Medienmoral

Malte Hinz neuer WR-Chefredakteur

Die Nachricht schlug am Abend ein wie eine Bombe:

“Kathrin Lenzer, Chefredakteurin der “Westfälischen Rundschau”, hat gekündigt und wurde mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Ihr Nachfolger soll Malte Hinz werden, langjähriger Redakteur, Betriebsrat und Vorsitzender der Deutschen Journalistenunion in der Gewerkschaft verdi. Ein WAZ-Sprecher bestätigte am Donnerstagabend einen entsprechenden Bericht der “FAZ” (Freitagsausgabe).

Die spektakuläre Personalie kommt passend zu einer Betriebsversammlung am Freitag, bei der die Sparpläne für die vier Titel der Gruppe in NRW erörtert werden. Bereits am Donnerstag war durchgesickert, dass die Unternehmensberatung Schickler in einer Expertise den Abbau von 261 Stellen vorgeschlagen hat, davon 209 in den Lokalredaktionen. Geplant ist zudem die Einrichtung eines zentralen “Content-Desk” in Essen, von dem die Mantelteile von drei der vier NRW-Teile bestückt werden sollen.” (Quelle: Kress)

Neuer stellvertretender Chefredakteur ist der bisherige Dortmunder WR-Lokalchef Frank Fligge.

Beide waren am Abend Gast auf einer Abschiedsfeier zweier Kollegen in einer Kneipe vis a vis vom Rundschau-Haus. Während im Blog die Personalie auch kritisch diskutiert wird, überwog bei den Kollegen vor Ort Freude und Erleichterung über die Entscheidung.

99 Kommentare zu “Malte Hinz neuer WR-Chefredakteur”

  1. Maikam 05.12.2008 um 02:03

    Jetzt sind wir tatsächlich allein, ganz allein. Das Gewerkschafts-Schwergewicht wird Chef und wechselt mit wehenden Fahnen die Seite. Gute Nacht, Rundschau, alles Gute, gute Nacht Meinungsvielfalt, gute Nacht WAZ-Modell – willkommen in der schönen neuen Hinz-Hombach-Reitz-Welt. Glückwunsch zu diesem Schachzug. Aber kampflos werden wir Kündigungen und Schließungen von Redaktionen nicht zulassen. Die Redaktionen werden kämpfen – ob mit oder ohne Gewerkschaft an unseren Seiten. Jetzt kämpfen wir um unseren Arbeitsplatz. Wartet ab!

  2. Robertam 05.12.2008 um 07:39

    Was heißt hier SChwergewicht? Der Chefredakteur dürfte 20.000 € im Monat verdienen und ver.di hat einen guten Beitragszahler.

  3. Doppel-Mergeam 05.12.2008 um 07:46

    @maik
    Wir sind nicht allein. Vor allem sollten wir uns nicht einreden, Maltes Wechsel wäre ein Signal für uns. Aufgeben iss nicht, da können Hombach und Nienhaus und Reitz noch so tricky sein.
    .
    Heute kommt’s doch drauf an, zusammenzuhalten und gegen betriebsbedingte Kündigungen Frot zu machen, gegen Hombach, Nienhaus und Reitz.
    .
    Was Malte angeht: Bleibt fair und hört ihn auch dazu. Und: Die Gewerkschaft war nie Malte Hinz alleine. Das sind wir alle. Und wir sollten jetzt erst einmal anfangen zum kämpfen, Hinz hin, Reitz her.

  4. Davidam 05.12.2008 um 08:26

    Mein Papa hat mir immer gesagt: Werde misstrauisch Junge, wenn Du unten im Loch sitzt und Steine kloppst. Und von oben, ganz oben vom Rand ruft einer in die Dunkelheit, mach kräftig weiter, ich vertrete hier Deine Interessen.

  5. Henkam 05.12.2008 um 08:44

    Nun mal gemach, Kollegen. Gebt Malte doch erst einmal eine Chance. Ich glaube nicht, dass er sich so schnell verbiegt. Es ist doch immer noch besser, einen Chefredakteur mit BR- und Geschwerkschaftshintergrund zu bekommen als einen farblosen, willfähigen Mit-Kahl-Sanierer. Falls er sich wirklich hat “kaufen lassen”, wäre ich bitter enttäuscht. Glauben will ich das (noch) nicht.

  6. wundervonlourdesam 05.12.2008 um 08:47

    @David: Malte vertritt seit locker 25 Jahren unsere Interessen und hat seine Sache – so weit ich das beurteilen kann – immer gut gemacht. Ich bin sicher, er wird auch weiterhin integer arbeiten. Ich glaube zum Beispiel, dass mit ihm keine betriebsbedingten Kündigungen zu machen sein werden. Ach, noch etwas David: Hat Dein Papa Dir nicht gesagt, dass Du Dich genauso gut selbst engagieren könntest? Hat er Dir nie Wege aus dem Brunnen aufgezeigt? Ich finde auch, dass Steinekloppen nicht gerade ein gutes Lebensziel ist.

  7. Robertam 05.12.2008 um 08:57

    @wundervonlurdes
    Also werden in der WR keine Arbeitsplätz abgebaut – wo anders ja. Das ist doch schon mal ein Erfolg des neuen Chefredakteurs.

  8. Chrisam 05.12.2008 um 08:59

    @ wundervonlourdes: Wenn du so begeistert von Herrn Chefredakteur Hinz bist, dann lies doch mal den Beitrag von einem -F- im Artikel “Ernstverhaltene Stimmung”. Da klingt längst nicht alles so rosarot. Da schießt er erst diese blutjunge Chefredakteurin ab, veranstaltet fast schon eine Treibjagd auf sie, anstatt sie an die Hand zu nehmen und ihr zu helfen, ihr Team zu führen. Pfui, ich werde aus verdi austreten, mir reicht dieses Schauspiel. Unten soll stillhalten, ich fühle mich als Steigbügelhalter ausgenutzt.

  9. wundervonlourdesam 05.12.2008 um 09:08

    @chris: oh Gott, das arme, blutjunge Reh. Ihr habt sie nicht erlebt Leute. Eis in den Adern.

  10. Ex-Kollegeam 05.12.2008 um 09:20

    An die Fans von Hinz:
    Was erhofft ihr euch?
    Dass er euch heute zum Kampf gegen die Pläne zur Schließung und Zusammenlegung von Redaktionen aufruft? Die hat er mit ausgearbeitet…
    Dass er den Leuten bei den Kündigungsgesprächen netter in die Augen schaut als sein Kollege Reitz?
    Dass er die WR rettet? Ohne eigene Mantelredaktion, mit angeblich 100 Kollegen im Lokalen weniger?
    Wenn man die WR mit einem Schiff vergleicht, dann wird ihr heute mitten in einem Eisfeld das Ruder und der Motor weggenommen. Da ist völlig egal, wer der Kapitän ist.

    Und noch etwas: Das Schlimmste am heutigen Tag sind nicht die Kündigungen, sondern der journalistische Einheitsbrei mit dem die ganze Region künftig leben muss.

  11. Wie schönam 05.12.2008 um 09:21

    “Beide waren am Abend Gast auf einer Abschiedsfeier zweier Kollegen in einer Kneipe vis a vis vom Rundschau-Haus. Während im Blog die Personalie auch kritisch diskutiert wird, überwog bei den Kollegen vor Ort Freude und Erleichterung über die Entscheidung.”
    .
    Am Vorabend der Veranstaltung, in der über 200 Kolleginnen und Kollegen das berufliche Aus verkündet wird, feiern die Jungs im Kreise derer, die ihnen beim “Absägen” erfolgreich zur Seite standen. Ich hoffe, das Bier hat geschmeckt.

  12. lachhaftam 05.12.2008 um 09:44

    Typisch Gewerkschaftler. Aber das habe ich an anderer Stelle ja schon geschrieben. Und nochmal: Wann geht es nach Rio?

  13. Gereitzteram 05.12.2008 um 09:44

    Widerlich, der alte Trick der Bosse funktioniert also immer noch. Es ist aber keineswegs das erste Mal, dass Gewerkschaftsfunktionäre oder Betriebsratsmitglieder eingekauft, geschmiert und damit ruhiggestellt werden. Beispiele gibt es ohne Ende, bei Veba, VW und anderswo.
    Malte Hinz ist auch nur ein schwaches Würstchen, dem das Hemd näher sitzt als der Rock. Ich habe noch nie erlebt, dass diese pseudo-sozialen Gewerkschaftstypen derart unsittliche Anträge von Geschäftsführungen jemals abgelehnt haben. Sie haben immer schön die Hand aufgehalten – und waren damit kassiert. Abscheulich zwar, aber der Mensch ist eben auch nur eine schwache Sau.
    Wenn jemand glauben sollte, Hinz könnte die WAZ-Spielweise in irgend einer Form beeinflussen, der irrt gewaltig. Der neue WR-Chefredakteur wird vielmehr das Spiel rasanter gestalten, kenntnisreich tricksen und den Bossen den Ball direkt in die Beine spielen – unter Beifall der Besitzer. Dafür gibt’s dann ja auch gutes Geld, das beruhigt natürlich gewaltig das eigene soziale Gewissen.
    Bin mal gespannt, wie ver.di und DJV auf diesen eleganten Schachzug des WAZ-Managements reagieren werden. Malte, hau rein!

  14. lachaftam 05.12.2008 um 09:48

    Habe was vergessen: Hansen. Transnet.

  15. Im Auftrag des Herrnam 05.12.2008 um 11:11

    Na, ‘n krisensicherer Job ist das auch nicht. Haben ja neuerdings eine kurze Halbwertszeit, die WR-Chefs und -Chefinnen.

  16. Unglaublicham 05.12.2008 um 11:13

    dju Berlin-Brandenburg fordert den sofortigen Rücktritt von Malte Hinz als dju-Bundesvorsitzenden sowie von allen Gewerkschaftsämtern

    Der Landesvorstand der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten Union (dju) Berlin-Brandenburg in ver.di fordert den sofortigen Rücktritt des dju-Bundesvorsitzenden Malte Hinz. Hinz war bisher Betriebsratsvorsitzender der Westfälischen Rundschau (WR) und Sprecher der Betriebsräte der WAZ-Titel in NRW. Gestern wurde er zum WR-Chefredakteur ernannt, nachdem die Chefredakteurin Katrin Lenzer gekündigt hatte. Die WR ist Teil der WAZ-Gruppe, die u.a. bei ihren Titeln in NRW rund ein Drittel der 900 Redakteursstellen streichen will.

    dju-Landesvorsitzender Matthias Gottwald: „Wer sich an der Umsetzung des Kahlschlagkonzepts von WAZ-Superchefredakteur Reitz auch noch beteiligt, kann als dju-Bundesvorsitzender nicht mehr die Interessen der von Kündigung bedrohten Kolleginnen und Kollegen vertreten – auch nicht der Kollegen von Süddeutscher Zeitung, von G+J, vom Berliner Verlag, vom Handelsblatt oder anderswo.“ Hinz solle auch umgehend alle weiteren Ämter in der Gewerkschaft niederlegen.

    Die WAZ-Gruppe plant, Lokalredaktionen ihrer Titel in NRW zu schließen bzw. zusammenzulegen. „Dies ist eine Erosion in der Medienlandschaft, die Pressevielfalt wird immer weiter eingeschränkt“, sagte Gottwald. „Es ist unerträglich, wenn der Verhandlungsführer der WAZ-Betriebsräte mitten in so einer Auseinandersetzung zur Gegenseite überläuft. Dies schadet den WAZ-Kollegen, der dju, ver.di und den Mitgliedern.“

  17. Gewerkschafteram 05.12.2008 um 11:35

    Hallo dju!
    Ihr habt ja immer so gern über den DJV als Chefredakteursgewerkschaft gespottet! Na dann: Willkommen im Club!

  18. Ab heute Ex-dju-leram 05.12.2008 um 11:54

    Mit dem Seitenwechsel unseres Bundesvorsitzenden Malte Hinz hat sich die dju in ver.di völlig diskreditiert. So etwas hätte ich niemals für möglich gehalten. Alle dju-Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich heute morgen gesprochen habe, sehen das genauso.

    Für mich gibt nur eine Konsequenz, damit ich auch morgen noch in den Spiegel schauen kann: Die Kündigung meiner Mitgliedschaft. Und das nach mehr als 20 Jahren, in denen ich als angestellter Redakteur der dju vertraut habe.

    Es ist zum Kotzen. Und das ist noch harmlos ausgedrückt.

  19. Ab heute Ex-dju-leram 05.12.2008 um 11:56

    Liebe Kollegin Klebon,

    mit dem Seitenwechsel unseres Bundesvorsitzenden Malte Hinz hat sich die dju in ver.di völlig diskreditiert. So etwas hätte ich niemals für möglich gehalten. Alle dju-Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich heute morgen gesprochen habe, sehen das genauso.

    Für mich gibt es nur eine Konsequenz, damit ich auch morgen noch in den Spiegel schauen kann: den sofortigen Austritt aus der dju. Das Schreiben habe ich heute morgen schon zur Post gebracht. Und das nach mehr als 20 Jahren, in denen ich als angestellter Redakteur der dju vertraut habe.

    Es ist zum Kotzen. Und das ist noch harmlos ausgedrückt.

  20. Ex-Kollegeam 05.12.2008 um 12:05

    taz von heute:

    “Bei einer Abschiedsfeier zweier WR-Kollegen am Donnerstagabend, an der auch Hinz teilnahm, soll eine Stimmung wie bei der US-Wahlparty der Demokraten geherrscht haben, berichten Teilnehmer der Feier.”

    Und das am Vorabend dieser für viele Mitarbeiter (und Leser) folgenschweren Betriebsversammlung. Irgendwie scheint sich das engere Umfeld des neuen Chefs gestern keine Sorgen gemacht zu haben. Warum nur?

  21. leserinam 05.12.2008 um 12:15

    Vielleicht haben sich Hinz und seine Kollegen/Kolleginnen auch nur gefreut, dass einer ‘von uns’, dem die Bedürfnisse der Angestellten schon seit Jahrzehnten am Herzen liegen, jetzt endlich in einer Position ist, in der er auch etwas ändern kann. Glaubt ihr tatsächlich, dass mit einem Gewerkschaftler jetzt noch betriebsbedingte Kündigungen seitens des Vorstands durchgesetzt werden können? Ich habe Vertrauen in Malte Hinz!

  22. Glockeam 05.12.2008 um 12:26

    Liebe dju-ler, tretet nicht aus. Es gibt jede Menge aufrechte Gewerkschafter – außer Malte Hinz. Die Berlin-Brandenburger Kollegen haben es doch schon vorgemacht. Bleibt drin – eben trotz Malte Hinz und wehrt Euch gegen die Reitz/Hombach/Nienhaus-Pläne, die er jetzt miträgt. Nur organisiert kann man etwas dagegen tun und offensichtlich gibt es bei Euch auch noch genug aufrechte Kolleginnen und Kollegen.
    Hatte nicht Kajo Döring, der neue DJV-Hauptgeschäftsführer, auf der letzten Betriebsversammlung nach der Rede von Hinz als Verhandlungsführer die Kollegen von WAZ, WR, NRZ und WP zur Wahl dieser Betriebsräte noch beglückwünscht?

    Also weiterkämpfen für alle Titel, Mantelredaktionen und Lokalredaktionen.

  23. Siegfried Heimam 05.12.2008 um 12:58

    Hallo Malte,

    Vor drei Wochen bei den Tarifverhandlungen in Hamburg und die Jahre vorher habe ich Dich als erfahrenen Gewerkschaftskollegen schätzen gelernt.

    Es gibt aber eines, was man als Gewerkschafter und Betriebsrat auf keinen Fall tun darf (dieses Blog heißt ja “Medienmoral”): Vor, während oder nach einem betrieblichen Konflikt auf die Arbeitgeberseite wechseln (schon gar nicht beim selben Arbeitgeber).

    Die Austritts-Reaktion hier sollte Dir – bei allem Chefredakteurs-Schmerzensgeld – vor Augen führen, dass Du allen Kollegen in der dju und in ver.di den größtmöglichen Schaden zugefügt hast.

    Und noch eins: ich bin auch Betriebsrat und weiß, dass man nicht von heute auf morgen Chefredakteur wird. Da gehen üblicherweise lange Vertragsverhandlungen voraus!

    Deshalb von mir hier keine guten Wünschen für die Zukunft. Die gehen an die Kollegen, die jetzt in ihrer schwierigen Situation einen Kampf auch gegen Dich führen müssen.

  24. wizzardam 05.12.2008 um 13:16

    @ex-kollege. die ankündigung, er sei nicht plötzlich ein anderer mensch geworden in der taz zeugt doch mindestens mal von naivität. wer, wie siegfried heim richtig sagt, offenbar schon lange verhandelt, hat sich möglicherweise auch für sich selbst schon die richtigen ausreden zurecht gelegt. wie soll man sonst morgens noch in den spiegel schauen können. eine zünftige feier am vorabend der angekündigten entlassungen kann da vielleicht auch noch helfen. die dju wäre gut beraten, wenn sie der forderung der berliner/brandenburger folgt. sonst schafft es ein einzelner, eine ganze gewerkschaft in misskredit zu bringen. aber dem betroffenen scheint es ja herzlich egal. hauptsache der eigene a.. ist gerettet. gibt es für ihn jetzt eigentlich auch einen q7?

  25. Noch noch wegam 05.12.2008 um 13:32

    @Glocke Wer repräsentiert denn eine Gewerkschaft, wenn nicht ihr Vorsitzender? Malte Hinz IST die dju in ver.di, kraft seines Amtes. Nicht er allein, aber er vor allem.

    Was aber ist eine Gewerkschaft noch wert, deren oberster Vertreter mitten in der schwersten Auseinandersetzung, die sein eigener Betrieb jemals hatte, die Fronten wechselt? Nichts. Gar nichts. Nein – viel schlimmer noch: Sie schadet ihren Mitgliedern.

    Einen schlimmeren Vertrauensmissbrauch kann ich mir nicht vorstellen. Man muss sich schämen, ein dju-Mitglied zu sein.

  26. Ex-Kollegeam 05.12.2008 um 13:58

    Ich denke, dass Malte Hinz nie der saubere Arbeitnehmervertreter war, fuer den er allgemein angesehen wurde. Als es um die Festanstellung seiner im Hause beschaeftigten Freundin ging, konnte er es auf einmal sehr gut mit dem damaligen stellvertretenden Chefredakteur “Tarzan” Karl-Heinz Evers.

  27. Ex-Kollegeam 05.12.2008 um 14:12

    @Ex-Kollege
    Können wir uns darauf verständigen, dass jeder einen anderen Namen benutzt?

  28. Holger Artusam 05.12.2008 um 14:49

    In Berlin und Hamburg wehren wir uns gegen den Abbau von Arbeitsplätzen der Mecom-Gruppe. Wir organisieren Beschäftinge in ver.di und organisieren uns in Aktionsausschüssen und einer zentralen Tarifkommission. Es gibt Warnstreiks und Aktionstage, unsere niederländischen Kollegen/inenn unterstützen und wie umgekhrt. Die Antwort auf die Verleger in 2008/2009 ist nur die: Sind wir in der organisierten Stellung und verstehen uns die Beschäftigten in Verlag und Redaktion, dass wir uns wehren müssen, selbstorganisiert. Wer in einer für die Zukunft zugespitzen Frage des Stellenabbaus in den Redaktion sich für seine Stellung entscheidet, entscheidet sich gegen die Selbstorganisation. Wir müssen aus allen Redaktionen den Kolleginnen und Kollegen der WAZ zu Seitze stehen. wenn sie auf die Straße gehen. Es gibt Alternativen zum Abbau: Wehren wir uns organisiert, meinetwegen auch im Bündnis mit den Chefredaktionen. Das ist dann ganz praktisch: EIn Chefredakteur lehnt für den Etat 2009 alle Streichungen ab. So geschehen von der Chefredaktion der MOPO als Montgomery uns gekauft hatte. Es ist einfach! ZU verstecken ist billig

  29. Maria Grappaam 05.12.2008 um 15:22

    Warum macht Hinz das? Kapitän auf einem sinkenden Schiff zu sein, ist ja nicht gerade prickelnd!

  30. Davidam 05.12.2008 um 15:49

    @ wunderoflourdes

    Mein Papa hat mir geraten, mich um meinen Arsch selber zu kümmern. Guter Tipp.

    Auch das ein Ansatz für Gewerkschaftsarbeit. Es hilft nicht, sich an die Schulter der Chefs zu hängen, sei es DJU-Boss Hinz oder Transnet-Boss Hansen. Wer sich auf die verlassen hat, war verlassen.

    Es geht darum, sich mit den Kollegen im Loch einig zu sein. Die können zusammen etwas bewegen.

    Leider muss ich sagen, geht das selten, weil immer Leute nach oben auf die Kerls am Lochrand lucken und hoffen von denen raufgezogen zu werden. Auch wenn sie Dir nur raten, damit alles gut ausgeht, wenn nur Du an Deinem Platz tiefer gräbst.

    Was ich damit sagen will: Vertrau Du nur ruhig Deinem Hinz. Wenn er Dich rausschmeißt, wird er Dich aus Rehbraunen Augen weidwund anschauen und unter Tränen schluchzen, dass es ihm ach so leid tut, gerade Dich nicht retten zu können.

    In diesem Sinne,

    Grüße David

  31. Henkam 05.12.2008 um 15:55

    Das glaube ich ja alles nicht, was hier über einen langjährigen verdienten Kollegen so alles ausgeschüttet wird. Die Moserköppe sollen sich mal fragen, wo waren sie denn, als Redakteure auf die Straße gegangen sind. Sie haben ihre Interessen bei Tarifauseinandersetzungen den Druckerkollegen überlassen, haben kräftig Notausgaben produziert, dulden es heute noch (und sind teilweise stolz darauf), dass entgegen aller gültigen Tarifverträge Freie für Hungerlöhne in ihren Redaktionen arbeiten. Sie waren zu feige Stundenzettel auszufüllen und sie der Chefredaktion vorzulegen, um damit zu dokumentieren, wie sie wirklich knechten müssen. Sie hatten nicht das Rückgrat, bei NEIN zu sagen, als die Oline-Zuarbeit kam, SMS-Nachrichten eingeführt wurden. Sie stellten sich bei Werbeveranstaltungen wie selbstverständlich auf Marktplätze und verteilten Give-Aways. Als die Geschäftsstellen dicht gemacht wurden, druckten sie anstandslos die Mitteilung “Wir verbessern den Service für unsere Leser.” Das ist Heuchelei. Auch mir hat man eine Redaktion dicht gemacht und den Sessel unter dem A… weggezogen. Die WR-Kollegen damals wischten sich den Angstschweiß von der Stirn und waren froh, dass es sie nicht erwischt hatte. So viel nur zur gewerkschaftlichen und kollegialen Solidarität. Genau das wird jetzt wieder geschehen, machen wir uns nichts vor. Wir Redakteure schreiben, mosern, kommentieren über alles und jeden – aber wenn wir mal die Zähne auseinaner machen und Rückgrat zeigen müssen, dann verstecken wir uns unter unsere Schreibtische. Wenn jetzt ein Kollege, der in den vergangenen Jahren in erster Front für die Interessen der KollegInnen da war der Chefredakteurs-Sessel geneidet und er als Verräter zum Rücktritt aufgefordert wird, dann überlege ich mir auch den Austritt nach fast 30 Jahren IG Druck, IG Medien und zuletzt ver.di. – davon 18 als BR-Mitglied und 25 als Funktionär. Das ist nicht mehr meine Gewerkschaft.

  32. Sauerlaenderam 05.12.2008 um 16:34

    Als interessierter Aussenstehender sage ich: Es ist wirklich unglaublich, was bei euch abgeht. Den “Trick”, hohe Gewerkschaftssekretäre auf “die andere Seite” zu ziehen, hat mein Arbeitgeber früher auch schon aufgeführt. Letztendlich geht es nur um Karriere und Geld, alles andere ist drittrangig. Je höher die Position, desto skrupelloser die Personen.

    Es gingen bei uns durch die Fahnenflucht zwar langjährige Freundschaften kaputt, das Arbeitsklima war noch vergifteter, das Tischtuch endgültig zerschnitten, aber wer sitzt immer am längeren Hebel? Der Arbeitgeber. Friss oder stirb.

    Ich werde weiterhin diesen Blog verfolgen, der Blog ist spannender als manche WP. Ich hoffe, das ihr gut aus diesem Zirkus rauskommt.

  33. nix000am 05.12.2008 um 16:53

    Wer soll es denn noch richten bei der WR, wenn nicht ein journalistisch hoch qualifizierter WR-Insider, der seit vielen Jahren das mehrheitliche Vertrauen der Belegschaft hinter sich weiß?

    Die Entscheidung, dem durch und durch kompetenten Schrotthofer die hilflose Katastrophenfrau Lenzer nachfolgen zu lassen, war ein Fehlgriff, den man einem solchen Verlag eigentlich nicht zutraut. Hat vor ihrer Festeinstellung mal ein Psychiater mit ihr gesprochen? Vermutlich nicht. Dann wäre sie nicht eingestellt worden.

    Die Dame Lenzer, die tagtäglich mit Naivität die Redaktionskonferenz nur kraft ihres Amtes vergewaltigten konnte, konnte es jedenfalls nicht. Ihr liebenswerter, etwas murriger Stellvertreter Ernst Heßmann hätte nie Stellvertreter werden dürfen. Einfach überfordert.

    Die WR ist wie 1974 in einem Zustand, den man mit konkursreif beschreiben kann. Man kann die WAZ kritisieren, aber ohne WAZ würde die WR u. a. wegen ihres sehr problematischen und kostenintensiven Verbreitungsgebietes am Ende des Jahres 2009 nicht mehr geben. Da hat’s die WAZ im Ruhrgebiet halt einfacher.

    Also nicht nur meckern, sondern nachdenken. Kein Unternehmer pflegt auf Sicht seine Defizitträger, er schafft sie einfach ab.

    Malte Hinz sollte seine gewerkschaftlichen Funktionsmandate natürlich schnell niederlegen. Das wird er auch machen. Dass er die “Seiten wechselt” mit seiner bekannten sozialen Ausrichtung – wo ist das Problem für WR-Mitarbeiter?

    Und dann sollte er, der Malte, einen Kreis von engagierten WR-Menschen (die es wirklich und reichlich gibt, von der Dame L. aber nur als störend beiseite geschoben worden sind) um sich versammeln, denen es darum geht, einen Rettungsplan zum Überleben dieser wertvollen Zeitung zu entwickeln. Sie ist in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes die bessere Alternative zur örtlichen Konkurrenz. Kann es sein, dass sich das nicht vermarkten lässt?

    Alle jetzt erst einmal fauchenden Kollegen rate ich dringend, über Alternativen nachzudenken. Die sind nicht gerade toll.

  34. Ex-Kollegeam 05.12.2008 um 17:30

    @henk:
    Wir kennen uns seit langem und ich teile deine Vorwürfe in Richtung zahlreicher Kollegen, die im entscheidenden Moment meist nicht den Arsch hochbekommen haben. Wie oft uns früher die Drucker bei Streiks gerettet haben, finde ich heute noch peinlich.
    Aber dennoch: Was Malte gemacht hat, geht so nicht.
    Ich glaube nicht, dass er sich hat kaufen lassen. Ich denke, er ist Opfer seines übergroßen Egos geworden: Er glaubt vermutlich wirklich, dass er eine echte Chance bekommt, die WR zu retten. So naiv ist vermutlich auch die zu Recht kritisierte Lenzer in das Abenteuer gestartet.
    Und dann wird er eines Tages erkennen, dass auch er nur benutzt wurde, um das vor die Wand fahren der WR geräuschlos zu ermöglichen.
    Wie oft hat das Kapital schon diesen Trick benutzt? Gib den Linken die Zügel in die Hand, wenn das Pferd kurz vorm verrecken ist.
    Und wir lernen nicht draus…

  35. Holger Artusam 05.12.2008 um 18:45

    @nix000:
    Die WR schreibt keine roten Zahlen in 2007 und 2008 ist noch nicht bilanziert! Die DDVG als Mitgesellschafter schreibt über 2007 “ein höheres Ergebnis vereinnahmt werden konnt als 2006.” (Geschäftsbericht 2007). Wenn sie rote Zahlen schreiben sollte (Monat, Monate etc.), so ändert das ein/e Chefredakteur/in nicht, hat keinen grundlegenden Einfluss darauf! Die Auflage und Reichweite werden in diesem Jahrzehnt nicht mehr so gravierend steigen. Der Wert einer Chefredaktion kann aus kaufmännische Sicht daran bestehen, dass das Blatt so aufgestellt ist, dass die Käufer bereit sind, für den geschaffenen (Zusatz)Nutzen mehr zu bezahlen. Sprich Copypreiserhöhung. Das ist in einer Rezession eher gefährlich. Die Anzeigenpreise werden nicht über 2 % steigen (habe keine Ahnung bei der WR). Wenn eine Zeitung in eine Schieflage gekommen ist, dann muss man den Punkt suchen, wo es passiert ist, um die Schlußfolgerungen zu ziehen. Der Weg zu Genesung klappt nicht mir einem Wurf. Sanierung, Restrukturierung, Neupositionierung und Markterfolg sind hier die Stichworte. Wenn als die WR rote Zahlen schreibt,.dann steht sie vor einer Sanierungsphase. Wenn man in dieser Zeit Chefredakteur/in ist, keine schöne Zeit, denn man kann nicht … für Erfolg verkaufen. Es gibt schnöde Zahlen, die erreicht werden müssen. Die Parameter sind Aufllage X, Anzeigen Y, Redaktionskosten Z usw. Werden die nicht erreicht, werden die Größen verändert. Mit Team ist da keine Kuruskorrektur zu erreichen. Die Kaufleute entscheiden und diesen Zahlen ist auch eine Chefredaktion untergeordnet – sonst gibt es keinen Vertrag.

  36. Peteram 05.12.2008 um 18:55

    Hört doch auf, Malte Hinz in dieser Weise anzugehen. Er ist bestimmt erfahren und verantwortungsbewusst genug, um genau zu wissen, was er macht. Gebt Malte Zeit und unterstützt ihn darin, das Schiff WR wieder richtig flott zu machen. Er kann es, gemeinsam mit uns, schaffen, da bin ich sicher.

  37. günterhammeram 05.12.2008 um 19:08

    @nix000 @wundervonlourdes:
    Naivlinge, allzumal, und Nachplapperer. Es ist ja so einfach, den souveränen Schrotthofer heiligzusprechen und das Mobbingopfer Lenzer dem Höllenfeuer zu übereignen. Seht Euch doch mal Schrotthofers Personalpolitik an, wo der einen fachlichen Idioten sah, hat er ihm Leitungsfunktionen übertragen. Und den Arbeiterführer Malte Hinz hat er durch Aufstieg zum Lokalchef korrumpiert – Hombachs jetziger Schritt ist da nur konsequent und quasi ein doppelter Schrotthofer. Kathrin Lenzer ist es zumindest gelungen, den Bünte- und Schotthofer-Protegé Dietmar Seher abzusägen und in die Düsseldorfer Diaspora abzuschieben (wo er leider immer noch genug Unheil anrichtet). Aber Hinz wird es jetzt richten – holt er vielleicht gar den Seher zurück? Zuzutrauen ist ihm nach dem Salto Mortale der letzten Tage alles. Das wäre ja auch mal ein hübsches Gespann – das frühere DKP-Mitglied Hinz und der Rechtsausleger Seher Arm in Arm. Denn merke: Bei der WR ist nichts mehr unmöglich. Danke, Schrotti!

  38. zeilenschinderam 05.12.2008 um 20:05

    Mit ihm wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben? Ach, ihr Träumer. 60 Lokalredakteure/-innen bei der WR müssen weg, Fotografen (=”Sachkosten”) nicht gerechnet. Da bin ich aber mal gespannt, wie er das macht ohne Kündigungen.

  39. Textflussam 05.12.2008 um 20:15

    Ach wie schön, wenn man endlich wieder eine Chance bekommt, all seine Häme und all seinen Zynismus über irgendwen und irgendwas auszuschütten. In der jetzigen Situation gar einen Hoffnungsschimmer zu sehen? Nein, das ist natürlich naiv und völlig weltfremd. Mit dieser Einstellung lässt sich einfach alles durchstehen – denn wenn es schlimm kommt, kann man ja weise sein Haupt schütteln und sagen: Seht Ihr, ich habe es Euch doch gesagt. Glaubt Ihr nicht, dass es auch verdammt viel Mut kostet, daran zu glauben, dass man etwas verändern kann? Ich habe Malte als jemanden erlebt, für den Solidarität nicht einfach nur ein Wort ist. Das mag für manche kitschig klingen. Aber alle, die nicht miterlebt haben, was Frau Lenzer in nicht einmal einem Jahr geschafft hat – nämlich aus einer motivierten, engagierten Gruppe von Redakteuren ein Häuflein sich gerade noch aufrecht haltender Schreiberlinge zu machen – der sollte vielleicht einfach den Mund halten, wenn es darum geht, dass die WR-Redakteure es gewagt haben, in dieser Zeit Freude über eine Entwicklung zu zeigen. Vielleicht könnten all diese Unkenrufer mal darüber nachdenken, was es bedeutet, wenn jetzt endlich wieder jemand da ist, der hinter den Leuten steht und bereit ist, sich für sie einzusetzen. Zynismus kann nun wahrlich nicht die Antwort auf alles sein!

  40. zeilenschinderam 05.12.2008 um 20:25

    Ja, dann mal los. Die Schlagzahl heißt “weniger als 60″.

  41. Istjadollam 05.12.2008 um 22:32

    “Ich habe Malte als jemanden erlebt, für den Solidarität nicht einfach nur ein Wort ist.”
    .
    Stimmt. Einem seiner fleißigen Helfer hat er ja sogleich den Posten des stellvertretenden Chefredakteurs besorgt. Darf der jetzt endlich seinen Bruder nachholen?
    .
    Das mit der motivierten, engagierten GRUPPE von Redakteuren ist niedlich – und verräterisch.
    .
    Egal. Der Arsch aller Intriganten, Speichellecker und Fähnchen im Wind Dreher (unter Schrotthofer und unter Lenzer) sitzt in spätestens zwei Jahren mit auf der Straße. Das lindert ein wenig den Zorn über so viel Hurerei.

  42. Blattspinatam 05.12.2008 um 22:39

    “…aller Intriganten, Speichellecker und Fähnchen im Wind Dreher (unter Schrotthofer und unter Lenzer)…”
    Da ist etwas Wahres dran. Und manche drehen jetzt schon ganz eilig ihr Fähnchen in die neueste Richtung. Alles dabei, was man aus dem deutschen Politbetrieb so kennt. Ehemalige IM-Spitzel, Wendehälse und so fort.

  43. Maxam 05.12.2008 um 23:34

    @henk: Wer wunderbar auf dem Schoß von seinem Landrat sitzt, der sich immer noch nicht öffentlich geäußert hat über die Schieflage – die WR Lüdenscheid ist ja nun mal leider besonders gefährdet – der schwingt sich hier auf und kritisiert die Kritiker von diesem Malte Hinz, der jetzt mit den Bossen ins Bett geht. Wunderbar, bald wird die WR zusätzlich mit den F-Brüdern (der zweite könnte doch wunderbar Kollegen HL im Sport ersetzen!!!!) zu Tode regiert. Und am Ende weinen alle, weil sie ja doch gar nicht mehr zu retten war, die gute, alte Dame WR. Leute, so nicht. Wir sind gut! Wenn auf Verlagsseite im Marketing enorme Kosten produziert werden und die doch so dollen Abowerber zu wenige Abos anwerben – es liegt nicht alles an der Redaktion. Unser GGF muss endlich akzeptieren, dass er seinen Job verfehlt hat. Er hat heute wunderbar gesprochen und viele, auch aus meiner Redaktion, begeistert. Aber er lenkt ab, sonst wäre er beim Auftritt des DJV-Vorsitzenden nicht so aus der Haut gefahren. Was für eine wunderbare Szene. Einheitszeitung? Dann bitte richtig. Einen Titel hätte ich schon: Der Westen! Und Frau Borchert darf täglich kommentieren? Wieso sind eigentlich ihre Kolumnen aus dieser WAZ/WR-Wochenendbeilage nicht online? Schämt sie sich für die Qualität?

    Wo sind unsere alten Chefredakteure? Herr Kiessler, melden Sie sich doch auch mal zu Wort! Herr Lehmann, Herr Bünte, was haben Sie denn noch zu verlieren! Retten Sie Ihre alten und jüngeren Kollegen, retten Sie Ihre Redaktionen! Und vom Verleger Meyer NRZ erwarte ich mehr, als alles abzunicken! Und an die WPler, lasst nicht zu, dass ihr noch mehr dezimiert werdet! Die Braunschweiger sollen auf das Hagener Niveau, nicht die Hagener auf das Braunschweiger! Wo sind wir denn hier?

  44. Beobachteram 05.12.2008 um 23:53

    @ Max,

    wird Herr Hombach krank, wenn der Landrat im Sauerland hustet?

  45. enttäuschteram 06.12.2008 um 02:38

    Na ja, bin als langjähriges dju mitglied schon arg angefressen.
    aber lassen wir die kirche mal im dorf, denn malte ist nicht die dju und die dju hoffentlich bald auch nicht mehr auf malte angewiesen.
    es ist zu einfach alles auf die vielen aufrichtigen dju mitglieder zu schieben. sollte malte tatsächlich die seiten gewechselt haben, dann wäre mein austritt schon wieder in seinem sinne, deshalb erst recht kein austritt meinerseits. das erhoffe ich auch von den anderen djv’lern wie dju’lern die gerade einen hals auf die gewerkschaften haben. verstehen kann ich das, das ist aber genau das, was sich hombach und reitz nun so sehr wünschen. für manche ist aber auch leicht, habe nix getan jetzt habe ich doch das beste argument weiter nix zu tun, ich schau mir den mageren Tarifabschluss an und mache am besten auch noch malte dafür verantwortlich, denn nach all dem nachdruck den die Mitglieder beider Gewerkschaften hier vorgelegt haben, war ja erschütternd. von nix kommt nix und hoffentlich machts ein anderer falsch. es nervt das hier immer nur nach dem geschaut wird was andere tun, viele wissen ja nichteinmal mehr wo ihre eigen nase eigentlich ist. wer verschickt denn hier keine briefe mehr weil zumwinkel sich a…..ig verhalten hat.
    jeder vierte ist chinese und idioten gibts überall, das sind wahrheiten, die für eine gewerkschaft aber nicht gelten dürfen.
    malte hätte was gut zu machen aber ich als dju’ler möchte ihn lieber keine gelegenheit mehr dazu geben – tritt zurück und gib den platz für die frei, die weiterhin unsere interessen vertreten. du hast sicher vieles anständige gemacht – aber das, zu dieser zeit geht leider garnicht HERR HINZ.

    in diesem sinne

    gute nacht!

  46. porschekilleram 06.12.2008 um 03:11

    @Textfluss – wann war das denn??

    “Aber alle, die nicht miterlebt haben, was Frau Lenzer in nicht einmal einem Jahr geschafft hat – nämlich aus einer motivierten, engagierten Gruppe von Redakteuren ein Häuflein sich gerade noch aufrecht haltender Schreiberlinge zu machen”

    Ich als einfacher Leser habe diese “motivierte, engagierte Gruppe von Redakteuren” z.B. nicht wahrgenommen, als es hier in Dortmund um 3do ging und da war Frau Lenzer ja noch nicht wirksam, oder?

    Einfachst nachvollziehbare und schnellstens recherchierbare Informationen zum Verhältnis zwischen Bahn, Land und Stadt wurden in 3-Monats-Abständen jeweils mit einem völligst unkritischen O-Ton-Header “Wir sind auf einem guten Weg!” weggewischt. Irgendwie musste man ja Langemeyer, Sierau & Co. am Prosecco-Schleimspürchen kleben bleiben.

    Ich kenne Frau Lenzer nicht, weiss auch nicht, was sie so alles (nicht) berwerkstelligt hat, aber wenn es wirklich eine persönliche Entscheidung mit all der fast einjährigen Erfahrung über gewisse “Mentalitäten” sowohl innerhalb der CR- als auch Manager-Clique war, das sinkende Schiff noch vor Oberkante/Unterlippe zu verlassen, dann gebührt ihr Respekt.

  47. [...] Gegenposition zu zeilenschinder et alii nimmt textfluss an anderer Stelle ein: “Ach wie schön, wenn man endlich wieder eine Chance bekommt, all [...]

  48. Blattspinatam 06.12.2008 um 13:19

    An günterhammer (5.12., 19:08 Uhr): Waren Sie eigentlich seinerzeit mutig genug, Ihre lächerliche Privatfehde mit den Herren Schrotthofer und Seher offen auszutragen? Oder haben Sie die zweifelhafte Courage nur hier?
    Die von Ihnen so geschätzte Dame L. hat die WR-Truppe erst gründlich demotiviert, hat sich sich in den letzten Wochen (als es unangenehm ernst wurde) so gut wie nicht mehr blicken lassen und ist dann völlig grußlos abgerauscht wie ein Phantom. Starke Bilanz, wenn man die Taktik der verbrannten Erde als Maßstab nimmt. Aber selbst sie hatte ihre Stiefellecker, die nun ganz dumm dastehen.

  49. Ex-Kollegeam 06.12.2008 um 18:21

    Ihr seid alle so armselig. Duckmäuser elende. Alle. Daher werdet ihr auch verlieren.
    Ich bestelle morgen die Zeitung ab. Ihr seid so erbärmlich.

  50. gepettoam 06.12.2008 um 18:25

    Arme WR! Die Personalentscheidung Fligge spielt dem Mitbewerber RN so richtig in die Karten. Den besten Schreiber aus Dortmund abzuziehen und zum 2. Chefredakteur zu ernennen, ist an Dämlichkeit nicht zu überbieten. Der Gute muss in der größten WR-Krise seit Mitte der 70er knallharte Personalentscheidungen treffen und einen Sozialplan absegnen. Davon versteht er so viel wie Bruce Darnell vom Boxen. Was den sonst so umsichtigen Malte Hinz ohne Not zu dieser Panikattacke geritten hat, weiß der Henker. Der wetzt schon das Fallbeil. Es geht weiter steil bergab. Die RN kann ihre Marketingoffensive getrost abbrechen. Die WR erledigt sich von alleine. Zu allererst werden die Lenzer-Günstlinge entsorgt, Wie Ernst (Heßmann) es ist, hat sich bereits am Freitag gezeigt.
    Halleluja!

  51. Kristallam 06.12.2008 um 20:00

    Es ist so leicht auf Kathrin Lenzer zu schimpfen. Hat sich mal jemand gefragt, mit welchem Hintergrundwissen sie diesen Job angenommen hat? Hat sich mal jemand gefragt, warum sie jetzt so gehandelt hat, wie sie gehandelt hat? Welche Chance hatte sie denn- offensichtlich keine! Schon als bekannt wurde, dass eine Frau die CR-Stelle antreten würden, haben sich die Fronten verhärtet. Eine Frau, in solch einer Position… das ist ein Unding, so die Meinung vieler! (Wie alt war Schrotthofer? ich glaube 38, als er bei der WR anfing, das Geld mit vollen Händen aus dem Fenster zu werfen). Aber das war ja ein ganzer Mann, ein Typ, der im Presseclub sein Antlitz leuchten liess, der schon von seiner Vita her natürlich der Heiland unter seinen Jüngern war. Bei ihm wurden munter Leute eingestellt, technisch hochmoderne Kommunikationsmöglichkeiten angeschafft und Menschen, die nicht in sein Bild passten, abgeschoben und in die Verzweiflung getrieben. Als der Name Kathrin Lenzer bekannt wurde, wurden schon im Vorfeld die Messer gewetzt, abschätzig geredet, Fähigkeiten in Frage gestellt und im schlimmsten Fall sogar Abschusspakte geschlossen. Damit war es aber noch lange nicht genug. Mit welchem Dreck, Schmutz und Abschaum sie sich in der schwierigen Situation der WR noch auseinander setzen musste, ist nur wenigen bekannt. Sie ist offen an diesen Job herangetreten, hat immer gezeigt und gesagt, dass sie für Gespräche, Hinweise und auch Kritik offen ist. In Anspruch genommen haben es nur wenige. Alte Hasen tun sich eben schwer damit, einer jungen Frau zu folgen. Teamarbeit, die gewünscht und gern gelebt worden wäre, wurde von vielen Kollegen nicht angenommen. Den Satz:”Das war hier schon immer so und so muss es bleiben” konnte man von eben diesen alten Hasen immer hören. Kathrin Lenzer ist verheizt worden, wissentlich und mit der ganzen intriganten Macht der …. na von wem wohl. Es ist doch nur verständlich, dass dann die Kollegen, die sich für unfehlbar hielten, nur zu gerne mit in diese Kerbe reingeschlagen haben. Die Frechheit des Herrn Hombach, sich über die Kündigung Kathrin Lenzers aufzuregen schlägt dem Fass den Boden aus. Hat er aber geschickt gemacht, die Kündigung bis zu Vorabend der Betriebsversammlung zurück zu halten. So konnte er als bedauernswerter Herrscher auftreten und seinen seit mehr als einem Jahr heimlich geförderten Malte Hinz zum Retter berufen. Dass eben dieser Malte Hinz weinend über die Flure der WR rannte, als Schrottfhofer seinen Rücktritt ankündigte, zeigt mehr als deutlich, wie schlecht die Karten für Kathrin Lenzer standen. Dieser Malte Hinz verfasste einen Brief im Namen der WR-Belegschaft, in dem er mitteilte, dass diese schockiert über den Weggang Schrotthofers sei, was die Belegschaft zu großen Teilen nicht teilte. Merkwürdigerweise wurden solche Informationen aber nicht nach aussen offen gemacht. Wirklich schockierend ist aber, wie ein Betriebsratsvorsitzender und DJU Bundesvorsitzender mit die Säge am Stuhl Karthrin Lenzers bedient hat. Herr Hinz: Hochmut kommt vor dem Fall!!!! Ein fragwürdiges Lebenswerk!!!!

  52. gkam 06.12.2008 um 20:14

    Interessant, Eure Beiträge. Nur eine Frage: Wollt Ihr und wie wollt Ihr die WR als anerkannte Regionalzeitung erhalten, und vor allem mit wem? Ich habe mir jetzt lange die Beiträge zu Gemüte geführt – nur eine Vision, die Kolleg/inn/en und eine Zeitung nach dem Lenzer-Desaster nach vorne trägt, habe ich im Gesamt-Gestöhne nicht gelesen. Kurz: Wenn Ihr ein besseres Spitzenduo als Malte und Frank, die sich durch ihre Arbeit ausgewiesen haben, kennt, dann sagt es doch. Oder geht es nicht um die Zeitung, um die WR, sondern nur um Euer eigenes kleines (Ruhestands-)Gehalt und eine große demonstrierte und in den vergangenen Jahren nie praktizierte Widerständigkeit?

  53. Ex-Kollegeam 06.12.2008 um 21:17

    Günther, Du hast Recht. Vorschläge zur Verbesserung der WAZ-Titel:
    -drastische Reduzierung des Einwickelpapiers zu Gunsten des Hauptteils (Lokales)
    -Geschäftsstellen und Redaktionsbüros in allen Orten des Verbreitungsgebietes
    -mindestens 1,2 Stellen pro Lokalseite
    -mehr Geld für die Zeitungsverteiler (Weihnachtsgeld) und die Freien (Tarifvertrag)
    -Gehaltsanpassung der Festangestellten an die Auflagenentwicklung (positiv wie negativ)
    -überall ausgebildete Fotografen (in angemessenen Gebieten)
    -Besetzung der Lokalredaktionen von 8 bis 23 Uhr (Schichtdienst)

  54. Klappezuaffetotam 06.12.2008 um 21:58

    @all: Brrr! Ruhig Brauner! Leute, erst abwarten – dann urteilen. Wo sind die journalistischen Tugenden? Die Recherche? Das Hören der “anderen” Seite? Wie kann ich jemanden – nach Hexenart – an den Pranger stellen, ohne ihm eine Chance zu geben?
    -
    Nach allem, was ich weiß,
    ist Malte Hinz vielseitig – aber kein Verräter.
    -
    Er ist integer.
    Ein Kämpfer.
    Ein Mensch.
    -
    Er ist ein Mann, der wie kein zweiter die Redaktion der WR kennt – und damit die Probleme der Kolleginnen und Kollegen. Jener Menschen, die in den letzten Monaten nicht wussten, woran sie waren. Jener Menschen, die Rat und Hilfe suchten. Klingt wie ein blöder Werbespruch, stimmt aber: Er war für sie da.
    -
    Nur so ein Gedankenspiel: Da ist ein Mann, der sich Jahrzehnte für die Rechte der Arbeitnehmer und Kollegen stark gemacht hat (egal, ob als BR, als dju’ler oder Mensch), – dieser Mann muss seit Monaten mit ansehen, wie alles den Bach runtergeht und damit über 200 Kolleginnen und Kollegen unterzugehen drohen.
    -
    So, jetzt hat seine Chefin – wie sagte Hombach? – „das Schiff in rauer See verlassen“. Was soll der Mann also machen?
    -
    1. Zusehen, wie das Schiff untergeht? – Und erhobenen Hauptes verkünden, man habe aufrecht als BR, als dju’ler oder weiß der Henker was prinzipientreu gehandelt – und (leider vergeblich) große Reden gehalten?
    -
    2. Warten, bis ein externer Abwickler zuschlägt?
    -
    3. Oder – bei plötzlicher Gelegenheit – das Herz und die Sache selbst in die Hand nehmen. Mit all dem Druck. Den Sorgen, Befürchtungen. Mit der Perspektive, sich von Kolleginnen und Kollegen verabschieden zu müssen? – Und ihnen dabei, Herr Reitz, t a t s ä c h l i c h in die Augen zu schauen.
    -
    Ich finde, Malte Hinz macht das einzig Richtige. Er hat den Mut, es zu versuchen. Er hat die Kenne. Und die meisten Kolleginnen und Kollegen auf seiner Seite. Denn sie wissen, dass er ihre (letzte?) Chance ist, wenn auch nicht Jesus…
    -
    Und geschätzte, (ex-)organisierte Prinzipienreiter: Er hatte keine Wahl, wenn er seine Zeitung w i r k l i c h und t a t k r ä f t i g wieder nach vorne bringen wollte und will.
    -
    Das Dümmste, was man in dieser Situation machen kann, ist es, Hinz als Blitzableiter für die Pläne von Nienhaus, Hombach & Schickler zu wählen. Mal ehrlich: Was bringt es, über Hinz herzuziehen und dabei das eigentliche Ziel aus den Augen zu verlieren?
    -
    Titel erhalten!
    Stellen erhalten!
    Redaktionen erhalten!
    Volontäre erhalten!
    Freie erhalten!
    Meinungsvielfalt erhalten!
    Es muss darum gehen – notfalls mit starkem Widerstand – nicht alles einfach völlig unkritisch und unkreativ – hinzunehmen, was ein externer Berater mal kurz für viel Geld gebenchmarkt hat.

    @Kristall: Ich empfehle dringlichst eine Selbsthilfegruppe.

  55. Ex-Kollegeam 06.12.2008 um 22:06

    @Klappezuaffetot:
    Ich empfehle dir dringlichst ein Umsatteln auf Pressesprecher.
    So eine gequirlte Kacke hab ich hier noch nicht gelesen.
    Hier ist jemand schon nah des Herzens des neuen WR-Chefs. Von hinten unten ins Visir genommen. :.

  56. Blattspinatam 06.12.2008 um 23:41

    An Kristall:
    Entweder kannten sie Frau L. nicht oder Sie haben von ihrem Regime profitiert. Oder ein falsch verstandener Feminismus vernebelt Ihnen die Sinne.
    Dass es Leute gab, die ganz gezielt an ihrem Stuhl gesägt haben, stimmt allerdings auch. M. H. soll schon sehr frühzeitig gesagt haben: “Die muss weg.”

  57. Kristallam 07.12.2008 um 00:34

    An Blattspinat: Ich hab weder profitiert, noch bin ich mit falschem Feminismus an meinen Eintrag gegangen. Meine Existenz ist genauso gefährdet wie die vieler anderer Kollegen auch. Aber ich habe Augen und Ohren. Ungerechtigkeit, egal in welcher Form, egal ob Mann oder Frau, ist eine Eigenschaft die mir zutiefst widerstrebt.

  58. Istjadollam 07.12.2008 um 00:48

    “Da ist ein Mann, der sich Jahrzehnte für die Rechte der Arbeitnehmer und Kollegen stark gemacht hat (egal, ob als BR, als dju’ler oder Mensch), – dieser Mann muss seit Monaten mit ansehen, wie alles den Bach runtergeht und damit über 200 Kolleginnen und Kollegen unterzugehen drohen.”
    .
    Genau. Und deshalb geht er auch am Abend vor der Betriebsversammlung mit seinen Spezis einen saufen. Worauf hat er wohl angestoßen – was meinst du??
    .
    So eine Scheiße muss man sich hier reinziehen. Es ist widerlich.
    .
    Ich stimme Blattspinat ausnahmsweise mal zu. Lenzer war auf dem Chefredaktionsposten eine totale Fehlbesetzung, ihre Berufung ein mehr als feindlicher Akt. Wie man aber mit Schrotthofer jemanden so verehren kann, in dessen Zeit die WR über 40.000 (!) Abos verloren haben soll (von denen nur die Hälfte wieder rangeholt wurden) wird mir auf ewig schleierhaft bleiben. Wahrscheinlich hätten seine Anhänger ihn zum Gott erhoben, sobald die Auflage bei Null gelandet wäre.
    .
    Ich frage mich gerade, wer vom wem gelernt hat, Zeitung GEGEN den Leser und nicht FÜR den Leser zu machen? Der Uli vom Klaus – oder umgekehrt?
    .
    Schnee von gestern.
    .
    Das eigentlich Schlimme: Sie sind immer noch da, die Kollegen, deren Artikel keine Sau liest und deren Seiten meistens überblättert werden, die aber trotz unentwegt fallender Auflage stolz sind auf ihren “journalistischen Anspruch”. Es wäre zu billig, alles nur an der Person eines Chefredakteurs festzumachen und einiges, was “Kristall” in Bezug auf die innere Einstellung von Kollegen geschrieben hat, trifft es durchaus: “”Das war hier schon immer so und so muss es bleiben” Ebenfalls so lange, bis die Zeitung keine Sau mehr interessiert.
    .
    Malte Hinz wird mit seinen inhaltlichen Entscheidungen beweisen müssen, dass es ihm nicht nur um den persönlichen Vorteil, sondern auch um die WR geht. Ich will das nicht ausschließen, auch wenn die Vorgeschichte seiner Berufung eklig ist und bleibt.

  59. Robertam 07.12.2008 um 10:23

    Wenn ich die Beiträge für mich sortiere, dann geht es um verschiedenen Probleme, die man nicht in einen Topd werfen kann.

    1. Die Berufung zum Chefredakteur und die Haltung der Redaktion

    2. Das Verhalten von Hinz, der CR geworden ist, am Vorabend der Betrievsversammlung in einer Kneipe feiert, aber nicht ver.di an die Veränderung beteiligt.

    3. Die Rolle der Chefredakteurin der WR (auch ver.di?) und die Haltung der Redaktion zu ihr. Offenbar gab es hier Aktivitäten des BR gegen sie – und jetzt wird einer von den CR

    4. Wo ist der wirschaftliche und publizistische Platz in einem schrumpfenden Käufer und Lesermarkt.

    5. Die Meinung von Teilen der dju zur Berufung von Hinz

    Laferenz hat es auf der BV am 5.12. doch deutlich gesagt, die Option der Existenz stand für die WR nicht zur Debatte, war von oben nicht gewollt. Er ist aber nicht erst seit der Kündigung von Lenzer am machen. Echt, trennt euch von solchem Quark. Wer so naiv ist und glaubt, ein Mensch hatte die Zukunft gesichert, naja, der möge weiter träumen. Der Wert der WR ist doch auch in Kombi mit den anderen Titel zu sehen und nicht an Personen festzumachen.

  60. Hans Plagwitzam 07.12.2008 um 11:17

    Glaubt hier wirklich jemand, dass das Schicksal des Titels und der Stellen bei der aktuellen Machtkonstellation von einer Personalie abhängt?
    .
    Ob nun Hinz, Kunz oder Lenzer auf dem Chefsessel sitzen, das hat keinen Einfluss auf die Zahl der Planstellen und die Menge der betriebsbedingten Kündigungen.
    .
    Glaubt hier ernsthaft jemand, dass ein übergelaufener Gewerkschafter, selbst wenn er es wollte, gegen Hombach, Nienhaus und Reitz etwas ausrichten kann?. Da Hoffnungen zu hegen, ist in meinen Augen äußerst naiv.
    .
    Ex-Kollege Hinz wird genug damit beschäftigt sein, den ersten vier Mantelseiten vielleicht ein anderes Aussehen zu geben, als der Düsseldorfer “Wir lieben Merkel&Rüttgers”-Einheitsbrei aus der Reitz-Manufaktur.
    .
    So kann die WR vielleicht noch einige Zeit über Wasser gehalten werden, bevor es endgültig heißt: “Leider hat die WR den Turnaround nicht geschafft, um das Ganze zu retten, müssen wir den Titel zum 1.1.20XX aufgeben.”
    .
    Wir sind alle nur lohnabhängige Schreiber und werden uns nicht gegen die Macht des Kapitals wehren können. Was unterscheidet uns von einem Bochumer Nokianer? Wenn man gleichzeitig noch als Zeitungsredakteur von außen in die Rolle eines Heizers auf der E-Lok gedrängt wird, dann können nicht mehr viele Hoffnungen keimen.
    .
    Frohe und besinnliche Feiertage!

  61. Zu schönam 07.12.2008 um 12:17

    An Istjadoll. Sie schreiben:
    “Das eigentlich Schlimme: Sie sind immer noch da, die Kollegen, deren Artikel keine Sau liest und deren Seiten meistens überblättert werden, die aber trotz unentwegt fallender Auflage stolz sind auf ihren “journalistischen Anspruch”. ”
    Schön für Sie, wenn Sie ohne solchen Anspruch auskommen. Noch schöner, wenn Sie mit Ihren Seiten und Ihrem Geschreibsel saumäßig Quote machen. Zu schön, um wahr zu sein.

  62. Dudenam 07.12.2008 um 12:28

    Robert, ich fände es gut, wenn wir Kommentare auf Deutsch verfassen würden und nicht in einem solchen Kauderwelsch. Überhaupt wundere ich mich, wie schlampig einige Journalisten-Kollegen hier mit der Sprache umgehen.

  63. Istjadollam 07.12.2008 um 13:14

    An Zu schön:
    .
    Und wo war da jetzt das Argument? Ich behaupte, einige Kollegen tragen den “journalistischen Anspruch” wie eine Monstranz vor sich her und scheren sich dabei nicht sonderlich um die Interessen derer, denen man eine Zeitung verkaufen will. Zu _meinem_ journalistischen Anspruch gehört es aber auch, die Wünsche meiner Kunden nicht aus dem Auge zu verlieren. Das geht ohne sich anzubiedern und auch ohne Bilder mit nackten Brüsten auf der ersten Seite zu platzieren.
    .
    “Quote” soll ich als Vorwurf verstehen? Übersetzt heißt das für mich “Abos”, und ich werde das Gefühl nicht los, als hättest Du in der Vergangenheit ganz schön viele davon pulverisiert.
    .
    Mein Kommentar sollte nichts anderes ausdrücken, als dass es dringend auch einer Überprüfung des eigenen Selbstverständnisses in den Redaktionen bedarf. Sich zurückzulehnen und zu glauben, nur die Versager da oben hätten Grund zur Selbstkritik, wird nicht funktionieren.

  64. Zu schönam 07.12.2008 um 13:33

    “Istjadoll”, ich bleibe lieber beim “Sie”: Sie strotzen vor Selbstgerechtigkeit, wie noch jeder “Erfinder des Journalismus”.
    Wogegen gehen Sie eigentlich an? Gegen Anspruch, gegen nackte Brüste auf dem Titel oder wie? Klären Sie doch erst einmal Ihre eigene Position, bevor Sie hier tönen.
    Quote ist natürlich kein Vorwurf, aber ich glaube nicht, dass ausgerechnet Sie der Quotenkönig sind. Sie bilden es sich nur ein und denunzieren hier ganz pauschal viele achtbare Kolleginnen und Kollegen. Das ist das Gegenteil von Solidarität.

  65. Settembriniam 07.12.2008 um 14:09

    @Duden

    Ich stimme Ihnen zu und werfe dankend ein paar Denkwürdigkeiten in den Klingelbeutel.
    -
    Man muss etwas sein, um etwas zu machen.
    Johann Wolfgang von Goethe
    -
    Kleine Taten, die man ausführt, sind besser als große, die man plant.
    George C. Marshall
    -
    Was man tut, das wird man.
    Japanisches Sprichwort
    -
    Und noch mal Goethe:
    -
    Der Ausgang gibt den Taten ihren Titel.

    -S-

  66. Sascha Fliggeam 07.12.2008 um 15:44

    Liebe Kollegen,
    ich wünsche Euch für die kommenden sicher nicht einfachen Wochen und Monate von ganzem Herzen viel Erfolg. Ich persönlich denke, dass an der Spitze Eurer Zeitung nun zwei Redakteure stehen, die sich nach wie vor als lokale Berichterstatter und solidarische Kollegen verstehen und dieser Welt noch nicht entschwebt sind. Ich bin überzeugt davon, dass sie für jeden einzelnen Arbeitsplatz verdammt hart kämpfen werden.

    Nur um (auch) hier geäußerte Gerüchte sofort im Keim zu ersticken – und vor allem, weil ich sie als gänzlich unpassend gegenüber den äußerst engagierten WR-Kollegen empfinde – möchte ich anmerken, dass ich mich in “meiner” Redaktion und bei “meiner” Zeitung unglaublich wohl und unterstützt fühle. Meine Ambitionen zur WR zu wechseln, sind gegenwärtig gleich null. Aber das nur als Fußnote einer Veranstaltung, in der es nur um Euch geht.

    Auf faire Konkurrenz

    Sascha Fligge

  67. Bejo Mibergam 07.12.2008 um 17:43

    Hallo, als “unbeteiligter” Leser will ich gerne die Kolleginnen und Kollegen der WAZ unterstützen. Aber beim Lesen der Kommentare beschleichen mich Zweifel, ob das hier eine Diskussion unter echten Journalisten ist! Jedenfalls habe ich mir bisher eine solche immer anders vorgestellt. Mit Verlaub, hier quillt mir aus der Feder (pardon, den Tasten) vieler Diskutanten ein gerüttelt Maß an Selbstgerechtigkeit. Meine bescheidene und laienhafte Frage: Geht es hier um die berufliche Qualifikation eines künftigen Chefredakteurs – oder um sein bisheriges Amt als Betriebsrat? Zur Qualifikation lese ich so gut wie nichts. Folglich scheint Herr Hinz so gänzlich ungeeignet nicht zu sein. Also geht es um seine Tätigkeit als Betriebsrat und Vertreter einer Gewerkschaft, richtig? Soweit ich der Website der dju entnommen habe, ist Herr Hinz ehrenamtlicher Vorsitzender dieser Organisation (im Gegensatz übrigens zu Herrn Hansen von Transnet). Wenn ich die meisten Beiträge hier konsequent übersetze, bedeutet das: wer Betriebsrat oder ehrenamtlicher Funktionär ist, darf beruflich nicht mehr aufsteigen. Also nur noch ein Job für Loser oder Asketen. Das bestätigt dann wieder die Gewerkschaftshasser. Denn logo, wenn von denen einer was wird, muss das ja Bestechung sein, oder?! Ist diese Art der Diskussion die journalistische Qualität, für die ich mich einsetzen soll? Also liebe Journalisten, her mit den Fakten, Fakten, Fakten! Damit kein Missverständnis bleibt: Dass bisherige Mitstreiter von Herrn Hinz erstmal geplättet sind, ist für mich nachvollziehbar. Da gibt es sicher Diskussionsbedarf, nur bitte miteinander und ohne Schaum vor dem Mund. Und was seine ehrenamtlichen Funktionen in der Gewerkschaft betrifft, sollte doch ein echter Journalist erstmal Herrn Hinz die Gelegenheit geben, dazu selbst Stellung zu nehmen.

  68. Blattspinatam 07.12.2008 um 17:46

    An Sascha Fligge: “Meine Ambitionen zur WR zu wechseln, sind gegenwärtig gleich null.”
    Das kann ich mir in der jetzigen Lage sehr gut vorstellen.

  69. mcpam 07.12.2008 um 18:47

    @Bejo Miberg
    .
    Chapeau!
    .
    Respekt für diese ebenso treffliche wie nüchterne Analyse unter diesen vielen Vollrausch-Statements ;-)

  70. Henkam 07.12.2008 um 20:35

    @Max, nur zur Klarstellung. Der Schoß von meinem Landrat ist viel zu klein, um meinen dicken Hintern verkraften zu können. Zur Sache, alle 5 Landräte in Südwestfalen haben sich schriftlich geäußert. Dreimal darfst du raten, wer den Textvorschlag mitgestaltet hat???

    Und ganz toll ist ja, das wir Journalisten täglich alles und jeden kritisieren, aber wenn wir mal selbst im Zentrum der Kritik stehen, dann werden wir dünnhäutig. Über die in diesem Blog vielfach so beschriebene redaktionelle Qualität der Arbeit vor Ort können meine vier Kollegen in den südwestfälischen Kreisen und ich dir eine Menge Beispiele liefern. Auf die WR-Kollegen in Lüdenscheid lasse ich übrigens nix kommen…

  71. draufhaueram 08.12.2008 um 10:53

    Erst hat Malte geradezu unterwürfig und lyrahaft die Loblieder auf Schrotthofer gesungen, der in seiner Zeit die WR-Auflage total an die Wand gefahren hat, dann hat Malte kräftig am Stuhl der Ex-Chefredaktion im Katrin Lenzer und Ernst Heßmann gesägt, die den rasanten Rückgang der Abos durch einige gute Veränderungen im Blatt und Umsetzungen der Schrotthofer-Hierachie zumindest abgefedert hat. Als Lenzer, die mit vielen Intrigen des Betriebsrates konfrontiert wurde, die von den “Dortmunder Kollegen”, aber nicht von anderen Redakteuren der WR unterstützt wurden, dann resigniert aufgab, begann die U-Boot-Fahrt des Malte Hinz. Wie schrieb ein Betriebsratsmitglied: Chefredakteur wird man nicht von heute auf morgen! Die Rundschau-Redakteure, die schon am Freitag auf der Betriebsversammlung “Gesprächsbedarf” anmeldeten, warten immer noch auf eine Erklärung von Malte und dem Betriebsrat, wie es zu diese Chefredakteurs-Nummer und auch die Ernennung des Stellvetrtreters kommen konnte!
    Mal gespannt, ob die versprochene Er- und Aufklärung noch kommen wird!

  72. Wolfgang Schimmelam 08.12.2008 um 12:06

    Liebe Leute,

    da schreiben viele Ihre Kommentare auf eine Website mit dem schönen Namen “medienmoral-nrw.de” und sind nicht bereit auch nur die primitivsten Anstandsregeln einzuhalten. Es dauert mehr als zwei Tage bis es jemand (Bejo Miberg) wagt, dieses Treiben zu monieren und ein anderer (mcp) das passende Wort (”Vollrausch-Statements”) für diesen Diskurs findet.

    Dabei geht es nicht nur um Malte Hinz. Wer sich die “Kommentare” antut, wird sehen, dass auch genügend andere Personen mit grenzwertigen Bezeichnungen beglückt werden.

    Bedenkt man, dass ein erheblicher Teil der Verfasser selbst als Journalistin oder Journalist arbeiten dürfte, dann ist dies hier ein erschütternder Beleg für die Missachtung einer grundlegende Regel des Handwerks: Vor Veröffentlichung hat eine Gegenrecherche stattzufinden. Mit Malte Hinz hat sichtlich niemand über seine Motive und Vorstellungen, mit denen er die neue Aufgabe übernehmen will, gesprochen. Trotzdem tun viele so, als wüssten sie schon genung, um ein Urteil wegen Hochverrats zu fällen.

    Und das Gesetz, auf das man diese Verurteilung stützen will, heißt anscheinend, dass ein aktiver Gewerkschafter niemals in eine Leitungsposition aufsteigen darf. Ich frage mich nur, wo das steht.

  73. Werneke/Maercks-Franzenam 08.12.2008 um 17:31

    Zur Berufung als Chefredakteur der Westfälischen Rundschau haben die verantwortlichen Kolleginnen und Kollegen beim ver.di-Bundesvorstand am Freitag, den 5.12. , mit einer persönlichen Mail gratuliert und ihm viel Glück und Durchhaltevermögen für die verantwortungsvolle Aufgabe gewünscht.
    In der Mail heißt es im einzelnen:
    „Zu deiner Berufung als Chefredakteur der Westfälischen Rundschau gratulieren wir dir sehr herzlich. Wir betrachten das von hier aus mit einem lachenden und einem weinenden Auge – wohl wissend, welche Aufgabe in Zukunft die erste Rolle in deinem Leben und in deiner Arbeit spielen wird.
    Das ist erst einmal einfach eine tolle Sache und ein großer Schritt für dich persönlich. Das ist aber gerade in dieser Situation eine riesige Aufgabe und eine sehr ernsthafte Herausforderung – und wir sind sicher, dass du sie bewältigen wirst. Dein Einsatz ist weiter gefordert – für den Erhalt eurer Zeitung und für eine qualitätsvolle Zeitung. Und natürlich im Interesse deiner Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion, deren Anliegen du als Betriebsrats über 25 Jahre so nachhaltig und nachdrücklich vertreten hast. Die geben dir einen großen Vertrauensvorschuss mit und sie setzen offensichtlich sehr große Hoffnungen und Erwartungen in deine zukünftige Arbeit – wir wünschen dir und euch allen, dass es dir in eurem gemeinsamen Sinne gelingen möge. Dein Engagement für die Interessen der Kolleginnen und Kollegen kennen wir aus unserer gemeinsamen Arbeit über viele Jahre. Wir sind sicher, wir werden sie auch an dieser Stelle miteinander vertrauensvoll fortsetzen. …
    Solidarische liebe Grüße
    Uli Maercks-Franzen_ im Namen und Auftrag auch von Frank Werneke, Inez Kühn, Karin Wenk und Matthias von Fintel.

    Dieses Schreiben ging vor der Veröffentlichung der Pressemeldung der dju Berlin-Brandenburg an Malte Hinz.
    Deren öffentliche Rücktritts-Forderung erscheint uns in jeder Hinsicht überflüssig und verfehlt. Dies ist nicht Haltung des Fachbereichs Medien in ver.di und es gibt dafür auch keinerlei Grundlage in den bisherigen internen Äußerungen des dju-Bundesvorstands. Malte Hinz ist mit großer Mehrheit in die Funktion des dju-Bundesvorsitzenden gewählt worden, jeden Versuch, ihn jetzt persönlich beschädigen zu wollen, weisen wir zurück.
    Falls es in der dju Bedenken hinsichtlich der Doppelfunktion von Malte Hinz als dju-Bundesvorsitzender und als Chefredakteurs der WR gibt, dann kann das in den dafür zuständigen Gremien der dju eingebracht werden. Das ist der richtige Ort – und zwar im Beisein von Malte.
    Gleichzeitig wollen wir an dieser Stelle aus unserer Sicht Position beziehen: Für uns schließen sich diese beiden Aufgaben nicht grundsätzlich aus.
    Wir werden den dju-Bundesvorstand so schnell wie möglich zu einer außerordentlichen Sitzung einladen und hoffen, dafür sehr rasch einen Termin zu finden, der all diesen – wie ihr Bundesvorsitzender – ehrenamtlich arbeitenden und beruflich voll eingespannten Kolleginnen und Kollegen die Teilnahme ermöglicht.
    Frank Werneke, stellv. Bundesvorsitzender von ver.di
    Ulrike Maercks-Franzen, Geschäftsführerin der dju in ver.di

  74. Jakobswegeam 08.12.2008 um 20:09

    Reitz 2
    Bei aller Betroffenheit und meiner Solidarität und meinem Mitgefühl, wenn jetzt einige hundert Journis brotlos gemacht werden:

    Das Revier und der PiSo D sind in einer gewissen Verfassung.

    Könnt Ihr Euch noch erinnern? 1367 versanken die Karren auf der Handelspiste Hellweg bis zur Achse, wenn die Trasse durch Regen aufgeweicht war.
    Wann wurden die ersten befestigten Straßen im Revier gebaut? Eine Innovation war die Einführung einer Straßenwalze, die die Oberfläche verdichtete und haltbarer machte.
    So könnt Ihr Euch die Entwicklung des einstigen publizistischen Juwels im Revier vorstellen. Das Revier wurde 100 Jahre durchlöchert, so die Golfplatzperle WAZ. 50 Jahre Madenwerk haben eingelocht. Revier und WAZ erreichen ihre Grenzen. Das ist der real-existierende Reviergeist. Danach geht es weiter – und trotzdem!
    Homberg, Duisburg, Ruhrgebiet. Wir sind schon heute die Zukunft der Nation. Ich warne vor Reitz 2: Zwergzebus und Burenziegen im Revier. Und das Gorillababy der Rheinischen Post als Herdenaffe. Die Renaturierung des Ruhrgebiets.

  75. WR Bochumam 08.12.2008 um 21:00

    @Jakobswege: Was hast Du geraucht?
    @Werneke/Maercks-Franzen: Ihr seid echt nah an der Basis!
    @Wolfgang Schimmel: Anstand? Oh ja, wir sollten anständig zu Grunde gehen. Und weil Du so weit über dem Plebs schwebst: In Anführungsstriche gehören nur Zitate. Wenn Du dir “Kommentare” antust, dann bitte ohne Tütelchen.

  76. Sleipniram 08.12.2008 um 22:16

    Hier sind inzwischen immer mehr versammelt, die eindeutig die falschen Drogen nehmen…

  77. Blattspinatam 08.12.2008 um 22:41

    Wenn diese Falsches-Kraut-Raucher von interessierter Seite eingeschleust wären, könnte es kaum besser laufen. Sie bringen die Diskussion zum Verstummen.

  78. Istjadollam 09.12.2008 um 00:37

    Malte Hinz hat gestern seine ersten Konferenzen im WR-Haus absolviert. Wie man hört, angenehm unprätentiös; Frank Fligge sei vielleicht ein wenig überdreht, aber wer will es ihm verdenken, bei dem Sprung. Insgesamt kein Vergleich zur notorisch miesen Stimmung unter K. L. – Es gab gestern auch eine interne Mitteilung per Mail an alle Mitarbeiter. Im Grunde “nur” ein Aufruf, sich auf die Hinterbeine zu stellen und gemeinsam für den Erhalt dieser einst stolzen Zeitung zu kämpfen.
    .
    Die Woche ist noch jung. Schau´n mer mal.

  79. Peter Lembergam 09.12.2008 um 11:39

    Hickhack um Vergangenes – Schrotti etc. – ist überflüssig. Was passiert denn jetzt?
    Erhalten alle WR-Ausgaben in Südwestfalen
    außer im Lüdenscheider Block den WP-Lokalteil?
    Wo wird der Titel WR ganz verschwinden?
    Was soll der Unsinn mit der WP als Muster einer besonders hochwertigen Heimatzeitung in Südwestfalen? In den meisten Ausgaben gibt es auch die WR, minderwertig?

    Wird der neue Mantel für die WR-Ausgaben so rheinlandlastig, wie es etwa “DerWesten” jetzt schon ist?

    Für die große WAZ ist ja eigentlich in Langendreer die Welt zu Ende, dahinter kommt in Richtung Osten und Süden nichts mehr. Bleibt dennoch der Titel WAZ mit den Miniauflagen in Dortmund und Kreis Unna erhalten?

  80. susiam 09.12.2008 um 12:46

    Das müßt Ihr doch verstehen, dass die Leute rausschmeissen. Die obere Riege muss ja nach wie vor für 500 Euro die Nacht übernachten.

  81. Dr. Faustam 09.12.2008 um 14:07

    Ich muss echt mal was loswerden. Heute war in der WR auf Seite 2 ein Brief an die Leser von Malte Hinz. Ich fand den sehr gut geschrieben und er hat das umrissen, was er im Deinste der Leser vor hat. Die “Ex” hat bei ihrem Antritt so etwas nicht nötig gehabt, so wie vieles nicht! Ich finde bei der WR kann es nur besser werden und gerade im Kampf gegen den ebenfalls netten Arbeitgeber Lensing + RN sollten wir den Dortmunder Kollegen doch die Daumen drücken, oder?!? Leider sind wir da auch wirklich schlafmützig aufgestellt, während der BVB eine exklusive Seite am Montag in der RN genießt, haben wir da nichts entgegenzusetzen.

    Was mich hier auch wundert, sind die ersten Resignationen am Start (z.B von”out”). Ich habe mich mal umgehört und ich finde, dass hier sehr viele recht haben, das GGF+Reitz-Konzept wird voll in die Buxe gehen und daher sollten wir aufhören zu kämpfen und versuchen, das Gegenteil (lokal first!!!!) zu erstreiten. Ohne Kampf und Widerstand geht es nicht nur den Redakteuren bei dem gescheiterten Konzept an den Allerwertesten, sondern auch Kaufm.Angestellten, Druckern, DTPlern usw. usf. Die Herren oben grinsen nur kurz und ziehen dann weiter. Jedenfalls steht und stand bei meinen Gesprächspartnern das Lokale absolut im Vordergrund. Mein alter Herr meinte nur lapidar “Euren Mantel kann ich abends schon bei Spiegel online oder sonstwo lesen”.

    Daher ist jegliche Art von Schließung/Zusammenlegung von Lokalredaktionen totaler Mumpitz. Es ist schon ein Skandal, wie jetzt am Montag die lokalen Tabellen- und Sportberichte zusammengestrichen werden. Da hat Wirtschaft oder anderes Belangloses aus dem Mantel für rauszufliegen, schließlich haben wir noch die Sport-Abos für Leser, die nur Freitag, Samstag und Montag die Zeitung beziehen. Die werden derzeitig komplett vor das Schienbein getreten um mal im Sportlerjargon zu bleiben.

    Die beste Unternehmensberatung sind die langjährigen Angestellten, die den Laden inside in- und auswendig kennen, die auch bereit sind, im Interesse der WAZ-Mediengruppe zukunkftsträchtige Lösungen anzubieten. Und nicht irgendwelche Anzugträger, die sich die fette Tagesgage einstreichen und dann noch phlegmatisch arbeiten und die Bildredakteure vergessen. Sicher gibt es die Besitzstandswahrer, doch jeder innerhalb der WAZ ist schlau und kompetent genug, dass er sieht das sich etwas ändern muss, weil sich um ihn herum auch sehr viel ändert. Ideen hätte ich zum Beispiel einige. Wir müssen eben alle lernen, dass wir kunden- und leserorientiert handeln müssen.

    Da steht dann außer Frage, dass ab sofort sämtliche Geschäftsstellen und Leserläden weiter zu bestehen haben und das wir beim Leser vor Ort bleiben. Befolgen wir das nicht, wird uns jedes popelige Anzeigenblatt bald richtig einen vor den Kasten schießen und sehr aktiv werden, was das Lokale angeht. Die warten nur darauf, dass wir den nächsten Fehler machen (siehe Sauerlandkurier).

  82. Dr. Faustam 09.12.2008 um 14:11

    “Ich habe mich mal umgehört und ich finde, dass hier sehr viele recht haben, das GGF+Reitz-Konzept wird voll in die Buxe gehen und daher sollten wir aufhören zu kämpfen und versuchen, das Gegenteil (lokal first!!!!) zu erstreiten.”

    ich meinte natürlich NICHT AUFHÖREN ZU KÄMPFEN!!!!

    SORRY!

  83. seitenaussteigeram 09.12.2008 um 16:04

    @Wolfgang Schimmel,

    Du schreibst:
    “Bedenkt man, dass ein erheblicher Teil der Verfasser selbst als Journalistin oder Journalist arbeiten dürfte, dann ist dies hier ein erschütternder Beleg für die Missachtung einer grundlegende Regel des Handwerks: Vor Veröffentlichung hat eine Gegenrecherche stattzufinden.”

    Komm mal runter von dem hohen Schimmel!
    Das hier ist ein Blog – keine Zeitung. Und wenn hier Kolleginnen und Kollegen nicht spontan ihre Meinungen und Emotionen darstellen dürfen, dann wird der Blog als Forum wertlos, sowohl für die aktiven Gewerkschafter als auch für ihre Klientel wertlos.

    Ist ja ehrenwert, wenn Du Malte Hinz verteidigst. Dann belass es doch einfach dabei, ohne den anderen derart grundsätzlich über das Maul zu fahren.

    Werneke / Maercks-Franzen:
    Ihr schreibt:
    “Deren (Brandenburgs dju) öffentliche Rücktritts-Forderung erscheint uns in jeder Hinsicht überflüssig und verfehlt.”

    Mag sein. Aber ihr schreibt auch:
    “Für uns schließen sich diese beiden Aufgaben nicht grundsätzlich aus.”

    Habt Ihr dafür eine Begründung???
    Ihr habt doch hoffentlich keinen Zweifel daran, dass in Kürze einE andereR dju-BundesvorsitzendeR uns vertreten muss, oder?

    Gewerkschaften haben GEGNERFREI zu sein. Und da Malte Hinz als leitender Angestellter eines Tendenzbetriebes sich in Zukunft es sich nicht mehr leisten kann, ÖFFENTLICH eine klare Gewerkschaftslinie gegenüber den Verlegern zu vertreten, muss ein anderer dju-Bundesvorsitzender her.

    Und zwar unabhängig davon, ob in Maltes Hirn – anders als bei Herrn Hansen von der Transnet – weiterhin eine klare Gewerkschaftsposition herrscht. Davon beißt die Maus keinen Faden ab.

  84. Jensam 10.12.2008 um 17:46

    Ich find es super, dass sich Malte der Verantwortung stellt und nicht wie andere Gewerkschaftler “immer nur dagegen” sind. Das wird bestimmt nicht einfach aber wenn es jemand schafft Bodenständigkeit und Professionalität zusammenzubringen dann er! Wir leben doch nicht mehr in den 50er Jahren wo Chefredakteure nur Gegner sind.

  85. katzenkloam 10.12.2008 um 18:01

    @jens: Genau umgekehrt, Jens. In den 50er, 60er und 70er Jahre waren die Chefredakteure auf der Seite ihrer Redaktionen, ihrer Redakteure. Die waren einer von uns, keine Gegner. Da gab es ja auch noch richtige Verleger, die ihre publizistische Verantwortung ernst nahmen. Jetzt herrschen machtbewußte Manager und allzu oft selbstherrliche Chefredakteure, die teilweise vergessen haben wo sie herkommen und ihre Publikationen nur als Mittel zum Zweck sehen.

  86. unglaublicham 10.12.2008 um 19:42

    @Jens: 2007, nicht in den 50er Jahren, hat die dju unter ihrem Bundesvorsitzende Malte Hinz klargestellt, wie das mit dem Verlegern ist: Dem grundgesetzlicher Auftrag, mit ihren Redaktionen durch unabhängige und qualitativ angemessene journalistische Berichterstattung und Kommentierung zur demokratischen Meinungsbildung der Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag zu leisten, kommen “die Zeitungsbesitzer nicht mehr nach, weil sie in ihrem grenzenlos gierigen Profitstreben nicht nur Arbeitnehmerrechte und Tarifverträge mit Füßen treten, sondern auch die journalistische Unabhängigkeit ihrer Redaktionen und die Qualität der Berichterstattung und Kommentierung ihrer Zeitungen.” Bei aller Bodenhaftung und Professionalität, diese Wirkungsweise löst ein gewerkschaflticher Chefredakteur nicht auf ;-)

  87. [...] wir ja gerne trotzdem anzünden. Vielleicht im Gedenken an den Gewerkschaftsfunktionär, der vor kurzem und sehr überraschend bei der Westfälischen Rundschau zum Chefredakteur gek…. geopress_addEvent(window,”load”, function() { geopress_makemap(20081,”Büro der [...]

  88. unglaublicham 12.12.2008 um 17:17

    Das kann nicht stimmen – aus Kress vom 12.12.2008: “Einer der Wortführer der Lenzer-
    Kritiker war der Betriebsratsvorsitzende. Die Situation entgleiste, als der lag den Sportchef der „WR“ rausschmiss, weil der Lenzer gegenüber Dritten aufs Übelste mit einem „F“-Wort beleidigt haben soll. Beide Parteien einigten sich später vorm Arbeitsgericht
    auf einen Vergleich, aus der fristlosen
    wurde eine betriebsbedingte Kündigung. Der Betriebsrat nahm die Angelegenheit zum Anlass, Unterschriftenaktionen gegen Lenzer zu organisieren,
    der allen Ernstes Stasi-Methoden vorgeworfen wurden. …. Kathrin Lenzer, ebenfalls verdi-Mitglied, wurde offenbar selbst bei der Gewerkschaft vorstellig, um die feindlichen Kollegen in
    die Schranken zu weisen. Auch im Betriebsrat der „Westfälischen Rundschau“
    war das Vorgehen gegen die Chefredakteurin seinerzeit umstritten,… Hinz will sich zu
    den Vorgängen von damals nicht äußern, Lenzer ist nicht erreichbar.”

  89. wizzardam 12.12.2008 um 21:06

    @ungaublich: wieviel würdest du darauf wetten?

  90. KellyBundyam 12.12.2008 um 21:33

    manchmal braucht’s eben seine zeit, bis man/frau merkt, wie blöd er/sie eigentlich ist. jahrelang habe ich jungen kollegen die dju immer schmackhaft gemacht auch mit dem argument, dass im djv jede menge chefredakteure sind – welche interessen können die mit uns gemeinsam haben? haha, guter witz, seit einer woche wissen wir es. wenn hinz nicht den vorsitz niederlegt, trete ich aus – nach 28 jahren. ein vorteil: dann muss ich den journalisten, der hundertmal besser ist als das schrottblatt bei verdi, nicht mehr extra bezahlen.

    ach ja, bevor ich’s vergesse, eine anekdote noch: nach dem letzten großen journalistenstreik, mag vier, fünf jahre her sein, gab’s einen chat zum streik und zum möglichen künftigen vorgehen. ich habe damals nur mal in den raum geworfen, dass wir vielleicht über andere protestformen nachdenken sollten, weil streik bei journalisten doch mittlerweile nach dem motto abläuft, stell dir vor, es ist streik und keiner merkt’s, und musste mir von von herrn chefredakteur hinz anhören, mit einer solchen einstellung könnte ich doch gleich auf die arbeitgeberseite wechseln. mensch, bin ich blöd, dass ich schon damals nichts gemerkt habe. der mann kämpft für uns. oder????

  91. Roland Geisheimeram 13.12.2008 um 11:59

    Hallo zusammen,

    nach dem ich einige Tage ausser Haus und von vielen Informationssträngen abgeschnitten war, musste ich mit entsetzen feststellen, dass der WR Chef immer noch mein Vorsitzender ist.
    Der Job sei Malte gegönnt, ich kann und will nicht darüber urteilen, ob er die Qualifikation für solch einen Aufgabe besitzt. Auch mag ich mich nicht an Spekulationen beteiligen, was dazu führte, dass er jetzt Chef ist.
    Von Malte verlange ich aber, dass er unverzüglich sein Amt niederlegt. Und von den anderen hohen Damen und Herren in Berlin, dass sie mal nachhorchen wie es an der Basis ausschaut.
    Als Fotograf habe ich seid langem den Versuch aufgegeben mit dem Honorar der WAZ-Gruppe meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich habe mich fotografisch umorientiert und das ist gut so! Es gibt nämlich noch Verlage die für Qualität ein mehr oder minder faires Honorar zahlen. Klar mehr ist immer gut, aber man muss auch realistisch bleiben. Im Hause der WAZ ist dies nicht der Fall. Von max. 100 € Tagessatz kann ich als Fotograf kaum die Technik und Versicherungen bezahlen. Ganz zu schweigen von den normalen Lebenshaltungskosten. Von den Anstrichhonoraren die in allen Redaktionen zweistellig sind und in vielen lokalen Redaktionen noch mit einer Eins beginnen will ich gar nicht reden. Im Textbereich schaut es ja auch nicht besser aus. Damit kann man keine gute Zeitung, die auch gelesen wird, produzieren.

    Nun wird ja alles besser, Kündigungen oder Redaktionsschliessungen wird es bei der WR nicht geben und auch meine freien Kollegen können sich freuen. Die ausbeuterischen Honorare haben jetzt ein Ende. Malte wird dazu übergehen allen Textern und Fotografen vom tiefsten Sauerland bis nach Dortmund ein faires den Empfehlungen der dju und der Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing (MFM) entsprechendes Honorar zu zahlen – und die Erde ist eine Scheibe!

    Ich bin zu verbittert über die Situation um noch mehr darüber schreiben zu wollen.

    Allen Kollegen der kann man nur viel Kraft und Mut im Kampf gegen die Kahlschlagpläne und dem Vollstrecker Malte Hinz wünschen.

    Roland Geisheimer
    (Noch-) Mitglied im dju-Vorstand Westliches Westfalen

  92. Schrageklausam 13.12.2008 um 17:00

    Hallo, ich bin selber aktiver Gewerkschafter, nämlich dju-Sprecher in Nürnberg.
    Wir haben auch bei uns darüber diskutiert, ob ein dju-Bundesvorsitzender Chefredakteur werden darf.
    Ich frage : Warum nicht? Es kann doch nicht so sein, dass das ehrenamtliche Engagement in der Gewerkschaft ein Karrierhindernis ist. Sonst würde das ja bedeuten, dass die dju nur solche Funktionäre wählt, die niemals eine Spitzenposition erreichen können.
    Hätte Malte Hinz an dem Stellenstreich-Konzept mitgewirkt, würde ich den Protest/die Kritik teilen. Das ist aber ja wohl nicht der Fall.
    Dann aber ist mir gerade auch in diesem Verlag ein Chefredakteur lieber, der eine arbeitnehmerfreundliche Gesinnung mitbringt.
    Ohne Malte Hinz persönlich zu kennen, wünsche ich ihm alles Gute. Sich derart zwischen die Stühle zu setzen, braucht viel Mut und Kraft.

  93. Roland Geisheimeram 13.12.2008 um 18:06

    Hallo nach Nürnberg,
    klar sei Malte der Job gegönnt und ich will hoffen dass er den Job aus journalistischer Sicht gut macht. Die WR kann es brauchen.
    Er wird aber jetzt auch die Unternehmenspolitik umsetzen müssen. Macht er dies nicht ist er ganz schnell seinen neuen Job wieder los. Wie diese Politik aussieht hat die Verlagsleitung schon angekündigt. Rund 300 Stellen werden gestrichen, zwangsläufig wird es zu Kündigungen kommen und Malte wird dies tragen müssen. Auch wird er die ausbeuterischen Honorare die gezahlt werden nicht ändern. Das ist alles nachvollziehbar , aber eine Person die dies Trägt gehört nicht an die Spitze der dju daher sollte Malte sein Amt zur Verfügung stellen!
    Ach ja und ich denke dem gekündigten Kollegen wird es auch nicht helfen, wenn ihre Kündigung unter einem dju-Vorsitzenden als Chefredakteur ausgesprochen wird.

  94. schrageklausam 13.12.2008 um 21:47

    Gerade lese ich eine Stellungsnahme der dju-Spitze zum Thema:
    https://dju.verdi.de/aktuell/themen/waz
    Ich teile diese Meinung, wohl wissend, dass es nicht die einzig mögliche ist.

  95. Martin Krehlam 13.12.2008 um 21:51

    Lieber Roland,

    was die Bestellung von Malte zum Chefredakteur anbelangt, bin ich nach wie vor völlig meinungslos. Da ich als WR-Redakteur gerade in Elternzeit bin, kann ich auch gar nicht mit KollegInnen diskutieren und mir ein Bild machen. Ganz sicher ist es falsch, wenn Malte ein ideeller Seitenwechsel vorgeworfen wird. Malte wird schon aufgrund der jahrzehntelangen Sozialisation Gewerkschafter und sozialer Demokrat bleiben. Insofern erhoffe ich mir von Malte als Chefredakteur schon deutliche Impulse, da sind liegen die Maßstäbe für Malte indes ziemlich hoch. Chefs der WR waren noch nie Kollegen, immer Arbeitgeber und Vertreter des Verlages und der Konzerngeschäftsführung. Malte wäre der Erste, der das vielleicht nicht so machen muss. Für gefährlich halte ich aber auch eine jetzt sich abzeichnende Euphorie. Ein Ruck geht durchs Haus, höre ich, alle sind wieder motiviert – schön. Aber an der drohenden WAZ-Axt wird das reineweg gar nichts ändern.

    Ich wünsche mir auch sehr, dass Chefredakteur Hinz Mitglied der dju bleibt (schon wegen der satten Mitgliedsbeiträge) und seinen Sachverstand und seine Erfahrung auch in Mandaten und Funktionen anbringt. Die Funktion des Bundesvorsitzenden indes kann er nicht mehr ausüben – ich staune, dass darüber überhaupt diskutiert werden muss.

    Selbstverständlich kann ein Chefredakteur mit u.a. Leitbildfunktion, Weisungsbefugnis, Personal- und Budgethoheit nicht Vorsitzender eben der Gewerkschaft sein, die deutlich Positionen zu den Vorkommnissen in deutschen Verlagen und Sendern beziehen muss. Der dju-Vorsitzende, um in deinem Bereich zu bleiben, muss deutlich deine Interessen als Freier vertreten – immerhin sind gut 70 Prozent der dju-Mitglieder Freie. Seine Interessen als Chefredakteur sind andere als deine, logisch. Diesen Spagat kriegt niemand hin. Das weiß Malte.

    Natürlich kannst du jetzt aus Zorn oder aus Sorge nicht mehr gut vertreten zu werden, deine Mitgliedschaft aufgeben. Wird die dju dann besser? Was ändert das in deiner Gewerkschaft? Richtig: Es schwächt sie. In deinem Falle sogar sehr, denn du bist eines der seltenen engagierten Mitglieder. Der bessere Weg ist meiner Meinung nach der bei ver.di glücklicherweise recht kurze Instanzenweg. Dein Bezirk ist auch Maltes Heimat, dein Landesbezirk hat ihn nach Berlin entsandt. Von dort muss Malte im Zweifelsfalle die Impulse bekommen, sein Amt als Bundesvorsitzender nieder zu legen.

    Nochmal: Was der dju-Landesbezirk Berlin/Brandenburg mutmaßt, halte ich für unzutreffend. Malte war niemals ein Handlanger Anderer. Er wird das auch nicht werden. Unternehmerische Entscheidungen aber kann auch er nicht oder nur kaum verändern, er wird sie mittragen müssen. Was für einen Gewerkschafter sehr, sehr schwer werden wird.

    In diesem Sinne,

    bleib zornig, aber bleib in der Gewerkschaft

    Martin Krehl

    (ehem. Bezirks- und Landesvorsitzender der dju)

  96. Medienmoralam 02.02.2009 um 22:05

    Der Kollege Boris Rosenkranz hat Malte Hinz in seinem neuen Büro besucht, mit ihm gesprochen und einen Bericht geschrieben. Nachzulesen ist dieser hier:
    http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/ein-mann-des-volkes/
    mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de

  97. winneram 08.02.2009 um 13:33

    Der Kollege Chefredakteur dreht jetzt offenbar komplett durch. Zitat: “Wenn jemand, der Karriere macht, keine Funktion mehr in einer Gewerkschaft bekleiden dürfte, würde die zu einer Loserorganisation – das wäre schlimm.” So ähnlich hatte er sich schon in anderen Interviews geäußert. Offenbar stört es niemanden mehr, wenn der Vorsitzende einer Gewerkschaft Mitglieder beschimpft. Wo sind eigentlich die öffentlichen Erklärungen der dju zur Situation der Freien bei der WR? Was will die dju machen, wenn es zu Entlassungen bei dpa kommt, weil die WAZ den Dienst abbestellt hat? Öffentlich mitteilen, dass sie für Loser nicht zuständig sind?

  98. Medienmoralam 08.02.2009 um 18:09

    hier noch ein lesenswerter Beitrag aus der taz von Wolfgang Storz, dem ehemaligen Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, zum Thema
    http://tinyurl.com/bytxzp
    mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw

  99. Mitbestimmungam 18.02.2009 um 09:44

    Malte Hinz hat dem Magazin MITBESTIMMUNG ein Interview gegeben.

    Download unter:

    http://www.schmitz-kuhl.de/fileadmin/user_upload/Interviews/Medienkrise.pdf

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