemand, den/die man kennt und dem/der man vertraut. Und Sie ahnen offenbar nicht im Geringsten, wie fragil so etwas ist. Und wie schnell sich so etwas herumspricht, wenn da jemand unredlich agiert.
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Deshalb kommt das überhaupt nicht in Frage. Das soll mal schön die CR selbst ausbaden. Deshalb: Anrufe ins Haupthaus weiterleiten.
@the old man: Es geht nicht in erster Linie um Häme oder irgendwelche Abrechnungen. Okay, was bei WAZ Dialog abgeht, steht auf einem anderen Blatt, die Kollegen die da arbeiten, können einem unter solchen Profilneurotikern nur leid tun, die Story wie da mit aller Macht von Z., R. usw. ein BR verhindert werden sollte, ist ja einmal durch alle VH’s gegangen. Wie gesagt, es geht hier nicht unbedingt um Abrechnung, viele in diesem Forum tun herzerfrischend endlich mal den Mund auf, was ihnen schon seit langem nicht passt und gerade durch die Krise bei den Redakteuren, freien Mitarbeitern und Volos hochgekommen ist und hier eine Plattform geschaffen wurde, um sich auszutauschen und mal was loszuwerden. Erst einmal endlich Dank dafür, dass das hier eingerichtet wurde, was schon viel eher hätte passieren sollen. Viele langjährige Mitarbeiter aus allen Bereichen machen sich Sorgen und sind sauer, was mit ihrem Konzern geschieht und verlieren mehr und mehr das stolze Gefühl, mit ein “WAZ-Mann” zu sein. Dieses Gefühl hat es trotz vieler (Streik-)Auseinandersetzungen mal gegeben, jawohl!
Fakt ist einfach, dass sich seit einigen Jahren, Führungskräfte ins Haus geholt- oder nach oben gespült wurden, die sich einfach nur selber profilieren – und wichtig machen wollen, ohne einmal den Sinn für das gesamte, sprich die Zeitungen der WAZ Mediengruppe im Ruhrgebiet zu sehen. Sicher hat es “Verschwendung” schon früher gegeben, nicht zu vergessen, dass sich der Eigner von Multicom an der WAZ dumm und dämlich verdient hat, weil er sich jeden Handschlag der eigentlich Dienstleistung am Kunden gewesen wäre, hat bezahlen lassen.
Auch andere IT-Dienstleister haben hervorragend durch Unkenntnis und persönliche Eitelkeiten an der WAZ verdient.
Doch das hatte ein anderen Geschmack, die man noch locker ertragen konnte. Richtig krass wurde es mit der durchgreifenden Digitalisierung und der Leitstandsphilosophie in allen Bereichen. Um es nicht falsch zu deuten, natürlich muß sich auch die WAZ fortschritllich und modern aufstellen und neueste Technik einsetzen. Deshalb bin ich auch vorsichtig mit dem Gemotze über “DerWesten”. Cityweb war eine Katastrophe, doch Online gehört zum einem Verlag heute dazu. Es gibt ja auch positive Beispiele, der Online-Auftritt der “Zeit”, Süddeutsche oder GEO sind vorbildlich, auch der Auftritt der “WZ” hat ein Lob verdient.
Bei uns müsste mal das Erscheinungsbild aufgeräumt- und auf manches Kinkerlitzken verzichtet werden, vor allem das man für Anzeigenkunden endlich mal interessant wird. Laut dem Peek&Cloppenburg-Marketingleiter sind sämtliche Tageszeitungsverlage kompetenzmäßig nicht crossmedial aufgestellt. (war zu lesen im Horizont) Im Printbereich ist aber leider -subjektiv gesehen- das Gegenteil von Schnelligkeit, Flexibilität und Übersichtlichkeit eingetreten.
Immer längere Vorlaufzeiten, zunehmend erforderliche Vordrucke, die man eigentlich mit den neuen Rotationen vermeiden wollte und unzufriedene Medienberater und Kunden die unser Haus nicht mehr verstehen. Dazu lange Kommunikationswege durch die Zentralisierung und der große Big Bang, wenn ein Irrer in Essen mit einer Bombe droht. Das führt dazu, dass VLS-Kollegen mit dem Rechner unterm Arm nach Hagen fahren müssen, weil das System in Hagen in der in Essen installierten Form nicht aufrufbar ist bzw. war. Bei einer Leitstandsphilosophie an beiden Druckorten hätte man über den Zwischenfall produktionstechnisch nur gelacht, man hätte dann in Hagen locker weiterproduziert und ggf. nur den Druck umlenken müssen.
Das dabei überhaupt noch eine (Not-)Zeitung erscheinen konnte, zollt allen allerhöchsten Respekt, die das damals durchgezogen haben. Ein Beispiel von vielen, ein anderes ist, dass früher ein defekter Drucker kein Problem darstellte, IBS Essen oder Hagen managte das schon. Heute dauert das ganze durch die zentrale Koordination bis zu 4 Tagen, bis der Kollege irgendwo zwischen Bad Berleburg und Düsseldorf wieder drucken kann. Outsourcing und Zentralisierung ist doch toll, oder?
@Mediekus: Niveau hin oder her, der Kommentar von “Rhein-Ruhr-Schau” ist doch nur Ausdruck der tiefen Verachtung, die sich dieser CR in weiten Teilen, wenn nicht sogar in der gesamten Redaktion eingehandelt hat. Ich maße mir nicht an, für meine Kolleginnen und Kollegen zu schreiben. Aber fast alle, mit denen ich gesprochen habe (und das waren viele), empfinden spätestens nach seinem peinlichen Auftritt in der Lichtburg nicht mehr einen Funken Respekt für diesen Mann.
So berechtigt die Empörung über das persönliche Verhalten von Herrn Reitz auch sein mag, entscheidend sind die Fakten, zumal sich Herr Reitz (derzeit noch) der schützenden Hand seines großen Paten sicher sein darf. Diese Hand wird sich zurückziehen, wenn Fakten belegen, dass Herr Reitz erheblich zur desolaten Lage beigetragen hat, jedenfalls sollte das dann Hernn Nienhaus vielleicht skeptischer machen, so er es nicht schon ist.
Also. Für die Redaktionen der WAZ Mediengruppe wurde eine jeweils eigene Gesellschaft gegründet. Diese 4 Gesellschaften haben eines gemein: Sie erzielen keine Einnahmen, denn das gesamte Anzeigengeschäft darf nach den Statuten der WAZ Mediengruppe (siehe Selbstverpflichtung Grotkamp 1976) nur titelneutral abgewickelt werden. Kunden können keine Anzeigen nur für WAZ, NRZ, WR oder WP aufgeben, sondern nur für eine Belegungseinheit, die immer alle im jeweiligen Gebiet erscheinenden Titel beinhaltet. Nur in Solo-Lokalausgaben (unter 40% der Gesamtauflage in NRW) sind titelbezogene Anzeigen möglich.
Dieser Hinweis ist auch deshalb wichtig, weil er belegt, dass sich die WAZ Mediengruppe selbst bis heute (jedenfalls im Anzeigenbereich) dieser Regelung verpflichtet fühlt und entsprechend verfährt. Auch Herr Reitz weiß das, da er ja genau aus diesem Grund mit seiner grandiosen Idee gescheitert ist, für die WAZ eine eigene Jugendbeilage (pikanterweise unter dem Titel “scoop” entworfen – “scoop” gab es zu Reitz-Zeiten bereits bei der Rheinischen Post) auf den Markt zu bringen.
Da die Gesellschaften also keine Einnahmen, sondern nur Ausgaben haben, dürfte es unschwer auszurechnen sein, was je Titel die Produktion einer redaktionellen Seite kostet – und wie sich diese Kosten bei der WAZ seit dem Dienstantritt entwickelt haben. Zum Teil gibt es bereits diese Zahlen, aber sie werden aus gutem Grund unter der Decke gehalten.
Da ja ohnehin die von der GGF für den 21.11. zugesagte Lieferung des Zahlenwerks auf den 27.11. verschoben wurde, bleibt Zeit genug, die titelbezogene Kostenanalyse noch auf den Weg zu bringen.
Und bis zum 27.11. ist auch Zeit genug für die GGF, die Board-Mitglieder und die Chefredaktionen ein kleines Zeichen der Solidarität mit den Normalsterblichen zu setzen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Tantiemenverzicht für die nächsten 3 Jahre? Grob über den Daumen kommt da schon unterhalb der GGF eine Summe zusammen, mit der über diese 3 Jahre etwa zehn Arbeitsplätze finanziert werden könnten. Und wenn auch noch die Herren Hombach und Nienhaus verzichten…
“Sie haben keine Zukunft – nutzen sie sie!”
Nach diesem Prinzip haben in den letzten Jahren die Volontäre bei der JSR (unter Tarif) ihre Verträge unterschrieben. Wenn der spätere Einstieg als Gruppen-Redakteur nicht klappte, so hatten sie wenigstens eine anerkannte Ausbildung vorzuweisen, wenn sie auf Bewerbungstour gingen.
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Wie es scheint, wird die JSR die Aufnahme neuer Volontäre bis auf weiteres einstellen. Kandidaten, die im Januar ihre Ausbildung beginnen sollten, erhielten jetzt statt des erhofften Vertrages eine telefonische Absage. Dabei soll erklärt worden sein, dass auf absehbare Zeit keine neuen Volontäre mehr aufgenommen werden könnten.
Das sieht aus wie der Anfang vom Ende. Die WAZ-Gruppe schneidet sich vom Nachwuchs ab. Nicht nur vor dem Hintergrund, dass dabei die (hoffnungslosen) Hoffnungen vieler junger Menschen zerstört werden, vermittelt das doch den Eindruck, als werde Journalismus in der Gruppe als Auslaufmodell angesehen.
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Werden wir nur noch abgewickelt?
Übrigens, “ernst verhaltene Stimmung…”
Am 5. Dezember ab 11 Uhr wird es, wenn der Zeitplan stimmt, die nächste Betriebsversammlung in der Essener “Lichtburg” geben. Dafür hat angeblich die GGF ihren Auftritt angekündigt.
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Ich bin mir nicht sicher, ab die Stimmung dann noch “verhalten” ist.
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(ironie/on) Ob man den Tribünen-Ruf “Schiri, wir wissen, wo dein Auto steht” vielleicht umtexten kann? Oder sollte der Content-CR diesmal auf seinen Parkplatz in der Fußgängerzone verzichten? (ironie/off)
So knapp kann der Platz in der Zeitung gar nicht sein, dass sich nicht noch ein fetter 6-Spalter über Bodo Hombach unterbringen ließe. So in der heutigen Ausgabe der WAZ, die in 120 Druckzeilen über eine Rede berichtet, die Hombach in Moskau gehalten hat.
Da wird Hombach so zitiert: “Mancher Amtsinhaber handelt ehrlich, nur um nicht beim Betrug erwischt zu wrden.”
Aber eben nur “mancher”, nicht wahr, Herr Hombach!
Zur Pressefreiheit gehört auch die innere Pressefreiheit. Die hat dieser Bodo Hombach in den Zeitungen der WAZ Mediengruppe abgeschafft. Die Art und Weise, in der er sich “seiner” Zeitungen bedient, ist schamlos, die völlig rückgratlose Komplizenschaft von Chefredakteuren wie Ulrich Reitz ist für Journalisten beschämend.
Willkommen in der Anstalt – noch so ein Stück aus dem Irrenhaus: Da kauft die WMG den Klartext-Verlag, also den Buchverlag im Ruhrgebiet. Aber für den Verkauf in den Geschäftsstellen lässt Herr Zowislo das Buch “Ruhr 2010 – Kulturhauptstadt Europas” nicht im eigenen Buchverlag als WAZ-Buch produzieren, sondern im LiCo-Verlag. 12,95 € kostet das Buch, herausgegeben übrigens von Marie-Luise Marjan (!!!).
In jedem anderen Verlag dürfte sich Herr Z. wohl wegen geschäftsschädigenden Verhaltens verantworten, nicht bei der WMG. Schließlich ist einer der Autoren Bodo Hombach. Herr Z. weiß schon, wie man sich absichert…
So produziert man vermeidbare Kosten, so verschenkt man Einnahmen und eine gute Marketing-Chance (WAZ-Buch), aber waz soll’s. Willkommen in der Anstalt!!!
@Hans Plagwitz
Ja, es scheint so: Brutalstmöglicher Abriss von Sturkturen, Ignoranz und Missachtung von Menschen und ihren Lebensleistungen, Demontage von Engagement und Identifikation – das ist bezogen auf die Redaktionen die Leistungsbilanz der Regentschaft von Reitz und Hombach.
Mein Gott, wie lange wollen sich die Gesellschafter dieses Spielchen noch ansehen. Wie lange wollen sich die Redakteure diese herabwürdigende Behandlung noch gefallen lassen.
Falls es noch mal deutlich gesagt werden muss: Beim letzten Mal in der Lichtburg hat uns ein Ulrich Reitz den Krieg erklärt und uns mit wirtschaflticher Vernichtung gedroht.
Am Wochenende ist vielleicht Zeit, hier auch einmal einen längeren Text zu verkraften. Ein Stück literarische Gebrauchsanweisung, aus dem Bücherregal in dieses Forum kopiert, um ein Defizit zu beklagen.
Heute wurde allen Kolleginnen und Kollegen der Service-Redaktion mitgeteilt, dass ihnen betriebsbedingt gekündigt werden soll. Die Gekündigten dürfen sich dann auf Stellen als Verlagsangestellte bewerben, natürlich auf weniger Stellen als es heute in der Service-Redaktion gibt.
Das macht betroffen, das macht wütend und das stellt die Frage nach der Solidarität der Redakteure und Redakteurinnen, die in NRW für die WAZ Mediengruppe arbeiten.
Solidarität (von Kurt Tucholsky)
Wenn die Hutmacher heute einen Streik beginnen, so haben sie die Aussicht, ihn siegreich zu beenden – durch ihre Solidarität. Wenn die Setzer einer großen Zeitung ihre Lohnforderungen erhöhen, so wird ihr Streikbeschluß, einmal gefaßt, den Unternehmer zu Verhandlungen zwingen, denn die Setzer sind solidarisch. Wenn aber die geistigen Arbeiter einen Streik inszenierten … ach! Sie fangen gar keinen an. Das Gefühl der Solidarität unter geistigen Arbeitern ist nicht vorhanden. Die Sache liegt heute so, dass jeder, aber ausnahmslos jeder Schriftsteller seinen Kollegen literarisch wertet und danach mit ihm verkehrt: er tadelt oder lobt ihn, er nimmt ihn für voll oder tut ihn verächtlich ab. Aber weiß er denn nicht, dass die geistige Arbeit mit dem Augenblick, wo sie das stille Studierzimmer verläßt und auf dem Markt gehandelt wird, Ware ist, Ware, und weiter nichts als Ware? Das weiß er nicht, und das will er auch nicht wissen.
Der geistige Arbeiter glaubt, ein Künstler müsse allein stehen. Und nun lehnt er ab, mit seinen Nachbarleuten, die neben ihm schaffen, zusammenzugehen, weil das seiner nicht würdig sei. Ist es das wirklich nicht?
Die bekannt elenden Verhältnisse, die den Schriftsteller umgeben, sind nur zu erklären aus der übergroßen Leichtigkeit, mit der der Unternehmer den einzelnen aushöhlen kann. Der kann sich ja nicht wehren – und die andern helfen ihm nicht. Der ist ja nur einer – und einer ist gezwungen, das Honorar zu schlucken, das man ihm vorwirft, die Bedingungen anzunehmen, die man ihm stellt – ein braves Hampelmännchen in der Hand des geschickten Kaufmanns.
Gibt es dagegen kein Mittel? Es gibt eines.
Dieses Mittel ist die absolute Solidarität der geistigen Arbeiter. Man muß das Epitheton »absolut« hinzusetzen, weil ja in der Tat bei uns die eigentümlichsten Verhältnisse auf diesem Gebiete herrschen. Jeder nämlich erkennt die Forderungen, die alle unsere Organisationen stellen, gern an – nur … »Nur«, sagt er, »für mich – also mit mir ist das so eine Sache – sehen Sie – ich kann da nicht – –« Und jeder ist ein Ausnahmefall, und jeder ist etwas ganz Besonders, und jeder kann nicht und möchte und ist leider verhindert.
Hier ist eine Aufgabe – hier ist ein Weg – hier ist eine Hilfe. Das erste, was den Arbeitern einen wirtschaftlichen Kampf überhaupt erst ermöglichte, war das Gefühl für Solidarität. Der Streikbrecher ist ein Schuft – dieser Satz stand ehern fest. Und es gab keine Ausnahmen. Bei uns?
Ich besinne mich, dass in einer Redaktionskonferenz einer aufstand und sagte: »Wer den Beschlüssen unseres Ausschusses zuwiderhandelt, sollte geächtet werden!« – Und es erhob sich ein andrer und sprach also: »Geächtet … meine Herren Kollegen … ist das nicht ein etwas hartes Wort? Wir sind doch Künstlernaturen … «
Nein, sie ächten nicht, diese Künstlernaturen. Merkwürdig, wie sie nur künstlerisch in Honorarangelegenheiten empfinden – aus ihren Werken spricht so häufig der Merkantilist … Nein, sie ächten nicht.
Ja, es fällt gradezu auf, wenn einmal einer von uns Korpsgeist bezeigt. Die münchner Zeitschrift Zeit im Bild zankte sich eines Tages mit W. Fred – unsere Organisation nahm sich Freds an, und ich zog daraufhin alle meine Beiträge zurück. Die Redaktion war baß erstaunt: »Sie werden doch nicht«, hieß es in ihrem Brief, »für Herrn Fred die Kastanien aus dem Feuer holen … « Und: gebildete Menschen tun derlei nicht! Diese Melodie tönt durch alle die zartgemeinten Lieder eines Unternehmertums, das instinktiv fühlt, von woher ihm die größte aller Gefahren droht: von der Solidarität der geistigen Arbeiter.
Wie steht es denn um uns? Nehmen wir doch einmal an, die gesamte Redaktion eines Pressekonzerns träte in den Streik. Heute stehen die Sessel leer – morgen sind sie alle besetzt – das Haus würde gestürmt werden von Streikbrechern. Alle, alle kämen gelaufen: Professoren und »freie« Schriftsteller und Dilettanten und Stellungslose und Gott weiß wer. Und die streikenden Redakteure würden auf der Straße verrecken.
Zwei Gefahren bedrohen den wirtschaftlichen Aufschwung unseres Berufs auf das ärgste: der Dilettant – und wir selbst. Wir selbst sind uns die größte Gefahr – wir selbst bewirken, dass der Unternehmer unserer zwölf für ein Dutzend hält – wir selbst sind schuld daran, dass wir alle gar so leicht zu ersetzen und gar so billig zu haben sind.
Es sind immer dieselben traurigen Erscheinungen: der zu Ruhm und Geld gekommene Dichter, der geschmeichelt den Aufforderungen der Redaktionen nachkommt, ohne sich jemals seiner Kollegen anzunehmen; der Dilettant, der noch Geld dazugibt, wenn er nur gedruckt wird; der Zeilenschinder, der schreiben muß, weil ihm der Hunger im Nacken sitzt. Und wir andern –?
Wir sollten nicht länger zusehen. Wir haben nun täglich aus der Arbeit anderer Organisationen lernen können, wie die Arbeit und ihre moralische Wertung gar nichts mit dem zu tun hat, was sie darstellt, wenn sie Ware geworden ist. Wir singen nicht mehr, wie der Vogel singt, der in den Zweigen wohnet. Denn die Angelegenheit hat ein doppeltes Gesicht: wer bei der Arbeit an das Publikum und an sein Honorar denkt, ist ein Schmierer. Wer aber beim Vertrieb nicht an sein Honorar denkt, ist ein Dummkopf.
Diese Anschauungen nutzen nichts, wenn ihr sie nicht in unsere Organisationen hineintragt. Wirkt! Tut euch zusammen! Schärft die Gewissen! Seht das Ziel: eine große Gewerkschaft, ein Bund, der den Markt beherrscht! Wir wollen nicht tyrannisieren – wir wollen für uns menschenmögliche Lebensbedingungen schaffen, unter denen sich arbeiten läßt. Der Unternehmer sei gezwungen, nur organisierte geistige Arbeiter einzustellen – so rotten wir den Dilettanten aus. Und zwingen wir uns, einer für alle und alle für einen zu stehen – so rotten wir den Ausbeuter aus.
Eine Provinzzeitung hat vor kurzem einen Mann gesucht, der den Leitartikel zu schreiben hatte und den lokalen Dienst versehen und nachts telefonieren und Kritiken verfassen mußte – dafür sollte er ein viertel Jahr umsonst arbeiten – in der Gaunersprache nennt man das »volontieren« – und dann wurde ihm ein Gehalt von einhundertfünfzig Mark monatlich zugesagt. Jammert ihr? Zieht ihr einen bitteren Mund? Es ist an uns allen, das zu verhindern. Es gibt keine Ausnahmen – glaubt einer im törichten Übermut, ohne den Stand wirtschaftlich arbeiten zu können, dann stoßt ihn aus – sei es, wer es sei. Wir können keine Primadonnen brauchen – dazu ist die Zeit zu hart. Und wir werden Erfolg haben, wenn wir uns zusammenschließen, jeder, jeder, jeder – und wenn uns das Standesinteresse über alles Persönliche geht.
Denn einzig das wäre Solidarität.
Es wird nun immer deutlicher, es geht nicht um die Einsparung von jährlich 30 Mio Euro. Das ist doch nur Kleingeld gegenüber dem, was wirklich passieren soll. Die NRZ und WR sollen “eingedampft” werden, sich überschneidende Redaktionen wird es dann nicht mehr geben. Das Kerngeschäft wird sich nicht mehr im Ruhrgebiet abspielen. Das beruhigende Wort von Grotkamp und Schumann, dass die Investionen ( bei den vier WAZ-Titeln abgegezogen – in welchem erbärmlichen Zustand befanden sich damals die meisten Redaktionen ) im Ausland die Arbeitsplätze der vier Haupttitel in NRW “schützen”, ist schon lange nicht mehr Geschäftspolitik. Wer sagt uns denn, dass Essen weiter die künftige WAZ-Verwaltungsmetropole bleibt?
Man will also 300 Redakteure der WAZ-Mediengruppe loswerden. Schickler wird dieser Generalforderung entsprechend die “Synergieargumente” zusammen mit WAZ-Chefredakteur Reitz ohne Rücksicht auf zeitungsrelevante Gründe liefern. Neue Firmen werden kreiert, die natürlich fürs Redaktionspersonal keine Tageszeitungstarife mehr haben werden. Reitz wird dann wohl nicht mehr in Essen residieren. Wie man hören kann, hat er sich ja Wege offen gelassen… zum Öffentlich-Rechtlichen oder zu einer bestimmten Partei.
Rechnet man mal nach, machen 300 eingesparte Redakteure genau 30 Mio Euro an Personal- und Sachkosten aus. In diesem Zusammenhang ist immer noch nicht geklärt, wie die vier Tageszeitungstitel Millionenverluste machen, wie dies errechnet wurde. Die vier Redaktionsgesellschaften waren ( sehr geschickt ) so angelegt, dass sie nur Personal- und Sachkosten verursachen und finanziell aus dem großen “WAZ-Finanztopf” gespeist werden; keinerlei Einnahmen haben. Da sie dem Tendenzschutz unterliegen, ist das vorgelegte Zahlenmaterial lediglich eine Glaubensfrage.
Dies ist alles andere als ein “Kulturschock” wie CR Reitz es so unpassend formulierte, denn “kultiviert” ging es bei WAZens in den letzten Jahrzehnten nun wirklich nicht zu. Die “Ruhe” in den Belegschaften ist schon mehr als beunruhigend. Die nächste Belegschaftsversammlug der vier Tageszeitungstitel wird hoffentlich zur “Kulturrevolution”!
Mich wundert schon seit langem, dass bei der sich abzeichnenden Zerstörung der WAZ-Zeitungslandschaft keinen wirklichen “Aufschrei” der Belegschaften gibt. Nur Abwarten, was man “vorgelegt” bekommt. Hat man`s immer noch nicht kapiert, dass die WAZ-Mediengruppe in all`ihren Verästelungen stets danach gehandelt hat: Fakten, Fakten, Fakten schaffen und dann genüßlich zusehen wie sich Betroffene und Gewerkschaften mit dem “Hingeworfenem” auseinandersetzen. Es hat auch in vergleichbaren Situationen bei den Verlagsangestellten ( mit ihren vielen Schachtelfirmen) oder in den technischen Betrieben nie eine Solidarisierung aller Beschäftigten gegeben. Das rächt sich nun bei den Zeitungstiteln, dass die Verlagsspitze mit ihrem Handlungsprinzip “teile und regiere” immer sehr gut gefahren ist. Wenn jetzt die Damen und Herren Redakteure nicht merken, dass dies der letzte Kampf in der WAZ-Mediengruppe ist, in dem es um wirklich alles geht, wenn sie nicht merken, dass es auch nicht um sie allein geht, sondern um die Leser . . . und auch um Pressevielfalt, um die wichtige Aufgabe der Presse in der Meinungsbildung der Bevölkerung, dann tragen sie mit dazu bei, dass künftig “Volksverdummung” um sich greift.
In diesem Zusammenhang muß man sich auch fragen, wo die ganzen kleinen und großen Politiker im großen Verbreitungsgebiet der WAZ-Titel bleiben, die sich sonst so gern im Presserampenlicht sonnen. Machen sie mit bei der “Volksverdummung”, beim WAZ-Verlagsdiktat? Wahlen stehen ja genug vor der Tür. Soll es wirklich künftig den schon hier wiederholt angeschnittenen “Presseeinheitsbrei” geben?
Da gab es doch vor wenigen Tagen im Landtag aktuelle 15 Minuten zur Situation in der NRW-Presselandschaft. Einen politischen Aufschrei habe ich nicht gehört, geschweige denn Informationen. Interessiert das auch die Gewerkschaften schon nicht mehr? Es riecht hier schon verdächtig nach Kungelei, nach Stillhalteabkommen, nach Gentleman´s Agreement, nach politischer Korruptheit . . .
Wenn jetzt die Damen und Herren Redakteure und ihre Gewerkschaften nicht merken, dass auf ihrem Rücken viel mehr ausgetragen wird, sie endlich die Solidarität pur mit jedem nur möglichen rechtsstaatlichen Mittel bis hin zum Widerstand durchziehen, dann verlieren sie mehr als nur ihren Job. Wir alle einen Teil der Demokratie! Ganz abgesehen von dem weiteren Vertrauensschwund, der in der Presselandschaft um sich greift. Hier in NRW kann beispielhaft ein jetzt Zeichen gesetzt werden, dass Journalisten kämpferische “Tendenzträger” sind. Anders begreifen es die “Zeitungsbarone” nicht.
@Poli: Was erwartest Du denn? Verdi ist doch ein trübseliger Verein, wo ein Herr Bsirske nur mit sich selbst beschäftigt ist und vor den Kameras schlaue Reden schwingt, aber den Beschäftigten die allerschlimmsten Kröten in den Tarifverhandlungen aufbürdet. Zu IG Medien-Zeiten war noch Kampfkraft und Bereitschaft vorhanden, so richtig hat sich Verdi für medienspezifische Problematiken nie gekümmert und braucht sich deshalb über die lahmende Unterstützung seitens der Mitgleider nicht wundern. Wie die GDL bräuchten wir eine freche Mediengewerkschaft, wo Drucker, Vorstufler, Fotografen, Redakteure und kaufmännische Angestellte in Medienbetrieben zusammen organisiert sind und frech ihre Interessen vertreten und sich nicht mit faulen Kompromissen abspeisen lassen. DJV öffne Dich
!
Was der Bückemann in den letzten Jahren vor dem WAZ-Mann gebracht hat sehen wir ja jetzt. Eiskalt und das auch noch in der Vorweihnachtszeit wird mit der Axt durch einen Teil des Kollegenkreises geschlagen. Dieser “Produktionsmanager” ist ja ein toller Trost für die Betroffenen, aber für die Leute mit der flotten Schreibe ja irgendwie überhaupt nicht relevant.
@Hans Plagwitz
Habe gehört, dass die GGF am 5. Dezember nicht nur ihren Auftritt haben soll, sondern gleichzeitig zu einer Mitarbeiterversammlung einladen will. Also Betriebsversammlung und Mitarbeiterversammlung in einem Rutsch. Ist das auch eine der Sparmaßnahmen? Mit dem Segen der Betriebsräte oder wie oder was? Oder doch nur eine Ente?
Mal die ernstgemeinte Frage eines Nicht-WAZlers: Ist Herr Reitz als Chefredakteur eigentlich noch mittelfristig zu halten, wenn so eine Stimmung gegen ihn entsteht? Ganz gleich, wie die Sache ausgeht, es steht doch offenbar niemand in der Belegschaft mehr hinter ihm. Die Frage ist nicht polemisch, sondern sachlich-interessiert gemeint.
Dies zu entscheiden liegt leider nicht in der Hand der Belegschaft. Man kann aber inzwischen als sicher annehmen, dass dieser Herr Reitz bei den weitaus meisten Kolleginnen und Kollegen jegliche Achtung verspielt hat. Wie unter diesen Umständen künftig eine motivierende Menschenführung möglich sein soll, das müssen letztlich die Herren Hombach und Nienhaus beantworten. Um deren Ansehen in der Belegschaft steht es allerdings auch nicht gut. Zwischen ihnen und den früheren Geschäftsführern liegen leider Welten.
Zahlen aus der Vergangenheit: Schwarz
(wie die Druckerschwärze)
Angeblich gegenwärtige Lage: Rot
(wie das Portal der WAZ-Mediengruppe)
Zukunftsprognose nach Reorga: Gold
(wie die Statue auf dem neuen Palastdach)
Arme WAZ! Die Schicklers und SIPAs sind zu Ergebnissen gekommen – wie auch immer das geschah. Die Zeche zahlen zukünftig Zeilenlieferanten, Zielverfehlte und Zeitungsleser.
Das nenne ich opportunistische Geschäftsführung oder knapp: GGF (Grausamkeit gegen Fußvolk).
Passt ins Bild von einem immer ärmer werdenden Deutschland!
Doch was ist das?
(Realsatire Anfang:
Gerade erreicht mich die neueste Meldung über den Rei(t)z-Übertragungskanal…
…Schreibende Zunft wehrt sich… Geplante Neugründung auf dem umkämpften Zeitungsmarkt in Deutschlands Fußgängerzonen…
Das bekannte Straßenmagazin für Obdachlose – namens BODO erfindet sich soeben neu. Wie aus unbestätigten Kreisen zu hören ist, erscheint „ULI“ ab Frühjahr 2009. „Der Sonntag ist ein idealer Erscheinungstag“, so der Namenspate. Nach dem Frühstück und im Anschluss an den Gottesdienstbesuch sei die Spendenfreude für verarmte Qualitätsjournalisten besonders groß, laut einer Studie der von der Essener WAZ-Mediengruppe beauftragten einschlägig bekannten Unternehmensberatung NIENHAUS-Schickler-Sipa.
Wie beaknnt wurde sollen Spendenaufrufe dem von der WMG gestarteten Projekt zu mehrestelligen Renditen verhelfen und das Rennen um den Milliardärs-Cup Deutscher Nichtsnutze auf Dauer sichern.
„Ziel ist es“, so Uli weiter „mit diesem Qualitätsprodukt die vielen hungrigen Mäuler unrentabel gewordener Redakteure zu stopfen“. Auch er werde nach dem Kanzelsegen und vor dem Sonntagsbraten den Anfang machen, jedem frierenden Austräger (ohne Mantel) in die Augen schauen und ein wohltuendes Wort spenden: „Mahlzeit!“ …Realsatire Ende)
Nutztjanix (?)
WDR
Nachrichten aus dem Ruhrgebiet vom 22.11.2008
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Rhein/Ruhr: Medienwissenschaftler kritisiert WAZ (08:35 Uhr)
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Der Dortmunder Medienwissenschaftler Horst Röper sieht in den angekündigten Entlassungen von 300 Redakteuren der Essener WAZ-Mediengruppe eine Gefahr für die Meinungsvielfalt. Wenn nur noch ein Journalist über eine Veranstaltung für die vier großen Zeitungen der Mediengruppe in NRW künftig berichtet, dann habe man einen “journalistischen Einheitsbrei”. Die WAZ-Mediengruppe hatte angekündigt, 30 Millionen Euro einzusparen. Die bisher selbstständigen Redaktionen von WAZ, NRZ, WP und WR sollen in einer Zentralredaktion in Essen gebündelt werden. Als Folge wurde die Entlassung von 300 Redakteuren nicht ausgeschlossen. Röper sprach in diesem Zusammenhang vom “größten Konzentrationszeitungsmarkt Deutschlands”, den man je erlebt habe.
Röper-Interview im Wortlaut
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/879147/
Bodo Hombach jüngst über das Engagement der WAZ-Gruppe in Russland und über Qualitätsjournalismus. Ohne Kommentar.
http://www.aktuell.ru/russland/medien_internet/waz_manager_hombach_russen_schreiben_anders_kritisch_457.html
Wenn es tatsächlich am 5. Dezember zu einer Betriebsversammlung ( Gastgeber und Hausherr der Betriebsrat )und einer Mitarbeiterversammlung ( Hausherr der Arbeitgeber ) kommen sollte, dann “Gute Nacht”! Es ist anzunehmen, dass nach Bekanntgabe der “Grausamkeiten” für die vier Redaktionsgesellschaften am 27. November durch den Arbeitgeber die Stimmung am 5. Dezember nicht mehr so ruhig sein wird wie am 11.11. in der Lichtburg. Wenn dann die Betriebsräte nicht “Herr des Geschehens” sind, sondern sich die Hausherrenrechte mit dem Arbeitgeber teilen ( müssen ), dann verkommt die Veranstaltung zur Farce. Dann wird es eine Verkündungsangelegenheit ohne (emotionale) Diskussion.
@katzenklo
Keine gemeinsame Veranstaltung mit den Arbeitgebern! Richtig, dass muss eine kraftvolle Veranstaltung werden und kein Gang zur Richtstätte.
Lasst euch nicht mehr verarschen!
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Vielleicht können wir ja nicht “legal” streiken. Aber wir wollen von nun an ständig Neuigkeiten wissen. Wir wollen über die Zukunft und Lösungen diskutieren! Das müssen wir auf vielen, langen Betriebsversammlungen tun. Es gibt da einen hohen Bedarf. Es gibt diesen Bedarf bestimmt schon im Anschluss an die Mitarbeiterversammlung.
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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Waz-Gruppe! Wacht endlich auf und handelt! Wir haben schon viel zu lange gezögert!
Guckt mal auf die Inhalte der WAZ.
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Kollegen, wenn ihr die WAZ vom 22. November 2008 aufschlagt, denn findet ihr IHN bei seiner täglichen Arbeit: dem Darstellen. Allerdings gar nicht mal so vorteilhaft wie sonst (als Grinsekatze) fotgrafiert.
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Der Chefredakteurs-Darsteller beim 12. Ostasientag in Duisburg. Anstatt an Deck seines Tankers zu stehen, sich um die Redaktionen zu kümmern, disktuiert ER wieder mal in der Landschaft herum, um seiner gigantischen Eigeninszenierung via WAZ noch eine weitere Facette hinzuzufügen.
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Und das bei einer Veranstaltung, deren Ergebnisse dem Leser nichts Neues bringen. Wenn das dann auch noch auf einer halben Seite ausgewalzt wird, ist es ein Hohn. Wo doch den “Ruhri” andere Sorgen drücken als ein umgefallener Sack Reis in China (Wie heißt “Mahlzeit” eigentlich auf in Mandarin?).
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Auf der anderen Seite sind die Überschriften der Ausgabe bezeichnend: “Der Feind saß im eigenen Büro”, “Der Osten gewinnt” (iss ja klar: DerWesten verliert ja lt. Geschäftsplan immer noch), “Wieder mehr Versuchtstiere” (ist damit der Content-Newsdesk gemeint?)
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Die schönste Schlagzeile ist jedoch “Vom Winde verweht” auf Rhein-Ruhr. Vielleicht ist’s ja bald so, wie die Wirtschaft titelt: “Nun platzt die Kunst-Blase”. Ob der CR-Darsteller damit gemeint ist?
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Müsste eigentlich, denn wer einen – wirklich guten – Artikel ins Blatt hebt (heben lässt), der sich mit den “grundsoliden Sammlern” von Kunst befasst, die ja bekanntermaßen zu der größten Gruppe der WAZ-Leser gehören, der hat den Schuss nicht gehört. Und wo bitte, ist die Relevanz dieses Artikels für den normalen WAZ-Leser?
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Herunterbrechen ins Lokale ist ja auch nicht, nicht einmal regionale Bezüge werden hergestellt: Wie isses mit Sammlern und Galerien im Revier? Fehlanzeige. Guter Einstieg, aber falscher Ansatz. Halten wir fest: Der Blick geht nach Süden – Düsseldorf, Köln.
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Wieder mal ein Thema am Leser im Ruhrgebiet vorbei, Herr Chefredakteurs-Darsteller! Sie arbeiten bei der WAZ im Ruhrgebiet und nicht bei der Süddeutschen, der FAZ, der Welt, bei der Zeit oder bei “Ullis Fine World”. Wann wachen Sie endlich auf?
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Angetreten sind Sie unter der Überschrift “Wir ordnen den Lesern die Welt”. Jetzt wissen wir, was gemeint war: Ich (ver)ordne den Lesern meine Welt.
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Und das – wie sagt es der Comedian – das kauft uns doch kein “Ruhri” mehr im Abo ab….
Ich bin zehn Jahre in dem Unternehmen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal zum Psychiater muss. Was gerade passiert, hat mich krank gemacht, schwer krank.
Mit dem Jammern kommen wir nicht weiter, Aktionen sind jetzt angesagt. Und zwar Aktionen, von denen man hoffen kann, dass sie die GGF und auch die am Crash beteiligten Chefredakteure unter Druck setzen.
Wie wäre es damit? Wir können ja wohl davon ausgehen, dass die Friedrichstraße dieses Forum gegenüber den Gesellschaftern unerwähnt lässt. “Es grummelt etwas, aber es läuft”, das ist die vereinbarte Wasserstandsmeldung an die Gesellschafter. Zeit also, den verehrten Gesellschaftern das”Grummeln” ins Haus zu schicken.
Das ist ganz einfach: Die Foren ganz oder teilweise ausdrucken, mit einem freundlichen Begleitschreiben versehen und an die Gesellschafter schicken.
Die Adressen:
Für die Brost-Holding
Anneliese Brost
Zeißbogen 28
45 133 Essen
und
Dr. Peter Heinemann
III. Hagen 30
45 127 Essen
Für die Funke-Seite
Gisela Holthoff
Renteilichtung 114
45 134 Essen
und
Petra Grotkamp
Reckmannshof 12
45 133 Essen
und
Renate Schubries
Eifelhang 14
45 133 Essen
Und vorab kann man den Gesellschaftern bei dieser Gelegenheit gleich aus erster Hand mitteilen, dass die Redaktionen am 5. Dezember nach vorausgehender Information durch die GGF zunächst einmal ihr Recht in Anspruch nehmen werden, ausführlich über die “Konzepte” und ihre Folgen zu diskutieren. Mein Anschreiben an die Gesellschafter endet mit dem Hinweis: “Deshalb müssen Sie damit rechnen, dass Ihnen am 6. Dezember keine Zeitung oder nur eine Notausgabe zugestellt wird.”
Die Ruhe in den Redaktionen ist erschreckend und durch nichts gerechtfertigt. Die Beispiele von zuerst Lensing und jetzt G+J sollten Warnung genug sein.
Das “Modell der Zukunft” kann auch so aussehen:
WMG gründet fünf neue Redaktionsgesellschaften für Content-Desk und die 4 Titel. Dann werden von diesen 5 Gesellschaften insgesamt 600 (heute 900) Stellen (zu welchen Konditionen auch immer)ausgeschrieben und besetzt. Wer auf der Strecke bleibt, erhält die betriebsbedingte Kündigung. – Basta!
Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung zum Sozialplan, der will erkämpft sein. Wer brav wie gehabt seine Arbeit verrichtet, unbezahlte Mehrarbeit leistet, trotz Grippe etc. in die Redaktion fährt, den Anspruch auf freie Tage verfallen lässt usw. usw., der erleichtert der anderen Seite das Spiel.
Wer sich nicht wehrt, macht seinen eigenen Schreibtisch zur Schlachtbank!
“Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin…” – Ja, so war das damals in der Friedensbewegung. Immerhin, man ging zur Demo, man stand im Hofgarten und fühlte sich stark.
Höchste Zeit, das Brecht-Zitat einal vollständig zu bringen:
“Stell Dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin – dann kommt der Krieg zu Euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und läßt andere kämpfen für seine Sache, der muß sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.”
So ist es, Freunde! Also werdet endlich wach!!!
@brecht – Das ist wohl wahr, wir müssen endlich kämpfen!
So ganz schutzlos sind wir Arbeitnehmer aber nicht. Hilfreiche Infos gibt es zum Beispiel unter:
http://www.umsetzungsberatung.de/arbeitsrecht/sozialauswahl.php
@ gesellschafter, habt ihr euch mal unter google maps die anwesen der gesellschafter angeschaut???
hatte erst gedacht google maps hat einen error und zeigt beverly-hills an
die brauchen sich keine sorgen um ihr geld zu machen
@traurig: Willkommen im Club. Ich bin über 20 Jahre Redakteur bei der WAZ-Gruppe, bin immer gesund gewesen und habe meine Arbeit stets gern getan. Aber jetzt: “Psychogene Belastungsreaktion (F43.9G)”. Das Aufzählen der Symptome erspare ich euch. Es ist zum Kotzen.
Ein Programmtipp: Heute Abend berichtet Zapp im Ersten über die Medienkrise, auch über die Situation bei der WAZ. Befragt wurden auch Herr Reitz und Herr Hombach. Online ist das Stück bereits. Und zwar hier http://www1.ndr.de/media/zapp1162.html .
Einfach nur ekelhaft, wie uns Reitz, Hombach, Buchholz & Co (für dumm) verkaufen wollen.
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U.R.: “Ich bin ein christlicher Familienvater…”
Ob der in seiner Familie auch in bekanntem Ton “Mahlzeit” wünscht?
@obacht: Wenn Du Pech hast greift die 3-Etage ohne die sonst übliche Prämie Deine Ausführung als “Verbesserungsvorschlag” auf. Wir müssen die jetzt noch nicht weiter auf komische Gedanken bringen, die sie ohnehin schon haben
“Wir müssen die jetzt noch nicht weiter auf komische Gedanken bringen, die sie ohnehin schon haben
”
Vom Zeitungmachen verstehen die nichts, klar! Aber was fiese und trotzdem legale Tricks z.B. bei der Wahl der günstigsten Gesellschaftsform anbetrifft, da habe ich vollstes Vertrauen in die Kompetenz der entscheidenden Herren (incl. U.R.).
Denkt dieser ach so christliche Familienvater U.R. darüber nach, welche Auswirkungen es auf seine Familie haben könnte, wenn z.B. meine Familie bei Hartz IV landet, wenn wir unser Haus verlieren, meine Kinder nicht mehr Klassenfahrten mitmachen und ihren Hobbys nachgehen können?
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Zur Zeit bedroht U.R. meine Familie akut, indem er meine wirtschaftliche Existenzgrundlage zerstören will, zumindest liegt die Chance rechnerisch bei 33,33 Prozent.
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Vielleicht diskutiert er das ja offen mit seiner Frau und seinen Kindern.
Aber vielleicht lesen die ja auch diesen Blog – falls nicht, scheiben wir ihnen doch auch mal, was ihr Papa gerade so verbricht.
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Könnte der Sohnemann noch in den Spiegel schauen und sich freuen, wenn er mit Papa beim nächsten WAZ-Truck-Spektakel – wie zuletzt vor der Bochumer Jahrhunderthalle – ins neu gekaufte Flanellhemd schlüpft und den wenig authentischen “Trucker” gibt?
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Wird Ihnen zu persönlich, Herr Reitz? Richtig. Das soll es auch!
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Ich kann meinen Kindern nämlich nicht erklären, warum ich seit Wochen nicht mehr schlafen kann. Meine Frau und ich haben bislang x-Mal durchkalkuliert, was wir wann wenn wie machen. Eine Antwort haben wir nicht finden können.
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Aber wenn ich rausgekündigt werden sollte, werden Ihre Frau und Ihre Kinder es als este merken: Dann komme ich mit meiner Familie zu Ihnen nach Hause und wir machen vor Ihrer Türe – im Rahmen der FDGO (Freiheitlich Demokratischen Grundordnung) und ihrer gesetzlichen Bestimmungen – eine private Mahnwache! Gleiches gilt für Ihren Tennisclub.
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Das ist zwar “Mist”, aber hiermit fest versprochen!
Ein paar Informationen zu den Gesellschafterfamilien: Herr Hombach beantwortet als Vertreter der Gesellschafterfamilie Brost derzeit die Schreiben an Frau Brost. Sie liegt im Krankenhaus, Herr Hombach beantwortet die Schreiben.
Die Familie Funke: Vier Töchter, ich erspare mir alle Vor-und Nachnamen, letztlich spielen zwei, bzw. drei Namen eine Rolle. Petra Grotkamp hat drei Schwestern. Die drei Schwestern und ihre ganze Sippschaft leben wie die Maden im Speck von dem, was die Angestellten der WAZ-Gruppe erwirtschaftet haben. Petra Grotkamp hat sich schon vor Jahrzehnten mit ihren Schwestern zerstritten. Petra Grotkamp, irgendwann auch mal Sekretärin von Günther Grotkamp, ist die einzige aus der Funke-Familie, die sich jemals professionell und überhaupt um das Zeitungsgeschäft gekümmert hat. Günther Grotkamp hat über all die Jahre das Geld für Familie Funke, aber nicht zuletzt auch für die WAZ-Gruppe angehäuft. In den letzten Jahren (Jahrzehnten) zusammen mit Schumann, Vertreter der Familie Brost, der auf ein Vermögen von 1 Milliarde Euro kam.
Funke-Sprecher ist seit einiger Zeit Holthoff-Pförtner,Rechtsanwalt aus Essen, Intimus von Helmut Kohl und Widersacher von Günther Grotkamp. Holthoff-Pförtner will gerichtlich dagegen vorgehen, dass die Gesellschafterversammlung einheitlich entscheidet. Holthoff-Pförtners Argumentation war, dass dies wichtige Entscheidungen blockiere. Mittlerweile dürfte jedem bei der WAZ-Gruppe klar geworden sein, was der Herr bezweckte. Grotkamp kämpft dagegen juristisch an.
Grotkamp will, dass das Geld der Otto-Millionen (rund 450 bis 500 Millionen) in das Unternehmen fließt, Holthoff-Pförtner, der in den letzten Jahren zusammen mit Hombach die Geschäfte geleitet hat, will, dass das Geld den Gesellschafterfamilien zugute kommt. Soweit zu den mehr oder weniger offiziell bekannten Dingen. Aus Tacheles wird in kurzer Zeit Insider.
Herr Reitz, Sie nehmen für sich in Anspruch, als “christlich fundierter Familienvater” zu handeln. Das mag bei Ihnen daheim so sein, aber in der Redaktion treten Sie auf als unerträglich aroganter Fatzke, dessen Handeln sich allein am Eigeninteresse orientiert, der seine Mitarbeiter zur öffentlichen Befriedigung seinee Eitelkeit missbraucht.
Glauben Sie mir, es ist uns scheißegal, wo Sie zu welchem Preis Ihre Lederschuhe arbeiten lassen, wo Sie mit welcher Card Ihre Brionis kaufen, welchen Rotwein Sie an Heiligabend mit Ihrer Frau Mutter schlürfen, welche Markengeschenke Ihre Kinder auf dem Echtholzparkett auspacken, auf welchen Dienstwagen Sie sich freuen, was Sie wahlweise geil, sexy oder spin finden – ersparen Sie uns solche Belästigungen. Sie haben Ihren Lifestyle, wir und unsere Leser haben andere Wertmaßstäbe.
Und sollten Sie mal wirklich Lust auf einige Zeilen Bibel haben, dann denken Sie mal über Lukas 15, Vers 7 nach:
Im Himmel wird mehr Freude sein über einen Sünder, der umkehrt als über 99 Gerechte!
Ich schlafe auch keine Nacht mehr durch und habe Angst alles, ja alles, zu verlieren. Wenn ich gekündigt werde, muss ich das Haus verkaufen, lande in Hartz IV, die Familie steht auf dem Spiel.
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Eins kann ich aber schon jetzt versprechen: Ich werde jeden Morgen vor dem Hause Reitz meinen Bettelhut aufstellen. Und ich möchte, dass er und eine Familie mir dann jeden Morgen in die Augen schauen muss.
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Es spricht nichts gegen Umstrukturierungen. Aber ein Unternehmen wie dieses kann Stellenabbau strecken und muss nicht entlassen. Das wäre christlich und im Sinne der Gründer!
Tacheles: Die Einstimmigkeit der Gesellschafter, für die G. Grotkamp vor Gericht gefochten hat ( es ging um die Total-Auszahlung der RTL-Millionen ), ist vor Gericht in letzter Instanz zu Ungunsten von Grotkamp längst erledigt. Im übrigen ging es nicht nur darum, sondern auch laut altem Gesellschaftervertrag um die Aufteilung der Gewinne. Nur die Hälfte der Gewinne war in der Vergangenheit an die Gesellschafter ausgezahlt werden, da die andere Hälfte in die “Kriegskasse” für Investitionen floß. Das wollte außer Grotkamp und seiner Frau niemand mehr. Am Beispiel der fast Dreiviertelmilliarde aus dem Verkauf der RTL-Anteile entbrannte die Auseinandersetzung.
Mal abwarten? Sozialplan?
Wetten, dass auch am Tag der Betriebsversammlung in den meisten Städten ganz normal eine Zeitung produziert wird? Mit unbezahlten Überstunden natürlich?
Macht endlich den Schuppen dicht. So lange die Zeitung weiter erscheint, interessiert unser Schicksal kein Schwein.
U. R. soll gedroht haben, er werde einen bestimmten Blogger dieser Seite “dingfest” machen. Was sagen wir denn dazu?
Auch diese Selbstüberschätzung, gepaart mit erstaunlicher Naivität, überrascht jetzt nicht mehr besonders. Der “christliche Familienvater” Reitz hat mittlerweile so oft und derart vielen Menschen in seiner Umgebung gedroht, da kommt es auf eine Drohung mehr oder weniger wirklich nicht an. UR, du KANNST uns nicht mehr beeindrucken. Mit rein gar nichts. Du hast zuviel gelogen, hast dich selbst viel zu oft lächerlich gemacht. Genieße Rotwein mit deinesgleichen, ergötze dich an deinen italienischen Schuhen und schwadroniere weiter über Luxus-Autos und Brioni-Anzüge. Aber lass’ uns, die Leser und am besten die ganze WAZ-Mediengruppe in Ruhe! Und nimm’, bevor du die Tür zumachst, Missmanagement-Bodo gleich mit. Auf teure Nieten in Nadelstreifen kann die WAZ verzichten.
Um einen Blogger hier “dingfest” zu machen, müssten strafrechtlich relevante Inhalte gepostet worden sein. Die sehe ich hier nicht und die würde auch der Betreiber dieser Seite nicht zulassen, da er mithaftet. Nur wenn es so wäre (z.B. konkreter Aufruf zu einer Straftat), dann könnte theoretisch über eine Anzeige die IP ermittelt werden etc.
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Insofern: Selbstüberschätzung, ja. Hier finden ja nur Meinungsäußerungen statt.
Sollte die Sache mit der Drohung stimmen, wäre es ein Armutszeugnis und Beleg dafür, dass dem CR die Nerven blank liegen. Das kann sich ein Krisenmanager und Geschäftsleitungsmitglied, der Arbeitsplatzvernichter sein wird, aber gar nicht leisten. Der WAZ-Tipp: Immer schön lächeln beim “in die Augen schauen”.
Wer ernsthaft Bedenken hat wegen seiner IP (was m. E. tatsächlich unbegründet ist, weil hier im Blog nichts von strafrechtlicher Relevanz ist), der kann sich sicherheitshalber dieses Programms bedienen: http://www.chip.de/downloads/Torpark_31486300.html
Damit wird die IP verschleiert.
@Datenschutz: Schlimm genug, dass man auf solche Programme aufmerksam machen muss. Herr Schäuble lässt grüßen.
@Gesellschafter: Meine Briefe sind raus. Was gibt’s noch zu tun? Wann werden endlich die LeserInnen durch Artikel und Aktionen informiert?
Die Diskussionen hier im Blog sind schön und gut, aber es geht ja schließlich nicht um die Trinkhalle von nebenan. Ich möchte als Leserin nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.
Lassen Sie sich nicht verunsichern. Halten Sie zusammen. Wir wollen hier im Pott keine Schicki-Micki-Null-8-15-Zeitung.
Zu innen – außen: Die RTL-Millionen sind tatsächlich ein alter Hut, meines Wissens ging es um die Otto-Millionen. Laut Teilen des Betriebsrates vor wenigen Tagen gibt es dazu noch kein abschließendes Gerichtsurteil. Aber vielleicht ist auch der Betriebsrat nicht richtig informiert. Es könnte jedenfalls ein wichtiger Punkt sein, wie die Gesellschafterversammlung entscheidet bzw. entscheiden muss. Vor einigen Monaten war darüber noch im Intranet im Pressespiegel einiges zu lesen. Und es ging generell darum, wie die Gesellschafterversammlung zukünftig entscheidet – einstimmig oder nicht. Das könnte eine Rolle spielen, wenn über die Pläne der Geschäftsführung abgestimmt wird. Aber ich gebe zu, das ist ohnehin nur eine sehr vage Hoffnung.
Noch ein kleiner Zusatz: Ein nicht ganz einflussloser Redakteur, den Grotkamp sehr schätzt (kein Mitglied der Chefredaktion), hat sich bei ihm persönlich erkundigt, wie G. die Situation einschätzt. Ich gebe hier nur einen Wortlaut wieder: Ihm missfällt das Ganze, seine Schwägerinnen stehen nicht auf seiner Seite. Dieser nicht ganz einflusslose Redakteur müsste jetzt kurz vor der Rente stehen, aber scheinbar lässt auch ihn die Sache nicht kalt. Vielleicht gibt es noch mehr nicht ganz einflusslose Redakteure, die sich für die richtige Seite stark machen.
Die “Otto-Millionen” haben nichts mit der WAZ Mediengruppe zu tun. Die verkauften Anteile wurden nicht von der WAZ Mediengruppe veräußert, sondern (wenn man so will privat) von der Funke-Familiengesellschaft (FFG) und den Brost-Erben.
Über den Verbleib der “RTL-Millionen” ist in der Tat in letzter Instanz noch nicht entschieden. Sollte das erstinstanzliche Urteil bestätigt werden, müsste Frau Petra Grotkamp ihr Anteil noch ausbezahlt werden – natürlich verzinst.
Weit wichtiger als der Streit um Millionen ist der Streit um das Abstimmungsverhalten. Die Frage, ob die FFG zur Einstimmigkeit verpflichtet ist oder nicht, steht beim OLG Hamm zur Entscheidung an. Die Verhandlung sollte bereits vor knapp 2 Wochen stattfinden, wurde aber auf Antrag der Klägerin mit Zustimmung der Beklagten vertagt.
Im Moment ist davon auszugehen, dass die Mehrheit der FFG den Sparplänen zustimmen wird.
Es ist richtig, die RTL-Millionen sind nur der Anlaß, nicht der Grund der prozessualen Auseinandersetzung. Die Seite Grotkamp will sich entsprechend des “Gesellschaftervertrages” verhalten und ein Teil des Gewinns ( 50 v.H. ) in der Investitionskasse belassen, während die übrigen sich das Geld auszahlen ließen . . . ohne einstimmigen Beschluß der Gesellschafterfamilien.
Bisher hat noch niemand bei der bevorstehenden “Personalreduzierung” an eine ganz wesentliche “Nebenwirkung”, wahrscheinlich wesentliches Verlagsziel gedacht: Die Zerschlagung der Betriebsräte, das Zurückdrängen des Gewerkschaften. Wie erinnerlich haben durch die letzte Novellierung des Betriebsverfassungsgesetzes ( die Zahl der Betriebsräte erhöhte sich durch die Absenkung der Belegschaftszahl pro Betriebsrat – und damit ergaben sich auch vermehrt Freistellungen von
BR-Vorsitzenden ), so auch in der WAZ-Mediengruppe.
Wenn davon auszugehen ist, dass demnächst viele kleinere, kleine Redaktionseinheiten als “Redaktionsgesellschaften” gegründet werden, liegt es auf der Hand, dass die Mitbestimmung ( ohnehin durch den Tendenzschutz erheblich reduziert ) durch den Betriebsrat – , wenn denn überhaupt noch einer gegründet werden kann – weiter eingeschränkt ist.
Mich wundert immer mehr wie “verlogen” die Argumente teilweise sind, um die Personalkürzungen zu begründen. Bereits im Frühjahr wurden bei der WAZ frei werdende Planstellen nicht mehr besetzt. Chefredakteur Reitz und sein Stellvertreter Klümper verwiesen schon so frühzeitig auf Maßnahmen, die nach der Sommerpause in Angriff genommen werden. Da war von Wirtschafts- oder Zeitungskrise noch keine Rede. Die kam jetzt goldrichtig. Auch Geschäftsführer Christian Nienhaus ( von Springer ) war operativ noch nicht da. Das WAZ-Modell der selbständigen Zeitungsredaktionen war bereits Anfang des Jahres von den Eigentümern und Bodo Hombach zu Grabe getragen. Nienhaus ist nur Mitvollstrecker. Im übrigen ist Hombach ganz froh, dass sein Mitgeschäftsführer ins Feuer geschickt werden konnte.
Auch die immer wieder von Hombach angeführte “Praxis der unnötiger Doppelarbeit” ( Vierfachbesetzung des Revierschlagers BVB – Schalke ) ist schon lange eine Legende. Bereits seit Jahren wird darauf geachtet, dass es zu unnötigen Doppelbesetzungen, beispielsweise bei Auswärtsspielen der Bundesliga-Reviervereinen
nicht kommt. Korrespondentenberichte sind die Regel.Es gibt seit Jahren in dieser Hinsicht bei Europa- oder Weltmeisterschaften oder ähnlichen Großveranstaltungen bei der WAZ-Gruppe “Sparbesetzungen”.
Ist bisher niemandem aufgefallen, welches Pensum die Sportkollegen bei der Fußball-WM im eigenen Land oder bei der Olympiade in Peking runterriehmen mußten. Das schließt bei Wintersportereignissen die Thüringer Zeitungen der WAZ-Mediengruppe ein. Ist niemandem bisher aufgefallen wie seit Jahren aus den WAZ-Pools in Berlin, Brüssel oder Washington – ihnen gehören auch Korrespondenten anderer Zeitungen an – die WAZ-Zeitungen gespeist werden. Hier macht die WAZ-Mediengruppe mit dem Poolmodel sogar seit vielen Jahren erhebliches Plus.
Es soll allerdings nicht verschwiegen werden, dass es mitunter gewollt zu “Doppelbesetzungen” kommt. Wenn Schalke beim BVB spielt oder umgekehrt – um bei diesem Beispiel zu bleiben – ist es von entscheidender Bedeutung ( Qualitätsjournalismus und Leserbefriedung ), dass bei der Berichterstattung kein “Einheitsbrei” entsteht. Oder doch, Herr Hombach? Bleiben Sie bitte bei der Wahrheit. Journalisten sind jedenfalls dazu verpflichtet.
Mit Angstmache, Drohungen und individuellen Einschüchterungen ist ja auch wohl schon früher gearbeitet worden. Ich setze selbstverständlich darauf, dass unsere Gewerkschaften uns (und unsere IP) nicht verraten und es ggf. bis zu einem evtl. mehrinstanzlichen Prozess um eine Herausgabe kommen lassen würden.
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Aber nun wissen wir wenigstens genau, was der-/demjenigen blühen würde, der im Verlautbarungs-Blog von derwesten.de einen kritischen Kommentar schreiben würde. Wetten, die würden sich in puncto IP-Herausgabe nicht so sehr zieren?
@zeilenschinder: Bitte nicht allzu nervös werden. Die WAZ ist ein Medienkonzern mit mancherlei merkwürdigen Leuten im höheren Missmanagement, aber sie ist nicht die Stasi. Selbst wenn die WAZ die IPs erfahren würde, nutzt ihr das erst einmal gar nichts. Denn dein Provider darf die mit deinen IPs verbundenen personenenbezogenen Daten nur an Strafverfolgungsbehörden und Gerichte für Zwecke der Strafverfolgung herausrücken. Dazu ist ein richterlicher Beschluss erforderlich. Der bloße Wunsch eines Hombach oder Reitz reicht da nicht aus. Solange ihr keine Straftaten verübt, passiert also gar nichts.
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Falls aber jemand so dusselig sein sollte, von seinem WAZ-Arbeitsplatzrechner aus zu bloggen, kann er natürlich sehr schnell Probleme bekommen. Es ist für die IT-Abteilung überhaupt kein Problem, den gesamten Verkehr mitzulesen. Aber das weiß hoffentlich jeder.
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Das hauseigene Verlautbarungsblog würde ich aber schon deshalb meiden wie die Pest, weil es Grund zur Annahme gibt, dass es zensiert wird. Wie ja in den Zeitungen der WAZ z.B. auch unterdrückt wird, dass sich große SPD-Bezirke in Resolutionen gegen die WAZ-Axt aussprechen.
An Otto: RTL-Millionen, Otto-Millionen, es ging bei der WAZ-Gruppe immer darum, wieviel für die Gesellschafterfamilien herausgeschlagen wird und wieviel für die WAZ-Gruppe übrig bleibt. In genau dieser Reihenfolge. G. Grotkamp hat über viele Jahre für die F-Familie sehr viel Geld verdient und herausgeschlagen, seine späteren Schwägerinnen haben davon über alle Maßen profitiert und dann trat Schumann (aber erst Jahre später) auf den Plan …als Adoptivsohn von Brost. Schumann kam (am Ende) auf ein Vermögen von 1 Milliarde Euro, er hatte mehr als jeweils die Funke-Töchter bzw. die Grotkamp-Familie. Trotz allem hatte es den Anschein, Grotkamp und Schumann könnten irgendwie miteinander. Der eine war angeheiratet, der andere Adoptivsohn. Was sind Hombach und Nienhaus? Und wie verhalten sich die Gesellschafter bei der Abstimmung über die Sparpläne? Eine m.E. spannende Frage,
Ein kleiner Zusatz: Die ganze Geschichte mit den RTL-Millionen oder Otto-Millionen kann auch gegoogelt werden – aber wahrscheinlich irren sich auch hier die Medien, die alles durcheinander werfen. Die Aussagen der Betriebsräte können logischerweise nicht gegoogelt werden. Außerdem kann man die Geschichte mit den Millionen und was damit passiert ist/passieren sollte im Intranet der WAZ-Gruppe (Pressespiegel) nachlesen – jetzt womöglich nicht mehr.
Das jüngste Rundschreiben der Betriebsräte muss man nicht googeln, das kam ja frei Haus. Tolle Post:
“Wir bitten also um Verständnis: Bohrende Nachfragen zu Einzelfällen können und werden wir in den nächsten Tagen nicht beantworten. Das hat nichts mit „Schweigegelübde“ zu tun oder mit „Geheimwissen“. Wir haben vielmehr auch Verantwortung dafür, dass unsere Chancen, im Prozess die Dinge zu verändern, nicht durch vorzeitige Publikation von Details verspielt werden.”
Einzelfälle??? Wir wollen wissen, welche Lokalredaktionen auf der Todesliste von Hombach und Reitz stehen. Was glaubt Ihr denn, was Ihr “im Prozess” noch verändern könnt??? Alles, aber auch alles, was man Euch vielleicht gnädig einräumen wird, ist doch längst eingepreist. Wollt Ihr Euch am Ende wirklich für die gefakte Rettung von 3 Lokalredaktionen und 25 Planstellen feiern lassen???
TRÄUMT WEITER UND BLEIBT IM WARMEN!!!
@echo: Die Betriebsratsvorsitzenden haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht und haben am vergangenen Dienstag auch noch lange darüber beraten. Trotzdem halten wir es für richtig, dass Einzelheiten des Gesprächs nicht kommuniziert werden und nach § 79 BVerfG der Verschwiegenheit unterliegen. Das gilt bis zum 5. 12. auch für die Arbeitgeber.
Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob die GGF eine Verfügungsmasse in ihre Pläne “eingepreist” hat oder nicht. Ich mache mir da übrigens wenig Illusionen.
Entscheidend ist, dass die Betriebsratsvorsitzenden unisono noch Verhandlungsspielraum sehen, der durch vorzeitige Veröffentlichung gefährdet wäre. Durch die könnten Fakten geschaffen werden, die nachher unter Umständen nicht mehr zurückzuholen sind. Wir haben bisher die Erfahrung gemacht, dass eine frühzeitige betriebs- bzw- dann auch medienöffentliche Diskussion auch kontraproduktiv sein kann (siehe Umfangsreduzierung)
Auf der anderen Seite: Was geht durch eine Woche Verzögerung verloren?
Bei allen Verständnis für die berechtigte Ungeduld, die wir wirklich sehr, sehr gut nachempfinden können.
Im übrigen bitte ich darum, sich nicht durch legitime Meinungsverschiedenheiten in Strategie-Fragen auseinanderdividieren zu lassen.
Liebe Grüße
Markus Peters
NRZ-Betriebsratsvorsitzender
“Wir haben bisher die Erfahrung gemacht, dass eine frühzeitige betriebs- bzw- dann auch medienöffentliche Diskussion auch kontraproduktiv sein kann (siehe Umfangsreduzierung)”
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Was habe ich da verpasst? Wer hat etwas von der Umfangsreduzierung frühzeitig diskutiert?
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“Auf der anderen Seite: Was geht durch eine Woche Verzögerung verloren?”
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Wir sind Journalisten. Solche Sätze lieben wir von Firmensprechern. In eigener Sache sollen wir dafür aber Verständnis haben?
Ich habe das nicht. Mir geht es saudreckig, ich habe Schlafstörungen, Panikattacken und ein Scheißangst. Das soll ich noch eine Woche länger ertragen?
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Vielen Dank, lieber Markus.
@Hans Plagwitz: Die Entscheidung zur Umfangsreduzierung wurde erst betriebsöffentlich gemacht. Dann wurde am nächsten Tag im WDR – teilweise falsch -darüber berichtet. Diese Berichterstattung hat dazu geführt, dass unsere Argumente gegen die Umfangsreduzierung zwar gehört wurden, aber keinerlei Wirkung fanden. O-Ton Bodo Hombach am 29/10, 16 Uhr gegenüber den BR: “Entscheidungen, für die wir öffentlich Prügel bekommen haben, nehmen wir nicht zurück.”
Was Deine Gesundheit angeht: Ich wünsche Dir wirklich von Herzen gute Besserung. Viele von uns – auch Betriebsratsangehörige – sind derzeit in keiner guten gesundheitlichen Verfassung.
Aber gestatte mir noch einen Hinweis: Egal, ob die Schickler-Pläne fürs Lokale heute Abend oder in einer Woche bekannt werden: Die Ungewissheit, ob und wie es individuell weiter geht, die wird wohl noch länger anhalten.
Gruß
Markus Peters
NRZ-Betriebsratsvorsitzender
@Plagwitz: Du hast einen mächtigen Sprung in der Schüssel. Wir sollten unsere Leute unterstützen statt sie dämlich öffentlich anzupissen. Als ob der Betriebsrat Schuld an Deinen Schlafstörungen ist. Also äährlich…
Ich hätte mir auch gewünscht früher etwas zu erfahren. Aber wenn unsere Mädels und Jungs der Meinung sind, dass es besser sein könnte zu warten, dann wird das wohl richtig sein. Ich sitze nämlich nicht in den Verhandlungen und maße mir an, das zu beurteilen.
@Schlafstörung: Das sehe ich ganz genauso. Wir müssen jetzt darauf vertrauen, dass die Betriebsräte die Lage besser überblicken. Wir sollten sie deshalb unterstützen und nicht in zusätzliche Gewissensnöte treiben. Die haben es bestimmt schwer genug.
Mal sehen, wie lange das Gesetz der Omerata anhält: Vielleicht lesen wir vor der Betriebsversammlung ja schon in der Süddeutschen ja was Hombach ode Reitz zu den “Maßnahmen” sagen, die eine “wirtschaftliche Katastrophe” verhindern sollen.
Das wäre ja auch nicht Neues… so wie bei der WAZ mittlerweile mit Mitarbeitern umgegangen wird.
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Ansonsten kann ich den Kollegen nur zustimmen, die Schlafstörungen haben: Die Fakten gehören sofort auf den Tisch. Und: Der Betriebsrat sollte nicht im stillen Kämmerlein im Alleingang Dinge durchdenken und Modelle beraten, die alle angehen: Wir haben ein Anrecht darauf informiert zu werden. Das hat nichts mit Schwächung des BR zu tun, sondern mit maximaler Transparenz. Wir wollen am 5. Dezember nicht wie die Blöden darstehen und und von H. und R. einlullen lassen, sondern mitreden.
Ich gebe Hans Plagwitz voll und ganz Recht.
Wir haben das Recht auf sofortige Informationen und ich will auch, dass dieser Zustand nicht noch eine Woche anhält.
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Andernfalls muss ich leider sagen:
Betriebsrat = Kündigungsschutzverein
Guten Morgen, Betriebsräte!
schon einer aufgewacht?
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Die ganze Stillhaltetaktik auf die ihr euch einlasst, dient dem Verlag doch nur dazu, uns mürbe zu machen.
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Glaubt ihr denn ernsthaft, es sind durch eure sicherlich konstruktive Arbeit auch nur eine bereits beschlossene Graumsamkeit verhindert werden kann?
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Ich glaube, dass die Personalpakete längst geschnürt, die Fallbeile der betriebbedingten Kündigungen längst bereit liegen. Und die Schließung von Lokalredaktionen abgemachte Sache ist. Da kann sich ein Herr Kopatzki noch so freundlich geben.
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Noch mal zum Verständnis: Wir WAZ’ler haben uns für die bislang hoch gehalteten journalistischen Ziele den A…. aufgerissen, haben Qualitätsoffensiven mitgemacht ohne Rücksicht auf Überstunden und haben mit angesehen, wie sich durch unsere unbezahlte Mehrarbeit die Verleger die Taschen voll gemacht haben. Und jetzt sollen wir für offensichtliche Managmentfehler und ein falsches redaktionelles Konzept des Chefredakteurs U.R. den Kopf hinhalten?
Nee, Leute, so nicht!
Deshalb kann unsere Forderung nur lauten:
KEINE BETRIEBSBEDINGTEN KÜNDIGUNGEN!
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Und dafür müssen wir kämpfen! Jeder für sich, jede Redaktion, jeder Redaktionsleiter (denn es geht auch um seinen Kopf) – und alle mit dem Betriebsrat (so er denn will).
Zunächst einmal: In einem öffentlichen Forum wie hier kann es auch dazu gehören, dass die Basis ihre gewählten Vertreter kritisiert. Das hat auch nichts mit auseinanderdividieren zu tun.
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Was die Aussagen von Herrn Peters angeht, so finde ich den Realitätsverlust allerdings erschreckend. Wer glaubt denn hier sonst noch, dass die Seitenreduzierungen nur deshalb nicht zurückgenommen wurden, weil der WDR öffentlich Prügel verteilt hat? Das ist doch einer dieser Politiker-Sätze vom alten Fuchs Hombach, um unpopuläre Maßnahmen zu rechtfertigen. Und Herr Peters geht dem voll auf den Leim.
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Ja und zur Frage, was es denn macht, wenn es halt noch eine Woche dauert? Ja, gar nix. Dann werden eben Leute noch kränker vor Angst und leiden wie die Hunde.
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Ist es schön warm da oben? Wann geht es denn nach Rio?
Bitte, liebe Kollegen, werdet nicht unfair. Mir geht es ebenso besch… wie euch, ich habe auch Angst und Schlafstörungen. Aber ich akzeptiere, dass es womöglich gute Gründe gibt, noch nicht alles öffentlich auszubreiten. Vielleicht können die BR die Zeit noch zum Verhandeln nutzen. Ich weiß es nicht. Aber wenn es so ist, dann sollten wir ihnen diese Zeit geben, auch wenn es uns schwer fällt. Unsere Kolleginnen und Kollegen jetzt derart zu diffamieren ist jedenfalls kein guter Weg.
@WR-ler
In Teilen Zustimmung. In dem Punkt, dass es heute keine Infos geben soll, aber aus o.g. Gründen nicht.
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Oder sollen wir mithilfe der BR am 5.12. mit Volldampf ahnungslos überfahren werden?
Man stelle sich vor, bei Opel in Bochum würde der Belegschaft vom Vorstand in Aussicht gestellt, dass kurzfristig jeder 3. Mitarbeiter mit seiner Entlassung zu rechnen hat…
Die von Markus Peters hier abgelieferte Naivität ist einfach nur erschreckend. Es geht nicht darum, ob wir mit großen oder kleinen Förmchen spielen dürfen, es geht zuletzt um die wirtschaftliche Existenz von 300 Familien.
Der ach so christliche Herr Reitz wird es seinem Herrgott zu danken wissen, dass er solche Gegenspieler hat.
Wenn der Betriebsrat nicht handeln will, müssen wir es selber tun. Zum Beispiel am Freitag ab 10 Uhr mit einem “Sit in” im Reitz-Office – Ende offen! Motto: Herr Chefredakteur, ich hätte da mal ‘ne Frage…
Wenn der böse WDR nicht berichtet hätte, wäre also die Umfangreduzierung womöglich zurückgenommen worden: Liebe Kollegen vom Betriebsrat, naive Vertrauensseligkeit können wir nun wirklich nicht gebrauchen. Auf der anderen Seite sind knallharte Typen am Werk, auch wenn sie nett lächeln, gerne Anekdoten erzählen und ihre christliche Verwurzelung zu Markte tragen. Die Herren wollen nur noch ihr Ding durchziehen. Für einen Kuschelkurs gibt es nach den vergangenen Wochen keinen Anlass. Also bloß nicht einlullen lassen!
Wer noch Fragen hat zum neuen Konzept, das der Betriebsrat uns erst am 5. Dezember erklären möchte, der mag Die Zeit von heute lesen:
Die Zeit – Medien
Eins in die Presse
http://www.zeit.de/2008/49/GuJ-Krise
Auszug:
TEIL 2 von 4 Teilen:
“Zu retten ist die Westfälische Rundschau in ihrer jetzigen Form nicht mehr, und sie wäre längst geschlossen oder ein Schatten ihrer selbst, wenn sie nicht zur WAZ-Gruppe gehörte. Nun wird sie nach innen teilaufgelöst. Künftig werden die meisten Artikel aus einer zentralen Redaktion in Essen zugeliefert, Lokalredaktionen werden zusammengelegt, Standorte geschlossen.
Es wird der zentrale Unterschied sein: Bisher wetteifern die vier Zeitungen unter dem Dach der WAZ-Gruppe auch miteinander um Leser. Die Redaktionen sind eigenständig, ihre Verbreitungsgebiete überschneiden sich, und so bestand seit Jahrzehnten die Voraussetzung für publizistischen Wettbewerb, obwohl Westdeutsche Allgemeine Zeitung ( WAZ ), Westfälische Rundschau , Westfalenpost und Neue Rhein Zeitung/Neue Ruhr Zeitung ( NRZ ) zu einem Konzern gehörten.
Doch das ist vorbei. Geschichte.
»Mein Impuls ist: Wenn wir den Verlag schon anfassen, dann lösen wir jetzt auch alle Probleme. Damit ich den Redakteuren sagen kann: Danach wird nichts mehr kommen«, sagt Ulrich Reitz. Er ist Chefredakteur der WAZ und hat den Umbau maßgeblich entworfen. Seine Pläne treffen nicht nur die Westfälische Rundschau. Auch NRZ und WAZ werden grundlegend verändert, mit entsprechenden Folgen für die meisten der 5,3 Millionen Einwohner der Region. Künftig wird die WAZ-Gruppe im Ruhrgebiet in praktisch keiner Stadt mehr zwei autonome Lokalredaktionen betreiben. Auf einer Fläche von fast 4.500 Quadratkilometern wird es, von Randgebieten abgesehen, nur noch eine einzige regionale Tageszeitung geben.”
So sieht das aus mit dem Versprechen, nicht mehr über Fremdmedien zu informieren.
Seit dem 11.11.2008 beschleicht mich und viele andere ein ungutes Gefühl. Bevor die “Grausamkeiten” für die vier Tageszeitungstitel auf dem Tisch liegen, der ( nicht glaubwürdige ) Satz im Raum steht, Entlasssungen könnten vielleicht umgangen werden, es keinerlei Details gibt, wird bereits über Sozialpläne diskutiert. Und es sitzen auch schon Experten im Podium der Betriebsversammlung und offerieren Lösungsmöglichkeiten bei einer eventuellen Massenentlassung bei der WAZ-Mediengruppe.
Experten für die Betriebsräte ja, Präventivmaßnahmen auch ja, aber bitteschön doch nicht so. Da könnte sogar der Verdacht aufkommen, man habe sich bereits mit vielem abgefunden. Hier wurde der zweite Schritt vor dem ersten getan. Wo bleibt der Widerstand, den der Arbeitgeber auch spürt, eventuell zum Einlenken bewegt? Wo bleibt der “Überlebenswille”? Wo bleibt die “Massenbewegung?”
Betriebsräte haben die Aufgabe die Belegschaft vor Schaden zu bewahren, Gewerkschaften ihren Mitgliedern gegenüber übrigens auch.
Dass in der jetzigen Situation Betriebsräte aktiv werden, mit dem Arbeitgeber permanent in Kontakt sind, ist begrüßenswert. Verschwiegenheit gemäß des Betriebsverfassungsgesetz ist o.k. – aber hier gibt es Freiräume, denn der permanente, intensive Kontakt mit der Belegschaft muß auch vorhanden sein. Das Einvernehmen muß immer gewährleistet sein. Das ist vielleicht eine Gratwanderung, aber der BR muß sich stets sicher sein, dass er in jeder Situation das Mandat der Belegschaft hat. Totales Schweigen ist nicht das beste Mittel. Kommunikation in einem Kommunikationsunternehmen kann auch gesetzeskonform stattfinden.
Es wäre nicht auszudenken, was passiert, wenn am 5. Dezember in der Betriebsversammlung die Verlagsoberen ganz leise, möglicherweise wahrheitswidrig, andeuten, das Eine oder Andere sei in “Abstimmung” oder Kompromiß mit dem BR erfolgt. In dieser Vollversammlung muß jeder Beschäftigte der Souverän sein und entscheiden, wo´s lang geht.
Ein vager Verdacht: Heute und in den nächsten Tagen keine Info, damit am 5.12. der Saal nicht halb leer bleibt.
@WR-ler Ja, die BR brauchen Unterstützung von denen, die sie gewählt haben und die sie vertreten. Aber das heißt ja nicht, dass die Unterstützung darin besteht den Mund zu halten und warten, was denn da nun „von oben“ an Kürzungsplänen herabfällt.
Es ist ja schon schlimm genug, dass sich die eigenen Chefredakteure ohne wirkliche wirtschaftliche Not dazu hergeben, einen eigenen Plan vorstellen – auf der Grundlage von wie auch immer ermittelten Zahlen der GGF. Und dann auch noch stolz darauf sind und dafür gelobt werden wollen.
Es wird höchste Zeit, dass RedakteurInnen sich selbst kundig machen. Und wie das geht, sollten sie ja wissen.
Das aktuelle Beispiel von Passau und früher von Münster zeigt doch, was in den Köpfen von Verlagsmanager rumspukt. Und da macht die Truppe in Essen nun mal keine Ausnahme. Also bitte: Befreien wir uns doch mal von selbstauferlegten Denk- und Protestverboten.
Ich finde es immer wieder sehr bewundernswert, wie viele Leute hier posten, die grundsätzlich mehr wissen als diejenigen, die da am Tisch sitzen und verhandeln. Ist das nicht wirklich realitätsfern und naiv?
Aber vielleicht liegt es ja an der ausgeprägten Omnikompetenz der Redakteure, mit der ich tagtägliche zu tun habe und die sich meist als geballte Ahnungslosigkeit entpuppt.
Du hast schon recht, Oberbayer, wir ahnungslosen Redakteure hier unten sollten brav geduckt schweigend abwarten, was die da oben am Tisch entscheiden. Die werden schon besser wissen, was für uns
gut ist.
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Ich habe Bayern trotz aller Vorurteile bisher immer für intelligent und etwas aufmüpfig gehalten. Aber manchmal erweisen sich Vorurteile eben als wahr und ich habe mich geirrt…
Es ist eine ganz üble Art, Leuten, die ihre Sorgen hier öffentlich machen und dabei auch Kritik am Betriebsrat üben, als unsolidarisch, diffamierend oder geistig minderbemittelt darzustellen. Falls die Adressaten dieser Kollegenkritik es nicht gemerkt haben sollten, ich meine ausdrücklich Schlafstörung und WR-ler. Ihr müsst ja sehr cool drauf sein, wenn ihr die Probleme von Hans Plagwitz hier herunterzumachen müssen glaubt und Kritik am Vorgehen des BR als Majestätsbeleidigung darstellt. Ich bin es nicht, und ich habe inzwischen auch gesundheitliche Probleme.
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Ich bin auch gern bereit, falls ich den Betriebsräten hier nun öffentlich Naivität unterstelle, mich beim Eintreten des Gegenteils ebenso bei ihnen zu entschuldigen und alles Nachfolgende zurückzunehmen. So lange dieses Gegenteil aber nicht eingetreten ist, behaupte ich: 1. Die Betriebsräte sitzen einer perfekt geplanten Augenwischerei auf. 2. Ihr Verhandlungsspielraum ist marginal, falls überhaupt vorhanden. 3. Das Konzept zur Zusammenlegung von Redaktionen, zu betriebsbedingten Kündigungen und zu der Zahl der Kündigungen pro Titel ist fertig, liegt in der Schublade und kommt genau dann heraus, wenn Hombach & friends das wollen. 4. Dieses Konzept ist endgültig, womöglich mit etwas Luft für sehr geringe Änderungen, um den Betriebsräten das Gefühl zu geben, sie hätten tatsächlich etwas mildern können.
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Warum ich das glaube: Der gesamte, so sorgfältig inszenierte Zeitplan spricht dafür. Erst mal den absoluten GAU als Versuchsballon hintenrum über die Süddeutsche publik machen (und wie ein Rohrspatz über die Weitergabe von Betriebsinterna schimpfen, ja welcher Schlingel war das denn wohl?). Dann gewöhnen wir uns allmählich an die Zahl 300. Dann sehen wir es mit der Zeit positiv, dass ja 600 bleiben dürfen. Dann wird auf Zeit gespielt, um uns mürbe zu machen. Sollte nicht letzte Woche schon “Verkündigung” sein? Sollten nicht spätestens heute Zahlen kommen? Was werden sie uns denn am 5. Dezember auftischen? Garantiert keine klaren Zahlen, weil man inzwischen zu “interessanten Lösungsvorschlägen”, “bemerkenswerten Verbesserungen” und ähnlichen Worthülsen gefunden haben wird, die dringend weiter diskutiert werden müssen. Vielleicht geht da ja doch noch was… Und deshalb fahren wir am 5. Dezember spätestens so gegen 15 Uhr auch alle schnell in unsere Redaktionen, hämmern die Samstagsausgabe doch noch zusammen, schließlich kann man die zwei Kollegen, die da geblieben sind, damit der Chefredakteur sich freut, doch nicht mit sechs oder sieben Seiten hängen lassen…
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Und so kommt dann Weihnachten, und ab dem 29.12. die tatsächliche Verkündigung der Zahlen, wenn die eine Hälfte von uns in den Weihnachtsferien ist, die andere sehen muss, wie sie über die Feiertage die Zeitung zu bekommt, und bei allen die Luft raus ist.
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Wollen wir nur mal hoffen, dass ich das alles irgendwann zurücknehmen muss.
@zeilenschinder:
kann Deine Ausführungen nur voll unterstreichen. So schlimm sich das auch anhört, über unser Wohl und Wehe ist längst entschieden… und daran werden die Betriebsräte – deren Bemühungen ich nicht in Abrede stellen will – nichts mehr ändern.
@Plagwitz: Natürlich sind Oberbayern intelligenter als andere. Weißt Du warum? Weil sie oben auf dem Berge sitzen und die Dinge in der Ferne gelassen auf sich zukommen sehen. Immer noch besser als unten mit Schlamm zu werfen
. Wie die Niederbayern.
@zeilenschinder und Lassmann: Oh, noch ein paar mit Schlafstörungen. Vielleicht erklärt das die Wahnvorstellungen. *lol*
Jawoll, immer druff auf die dummen und naiven Betriebsräte. Sie sind die wahren Übeltäter und Verschweiger.
Hombach, Nienhaus, Reitz & Co tun ja eigentlich nur ihren Job. Warum auch sollten sie ihre geplanten Schweinereien höchstpersönlich vor der Mann-/Frauschaft verkünden und vertreten müssen?
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Im Ernst: Mir tun die Betriebsräte Leid. Sie kriegen es von allen Seiten. Dabei sind sie verpflichtet, über die unternehmerische Entscheidung zu verhandeln. Das geht nun mal nicht auf dem offenen Markt. Sie können sich dem auch nicht entziehen – durch Fundamentalopposition etwa oder im demonstrativen Protestmarsch über die Flure; dann laufen sie Gefahr, existenziell wichtige Rechte aller Mitarbeiter(innen) zu verschenken.
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Also: Aufregen – ja. Bekämpfen – ja. Aber (über) die Richtigen.
Beten wir, dass (D)Uli keine neue “Task-Force”-Truppe mobil macht.
@fiftyruhr
Wenn einer der Betriebsräte den Druck oder die Kritik nicht mehr erträgt, kann er ja gern zurücktreten und mit mir tauschen. Ich stelle dann auch gern für ihn den Sozialplan auf.
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Will sagen: Infos müssen her, zumindest die groben Zahlen! Da gibt es keine Ausrede.
Es ist immer die Rede von einem “christlichen Familienvater”. Irre ich mich, oder ist derselbe nicht erst dann in die katholische Kirche eingetreten, als man ihm bei der Rheinischen Post erklärt hatte, dass man sich dort ausdrücklich einen katholischen Chefredakteur wünscht?
Einen christlichen Chef erkenne ich daran, ob er die Werte der protestantischen Ethik oder der katholischen Soziallehre umsetzt. “An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen”, steht in der Bibel. Ich sehe nur einen, der Fallobst produziert.
Oh, und lasst euch nicht von “Schlafstörung” irritieren. Jedes Forum hat seinen Forumstroll. Nicht füttern, einfach ignorieren. Dann hört er auf.
@ kopfschüttel
Keine Ausrede, aber gute Gründe.
Was “grob” kommt, ist doch längst klar: Personalabbau im großen Stil, die Zusammenlegung oder Schließung von “doppelten” Lokalredaktionen und das Zusammenpantschen der Mantelredaktionen.
Die wichtigste Forderung der Betriebsräte und von uns allen muss jetzt erstmal sein: WAZ-Obere, erklärt den Verzicht auf betriebsbedingten Kündigungen!
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Übrigens: Ganz bestimmt, Du würdest das Tauschen sehr schnell bereuen. Das weiss ich aus bitterer Erfahrung.
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Noch eins: Wer glaubt, Betriebsräte müssen sich wegen des Kündigungsausspruch-Verbots keine Sorgen machen, der irrt. Auch sie kriegt “man” raus.
@fiftyruhr: Nein, mir tun die Betriebsräte nicht leid. Sie haben kandidiert, sich wählen lassen und die Wahl angenommen. Sie sind nicht zum Kaffeeklatsch gewählt worden, das wussten sie. Sie wussten ebenso, dass Betriebsratsarbeit Betriebsrats-ARBEIT ist. Sie sind nicht kündbar, im Gegensatz zu etwa 900 anderen. Sag mir doch bitte, warum sie mir leid tun sollten?
Dass ich sie – auch gerade jetzt – unterstütze, ist ebenso selbstverständlich, wie ich ihre Unterstützung erwarte. Und eine baldige offene Aufklärung.
So, wie ich Zeilenschinder verstehe, macht er dem Betriebsrat keinen Vorwurf, außer dem der partiellen Naivität. Naiv zumindest in der Weise, dass er uns ernsthalft glauben machen will, dass an dem festgezurrten Kahlschlag-Konzept noch grundsätzlich etwas zu ändern sei. Vielleicht rettet man durch ein Modell “Zeit für das Alter” (statt Nachwuchs) ein paar Kollegen vor dem Rauswurf, vielleicht wird nicht diese, sondern eine andere Redaktion mit weniger Kollegen geschlossen. Sicher gaukelt man den armen, wirklich bedauernswerten Betriebsräten, die nicht die ausgeprägte Metaller-Härte haben, noch Verhandlungsspielraum vor. Unsere gewählten Vertreter allein beißen doch beim Reitzenden, Bombach & Nienhaus auf Granit. Die sind es gewohnt, in einer anderen Liga zu spielen.
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Nur gebe ich zu bedenken, dass weder wir noch die Betriebsräte kampflos alles mit uns geschehen lassen sollten. Fangen wir an, wenigstens Zeichen zu setzen. Es muss ja nicht gleich ein Streik sein (z. Zt tarifrechtlich schwierig). Ich kann mir aber am 5. Dezember eine Betriebsversammlung vorstellen, die bis in den frühen Abend dauert. Es ist sicher ein großes Diskussions- und Informationsbedürfnis da. In so einem Fall kann man auf “rote Alarmuhren” im Seiten-Tracking keine Rücksicht nehmen. Wenn die Post eine Betriebsversammlung macht, bleiben die Filialen geschlossen. Wenn die Redaktion eine Betriebsversammlung besucht, warum nicht auch einmal Mut zur Lücke ?
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Da können wir auch einmal testen, wie weit die Solidarität reicht. Wenn dann Kollegen verschämt verschwinden, um noch schnell den Aufmacher für die Samstagsausgabe zu schreiben, dann müssen wir uns nicht weiter bemühen, dann war es das eben.
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Wenn wir nur brav da sitzen und auf das Verhandlungsgeschick der Betriebsräte hoffen, dann brauchen wir auch die Betriebsversammlung nicht. Dann kann man die Ergebnisse auch mailen. Bei aller Hoffnungslosigkeit sollten wir uns nicht kampflos geschlagen geben, allein um uns noch gegenseitig in die Augen sehen zu können. (Nein, nicht das Reitz-Augen-Modell.)
BTW (ignore/) oberbayern (\ignore)
Ich finde schon, wir Mitarbeiter haben das Recht auf Information. Ich will nicht meine Sozialpunkte ausgerechnet kriegen oder einen Listenplatz. Ich will einfach wissen, ob eher 30 oder eher 300 Leute entlassen werden. Und ob die kleine Bude, in der ich Dienst tue, bald geschlossen wird. Ich möchte wissen, was mit uns passiert. Jeder Arzt würde mir ins Gesicht sagen, wenn ich eine schlimme Krankheit hätte. Er würde nicht hinter meinem Rücken mit seinen Kollegen diskutieren und erst “das Beste für mich rausholen”. Denn daran, was das Beste ist, haben wir doch wohl ein Wort mitzureden.
@ tippse
Keine Bange, ich sehe den Betriebsratsjob nicht romantisch verklärt. Das mit der Unterstützung scheint allerdings nicht bei allen ganz so selbstverständlich zu sein wie bei Dir. Mir tun sie Leid, weil hier in einigen Beiträgen so getan wurde, als seien die Betriebsräte nun die bösen Buben. (Aber auch diese Reaktion kenne ich aus eigener Erfahrung.) Machen die Betriebsräte sofort alles öffentlich, gibt es keine Verhandlungen mehr – aber genügend Schlaumeier, die dann kritisieren, nun könne die Geschäftsleitung ja nicht mehr zurück.
Wie ich hörte, gab es heute ein BR-Info.
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Offene Aufklärung, ja, da hast Du vollkommen Recht, die muss bald kommen. Nächste Woche, bei der Betriebsversammlung muss Hombach (!) sagen, was er will – und mit den Reaktionen der Kolleg(inn)en leben.
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Und zur Kündbarkeit: siehe oben.
@fiftyruhr
Ich will wissen: Wieviele Stellen sollen laut Plan des Arbeitsgebers gesamt abgebaut werden? Und wieviele nach einzelnen Titeln?
DAS dürfte kein Geheimnis sein, das gehütet werden muss.
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Je nachdem, wie diese Zahlen aussehen, können vielleicht einige auch wieder besser schlafen und wieder an das Gute im Menschen glauben: Nämlich dass es vielleicht doch realistische Möglichkeiten gibt, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden.
@ Hans Plagwitz
Ja!
@Zeilenschinder: Da du dich ausdrücklich auf mich bezogen hast, möchte ich klarstellen, dass ich hier niemanden geistig minderbemittelt hingestellt habe. Mir ist es nur wichtig, dass hier keine Fronten gegen die Betriebsräte aufgebaut werden, sondern dass ihnen gerade jetzt das nötige Vertrauen entgegen gebracht wird. Sonst freut sich nur die Gegenseite.
@fiftiruhr
Wir sehen uns am 5. Dez.!
2. i = Y
[...] mehr nachdenken, denn neue Informationen gibt es nicht. Der ein oder andere Troll scheint sein Unwesen im Protest-Blog zu treiben. Die Gewerkschafter sprühen Kreide auf die Straße, versichern aber sofort, dass sich alles [...]
Ich kann es nicht glauben: Die Betriebsräte mauern bis zum bitteren Ende!
Wir müssen vor dem 5. Dezember wissen, was geplant ist, wie die Strategie der Betriebsräte aussieht.
So viel Vertrauen müsst ihr Betriebsräte uns schon entgegen bringen. Sonst isset nur traurig.
Denn in Bodos und Ulis Zaubershow wollten wir nicht zum Staunen und zur Sprachlosigkeit verdammt sein.
@WR-ler: Der Vorwurf, einen Kollegen als “geistig minderbemittelt” betitelt zu haben, betrifft einen inzwischen als solchen benannten Troll, der Hans Plagwitz “einen Sprung in der Schüssel” attestiert hatte. Du hattest ihm allerdings, siehe oben, beigestimmt. Muss doch nicht sein.
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Ansonsten hast du recht, wir sollten hier keine Fronten aufbauen, weder untereinander noch gegen die Betriebsräte. Die Kollegen, die uns da vertreten, sollten nur ganz klar wissen, dass sie es mit knallharten Wirtschaftsbossen und ihren Verbündeten (Unternehmensberater) zu tun haben, nicht mit jemandem aus der fürsorglichen “Vater-Generation” von Brost, Funke, Grotkamp und Schumann. Bodo Hombach sieht nicht nur aus wie ein Schwergewicht, er ist auch eins. Der schenkt uns nichts, der zieht seine Nummer mit Nienhaus emotionslos durch, die er bestens geplant und vorbereitet hat. Auch mit Tricks und Täuschen. Der Mann war früher Kanzleramtsminister – auf deutsch: der Strippenzieher des Bundeskanzlers. Ein Mann mit großer Erfahrung mithin.
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Und ich kann mir nicht helfen, ich fühle mich von meinen Betriebsräten nicht gut behandelt. Ja, fiftyruhr, es gab eine Info heute, aber in der stand nur was von sozialverträglichen Maßnahmen drin, die man anstrebe, und ansonsten sollten wir mal abwarten. Das klingt für mich nach halber Aufgabe. Wie Traumwandler ganz richtig schrieb: Mein Arzt sagt es mir auch, wenn ich krank bin, und wie krank ich bin. Dann kann ich Maßnahmen ergreifen. Und daran fühle ich mich jetzt gehindert und weiß nicht, warum.
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Zur Betriebsversammlung nehme ich mir jedenfalls ein Butterbrot mit, für den Fall, dass es sehr, sehr lange dauern könnte. Ich stimme Hans Plagwitz zu: Was haben wir zu verlieren, wenn die Samstagsausgaben dünn sind? Wer da verschämt frühzeitig verschwindet, hat sich und uns und die Solidarität aufgegeben, und seinen Job mit dazu. Dann, ganz recht, können wir einpacken und an Hombach übergeben.
Und noch was, um meinem Nickname auch Ehre zu machen: Das mit dem nicht mehr ruhig schlafen können, das schreiben manche von uns und auch ich nicht nur so. Ich weiß von Kollegen, die mit den Nerven richtig runter sind. Die nackte Existenzangst haben. Und die diesem Warte-Druck nicht gewachsen sind. Das macht krank. Ich kenne Kollegen, die an Kündigung denken, nur, um den Druck endlich loszusein.
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Die GGF scheint das wenig bis gar nicht zu kümmern. Aber die BR sollte das kümmern. Und deswegen sollten sie zumindest die wenigen Zahlen nennen, die kopfschüttel, Traumwandler, Tippse, Plagwitz, “Das darf doch wohl nicht wahr sein” und auch ich gern wissen würden.
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Und, Markus Peters: “Entscheidungen, für die wir öffentlich Prügel bekommen haben, nehmen wir nicht zurück.” (Zitat Hombach)Das ist nichts als ein schlichter hemdsärmeliger Einschüchterungsversuch, um euch unter Druck zu setzen. Das habt ihr doch wohl sicher auch gemerkt, oder? Hombach nimmt exakt alles das zurück, womit er nicht durchkommt. Der Mann ist doch nicht dumm.
Ich denke auch, dass eine sehr sehr lange Betriebsversammlung am Freitag ein richtiges Zeichen wäre. der Protest muss schärfer werden! Aber auch an der Qualität unserer Berichterstattung sollten wir unbedingt noch arbeiten, da sich in den Manteleilen immer wieder ärgerliche Fehler einschleichen: Da wird im Wirtschaftsteil geschrieben, dass viele Firmen Personal entlassen wollen, aber man hat vergessen, unter den vielen aufgeführten Beispielen auch die WAZ-Mediengruppe zu erwähnen.
Da berichten die Kindernachrichten der WAZ, dass viele Menschen Angst um ihre Jobs haben und traurig sind – gezeigt werden im Bild aber Nokia-Arbeiter und keine Mediengruppen-Redakteure. So darf es doch nicht weitergehen, diese handwerklichen Schnitzer dürfen wirklich nicht vorkommen! Hier ist jeder Kollege und jede Kollegin gefordert, solche Fehler in der Berichterstattung eigenmächtig und ressortübergreifend zu korrigieren – gerne auch nach dem “offiziellen” Gegenlesen… Zitate zum Tage, Horoskope, Überschriften, Familien- und Grußanzeigen, Kolumnen und Wirtschaftsmeldungen… Es gibt so viele Möglichkeiten, die Leser aktuell und unverfälscht über die wahren Zustände und Pläne bei der WAZ Mediengruppe zu informieren. Und so lange wir keine Gewissheit haben, wie es mit uns bei diesem Konzern in Zukunft weitergeht, sollte sich kein Chefredakteur sicher sein können, was tatsächlich am nächsten Tag in “seiner” Zeitung gedruckt wird…
An Zeilenschinder: Herrn Hombach als Schwergewicht (kilomäßig oder was?) zu verklären, ist Blödsinn. Er ist Geschäftsführer geworden, weil die alten SPD-Seilschaften funktionieren. Politisch ein Flopp, hat er in wenigen Jahren ein florierendes Unternehmen scheinbar an den Rand des Ruins getrieben. Fragt Dich mal, warum die Braunschweiger Zeitung dauernd so positiv im Intranet erscheint, warum dauernd der Balkan als sprudelnde Quelle dargestellt wird? Den Balkan haben aber schon Leute für die WAZ erschlossen, da wusste Hombach noch gar nicht, dass es ihn (den Balkan) gibt. Ich sehe nur, dass Hombach das Windei ist, für das man ihn aufgrund der jahrelangen Berichterstattung während seiner politischen Karriere halten musste. Und am
Liebe Betriebsräte! Der Schritt vom Mitwisser zum Mittäter ist stets nur ein ganz winziger. Das ist euch hoffentlich klar. Hoffentlich ist euch auch klar, dass in dieses Blog nicht eine Art “Second Life” darstellt, sondern dass hinter den Pseudonymen reale Menschen mit realen Sorgen stecken. Hoffentlich wisst ihr auch, dass mancher schon psychisch fast am Ende ist. Wartet nicht, bis der erste auf dem Dach des WAZ-Hauses steht!
Zeilenschinder von 20:14 Uhr: Richtig und nochmals richtig. Die fast vollständige Info-Blockade des Betriebsrates geht auch mir auf Geist und Gemüt. Das heutige Rundschreiben ist an verquaster Inhaltsverweigerung kaum zu überbieten.
So ähnlich stelle ich mir übrigens die Vorhölle vor. Warten, warten, warten. Bis man am Spieß geröstet wird.
So, nun sind die Betriebsräte von der Geschäftsleitung über die Massenentlassung und Schließung von Redaktionen informiert, und es ist Geheimhaltung vereinbart. Und das soll nun eine Woche so dauern? Wer Hombach kennt ,weiß, dass seine Position stets unverrückbar ist. Echte Verhandlungen oder Kompromisse wird es nicht geben. Wenn die Belegschaften jetzt “still halten”, ist die Katastrophe perfekt.
Schweigen hat schon immer den Falschen geholfen!
Ich halte es nicht mehr aus! Morgen melde ich mich krank – sonst drehe ich noch völlig durch.
Ihr macht Euch mit eurem Schweigen zu Nebendarstellern in dem miesesten Schmierenstück, das dieses Haus je erlebt hat. Das sollen wir jetzt noch eine weitere Woche aushalten? Es ist alles einfach nur noch zum Kotzen.
“Vertrauenvolle” Geheimhaltung hin oder her. Die Betriebsräte haben sicher Gründe dafür, dass man sich auf diesen Deal eingelassen haben. Sie müssen jetzt allerdings auch schnell dafür sorgen, dass sie die Belegschaften über die Gründe informieren. Nur Schweigen und Vertrauen einfordern, ist der falsche Weg und nutzt Hombach und Co. Der Kulturschock ist jedenfalls da, jetzt muß die “Kulturrevolution” folgen. Was damit gemeint ist, darüber herrscht Schweigen!!!
Wenn jeder, der jemals von drohender Arbeitslosigkeit betroffen gewesen, so hyperventiliert hätte wie die Leutchen hier, wäre dieses Land längst ein Irrenhaus. Es ist unglaublich. Verwöhnte Redakteure, die dachten, dass es so wie immer bis zur (eigenen) Rente weiter geht, heulen sich auf die würdeloseste Weise ins Hemd. Man schämt sich allmählich dazuzugehören, Fremdschämen ist das richtige Wort. Reißt euch endlich mal zusammen, hier geht’s nicht um Leben oder Tod, hier gehts nicht darum, vom Dach des WAZ-Hauses zu springen oder um ähnlichen Kitsch. Hier geht’s nur um einen Job. Meine Güte, im Leben geht immer irgendwie eine Tür auf.
@Was soll das: “Meine Güte, im Leben geht immer irgendwie eine Tür auf.” Völlig richtig. Für den einen die Tür ins Management, für die anderen die Falltür.
An “Was soll das”: Haben Sie sich schon auf die “richtige” Seite gerettet? Sind Sie jung, dynamisch, unkündbar oder sonst etwas Tolles? Einfach nur gnadenlos?
Vielleicht ist es ja der “Du-weißt-schon-wer” höchstselbst.Oder sein Adlatus. Das menschenverachtende Geschreibsel passt jedenfalls gut zur Mahlzeit-Rede.
Die Info der Betriebsräte verlangt Aufklärung. Zwei Fassungen sind verschickt worden:
Original: Für die Lokalredaktionen wurden Modelle vorgestellt, die sich an bereits bestehenden Synergien orientieren wie Dortmund, Moers, Hattingen oder Warstein.
Dieser Satz wurde dann so korrigiert: Für die Lokalredaktionen wurden Modelle vorgestellt, die sich an bereits bestehenden Synergien orientieren.
Original: In Rede stehen insbesondere Altersteilzeit, Teilzeit, Vorruhestand, Sabbatjahre etc.
Dieser Satz wurde dann so korrigiert: In Rede stehen alle sozialverträglich möglichen Regelungen.
Wer hat warum diese Korrekturen veranlasst? Mussten die Betriebsräte ihre Info mit der GGF abstimmen?
Unterstellt, die Formulierung im Original ist inhaltlich richtig, dann bestätigt dies das im Zeit-Artikel von heute beschriebene Konzept, nach dem es in keiner Stadt mehr lokale Konkurrenz aus dem eigenen Haus geben soll.
Unterstellt, auch das zweite Zitat aus dem Original ist zutreffend, dann lässt die Korrektur darauf schließen, dass entweder die Betriebsräte keine falschen Hoffnungen wecken wollten oder aber der GGF schon diese Formulierungen zu weitgehend waren.
Aufklärung ist dringend erwünscht!!! Und bei der Gelgenheit auch eine Antwort auf die Frage, ob Herr Reitz an diesem Gespräch teilgenommen hat – wenn ja, warum wurde das in der Info verschwiegen?
@waz soll das?
Na prima, dann teste doch mal selbst die Tür zum Arbeitsamt und ein Jahr später die zur Hartz-Behörde….. So einen Unsinn kann nur schreiben, wer rundherum abgesichert ist, keine Familie hat oder ansonsten ohne Bodenhalftung durch die Gegend zieht.
Um auf’s Thema zurückzukommen: Die Betriebsräte sollten nicht bis zum Freitag warten. Sie sollten ruhig mitteilen, was die Verlagsleitung (!) beschlossen hat. Keine Bange, die Übermittler trifft schon nicht der Zorn der Belegschaften. Der wird die richtigen Treffen.
Aber wir müssen wissen, was die Basis der Überlegungen ist, die NACH der Verkündigung von Zahlen Grundlage für eine Debatte ist.
Macht nicht den Fehler und verhandelt schon über Modelle, bevor ihr nicht die Rückmeldung von uns habt. Und die kriegt ihr am 5. Dezember erst zum Teil, wenn ihr eure Informationspoltitik so fahrt wie geplant.
Teilt uns doch Montag oder Dienstag mit, was des Pudels Kern ist. Damit wir nicht am 5. Dezember ins offene Messer der GGF rennen.
Liebe Betriebsräte, fragt Euch doch einmal selbst, ob Ihr ehrlicherweise noch Verhandlungsspielraum seht. Wenn das so ist, teilt es uns klar mit.
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Wenn, was ich befürchte, auch Ihr realisatisch keine großen Chancen seht, schenkt uns klaren Wein ein. Dann haben wir wenigstens die Möglichkeit, gemeinsam mit fliegenden Fahnen unterzugehen und schon vor dem Nikolaustag Aktionen zu planen.
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Wenn wir schon vor die Tür gesetzt werden, dann sollen es unsere Leser auch erfahren, dann soll es der GGF-Mafia wenigstens ein bisschen wehtun.
Im übrigen möchte ich von meinem gewählten Betriebsrat ernst genommen werden, auch als vertrauensvoller Gesprächspartner. Dazu ist eine “Wir hier oben – ihr da unten”-Informatrionspolitik nicht geeignet.
Deutlich: Mit der GGF wird vertraulich verhandelt und zu den Kollegen hat man kein Vertrauen1?
Vertrauen zu Kollegen? Wieso denn? Es wäre doch nicht der erste deutsche Konzern mit einer willfährigen Arbeitnehmervertretung.
Wo steckt hier eigentlich die ganze Zeit mein ZVR-Betriebsrat?
@tippse
Ich hoffe, dass der ganze Arbeit macht. Aber die Infopolitik finde ich auch nicht gut. Hat das Schweigegelübnis eigentlich der BR beschlossen oder nur die Vorsitzende für das Gremium, das fände ich dann bedenklich. Ansonsten machen die bestimmt einen guten Job.
Genau so mußte es kommen: Hombach un d Co. haben den schwarzen Peter nun den Betriebsräten zugeschoben, sozusagen einen Knochen hingeworfen und die haben ( mußten ) ihn aufgenommen. Die Verkaufe der Grausamkeiten müssen nun die Betriebräte übernehmen, die GGF kann sich zurücklehnen. Sie nimmt allem Anschein sogar noch Einfluß auf die Verlautbarungen des BR. Das allein ist schon ein Skandal!
Skandalös ist auch die letzte vom Verlag wohl diktierte ( nichtssagende )Version “mögliche sozialverträgliche Regelungen”. Betrachtet man die vorherige Version ( Sabbatjahr, Vorruhestand . . . ) so steht man fassungslos vor der Frage: Und bei diesen “normalen” gängigen Lösungen der ganze Trubble? Das hätte man auch ohne die Angstkampagne des Verlages durch stringente Verhandlungen erreichen können. Wenn dann zum Schluß doch einige Kündigungen übrig geblieben wären, hätte man jedenfalls kein Porzellan zerschlagen. Aber es ist davon auszugehen, dass hier noch nicht die ganze Wahrheit gesagt ist. Die GGF-Keule kommt noch. Oder? Oh Betriebsräte, warum habt ihr euch auf das Spiel eingelassen! Nun macht ihr zwangsfreiwillig die Drecksarbeit der Geschäftsleitung und nehmt noch den “Unmut” der Belegschaft auf euch.
Diese Drecksarbeit hättet ihr die GGF in der Betriebsversammlung am 5. Dezember machen lassen müssen. Wenn ihr bis zu diesem Termin ein paar “sozialverträgliche” Lösungen erreicht, ist das doch ganz klar die von der GGF vorgegebene Linie. Das ist der berühmte Strohhalm. Diese Taktik der WAZ-Verlagsleitung ist doch ein alter Hut.
Zum nächsten Skandal darf es nicht kommen: Am Samstag, 6. Dezember, darf keine Zeitung in allen Titeln erscheinen, als wäre nichts geschehen . . . ganz legal. Der Leser muß endlich merken, was die WAZ-Mediengruppe mit ihren Redakteuren macht. Die Betriebsversammlung am Freitag, 6. Dezember, kann sehr lange dauern, und es gibt noch anschließend einen großen Informationsbedarf, den die Gewerkschaften hoffentlich stillen. Dann bleibt keine Zeit mehr für´s Zeitungsmachen. Die eigene Situation ist doch wohl ausnahmsweise vorrangig, oder?
Jeder muß jetzt genau überlegen, was er tut. Er tut es nicht nur für sich. Er tut es auch für seinen Kollegen am Nachbarschreibtisch, für den Leser. Wie wollt ihr euren Journalistenjob noch glaubwürdig ausüben, wenn ihr nur noch auf dem WAZ-Verschiebebahnhof tätig seid? Gebt euch endlich den entscheidenden Ruck!
Fehler. Es muß im vorletzten Absatz natürlich 5. Dezember heißen. Sorry!
Ich hab das Gefühl, wir konzentrieren uns auf den falschen Punkt.
Wer Entlassungen verhindern und die Meinungsvielfalt bewahren will, muss offensiv gegen die Zusammenlegung der Lokalredaktionen und den gleichgeschalteten Mantel zu Felde ziehen.
Nur so können (wenn überhaupt) Entlassungen verhindert werden. Oder glaubt jemand, dass die verbleibenden Redaktionen personell massiv aufgestockt werden?
Wen es am härtesten treffen wird, kann sich doch sogar ein Sägewerksmitarbeiter an seinen Fingern abzählen: Die WR.
Wenn tatsächlich das ganze Sauerland und Hagen der WP überlassen und die eigenständige Zentrale praktisch aufgelöst wird, muss mir nicht der Betriebsrat erklären, was das bedeutet.
Unabhängig von dem, was am 5.12. erklärt wird, bedeutet dies den Anfang vom Ende der WR. Die Leser werden uns in Scharen davonlaufen (was sie seit der Seitenreduzierung ja schon tun) und irgendwann sieht Mann sich in Essen gezwungen, die weiterhin defizitären Einzeltitel zu “Der Westen” zusammenzulegen…
Ich hoffe, dass auch die Kollegen, die es erstmal nicht trifft, am Freitag nicht freudestrahlend in ihre Redaktionen eilen. Heute wir, morgen ihr.
Das ist beschlossene Sache, seit langem. Aber nicht nur die WR wird eingedampft, auch die NRZ ist dran. Reitz will eine “WAZ-Restgröße”. Leser interessieren ihn schon lange nicht mehr. Wenn er seinen Job erledigt hat, zieht er vermutlich weiter und hat einen neuen “Titel”, Experte, Sanierer . . .
Wahrscheinlich kommen als nächstes unsere thüringer Ausgaben dran. Wer braucht schon zwei Titel in einer Stadt, die auch noch durch zwei Anzeigenblätter aus eigenem Haus torpediert werden….
Eine Möglichkeit des Protests, der auch den Leser einbindet, wäre doch, eines nicht allzu fernen Tages in Städten, wo es noch Konkurrenz-Ausgaben gibt, in beiden Blättern exakt den gleichen Inhalt (pardon: content) laufen zu lassen. Damit die Leser schon mal wissen, was sie erwartet. Aber so eine titelübergreifende Zusammenarbeit ist wohl illusorisch – zumal die Lokalchefs als AT-Angestellte dies nicht mitmachen (dürfen?).
Ich selber bin heilfroh, dass ich nach meinem Volo keine Stelle bekommen habe und stattdessen woanders untergekommen bin. Es gibt ein Leben nach der WAZ! Natürlich tun mir die vielen fleißigen und netten Kollegen leid, die nun um ihre Jobs zittern – aber auch die Vielzahl derer, die der seit Jahren bedrohlichen Auflagenentwicklung zum Trotz, an Verbesserungen uninteressiert, weiter Dienst nach Vorschrift geschoben haben, hat diesen Eiertanz nicht verdient. Aber so ist die WAZ: Statt professioneller Personalentwicklung und echter Qualitätsverbesserung, die sich an den Stärken (Lokales! Regionales!) orientiert und die Belegschaft mitnimmt, kommt nun die Rasur – und zwar ganz trocken.
Wie soll das eigentlich am 5.12. ablaufen? Geschäftsführer oder deren Knechte verlesen Liste der Schließungen?
“Ferner trifft es die NRZ-Lokalredaktionen in…und die WR in…und folgende Mantel-Ressorts…”
Und im Parkett staunt das betroffene Publikum.
…vielleicht werden ja schon zu Beginn die Angestellten bestimmter Bereiche oder Altersgruppen gebeten, hinten Platz zu nehmen?
Bekommt man vielleicht am Eingang eine farbige Karte, auf der die Sozialpunkte festgehalten sind?
Wie Schafe zur Schlachtbank. Bloß nicht vorher aufregen. Verdirbt den Geschmack.
Klar, erst einmal ist pure egoistische Reaktion angesagt. Ist die Zahl der “personellen Einsparungen” niedriger als erwartet, ist die Erleichterung gross.
Es ist wirklich ein schweres Spiel für die Betriebsräte. Es ist eine Situation, in der man nichts richtig machen kann. Schade finde ich, dass keiner weiss, wohin für die Lokalredakteure die Reise geht. Hier scheint ja noch alles offen zu sein. Da konstruktive Vorschläge zu machen, fällt schwer.
Manchmal habe ich nur das Gefühl, solche, die nun besonders laut schreien, haben auch in den letzten Jahren ein bescheidenes Blatt gemacht. Ich weiss nicht wirklich, ob man alle Ausgaben in den Städten als Qualitätsblätter bezeichnen darf. Es gibt sicher Unterschiede, und wahrscheinlich wird keiner mit einem Bleiberecht für gute Arbeit belohnt.
Aber einen Qualitätspreis hätte man in so mancher Redaktion nicht gewinnen können. Dass die Motivation oft fehlt, ist vielleicht auch ein hausgemachtes Problem. Eben, weil ich immer das Gefühl habe, Engagement wird nicht belohnt. Gelobt wird nach Länge der Schleinmsur, und ob man eigene Geschichten kloppt oder Vereinstexte grob redigiert ins Blatt schmeisst, ist letztlich nur für den Blick in den Spiegel interessant.
Auch darüber muss man sich mal Gedanken machen. Wenn zwei Zeitungen in einer Stadt gleich schlecht ist, ist es leider kein Qualitätsverlust, wenn eine wegfällt.
Die Rechtschreibung in meinem Beitrag ist auch nicht qualitätsverdächtig, sorry… schäm
Die Situation ist schrecklich. Aber es ist jetzt nicht die Zeit, den Betriebsräten irgendwelche Vorwürfe zu machen. Und was soll es bringen, alles jetzt schon zu erfahren. Wir werden ganz friedlich in diese Versammlung am Freitag gehen und dann reagieren. Kollegen, bleibt stark und verliert bitte, bitte nicht die Nerven!
Liebe Leute, wir sollten tatsächlich nicht von den Betriebsräten etwas fordern, was sie doch gar nicht erbringen können. Wenn ich das Schreiben der vier Betriebsräte richtig lese, dann steht dort doch, dass entgegen vorheriger Zusagen von der GGF überhaupt nichts Konkretes bei dem Treffen gesagt worden ist. Keine Zahlen, keine Daten, keine Fakten wurden genannt. Man hat die Betriebsräte ganz einfach hingehalten, sie mit Belanglosigkeiten abgespeist und auf später vertröstet.
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Das steht für mich in dem Schreiben. Und ich bin mir überhaupt nicht sicher, ob wir am 5. Dezember mehr erfahren.
Genau so ist es: Die BR können uns gar nichts verheimlichen, weil sie kaum etwas wissen und somit nichts zu verheimlichen haben. Und ob sie bis zum 5. Dezember noch an die Zahlen kommen, erscheint mir ebenso wie Tippse jetzt mehr als fraglich. Ich verweise auf meinen Eintrag von gestern, 20.14 Uhr. Das ist meines Erachtens ein genau durchkalkulierter Zeitplan, mit dem sich die GGF bis Weihnachten über die Runden hangelt, die Betriebsräte hinhält, am nächsten Freitag mit Hilfe unserer gutwilligen Chefredaktionen gekonnte Augenwischerei betreibt, von Verhandlungen und Verbesserungsvorschlägen faseln und behaupten wird, das sei noch alles mehr oder weniger verhandelbar, und dann zwei Tage vor oder zwei Tage nach Weihnachten die Fakten präsentiert, gegen die dann niemand mehr aufsteht.
Versucht doch bitte, etwas mehr Geduld aufzubringen. Auch wenn’s schwer fällt. Die Panik, die hier im Blog teilweise verbreitet wird, nützt doch niemandem.
zeilenschinder: Das hört sich ja fast so an, als würde es sich nicht lohnen, am 5. Dez. in der Lichtburg zu erscheinen.
Erstaunlich, erstaunlich, wie wenig die WAZ-Mitarbeiter (zumindest die, die hier posten) von der Arbeit eines Betriebsrates wissen. Es kommt mir als ehemaliges BR-Mitglied eines globalen IKT-Unternehmens (ja, auch die haben hier Arbeitnehmer-Vertretungen, man soll’s nicht glauben) so vor, als wäre der WAZ-GesamtBR erst dann in den Fokus eines jeden einzelnen Mitarbeiters getreten, als Irgendjemand den roten Knopf “Ihr seid jetzt auch dran!” gedrückt hat. Das kann mit persönlichem Desinteresse während der trügerischen Phase des Sicherheitsdenkens über die eigene Arbeitsplatz-Situation zu tun haben, das kann aber auch mit der mangelnden Informationspolitik in solchen “Friedens”-Zeiten seitens des BR einher gehen.
Vielleicht mal ein kleiner Exkurs für die, die jetzt nach dem BR schreien und ihn vor ein paar Monaten noch nicht einmal für existent gehalten haben:
Ein Betriebsrat sitzt *immer* qua Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) zwischen allen Stühlen. Dieses Gesetz ist keinesfalls eine Art Ermächtigung für die Arbeitnehmer-Seite, um nur deren Belange durchzusetzen. Es ist aber auch kein Freibrief für Arbeitgeber, um Entscheidungen über solch eine Institution für alle Arbeitnehmer legal durchzudrücken.
Der BR muss eine Mediation zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern hinbekommen, die beiden Seiten den Sinn des o.g. Gesetzes vermittelt und dessen Ziele gesichtswahrend für beide Seiten durchsetzt. Wer diese Prämissen durchbricht, wird – eben auch durch dieses o.g. Gesetz – angreifbar, u.U. strafbar und im Unternehmen nicht mehr haltbar.
Die Einflussnahme-Möglichkeiten des BR sind wg. des o.g. Gesetzes nicht gering, setzen aber eine gehörige Portion Wissen über wirtschaftliche Zusammenhänge voraus. Dafür ist im Allgemeinen Fortbildung nötig, die vom Gesetzgeber in der Form der vom AG bezahlten Kurse und eben auch von Freistellung garantiert werden soll.
Betriebsräte werden in vom o.g. Gesetz festgelegten Abständen (neu) gewählt, können sich demnach nicht ihre Amtszeit frei aussuchen und müssen sich immer neu demokratischen Regeln unterwerfen. Dafür hat der Gesetzgeber sie mit Veto-Rechten bei bestimmten, die Arbeitnehmer direkt betreffenden Unternehmensentscheidungen ausgestattet, damit sie während ihrer Amtszeit das Gesetz auch umsetzen können.
So, und jetzt gehen wir mal alle in medias res und verabschieden uns von den von euch selbst damals fabrizierten Berichten über die Stahl-Gewerkschaftler mit den Öltonnen, Trillerpfeifen und den “X Prozent – Nicht mit uns!”-Wimpeln.
Euer BR versucht, Euch rauszupauken. Was anderes ist ihm auch gar nicht möglich, wenn er nicht morgen auf der Anklagebank eines Arbeitsgerichts sitzen will. Ist er skill-mäßig gut aufgestellt (d.h. hat er seine Fortbildungsmöglichkeiten auch entsprechend genutzt), dann hat er mehr Kenne von der Verhandlungsmasse als Jeder von Euch. Und dann ist Ruhe im Karton bis zur nächsten Betriebsversammlung auch nur konsequent.
Hat er immer noch keine Kenne von den wirtschaftlichen Grundlagen des Unternehmens und ist er eigentlich ausser in dunklen Ecken nur noch an der Pommesbude vorm Bürogebäude “sichtbar”, dann habt *Ihr* ihn falsch gewählt und diese Falschwahl knöllt Euch jetzt aufs Tiefschlafbedürfniss wie weiland dem letzten aufrechten SPD-Wähler in Hessen.
Ein BR ist kein Selbstbedienungsladen in Krisenzeiten, sondern ein demokratisches Instrument der Mitarbeiter-Mitbestimmung unter äusserst demokratischen Spielregeln. Und dabei ist das Heulen in der Krise genau so unproduktiv wie das Schnarchen in guten Zeiten.
Lass an dieser Stelle einfach mal jemand anderes für mich sprechen.
Wie wär’s mit Reinhard Mey?
Das Narrenschiff
Das Quecksilber fällt, die Zeichen stehen auf Sturm,
Nur blödes Kichern und Keifen vom Kommandoturm
Und ein dumpfes Mahlen grollt aus der Maschine.
Und rollen und Stampfen und schwere See,
Die Bordkapelle spielt „Humbatäterä”,
Und ein irres Lachen dringt aus der Latrine.
Die Ladung ist faul, die Papiere fingiert,
Die Lenzpumpen leck und die Schotten blockiert,
Die Luken weit offen und alle Alarmglocken läuten.
Die Seen schlagen mannshoch in den Laderaum
Und Elmsfeuer züngeln vom Ladebaum,
Doch keiner an Bord vermag die Zeichen zu deuten!
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig’ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf’s Riff.
Am Horizont wetterleuchten die Zeichen der Zeit:
Niedertracht und Raffsucht und Eitelkeit.
Auf der Brücke tummeln sich Tölpel und Einfaltspinsel.
Im Trüben fischt der scharfgezahnte Hai,
Bringt seinen Fang ins Trockne, an der Steuer vorbei,
Auf die Sandbank, bei der wohlbekannten Schatzinsel.
Die andern Geldwäscher und Zuhälter, die warten schon,
Bordellkönig, Spielautomatenbaron,
Im hellen Licht, niemand muß sich im Dunkeln rumdrücken
In der Bananenrepublik, wo selbst der Präsident
Die Scham verloren hat und keine Skrupel kennt,
Sich mit dem Steuerdieb im Gefolge zu schmücken.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig’ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf’s Riff.
Man hat sich glatt gemacht, man hat sich arrangiert.
All die hohen Ideale sind havariert,
Und der große Rebell, der nicht müd’ wurde zu streiten,
Mutiert zu einem servilen, gift’gen Gnom
Und singt lammfromm vor dem schlimmen alten Mann in Rom
Seine Lieder, fürwahr: Es ändern sich die Zeiten!
Einst junge Wilde sind gefügig, fromm und zahm,
Gekauft, narkotisiert und flügellahm,
Tauschen Samtpfötchen für die einst so scharfen Klauen.
Und eitle Greise präsentier’n sich keck
Mit immer viel zu jungen Frauen auf dem Oberdeck,
Die ihre schlaffen Glieder wärmen und ihnen das Essen vorkauen.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig’ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf’s Riff.
Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
Sie zieh’n wie Lemminge in willenlosen Horden.
Es ist, als hätten alle den Verstand verlor’n,
Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor’n,
Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.
Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
Der Funker zu feig’ um SOS zu funken.
Klabautermann führt das Narrenschiff
Volle Fahrt voraus und Kurs auf’s Riff.
Zu finden auf YouTube unter “Narrenschiff”
Willkommen an Bord!
@porschekiller Vielen Dank für Deinen Beitrag “Mein Aufsatz in Staatsbürgerkunde”. Er zeigt wenigstens, dass Du im Unterricht immer schön aufgepasst hast. Wenn Du jetzt aber noch einmal für einen kurzen Moment das BetrVG beiseite legst, kannst Du noch miterleben, wie in der WAZ-Mediengruppe schon jetzt die ersten Menschen ohne langes Fackeln “betriebsbedingt” vor die Türe gesetzt werden, und zwar bei der MSG.
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Nun kannst Du sicher auch verstehen, warum viele Menschen bei der WAZ-Mediengruppe zunehmend in Panik geraten und warum ihnen im Moment staatstragende Reden nicht mehr so recht helfen. Dieser Aspekt fehlt in Deinem Aufsatz leider ganz, obwohl ihn ein guter Mediator unbedingt berücksichtigen muss.
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Du hast auch nicht beschrieben, was wir im Unterricht doch am Beispiel von VW und Siemens besprochen hatten, als wir den Unterschied zwischen Theorie und Praxis durchgenommen haben. Das hätte noch unbedingt hineingehört.
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Hier ist übrigens Dein nächstes Aufsatzthema: “Beschreibe die Empfindungen von Vätern und Müttern sowie Menschen jenseits der 50, wenn ihnen jemand über Wochen ständig Angst vor dem sozialen Absturz macht”.
@Lämpel
“Beschreibe die Empfindungen von Vätern und Müttern sowie Menschen jenseits der 50, wenn ihnen jemand über Wochen ständig Angst vor dem sozialen Absturz macht”
Och, das wird ein ebenso sarkastischer Einzeiler: Wenn der Verlust *eines* Arbeitsplatzes schon den “sozialen Absturz” bedeutet, dann hat aber Jemand sein Leben auf ziemlich dünnem Eis geplant.
Auf deutsch (weil es anscheinend eine deutsche Eigenart ist): Diese selbstmitleidige Art, sich Problemen schon zu ergeben, bevor sie existent werden, ist absolut nicht mein Ding.
Das glaube ich gern, dass es nicht dein Ding ist. Da du ja hier zuvor den ach so erfahrenen ehemaligen Betriebsrat gegeben hast (als ob wir solche Dinge nicht auch wüssten), so wirst du aus dieser reichen Erfahrung heraus sicher noch wissen, dass für manche Menschen der Verlust ihres Arbeitsplatzes sehr wohl einen gewaltigen Absturz bedeuten kann. Ab einem bestimmten Lebensalter oder in einer bestimmten familiären Situation ist das Eis tatsächlich sehr dünn. Das ist aber keineswegs bloß eine Frage der Lebensplanung.
Wenn das bei dir (bis jetzt noch) anders ist: meinen herzlichen Glückwunsch. Diese deine derzeitig günstigere Position sollte dich aber nicht verleiten, die Ängste anderer, die aufgrund ihres vorgerückten Lebensalters oder ihrer familiären Situation (es soll ja noch Familien mit mehreren Kindern geben) nicht so komfortabel gebettet sind, einfach als Selbstmitleid abzutun.
Ich finde es beschämend, wenn hier irgendwelche DINKS den Supercoolen heraushängen lassen. Kaufen wir eben einen Porsche weniger, was Porschekiller? Arbeitsstelle demnächst weg? No Problem, trotzdem alles im Griff. Frau ist Studienrätin und Blagen gehören nicht zu unserer Lebensplagen wg. dünnem Eis.
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Außerdem ist es nicht so, dass die Probleme noch nicht existent sind. Wenn jemand in seiner Existenz bedroht wird, dann ist diese Drohung bereits Teil des Problems. Das macht nämlich krank. Außer natürlich, man ist ein DINK.
Pass mal auf, porschekiller: Nur allein in meinem ganz nahen Umkreis arbeiten: Redakteur, über 50, schwerbehindert, mit schwerbehinderter Ehefrau, nicht berufstätig, Reihenhaus noch längst nicht abbezahlt. Redakteur, über 50, Frau halbe Stelle, zwei Kinder studieren. Redakteur, fast 50, geschieden, drei Kinder. Und weisst du, was alle drei gemeinsam haben? Angst vor dem blauen Brief. Und jetzt erzähl uns nicht, dass dich das aber doch sehr wundert. Natürlich wäre das ein sozialer Absturz, was denn sonst? Da hat keiner eine Oberstudienrätin in Reserve. (…undsoeinerwarmalbetriebsrat…)
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@Blattspinat: Nur kein Missverständnis – es lohnt sich auf jeden Fall, am 5. Dezember ein bekanntes Großstadtkino im Ruhrgebiet aufzusuchen. Wenn der Film schlecht sein sollte, ist das Publikum ja auch noch da. Die drei zuvor Genannten wissen jedenfalls, wofür sie kämpfen. Für ihre Existenz, und ihre Familien.
… es werden diesmal mehr WAZ-Leser mitbekommen als beim letzten Mal.
Und es werden noch mehr Multiplikatoren hingehen und sich sowohl von Hombach, Nienhaus und Reitz mit Grauen abwenden. Denn eines ist klar: Die geplante WAZ-Axt nützt weder den Lesern, noch dem Verlag und ihren Gesellschaftern.
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Wohin Kahlschläge a la Reitz geführt haben, macht das Modell “Unser Vest” in Recklinghausen doch deutlich. Die Hälfte der Auflage trotz imenser Manpower und ungezählter Überstunden gekillt in nur zwei Jahren. Das Reitz-Konzept – dem Vernehmen nach gab es in einem frühen Stadium auch eines der Redaktion (abgelehnt durch Reitz) -, das die rührige Rest-Redaktion dort umsetzen musste, zog nicht. Vor allem ist es nicht auf Rest-WAZ und schon gar nicht auf die Gruppe übertragbar.
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Nach dem 5. Dezember und nach einem Hombach/Nienhaus/Reitz/Schickler-Kahlschag mit der Axt ist das Problem Leserschwund und Akzeptanz der WAZ-Inhalte noch lange nicht gelöst.
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Die Leser wollen LOKALES und REVIER sowie tägliche LEBENSHILFE von ihrer WAZ – und keinen LIFESTYLE, keine ICH-RED’-MIR-DIE-WELT SCHÖN-Bericht, sondern Fakten.
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UND IMMER AN DEN LESER DENKEN, ist doch ein Grundsatz, den R. bei seinem Focus-Lehrmeister M. gelernt haben sollte. Aber an die Leser im Revier, denn andere haben wir nicht.
Und wenn die einen VW wollen, aber einen Ferrari geliefert bekommen – wenn’s mal mit dem Vertrieb klappt – dann sollte man ihen auch einen VW liefern.
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Was wir brauchen, sind keine betriebsbedingten Kündigungen, sondern ein gutes redaktionelles Konzept für den Mantel wie fürs Lokale. Das Konzept Autorenzeitung im Mantel, sexy und weiblicher werden, alles das sind doch nur Hülsen. Wer sollte das
unter diesen Bedingungen noch konstruktiv, ehrlich und offen mit der CR erarbeiten? Hat R. eigentlich je in einer Lokalredaktion gearbeitet?
Nur ein Wort in Sachen Betriebsräte und 5. Dez.:
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1.) Die mir persönlich bekannten Betriebsräte sind absolut integer und verlässlich. Kämpfernaturen, die sagen, was Sache ist. Sie sind weder naiv noch dumm. Und: Ich bin mir sicher, sie haben ihre Gründe, wenn sie jetzt noch nichts Konkretes sagen können. Wie groß/klein auch immer ihr Verhandlungsspielraum sein mag – ich kann es nicht ermessen.
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Übrigens: “Demokratie von unten” hat bei der WAZ noch nie funktioniert. Meine Meinung: Vorschläge der Belegschaft sind für die GF irrelevant, es sei denn, sie decken sich mit den eigenen Plänen.
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2.) Selbst wenn wir jetzt schon alle Details kennten, könnten wir wohl trotzdem nur abwarten bis zum 5. Dezember. Einziger Unterschied: Unsere Stimmung und unser denkbares Verhalten am Tag selbst wären sicherlich anders – möglicherweise eher aktiv- als passiv-aggressiv.
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3.) Bin ich mir ziemlich sicher, dass noch vor dem 5. – vielleicht sogar nur ein paar Stunden vorher, etwas von der GGF – über die üblichen Kanäle (zuletzt war es die „Zeit“) – durchsickern wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die GGF ernsthaft riskieren will, 800 Leuten direkt und e r s t m a l i g ins Gesicht zu sagen, wie schlimm es w i r k l i c h wird. Unmittelbare, unkontrollierbare Reaktionen werden die GF zu verhindern suchen. Zumal andere Medien vor Ort sein werden.
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4.) Deshalb: Wäre es denkbar, dass am 5. noch immer Vieles im Nebulösen bleibt. Keine/r wird an diesem Tag verbindlich erfahren, dass sie/er den Job los ist. Es werden wahrscheinlich nicht mal einzelne Redaktionen benannt, die zugemacht/fusioniert werden, – sondern: Es wird lediglich das neue P r i n z i p, möglicherweise modellhaft, vorgestellt. So stell ich mir das jedenfalls vor.
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Und all das bedeutet, dass die Angst noch Wochen, wenn nicht Monate zum ständigen Begleiter werden wird.
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Doch eines sollte diese Angst nicht sein: Ein Grund, sich und andere (z.B. Betriebsräte) panik(un-)artig zu zerfleischen.
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Ein schlauer Mensch hat mal gesagt: „The only fear we have to fear is fear itself.“ – verdammt richtig.
An Klappezuaffetot: “Und all das bedeutet, dass die Angst noch Wochen, wenn nicht Monate zum ständigen Begleiter werden wird.”
Wer soll das kühlen Kopfes aushalten?
Klappezuaffetot: Teile die meisten “Vorhersagen”, da sie auf Erfahrungen der letzten vielen WAZ-Jahre beruhen. Große Linie der Geschäftsleitung am 5. Dezember ja, Details ein wenig, exakte Ausführungsbestimmungen Mangelware. Hombach und Co. wollen doch heil aus diesem “Film” in der Lichtburg kommen.
Apropos Lichtburg. Ich habe die Einladung der WAZ-Gruppengeschäftsleitung und der Betriebsräte ( in dieser Reihenfolge ) bekommen und war “platt”. Eine “gemeinsame” Versammlung? Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht. Keine Betriebsversammlung nach dem Betriebsverfassungsgesetz? Hausherr nicht der BR, nicht Herr des Geschehens vor Ort? Die Geschäftsführung hat nun auch formal das Sagen in dieser “Versammlung”. Warum und wie kam es zu dieser Einladungsform?
Man stelle sich vor, dass die sich Geschäftsleitung durch irgendeine Situation veranlaßt sieht, zu gehen und sich eine Aussprache nicht mehr antun will. Es ist ja schließlich “ihre” Versammlung der Beschäftigten. Im übrigen: Was heißt eigentlich “. . . wird die Geschäftsleitung ihr Synergie-Konzept vorstellen, mit dem sie die vier Zeitungsunternehmen und – man höre und staune – den gesamten Medienbereich der WAZ-Gruppe . . . führen will.” Wer ist dieser gesamte Medienbereich? Beispielsweise auch Thüringen? Die Zeitschriften, die Anzeigen- oder Balkanblätter?
Und noch etwas fällt auf. Die Journalistengewerkschaften sind nicht eingeladen. Nach dem Betriebsverfassungsgesetz vorgeschrieben. Ein Affront? Oder nur Schusseligkeit? Welcher Dilettant hat eigentlich diese wichtige Einladung verfaßt?
Es ist anzuraten, dass sich die Journalistengewerkschaften mit dieser “Zwittereinladung” schnellsten intensiv beschäftigen.
Die Strategie „beiß nicht die Hand, die dich füttert“ oder „wes Brot ich eß`, des Lied ich sing`“ sollte nun endgültig ausgedient haben, werte Kolleginnen und Kollegen!
Bald gibt es für den ein oder anderen Noch-Beschäftigten keine „Fütterung“ mehr geschweige denn ein fröhlich Liedchen eines frisch Gekündigten!
Was kann also endlich Nützliches getan werden, um diesem unsäglichen Management-Treiben Einhalt zu gebieten?
Meiner Meinung nach kann es nur heißen: MOBILMACHUNG!
Das Netzwerk der Redakteure aller Ressorts eines jeden Titels für die eigene Sache einspannen.
Jede/r einzelne muss sich bei jeder Gelegenheit in den Dienst der Sache stellen.
PROTEST – PROTEST – PROTEST.
Am 5. Dezember gilt es ein Zeichen zu setzen!
Wenn die GGF derartige Sparmaßnahmen auf dem Rücken derer austrägt, die das Unternehmen zu dem gemacht haben, was es ist, dann ist es auch das gute Recht von uns allen seine Arbeitskraft “sparsamer” einzusetzen.
Bei diesem Spiel steht sonst der Verlierer fest, wenn nichts Aufsehenerregendes geschieht. Wir haben eigentlich keine Chance – und genau die gilt es zu nutzen, sonst wird das alles nix!
Du. Sachverhalte auch unter Druck mit kühlem Kopf zu bewerten, ist eine Schlüsselqualifikation für Redakteure. Schaffst du das nicht, ist eine berufliche Neuorientierung ohnehin überfällig.
Kopflosigkeit hilft jetzt ebenso wenig, wie ein schicksalergebenes Beschwören des angeblich unvermeidlichen sozialen Abstiegs im Entlassungsfall.
Mein Gott, manchmal komme ich mir hier vor, wie auf einer Sitzung der anonymen Alkoholiker, bei der längst die Flasche kreist. Bekommt endlich mal euren Arsch hoch und hört auf zu flennen!
Ich bin da ganz bei nixnutz, zumindest was den letzten Satz betrifft: Ihr habt keine Chance, also nutzt sie gefälligst! Und sei, um mit erhobenem Kopf aus der Sache rauszukommen.
Gibt es eigentlich schon Planungen, mit unserem ureigenstem Mittel – einer Zeitung – unsere Leser zu informieren? Ein vierseitiges Produkt, mit dem wir unsere Leser und Abonnenten informieren und auf den Weihnachtsmärkten verteilen bzw. austeilen, sollte doch schnell zu stemmen sein. Nur wenn wir unsere Leser, unsere – und nicht die von Herrn Reitz und Co. – Anzeigenkunden und unsere Abonnenten mobil machen, können wir es schaffen, doch noch einmal diesen Schrecken zu verhindern. Und wenn wir es nicht bei WAZ Druck produzieren lassen (oder wenn sie es nicht drucken wollen) können wir ja im nahen Ausland, Holland, oder bei einer anderen Druckerei in der Region drucken. Zwar wird eine Krähe der anderen kein Auge aushacken, aber es gibt ja noch Druckereien, die nichts mit unserem Unternehmen zu tun haben.
@Eric: “Gibt es eigentlich schon Planungen, …”
Als ein Leser bin ich der Meinung:
“schon” ist eine sehr genügsame Formulierung.
“endlich” ist das Mindeste.
Die Information der möglichen Bündnispartner hätte doch schon längst passiert sein müssen!?
@eric: Extra-Blatt finde ich prima. Stifte 100 Piepen.
@zeilenschinder
“Und jetzt erzähl uns nicht, dass dich das aber doch sehr wundert.”
Ich erzähle Dir jetzt, dass mich das – aus Lesersicht – mehr als sehr wundert.
So betroffen mich jedes Einzelschicksal machen würde (ohne in den von Dir geschilderten Fällen jetzt auch noch über das Thema Sozialauswahl referieren zu wollen), so erschrocken bin ich doch ob der Tatsache, dass hier Einige ihre Kernkompetenz, die journalistische Unabhängigkeit, längst über Bord geworfen haben, weil pure Existenzängste vorherrschen. Die 12 oder 13 Monatsgehälter sind ja wichtiger als dieser Idealismus-Sch..ss, oder?
Wenn ihr nicht in der Lage seid (oder sein wollt), diese Unabhängigkeit vor allen anderen Belangen dieser Auseinandersetzung gegenüber euren auf dieses Grundprinzip vertrauenden Kunden/Lesern (die übrigens nicht deswegen automatisch solidarisch sind, weil sie evt. grade selbst “geflogen” wurden!) zu betonen und gegenüber der GGF zu verteidigen, dann haben die WAZ und ihre Titel trotz eines vielleicht gütlichen Kompromisses zumindest hier im Ruhrgebiet keine Chance mehr, jemals wieder auf die Beine zu kommen.
Bleibt also die Frage, ob hier nicht Vieles aus Panik zu kurz gedacht wird.
@porschekiller
“So betroffen mich jedes Einzelschicksal machen würde (ohne in den von Dir geschilderten Fällen jetzt auch noch über das Thema Sozialauswahl referieren zu wollen), so erschrocken bin ich doch ob der Tatsache, dass hier Einige ihre Kernkompetenz, die journalistische Unabhängigkeit, längst über Bord geworfen haben, weil pure Existenzängste vorherrschen.”
Vielleicht hast du Klugschwätzer aber ja auch bloß Tomaten auf den Augen.
Das hier ist ein Blog – keine Tageszeitung.
@porschekiller: Troll Dich!
Bevor das hier abdriftet, wir uns im Kreise, und um einige wenige Außenstehende drehen, die mit schlauen Einwürfen daherkommen:
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Mein Vorschlag: Lasst uns lieber mal über „mobilen Content“ für Freitag nachdenken.
Was könnten wir mitbringen, um stärker wahrgenommen zu werden?
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Ich mache mal in beliebter Blog-Manier Vorschläge, wer mag, möge sie ergänzen:
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1. Klassisch: Trillerpfeiffen
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2. Stylisch: Bedruckte T-Shirts oder zumindest titelbezogene Kleidung (Kappen, Jacken etc), um zu zeigen, wie viele wir sind – und wo wir bisher durchaus (auch mal) stolz und erhobenen Hauptes gearbeitet haben.
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3. Dezent: Jeder bringt seine (noch existente) Lokalausgabe mit und hält sie bei einem möglichen Redebeitrag kurz hoch.
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4. Kindlich: Ich würde keine Kinder mitnehmen – das traumatisiert nur und kostet später nicht mehr vorhandenes Geld.
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5. Gemütlich-demonstrativ: Butterbrote und Sitzkissen.
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6. Mahlzeitlich: Wenn Herr Reitz sprechen sollte, könnten wir demonstrativ etwas essen.
…
…
…
Wir alle – von WAZ, NRZ, WR und vor allen Dingen die gegenüber der WAZ-Führung und ihrer Zapp-Chefredaktion immer “lieben” Kollegen der WP – sollten am Freitag in die Lichtburg kommen und Tacheles reden. Jetzt ist Solidarität gefragt!
Habe gerade mal in das Impressum der WR geschaut. Ich bin völlig überrascht, dass Herr Seher nicht mehr Vize-Chefredakteur der WR ist! Was ist passiert? Als Politik-Chef wird er noch aufgeführt! Ist das der erste Schritt zur Reduzierung? Ich fand eigentlich, dass er das politische Gewicht der Rundschau mit nach außen dargestellt hat. Und an die Gewerkschaften: Wie sieht es denn aus mit dem Sonderdruck?
@eric
Soweit ich weiß ist Herr S. jetzt in der Düsseldorfer WR-Landesredaktion tätig.
Was da bei der WAZ passiert, scheint wirklich schlimm zu sein. Traurig für die Angehörigen der Betroffenen. Denn ich frage mich: Wo war die Betroffenheit derer, die’s hätten verhindern können, als im Revier reihenweise die Jobs gekillt wurden, übrigens auch in Kollegenkreisen (Drucker, Menteure, “kleine” Zeitungen)? Es bewahrheitet sich der Spruch: Stellt Euch vor, es ist Kampf und keiner kämpft mit. Jetzt ist halt fast niemand mehr da, der mit Euch kämpfen könnte…Gerade die WAZ hatte so hehre Ansprüche – gesehen auf die Gründerväter -, das Erbe habt Ihr locker verspielt: maulfaul, karrieregeil, angepasst, arrogant und pseudo-elitär (nicht nur herr reitz spielt golf). Hochmut kommt vor dem Fall.
@ eric
Ich bin sicher, bei den Gewerkschaften laufen längst Vorbereitungen; sowohl in der Abteilung Aktion als auch im Bereich Information.
@all
Bin erstaunt, dass hier immer noch Leute glauben, es gäbe nichts Konkretes. So viel ist sicher: den Betriebsräten sind Zahlen genannt worden. Schön waren die nicht.
Das ändert leider nichts daran, dass auch am 5. weiterhin kaum jemand weiß, wie es mit ihm persönlich weitergeht. Wie auch? Bevor es zu Kündigungen kommt, werden alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft, das braucht Zeit. Dann wird ein Sozialplan verhandelt, erst dann weiß man näheres. Bevor Ängste sich bewahrheiten oder eben nicht, wird es längst 2009 sein. Keine schöne Vorstellung, aber so ist es.
@draufhauer
Du machst ja Deinem Namen alle Ehre: Gar nicht nett, wie Du den WP-Kollegen einen mitgibst. War mir nur noch gar nicht aufgefallen, dass sich die Redakteure von WAZ, WR und NRZ der GGF oder ihren Chefredakteuren gegenüber offen aufgelehnt hätten. Im Ürigen kann man über WP-Zapp denken, was man will: Seinem WP-Mantel (und dem eigenen Chefredakteurs-Kopf!) hat er zumindest eine Gnadenfrist erkämpft. Diese Hoffnung gibt es bei WR und NRZ schon nicht mehr (dabei erscheint auch die WR im Sauerland, und ruhrgebietstypisch ist die NRZ-Leserschaft in Kleve und Emmerich auch nicht gerade).
Dein Beitrag ist der Solidarität ALLER Redakteure jedenfalls nicht förderlich.
@all
@eric
In der Tat ist es höchste Zeit für echte Kampfmaßnahmen, für echten Kampf!! Und nicht mehr für eine “ernst-verhaltene Stimmung”!
@irheye: Ja, Gnadenfrist kann man das natürlich auch nennen…
Welchen Grund sollte es denn geben, die WP NICHT in das gemeinsame Kooperationsmodell mit einzubinden, obwohl dadurch doch angeblich alle Mantelteile besser werden sollen und der WAZ-Chefredakteur angeblich nach unbedingter Allmacht über alle Titel giert?
Vielleicht liegt es ja bloß daran, dass die Tage der WP innerhalb der WAZ-Gruppe gezählt sind? Ein Jahr ist nun noch Zeit (wie lange hatte Herr Zapp seinen Vertrag gerade nochmal verlängert?), um die Braut ein wenig aufzuhübschen und (hier wie dort) die Redaktionen zu schließen, wo es Überschneidungen mit den anderen Titeln der Gruppe gibt. Anschließend geht Zapp in Rente und die WP an Lensing-Wolf, so wie das schon lange abgekaspert ist.
Ich staune immer wieder darüber, wie ergeben die WP-Mannschaft gegenüber einem Chefredakteur ist, der ihr vor 800 Kollegen in der Betriebsversammlung attestiert, dass sie einen lausigen Mantel macht und sich nicht mit den Ansprüchen an eine moderne Zeitung messen kann, der aber für die Leute im Sauerland, die ja angeblich ganz besondere Interessen haben, so gerade eben noch reicht.
Zapp mag sich in seiner langen Berufslaufbahn viele Verdienste erworben haben, aber spätestens auf der Betriebsversammlung hat er die widerliche Schmierenkomödie der GGF mitgespielt und die Mär von der zukunftsträchtigen Heimatzeitung verkündet.
Im eigenen Haus mag man das herzzerreißend finden, für Außenstehende wirkte das eher mitleiderregend bis ekelig. Und nur weil es nicht ganz so schlimm ist wie bei Reitz, ist es doch noch lange nicht gut.
@schusterjunge
Da mag was dran sein, doch genau so wie bei den Gerüchten um Kurt Bauer, den Verleger der Recklinghäuser Zeitung – sein Laden gehört übrigens zu fast 50 Prozent Lensing-Wolf – sind es eben nur Gerüchte.
Allerdings berichten Kollegen beider Häuser übereinstimmend: Hombach ist 2007 desöfteren bei Bauer in Marl vorgefahren worden, Bauer – er kam immer ohne Fahrer – ist desöfteren in der Essener Zentrale gesehen worden. Und beide kamen bestimmt nicht wegen eines Under-Cover Kantinen-Tests vorbei…..
Verleger-Monopoly auf Kosten der Redakteure?!
@ draufhauer: Was für ein entwürdigendes Schauspiel, wie Sie hier 170 WP-Kollegen denunzieren, die auch Angst um Ihre Arbeitsplätze haben.
Oder war es nur der Spaß des Feiglings am Draufhauen aus der Anonymität heraus? Überdenken Sie den von Ihnen gebrauchten Begriff Solidarität!
@ all
Lediglich 159 (nachgezählte) unterschiedliche Namen bzw. Nicks tauchen unter “Ernst-verhaltene Stimmung in der Betriebsversammlung” auf. Irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass mittlerweile wenigstens mal 800 Gleichgesinnte Ihre anonyme Solidarität bekunden.
Im Umkehrschluss muss ich doch nicht vermuten, dass gerade mal rund 20% die Kastanien für den Rest der Kolleginnen und Kollegen aus dem Feuer holen wollen?!
Wenn nicht jetzt, wann dann ist die Zeit für sichtbare Zeichen gekommen?
Sonst heißt es bald: Advent, Advent vom Job getrennt.
Solidarische Protestkundgebungen aller „Zeilenlieferanten“ sind ja wohl das Mindeste hier!
Nix tun nützt nix.
@Schusterjunge
Es ist ja nicht das eigentliche Thema, aber ich will dennoch darauf eingehen: Warum sollte die WAZ die WP verkaufen und somit ein dann Gebiets bereinigtes Südwestfalen aufgeben? Das erschein mir sehr unlogisch. Genauso gut könnte sie die WR zumachen oder die NRZ verkaufen, auch wenn beide am Hauptdesk sitzen. Doch auch dazu wird es nicht kommen.
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Aus meiner Sicht spielt hier eher unberechtigter Neid eine Rolle, dass die WP eben nicht diesen Einheitsbrei verpasst bekommt. Außerdem sollte man mal die Anzahl der dann noch verbliebenen Köpfe im WP-Mantel nachzählen. Ergebnis: Es werden nicht mehr Leute für die WP im Mantel tätig sein als bei den anderen Titeln auch = genauso “kostengünstig”. Insofern kann man Zapp an der Stelle durchaus Respekt zollen, dass er mehr eigene Inhalte erhalten hat (hätte z.B. die NRZ ja auch mal versuchen können). Man sollte auch daran denken, dass er der einzige CR war, der wenigstens “Bauchgrummeln” mit Blick auf die Sparpläne öffentlich bekannt hat und zumindest eine Art von Mitgefühl gezeigt hat. Was man ja von anderen nicht gerade sagen kann…
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Dass alle Chefredakteure diesen Kahlschlag mitzuverantworten haben, ist gleichwohl nicht zu leugnen.
@Und das Schöne ist:
In Gelsenkirchen haben’s schon mehr Leser mibekommen, was in der WAZ läuft. Unter der Überschrift “Verdi-Chef reagiert auf Sparpläne” berichtet die Lokalredaktion am Montag über einen Brief des Verdi-Geschäftsführers Gottschalk an Hombach. U.a. so: “Mit dem Brief reagiert der für die Städte Gelsenkirchen, Bottrop und Gladbeck zuständige Gewerkschafter auf die bekannt gewordenen Sparpläne in der WAZ-Gruppe. Unter den 18000 Verdi-Mitgliedern im Bezirk Emscher-Lippe-Süd befänden sich Tausende von WAZ-Abonnenten und -Lesern, so Gottschalk. Viele von ihnen seien wie auch der Verdi-Vorstand in Sorge über die geplante Einsparung von 30 Millionen Euro. Die Verdi angehörende Deutsche Journalisten Union befürchte dabei den Abbau von rund 300 Arbeitsplätzen. Mit den Kürzungen einher gehen würde auch ein Verlust publizistischer Qualität, so Gottschalk. Die Presse leiste einen unverzichtbaren Beitrag zum Funktionieren einer demokratischen Gesellschaft. Dazu gehöre, dass über Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln berichtet werde. Mit der Schließung der Ruhr-Nachrichten-Redaktionen und der Einstellung der Buerschen Zeitung im Jahr 2006 habe der Verdi-Bezirk bereits publizistische Vielfalt eingebüßt. “Ein Abbau weiterer Pressearbeitsplätze dürfte der hiesigen publizistischen Landschaft irreparable Schäden zufügen”, schreibt Gottschalk an Hombach.”
Schön, dass hier in der WAZ die Schweigespirale einmal durchbrochen worden ist. Schön wäre es aber auch, wenn noch mehr Räte, Parteien, Institutionen, Gewerkschaften und Einzelpersonen ihre Stimme erheben würden – und die Redaktionen darüber berichten, so wie sie es bei anderen Unternehmen ja auch tun würden.
Für mich ist das Aussparen der WP vom ach so trendigen Nachrichtentischleindeckdich (wohl nicht von Einsparungen) der einzige Lichtblick. Ich glaube fest daran, dass eine lesernahe Heimatzeitung mit “local first” zwischen den Zeilen gute Chancen hat. Mehr jedenfalls, als eine weitere auf Schickimicki getrimmte WAZ-Imitation im Einheitsbrei-Mantel.
@ glabotge
Respekt nach Gelsenkirchen! Im Kreis Recklinghausen gab es eine DJV-Aktion und einen gemeinsamen Brief von Landrat und sieben Bürgermeistern (nachlesbar hier unter Soli-Grüße). Vielleicht liest man davon ja auch mal was.
Wer am 5. Dezember nicht zur Betriebsversammlung kommt, schwächt unsere Position und muss sich nicht wundern, wenn es bald keine Betriebsversammlungen mehr geben wird. Wenn ich von lokalen Kolleg(inn)en schon höre “ich würde ja gerne kommen, aber die Samstagsausgabe ist immer so umfangreich, die muss doch auch gemacht werden” oder “einer muss doch in der Redaktion am Telefon sitzen” (wieso eigentlich?), dann geht mir der Hut hoch. Wenn wir da nicht zahlreichst erscheinen und unsere Meinung in angemessener Form zum Ausdruck bringen, dann gibt es bald für 300 von uns keine Samstagsausgaben mehr zu machen, und mo – fr auch nicht.
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Also Freunde, wenn ihr glaubt, ihr könntet euch damit beim Chefredakteur auf den letzten Metern noch beliebt machen – der sieht das nicht, dass ihr brav in der Redaktion hockt und Einspalter schreibt. Der ist nämlich auf der Betriebsversammlung.
Wer am Freitag, 5. Dezember, nicht zur Betriebsversammlung in die “Lichtburg” nach Essen kommt und die Samstagausgabe produziert oder sogar Stallwache” macht, spielt den “Plattmachern” in die Hände. Mehr noch: Wer in der Redaktion bleibt, ist mit den Maßnahmen der GGF einverstanden!!! Ist der “Totengräber” von Arbeitsplätzen!
Macht es sichtbar für jeden Leser und hängt ein Schild vor die Redaktionstür ( wie wir es beispielsweise von der Post kennen ) “Heute Betriebsverrsammlung – Es geht um unsere Arbeitsplätze.
Der 5. Dezember 2009 ist der denkwürdigste Tag in der 60jährigen Geschichte der WAZ. Wie er ausgeht, entscheidet die Belegschaft mit, entscheidet ihr!
Katzenklo. Eine sehr gute Aufforderung. “Kein Belegschaftsmitglied darf an der Teilnahme gehindert werden!!!” Habt ihr den Hinweis auf der Einladung zur Betriebversammlung genau gelesen? Noch ein Hinweis: Auf den Anrufbeantworter des Redaktionstelefons ebenfalls mitteilen, dass die Abwesenheit durch eine wichtige Betriebsversammlung bedingt ist. Wir sehen uns in Essen.
Wer der wahre Hausherr der Betriebsversammlung am 5. Dezember ist, hat Herr Kopatzki den Mitarbeitern heute in einem Rundschreiben deutlich gemacht. Angeordnet ist Erscheinen mit Presseausweis oder Personalausweis bis 10.30 Uhr, damit keine Betriebsfremden hereinkommen können. Ohne Ausweis kein Einlass.
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Das bedeutet: Keine Berichterstattung über die BV durch andere Medien wie Blogger, Radio, TV, andere Presse außer WAZ-Gruppe (und da wird schon das Richtige drin stehen). Kein Einlass für freie Mitarbeiter, die vielleicht wissen möchten, wie es um ihre Redaktionen demnächst steht. Kein Zutritt für Gewerkschafter oder Politiker.
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Warum um Himmels Willen haben sich die Betriebsräte auf solche Gängelung durch die GGF eingelassen? Wie kommt es zu diesem Schreiben? Können die uns denn jetzt schon alles diktieren? Sagt mal was dazu, Betriebsräte!
@NixNutz: Da gebe ich dir völlig Recht – und klinke mich deshalb auch mal hier ein. Aber war es nicht bei den Streiks in den vergangenen Jahren auch so, dass einige meinten, in den warmen Büros bleiben zu können, während andere auf der Straße standen. Manche Kollegen haben immer noch nicht kapiert, dass sie keine Schöngeister jenseits der normalen Tarif- und Arbeitswelt sind. Bei aller Identifikation mit “seiner” jeweiligen Zeitung muss sich jeder klar sein, dass er vor allem ein stinknormaler Arbeitnehmer ist. Das scheint der eine oder andere immer noch nicht kapiert zu haben, der noch immer starr wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt und nichts tut. Am Freitag ist Flagge zeigen angesagt – und in den Wochen danach erst recht.
@WPler: Wir sollten hier keine Neiddebatte führen, sondern Solidarität unter Beweis stellen. Früher oder später kann es jeden treffen – auch den, der sich vorerst in Sicherheit wähnt. Wobei ich zugestehen muss, dass CR Zapp in der Tat der einzige war, der zumindest “Bauchschmerzen” zugab. Ist ja immerhin ein Tick mehr als ein schnoddriges „Mahlzeit“.
Apropos Chefredakteure: Die Chefredakteurin der WR ist leider seit vielen Wochen sprachlos gegenüber ihren Mitarbeitern geblieben. Dabei würde jeder sicher gerne auch mal ein paar Worte zur Lage von ihr hören – vor allem vor dem Hintergrund, dass die WR offensichtlich ganz besonders wird bluten müssen.
Trotz Einlass- und Passkontrolle (die neue Offenheit der WAZ-Gruppe?) hoffe ich, dass alle Kolleginnen und Kollegen am Freitag in Essen sind und Flagge zeigen. Und am besten gar keine Samstagsausgabe produzieren, damit auch die Leser, die in unseren Blättern keine Zeile über die aktuelle Situation finden, auf diese Weise merken, was los ist.
Ich finde dieses Rundschreiben auch äußerst befremdlich, ebenso den Ausschluss der Öffentlichkeit. Sekretärinnen besitzen beispielsweise keinen Presseausweis (aber selbstverständlich einen Personalausweis – ALSO MITBRINGEN!!).
Wie heute zu hören war, ist ein Ende der Veranstaltung bis spätestens 14 Uhr gewünscht, um die Produktion der Samstagsausgaben nicht zu gefährden. Das könnte dann schwierig werden, wenn dort mehr Gerüchte wie das heutige aus Oberhausen fundiert werden sollten. Demzufolge soll die WAZ-Redaktion Oberhausen auf 4 Redakteure halbiert werden, um Platz für die Zusammenlegung mit der NRZ-Redaktion zu schaffen.
Ich glaube, dass es dann unter dem Tagesordnungs-Punkt 6. “Aussprache” zu einer eventuellen Überschreitung des Zeitlimits kommen könnte.
Tja, über diese “gemeinsame Einladung” von Geschäftsleitung und Betriebsräten habe ich mich auch gewundert. Gibt sie doch dem Arbeitgeber die Möglichkeit, ganz legal die Hausherren-Rolle zu spielen: Wer darf rein in den Lichtburg-Saal, wer darf wann was sagen (oder auch nicht), wann ist die Veranstaltung beendet (z.B. rechtzeitig genug vor dem Andruck)…
Die Betriebsräte werden so zu Statisten. Man sitzt gemeinsam “oben” auf der Bühne. Und jede erhoffte, erwünschte, erwartete “Verlängerung” über das von “oben” verkündete Ende der Sitzung hinaus wird praktisch illegal.
Wie die Geschäftsleitung die “Gemeinsamkeit” auslegt, sieht man nun an den Rundmails und den zu erwartenden Einlasskontrollen: Wir haben das Sagen, signalisiert das, und nicht Eure Betriebsräte.
Bisher hatte ich gedacht, die Betriebsräte machen nix falsch. Bisher. Die “Gemeinsamkeit” könnte der erste Fehler gewesen sein.
Entweder Mitarbeiterversammlung oder Betriebsversammlung. Direkt hintereinander vielleicht, aber beides gleichzeitig: das geht in solchen Krisensituationen eigentlich gar nicht.
Die Betriebsräte müssen bewusst so entschieden haben. Wurden sie über den Tisch gezogen… oder wollten sie dokumentieren, dass es noch nicht die Zeit für Konfrontationen ist?
Ich kann nur hoffen, dass der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen verkündet wird.
Schade, dass Hombach und Co. noch keinen Fingerprint- oder Iris-Scanner einsetzen können…
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Seht ihr Kollegen, das ist der Anfang vom Ende: Einlasskontrollen, Ausweis! Wird da etwa auch registriert, wer teilnimmt – und bekommt derjenige dann Abzüge bei den Sozialplanpunkten? Wo bitte sind wir denn hingekommen mit dem bisherigen Regiment der GGF. Ganz nah an den Abgrund?
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Wenn der Verlag keine Öffentlichkeit herstellen will, die Chefredaktion die Redaktionen per Maulkorb zum Schweigen zwingt, dann sollten wir das tun. DJV und Verdi!: Was ist mit einer anschließenden Pressekonferenz? Gibt es schon einen Termin?
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Oder veranstalten wir 900 doch eine Podiumsdiskussion unter freiem Himmel – Megaphone müsste es doch noch irgendwo geben, Reservebatterien mitbringen!
Ach, und ja – fahrt mit der Bahn! Die hat zwar zurzeit wetterbedingt ständig Verspätungen, aber ökologischer ist’s allemal
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Keine betriebsbedingten Kündigungen!
An Hans Lassmann: Seien wir doch froh, dass keine Nacktscanner zum Einsatz kommen.
Kleine Rechtshilfe:
§ 42 Betriebsverfassungsgesetz schreibt ausdrücklich vor, dass Betriebsversammlungen nichtöffentlich sind.
Gruß
Markus Peters
ZVN-Betriebsratsvorsitzender
@downunder: “Die Chefredakteurin der WR ist leider seit vielen Wochen sprachlos…dass die WR offensichtlich ganz besonders wird bluten müssen.” Glaubt denn eigentlich auch nur einer im Haus jetzt noch ernsthaft, dass diese “reitzende” Dame irgend einen anderen Auftrag hat, als die WR möglichst geräuschlos abzuwickeln?
@ Markus Peters
Da steht aber auch, dass “sie vom Betriebsratsvorsitzenden geleitet wird”
Und in §46 Satz 2 finden wir indirekt auch was zur Rolle der Arbeitgeber: “Nimmt der Arbeitgeber teil…”
Also eigentlich klar, wer da das sagen haben sollte. Allein – es macht irgendwie nicht den Eindruck. Bin mal gespannt!
@Markus Peters: Eine Rechtsbehelfsbelehrung war es eigentlich nicht, was ich mit meinem Satz “Sagt mal was dazu, Betriebsräte!” haben wollte. Bislang waren noch in jeder BV Gewerkschaftsvertreter als Gäste anwesend. Bislang wurden noch in keiner BV Ausweiskontrollen durchgeführt (und “bislang” ist bei mir ganz schön lang, nicht erst seit vorgestern). Bislang hat noch in keiner BV der Personalchef die Vorgaben zum Verlauf gemacht (”10.30 Uhr da sein”).
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Was läuft da eigentlich ab? Wir werden langsam unruhig, musst du wissen…
@zeilenschinder: Ganz einfach. Da lassen sich gerade ein paar Akteure zu Statisten degradieren.
@Leon: Und ich hab’ sie gewählt. Aber doch nicht dafür.
Nun zeigt doch mal Rückgrat, verdorrich nochma. Wenigstens am Freitag!
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Bitte…
Zitat:
“Glaubt denn eigentlich auch nur einer im Haus jetzt noch ernsthaft, dass diese “reitzende” Dame irgend einen anderen Auftrag hat, als die WR möglichst geräuschlos abzuwickeln?”
Im Leben nicht. (Auch) dafür fehlt ihr jede Qualifikation.
Vielleicht mal ein Aspekt, der in der Betriebsversammlung – und später – von großer Bedeutung sein wird. Wie könnte denn ein Interessenausgleich aussehen, der wirklich sozial ist? Dazu Auszüge aus einem Artikel in der WAZ vom März 2006, den Ex-WAZ-Wirtschaftschef Jürgen Frech unter der Überschrift “BP zahlt für Frühpension 80% des Nettogehalts” schrieb: “BP und Aral wickeln ihren Personalabbau über Frühpensionierung und Abfindungen ab. Betroffen sind 500 Arbeitsplätze, davon die Hälfte in der Zentrale in Bochum. Der Interessenausgleich ist nun erstellt. (…)
Frühpensionierung: Im Grundsatz gilt, dass 53-Jährige und Ältere auf diesem Weg ausscheiden können. Sie bekommen dann 80 Prozent ihres letzten Nettogehalts. Infrage kommen auch Mitarbeiter ab 50 Jahre, doch sie erreichen dann weniger als 80 Prozent ihres Nettoeinkommens. Hinzu kommt in jedem Fall eine Zusatzabfindung von bis zu fünf Monatsgehältern. Wer das Angebot, das bis Ende Dezember 2006 gilt, innerhalb von vier Wochen nach Aushängung annimmt, erhält nochmals zwischen 12 000 und 15 000 Euro obendrauf.
Abfindung: Sie richtet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit. Beispiel: Ein 42-jähriger Mitarbeiter, der seit 15 Jahren im Unternehmen ist und 4000 Euro verdient, erhält 120 000 Euro. Mitarbeiter ab 50 Jahren, die nicht unter die Frühpensionierungsregelung fallen, erhalten einen Zuschlag auf die Abfindung von zehn Prozent.”
Das wäre doch zumindest eine Hausnummer, wenn denn schon Leute gehen müssen!
Peters: Das Betriebsverfassungsgesetz sagt ganz eindeutig, dass Gewerkschaftsvertreter der Betriebsversammlung beiwohnen, mitdiskutieren. Sollte den Gewerkschaften der Zutritt verweigert werden, muß er “eingeklagt” werden, per einstweiliger Verfügung schnellsten erzwungen werden.
Was ist mit den Betriebsräten los? Ich glaub´das nicht. Wenn H. Kopatzki die “Verfügung” erlassen hat, ist es keine Betriebsversammlung, hat der Betriebsrat nicht die Leitung der Versammlung, und er ist auch kein Hausherr. Hat sich alles aus der Hand nehmen lassen. Ade!
Die Gewerkschaften haben, Mitglieder im Haus vorausgesetzt, ein eigenes Zutrittsrecht zu Betriebsversammlungen, sie dürfen sogar reden; da beisst kein Betriebsrat und keine Geschäftsleitung einen Faden ab. Dieses Recht wird sicher notfalls erstritten.
Aber darum geht es ja gar nicht.
Die Frage ist: Erlebt die “Lichtburg” überhaupt eine Betriebsversammlung? Sprich: Sind die Betriebsräte die Hausherren und Versammlungsleiter?
Wenn das tatsächlich so sein sollte, dann können sie auf die “Anordnungen” des Personalchefs in Sachen Ausweise und Einlasskontrolle pfeifen … und es, wie beim letzten Mal, bei der Bitte an Betriebsfremde belassen, aus dem Raum zu gehen.
Wir werden es sehen.
So nun möchte ich es auch klar wissen:
Ist das am Freitag
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a) eine Mitarbeiterversammlung
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b) eine Betriebsversammlung?
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Eine Mitarbeiterversammlung wird von der Geschäftsführung einberufen. Sie (die GF) hat dabei Hausrecht, kann über Teilnehmer, Redner, Beginn und Ende der Versammlung entscheiden.
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Bei einer durch das Betriebsverfassungsgesetz geregelten Betriebsversammlung hat, verkürzt gesprochen, der Betriebsrat das volle Hausrecht, kann im Rahmen des Gesetzes bestimmen, was passiert.
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So, lieber Markus (oder jeder andere BR), jetzt hätte ich gern eine Rechtsbelehrung, welchen Charakter die Versammlung am Freitag hat.
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Wurden unsere gewählten Betriebsräte etwa schon bei dieser Veranstaltung über den Tisch gezogen? Ich will es einfach nicht glauben. Deshalb bitte ich um schnelle Auskunft.
Ich glaube es schon, dass sie über den Tisch gezogen wurden und ich meine schallendes Gelächter aus einer Essener Etage zu hören. Vor allem darüber, dass schwadroniert wurde, die Samstagsausgabe ausfallen zu lassen.
Kein Problem. Streng rechtlich betrachtet ist die Veranstaltung am Freitag ein Zwitter zwischen Mitarbeiter- und Betriebsversmmlung. Geleitet und moderiert wird die Versammlung gemeinsam vom Personalchef und den Betriebsräten.
Geplant ist, dass zunächst die Geschäftsleitung ihre Vorstellungen erläutert und dass anschließend der Betriebsrat seine Positionen dazu darstellt. Anschließend können und sollen Fragen gestellt werden.
Die Gewerkschaftsvertreter haben selbstverständlich Zutritt, stehen aber derzeit noch nicht auf der Rednerliste, werden sich aber sicher auch zu Wort melden bzw. das Wort erteilt bekommen.
Ich denke, wir sollten im Moment wirklich nicht über Formalien streiten. Wir teilen auch nicht die Befürchtung, dass die Geschäftsführung in einer solchen gemeinsamen Veranstaltung die Betriebsräte über den Tisch ziehen will. Das würden wir auch nicht zulassen.
Bis Freitag
Markus Peters
ZVN-Betriebsratsvorsitzender
@ markus peters – Streng rechtlich betrachtet ist Ihre Antwort natürlich dummes Zeug. Entweder sind Sie wirklich ahnungslos oder Sie wollen hier Nebelkerzen zünden. Die Versammlung am Freitag ist entweder eine von der GGF geleitete Mitarbeiterversammlung oder eine von den BR geleitete Betriebsversammlung. Der von Ihnen ins Spiel gebrachte “Zwitter” ist streng rechtlich betrachtet eine schöne Umschreibung für “Ich weiß es nicht”.
Sie meinen “wir sollten im Moment nicht über Formalien streiten”. Und sie “teilen auch nicht die Befürchtung…” – dann bitte schön sorgen Sie für klare Verhältnisse. Es kann nur am Freitag zuletzt nur einen Hausherren geben, der dann auch über das Ende der Veranstaltung entscheidet.
Und wieder eines dieser Peters-Statements im schönsten Firmensprecher-Deutsch. Es gibt keine Zwitter-Veranstaltungen, vor allem nicht streng rechtlich betrachtet.
Herr Peters, Sie sollten nicht versuchen, uns hier zu vera…. – Mit Ihren Bemerkungen hier machen Sie sich lächerlich und schaden der Sache.
Man nehme nur das: “Anschließend können und sollen Fragen gestellt werden.”
Sie sind wohl einfach nur ein dummer Wichtigtuer.
@Peters. Die Sache ist zu ernst, als dass man bei dieser “Veranstaltung” am Freitag ( in 60 Jahren bei der WAZ die wichtigste ) nicht klar rechtlich vorgeht. Und da kann es nicht verhängnisvoll heißen:”Streng rechtlich betrachtet ist . . . ein Zwitter “. Das heißt nichts anderes, dass jeder macht was er will und kann sich gegen Dinge, die der andere will, nicht wirklich zur Wehr setzen.
Beispiel: Der Arbeitgeber will nach seiner Einschätzung “Randalierer” ( unbequemen Diskutierer ) vor die Tür setzen, der Betriebsrat hingegen nicht. Der Arbeitgeber will das Ende der Veranstaltung, da alles gesagt ist. Es gibt aber noch eine Unmenge von Fragen. Der BR will eine in jeder Hinsicht offene Diskussion. Kein Ende um 14 Uhr. ( Wer hat das eigentlich bestimmt? ) Was nun? Hier muß eindeutig geklärt sein, wer das Hausrecht, das Sagen hat. Das kann daher nur ganz klar eine Betriebsversammlung nach dem Betriebsverfassungsgesetz sein. Sonst endet alles im “Chaos”. Dann geht es um Formalien, die “zwittergemäß” nicht geklärt werden können. Warum steht in der Einladung nicht, dass die Gewerkschaftsvertreter mit von der Partie sind. Das ist keine “Formalie”, sondern ein im Betriebsverfassungsgesetz fetsgeschriebenes Recht der Gewerkschaften. Was heißt in diesem Zusammenhang eigentlich “Rednerliste”?
Wie konnten sich die Betriebsräte ( BR-Vorsitzende? ) und ihre gewerkschaftlichen Sachverständigen auf so einen stinkfaulen Deal einlassen? Hier entsteht auch die Frage, ob die Mitglieder aller vier Betriebsräte mit dieser Zwitterregelung einverstanden sind. Das ( Hintergründe ) sollten allen Beschäftigten schnell mitgeteilt werden. Entspricht die von der Personalleitung vorgesehene Eingangskontrolle eigentlich auch der Entscheidung der vier Betriebsräte? Oder ist das ein typisches Vorpreschen der Geschäftsleitung?
Schnelle Klarheit ist dringend notwendig, wenn nicht alles aus dem Ruder laufen soll.
@ Markus Peters – Sprechen Sie hier eigentlich nur für sich oder im Auftrag aller Betriebsräte? Haben Ihre Ausführungen offiziellen Charakter oder ist das alles nur privates Gelaber? Da möge sich der “Zwitter” doch bitte einmal deutlich zu Fisch oder Fleisch bekennen.
Man mag die Linie der BR, im Vorfeld des 5.12. zu schweigen, für falsch halten, aber sie war jedenfalls konsequent. Und allemal besser als unqualifizierte Beiträge wie das Posting von Markus Peters, der den Zorn der Betroffenen in die falsche Richtung lenkt.
Das war´s.
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Ich habe mittlerweile aus so vielen Redaktionen mitbekommen, wie mit allen Mitteln möglich gemacht werden soll, dass die Samstagsausgaben erscheinen, dass es schnurz ist, was Freitag passiert – die Jobs sind so oder so flöten.
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Von Anfang an krankte der “Widerstand” gegen die kopf- und konzeptionslosen Sparpläne der Versager in Nadelstreifen an der fehlenden _breiten_ öffentlichen Wahrnehmung. Sogenannte “Kollegen” (und offenbar bekloppte Betriebsräte, die sich das Hausrecht nehmen lassen) schlagen uns gerade das einzige wirksame Instrument aus der Hand, mit dem man die Bevölkerung hätte aufrütteln können.
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Fragt einfach mal im Leitstand, wer den Platz für kommenden Samstag schon am Montag haben wollte. Fragt einfach mal herum und ihr werdet feststellen, wie horrend die Zahl der Freien, die für Freitag einbestellt wurden, bereits jetzt schon ist.
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Es wird Samstag bei allen Titeln sein, wie üblich. Die Versager im Management freut´s – und ich habe ab sofort etliche Kollegen _gehabt_.
Solidarität – höchste Zeit, diese unter Beweis zu stellen. Zum Beispiel am Freitag mit einer Aktion zu Gunsten der Zeitungsboten, denen die GGF mit einem Federstrich das Weihnachtsgeld von 180 auf 60 € gekürzt hat.
Ich wünsche mir eine Aktion, mit der wir – unser Weihnachtsgeld ist doch vergleichsweise mehr als üppig – Solidarität beweisen gegenüber denen, ohne die wir keinen Leser erreichen könnten.
Also Betriebsräte! Wie wäre es, wenn Ihr am Freitag am Eingang zur Lichtburg Musterbriefe verteilt, die an die Personalleitung der WAZ Mediengruppe gerichtet sind und diese beauftragen, vom Dezember-Gehalt einen Betrag X in einen „Fond Weihnachtsgeld Zeitungsboten“ einzuzahlen? Der Fond kann dann im Dezember umgerechnet und mit dem nächsten Lohn an die Zeitungsboten überwiesen werden.
So könnte dieser Musterbrief aussehen:
Personalleitung
WAZ Mediengruppe
Herrn Kopatzki
Betr.: Weihnachtsgeld für Zeitungsboten
Sehr geehrter Herr Kopatzki,
bitte veranlassen Sie, dass von meinem Dezember-Gehalt (Nettogehalt) ein Betrag von 100 € in einen von Ihnen einzurichtenden Fond „Weihnachtsgeld Zeitungsboten“ eingezahlt wird. Dieser Fond soll unter den Zeitungsboten der WAZ Mediengruppe (NRW-Titel WAZ, NRZ, WR, WP und IKZ) zu gleichen Teilen aufgeteilt und mit dem nächsten Lohn ausbezahlt werden. Den entsprechenden Vermerk auf meiner Gehaltsabrechnung lassen Sie bitte als „Weihnachtsgeld ür Zeitungsboten“ eintragen.
Name, Vorname: Mustermann, Hans
Beschäftigt bei: ZVR
Personalnummer: 123456789
Essen, 5. Dezember 2008
Unterschrift
Eine solche Aktion wäre ein sichtbares Zeichen und würde jene beschämen, die diese brutale Kürzung zu verantworten haben. Und: Die Beachtung in anderen Medien sollte leicht herzustellen sein!
Die Bürger wollt ihr wachrütteln?
Rüttelt doch erst mal euch selbst und eure Vertreter wach und geht selbst auf die Barrikaden.
Aber wenn ich hier lese, welche Abfindungen hier manche für angemessen halten, da kann ich als Normalverdiener nur staunen.
Da tun mir schon eher die Zeitungsboten leid, denen ihr mickriges Weihnachtsgeld gestrichen wurde.
Die Idee von soli finde ich gut! Hat sich mit meinem Betrag überschnitten.
Meines Wissens beginnt auch am Freitag in der Lichtburg um 15 Uhr die Nachmittagsvorstellung. Offenbar haben die Ausrichter der “Zwitterveranstaltung” keine Notwendigkeit gesehen, den Kinoveranstaltern “open end” zu signalisieren. Auch darüber werden wir natürlich nicht offiziell informiert. Fällt vermutlich ebenfalls unter das Schweigegelübde.
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Und dann gibt es natürlich auch Kollegen, die “höchstens mal für ein Stündchen” vorbeikommen wollen, weil sie am Freitag “so viel zu tun” haben. (Für die haben wir kürzlich ebenfalls eine Gehaltserhöhung erstritten, es ist zum Heulen.)
@soli: Ich bin dabei!
Es spielt für mich keine Rolle, ob Herr Peters offiziell spricht oder doch wohl eher seine Meinung schreibt. Vor allem letzteres zeigt ja, wie manche Betriebsräte ticken. Und irgendwie muss ich grad an einen denken, der den halben Tag am Essen ist und dabei öffentlich in einer Mischung aus Faszination und Grauen bei guter Laune darüber schwadroniert, wieviele Leute es wohl treffen wird und vor allem wer wie alt ist und daher bald raus sein könnte.
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Manchmal denke ich: Ohne Betriebsrat wäre es besser. Auch weil es dann vielleicht eher nach Leistung ginge.
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Die Idee mit der Spende an die Boten ist gut!
@ soi:
Klasse Idee! Bin dabei…
@von außen
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Und nicht nur das: Wir verdienen auch noch einigermaßen gut, wenn auch für unsere Qualifikationen generell zu wenig, und haben einen längeren Urlaub als der Bevölkerungsdurchschnitt.
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Außerdem haben wir: Arbeitszeiten von 8 Uhr bis nach Mitternacht, einen Stress-Beruf mit einer der höchsten Scheidungsraten überhaupt, regelmäßige Wochenenddienste – teilweise jedes Wochenende – und ungeregelte Freizeit, die vor allem abends unplanbar ist. Ferner steigen die meisten erst mit 28 – 30 Jahren in den Beruf ein und verdienen ihr erstes Geld in einem Alter, in dem die meisten aus anderen Berufen schon ihren dritten Wagen verschrotten. Wir sind bis dahin mit dem Fahrrad oder in einer Ente zum Studium gefahren. Wir bringen dann natürlich auch entsprechende Qualifikationen mit, die wie überall auch angemessen bezahlt werden müssen – Sprachkenntnisse beispielsweise, fundierte Ausbildung in Soziologie, Politologie, Musikwissenschaften, Kunstgeschichte, Germanistik oder Islamwissenschaften, oder auch eine grundlegende publizistische Ausbildung. Deshalb kann jemand wie Hombach ja auch guten Gewissens von “Qualitätszeitung” sprechen, auch wenn er uns das Erstellen einer solchen immer schwerer macht.
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Das ist kein Gejammere, ich liebe diesen Beruf. Es erklärt aber, warum wir von einer anderen Gehaltsklasse reden als der Gelegenheitsarbeiter.
Ich finde esy Unsinn, sich hier schon zu zerfleischen. Ich glaube, das liegt auch am Kommunikationsmittel Internet. Wir sind die Belegschaft, und dieser Zwist dient nicht der Sache.
Mir fällt aber wieder auf, dass der Redakteur einfach zu lieb ist. Wenn wir eine normale Ausgabe produzieren, erwecken wir dem Leser gegenüber den Anschein, als sei alles in Butter. Das wollen wir doch nicht. Gut wäre doch, wenn die Samstagsausgabe so dünn wird, dass man es dem Leser erklären muss. Ich wünsche mir eine Meldung auf der ersten Seite “Wegen einer Betriebsversammlung erscheint diese Ausgabe nur in kleinerem Umfang”.
Wenn wir brav wieder zur Arbeit gehen, fällt die “WAZ-Axt” unbemerkt. Und das wäre doch dumm. Vor allem anbetracht der Tatsache, dass Vertreter anderer Medien aus der Veranstaltung offiziell ausgesperrt werden. Was für Methoden…
Greifen die Betriebsräte die gute Idee von “soli” auf? Eine öffentliche Antwort auf diese Frage verstößt sicher nicht gegen das Betriebsverfassungsgesetz oder ein Schweigegelöbnis!
Wenn nicht die, dann die Gewerkschaften…
So viel zum Thema Vertraulichkeit vs Selbstdarstellung…
“30 Millionen Miese und das Messer von Google & Co im Rücken. Wie WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz seine Sparpläne verteidigt und welche Chancen sein Essener Modell tatsächlich hat, steht in der “Zukunftsausgabe” des aktuellen “MediumMagazins”.”
http://www.mediummagazin.de/
Ach, so: (dpa) – Der Medienmanager Andreas Rudas (55), derzeit bei der WAZ-Mediengruppe für die Geschäfte in Österreich, Osteuropa und Vietnam zuständig, wechselt zu Europas größtem Fernsehanbieter RTL Group (Luxemburg). Das gab RTL am Dienstag bekannt
Zu diesem Magazin und zum kress-Report pflegt Reitz schon lange sehr enge Beziehungen. Das Medium-Magazin war es auch, das Reitz 2007 zum “Journalisten des Jahres” kürte – in der Kategorie Lokales übrigens, absurder geht’s ja wohl nicht!!! Quasi als Belohnung für die Auflagenvernichtung im Kreis Recklinghausen.
Dann kann Reitz uns ja am Freitag vorlesen, was heute der Pressespiegel des Hauses verschweigt und online im Medium-Magazin nur für registrierte User zu lesen ist.
Es kotzt mich an…
Heißt das – streng rechtlich betrachtet – etwa auch, dass die MSG-Geschassten draußen bleiben müssen?
@med
Das war schon damals der Treppenwitz des Jahrzehnts: Reitz als Journalist des Jahres 2007 in der Kategorie Lokales. Aber er hat ja vielleicht 2008/09 eine Chance auf den noch zu schaffenden Titel als: “Jobkiller des Jahres”.
Zu den Kolleginnen und Kollegen der MSG.
Ja, rein rechtlich können nur Beschäftigte der 4 Zeitungsverlage an der Versammlung teilnehmen. Die Kolleginnen und Kollegen sind bei der MSG beschäftigt.
Also dürfen demnach auch Mitarbeiter der JSR nicht teilnehmen?
Ach was, davon darf sich keiner abhalten lassen! MSGler und Volos und alle anderen sollten auf jeden Fall mal testen, wie streng die Kontrollen wirklich sind und im Zweifelsfalle langwierige Diskussionen führen… Und jeder, der erstmal nach Essen anreist, kann in dieser Zeit “zuhause” keine Ausgabe zumachen. Auch gut…
@Hurenkind: Bei allem Verständnis für Dein Engagement (das ich sonst völlig teile): Äußerste Zurückhaltung mit solchen Aufforderungen an Mitarbeiter(innen), die nicht bei den vier Verlagen, sondern in sonstigen Firmen der WMG beschäftigt sind!
Das liest sich nämlich sonst später bei denen höchst wahrscheinlich so: “Bedauerlicherweise mussten wir feststellen, dass Sie in schwerwiegender Weise arbeitsvertragliche Pflichten verletzt haben. Sie sind am 5.12.2008 ohne Angabe von Gründen Ihrem Arbeitsplatz ferngeblieben…” Willst Du das?
@Zeilenschinder:
Unglaublich, was für eine Arroganz und Überheblichkeit aus deinem Beitrag schreit. War mir gar nicht bewusst, dass all die belanglosen Artikel über Kaninchenzüchter, Schützenvereine und nicht zu vergessen die zu 100 Prozent abgetippten Pressetexte unserer Firma von Soziologen und Islamwissenschaftlern geschrieben werden. Da hat sich das Studium ja gelohnt.
Ihr arbeitet von 8 bis 24 Uhr, sieben Tage die Woche? Dann solltet ihr das vielleicht der Gewerkschaft melden. Die 40-Stunden-Woche habt ihr ja eigentlich schon am Mittwochvormittag voll? Aber das Seminar “Arbeitskampf” scheinen die meisten von euch ja eh an der Uni geschwänzt zu haben.
Davon ab: Wie kommst Du Nase eigentlich dazu, mich als “Gelegenheitsarbeiter” zu titulieren?
Nur, weil ich bei meiner letzten Entlassung keine 120000 Euro bekommen habe?
Ich bin auch nicht zur Klötzchenschule gegangen, bin dadurch auch spät in den Beruf gekommen und habe trotzdem nicht so eine Speckmantelabfindung bekommen (ja, ich bin Gewerkschafter).
Auf welchem Planeten lebt ihr Journalisten eigentlich? Vielleicht gut, dass der eine oder andere von euch mal in der Realität landet.
@soli: super idee. ich bin dabei. auch wenn ich hier die forderung von kollegen wiederhole: ich warte auf eine positive reaktion der betriebsräte und gewerkschaften zu dem vorschlag, die boten finanziell zu unterstützen. das ist doch wohl das mindeste.
@von außen
Also wenn Deine Firma noch Texte auf Schreibmaschinen liefert (…”zu 100 Prozent abgetippte Pressetexte unserer Firma”…), würde ich mir an Deiner Stelle auch langsam Sorgen um meinen Job machen. Sollten die Texte per Mail verschickt werden – was ich für Dich hoffe – so kann man gleichwohl an der Stelle sehen, dass Deine Schilderungen nicht stimmen. Keine Zeitung wird, abgesehen von bezahlten Anzeigen, irgendwelche PR-Texte übernehmen. Wenn doch: Nenn Ross und Reiter, Daten und Fakten – könnte ein Kündigungsgrund sein, weil Verstoß gegen Ehrenkodex. Und dann hätten es die Betroffenen sogar verdient.
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Eigentlich fast schade, dass es fast keine Kaninchenzuchtvereine und somit maximal noch zwei bis vier Artikel im Jahr darüber gibt. Geht Euch das auch so, Kollegen? Ich meine, auch wenn Klischees aussterben, ist es doch ein bisschen traurig.
“Keine Zeitung wird, abgesehen von bezahlten Anzeigen, irgendwelche PR-Texte übernehmen”
Leute,
bei aller Empörung (die ich als “Konkurrenz-Kollege” durchaus teile, für uns ist diese Entwicklung alles andere als beruhigend) – auf dem Teppich sollten wir schon bleiben. Natürlich wandern PR-Texte 1:1 oder nur marginal verändert in die Blätter. In Eure wie die unseren. Die Gründe sind mannigfaltig und müssen hier nicht diskutiert werden.
Beiträge wie den “von außen” sollten wir durchaus ernst nehmen – das ist eben der Blick “von außen” auf unseren Berufsstand, und an dem haben wir fleißig mitgewirkt. Ich erinnere an den letzten Streik, als es zum Schluss noch darum ging, ob wir zukünftig nur noch 80 oder doch 85 Prozent unseres 14. Gehaltes bekommen. Auf die Straße gegangen sind damals auch die Kollege, die vorher in mehr oder weniger klugen Kommentaren den strikten Sparkurs im öffentlichen Dienst bejubelt haben und das heute noch tun. Glaubt ihr, das versteht noch einer? Und glaubt ihr, es versteht draußen noch einer die Jammerei von den von 8 bis Mitternacht arbeitenden Kollegen? Sorry, Leute – unsere Leser WISSEN, dass nach 18 Uhr in der Regel der “Freie” kommt und dass der günstigstenfalls mit einem Hungerlohn bezahlter Freier ist (für die in unseren Redaktionen erstaunlich wenig eingetreten wird) und im ungünstigsten ein Schüler, der dann für den Qualitätsjournalismus in unseren Blättern sorgen soll.
Die Situation bei Euch ist beschissen und sie wird unter Umständen Auswirkungen auf die ganze Branche haben. Wir sollten uns dagegen wehren, alle. Aber das gelingt nicht mit Selbstglorifizierung.
Beobachter
@beobachter
Ich glorifiziere keinen 100-prozentigen Qualitätsjournalismus. Aber PR-Texte wandern bei keinem, den ich kenne, so ins Blatt.
“Aber PR-Texte wandern bei keinem, den ich kenne, so ins Blatt.”
Da kann ich Dir mit einer Stunde suchen jede Menge Beispiele liefern. Von unseren Titeln ebenso wie von Euren.
Beobachter
Unfassbar, wie man hier als Leser (ja, ich habe (noch) ein Abo) angegiftet wird. Ja, ich liefere euch Texte und ich werd einen Teufel tun, euch zu sagen, von welcher Firma.
Ich hab sogar schon gesagt bekommen, wie ich die Texte am besten formulieren soll. Nämlich so, dass sie 1:1 übernommen werden können…
Wir zittern in unserer Firma auch alle um unseren Job, aber keiner droht hier damit, vom Dach des Firmengebäudes zu springen, weil er “nur” 120000 Euro Abfindung bekommt.
Eigentlich wollte ich euch als Gewerkschaftsmitglied nur motivieren, stärker für eure Sache einzutreten, aber je mehr ich drüber nachdenke, seid ihr gar nicht auf meiner/unserer Seite.
Ihr meint ja offenbar was besseres als alle anderen Angestellten zu sein und was besseres verdient zu haben. Dann viel Spaß. Ohne mich.
@Zeilenschinder: In 30 Jahren Redakteurstätigkeit habe ich bei der WAZ noch keinen getroffen, der von 8 bis 24 Uhr Dienst gehabt hätte. Wo versteckt sich denn dieser Kollege? Nachdem einige hier es etwas höflicher ausgedrückt haben, muss einer mal Klartext reden: Deine Beiträge hier strotzen vor Dämlichkeit, Weinerlichkeit und bodenlosen Übertreibungen. Unerträglich. Wenn deine Zeitungstexte auch mit diesen Zutaten zustande kommen, dann gute Nacht.
An alle: Ganz prima. Wenn ich U. R. oder B. H. wäre, würde ich mir beim Nachlesen dieses Streits die Hände reiben.
@Was soll das
Dienst von 8 bis 24 Uhr, ja das gibt es. Es ist zwar die Ausnahme, aber es kommt vor, gerade im November und Dezember. Die Kollegen verstecken sich nicht, Du kannst sie am Freitag bei der Mitarbeiter-/Betriebsversammlung treffen.
Dort wirst Du sicher auch den dämlichen, weinerlichen und bodenlos übertreibenden Kollegen treffen. Wenn Du schon 30 Jahre bei dem Laden bist, müsstetst Du Ihn sicher kennen.
Ich habe übrigens auch schon bei Ernst Martin gearbeitet, wenn Du verstehst, was ich meine.
Ansonsten sollten wir hier kein Kollegen-Bashing betreiben, die Feinde sitzen ganz woanders und lachen sich ins Fäustchen: Mahlzeit, “was soll das”!
Blattspinat, Du hast absolut Recht!
Wenn man hier liest, was einige so als Bild ihres Berufs in die Öffentlichkeit transportieren, muss man notgedrungen zu dem Schluss kommen, dass jetzt Trolle ihr Unwesen treiben.
Fragt sich nur, in wessen Interesse hier so ein Unsinn verzapft wird. Die Idee, dieses Blog mit haltlosen Zahlen und einem Gefasel, das nur geeignet ist, Sozialneid zu stiften und Redakteure und Redakteurinnen als weinerliche Figuren hinzustellen, ins Lächerliche und Unglaubwürdige zu treiben, ist schon ziemlich perfide.
Tut doch bitte das, was unser Beruf auch sonst von uns verlangt: Berichtet Fakten, bleibt bei der Wahrheit und unterlasst dieses unmögliche Geschwurbel von angeblichen Traum-Abfindungen und 24-Stunden-Arbeitszeiten.
@von außen, was soll das: Bitte erst lesen. Dann posten.
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Dann würdet ihr nämlich weder Arroganz noch Überheblichkeit, sondern bestenfalls Sachlichkeit feststellen. Und niemanden hier habe ich persönlich als Gelegenheitsarbeiter bezeichnet. Es war, wenn man es denn nicht missverstehen will, ein nüchterner und allgemein gehaltener Vergleich. Also: Erst lesen. Dann posten. Und sich nicht jeden Schuh persönlich anziehen.
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Weinerlichkeit liegt mir nicht und auch nicht den Kollegen, die hier posten. Ich nehme an, das war nur so eine Provokation, aus vermeintlich sicherer Ecke abgefeuert, um uns Journalisten mal ein bisschen vorzuführen. Natürlich haben die meisten von uns studiert, “von außen”, und viele führen einen akademischen Titel. Und sind sich damit keineswegs zu schade, zu Kaninchen- oder Taubenzüchtern zu gehen. Wir haben nämlich keinen Dünkel in Bezug auf die Freizeitgestaltung unserer Mitmenschen und Leser. Ich gehe auch zu Briefmarkenvereinen, Modelleisenbahnern und evangelischen Häkelkreisen. Gerne. Außerdem lebe ich davon.
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Wenn du von “Dämlichkeit, Weinerlichkeit und bodenlosen Übertreibungen” sprichst, “was soll das”, dann hast du vermutlich in den nach eigenen Angaben 30 Jahren noch nie richtig vor Ort gearbeitet, in einer kleinen Lokalredaktion etwa, weit weg von der Zentrale, in der es keinen Fotografen gibt und du zu zweit Texte und Bilder für sieben Seitenstücke liefern musstest. Täglich. Doch, das gibt es, und ich habe das lange genug gemacht. Und wenn du noch nie bis 22 Uhr in einem Ausschuss/Beirat oder bis 23.30 Uhr bei einem Großbrand oder bis 24 Uhr beim Spätdienst in der Zentrale warst (von den familienfeindlichen Abenden in der Sportredaktion ganz zu schweigen) und noch nie um 8 Uhr für eine Baustellen-Reportage recherchiert hast, dann mach dich doch bitte erst mal schlau, dass es so was im realen Journalistenleben wirklich gibt, ehe du hier “unerträglich” vom Leder ziehst. Ich habe mir meinen Nick jedenfalls redlich verdient. Ja, und du dir deinen sicher auch.
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Sollte das Störfeuer aber nicht nur um des armseligen Trollens willen kommen, sondern von interessierter Seite: Wir lassen uns nicht auseinander dividieren. Schminkt euch das ab. Richtig, Hans Plagwitz; damit Ende dieser Diskussion. Wir sehen uns am Freitag.
@Ernst
“Trolle, Unwesen, Unsinn, haltlose Zahlen, Gefasel, Sozialneid, lächerlich, unglaubwürdig”. Ja meinst Du denn wirklich, dass wir uns hinter den Ergebnissen verstecken müssen, die Gewerkschaft und Betriebsräte von BP vor gut zwei Jahren für ihre Leute herausgehauen haben? Sollen wir uns schämen und sagen: Nein, solch ein gelungener Interessenausgleich kommt für uns Redakteurinnen und Redakteure nicht in Frage, wir sind doch mit viel weniger zufrieden, weil wir die Lage unseres Arbeitgebers einfach besser verstehen als die BP-Angestellten? Na dann: Gute Nacht! Fakt ist: Es handelt sich um ein wörtlich zitierten, in der WAZ erschienenen Artikel über einen Interessenausgleich bei BP in Bochum (und nicht etwa bei der WAZ-Mediengruppe). Gemeint als Anregung, mal darüber nachzudenken, was denn eine realistische (weil vor zwei Jahren so exerzierte) Hausnummer wäre in Verhandlungen über einen (entschieden) sozial motivierten Interessenausgleich. Nicht mehr und nicht weniger.
Es gibt nun mal ganz unterschiedliche Kolleginnen und Kollegen. Da sind solche in geizig besetzten Lokalredaktionen, die sich tatsächlich ständig selbst ausbeuten und sehr oft solche Tage haben, wie sie Zeilenschinder beschrieb. Es gibt aber auch, gerade in manchen Mantelressorts, einige hartnäckige Verfechter der 35-Zeilen-Woche, die sich den lokalen Arbeitsalltag nun wieder überhaupt nicht vorstellen können (wollen). Wenn die dann mal davon hören, fragen sie sich natürlich: Was soll das?
So schrieb der Newsroom am 28.11.:
“Angebot – Solches bekommt derzeit in der Medienbranche jeder, der im Team als überflüssig erscheint. Wobei sich die Mitarbeiter des Süddeutschen Verlages glücklich schätzen dürfen. Abgangsanwärter erhalten bis Ende Januar 2009 einen Sockelbetrag von 30.000 Euro. Dann gilt das Altersprinzip: Redakteure zwischen und 40 und 60 Jahren bekommen 50.000 Euro, Redakteure unter 40 oder über 60 Jahren immerhin 25.000 Euro. Zudem: Für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit gibt es noch einmal 75 Prozent eines jahresdurchschnittlichen Monatsgehalts. Noch lukrativer ist es, bei G+J hinausbefördert zu werden: Hier beträgt der Sockelbetrag in jedem Fall 50.000 Euro und für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit gibt es ein Monatsgehalt. Allerdings endet das Angebot gerade heute. Mal sehen, was die WAZ bietet.”
Darunter sollten wir es nicht tun, sonst kaufen sie sich sofort noch ein paar Zeitungen und Verlage.
@zeilenschinder
“Wir lassen uns nicht auseinander dividieren.”
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Ihr habt euch schon längst auseinander dividiert und damit ist nicht allein das Innenverhältnis der WAZ-Arbeitnehmer gemeint, sondern ebenso (vielleicht noch wichtiger) das Verhältnis zum Kunden.
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Ihr habt kein Vertrauen in euren BR entwickelt, der euch dann auch noch im Gegenzug mit unglaublich dummen Argumenten eine GGF-Veranstaltung als “Betriebsversammlung” verkaufen will. “BR? Arbeitnehmervertretung? Was soll das, ich muss arbeiten und wenn’s hart auf hart kommt, soll der doch die Kohlen aus’m Feuer holen”. Jetzt liegt die Quittung für diesen fahrlässigen Umgang mit euren Rechten auf dem Tisch.
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Ihr schiesst – verbal verbrämt – intern aus allen Rohren gegen den jeweilig anderen Titel aus dem Verlag, auf das bloss da das Licht ausgeht und nicht bei der Heimzeitung.
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Ihr kommt erst jetzt, wo euch der Ar… auf Grundeis geht, auf die gloriose Idee, euren Arbeitsalltag auch mal den Kunden transparent zu machen und wundert euch, dass diese nicht sofort und massiv Beifall klatschen oder schon mal Transparente malen, sondern eure allgemeine Selbstbemitleidung mit Kritik an eurer Aussendarstellung kontern (die “Prosecco-Abräumer bei jedem Kommunal-Termin” sind da nur die Eisberg-Spitze).
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Ihr erwartet Unterstützung und Solidarität für einen Qualitätsjournalismus, der vielleicht noch in euren Köpfen wehmütig schlummert, aber draussen nicht zuletzt wg. der schwergewichtigen “Reise- und Freizeit-Beilagen” nicht mehr wahrgenommen wird.
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Ihr baut massiv Fronten gegen “Online” auf, ohne dass ihr der dadurch aufgebürdeten “Belastung” irgendein wirksames Konzept *aus den eigenen Reihen* entgegenstellt. Dabei wäre das ein Einfaches, da ich natürlich annehme, dass nicht alle WAZ-Mitarbeiter mit dem Internet auf Kriegsfuss stehen. derwesten.de in seiner jetzigen Form ist jedenfalls eine tote Kopfgeburt, die an der Idee gestorben ist, Online-Qualität durch schrottige Billigheimer-Leistung erzielen zu können (in der Online-PrimeTime grad glotzten den User voll-transparente “Wartungs”-Images an, die jegliche Klicks unmöglich machten – und das auf einem Produktiv-System, aua).
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An eurer Stelle würde ich diese Freitags-Posse komplett boykottieren und den sog. BR bei euch zwingen, eine eigene ordentliche BV auf den Weg zu bringen, da nur er dazu einlädt und sowohl AG als auch Gewerkschaften dort *Gäste* sind (der BR hat sowohl Haus- als auch Gastgeber-Rechte!), die sich dementsprechend zu benehmen haben. Der AG muss dem zustimmen und den Arbeitnehmern die Teilnahme in ihrer Arbeitszeit ermöglichen oder einen ausser-arbeitszeitlichen Termin (wenn er betriebsbedingt unabdingbar ist) als Arbeitszeit anerkennen und Auslagen wie z.B. Reisekosten erstatten. Wer sich unsicher ist, ob der BR spuren muss: Mindestens eine BV im Quartal ist gesetzliche Pflicht!
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Und wenn Jemand jetzt immer noch meint: “Och nöö, der poschekiller-Besserwisser-BR-Oberlehrer wieder…”, dann soll er sich bitte an die eigene Nase fassen und fühlen, warum er sich vom eigenen BR dermassen an der Selbigen vorführen lässt.
Porschekiller. Kann es sein, dass du mal gerne Redakteur geworden wärst, man dich aber nicht gelassen hat?
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Nur so eine Vermutung, großer Meister.
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1. Mir sind Abfindungen in jedweder Höhe scheißegal. Ich will meinen Job behalten.
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2. Redakteure, die nach dem Manteltarifvertrag bezahlt werden, müssen nicht am Hungertuch nagen. Von den schwarzen Schafen abgesehen, die es wie immer überall gibt, leisten sie aber auch etwas dafür.
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3. Als ein solcher Redakteur wäre ich bereit,
- konzeptionell durchdachte,
- materiell unabweisbare,
- arbeitsplatzsichernde und vor allem
- durch eigenes Verhalten notwendig gewordene
Sparpläne mitzutragen.
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Ich bin aber nicht bereit, für die zahllosen *belegbaren* katastrophalen unternehmerischen Fehlentscheidungen, eine verfehlte Personalpolitik und die Konzeptlosigkeit einer verkommenen Managerkaste widerstandslos mit meinem Job zu bezahlen.
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Wer in einer solchen Position Weinerlichkeit sehen will – bitte sehr.
@Sach bloß
“Kann es sein, dass du mal gerne Redakteur geworden wärst, man dich aber nicht gelassen hat?”
Ich hab zwar Personalverantwortung, aber um gotteswillen nie niemals nicht für einen Haufen selbstverliebter Pulitzer-Jäger;-) Ich wäre vielleicht gern Lektor geworden in diesem teilweise sprachlichen Sondermüll, der auf unser Recycle-Papier gepresst wird, ohne dass den Jemand bestellt hat. Dummerweise wurde dieser Beruf als Erster geköpft, als sich die Qualitätsdebatte im Zeitungswald ohne Erfolg gegen die BLÖD richtete.
“Ich bin aber nicht bereit, [..] widerstandslos mit meinem Job zu bezahlen.”
Ich bezahle niemals mit meinem “Job”. Entweder kann ich ihn machen und dann bezahlen *mich* Diejenigen, die auf meine Arbeit angewiesen sind, oder ich kann ihn nicht machen und dann wäre mir die Hoffnung, Irgendwer fiele auf meine Berwerbungs-Argumente dermassen herein, auf dass er mir einen unbefristeten Vertrag gäbe, zu peinlich, um mich morgens dafür zu rasieren.
Ich bin ebenfalls nicht bereit, meine Profession aufzugeben, aber ich habe erfolgreich gelernt, meinen Job zu wechseln.
Genau. So haben die Jungs, die sich in den oberen Etagen der WMG zuletzt die Klinke in die Hand gaben (allein wieviele Geschäftsführer von 1950 bis 2000 – und wie viele von 2000 bis 2008?) auch gedacht – und gehandelt. Scheisse bauen und dann erfolgreich den Job wechseln.
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Leider wollte den schlimmsten von allen kein anderer haben. Aber das nur am Rande.
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Du kannst gerne das hohe Lied der Felxibilität singen. Wenn du denn erfolgreich vermagst mir zu erklären, warum dieser HOCH PROFITABLE Medienkonzern jetzt plötzlich Leute entlassen muss.
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Das versuch mal.
@Sach bloß
.”warum dieser HOCH PROFITABLE Medienkonzern jetzt plötzlich Leute entlassen muss.”
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“JETZT PLÖTZLICH” hat Niemand Irgendwen entlassen müssen. Die Frage ist: Warum hat euch Niemand reinen Wein über den Medienlandschafts-Zustand eingeschenkt?
Die Vorzeichen für ein Gesundschrumpfen waren schon seit mindestens 10 Jahren immanent; spätestens, seit die dpa mehr Geld im Online-Geschäft gemacht hat.
Frage ist, wieso sich veritable Insider, also u.A. Journalisten, mit der Vorstellung beruhigt haben, dass ihnen deswegen nix passiert, weil sie ja so doll unabhängig gewesen sein wollten.
Diese MEDIEN sind keine Hartz4-Workgroup, wo man nach Aufrichtigkeit oder Wahrhaftigkeit bezahlt wird. Die MEDIEN stellen Leute an, die ihnen den größten Benefit garantieren. Und der heisst nicht Honesty, sondern Pay-Per-View oder Reichweite.
Jetzt kommen wir auf die HOCH PROFITABLEn Ergebnisse von MEDIEN-Konzernen. Diese sind ja bilanztechnisch nicht innerhalb eines Jahres und schon garnicht innerhalb eines Herbst-Quartals messbar. Sie basieren auf jahrelanger Geschäftspolitik und genau die haben angestellte Journalisten in diesen Häusern einfach plump verschlafen oder wissentlich naiv verdrängt.
Wer heute noch dem Verlags-Credo von “Das Ruhrgebiet ist topp. Alles, was das Ruhrgebiet im Logo hat, ist genauso topp!” als Journalist unkritisch hinterher hechelt, der darf sich über Verwerfungen in der naiven Interpretation von “One life, one job” nicht wirklich wundern.
@porschkiller
Das ist der entscheidende Punkt: Insbesondere die Geschäftsführer hätten diese Entwicklung bemerken und gegensteuern müssen, wenn sie denn schon vor zehn Jahren begonnen hat.
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Daher schreibt der Kollege zu Recht von “plötzlich”: Jetzt auf einmal sollen binnen eines halben Jahres die Versäumnisse eines Jahrzehnts ausgebügelt werden. Das geschieht auf dem Rücken der Beschäftigten, von denen man niemanden hätte entlassen müssen, wenn man rechtzeitig den Kurs gewechselt hätte.
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Ich finde das neue Konzept in weiten Teilen auch gar nicht so schlecht und kann den Personalabbau auch verstehen – nur müsste ein Konzern, der weiterhin Milliardengewinne schreibt, diesen Stellenabbau strecken. Dann erreicht er seine Ziele dennoch, zerstört aber nicht die Unternehmenskultur mit lang nachhaltigen Folgen und er kommt auch seiner sozialen Verantwortung nach.
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Das wäre die Lösung.
@porschekiller
Da sieht man mal, wie viel Ahnung du von unserem Laden hast. Nämlich gar keine:
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“Sie basieren auf jahrelanger Geschäftspolitik und genau die haben angestellte Journalisten in diesen Häusern einfach plump verschlafen oder wissentlich naiv verdrängt.”
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Etwas schrottigeres habe ich hier bislang nur selten gelesen (nein, du bist diesmal nicht gemeint, Klaus).
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Die “Geschäftspolitik” der WMG wird schon sehr lange nicht mehr von “Journalisten” bestimmt.
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In der “alten” Zeit wurde Journalisten, die zukunftsträchtige Konzepte hatten oder auf absehbare Entwicklungen reagieren wollten meistens das hausintern Axiom um die Ohren gehauen: “”Wir sind nicht durch Geld ausgeben reich geworden”. Diese extrem konservative Investitionspolitik hatte natürlich Nachteile, die fielen allerdings bei Traumrenditen von bis zu über 20 Prozent kaum auf. Im Ergebnis führte dies – vom Druck abgesehen – unter anderem dazu, dass die WMG die kostenintensivste, älteste und den Produktionserfordernissen für die neuen Märkte in keinster Weise genügende technische Infrastruktur aller großen deutschen Medienhäuser hat.
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Dann fand eine Art Paradigmenwechsel statt.
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Jedem dahergelaufenem Dummschwätzer, der mit Powerpoint umgehen und nur genügend Buzzwords in den Raum werfen konnte, wurde das Geld hinterhergeworfen. Dabei hielten sich Eigner und Geschäftsführung stets an zwei Maximen: Bloß auf die hausintern vorhandene Kompetenz scheissen, stattdessen möglichst glamourös wirkende, teure Neuverpflichtungen herankarren, und ja zusehen, dass man über Vitamin B möglichst viele Buddys um sich vereint.
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Die Beispiele für eine über Jahre verfehlte Investiotions- und Personalpolitik sind Legion. Ich spar sie mir an dieser Stelle. Die Kollegen kennen sie alle. Und du kannst vielleicht auch nichts dafür, sie nicht zu kennen, porschekiller. Dann solltest du aber mit deinen Bewertungen etwas vorsichtiger sein.
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Heute sollen wir dann u.a. mit einem Redaktionssystem der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und Karrieristen statt Journalisten an der Spitze die Herausforderungen des Tages bewältigen.
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Na dann – Prost, Mahlzeit!
In der Süddeutschen (Medienseite) stehen heute mal wieder ein paar Daten. Wenn man denen glauben darf: Ca. 260 Stellen fallen weg, die allermeisten lokal. Gemeinsame Mantelproduktion am Content-Desk Essen angeblich mit 85 Stellen, NRZ und WR je 14 Mantelstellen.
Aber Einlasskontrollen und Stillschweigen vereinbaren, ihr Betriebsräte! Lachhaft, lachhaft! Oder einfach nur traurig und erbärmlich.
Hier der Link zum von “Blattspinat” erwähnten Beitrag in der SZ:
http://www.sueddeutsche.de/458387/837/2663258/Gruselfilm-in-der-Lichtburg.html
@Blattspinat. Journalistische Neugier ist das eine. Das Brechen der Vertraulichkeit durch die Geschäftsleitung in der “Süddeutschen” zum wiederholten Male das andere. Damit sollte der “Bund der Vertraulichkeit” zwischen Betreiebräten und GGF hinfällig sein.
Laut SZ hat die Schickler-Expertise die Zahl der vorerst zur Entlassung anstehenden Redakteure auf 261 festgesetzt. Rund 150 ältere Redakteure sollen in den nächsten Tagen “großzügige Regelungen”, insbesondere in der betrieblichen Altersteilzeit als Angebot erhalten. Tröstlich: Ob es am Ende nach einem sozialverträglichen Abbau dennoch zu betriebsbedingten Kündigungen kommt, ist derzeit offen. So SZ.
Der neu geschaffene Content Desk WAZ,WR und NRZ soll laut Schickler-Plan mit 85 Journalisten bestückt werden. In den jeweiligen Mantelressorts werden statt vormals teilweise mehr als 60 nur noch jeweils 14 Redakteure arbeiten, um das Textangebot vom Essenener Desk vor Ort anzupassen.
“Höhere Qualität zu niedrigeren Kosten” foderte Christian Nienhaus in der SZ. Kostenvorgaben: Die Produktion einer Lokalseite soll künftig nicht mehr als 300 Euro ausmachen, für den Mantelteil sind 500 bis 700 Euro kalkuliert. Derzeit soll eine Mantelseite 1 500 Euro kosten.
Die SZ gehört ans “schwarze Brett” der Redaktionen!
Natürlich darf man ihnen glauben, denn es ist mal wieder die alte Masche: Einen Tag vor der BV gibt man, nachdem man den Betriebsräten feierlich Stillschweigen auferlegt hat und selbige dann tapfer eine Woche lang den Maulkorb vor sich her tragen, die Zahlen wieder an ein “befreundetes Medium”. Dann können wir uns schon mal einen Tag lang an die harte Wahrheit gewöhnen, morgen ist der erste Schock überwunden und die Luft ist etwas aus dem Kessel. Und wie man eine erfolgreiche lokale Qualitätszeitung mit wenig Lokalredakteur(inn)en macht, das werden sie uns dann wohl am Freitag erklären.
Gut, dass die Zahlen raus endlich. Gut, dass wenigstens die SZ-KollegInnen ihren Job machen und recherchieren und auch schreiben und drucken. Das ist ja in der WAZ-Mediengruppe nicht unbedingt der Fall. Da wird dann eher geduckt. Und das Resultat werden die Verantwortlichen ja in den nächsten Tagen bekommen. Erst haben sie in ihren Pöstchen eifrig verhindert, dass flächendeckend berichtet wurde, der WAZ-Leser nicht umfassend informiert worden, nun verlieren sie ihre Jobs, die Älteren, Erfahrenen, die aus vielen Geschichten und Erlebnissen aus und über Arbeitskämpfen zumindest rein theoretisch hätten wissen müssen, wie das Ducken endet. Ist halt was dran: Wer sich nicht wehrt – wird eingemacht. Und das Spiel haben Hombach und Nienhaus gewonnen. Es wird konzentriert auf Teufel komm raus. Leider geht wird das Spiel nicht gut ausgehen. Für den Pott ebenso wenig wie WAZ und die Leser. Denn wie die mit 14 oder 12 Leuten einen Zeitungsmantel schnitzen wollen, den noch jemand kauft, darauf bin ich gespannt. Wie das ausgeht, läsdst sich ja schon Recklinghausen besichtigen. Arme WAZ!
Noch ein Hinweis: Bloggt oder twittert wenigstens morgen was das Zeug hält. Tagelöhner dürfen da ja nicht rein in den WAZ-Hochsicherheitstrakt. Damit ich nicht auf die SZ warten muss.
Dieser Briefwechsel dürfte hier bestimmt von einigem Interesse sein:
Ehemalige Betriebsräte und
Redakteure der W A Z
Bitte
An: Frau Anneliese Brost , Verlegerin , Herausgeberin
WAZ – Verlagshaus
Von: Hartmut Beifuß Rolf Schottenheim
Rolf Lautenbach Helge Kondring
27 . November 2008
Sparmaßnahmen und personelle Konsequenzen bei den Zeitungen der WAZ-Gruppe
Sehr geehrte Frau Brost ,
Wir, die ehemaligen Betriebsräte und journalistischen Mitarbeiter WAZ – Redaktion , wenden uns heute mit einer Bitte an Sie .-
Seit Wochen wird in der Öffentlichkeit über bevorstehende Sparmaßnahmen in der WAZ-Gruppe berichtet. Da ist von „einschneidenden Veränderungen“, von „notwendigen Maßnahmen“ zur Abwehr einer finanziellen Schieflage die Rede , von „roten Zahlen“ bei drei von vier Titeln der WAZ-Gruppe. Und von betriebsbedingten Kündigungen : 300 der 900 Journalistinnen und Journalisten sollen offenbar entlassen werden .
Wir ehemaligen Mitarbeiter können und wollen das nicht glauben .
Über Jahrzehnte galt der Einsatz der WAZ – Redakteurinnen und Redakteure als vorbildlich . Ihr Engagement wurde anerkannt .Den guten Ruf der WAZ als Heimatzeitung und als regionale Stimme haben frühere und heutige Journalistengenerationen geschaffen und ausgebaut . Was halt sich also geändert ?
Natürlich wissen wir von Zusammenhängen, die Anzeigen- und Auflagenverluste und damit weniger Einnahmen verursachen .- Dies kann man nach unserer Meinung jedoch nicht den redaktionellen Mitarbeitern anlasten . Sie sind im höchsten Maße verunsichert , weil in Interviews und Berichten sowohl der Chefredakteur Ulrich Reitz , als auch Geschäftsführer Bodo Hombach den Vermutungen neue Nahrung gegeben haben ,dass Kündigungen bevorstünden .
Können Sie sich vorstellen, wie Ihre Mitarbeiter sich fühlen ?
Wir haben Sie, sehr geehrte Frau Brost , kennen und schätzen gelernt als kluge , sozial engagiert Verlegerin . Sie selbst haben unter schwierigsten wirtschaftlichen Bedingungen das Zeitungmachen mit Ihren damaligen Kollegen bewältigt ,die „roten Zahlen“ jener Zeiten sind natürlich nicht mit den heutigen vergleichbar .
Glauben Sie nicht auch , dass die Kolleginnen und Kollegen von heute ebenfalls zu Einsatz und Opfern bereit sind , so wie Sie es waren, um eine gute , interessante und damit erfolgreiche Zeitung zu machen ?
Wir bitten Sie deshalb um eine Chance für alle WAZ- Mitarbeiter aus den Redaktionen : es darf nicht zu Entlassungen kommen !
Neue Konzepte für Einsparungen sind sicher notwendig . Aber es sind auch neue Ideen notwendig , die nicht bei Kündigungen ansetzen . Lassen Sie die Mitarbeiter beweisen , dass es Alternativen gibt !
Eine Zeitung herzustellen ist mehr Arbeit als Brötchen zu backen : diese Binsenweisheit wurde schon zu Ihren Zeiten lächelnd verbreitet . Was sich dahinter verbirgt ist auch der Stolz auf das tägliche journalistische Produkt , auf Ihre WAZ und damit die WAZ Ihrer Mitarbeiter .
Bitte sorgen Sie dafür , dass es so bleibt , dass die Verantwortlichen vor allem „ entschieden sozial“ handeln .
Wir ehemaligen Mitarbeiter vertrauen auf Sie .-
Mit freundlichen Grüßen
und guten Wünsche zur Weihnachtszeit
(für die ehemaligen Betriebsräte)
Bodo Hombach
Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe
2. Dezember 2008
Herrn
Hartmut Beifuß
Herrn
Rolf Lauderbach
Herrn
Rolf Schottenheim
Herrn
Helge Kondring
Ihr Schreiben vom 27.11.2008
Sehr geehrte Herren,
vielen Dank für Ihr Schreiben. Ihr Engagement zeigt, dass Sie die Schwierigkeiten, die zurzeit im Verbreitungsgebiet NRW zu bewältigen sind, ernst nehmen und dass Sie als ehemalige Mitarbeiter sich auch heute noch mit der WAZ Mediengruppe sehr verbunden fühlen.
Frau Brost ist leider wegen eines häuslichen Unfalls gegenwärtig in ihren Bewegungs- und Aktionsmöglichkeiten eingeschränkt. Ich habe meine Antwort mit ihr besprochen und werde sie ihr auch zur Kenntnis geben. Frau Brost lässt Sie herzlich grüßen. Die Brost-Holding, bei der Frau Brost Mehrheits-gesellschafterin ist, nimmt die Gesellschafterfunktion und das Gesellschafter-recht für die sogenannte „Brost-Seite“ in der WAZ Mediengruppe wahr.
Frau Brost hat mich in meiner zusätzlichen Eigenschaft als alleinvertretungs-berechtigten Geschäftsführer der Brost-Holding gebeten, Ihr Schreiben in dieser Eigenschaft zu beantworten.
Frau Brost als Gesellschafterin hält mich dazu an, neben den betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten den sozialen Gesichtspunkten große Bedeutung zu geben. Anders als üblicherweise fordert sie nicht etwa hohe Renditen, sondern soziale Verantwortung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein. Aber auch sie möchte natürlich einen Zustand, bei dem Zeitungstitel in erheblichem Umfang Defizite – also rote Zahlen – produzieren, verändert wissen. Auch fordert sie keine hohen Renditen, sondern hat lediglich den Wunsch, dass schwarze Zahlen erreicht werden. Das ist aus meiner Sicht auch zur Wahrnehmung unserer sozialen Verantwortung zwingend notwendig, denn sonst wäre die Existenz des Unternehmens mittelfristig infrage gestellt und damit alle Arbeitsplätze.
Wie Sie bereits zur Kenntnis genommen haben, befinden sich unsere vier NRW-Titel „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ), „Westfälische Rundschau“ (WR), „Neue Ruhr / Neue Rhein Zeitung“ (NRZ) und „Westfalenpost“ (WP) derzeit in einer schwierigen Phase, die in diesen Tagen so viele Zeitungen betrifft. Die strukturellen Probleme, die seit einiger Zeit laufen, sind allgemein bekannt und führen in den Zeitungsverlagen vor allem zu hohen Rückgängen in den Rubrikenmärkten, also Kleinanzeigen in den verschiedensten Bereichen wie Immobilien, Autos, Partnerschaftsanzeigen und Stellenanzeigen. Darüber hinaus sind wir hier im Ruhrgebiet stark vom demografischen Wandel betroffen. Die Einwohnerzahlen sinken stetig und mit ihnen die Auflagenzahlen. Nun gibt es aber auch noch einen konjunkturellen Einbruch. Tagtäglich berichten Journalisten über die Opfer der Finanz- und Wirtschaftskrise, vor allem in der Autoindustrie. Dabei geraten auch viele Zeitungsverlage durch den Einbruch des Anzeigenmarktes in eine Notlage.
Auch unsere Regionalblätter sind von der aktuellen Krise nicht verschont geblieben, so dass die Ergebnislage leider so ist, wie auch Sie schon in Ihrem Schreiben erwähnen. Von unseren vier Tageszeitungen in NRW erwirtschaften bereits drei Titel Verluste. Wenn eine Zeitung auf Dauer rote Zahlen schreibt, dann kann die Redaktion nicht mehr unabhängig arbeiten. Wir sind uns dessen bewusst, dass Zeitungen eine hohe Bedeutung haben, auch um in der Gesellschaft eine Wächterfunktion auszuüben. Diese Aufgabe kann aber nur von wirtschaftlich unabhängigen Zeitungen ausgefüllt werden, so dass für uns ein glaubwürdiger und unabhängiger Qualitätsjournalismus oberste Priorität hat.
In Ihrem Schreiben bitten Sie u. a. darum, die aktuellen Probleme hinsichtlich der Anzeigen- und Auflagenverluste nicht den redaktionellen Mitarbeitern anzulasten. Diesbezüglich seien Sie versichert, dass die Geschäftsführung der WAZ Mediengruppe die Arbeit aller Redakteurinnen und Redakteure als vorbildlich ansieht. Die beschriebenen Umsatzeinbußen entstehen nicht aus Mangel an Produktqualität, sondern aufgrund der oben beschriebenen konjunkturellen und strukturellen Entwicklungen.
Die Verantwortlichen der WAZ Mediengruppe haben sich nun entschieden, auf diese Gegebenheiten zu reagieren, um einen lokalen und regionalen Qualitätsjournalismus auch in Zukunft zu sichern. Dies ist sicherlich auch im Sinne der Unternehmensgründer. Die WAZ Mediengruppe hat die Chance, Synergien zu heben und die Kraft der Gruppe zu nutzen. Die Chefredakteure von WAZ, NRZ und WR haben für diese drei Titel ein gemeinsames Mantelkonzept entwickelt. Eine große Autoren-Mannschaft liefert über einen Content-Desk qualitativ hochwertige Texte aus Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur sowie Vermischtes und Fernsehen. Die Autonomie der Zeitungstitel und mit ihnen die Marken bleiben erhalten, jeder Zeitungstitel behält seinen eigenständigen Auftritt, über den Inhalt wird jeder Chefredakteur – wie bisher – autonom entscheiden.
Durch diese Neuorganisation wird die Voraussetzung geschaffen, die Eigenständigkeit und Besonderheit unserer Regionalzeitungen im Ruhrgebiet zu erhalten, die journalistische Qualität der Angebote für unsere Leserinnen und Leser zu steigern und gleichzeitig die notwendigen Einsparungen zu ermöglichen, so dass die Wirtschaftlichkeit unserer Zeitungen wieder hergestellt wird. Ein einfacherer Weg aus der Krise wäre sicherlich, die Titel mit einer extrem hohen negativen Umsatzrendite einzustellen. Eine Vorgehensweise, die derzeit schon in der Branche beobachtet werden kann, aber von der WAZ Mediengruppe mit allen Mitteln zu umgehen versucht wird. Auch wenn es den betriebswirtschaftlichen Empfehlungen widerspricht.
Die Art und Weise, wie die Umsetzung der redaktionellen Neuorganisation vorgenommen wird, steht noch nicht fest. Gewiss ist aber, dass die Geschäftsführung die anstehenden Herausforderungen und Probleme, die damit im Zusammenhang stehen, im vertrauensvollen Zusammenwirken mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und ihren Interessensvertretern lösen möchte. Aus den Darstellungen der Unternehmensberatung, die derzeit für die WAZ Mediengruppe tätig ist, geht unübersehbar hervor, dass wir für die neue Struktur einen Personalüberhang haben werden. Seien Sie aber versichert, dass wir diesen sozialverträglich lösen werden. Auch das Ziel aller Verantwortlichen der WAZ Mediengruppe ist es, einzelvertragliche Lösungen zu finden und betriebsbedingte Kündigungen so weit wie möglich zu vermeiden.
Mit freundlichen Grüßen
Bodo Hombach
Da gibt es noch einen anderen Umstand, auf den ich Ihre Aufmerksamkeit lenken darf, lieber Holmes. Professor Moriarty hat neben seinen hoch interessanten Konklusionen zur allgemeinen wirtschaftlichen und demografischen Entwicklung natürlich geflissentlich nicht erwähnt, dass doch er es war, der es seit 2002 versäumte, auf diese Entwicklungen angemessen zu reagieren. Nun müssen andere für Fehlentscheidungen bluten. Ich finde, lieber Holmes, diesen besonderen Umstand sollten wir der Chronik noch unbedingt hinzufügen, um bei der Wahrheit zu bleiben. Wann übrigens gedenken Sie diesen Fall abzuschließen?
@Dr. Watson. Ich finde es hervorragend, dass auch andere außerhalb der Gewerkschaften und Betriebsräte, eben ehemalige Redakteure und Ex-BR-Mitglieder in dieser Situation Initiative zeigen. Danke. Es ist völlig korrekt, dass verantwortungsbewußte und zukunftsorientierte Manager bereits vor Jahren hätten eingreifen müssen – der Abonnnementrückgang und die Anzeigenverluste zwangen eigentlich dazu, übrigens auch einige Fehlinvestitionen. Dann wäre alles “sozialverträglicher” verlaufen, hätte über Jahre gestreckt werden können. Und vor allem das Verständnis der Belegschaft wäre sicher groß gewesen. Anders als bei diesem Hauruckverfahren. Diese Milionen-Minusbeträge haben sich seit langem angekündigt. Ich gehe davon aus, dass es auch verletzter Stolz der WAZ-Oberen war, einzugestehen, dass die nach außen getragene Erfolgsbilanz vor etlicher Zeit schon Dellen aufwies.
Übrigens zum Thema Qualitätsjournalismus. Als eine der Grundregeln gilt doch, dass man Namen richtig schreibt. Rolf Lauderbach ( so Hombach ) war doch mal unser BR-Vorsitzender Rolf Lautenbach. Oder?
Nicht nur die SZ nennt Zahlen. Auch der WDR weiß wohl schon Details, noch ehe die Kollegen informiert sind.
Der WDR (Studio Südwestfalen) meldet heute:
“Der WAZ-Medienkonzern mit Sitz in Essen plant, bei seinen Zeitungsverlagen insgesamt 260 Stellen abzubauen. Mit rund 120 Stellen sollen die beiden Zeitungen “Westfälische Rundschau” und “Westfalenpost” betroffen sein, die auch in Südwestfalen zahlreiche Lokalredaktionen haben. In Siegen machen sich die Westfälische Rundschau, die Westfalenpost und die Siegener Zeitung gegenseitig Konkurrenz. Der Dortmunder Zeitungsforscher Horst Röper hält es für wahrscheinlich, dass dort Lokalredaktionen zusammengelegt oder geschlossen werden. Nach WDR-Informationen soll überall dort, wo die WAZ mit zwei Redaktionen vertreten ist, die auflagenschwächere wegfallen. Betroffen wären dann unter anderem die Westfälische Rundschau in Olpe, Meschede und Warstein. Genauere Informationen erwarten die betroffenen Redakteure von der Betriebsversammlung morgen früh in Essen.”
P.S. Warstein ist natürlich Blödsinn, denn da gibt es keine WR-Redaktion mehr.
jetzt wissen wir endlich auch, warum der betriebsrat so schön still gehalten hat:
http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E243280045F804CCB89B10F51D634611A~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Vielleicht wird die WR ja in vier Monaten zu gemacht, so entsorgt man ungeliebte Mitarbeiter;-)
eine der offensichtlichen möglichkeiten. und bis dahin sucht man sich jemanden, der ausreichend willfährig ist. irgendwie wirft das ein eigenartiges licht auf die ereignisse der letzten wochen
Und so schafft man es, dass die Leute von WR morgen das Maul halten, obwohl es sie am härtesten trifft. Ich gebe unserem Blatt noch fünf Jahre.
In dem Zusammenhang: Wenn wirklich die meisten Stellen im Lokalen gestrichen werden, entfällt auch der letzte Grund, die Zeitung zu kaufen. Vielleicht geht es ja auch noch viel schneller.
Ist das alles erbärmlich – und die Gewerkschaft mittendrin in diesem unwürdigen Spektakel.
Die Lenzer hat das richtig gemacht: Selbst kündigen und der Lebenslauf bleibt sauber.
Hut ab vor der Geschäftsleitung: Die Angestellten vor einer Massenentlassung so zu spalten kann nicht jeder.
Einer nach dem anderen wird abserviert…
[...] Mist – warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen. Hombach, altes Haus, das ist allererste Sahne. Taktisch ein Meisterstück. “Hut ab vor der Geschäftsleitung: Die Angestellten vor einer Massenentlassung so zu spalten kann nicht jeder…”, meint auch WR Bochum im WAZ-Protestblog. [...]
mehr als wütend macht es mich, dass die sueddeutsche wiederholt besser informiert ist als die mitarbeiter, die seit wochen und monaten um ihre jobs bangen. vielleicht ist der link ja interessant – vor allem der sechste absatz von unten http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1999/1221/none/0002/index.html
@wr bochum bei allem was man ihr möglicherweise vorwerfen kann, hat die lenzer offenbar ausreichend anstand bewahrt, um diese nummer nicht mitzutragen. ich bin mal sehr gespannt, ob der neue wr-chefredakteur morgen in der lichtburg ist oder in dortmund seine leute zum seitenfüllen antreibt. wie kann man so was eigentlich aushalten?
Ich dachte ja schon, das Schmierentheater der letzten Wochen sei nicht mehr zu unterbieten. Dass es noch geht, zeigt das Umsatteln der Pferde in der WR-Chefredaktion. Sauber, Herr Hombach, man merkt doch, dass Sie jahrelang Politik gemacht haben. Das ist ja jetzt noch ein besonderes “Schmankerl” für die Betriebsversammlung.
Na dann: Mahlzeit! Aber mir ist der Appetit vergangen – und zwar gründlich. Drei WR-Lokalredaktionen ganz weg, massive Streichungen bei vielen anderen WR-Redaktionen – und der WR-Betriebsratschef wird mal eben zum Chefredakteur gemacht. Zur sozialverträglichen, geräuschlosen Abwicklung oder was?
Ich muss kotzen – aber vorher trinke ich noch einen!
An “entsetzt”: Dann hätte Leyendecker doch die Berichte verhindern müssen?
Generell: Geile Entwicklung bei der WR. Nee, wirklich.
Und was macht der Stellvertreter von Frau Lenzer? Neuerdings duzt man sich ja.
@downunder wie heisst es so schön: ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte. bin mal gespannt, wer morgen die kündigungen (entschuldigung, sozialverträglichen trennungen) ausspricht. der christenmensch oder der gewerkschaftsboss. wie hat doll gesagt? ich lach mir den a… ab
@sach bloß
“Mir sind Abfindungen in jedweder Höhe scheißegal. Ich will meinen Job behalten.”
Das ist, als wenn du geschrieben hättest: “Mir ist das Wetter scheißegal. Ich will nur, dass die Sonne scheint und es immer schön warm ist.”
Warum?
260 Redakteure und Redakteurinnen sollen gehen. Das steht fest. Wenn das sozialverträglich abgewickelt werden soll, muss ihnen die Geschäftsleitung Angebote machen, die akzeptabel sind: von Altersteilzeit über Frühpensionierung bis hin zu Abfindungen. Interessieren werden sich vor allem Leute, die seit vielen Jahren im Betrieb sind, mithin also ältere Kolleginnen und Kollegen. Wenn es nicht für ein Leben nach WAZ, NRZ, WP oder WR reicht, werden diese Leute “nein” zum Angebot sagen. Und es bei einer betriebsbedingten Kündigung auf eine Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht ankommen lassen. Und da haben sie wegen ihrer langen Betriebszugehörigkeit bezüglich der Sozialauswahl ganz gute Karten.
Wer also seinen Job behalten will, ist gut beraten, sich für Bedingungen einzusetzen, die es älteren Kollegen mit langer Betriebszugehörigkeit ermöglichen, “ja” zum vorzeitigen Abschied zu sagen.
Vor wem muss ich meine IP nun eigentlich beschützen? Vor der Gewerkschaft oder der Geschäftsführung? Gibt es überhaupt noch einen Unterschied? Wo bleibt das Begrüßungswort des neuen Chefs hier im Protestblog?
Ich erwarte eine Erklärung von Malte Hintz. Hier. An seine Kollegen. Noch vor Freitag.
Was zum Reitz soll das?
Schrotthofer ist “freiwillig” nach Thüringen, Lenzer hat “selbst” gekündigt, wer’s glaubt…..Warum fühle ich mich eigentlich verraten und verkauft? Früher wurden übrigens auch Betriebsratvorsitzende auf der Zeche PS-Direktor (Frühstücksdirektor) haha…
Jetzt wird’s komplett verrückt.
@Nurmi
Ich sehe da keinen Dissenz zwischen uns. Meine Bemerkung bezog sich auf porschekillers Wehklagen über die in den Raum geworfenen Angaben bezgl. Abfindungszahlungen anderer Unternehmen.
Hey, VW und Siemens! Guckt euch mal unsern Bodo und seinen WR-Betriebsrat an! Könnt ihr noch was lernen. So wird das gemacht!
@Beobachter
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Sehr gut beobachtet!
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Was dem Reitz seine Lenzer, war dem Schrotthofer doch sein Hinz?
Westfälische Rundschau Flying Circus.
“Was dem Reitz seine Lenzer, war dem Schrotthofer doch sein Hinz?”
Dafür fehlt mir das Insiderwissen (ich schaue als Kollege von außen zunehmend sprachlos auf Euch und Eure Probleme). Meine Meinung zu Frau Lenzer ist keine positive gewesen. Ich habe mich gefragt, wie sie auf diesen Posten gekommen ist und was sie dort bewirkt hat. Es gab so das ein oder andere Interview u.a. im “Journalist”, das bei mir große Fragezeichen hervorgerufen hat.
Egal – Schnee von gestern.
Aber was JETZT passiert, das ist ja nun wirklich das Allerletzte.
Ich habe die dju schon vor vielen, vielen Jahren verlassen, weil ich mich von ihr nicht mehr vertreten fühlte. Heute hat mir das zum ersten Mal leid getan Zu gerne würde ich Hinz mailen, dass er SOFORT von seinem Posten als Gewerkschaftsvorsitzender zurückzutreten hat.
Betriebsratsmitglied ist er bei Euch auch noch? Die Lokalisten unter Euch werden sich an die Zeit erinnern, als die Gleichstellungsbeauftragten eingeführt worden – gab Kommunen, da hat das der Verwaltungschef in Personalunion übernommen.
So kommt mir das bei Euch jetzt vor.
Zur Besetzung der CR-Stelle bei der WR:
Wem sollen Mitarbeiter jetzt noch vertrauen, wenn ihr langjähriger oberster Interessenvertreter kurz vor dem Totalschaden schnell auf die vermeintlich sichere Seite springt?
Glaubwürdigkeit, so hat jüngst Bodo Hombach mal geäußert, sei das wichtigste Kapital von Journalisten. Wie es um die Glaubwürdigkeit des neuen CR steht, mag nun jeder selbst beurteilen. Mir jedenfalls wird noch mehr angst und bange.
Und zum Schluss: Man mag ja zu Frau Lenzer stehen, wie man will. Aber durchaus spannend ist die Frage schon, ob sie (nach erfüllter Mission: Abwicklung der WR) freiwillig gegangen ist….
oh mann, ich glaubs echt nicbt. Was hier an Hass und Boshaftigkeit kursiert, ist ohne jedes Beispiel.
Natürlich glauben Nienhaus/Hombach, einen so richtig dicken Coup gelandet zu haben. Ob sie das nicht später mal bereuen, wird sich noch zeigen. Denn, “Beobachter” hat es ja gerade schon erwähnt, Herr Hinz ist nicht nur betriebsrat (gewesen), sondern auch dju-bundesvorsitzender (sicher auch längste Zeit gewesen). Das war er ziemlich lange. Macht das jemand, der sich dann kaufen lässt?
Ich glaube vielmehr, dass Herr Hinz ganz genau weiß, worauf er sich da einlässt. Ich kenne den Laden zwar nur als Freier, Herrn Hinz nur als dju-Mitglied, aber da bekommt man auch ein paar sachen mit. Und Mein Gefühl ist, dass Herr Hinz es darauf ankommen lassen will, ob er aus der Chefetage heraus nicht vielleicht die Dinge besser umsetzen kann, die er selbst mit entwickelt hat. Und WAS er mitentwickelt hat, das erfahrt ihr erst morgen in essen und ich etwas später wahrscheinlich aus der Süddeutschen.
Wenn ich mir eines nicht vorstellen kann, dann ist es eine situation, in der ein dju-bundesvorsitzender sich in einer situation wie dieser ein paar wochen lang bequem zurückgelehnt und stillgehalten hat, damit er einen chefposten kassieren kann.
Wartet also doch erstmal den morgigen Tag ab, bis ihr alle “Verschwörung” ruft. Und wenn sich dann herausstellt, das herr hinz sich doch in eine bequeme chefposition eingekauft hat, dann, aber erst dann schreit. und dann schrei ich mit.
30 Silberlinge sind eine Währung, die zeitlos schön ist. Malte, ich habe Dich für einen anständigen Menschen gehalten – PFUI!!!! Begrüßt Du uns morgen auch mit “Mahlzeit” – wundern würde es mich nicht.
Ach ja, bevor ich’s vergesse: Malte, bevor Du Dir neue Visitenkarten drucken lässt, denk dran, Deinen zweiten Vornamen mit drauf schreiben zu lassen. Der lautet nämlich Judas….
Was ich echt stark finde: Alle Kollegen, die in den letzten Tagen, Wochen, Monaten vor der Chefredakteurin gekrochen sind – wie blöd stehen sie nun plötzlich da!
na dann kann ja die Rest-WR-Belegschaft endlich die 36,5 Std.-Woche einhalten….
Genau. Jetzt bricht das Arbeitnehmer-Paradies aus. Ganz bestimmt.
hey sonicht, wie naiv bist du denn. klar, die gruppengeschäftsführung wollte wen kaufen, sorry wegen des klischees, aber das kapital ist so, schlimm ist doch nur, dass sich einer, der immer so getan hat, als wäre er auf unserer seite, sich hat kaufen lassen. malte, was hat denn gewirkt? die aussicht, demnächst mit dem genossen bodo gemeinsam erster klasse fliegen zu können. irgendwas war da doch, gewerkschaften, genosse der bosse und erster klasse flüge. sorry, malte, aber die ereignisse der vergangenen wochen haben mich verwirrt, ich kann da gut und böse nicht mehr auseinanderhalten
wir alle wollen die welt verändern. und um sie zu verändern, müssen wir erst ganz nach oben kommen. nur: dann hat man vergessen, warum man die welt verändern wollte. das gehalt entschädigt für manches. mir ist so schlecht, ich kann nicht mal mehr brechen – und ich bin so enttäuscht
Es geht bei der Rundschau schon seit Jahrzehnten zu wie bei der guten, alten Tante SPD.
Also kann auch ein Malte Chefredakteur werden. Vielleicht landet der ja bald auch noch im Aufsichtsrat der DB u. Da war doch was…?
Zur Erinnerung: Heute früh geht es um unsere Zeitungen, unsere Titel, unsere Glaubwürdigkeit. Um das Schicksal von knapp 900 Redakteuren und deren Familien. Es geht um die Konzepte, die wahre Gewerkschafter entwickelt haben und entwickeln für den Erhalt unserer Arbeitsplätze.
Es geht nicht um wahre, unwahre oder wahrhaftige Interessenvertreter. Es geht um uns. Auch ohne Malte Hinz steht für uns eine kompetente Arbeitenehmervertretung, die nunmehr sogar jemanden in der Riege der Chefredakteure weiß, der wie kein anderer unsere Interessen kennt.
Also: Nehmen wir in aller Souveranität die Realität hin und nehmen wir Malte Hinz bei all den Worten, die er uns gesagt hat. Malte Hinz wird seine Position gewechselt haben, aber doch nicht seine Überzeugung. Wichtig ist, dass wir ihn als Chef-REDAKTEUR sehen, der kein Wortbrecher ist, sondern nach wie vor zu seinen Worten steht. Deshalb: Egal, wo Malte Hinz heute im großen Kino sitzt: Wir werden es souverän hinnehmen und unsere Interessen vertreten. Deshalb lasst uns um Ziele kämpfen und nicht um Glauben, Glaubwürdigkeit oder gar Würde. Einen guten Tag, an dem jeder Mahlzeit verzichten kann
Mal ganz anders: Herzlichen Glückwunsch an Malte Hinz – ohne jede Ironie, man muss es hier ja wohl extra betonen.
Für die Kollegen der WR ist diese Entscheidung zunächst einmal positiv. Es sei denn man unterstellt, Malte Hinz würde ab sofort – wie viele Anonymi hier es schon seit Jahren tun – bei Dienstbeginn sein Rückgrat beim Pförtner abgeben.
Die WR-Kollegen wären gut beraten, Malte Hinz doch mindestens die Chance zu geben, den Beweis dafür anzutreten, dass gewerkschaftliches Bewusstsein im Sinne sozialer Verantwortung eben nicht käuflich ist.
Keinem Chefredakteur ist es verboten, sich gegenüber wem auch immer vor sein Redaktionsteam zu stellen. Zum Glück sind doch nicht alle Chefredakteure aus gleichem Holz geschnitzt.
Und: Ist es wirklich schlecht für die WR, wenn sie jetzt mit einem in der Gewerkschaft verankerten Chefredakteur vielleicht und hoffentlich auch wieder mehr an die gewerkschaftlich orientierten Leser/innen denkt?
Keine Frage, dass es die Berufung von Malte Hinz zum Chefredakteur für ihn selbst zur Gratwanderung werden kann. Jetzt schon aus der Redaktion heraus den verbalen Knüppel zu schwingen, dem man ihm dann ab morgen zwischen die Beine werfen kann, ist sicher zum Teil dem Druck geschuldet, der sich seit Wochen im Kessel aufgestaut hat. Aber es ist auch unendlich dumm.
So schade es ist, dass die Betriebsräte mit Malte Hinz einen ganz starken Kopf verlieren, für die Redaktion der WR kann das eine ganz große Chance sein. Nutzt sie!
Letztendlich ist es wahrscheinlich ein genialer Coup der Geschäftsführung, wir reden wirklich über alles andere als über das, was uns heute früh erwartet. Aber das macht’s nicht besser. Da hat wieder einer den Verlockungen der Chefetage nicht widerstehen können. Malte, wieviel Kollegen hast Du geopfert, damit es Dir persönlich besser geht?
Merkt Ihr eigentlich überhaupt noch was?! Ihr werdet verraten und verkauft. Der Verhandlungsführer der Betriebsräte läuft über -wahrscheinlich schon lange vorbereitet – und setzt das Reitzkonzept auch noch mit um. Dafür hat er ja kräftig am Stuhl von Frau lenzer gesägt. Die war nämlich entgegen anderlautenden gestreuten Aussagen die einzige, die sich gegen Reitz gewehrt hat. Deshalb geht sie jetzt auch, um nicht noch an dem WR-Massaker mitwirken. Wann steht Ihr endlich auf? Hoffentlich morgen in der Lichtburg! Das erinnert schwer an Transnet-Chef Hansen.
An die Kollegen mit der Hasskappe: Könnt Ihr vielleicht mal einen Moment in eine Plastiktüte atmen? Das hilft gegen Hyperventilation.
Was soll denn dieses “Verrat”-Gejaule? Ich bin nämlich froh, dass Malte Hinz Chefredakteur geworden ist und nicht irgendein eiskalter Ausputzer von draußen. Endlich sitzt auf diesem Stuhl wieder jemand, der sein Handwerk wirklich versteht, der Erfahrung im Journalismus und im Umgang mit Menschen hat. Malte passiert es bestimmt nicht, dass er auf den Tod zweier Kollegen tagelang nicht reagiert.
Wir kennen Malte doch alle als einen höchst vernünftigen und sachlichen Kollegen. Er ist ganz sicher jemand, der sich für seine Rundschau, in der er doch seit Jahrzehnten verwurzelt ist, einsetzen wird. Glaubt Ihr denn wirklich, dass er sich binnen weniger Tage um 180 Grad wandelt? Meine Güte, er war ja schließlich auch als BR-Vorsitzender schon Lokalchef. Ja und? Hat er das heraushängen lassen? Hat er nicht.
Ok, er kann bestimmt kein BR-Vorsitzender bleiben. Aber er kann ein guter Chefredakteur sein. Lasst uns doch bitte die Betriebsversammlung abwarten. Und habt die Geduld und die Ruhe, ihn an seinen Worten – auch den früheren – und seinen künftigen Taten zu messen. Es kann nämlich sein, dass er unser Vertrauen verdient. Und auch, dass er es bitter nötig hat.
In diesem Sinne: Bis gleich.
Na prima, dann hat die GGF ja erreicht, was sie will: Chaos! Verwirrung! Panik!
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Und ihre Stellenkürzungen sowie die Gigantomanie-Pläne des Herrn R. fallen kaum noch auf, sind nur Nebensache im Zocker-Pokerspiel der GGF um ihre Millionen-Boni.
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Kollegen: Heute gilt es! Ruhig bleiben, den roten Faden verfolgen, sich nicht auf Nebenkriegsschauplätze abrängen lassen.
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Schiebt das Thema Hinz zur Seite und seht klar: Es geht um alles – um unsere Arbeitsplätze. Da dürfen uns Hombachs und Nienhaus Schachzüge nur kalt lassen. Die wollen den BR schwächen und uns damit handlungsunfähig machen.
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Die Forderung bleibt trotz Hinz, Lenzer und Reitz: Zeigen wir ihnen doch, dass wir trotz ihrer Taktik einen kühlen Kopf behalten. Keine betriebsbedingten Kündigungen! Sollen sie sich ihr Schickler-Papier doch sonstwohin oder an den Hut stecken. Wir sind die WAZ!
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Dass Malte das mitmacht, wundert mich allerdings. Er wird sich heute erklären müssen. Und er wird eine gute, eine sehr gute Erklärung parat haben müssen. Er wird sich wahrscheinlich vorkommen wie ein Hauptbootsmann, der kurz vor der Meuterei der Mannschaft seinen geflohenen Käpt’n ablöst, um das Boot zu retten. Sei’s drum….
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Meine Hoffnung ist: Vielleicht kommt heute ja Reitz auch auf die Idee zu kündigen. Dafür gebührte ihm dann auch ein Bonus. Wer rückte dann eigentlich nach?
@madefult
Trotzdem ist Maltes Ernennung doch nur Augenwischerei und Strategie der GGF: Glaubst Du, Malte kann an dem Gruselfilm von Hombach und Nienhaus noch etwas ändern? Die letzte Klappe ist doch schon längst gefallen. Was glaubst Du denn, was die strenggeheimen Arbeitsgruppen der CR in den vergangenen vier Wochen gemacht haben – Weihnachtsschmuck gebastelt? Die haben Personaltableaus gemacht – bis auch zehn Stellen genau!
@Magro7-Merge
Nein, da mache ich mir nichts vor. Nur sollten einige hier jetzt nicht völlig durchknallen. Hört euch an, was jeder auf der Versammlung zu sagen hat. Dann urteilt, und dann handelt danach. Etwas anderes geht sowieso nicht.
Wurde hier schon erwähnt, dass eine Betriebsratskollegin bei der WR schon vor einer Weile ihr Betriebsratsmandat zurückgab, weil sie angeblich bei der Hetzjagd auf die neue – jetzt alte – Chefredakteurin nicht mitmachen wollte?.
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Nein?
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Dann sei das hiermit der Vollständigkeit halber getan.
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Mir ist es eigentlich egal, wer Chefredakteur ist. Solange er einen guten Job macht. Wirklich schrecklich ist bloß die Tatsache, dass bei all den Intrigen und dem offenbar weit verbreitetem Karrieristentum in diesem Laden traditionsreiche und einst wichtige Blätter vollends den Bach runterzugehen drohen.
Herzlichen Glückwunsch, lieber Malte!
Endlich lohnt sich Dein jahrelanger selbstloser Einsatz als Betriebsratsvorsitzender.
Was hast Du gekämpft: Chefredakteuren und Geschäftsführern und Deinen Kollegen die Leviten gelesen.
Jetzt kannst Du endlich alles anders machen und korrigieren, was Bünte, Evers und Co. versaubeutelt haben.
Endlich werden die Redaktionen ausreichend mit Personal ausgestattet.
Endlich werden die tariflich verbindlichen Arbeitszeiten eingehalten.
Freie Mitarbeiter erhalten endlich den Lohn, den Du mit Deiner Unterschrift nach Tarifverhandlungen sanktioniert hast.
Bist Du Idealist und Träumer oder hast Du Dich über die Jahre hin nur getarnt?
Der bessere Chefredakteur warst Du ja schon immer.
War bei Bünte nicht schwer.
Schrotthofer durfte ich nicht mehr erleben.
Und Lenzer war für Dich ja sicherlich nur ein Leichtgewicht.
Aber was soll´s. Ich habe Deine Arbeit als Betriebsratsvorsitzender live miterleben dürfen.
Als in Iserlohn, Letmathe und Hemer die WR-Lichter ausgingen, hast Du all die Fähigkeiten gezeigt, die Du jetzt in den schweren Zeiten gut gebrauchen kannst.
Man kungelt mit Geschäftsleitung und Chefredaktion solange herum, bis man sich privat das Leben so zurecht gelegt hat, dass einem die Schicksale von Kolleginnen und Kollegen am Arsch vorbei gehen.
Sicherlich hast Du 2000 bemerkt und scheinbar bis heute verinnerlicht, dass die WR-Schließung auf der Iserlohner Schiene für den Betriebsrat doch recht harmonisch abgelaufen ist. Das wird Dir in Deiner neuen Position als Chefredakteur jetzt sicherlich helfen.
Falls Du etwas vergessen haben solltest, reicht ja ein Anruf bei Deinem Altverbündeten Evers.
Ansonsten kann Dir ein alter Kollege gerne noch mal auf die Sprünge helfen.
1. Bringe Kollegen, deren Redaktion geschlossen werden soll, vornehmlich solche, von denen Du weist, dass sie laut Tarifvertrag zuviel Geld verdienen, gründlich in Misskredit. (Tipp: Sexuelle Belästigung, Alkohol usw.) Passt nicht in den Stellenkegel.
2. Wenn Du drei Buden zumachen musst, starte einen Blitzkrieg. Mittags anrufen und für 20 Uhr eine Besprechung in Dortmund anberaumen. Natürlich hast Du mit dem Betriebsrat längst abgesprochen, wohin die Kollegen sozialverträglich versetzt werden sollen.
3. Du bietest den betroffenen Kollegen/innen natürlich an, dass ihnen der BR als Partner zur Seite steht. Oder erledigt das der Chef jetzt in Personalunion? Würde der Geschäftsleitung sicherlich gefallen, weil eine Freistellung des BR-Vorsitzenden entfällt.
4. Alte verdiente Sozialdemokraten werden mit einer satten Abfindung bedacht und in Rente geschickt, damit sie bloß die Schnauze halten.
5. Bis dato unauffällige Redakteure werden als Redaktionsleiter in Verantwortung gesetzt – um anschließend zu scheitern. Bisherige Redaktionsleiter in die Pampa geschickt.
6. Bei Redaktionszusammenlegungen den Stall sauber halten. Kollegen, die nicht bei der WR geknechtet haben, sind als minderwertig zu betrachten (Sorry: Das Problem wird wahrscheinlich nicht auftreten. Aber als letzten Akt der Solidarität sollte man vielleicht den BR-Kollegen der WP, Volker Dörken, bitten, die WR-Menschen nicht als solche zu betrachten, die mit ihrer Versetzung automatisch die WP unterwandern wollen.
Herr Chefredakteur, Sie können sich jetzt aussuchen, unter welchem Punkt Sie sich für die nähere Zukunft einordnen möchten.
Eigene Vorteile aus Krisensituationen zu ziehen, hat sich ja nun endlich ausgezahlt.
Malte, auf welchem Stuhl nimmst Du heute in Essen Platz?
Kannst Du Deinen Kollegen/innen in die Augen schauen, wenn Du Ihnen die Versetzung, den Änderungsvertrag oder die Kündigung unter die Nase reibst?
Ich mache hier jetzt nicht den Anonymus, weil wir diese „Leserbriefe“, die heute Kommentar heißen, regelgerecht in den Papierkorb befördert haben.
Wer in Iserlohn und Umgebung gearbeitet hat, als Redaktionsleiter im WP-Betriebsrat verankert war, kennt in erster Linie die Sorgen und Nöte derer, die ihm anvertraut waren. Wer zwei Mal als letzter das Licht in einer Redaktion ausgemacht hat, ahnt die Schmerzen derer, die jetzt gehen sollen.
Da geht es nicht nur um die Knete, sondern auch, wenn man seinen Beruf Ernst genommen hat, um das kleine bisschen Demokratie, das uns das Grundgesetz zugeordnet hat.
Meinungsvielfalt ist seit 2000 in Iserlohn und Hemer kein Thema mehr.
Und das droht jetzt im Pott und in Südwestfalen unterzugehen. Und das auch noch in der verlogenen Form: Mantel X plus Einheitslokalteil. So doof, wie Chefredakteure und Geschäftsführer denken, sind sie nicht, die Leser, die sie gerne Rezipienten nennen.
-F-
Malte, darf der Lamberty jetzt zurückkommen?
Ich wette eine Tageszeitung (”Westfälische Rundschau”), dass nicht. Der wäre dem Vernehmen nach ja angeblich selbst gern Chefredakteur geworden. War nur nicht ganz so geduldig.
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Wie, der Wetteinsatz ist dir zu niedrig??
Der Adler ist gelandet!
Operation Rendite gestartet,
Broken Arrow lokalisiert
Pickup um elfhundert!
Ich wiederhole,
Der Apfel ist im Korb!
Der Fuchs im Bau!
Das Häschen in der Grube!
Das Paket sagt return to sender!
Zulu Delta Ende
Over and out!
WAZ – geht zum Hals, hackt den Kopf!
Vor dieser Axt bleibt eben nur verschont, wer den Kopf opportunistisch einzieht und seine Überzeugung über Bord des WAZ-Tankers wirft.
Getreu der Devise „Wer ein Häkchen werden will, muss sich beizeiten krümmen“ haben sich in politischer Verantwortung schon ganz andere Strippenzieher das eigene Überleben gesichert, indem sie sich um Ihr Geschwätz von gestern nicht länger geschert haben. Die großen Lügen im Leben verkaufen sich eben am effektivsten, wenn sie mit Vokabeln wie „dramatisch“ und „spektakulär“ zum passenden Zeitpunkt ihre volle mediale Wirkung entfalten sollen.
Eine ehrliche Antwort von aufrichtigen Kompetenzträgern auf die Frage zu erwarten „Wer ist der Nutznießer von alldem?“ bringt in diesen Zeiten gar nix.
Ich werde heute jedenfalls kündigen. Und zwar meine über 20-jährige Mitglieschaft in der dju. Mahlzeit!
Ich hoffe nur, dass Malte Hinz Rückgrat besitzt!!!
Ich hoffe nur, dass Malte Hinz Rückgrat besitzt!!!
Ich hoffe nur, dass Malte Hinz Rückgrat besitzt!!!
Ich hoffe nur, dass Malte Hinz Rückgrat besitzt!!!
Und das im vierfachen Sinne. Es geht hier ja nicht nur um die WR, sondern um alle vier Titel. Es ist wohl ein geschickter Schachzug der GGF, Hinz als Betriebsrat des wohl am ärgsten betroffenen Zeitungstitels zu befördern. Welchen Antrieb Hinz selbst hat, dieses schwere Amt nun zu bekleiden, kann ich nicht beurteilen. Ich hoffe nur, er mutiert nicht zum Verräter, wie hier vielfach gemutmaßt. Schließlich hat er intensiv die Strategie der Betriebsräte mitverantwortet. Hoffentlich hat sich die GGF nicht einen willfährigen Informanten eingekauft.
Herr Hinz, bewahren Sie Rückgrat!!!
Herr Hinz, bewahren Sie Rückgrat!!!
Herr Hinz, bewahren Sie Rückgrat!!!
Herr Hinz, bewahren Sie Rückgrat!!!
Es geht um das berufliche Schicksal von 262 Menschen…
was hier in den letzten 30 Kommentaren abgegangen ist, lässt mich nur staunen. klar ist, das Procedere dass unbequeme BR-Mitglieder ein Leader-Pöstchen bekommen, gibt es schon lange bei der WAZ und das Geschäft behrrschen die Mächtigen aus dem Eff-Eff.
Aber das Nachgeheule nach Frau Lenzer wundert mich doch sehr. das Betriebsklima bei der WR war doch die Hölle, wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören war. Man hätte den WR-Mann ja gleich nach Schrotthofer zum CR machen können, ein interner Kenner ist in solcher Situation ja wohl besser als so ein externes Häschen, wo sich Herr Reitz ja wohl mehr von versprochen hat. Zumindest wäre dann der Sport-Experte Lamberty noch im Haus, der mit seinem Spruch -sorry- nicht ganz unrecht hatte
Für Madame kam das Abenteuer “CR” einige Jahre zu früh und das konnte nur in die Hose gehen (bewußt?).
Man sollte Malte Hinz eine faire Chance geben, es sollte einen doch sehr überraschen, wenn der vom langjährigen Kollegen nun wirklich sich zum Turbo-A….. entwicken sollte. Die WR wurde früher immer gerne gelesen und vielleicht gelingt diesem CR, die WR wieder auf die gewohnte Linie zu bringen.
Tja, Gewerkschafter halt.
Sind sie erst mal im Betriebsrat dann werden sie korrupiert. Und wenn man dann von Ihnen das fordert, wofür man sie gewählt hat, dann sind sie weg.
Aber wie heißt es so schön: Bei einer Wahl gibt man seine Stimme ab.
Das Spiel kommt mir so bekannt vor. Nicht im WAZ Verlag, aber alles schon erlebt. Gemauschel ohne Ende, und auch nach Betriebsverfassungsgesetz kann man als Wähler nichts dagegen machen. Wen wundert es da das immer mehr Leute den Gewerkschaften den Rücken kehren – die Interessen ihrer Wähler vertreten die doch nur (ohne Garantieansprüche) vor der Wahl.
Clement und Konsorten sind die Vorreiter dieser neuen Masche: Statt den direkten Karriereweg einzuschlagen kommt man von der “Gegenseite” und gelangt direkt an die Spitze. (man lese mal bei lobbycontrol.de)
Aber einen Vorteil hat es für die WAZ Gruppe: Da ja mehr SEX gefordert ist, lassen sich die Lust-Reisen problemlos als Recherche verbuchen.
Und die Kolleg(inn)en die nun “freigesetzt” werden können sich ja persönlich bei den Gesellschaftern dafür entschuldigen, dass durch ihre Wertschöpfung, deren Blick fürs Soziale abhanden gekommen ist. Sorry but I know: You can do….
Nachtrag:
Und ich wette, morgen steht in den Lokalteilen allenfalls eine Notiz über die heutige Versammlung.
derWesten.de heute:
Berlin. Deutschlands Topverdiener wohnen vor allem in südlichen Bundesländern – Berlin dagegen ist die Stadt mit dem größten Anteil an armen Haushalten. Auch im Westen gibt es Landkreise mit richtig vielen reichen Haushalten. Wir zeigen, wo das Geld zuhause ist.
WAZ-Wirtschaftsforum
Die Kirchtürme und das Geld
Duisburg. Beim WAZ-Wirtschaftsforum ging es nicht nur um die alten Selbstblockaden des Ruhrgebiets, sondern auch um das gegenwärtig größte Problem: Manche Städte sind so überschuldet, dass sie bereits fremdgesteuert werden.
So bleibt der Aushilfsjob abgabenfrei
Ratgeber, 03.12.2008, Von Wolfgang Büser
Umfrage
In Wuppertal wollte eine Zeitarbeitsfirma einem Mitarbeiter offenbar nur 2,71 Euro pro Stunde bezahlen. Welchen Mindestlohn halten Sie für angemessen?
und wo steht was zur WAZ-Axt. Sind alle Twitter-Handys aus, und die Wege zur Toilette versperrt???
Da wir hier ja keine Infos bekommen, hier ein erster Bericht:
http://www.tagesspiegel.de/medien-news/;art15532,2677967
Die Diskussion hier ist von Selbstmitleid und Neid gekennzeichnet. Ein kritischer Einwurf (rosi) wird abgetan. Es ist völlig ok, wenn sich die sehr gut verdienenden, sehr privilegierten Redakteure weiter um ihre Befindlichkeiten kümmern. Die haben sie auch in den letzten Jahrzehnten deutlich stärker beschäftigt als der Qualitätsjournalismus, von dem interessanterweise vorwiegend die Geschäftsführung spricht:
Kein Gespräch mit einem WAZ-Konzern-Journalisten, in dem er sich nicht darüber beklagt hätte, dass Qualitätsjournalismus im eigenen Hause nicht gefördert, nicht gewünscht, nicht möglich sei; immer die innere Kündigung, immer der Rückzug aufs Zeitungsbeamtentum.
Diese Haltung hat den Untergang dieser Zeitungen beschleunigt. Die Konsequenzen treffen die angestellten Journalisten eher als die Verleger. Das ist menschlich bedauerlich, aber ökonomisch plausibel. Und gewiss entsteht nach dem Untergang der WAZ-Konzernmedien etwas Neues; vielleicht sind dann auch die Zeitungsbeamten flexibel genug für Neues. Wer jahrelang ein Redakteurs-Tarifgehalt eingestrichen hat, ist im Vergleich zur Durchschnittsbevölkerung ökonomisch derartig gut gepolstert, dass er eine Durststrecke überbrücken kann.
oerp,
selbst wenn Du in der Sache recht hättest (ich will das nicht grundsätzlich ausschließen, aber auch nicht auf WAZ-Kollegen beschränken): Wem oder was hilft Dein Kommentar jetzt weiter?
konken vom djv war der Einzige, der heute Klartext geredet hat. Kam leider ganz zum Schluss. der Hombach war am Kochen!
Hoffentlich bietet Hombach dem nicht auch noch einen Chefredkatuersposten an.
Wieso gibt’s hier nicht mehr?
Sitzen jetzt alle 900 brav in den Redaktionen und tippen die 32 Restseiten zu? In der Hoffnung, dass es sie dann vielleicht doch nicht erwischt?
oerps Einlassungen beschreiben und helfen nicht. So wie die wenigsten der über 400 Kommentare hier jemandem oder gegen etwas geholfen haben. Vielleicht ist solch eine kritische Stimme Auslöser für das ein oder andere Grübeln. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Über 200 Stellen im Lokalen… Sind die irre? Den kompletten Verzicht auf den Mantel könnte ich eher verstehen, als die Einsparungen im Lokalen. Es kauft doch kein Mensch die WAZ-Zeitungen wegen der tollen Wiederholungen der Tagesschau vom Vortag.
Das einzige Argument ist der Lokalteil. Und da sind die Redaktionen schon heute total unterbesetzt.
Ich hab heute mit nem Freund in Hessen gesprochen. Der hat FAZ und Zeit abbestellt und hat jetzt nur noch die Dorfpresse – weil deren Berichte NICHT im Internet stehen.
Wer sich als Journalist noch auf Betriebsrat, DJU/Verdi oder DJV verlaesst, ist verlassen! Ich habe das selbst leider 25 Jahre zu spaet gemerkt, haette eine schoene Stange Beitraege sparen koennen.
oerp trollt. Einfach ignorieren. Es gibt Leute, die haben Spaß an sowas.
Eine Verlade war das heute! Der Betriebsrat hat nix Neues erzählt, und Schicklers konnten ihre Vorstellung von einer neuen WAZ darlegen, ohne Details zu nennen.
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Na prima, und jetzt haben wir, die Redakteure, das Problem uns Gedanken über den Stellenabbau zu machen. Warum sagt der Betriebsrat nicht mal NEIN. Nienhaus und Hombach haben euch doch vorgeführt. Und die Experten: Naja, schweigen wir lieber. Arbeitszeitmodelle bringen doch in Summe nichts, da immer noch keiner Überstundenlisten führt und seine Arbeitszeit dokumentiert.
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Konken war gut, kam aber zu spät – und hat die Stimmung teilweise gegen sich gehabt. Macht man doch auch nicht, die durch Hombachs Elegien eingelullten Redakteure wachzurütteln!
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Ach ja: Die Themen MSG und Boten-Weihnachtsgeld waren dann ja wohl eher was für die Galerie, oder? Peinlich.
@Hans Lassmann: Ich werde meinem Boten nächste oder übernächste Woche 1/3 des gekürzten Weihnachtsgeldes cash zukommen lassen. Da hat er mehr von als wenn das durch irgendwelche Verwaltungen und die Abgabenpresse geht. Das kann sich hier mal jeder als Beispiel für eine kurzfristige Lösung nehmen. Für das kommende Jahr könne wir uns dann mal eine intelligente Lösung ausdenken, genug Vorlaufzeit ist dann gegeben. Diesen Fond über die WAZ-Männer laufen zu lassen, ist nämlich eine schlechte Idee, oder hast Du zu denen noch 100%iges Vertrauen??? Ich jedenfalls nicht!
Die Betriebsräte der Zusteller haben sich übrigens eine geplante Soli-Aktion der Redakteure verbeten.
@Sach blos
“Und du kannst vielleicht auch nichts dafür, sie nicht zu kennen, porschekiller. Dann solltest du aber mit deinen Bewertungen etwas vorsichtiger sein.”
Ich will diese Bewertungen auch gar nicht kennen(lernen); ich möchte eine Zeitung, die *lesenswert* ist, da ich nur “dummer”, wenngleich auch des Deutschen mächtiger Kunde bin.
Ich habe keine Ahnung von den Lorbeeren, die ihr euch selbst intern als Arbeitsleistungs-Nachweis (z.B. für die Reise- und Freizeit-Truppe mit 16 Redakteuren) intern verteilt. Ich halte diesen Firmen-spezifischen Overhead grundsätzlich als im Ofen verwertbar, ohne ihn lesen zu müssen.
Ich bewerte aus Kundensicht Angebote, die ich aufgrund mangelnder Alternativen sonst nirgendswo bekomme. Eure Lokal-News (und damit meine ich explizit eben auch Stadtteil-News!) sind für einen Ruhri (und hier hoffe ich mal endlich auf den journalistischen Verzicht des peinlichen Begriffes “Ruhrpott”, weil wir hier keine Küche, sondern ein Lebensgebiet mit mehr Kraft als “im Eimer” sind!) unverzichtbar, weil das Ruhrgebiet eben nicht eine “Gesamtheit” darstellt, sondern aus vielen lokalen Facetten zusammengesetzt ist.
Ich muss aber auch nicht 25 Jahre bei euch runtergerissen haben, um zu erkennen, dass ihr einer Arbeitnehmervertretung, die ansonsten noch nie für eure Belange eingetreten ist, das höchstmögliche Vertrauen aussprecht, weil euch nichts Anderes einfällt. Aber SPD-Wählen war ja damals so schön kuschelig, weil die Annahme, dass hier sowieso alle rot wählen (für immer und ewich, nicht wahr?), die eigentliche “Arbeit” eines Journalisten auf ein körperlich nicht mehr wahrnehmbares Minimum an Muskelzucken beschränkt hat.
Gucken, wo der rote Schal hängt oder die rote Trillerpfeife im brennenden Gewerkschaftsfass salbaderndes Unheil ankündigt und gemäß der “Hauspolitik” sowas als “Untergang der deutschen Nation” propagieren – das soll ein Leben ausfüllen????????
@Hans Lassmann
MSG und Boten – ja, solche “Nebensächlichkeiten” vergisst man offenbar schonmal schnell im Eifer des Gefechts…
War ich an der Stelle, als in der Lichtburg über die JSR und die Zukunft der jetzigen und zukünftigen Volontäre gesprochen wurde, nur gerade mal vor der Tür – oder war auch dieses Thema schon keine Erwähnung mehr wert?
Volli Dörken hat die Sache mit den Volos angeschnitten. Er hoffe, wir werden auch künftig welche haben. Hombach hat dies nur nett belächelt. Wie so vieles am gestrigen Tag. Zu einer Antwort hat er sich nicht herabgelassen – aber vielleicht war das auch besser so, denn schließlich hat er keine Frage konkret beantwortet, sonder nur geschwallt, geschwallt und noch mehr geschwallt. Und wenn ich mir zum wiederholten Male seine leeren Phrasen hätten anhören müssen, hätte ich laut schreien müssen.
Ich möchte gerne mal sehen, wie “wir” den Karren aus dem Dreck holen werden – bzw. einige von uns. Die anderen gucken dann zu, müssen untätig zu sehen, wie ihre ehemalige Kollegen schuften bis zum Umfallen, aber dabei natürlich eine qualitativ extrem hochwertige Zeitung produzieren.
Die Karre aus dem Dreck ziehen, bitte gerne Herr Hombach. Damit Sie wieder dort hineingefahren werden kann. Von wem? Von einer GGF, die jahrelang gepennt hat? Von einem GF-Mittelbau, der am “Board” sich gegenseitig die Hölle heiß macht und unbequeme, weill innovative Board-Mitglieder wie Gregor Stemmle (kam von der Blöd-Zeitung) rausgebissen hat. Von CR, die ihren Lesern ihre Sicht der Dinge verordnen wollen.
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Den Karren aus dem Dreck ziehen, dafür, dass die GGF in Sachen Kostensteigerung im Direktverkauf Millionenverluste zugelassen hat? Der Gewerrkschaftsexperte sprach von rund 15 Millionen allein seit Sept 2007
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Die Karre aus dem Dreck ziehen, weil U.R. seine Zentralredaktion in nur drei Jahren von rund 70 auf 93 Mann aufgeblasen hat, um bundesweit als Autorenzeitungs-CR glänzen zu können? Dafür sollen die Lokalen jetzt kleingeholzt oder deutlich geschwächt werden? Womit bitte macht die WAZ denn ihre Umsätze: Mit Lokalem!!!!
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Die Karre aus dem Dreck ziehen? Gerne, aber dann mit einem vernünftigen Konzept für eine Regionalzeitung – von mir aus auch mit Autorenpool und Branding-Desks. Doch davon ist weiter nicht die Rede. Erst werden Stellenpläne zusammengeschraubt – und dann gucken wir mal, was für ein freundliches Produkt wir damit machen können…. Stumpfer gehts nimmer.
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Und das Schöne ist: Der “Sultan von der Ruhr” lächelt milde und hat seinen Adrenalispiegel wieder im Griff….
@Hans Lassmann: Konken war gut? Soso. Dieser peinliche Funktionär mit seiner Karriere im öffentlichen Dienst hat doch überhaupt keine Ahnung von wirtschaftlichen Zwängen. Sinkende Auflagen interessieren solche Leute nicht, das Geld kommt ja aus der Steckdose. Beim DJV hat er Millionen verbrannt. Gut, dass es schon lange nicht mehr mein Geld ist.
@Porschekiller: Blogger wie Sie zählen an sich nicht zu meinen Freunden. Aber hier darf ich Ihnen aus der Innensicht sagen, dass Sie auf der richtigen Spur sind, wenn Sie die peinliche Selbstbeweihräucherung und Larmoyanz vieler Redakteure geißeln.
Liebe Kollegen,
wisst Ihr, was ich nicht ganz begreife? Dass hier einige offenbar wirklich überrascht waren davon, dass UIrich Reitz sich quasi depenbrockig verhält. Die Traditionsvokabel “Chefredakteur” ist bei Zeitungen einer gewissen Verbreitung doch längst zum folkloristischen Relikt geworden, zu einem euphemistischen Etikett für einen Manager, der mit oder ohne formellen Geschäftsführer-Status dafür sorgen muss, dass für die Eigentümer die Kasse stimmt. Dafür wird er bezahlt, für nix sonst.
Wenn es noch ein paar Zeitungsverlage gibt, deren Inhaber sich den Luxus leisten, einen bekennenden Publizisten das Blatt leiten zu lassen und ihm dabei journalistische Freiheiten zu lassen, ist das wunderschön. So etwas für den Normalzustand im 21. Jahrhundert zu halten, ist allerdings nichts als eine Flucht vor der Wirklichkeit.
Bei manchen Magazinverlagen reduziert sich die Funktion des Chefredakteurs darauf, vor potenziellen Anzeigenkunden das redaktionelle Umfeld der Inserate im Kontext der Allensbacher Werbeträgeranalyse zu powerpointpräsentieren, weil der Anzeigenmensch das nicht glaubhaft rüberbrächte. Für Fachzeitschriften-Chefredakteure ist es nicht ungewöhnlich, dass man ihnen nur ein bescheidenes Grundgehalt bietet – plus “Erfolgsbeteiligung”, die von den Gewinnen des Hefts abhängt.
Ein guter Journalist (Reporter, Redakteur, Kommentator, Blattmacher) zu sein, qualifiziert jemanden nach heute geltenden Maßstäben nicht für eine “Chefredakteurs”position, im Gegenteil. Da sind völlig andere Fähigkeiten gefragt. Leidlich lesbar und nicht allzu sachunkundig schreiben zu können, ist lediglich eine erwünschte Zusatzqualifikation. Wichtiger ist, vor “Entscheidern” mit blendender Rhetorik daherreden und die “Marke” (den TItel) dem Publikum verkaufen zu können.
Wer noch Illusionen hegt hinsichtlich des Chefs als Primus inter pares der Redaktion, hat vermutlich nie einer Chefredakteursrunde auf dem Podium eines Medientage-”Gipfels” gelauscht. Spätestens bei so einem Schaulaufen der Keeses, Reitzs und Vorkötters wird einem klar, dass die mentale Distanz dieser Führungskräfte zum normalen Redakteur mindestens so groß sein muss wie die zwischen einem Telekom-Vorstand zu einer Callcenter-Teilzeitkraft.
Falscher Film? (Jedem das Seine)
@Malte
For a few dollars more (Für ein paar Dollar mehr)
@Bodo
The Godfather (Der Pate)
@Christian
Le Samourai (Der eiskalte Engel)
@Mahlzeit
The Thing – Das Ding aus einer anderen Welt
@Schickler
Once upon a time in the west… (Spiel mir das Lied vom Tod)
@Belegschaft
The Silence of the lambs (Das Schweigen der Lämmer)
@WMG
Titanic
Fernsehen für Fortgeschrittene: (Wir haben euch durchschaut!)
@Gewissenlose Kapitalisten ohne Moral
Aufstand der Tiere (1954) und Animal Farm (1999)
1984
Moderne Zeiten
Filmfeste für Fans: (Wir geben niemals auf, kämpfen immer
weiter und enthüllen!)
@Alle Aufrechten und Unbeugsamen mit Anstand und Ehre
Die Verurteilten
Braveheart
Der mit dem Wolf tanzt
Gladiator
12 Uhr mittags
Stirb langsam
Fight Club
Der Soldat James Ryan
The Untouchables (Die Unbestechlichen, 1987)
All the President`s Men (Die Unbestechlichen, 1976)
Wir sind die WAZ – GEGEN DIE WAZ-AXT – Nix tun nützt nix.
Wer ist eigentlich “Z”? Der soll aus Mülheim stammen und eine Art Kaputtmacher sein.
“Z” … ist das nicht so ein zwangsgestoppter Aufklärungsfilm?
[...] man das nicht tut, hat anscheinend schon “Waz”-Chefredakteur Ulrich Reitz demonstriert. Besorgte Redakteure mit “Mahlzeit” zu einer Betriebsversammlung zu begrüßen, strahlt schon eine bemerkenswerte Ich-nehm-die-Sache-hier-nicht-ernst-Haltung [...]