Es gibt noch mehr, sehr viel mehr zu verlieren als das, was im Moment bei der WAZ-Mediengruppe in NRW bekannt ist.
Die Gewerkschaften DJV und dju in ver.di NRW rufen auf zu einer Demonstration am Samstag, 7. März 2009, in Soest.

- Gegen mögliche betriebsbedingte Kündigungen
- Gegen den Verlust von Pressevielfalt in NRW
- Gegen einen Kahlschlag, der die Demokratie trifft

- Für guten Lokaljournalismus
- Für Innere Pressefreiheit
- Für Redaktionsstatute
- Für einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung

Soest ist der Gründungsort der Westfalenpost. Jetzt – nach 63 Jahren – steht u.a. diese WP-Redaktion auf der Streichliste der WAZ-Gruppe.

STOPPEN SIE die Walze, die alles platt macht: Redaktionen, Arbeitsplätze, Vielfalt und Moral

Vielfalt braucht Bewegung!
Deshalb auf nach Soest am 7. März.
Wir treffen uns um 11.30 Uhr!

Der Sammelpunkt wird noch bekannt gegeben. Infos zur Anreise folgen.

184 Kommentare zu “STOPPT die Walze: Protest am 7. März in Soest”

  1. ver.di-Mitgliedam 25.02.2009 um 16:07

    Ich werde kommen!

  2. Gaudium in Susatoam 25.02.2009 um 16:14

    Ihr geht also am Samstag zur Demonstration für guten Lokaljournalismus, macht am Sonntag brav eure Zeitung, in der dann am Montag kein Sterbenswörtchen über die Demo stehen wird. Vielfalt. Bewegung. Ja nee, is klar.

  3. Bizarram 25.02.2009 um 17:07

    Es gibt (noch!!) eine weitere Zeitung in Soest. Und sollte in der Montagausgabe der WP tatsächlich kein Sterbenswörtchen stehen, dann weiß ich erst recht, dass meine Teilnahme an der Demo keine verschwendete Zeit war. Um Manipulation unter monopolistischen Strukturen anzuprangern, dafür ist mir keine Zeit zu schade. Offensichtlich ist noch nicht wirklich ins Bewusstsein gedrungen, dass gewisse Leute der Landesregierung sonstwas erzählen, um freie Fahrt für ihre Ziele zu haben. Stichwort Pressefusion. Und sollte es doch einen Bericht in der WP geben, umso besser.
    Ich werde ebenfalls kommen. Ja ja, is klar!

  4. Schön, dass wir uns noch einmal alle treffen!am 25.02.2009 um 17:38

    Oh ja, ich werde auch kommen. Ich werde demonstrieren gegen betriebsbedingte Kündigungen, Verlust von Pressevielfalt , gegen Kahlschlag. Aber ich weiß, dass der Kahlschlag gerade vollzogen wird, die Pressevielfalt verloren ist und dass vielleicht, während ich demonstriere, die Kündigung gerade in meinen Briefkasten flattert.
    .
    Das hier, liebe Gewerkschaftskolleginnen und -kollegen, liebe Betriebsrätinnen und -räte vor allen Dingen, kommt um Monate zu spät. Ich werde trotzdem kommen. Auch wenn es die Herren in Essen nicht beeindrucken wird. Und die von der Landesregierung in D-dorf schon gar nicht, Stichwort Pressefusion. Die sind für die Wahlkampfhilfe aus Essen dankbar, nicht für die Pressevielfalt.

  5. 1000 Fragezeichenam 25.02.2009 um 18:54

    Hallo Leute, habt ihr aber gut abgestimmt. Gerade an diesem Samstag hat die oberste Verkaufsleitung der WAZ ihre ca. 250 Medienberater + erweitertenm Kreis zur Tagung von 09.00-15.00 Uhr in die Stadthalle in Mülheim geladen. Die Teilnahme musste vorher angemeldet werden und ist natürlich “freiwillig”!
    .
    Weil uns alle das Redaktions-Gemetzel (Abonnenten, Anzeigenkunden) angeht, wäre euch die solidarische Teilnahme dieser Kollegen gewiß gewesen.
    .
    Da bleibt mir letztendlich nur zu appellieren, sich demnächst auch mal mit den anderen BR’s zu kommunizieren und sich Informationen zu besorgen.

  6. Kündigungsschutzvereinam 25.02.2009 um 19:07

    Ui, da werden Hombach und Nienhaus aber die Beine schlottern. Ein Griff in die alte Mottekiste der Betriebsräte und Gewerkschaften aus den 70ern. Packen sich auch alle an die Hand und gibt es Lichterketten?
    .
    Ich finde es zum Kotzen! Vor Wochen und Monaten, als ihr euch habt einseifen lassen in euren sicheren Sesseln, da wäre diese Demo richtig gewesen und hätte durch den Druck der Öffentlichkeit vielleicht was bewirkt. Aber jetzt, wo schon das Mobiliar verschachert wird und der Termin für die Schließung in Soest schon feststeht?
    .
    Typische BR- und Gewerkschafts-Symbol-Pseudo-Politik.
    Und wieder eine verschenkte Chance sich zu profilieren und die Notwendigkeit von BRs und Gewerkschaften im Allgemeinen zu rechtfertigen.
    .
    Von der missglückten Rettung der Betroffenen mal ganz abgesehen.

  7. Bizarram 25.02.2009 um 19:19

    Zum K… dürfte vielen sein – aus unterschiedlichen Gründen. Hauptsache sie tun es in Soest. Ich bringe Tüten mit.

  8. zoom » Umleitung «am 25.02.2009 um 19:22

    [...] WAZ-Krise: Demonstration am 7. März in Soest … WAZ Protestblog [...]

  9. tippseam 25.02.2009 um 19:33

    Eine Demo – wie originell… :(
    -
    Und wo? Nicht in Mülheim, nicht in Essen, sondern in Soest. Am (schönen) Ende der Welt. Was sollen die armen Soester denn dazu sagen? Die streichen doch nicht unsere Stellen und machen unsere Titel zum Einheitsbrei. Meint ihr, liebe Kolleg(inn)en Gewerkschafter, die Essener GGF wüsste überhaupt genau, wo dieses Soest eigentlich genau liegt und wie sich das ausspricht?
    -
    Oh nee. Da muss jetzt aber ganz schnell ganz viel mehr kommen als ein Instrument, das längst keine nennenswerte Wirkung mehr entfaltet. Da muss etwas Kreatives, für die GGF Unberechenbares kommen, und davon viel und bald und andauernd. Die Demo wird die GGF in keiner Weise beeindrucken. Das kannten die schon. Sorry.

  10. ver.di-Mitgliedam 25.02.2009 um 20:00

    @tippse: Ja, Soest und hier gibt es viele Kolleginnen und Kollegen und auch treue Leser. Zu deiner Information Soest liegt zwischen Dortmund und Paderborn und ist Kreisstadt. Außerdem gibt es dort die größte Innenstadtkirmes Europas, immer ab dem ersten Mittwoch nach Allerheiligen. So nun geht es vernünftig weiter.

    1) Wurde hier die Westfalenpost gegründet!

    2) Haben die Kolleginnen und Kollegen die hier beschäftigt sind genau wie du Familien und auch ein Haus gebaut!

    3) Gibt es hier auch noch einen anderen Zeitungstitel der über die Aktion berichten kann. Der WDR ist ebenfalls in der Nähe (Studio Arnsberg).

    4) Hombach und Rüttgers kennen beide Soest, denn dort findet die letzten Jahre immer eine Veranstaltung der Landesregierung in der Wiesenkirche statt.

    5) Soest ist gut mit der Bahn erreichbar, kurze Wegstrecke bis zur Westfalenpost in der Fußgängerzone.

    … und ich würde auch nach Schmallenberg (Sauerland) zur Demo kommen. Also Kollegin “tippse” mach am Samstag, 7. März einen Familienausflug in die Soester Börde. Kommt jetzt nicht auf dumme Gedanken, denn ich bin in Essen Pilotistraße aufgewachsen.

  11. ver.di-Mitgliedam 25.02.2009 um 20:06

    P.S. Soest spricht man Sost aus!

  12. Bizarram 25.02.2009 um 20:33

    Liebe Tippse,
    Deine skeptische Einstellung kommt ja nicht von ungefähr. Ich kann sie durchaus nachvollziehen. Die entscheidene Frage ist: Sehen wir uns in Soest (mit langem “o”), auch wenn wir uns nicht (er)kennen?

  13. H. B.am 25.02.2009 um 20:59

    Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten,
    .
    bitte beachten Sie, dass Ort und Zeit in intensiven Verhandlungen abgestimmt wurden. So sind wir zum Beispiel bei der Uhrzeit den Wünschen der Gewerkschaften und Betriebsräte sehr weit entgegengekommen. Wir hatten ursprünglich 4 Uhr morgens vorgesehen.
    .
    Auch die kommenden Veranstaltungen zum Abbau des überschüssigen Adrenalins in der Belegschaft sollen samstags, also jedenfalls außerhalb der Produktionszeiten, an sozialverträglichen Orten stattfinden. Wir haben uns dafür auf ein Waldgelände hinter Bad Berleburg und auf ein zurzeit noch tief verschneites Kartoffelfeld in der Nähe von Burbach geeinigt. Beide Ortschaften sollen irgendwo im Süden liegen.
    .
    Es grüßt Sie mit einem herzlichen “Mahlzeit!”,
    H.B.

  14. tippseam 25.02.2009 um 21:19

    @ver.di-Mitglied: Ich war schon mal in Soest. Hübsch, und schönes Stadttor.
    -
    Die Demo aber gehört weder nach Soest noch nach Schmallenberg (auch hübsch), sondern vor die Tür der Täter. Vom Essener WAZ-Haus zum Zeissbogen und zurück, beispielsweise. Die Gründung der WP interessiert die Herrschaften nicht die Bohne. Und die Interessen unserer Soester Kolleg(inn)en können wir alle samt unseren eigenen viel besser in Essen vertreten.
    -
    Und denkt daran, nach allem, was man derzeit aus dem Essener Zentralgebäude hört, sind keine regulären Kündigungen nach Sozialplan und Punkten geplant, sondern “schmutzige” Kündigungen von oben weg. Also die teuren Alten mit vielen Berufsjahren zuerst weg, um mit einer “Redaktion der 30-Jährigen” neu anzufangen, so Reitz. Er habe kein Interesse daran, die Schwächeren zu halten und die guten Jungen zu verlieren. Die Alten könnten ja klagen, die meisten würden sich aber mit den Gegebenheiten abfinden, so seine These.
    -
    Noch ein Grund mehr, zu fordern: Keine betriebsbedingten Kündigungen! Keine einzige! Keine Selektion der Älteren, kein Aussondern der Schwachen! Kein WAZ-Sozialdarwinismus!
    -
    Wird ja immer schlimmer mit dem Laden…

  15. Zynissimusam 25.02.2009 um 21:49

    “Haben die Kolleginnen und Kollegen die hier beschäftigt sind genau wie du Familien und auch ein Haus gebaut!”

    Hättet ihr keine Häuser gebaut oder gekauft und keine Blagen gezeugt, so müsstet ihr jetzt nicht jammern.

  16. Ende offenam 25.02.2009 um 21:58

    @Zynissimus
    Döfer geht’s nicht, oder?
    Davon ab:
    Was wir brauchen ist keine Demo, sondern eine Arbeitsniederlegung mit anschließendem Nichterscheinen (zumindest) der Lokalausgabe(n).

  17. H.B.am 25.02.2009 um 22:28

    @Ende offen “Arbeitsniederlegung mit anschließendem Nichterscheinen (zumindest) der Lokalausgabe(n)”
    .
    Auch in dieser Überlegung kommen wir den Wünschen der künftigen Rest-Belegschaft sehr weitreitzend und sozialverträglich entgegen. So betreiben wir gerade intensiv das Nichterscheinen zahlreicher Lokalausgaben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die demnächst dauerhaft ihre Arbeit niederlegen dürfen, erhalten darüber in den nächsten Tagen Bescheid per PIN-Mail.
    .
    Übrigens sind wir durch permanente Seitenreduzierungen bestrebt, das Nichterscheinen bei allen vier NRW-Titeln dauernd und flächendeckend einzuführen. Wir gehen dazu im Vierersprung immer weiter hinunter, also über 20 Seiten ab der nächsten Woche auf 16 in der übernächsten. Unser Ziel ist es, im April bei vier, möglichst bereitz bei null Seiten anzukommen. Wir gehen davon aus, dass Null-Seiten-Zeitungen den größtmöglichen Einspareffekt bei den Druck- und Zustellkosten bewirken.
    .
    Bitte nutzen Sie Ihre öffentlichen Zusammenkünfte zu einer intensiven Werbung neuer Abonnenten. Sie wissen ja: Wir sind Zeitung! Also jedenfalls wir drei hier.
    .
    Es grüßt Sie während einer reitzlichen “Mahlzeit!”
    H.B.

  18. fiftyruhram 25.02.2009 um 22:29

    Gut gebrüllt, offenes Ende! Leider illegal. Gut, eine oder mehrere Betriebsversammlungen könnten wegen erhöhten Informationsbedarfs stundenlang dauern und sich notfalls bis in den Abend hineinziehen. Das ginge. Aber bisher war auch das nicht der Fall. Die kampfbereiten Redaktionen haben sich, schreiben wir mal: zunächst gut verborgen gehalten. Bin gespannt, ob die 900 Betroffenen in den vier WAZ-Titeln wenigstens eine samstägliche Demo in Soest hinkriegen. Dann könnte man auch über Essen nachdenken. Jedenfalls beeindruckt es die WAZ-Oberen am wenigsten, wenn da leider wieder wie bisher fast nur die ach so doofen Gewerkschaftsfunktinäre stehen. Also, ich fahre nach Soest.

  19. Blog-Leseram 25.02.2009 um 22:37

    Aha. Wir können ja dann auch gleich den Abgesang auf die redaktion Soest anstimmen. Wie man hört, soll dort Mitte März Schluss sein.

  20. reitzisreilam 25.02.2009 um 23:07

    @Zynissmus

    Sie sind ja sogar noch zu doof, Zynismuss richtig zu schreiben!

  21. Beobachteram 25.02.2009 um 23:19

    stimmt, zum 15. März sollen die Tore geschlossen werden …
    Es tut mir leid – wir werden die WP vermissen, war doch auch eine Alternative zum mächtigen Anzeiger …
    ich komme auch zur Demo, sagt wann und wo –
    ich stosse dazu …

  22. B.H.am 25.02.2009 um 23:21

    Wenn in Ihrem Blog, das sonst sehr konstruktive und bedenkenswerte Ansätze enthält, gesagt wird, dass die teuren Alten mit vielen Berufsjahren zuerst entlassen werden sollen, so entspricht dies nicht den Tatsachen. Richtig ist vielmehr, dass wir in der Geschäftsführung der Mediengruppe auch weiterhin Personen des Jahrganges 1952 zulassen werden. Von Sozialdarwinismus kann also keine Rede sein.
    .
    Im Übrigen wird Herr Reitz sich im Hinblick auf seine hier zitierten Sätze bei nächster Gelegenheit wie gewohnt vor laufender Kamera selbst demontieren, äh – dementieren.
    .
    Es reitzt jetzt langsam die Mahlzeit,
    B.H.

  23. Zynissimusam 26.02.2009 um 00:47

    An reitzisreil:

    “@Zynissmus
    Sie sind ja sogar noch zu doof, Zynismuss richtig zu schreiben!”

    Erst mal richtig lesen lernen, Sie Depp! Da steht “Zynissimus”. Kapiert?

  24. reitzisreilam 26.02.2009 um 01:25

    @Zynissmus
    Sagte ich ja: Sie sind sogar zu doof, Zynismuss richtig zu schreiben. Was soll’s daran zum kapieren geben?

  25. fiftyruhram 26.02.2009 um 01:53

    Manchmal hat der Blog auch hohen Unterhaltungswert … ;o)

  26. Medienmoralam 26.02.2009 um 13:47

    @1000 Fragezeichen
    Du hast völlig recht, da hat die Kommunikation und die Abstimmung mit den anderen Betriebsräten nicht gut funktioniert. Aber so etwas passiert halt manchmal in Zeiten mit hoher Termindichte und wir können für die Zukunft nur Besserung geloben. Aber selbst wenn wir von dem Treffen der Medienberater in Mülheim gewusst hätten, wären wir von dem geplanten Termin nicht abgewichen. Es bleibt uns nur noch wenig Zeit, um öffentlich Druck auf die WAZ-Mediengruppe aufzubauen.
    Schade ist natürlich, dass uns am Samstag, dem 7. März in Soest jetzt die Medienberater als Verbündete fehlen, denn die haben ja bekanntlich das Ohr nah am (Anzeigen-) Kunden und werden als erste die negativen Auswirkungen mitbekommen, die das, wie Du das so schön plakativ nennst, “Redaktions-Gemetzel” mit sich bringen wird.
    Mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw

  27. Fünf nach zwölfam 26.02.2009 um 14:24

    “Es bleibt uns nur noch wenig Zeit, um öffentlich Druck auf die WAZ-Mediengruppe aufzubauen.”
    Sagt mal, auf welchem Stern lebt ihr? Die WR macht ihre Redaktion in Meschede schon an diesem Samstag dicht, viele Kolleginnen und Kollegen haben sich inzwischen verabschiedet. Während ihr jetzt ganz allmählich anfangt, eine Demo (wow!) in Soest (wow!) vorzubereiten, werden längst Nägel mit Köpfen gemacht. Bis ihr eure Fähnchen und Trillerpfeifen ausgepackt habt, sind viele Kolleginnen und Kollegen schon gegangen (worden). Die können sich den Spaß dann vom Straßencafe aus ansehen, oder was? Und dann plant ihr auch noch an einem wichtigen Teil der Belegschaft vorbei.
    .
    Wenn wir jetzt wirklich noch ein bisschen Druck aufbauen wollen, dann muss das in Essen geschehen, und zwar ganz schnell! Lasst uns auch vor die Villen der Besitzerfamilien ziehen, damit die überhaupt etwas von dem ganzen Sch…. mitbekommen. Die Opel-Werker haben ihre zentrale Kundgebung in Rüsselsheim. Warum?

  28. Bleisatzam 26.02.2009 um 17:12

    Die jetzt angekündigte Demo war schon vor Monaten fällig! Doch die Betrierbsräte der vier Zeitungstitel, die sich noch mit “Experten” verstärkten, von denen man kaum etwas gehört hat, reagierten auf entsprechende Anregungen von Kolleginnen und Kollegen nicht.

    Jetzt, wo viele schon ihre Aufhebungsverträge unterschrieben und die Redaktionen zwischen Ruhr und Sieg mangels internen Stellenangeboten bereits verlassen oder am morgigen Freitag verlassen werden, soll plötzlich Stärke demonstriert werden.

    Für mich hat diese Veranstaltung eine reine Alibi-Funktion. Jetzt, nachdem die WAZ-Axt überall im Lande gewütet und Fakten geschaffen hat, wollen die Gewerkschaften demonstrieren! Wenn das Ganze nicht so traurig wäre, müsste man über so viel Stümperei lauthals lachen.

    Zu lange haben die beiden Gerwerkschaften, die Betriebsräte und die Chefredakteure gehofft, in internen Gesprächen mit den Verlagsoberen etwas bewegen, etwas für die Kolleginnen und Kollegen “herausholen” zu können. Doch dieser Traum war schon nach wenigen Wochen geplatzt. Reitz weicht keinen Millimeter von seiner Radikalkur ab: Scheiß doch was auf die Medienvielfalt, auf guten Journalismus und auf ein Stück Menschlichkeit!

  29. Dr. Faustam 26.02.2009 um 23:19

    @medienmoral: ich muss 1000 Fragezeichen beipflichten, die Abstimmung war alles andere als glücklich. Wie so oft bei der WAZ klappte die interne Kommunikation mal wieder gar nicht. Meines Wissens will sich die GGF (bzw. ein Teil davon) am besagten 7. März in der Mülheimer Stadthalle auch blicken lassen und eine insperierende Rede halten. Ob das dann auf grenzenlose Freude und Zustimmung trifft, wo die Anzeigenerträge noch mehr in den Keller rauschen werden, bleibt abzuwarten. Vielleicht sollte man doch dort einen Zug beginnen und dann nach Soest weiterziehen?
    .
    Aber ansonsten kommt diese Aktion -mit Verlaub- eindeutig zu spät und bewirkt bei der GGF -da bis dato WR Meschede schon versenkt wurde- nur ein müdes Lächeln. Ich kann auch nicht verstehen, dass sich die BR nicht auch mal mit anderen Verlagskollegen zusammen getan haben. Es gibt Aussagen, dass man auch mal an diejenigen heran gertreten ist und gesagt hat, dass man mal was machen sollte und die übrigen Kollegen mitziehen würden. Darauf hat es nie eine Reaktion gegeben.
    .
    Was da jetzt geschieht ist keine unternehmerische Kunst sondern jämmerliches Versagen. Anscheinend kann Herr Nienhaus -erst mit seinem Antritt wurde die Abrißbirne ja vom Tieflader gefahren- nur so etwas Verlegerisches wie die Blöd-Zeitung managen. War ja auch nicht wirklich schwer, ein journalistisch durchweg tiefgründiges CDU-nahes Boulevardblatt mit regionalen Austauschseiten auf der dritten Seite und ein bisschen regionale Schwerpunktverlagerung beim Sport. Mit der verästelten WAZ-Struktur haben sich weder er noch die Schickler-Gruppe umfangreich beschäftigt und die Zahlen sind -da bin ich mir nach wie vor ganz sicher, nach den Absichten der GGF konstruiert worden, so wie sich die Energiekonzerne ihre Kalkulationen dramatisch rechnen, damit die hohen Abgabepreise an den Endverbraucher gerechtfertigt werden.
    .
    Der Schaden, der an diesem Samstag mit Meschede beginnt, wird letztendlich immens sein und wir alle werden am Ende genauso die grenzenlose Wut wie die ehemaligen Mitarbeiter von BenQ haben, die damals das Versenken der eigenen Firma genauso ohnmächtig mitansehen mussten. Ist zwar überspitzt formuliert, weil sich die WAZ ja zum Geldscheffeln nach Fernost und zum lupenreinen Demokraten Putin orientiert. Aber davon haben letztendlich wir Ruhri-WAZler herzlich wenig, wenn unsere Tageszeitungen nur noch reitzend am Interesse der Leser vorbei gehen und Abos, Auflage und Anzeigenkunden die Talfahrt munter fortsetzen.
    .
    Gut’s Nächtle allesamt!

  30. Meine Füße, unsere Füßeam 27.02.2009 um 07:18

    Diese Entwicklung war absehbar. Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung „Die demographische Lage der Nation. Wie zukunfsfähig sind Deutschlands Regionen?“, DTV 2006, € 10.-, isbn -13: 978-3-423-34296-4, 192 Seiten, die bestimmt von der Fa. Schickler gelesen wurden.
    .
    Deshalb wurden wohl auch neue Konzepte für die Tageszeitung wie ‘Mediation in den Medien’ gefordert. Über das Berlin Institut hinaus lohnt sich der Blick in die Wanderungsbilanzen von it.nrw. Die Amenauflage der WAZ ist nur ein Surrugatparameter der Entwicklung von NRW.

  31. Hans Plagwitzam 27.02.2009 um 08:50

    Leider läuft die Abwicklung der Titel in Nordrhein-WAZfalen (Idee v. d. SZ) offensichtlich voll und ganz nach dem Drehbuch der GGF. Strippenzieher Hombach und Abräumer Nienhaus haben die Kampagne, die im Sommer 2008 mit Interview-Drohungen (”Können betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen”) begann und mit jetzt wochenweise steigenden Stellen- und -Redaktionsstreichungen noch nicht zu Ende ist, klug geplant. Unsere Gewerkschaften (also uns) und unsere Betriebsräte hat man dabei klassisch an der Nase herumgeführt. Das soll kein Vorwurf sein, die GGF spielt einfach in einer anderen Profi-Liga!
    Auf dem Spielplan der Strippenzieher ist bestimmt auch so eine Amateur-Theater-Aktion wie in Soest eingeplant. Da kann man mal unschädlich Dampf ablassen- nett aber wirkungslos.
    Wir müssen uns schon etwas anderes überlegen, um einerseits nicht komplett kampflos unterzugehen und um zweitens noch wenigstens einen Rest Selbstachtung zu erhalten. Meinen Job könnt ihr mir nehmen, brechen lasse ich mich nicht von Euch.
    Lasst uns die rechtlichen Bedingungen für einen Streik schaffen (Arbeitsplatzsicherungs-Tarifvertrag o.ä.) um wenigstens mit wehenden Fahnen unterzugehen.
    Wir werden es leider nicht verhindern können, dass “unsere” Blätter mit dem jetzigen Kurs ungebremst an die Wand fahren.

  32. ver.di-Mitgliedam 27.02.2009 um 09:13

    @ Hans Plagwitz: Richtig ist, es muss noch mehr kommen. Lasst uns die Dinge in Soest besprechen! Event. unsere letzte Chance.

  33. unverzagtam 27.02.2009 um 09:41

    Nichts gegen verständliche WP-Nostalgien in Soest. Wer sich das nette Städtchen in der Börde als Demo-Standort an der Verbreitungsperipherie ausgedacht hat, kann die Taschentücher zum Tränenwegdrücken gleich mitbringen. Wenn es denn um ein sichtbares Zeichen mit größtmöglicher Öffentlichkeit gehen soll, kann das nur Auge in Auge gehen. Auf in die Essener City, auf in die Friedrichstraße. Stellt die Kahlschläger und Abwickler da, wo sie ihre konzeptlosen Ideen ausgeheckt haben.

  34. Aja Lenzam 27.02.2009 um 14:06

    Folgenden Brief habe ich heute an DJU und und DJV NRW geschrieben:

    Liebe Kolleginnen und Kollegen vom Landesvorstand DJU NRW und DJV!

    Euren Aufruf zur Demonstration gegen die Kündigungen und Redaktionsschließungen durch die WAZ-Mediengruppe begrüße ich sehr.

    Sicher habt ihr die Diskussion in Blog Medienmoral dazu verfolgt. Fast alle Zuschriften sprechen sich dafür aus, dass die Demonstration in Essen direkt vor dem Sitz der WAZ Konzernzentrale stattfinden sollte. Die Begründungen dafür sind sehr einleuchtend. Es ist wie gesagt der Sitz der Verantwortlichen für die Arbeitsplatzvernichtung. Dann ist Essen eben auch eine Großstadt, wo eine solche wichtige Aktion mehr Aufsehen und auch mehr Solidarität der Bevölkerung erreichen würde. Es wäre eine wichtige Unterstützung, dass weitere Kampfmaßnahmen in den Zentralredaktionen und Lokralredaktionen aufgenommen würden. Auch wäre es für die KollegInnen, die in Mülheim auf einer Veranstaltung der GF weilen, leichter, sich der Demonstration anzuschließen.

    Als stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereinsvorstandes ver.di Essen, Fachbereich Medien, Kunst und Industrie möchte ich euch bitten, die Argumente für die Verlegung der Demonstration von Soest nach Essen aufzunehmen, und den Demonstrationsort zu ändern.

    Mit solidarischen Grüßen

    Aja Lenz

  35. Soesteram 27.02.2009 um 14:34

    Das beschauliche Städtchen Soest ist immerhin Kreisstadt des Landkreises Soest und somit die Metropole der Börderegion. Dort ist im April 1946 zum ersten Mal die Westfalenpost erschienen, die der Soester Rechtsanwalt Dr. Artur Sträter gemeinsam mit dem Lizenznehmer Otto Boelitz herausgegeben hat.

    Damals war die WP eine der bekannten demokratischen Lizenz-Zeitungen, die nach dem Krieg erst einen demokratischen Wiederaufbau möglich machten, weil sie entgegen der Reaktion der NS-Zeit objektiv, kritisch und frei im Sinne des angelsächsischen Modells der Presse publizierten. Leider hat die WP dann Soest als Verlagssitz verlassen (müssen), weil der reaktionäre Soester Anzeiger (SA), der in der Nazi-Zeit gegen Juden, Andersdenkende und Sozialdemokraten so übel gehetzt hat, dass viele derer deportiert und ermordet, aber auch eingesperrt und gefoltert wurden. Wer also Demokrat war, las nach dem 2. Weltkrieg in Soest WP, denn beim Anzeiger war Nazi-Verleger Walter Jahn ab 1949 wieder in Amt und Würden und der alte Patriarch, der nie ein Demokrat war führte das Haus bis zur Übergabe an Dr. Ippen, der auch nie ein Demokrat, sondern ein schöngeistiger Presso-Diktator war, wie ein NS-Arbeitslager. Streng und bedingungslosem Gehorsam verpflichtet.

    Dass die WP und später die WAZ 1000 Chancen vertan haben, eine lesenswerte Alternative gleichstark zu positionieren, mag viele Gründe gehabt haben, die aus Essen kommen, wo viele nicht wussten, wo Soest ist. Aber auch in Hagen saßen nie WPler, die an sich die Wurzel einer Lokalzeitung gespürt haben. Mantel, Region, alles war wichtiger und ich war einer der Lokalredakteure, die bei jedem Feueralarm und jeder Polizeiaktion draußen waren, die aber keine Chance hatten gegen den Lokalchef, der sich jetzt erdreistet, im WDR den Untergang “seiner” Redaktion zu betrauern, die er mitbeerdigt hat, vor 20 Jahren schon, die aber nicht nur beerdigt wird, weil er schlecht war, sondern, weil in Hagen Entscheider saßen, die keinen blassen Schimmer hatten, was Lokaljournalismus in der Börde und so mit der Bürde heißt!

    Ich trauere, auch wenn die Kollegen von einst, das nicht nachvollziehen wollen. Herzblut ist das Schmieröl für den Motor des Lokaljournalisten und dieser Motor lief bei der WP und speziell im Kreis Soest schon lange nicht mehr rund. Mit Beliebigkeit und Pressekonferenz-Journalismus ist in Zeiten der Diversifikation kein Abo mehr zu gewinnen. Es geht auch anders, es gibt Verlage, die das anders machen und diesen entscheidenden Wettbewerbsnachteil haben die wachen Kollegen der WP Soest/Werl/Warstein immer angeprangert, sind daran gescheitert, haben ihn beklagt, sind in die innere Emigration geflüchtet und haben still gelitten.

    Eine Grabesrede, aber eine Trauerrede, denn so weit musste es nicht kommen, wenn rechtzeitig andere Verantwortung übernommen hätten. Ich leide. Still, aber ehrlich und es sind unsagbare Schmerzen, wenn Demokratie und Journalistmus so bestattet wird.

    Der Soester

  36. an den soesteram 27.02.2009 um 15:07

    Oje, so gefrustet? Kündigung erhalten?

  37. Beobachteram 27.02.2009 um 15:15

    @Soester
    das geht aber jetzt deutlich unter die Gürtellinie.
    Ich wollte eigentlich an Eurer Demo teilnehmen, aber nach Ihren Äußerungen gegen den Mitbewerber halte ich mich jetzt lieber zurück.
    Vielmehr sollten Ihre Kollegen des/der SA gegen Ihre Äußerungen, mein “lieber”, frustrierter WP-Redakteur, demonstrieren.
    Solche Äußerungen sind eines Redakteurs nicht würdig!
    -
    Ihre Zeitung wurde 1946 gegründet, also nach Adolfs Terror-Regime. Wäre Ihre Zeitung nur 15 Jahre früher erschienen, Ihre Redakteure hätten den Nazis genauso nach der “Schnauze” geredet, wie alle anderen Zeitungen auch.

    Ich denke, eine Entschuldigung Ihrerseits gegenüber Dr. Ippen wäre angebracht …

  38. Jutta Klebonam 27.02.2009 um 15:48

    @ Aja Lenz

    Liebe Kollegin Lenz,
    der Veranstaltungsort Soest wurde gemeinsam mit den Betriebsräten der 4 Zeitungstitel festgelegt.

    Natürlich sprechen viele Argumente für Essen, aber die Kolleginnen und Kollegen haben sich nach längeren Diskussionen auf Soest geeinigt. Die Vorbereitungen laufen bereits und deshalb eine Verlegung nach Essen am 7. März 2009 nicht mehr möglich.

    Die Demo in Soest muss ja nicht die letzte Aktion sein.

    Die Veranstaltung in Mülheim war uns nicht bekannt. Dazu haben wir auch schon im Blog geäußert: Medienmoral am 26.02.2009 um 13:47.

    Jutta Klebon

    ver.di NRW, Fachbereich 8, dju

  39. Soester 2am 27.02.2009 um 16:38

    Was ist denn an dem Gerücht dran, dass nun doch einige Redakteure in Soest eine Redaktion aufrecht erhalten?

  40. Märkeram 27.02.2009 um 16:54

    @Beobachter:
    Unsere Zeitungen wurden unter anderem auch wegen der Presse, die es im 3. Reich gab, gegründet – und unter den ersten Journalisten unserer Blätter waren oft Antifaschisten, die kurz zuvor noch verfolgt worden waren.
    Dass eure Blätter wieder zugelassen wurden und Altnazis allerorts wieder Zeitungsberichte schreiben durften, ist ein bedauerlicher Fehler, der den Alliierten unterlief.

  41. Schrecken hoch dreiam 27.02.2009 um 17:48

    Was bringt es noch, alte (Nachkriegs-) wunden wieder aufzureißen. Fest steht doch, dass die WP in Soest und Werl schließen wird – voraussichtlich zum 15. März. Die Fehler scheinen im Marketing und im Vertrieb und weniger in den Redaktionen selber, die bis zur drastischen Seitenreduzierung durchaus konkurrenzfähig waren, gemacht worden zu sein.

    Es ist wohl richtig, dass einige Redakteure in Soest bleiben werden, um der Warsteiner WP-Ausgabe zuzuarbeiten. Die können einem wahrscheinlich nur Leid tun, denn sie “dürfen” sich die Verärgerung vieler Leser auch über die Schließung hinaus anhören. Geschweige denn ihre Perspektive, die bregrenzt sein wird…

    Es scheint wohl nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Ippen auf die Kostenbremse tritt. Ohne Konkurrenz in Soest und Werl wird die Seitenschlacht bald ein Ende haben und wegfallende Stellen werden wohl auch nicht besetzt. Der Tag der WP-Schließung ist kein Freudentag des Anzeigers (mittelfristig gesehen).

    Eine Demonstration in Essen wäre sinnvoller gewesen, als eine Abschieds-Demo in Soest. Dort steht doch der Untergang schon fest, nur noch nicht der Beerdigungstermin.

    Traurig, traurig…

  42. tippseam 27.02.2009 um 19:28

    @Hans Plagwitz: Ich bin dabei. Mit wehenden Fahnen. Nicht in Soest, aber wenn es ums Ganze geht. Wir werden uns eben etwas einfallen lassen müssen.

  43. Dieter Tuschenam 27.02.2009 um 19:46

    moin moin
    ich werde auch in soest dabei sein – wie bei so manch anderer
    demo/streik in den vergangenen 37 jahren auch – doch das was hier im blog abgeht, geht gar nicht – habe selbst “leider” mit zahlreichen kolleginnen/kollegen bei betriebsschliesungen kämpfen müssen, aber egal wie tief die wut auch war, das mindeste war die achtung vor allen anderen kolleginnen und kollegen- davon kann hier ja wohl nicht unbedingt immer die rede sein -

  44. soester 2am 27.02.2009 um 20:00

    wenn einige redakteure in soest bleiben, macht das ja wirklich sinn. die kostenersparnis wird ja enorm sein… vor allem gibt man gut 3/5 der auflage auf, behält aber gut die hälfte der redakteure, einige müssen alibiseiten für warstein produzieren, wo die auflage auch rapide gesunken ist.

    so, jetzt rechnen wir mal aus, wie es mit den eine million miesen pro quartal dann aussieht…

  45. ver.di-Mitgliedam 27.02.2009 um 20:03

    @tippse: Ich hätte wetten können, du erscheinst nicht. Seht Soest doch mal als unsere eigene Generalprobe. Ich bin gespannt wieviele von euch kommen! Es ist der Testlauf für euren Widerstand – nicht mit Worten – sondern mit Taten! Aber ein freier Samstag – den kann Mann/Frau schlecht für so eine Aktion opfern! Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort ist gefordert!!!

  46. Traineram 27.02.2009 um 20:10

    Von Null auf 100 in Nullkommanichts. Wow! Tippse, das schaffen die wenigsten. Bedenke bitte: Gute Sprinter sind anders trainiert und konditioniert als Dauerläufer. Idealkombination in diesem speziellen Wettkampf: Ausdauer beweisen und! zum richtigen Zeitpunkt mit aller Kraft zum Ziel sprinten. Schön, wenn Du den Part des Sprintens übernimmst. Trotzdem: Es müssen auch Leute an den Start! Leute mit Ausdauer. Nach allem, was ich von Dir gelesen habe: Du hast genug Puste auch als Dauerläuferin – wenn Du willst.

  47. werleram 27.02.2009 um 20:12

    @soester
    Hetzte und völlig unangebrachte NS-Vergleiche sind bei aller verständlichen Wut und Trauer ein Skandal in diesem Blog – und ich wundere mich doch sehr, dass so etwas nicht sofort von den Administratoren gelöscht wird. Ihre Äußerungen erfüllen den Tatbestand der Verleumdung. Man muss Dr. Ippen nicht einmal näher kennen, um derartige Vergleiche als untentschuldabre Frechheit zu brandmarken. Genau das aber mag das Problem der WP in Soest und Werl gewesen sein: Schlechte Recherchen, schlechte Berichte, einfach eine schlechte(re) Zeitung. Ich kenne beide, Anzeiger und WP, habe jahrelang vergleichen dürfen. Und die WP ist stets hinterhergehinkt. Damit war kein “Staat” zu machen – und kein Gewinn. Mit dem Anzeiger behält der Ktreis Soest zumindest eine hervorragende Zeitung, die voll auf das Lokale setzt – und rundum mit demokratisch anständigen Redakteuren besetzt ist… Und, Soester: Sollten Meinungen wie ihre bei der WP üblich sein, ist es nicht schade um das Verschwinden.

  48. werleram 27.02.2009 um 20:28

    Respekt, Administratoren,
    fünf Minuten nach meinem Eintrag wurde der üble “Soester”-Beitrag gelöscht. Danke. Nun kann hier vielleicht sachlich weiter dikutiert werden – ohne Entgleisungen.

  49. Märkeram 27.02.2009 um 20:30

    @Werler und andere Ippener:
    Dr. Ippen.
    Allein die übereinstimmende Nennung dieses doch eher (außerhalb der Tippen-für-Ippen-Presse) untypischen Begriffs lässt mich an dem/den Autor(en) zweifeln.
    Auffallend in diesem Zusammenhang auch die wiederkehrende Formulierung “hinterhergehinkt”.
    Und zur Krönung die Aufforderung, unsere Beiträge zu löschen. So hat das auch bis Mai 1945 funktioniert. Ihr habt nix, aber auch gar nix gelernt.
    Gut, dass Zensur im Internet nicht mehr funktioniert.
    Hat hier eigentlich (von der betroffenen Seite) schon mal jemand von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, ALLE Beiträge in derwesten kommentieren zu können? Demo findet doch heute nicht mehr nur auf der Straße statt.
    Hoffe, wir treffen uns dort.

  50. Schrecken hoch dreiam 27.02.2009 um 20:34

    Ich bin mal gespannt, wie lange der werler ohne die WP zufrieden sein wird… Manche denken wirklich nur von 12 bis Mittag. Der Anzeiger wird ebenfalls drastisch Seiten zurückfahren, wird auf Personal verzichten und auf jede Menge Lokales. Dann wird das Geschrei viel größer sein als bei der WP jemals, wegen der größeren Auflage. Zu ändern wird das nicht sein, denn wechseln kann man dann nicht mehr.
    Mit der WP wird auch der Anzeiger ohne Konkurrenz an (der ohne jeden Zweifel vorhandenen) Qualität verlieren, aber das begreifen die Kreis-Leser erst, wenn es zu spät ist. Ein bisschen Weitsicht wäre trotzdem wünschenswert.

    Im übrigen hoffe ich, dass Beiträge wie vom Soester gelöscht werden. Sie dienen nicht der Sache und sind diffamierend. Mahlzeit

  51. Märkeram 27.02.2009 um 20:34

    @Gewerkschaft:
    Ihr löscht Beiträge wie diesen?
    Ich werde in den nächsten Tagen austreten. Das ist für eine Journalistengewerkschaft indiskutabel.
    Unfassbar ihr seid.
    Möge die WAZ mit euch sein.

  52. Medienmoralam 27.02.2009 um 20:40

    Wir haben den von “Soester” verfassten Kommentar, auf den sich Beiträge von “Beobachter”, “Märker”, “Schrecken hoch drei” und “Werler” beziehen, vom Blog genommen, um ihn juristisch unter strafrechtlichen Aspekten prüfen zu lassen.

  53. Leseram 27.02.2009 um 20:49

    Weiss eigentlich schon jemand, was die Leser dann vorgesetzt bekommen, wenn die Ausgaben eingestellt werden. Gibt es statt der WR meschede dann den WP LOkalteil? Und was passiert im Kreis Soest? Kriegen die Leser dann plötzlich keine Zeitung mehr? Oder nur eine Alibizeitung mit irgendwelchen anderen Seiten?

  54. Medienmoralam 27.02.2009 um 21:00

    @Leser
    nach Auskunft der Pressestelle der WAZ-Mediengruppe gibt es in Meschede dann ab sofort die Ausgabe der Westfälischen Rundschau mit dem Lokalteil der Westfalenpost.
    Mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw

  55. Leseram 27.02.2009 um 21:08

    Danke für die schnelle Antwort. Aber was soll im Kreis Soest passieren, wo Standorte ja ganz geschlossen werden?

  56. Nach der Demoam 27.02.2009 um 21:13

    Könntet ihr nach der Demo vielleicht noch eben in Meschede vorbeischauen? Da müssen noch ein paar Möbel ‘rausgetragen werden…

  57. Medienmoralam 27.02.2009 um 21:33

    @Leser
    wir Journalistengewerkschaften sind ja nicht die Herausgeber dieser Blätter und von daher eigentlich nicht die richtigen Ansprechpartner für diese Frage. Wenn mich die Schliessungen betreffen würden, dann würde ich einfach mal in meiner Redaktion anrufen und mich erkundigen, was da passieren soll. Das freut sicherlich auch die Redakteurinnen und Redakteure, wenn sie merken, dass den Lesern ihr Schicksal und das Schicksal des Lokalteils nicht gleichgültig ist. Eventuell weiß ja auch die WAZ-Ombudsfrau Helga Lange weiter, ich weiß aber momentan nicht, ob die nur für die WAZ oder die gesamte WAZ-Mediengruppe zuständig ist.
    Die WAZ-Ombudsfrau erreichen Sie:
    montags bis freitags 13 bis 15 Uhr
    donnerstags auch 19 bis 20 Uhr
    Tel. 0201 – 804 2146
    E-Mail: ombudsfrau@waz.de
    mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw

  58. Beobachteram 27.02.2009 um 22:06

    “Wenn mich die Schliessungen betreffen würden, dann würde ich einfach mal in meiner Redaktion anrufen und mich erkundigen, was da passieren soll.”

    Medienmoral,

    bei aller Liebe – aber was soll den DER Quatsch? Ich würde mich als betroffener Redakteur schwer bedanken, wenn ich auch noch den Unmut von Lesern über Entscheidungen der GF auf meinen Buckel laden müsste. Die sollen die Ombudsfrau anschreiben oder (sicher ein guter Tipp!) massenweise Leserkommentare bei Derwesten schreiben.

    Ich habe eine Frage an die Insider hier: Es gibt ja schon seit Jahren eine WR, die mit einem fremden Lokalteil erscheint – die in Iserlohn nämlich, die mit dem (in meinen Augen unsäglichen) IKZ-Lokalteil daherkommt. Weiß jemand, welche Reaktionen das bei den Lesern ausgelöst hat?

    Zweite Frage: Ich höre gerüchteweise, dass es einen WR-Rückzug auch aus dem Volmetal geben soll – ist da was dran?

    B.

  59. kopfschüttelnam 27.02.2009 um 22:24

    sehen wir doch auch mal das positive:

    wenn weiterhin scheinbar konzeptlos an dem produkt, das die leser mit der gesamten mediengruppe verbindet, nämlich die “gewohnte morgendliche zeitung”, rumgedoktert wird,
    dann gibt es auch bald keinen kunden mehr, den die GGF übers ohr hauen kann.
    für alle, die es noch nicht wissen:
    neuerdings werden lieferunterbrechungen erst ab dem 4.tag erstattet.
    die ersten drei tage werden den kunden als zeitungsspende normal berechnet um die auflage zu halten.
    natürlich werden die kunden darüber nicht! informiert.

    ede zimmermann warnte uns vor neppern, schleppern, bauernfängern und genau da geht die reise hin. die kunden für dumm verkaufen, denn die sind ja so blöd und merken es nicht.
    wenn das erstmal großflächig rauskommt, “dürfen” die armen mitarbeiter mit kundenkontakt (dialog, geschäftsstellen) die suppe auslöffeln.
    traurig, traurig, das vertrauen in die glaubwürdigkeit der waz (-mediengruppe) war mal ein echtes pfund mit dem sich wuchern ließ.
    so wird der gute ruf im blindflug vor die wand gefahren.

    alles für den guten zweck die auflage zu halten.
    ich bin mal gespannt auf die entwicklung der kündigerzahlen.

  60. FremderLokalteilam 27.02.2009 um 22:27

    Auch die WR Castrop-Rauxel, Hattingen und Witten (alle WAZ) sowie Warstein (WP) erscheinen mit fremdem Lokalteil.

  61. geschockte Konkurrenzam 27.02.2009 um 23:44

    Immerhin wird der Leser in Olpe mal informiert.

  62. Ein einziger Redaktionsleiter mit Mut!am 28.02.2009 um 00:20

    Ein mutiger Mann, der Olper WR-Redaktionsleiter. Wenigstens einer im ganzen WAZ-Universum! In den anderen Redaktionen, auch von WAZ und WP und NRZ, kneifen sie lieber den Schwanz ein. Da gibts keinen Abschied, da nennt niemand öffentlich den Grund. Bis auf die drei in Olpe werden also zahllose langjährige und sicher ebenso kompetente Redakteurinnen und Redakteure namenlos und klammheimlich verschwinden. Peinlich ist das.
    .
    Man darf vermuten, dass die WAZ-Zensur den Text im verlagseigenen Portal DerWesten ganz schnell offline setzen lässt. Man mag so etwas nicht. Deshalb hier vorsorglich zur Dokumentation im Internet der wesentliche Abschnitt aus dem WR-Text, wie er auch heute im Olper Lokalteil der WR erscheint:
    .
    “Redaktionsleiter Gerhard Hausen dankte Birgit Ohm aus Drolshagen, Wolfgang Schneider aus Saßmicke und Thomas van de Wall für ihre geleistete Arbeit. Er bedauerte den Weggang der Mitarbeiter, die im Rahmen der redaktionellen Sparmaßnahmen entsprechende Aufhebungsverträge unterschrieben haben.”

  63. findusam 28.02.2009 um 00:49

    Na und? was soll denn jetzt daran mutig sein?

  64. Gregoram 28.02.2009 um 07:35

    @ findus
    Frage mal “tippse”. Die erklärte unter http://www.medienmoral-nrw.de/2009/02/betriebsrate-der-waz-gruppe-distanzieren-sich/#comment-4125 ausführlich, warum das in den familiären Sozialsuizid führt und warum davon keine Zeile je in die Zeitung kommt und warum Kommentare im gewerkschaftlichen Blog die einzige Möglichkeit sind, überhaupt etwas darüber zu veröffentlichen. Naja.

  65. Olper Leseram 28.02.2009 um 09:53

    Deutlich ist auch heute die Meldung “Guten Morgen” von “Flurschütz” in der Olper WR. Das steht: “gestern gingen zwei Kollegen und eine Kollegin – sie werden nicht mehr reinkommen. Der Letzte macht das Licht aus. Wer das sein wird, darüber denkt traurig nach Flurschütz.”
    Es ist ein Trauerspiel was da passiert.

  66. Leere Chipstüteam 28.02.2009 um 10:08

    Vor allem hat der Mann auch Anstand. Er macht das, was andere zwar großspurig versprochen haben, von dem sie aber nicht im Traum daran denken, es zu halten: Er schaut den Menschen “dabei” in die Augen. Die anderen stehlen sich feige weg.
    Einge haben nach vielen Jahren bei der WMG eine “Abschiedsmail” bekommen. Zu mehr habe man leider keine Zeit. Der Verfall von Anstand und (Medien)Moral in diesem Laden ist nur noch zum Kotzen.

  67. Franz Wiebelam 28.02.2009 um 12:24

    Eigentlich wäre es doch wohl bei so vielen alt gedienten Mitarbeitern, wenn sie zur selben Zeit gehen, angebracht, dass die Chefredaktion sie verabschiedet. Stattdessen unternimmt also ein Lokalchef den gleichermaßen ehrenwerten wie rührenden Versuch, stellvertretend jenes Rückgrat zu zeigen, das die anderen Herrschaften auf ihrem Weg nach oben offenbar verloren haben. Wahrscheinlich musste der Mann sogar Blumen und Präsente aus der eigenen Tasche bezahlen.

  68. Soester reloadedam 28.02.2009 um 14:29

    Ja – Katharsis – der Beitrag von mir war polarisierend, extrem und vielleicht auch unangenehm. Aber er hat nicht alle Tatsachen verleugnet. Wer heute in Diensten der Tippen-fuer-Ippen-Gruppe ist, hat auch nicht mehr das, was ein Tarifvertrag mal war. Schon vergessen, wie ein langjähriger Ressortleiter Land beim Soester Anzeiger wegen angeblich zu viel abgrechneter Kilometer von heute auf morgen entlassen wurde? Soli-Grüße an rh! Schon vergessen, wie platt gemacht und auch autokratisch regiert wurde?

    Es stimmt, was hier andere schreiben. Wenn die WP geht, ist auch beim SA, abgesehen vom Lokalchef vielleicht, nicht mehr alles so, wie es war. Das sind Tatsachen. Und wer Wahrheiten ausklammert, wie die, dass Dr. Artur Sträter als Erstverleger der WP die Lizenz bekommen hat, weil er auch jüdischen Mitbürgern während der NS-Zeit geholfen hat, außer Landes gelangen zu können, der verleugnet Tatsachen und begibt sich auf das Terrain jener, die schon immer von allem nichts gewusst haben wollen.

    Wir leben in einer Zeit, in der das Kapital alles überrollt, was noch menschlich, mitfühlend und wertschätzend ist. Und das macht die WAZ, wenn sie die Wiege der WP zertrümmert und das passiert, wenn alle leugnen, was irgendwann mal passiert ist. Tut mit leid, dass ich so unbequem war, zu erwähnen, was damals war. Wer die Geschichte nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen.

    Entschuldigung an alle, die das nicht wissen wollen.

  69. Blog-Leseram 28.02.2009 um 15:54

    @soester reloaded

    Die Frage ist, was hat das mit dem heutigen waz-Kahlschlag zu tun?

  70. Irritierteram 28.02.2009 um 16:41

    @soester reloaded + Blog-Leser
    Das frage ich mich allerdings aus. Eine Zeitung, die sich nur noch aus der demokratischen Vergangenheit definiert? Und die Gegenwart? Die Zukunft? Zählt nichts? Da wundert einen nichts mehr, wenn man sich die WP-Ausgaben der letzten Jahre ansieht (und ich habe mir sie angesehen und weiß, wovon ich schreibe…) Was nützt es (Fußball-Vergleiche sind ja auch in der Zeitung immer gern gesehen) dem 1. FC Nürnberg, dass er in grauer Vorzeit mal Deutscher Meister war, wenn er heute in der 2. Liga kickt? Zu nicht so guten Fußballern kommen auch weniger Zuschauer – zu einer nicht so guten Zeitung bei allen historischen Verdiensten das Herausgebers weniger Abonnenten. So ist das GESCHÄFT. Gute Zeitung, viele Leser, viele Abos – wäre der Rückzug der WP aus Soest/Werl dann auch erfolgt? Darüber reden wir hier doch viel zu wenig.
    Und: Niemand, der heute in der Region Soest Zeitung macht, ist ewig gestrig. Niemand verleugnet, was damals an Grauen geschehen ist – zumindest habe ich das von keine Redakteur bislang irgendwie in Worten oder Zeilen vernommen. Den Anzeiger-Redakteuren indirekt zu unterstellen, sie seien weniger demokratisch, weil die WP damals nach dem Krieg der Demokratie Vorschub leistete, ist niveaulos und unverschämt. In Vergangenheit verhaftetes Denken und Zaunlatten-Argumentation gegen andere? Was soll das? Der Beitrag und damit Sie, der Schreiber, bleibt vor allem in seinem Verständnis von Demokratie und Achtung der Menschenwürde (oh ja, die zählt auch heute im Hier und Jetzt!) höchst fragwürdig. Das ist auch mit Enttäuschung und Verbitterung nicht zu entschuldigen. Wer heute hetzt, vor allem gegen die “Kollegen” der anderen Zeitung, der disqualifiziert sich selbst.

  71. Godwins Lawam 28.02.2009 um 16:58

    Mein Gott, ist das hier langsam abseitig. Ein schöner Beweis für Godwins Law: “As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one”.

  72. Soester reloadedam 28.02.2009 um 17:10

    Letztlich, liebe Kolleginnen und Kollegen, ging es darum, zu zeigen, dass es zwei demokratitsche Zeitungen in Soest gibt (bald gab), die ihre Ursprünge haben und, dass jede dieser Zeitungen verdient hat, viele Leser zu haben.

    Mein Gott, wer sich von Provokation getroffen fühlt, hat eine niedrige Toleranzschwelle und es ist auch wenig die Arroganz der Auflagen-Macht, hier jene gleich mit Verleumdung und Prüfung auf strafrechtliche Verfolgung zu bedrohen, die sagen, was auch war und ist. Ich wollte lediglich auf die lange und wichtige Tradition, auf die noch wichtigeren Wurzeln der Lizenzpresse hinweisen, die zum Glück von denen eingeführt wurde, die Deutsche nach dem Krieg nicht ganz so fähig hielt, wieder einfach so weiterzumachen.

    Und nein, ein großer Mensch wie Dr. Artur Sträter hätte nicht und hat nicht die “Schnauze gehalten”. Der hat sich gewährt. Wie Pastor Jansen aus Welver und andere. Wer diese Tradition einfach wegwischt, der ist auch schief gewickelt.

    Ich bleibe dabei: Die WP ist das beste, was Soest passieren konnte und die Restauration hat dann in der Stadt wie auch überall die Vergangenheit und die Zukunft behindert!

  73. Fürst Metternicham 28.02.2009 um 18:14

    Es ist unfassbar, mit welch unglaublicher Ignoranz in diesem Blogg die Ippen-Leute das Aus der WP in Soest und Werl kommentieren. Geht Euch das Schicksal dieser Kollegen und ihrer Familien wirklich so knapp am Arsch vorbei? Dass ihr diesen Kampf um die Gunst der Leser letztlich gewonnen habt, ist in erster Linie keine Frage der Qualität. Die war und ist in den Redaktionen der WP mindestens genau so groß gewesen. Nein, entscheidend war, dass der Verleger Ippen ausschließlich auf das Lokale gesetzt hat, während man bei der WP mit der Qualitäts-Heimatzeitung mit einer aufgeblasenen Mantelredaktion geglaubt hat, den Kampf zu gewinnen. Und es ist einer bundesweit einmaligen Seitenschlacht zu verdanken. Zu keiner Zeit war die WP in dieser Zeit konkurrenzfähig. Hinzu kommen die Familienanzeigen. Für viele Leser ein wichtiges Kaufargument. Hier also so zu tun, die Redakteure der WP seien selbst schuld, dass der Laden geschlossen wird, weil sie keine ach so guten Journalisten sind wie die Ippen-Leute, ist einfach nur krank. Macht einfach mal die Augen auf: Der Kollege, der Euch jetzt noch am Schreibtisch gegenüber sitzt, ist vielleicht schon der erste, der aus dem höchstprofitablen Ippen-Laden fliegt.

  74. Soester reloadedam 28.02.2009 um 18:42

    @fuerst metternich…

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Die arrogante Empörung von Ippen-Leuten, die ihren eigenen Ressortleiter Land wie einen alten Hund vom Hof gejagt haben, ist so unglaublich bigott und verlogen, dass einem die Worte fehlen.

    Aber sie haben es wieder geschafft. Ein harter, aber konstruktiver Beitrag aus dem Blog gelöscht, weil unbequem. Es lebe die Zensur.

    Danke allen, die kritisch geblieben sind. Das ist das mindeste, was Journalisten am Leib und im Kopf haben sollten.

    Gruß und einen großen Kranz ins Grab der WP

    Soester reloaded

    PS: Den Namen von Gotwin Elbert zu missbrauchen, ist so schäbig, dass Godwins Law sich schämen müsste….

    PPS: Shame on the trade union, which did make it happen…

  75. Blog-Leseram 28.02.2009 um 20:07

    Leute, wenn ihr so frustriert seid, geht doch lieber joggen, hackt Holz oder tobt euch anderweitig aus. Dieses plumpe Herumhacken auf ippen-Mitarbeitern und orakeln über Dinge aus der vergangenheit ist doch armselig. Seid doch froh, dass der anzeiger über die Kürzungen berichtet und sie ebenso wie andere medien öffentlich gemacht hat, dass vermutlich auch viele Mitarbeiter aus anderen Verlagen (noch) am Protest am nächsten Samstag teilnehmen wollen.
    Und wenn ihr Frust auf euren Arbeitgeber habt, warum lasst ihr das an anderen aus? Der Kollege in Olpe hat doch bewiesen, dass es auch anders geht, als den Schwanz einzukneifen.

  76. Irritierteram 28.02.2009 um 20:21

    Was ich am allererstaunlichsten finde: Jede kritische Stimme (von LESERN!!!) wird hier sofort niedergebrüllt als Kommentar der Ippen-Leute. So eine ideolologisch verbohrte Debatte unter Ausschluss aller Qualitätsmerkmale (und an dieser Frage kommt man als LESER! beider Zeitungen einfach nicht vorbei) ist viel zu kurz geführt. Vielleicht hat es an dieser Kritikfähigkeit schon länger gemangelt, auch an der Einsicht, es vielleicht doch besser machen zu können. Ja, zuletzt war es vielleicht Frsut, zumindest kann ich das vermuten. Aber liebe WP’ler, ihr hattet doch über all die Jahre auch morgens nur weiße Seiten vor Euch. Die habt ihr, das muss man einfach im jahrelangen Vergleich zum Anzeiger so sagen, weniger gut gefüllt. Und Qualität würde immer besser bewertet als reine Seitenmasse. Also macht euch doch nichts vor, auch wenn’s weh tut. Fragt doch mal die Leute in den Städten. Diese (sicher immer subjektive, aber unbequeme) “Wahrheit” ist die, die draußen angekommen ist. Es ist verbohrt, das nicht sehen zu wollen – bei allem Bedauern, dass natürlich ein Stück Meinungsviefalt in Soest und Werl verloren geht, Journalisten ihre Koffer packen müssen. Wer sollte darüber glücklich sein.
    Und mal so als Außenstehender gefragt, weil mir der Aspekt der Wirtschaftlichkeit hier erstaunlich kurz kommt: habt ihr euch eigentlich mal gefragt, ob die WAZ vielleicht wirtschaftlich gar nicht mehr anders kann, als unrentable Standorte dich zu machen? Ich hör immer: Die WAZ ist liquide und kerngesund. Die Worte hör ich wohl, allein…

  77. tippseam 28.02.2009 um 20:28

    Und diesem Olper Kollegen spreche ich meine Hochachtung aus. Er hat sich das getraut, was ich mich nicht traue, ebenso wenig wie andere, nämlich aus Angst vor dem Sozialsuizid wenigstens hier, wenn schon nicht in der Zeitung, für die ich arbeite, Namen und damit Gesicht zu zeigen.
    -
    Womöglich ist er abgesichert oder hat die Abfindung in der Tasche, kann sein. Ich weiß es nicht. Auch wenn es kein Harakiri war – es ändert aber nichts an meiner Hochachtung.
    -
    In Olpe, bei ihm, da würde ich gerne arbeiten.

  78. Kopfschüttleram 28.02.2009 um 20:29

    @ soest reloaded,
    wenn Verleumdungen und Beschimpfungen zum Stil des “kritischen Jounalisten” gehören und deren Löschen in Blog-Beiträgen (und Ihrer hatte ohne Frage Strafrelevanz!) als “Zensur” gebrandmarkt wird, dann wird mir Angst und bange um das Berufsbild Redakteur und das Verständnis, das Sie davon haben. Und da kann man im Sinne junger Redakteure nur hoffen, dass Sie eine gewisse Altergrenze haben…
    Da bleibt nur Kopfschütteln.

  79. tippseam 28.02.2009 um 20:33

    @Irritierter: “Die WAZ ist liquide und kerngesund.” So ist es. Das ist es ja, was uns so wütend macht. Kaum jemand würde nicht sofort auf 20, 25% Gehalt noch zum morgigen 1. März verzichten, wenn es dem Laden schlecht ginge. Ich wäre die erste.
    -
    Aber man kauft mal eben die Braunschweiger Zeitung, ein bisschen Balkan, halb Vietnam – alles von unserem Geld. Denn wir haben das erwirtschaftet, ohne unsere Arbeitskraft wäre dieses Engagement nicht möglich gewesen. “Engagement auf dem Balkan sichert Arbeitsplätze in NRW” haben sie mir und uns vorgelogen. Dafür haben wir gespart und Kürzungen akzeptiert. Kein einziger Arbeitsplatz wird jetzt von den florierenden Balkan-Zeitungen gesichert. Nur die satte üppige Rendite der Eigentümer.

  80. tippseam 28.02.2009 um 20:34

    @alle: Könnt ihr mal bitte das Ippen-ist-doof-Hickhack sein lassen? Wir haben doch nun wirklich weißgott andere Sorgen.

  81. Frankyam 28.02.2009 um 20:40

    @tippse,

    ich glaube, du bist ein bisschen paranoid und kommst aus der Sozialsuizid-Nummer nicht mehr raus, oder? Ich habe den Text des Kollegen in Olpe gelesen und wette eine nennenswerte Summe, dass dem Mann gar nichts passiert. Da hat ein Lokalchef drei Mitarbeiter verabschiedet, mit Bild und einem kleinen Text. In dem Text kommt Kritik am Arbeitgeber mit keiner Silbe vor, was auch nicht Aufgabe des Olper Lokalchefs wäre. Er hat einfach klar gemacht, dass die Olper Leser und Honoratioren ein paar stadtbekannte Journalisten und eine Sekretärin künftig nicht mehr treffen werden. Das kann jeder Lokalchef machen, und einige werden es vermutlich auch tun.

  82. tippseam 28.02.2009 um 20:41

    @Franky: Du arbeitest nicht beim WAZ-Konzern, stimmt’s? ;)

  83. Vert Globe NRWam 28.02.2009 um 20:46

    @ Irritierter – Ich kenne kritische Leserstimmen, die hier bei Medienmoral zensiert werden.
    .
    Bei der Aktion von Chefredakteur Ulrich Reitz mit seiner WAZ-Axt und den Protest in Soest geht es um mehr, als ein paar Lokalredaktionen im WAZ-Land und ihre Jobs zu retten.
    .
    Letztlich sind die Empfehlungen von Schickler nur ein Abklatsch von Projektionen des “Wegweiser Demographie” der Bertelsmann Stiftung und des Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Soest wird so auch zur Entscheidung “Wie zukunftsfähig ist NRW?”
    .
    Von allen Bundesländern mit mehr als 500.000 Schülern hat NRW den größten Verlust (minus 1,5%) im Vorjahresvergleich, so aktuelle Daten des Statistikamtes des Bundes. Nicht das es weniger Kreißende gäbe; bei den Kennzahlen der Revierstädte gibt es eine Flucht der Bevölkerungsgruppe Null bis 18 Jahre und 35 bis 50 Jahre – das sind Familien.
    .
    Das hat Ursachen. Der Polit-Klügel im WAZ-Land wurde bisher kräftig publiztistisch unterstützt und hat zu dieser Entwicklung geführt. Jetzt habe ich den Eindruck, dass es beim Protest in Soest um mehr geht als die Rettung der Arbeitsplätze – gut so. Ich komme als Leser vom westlichsten Punkt des Hellwegs nach Soest.
    .
    Ich kämpfe mit Euch um Standortfaktoren in NRW als PiSo D.

  84. Westfalen Südam 28.02.2009 um 20:50

    Richtig! Die NRhZ zeigt doch wie es geht! Warum gibt es sowas nicht in Soest oder Meschede?

  85. Frankyam 28.02.2009 um 22:55

    @tippse, leider falsch geraten. Ich bin seit weit über 20 Jahren dabei, lokal und Mantel. Den extremen Meinungsdruck, von dem du hier ständig redest, kenne ich nicht. Wir schauen uns an, wie die Geschichte in Olpe weitergeht. Wetten werden noch angenommen. Irgendwann sollte das von dir behauptete Zwangsklima, unter dem die armen WAZler angeblich leiden, mal mit Fakten belegt werden.

  86. NRhZ-Fanam 28.02.2009 um 23:20

    @ Franky
    .
    > @tippse, leider falsch geraten. Ich bin seit weit über 20 Jahren dabei, lokal
    > und Mantel. Den extremen Meinungsdruck, von dem du hier ständig redest,
    > kenne ich nicht.
    .
    http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13470

    Mülheimer CDU-Parteifreund spricht von korruptionsspezifischen Hintergründen

    Muss Staatssekretär Baganz (CDU) zurücktreten?

    Neue Rheinische Zeitung (NRhZ), Peter Kleinert am 18.02.2009

    OB Baganz (Mülheim) hatte seiner Geliebten, der Rechtsanwältin Ute Jasper, lohnende Aufträge zukommen lassen und war dabei aufgeflogen.

    .
    Wie es tippse genau richtig meint. Im WAZ-Land gibt es eine Störung der Wahrnehmung von Wirklichkeit.
    .
    Als Antwort gibt es von Franky: „@tippse,
    ich glaube, du bist ein bisschen paranoid und kommst aus der Sozialsuizid-Nummer nicht mehr raus, oder?“ – Die WAX-Axt als gallopierender Reviergeist. So geht es nicht weiter! Sonst bleiben wir NRW mit seinen redaktionell unbekannten Projektionen: ‘Zusammenbruch: Standortfaktor Hochheide und Olpe. Die Gänse-Änne von Hochheide NRW’.

  87. Walt Whitmanam 28.02.2009 um 23:23

    @tippse, wo hier gerade einer dabei ist, sich an dir festzubeißen, da hätte ich auch noch was beizusteuern: Von dir und Hans Plagwitz stammt ja die Begeisterung für den Untergang “mit fliegenden Fahnen”, den du hier propagierst. Bei diesem romantischem Gesülze wird mir irgendwie schlecht. Kennst du das Bild “Der letzte Mann” von 1916? Es zeigt einen deutschen Matrosen, der mit der Reichskriegsflagge in der Hand kurz vor dem eigenem Absaufen einem englischen Schiff hinterherdroht – mit fliegender Fahne eben. So ähnlich kommst du mir vor. Wenn du deine Würde behalten willst, dann dreh dem Haus ne lange Nase, nimm die Abfindung und such dir einen guten anderen Job. Das wäre eindeutig würdevoller als dieser pseudo-heroische Quatsch.

  88. Dann demonstriert mal schön!am 01.03.2009 um 00:36

    Ja, ich habe unterschrieben. Nein, ich wollte es nicht. Gern hätte ich weiter gearbeitet. Für meine Zeitung, für meine Leser. Doch die Chancen dafür standen schlecht, beschissen sogar. Jetzt wollt ihr also endlich demonstrieren. Ihr fordert, Reaktionsstandorte zu erhalten. Dabei habt ihr diese Forderung von Anfang an nicht gestellt. Ihr habt euch früh, viel zu früh auf das Verhandeln über Abfindungen, Teilzeit und Sozialplan eingelassen. Aber es gab nicht einen Funken Einsatz gegen die “Walze”, wie es auf einmal genannt wird. Ich aber bin “draußen”, viele andere sind es auch. Denkt mal dran, wenn ihr jetzt dieses Kaspertheater in Soest abzieht, eine Woche nach Ultimo.

  89. fiftyruhram 01.03.2009 um 00:53

    @ Franky
    Habe ich Dich, den Mantel-Insider, richtig verstanden: Es gibt gar keine Anweisung zur Nichtberichterstattung in eigener Sache? Es sind die dummen feigen Redaktionsleiter und Lokaljournalist(inn)en, die ihren Lesern alles verschweigen, was in den anderen Medien über Ihre Ausgaben längst zu lesen ist?
    .
    @ alle, die sich sicher und den Angsthasen überlegen fühlen.
    Es würde mich wirklich nicht wundern, wenn der Personalabbau dann doch nicht reichen würde, zumal sich ja die Krise verschärft blablabla … und dann würden Nienhaus und Hombach bei den Gewerkschaften anklopfen, wie es mit einem Haustarif für die ausgedünnte Rest-Mannschaften stünde. Weil sonst ja doch betriebsbedingte Kündigungen drohen blablabla … Und dann wären 10 oder 20% Geld und ein paar soziale Tariferrungenschaften für einige Jahre futsch.
    So könnte man mit einer (Er-)Pressung die Zitrone zweimal ausquetschen, oder?

  90. ver.di-Mitgliedam 01.03.2009 um 09:48

    Journalisten unter sich! Die Beiträge hier machen mir Angst! Lauter große Worte und wir stehen am Samstag alleine in Soest – wäre wohl wahrscheinlich in Essen genauso. Hier findet man nur Gründe dagegen – warum Mann/Frau nicht nach Soest kommt – warum andere Redaktionen besser oder schlechter sind! Gwinner sind: Nach der Walze der WAZ alle anderen VERLAGE, denn dann geht da das Stühlerücken los! Ich fordere hiermit alle Journalisten, egal ob Ippen oder WAZ auf: Nehmt an der Demo in Soest teil!

  91. kopfschüttelnam 01.03.2009 um 10:11

    Recht hat der Mann!!!

    Fleissig wird hier der schwarze Peter hin- und her geschoben, wer wann warum und überhaupt Schuld hat.
    DAS IST ARMSELIG UND DUMM!!!

    Kollegen reagieren sich aneinander ab und die GGF kommt aus dem Grinsen nicht mehr raus.
    “divide et impera!” (you remember?)

    Reisst Euch gefälligst zusammen, Ihr achso klugen und hochintelligenten Schreiberlinge, und fokussiert Eure Empörung dahin, wo sie hingehört: Gen Westen!

    (Das mußte mal gesagt werden)

  92. sonntagmorgenam 01.03.2009 um 13:19

    …es scheinen sich alle verausgabt zu haben.

    Warum wird eigentlich hier fast nur über den Kreis Soest diskutiert, die Walze hinterlässt doch auch in anderen Ecken deutliche Spuren?

  93. Westfaleam 01.03.2009 um 13:56

    Was sich in den letzten Tagen hier im Blog ein Sammelsurium an Elaboraten angesammelt hat, ist der Kahlschlagsituation in der WAZ-Mediengruppe nicht angemessen, unter aller Sau, um es rustikal auszudrücken. Viele scheinen vergessen zu haben, worum es geht und ergehen sich in Beiträgen, die in Essen bei der GGF eigentlich Frohlocken aufkommen lassen muß.
    Ich halte es schlichtweg für falsch in Soest ( spät, aber es bewegt sich etwas . . .) diese Demo aufzuziehen. Taktisch unklug! Die WAP-Historie spielt in der aktuellen Auseinandersetzung eher eine zu übersehende Rolle, wenn man in den letzten vielen Jahren ( auch schon vor Hombachs Zeiten ) das Gebaren, die Reaktion und Empfindsamkeiten der Geschäftsleitung erlebt hat und analysiert. Ob in Soest sich aufgebrachte Redakteure versammeln, oder in China . . . , ist für die Essener Zentrale eine Marginalie. Vor der eigenen Haustür ( in der Friedrichstraße bei Arbeitsbeginn jedoch eine Katastrophe. Wenn tagsüber über die öffentlichen Protest-Vorkommnisse kontrovers oder emotional von der Belegschaft diskutiert wird, schwillt der Geschäftsleitung der Kamm. Kann sich denn niermand erinnern, was schon los war, wenn anläßlich eines Arbeitsprozesses drei oder vier Protesttierende mit einem kleinen Plakat vor dem Haupteingang standen? Betroffenheit im wahrsten Sinn des Wortes kommt bei Hombach und Co nur auf, wenn sie es selber erleben, sehen. Eine Demo in der Essener City, für jedermann sichtbar, aber nicht am nächsten Tag in der Zeitung, das haut bei Hombach in den Karton. Eine Demo im Anschluß an die WAZ- und NRZ-Betriebsversammlungen in der Essener und Duisburger City am Mittwoch und am Freitag, das wäre das Gelbe vom Ei.
    Was hier so zu lesen war, dass Hombach und Co in einer anderen Liga spielen, ist doch Bödsinn, wenn man sich ein wenig Mühe macht und Schwachstellen bei der GGF ausfindig macht oder sich an Dinge der Vergangenheit erinnernt wie dünnhäutig diese Herrschaften oft gewesen sind. Wie ist der angeblich so robuste und wegen seiner Einlullstrategie bekannte Hombach in der letzten Informationsveranstaltung in der Lichtburg in die Luft ging, als der DJV-Bundesvorsitzende ihm etwas ins Gebetbuch schrieb.
    Wer nicht in der Lage ist, in sieben Jahren in einem Laden wie die WAZ-Gruppe Schwachstellen zu erkennen, rechtzeitig bei dem allseits bekannten, ständigen Abonnementverlust wirkungsvoll gegenzusteuern, der hat einfach nichts drauf. Mit Hilfe der Betriebsräte wäre die eine oder andere Lösung gefunden worden. Aber diese Hilfe war nicht gewollt, dann wäre das Dilemma der GGF noch offensichtlicher geworden. Ich erinnere nur mal daran, dass es – wie in anderen Firmen auch – eine Aktion “Verbesserungsvorschläge” von den Betriebsräten initiiert wurde. Sie verlief bei der WAZ-Geschäftsleitung ins Leere. Von der Belegschaft sich helfen lassen?
    An anderer Stelle im Blog wurde daran erinnert wie Hombach als Chef-Wahlhelfer von Ministerpräsident Rau so erfolgreich war. Das kann man auch anderes sehen. Die Wahl wurde zwar ganz knapp gewonnen, aber Hombach hatte eigenmächtig die Parteikasse bis auf den letzten Heller geplündert, so dass die SPD zähneknirschend Kredite in Millionenhöhe aufnehmen mußte. Stand übrigens auch in der WAZ.
    Auch in anderen Zeitungen nachzulesen, so auch in “redigierter Kurzform” in WAZ-Blättern, die Elaboraten von Herrn Hombach bei Veranstaltungen und Interviews bundesweit über Qualitätszeitungen, Redaktionsbesetzungen, Honorare für Freie. Stets mit dem Hinweis, dass man dies alles erfolgreich zur Zufriedenheit der Belegschaft bei der WAZ-Gruppe geregelt habe. Welch ein Hohn!
    Also erinnert euch endlich eurer eigenen Kreativität und Kraft. Hört auf mit der “Zerfleischung” im Blog. Der Gegner sitzt in Essen. Ich komme auch nach Soest. Mal sehen, was noch zu retten ist, denn es steht jetzt schon fest: Es wird Kündigungen hageln, wenig sozialverträglich. Diese sind durch die Unfähigkeit der GGF in den letzten Jahren verursacht! Der Redaktionsanteil der Personal- und Sachkosten macht knapp 23 v.H. aus, die Zeche zahlen die Redakteure fast allein. Wobei nicht einmal feststeht, ob das von der Geschäftsleitung vorgelegte “Millionen-Minus-Spiel” überhaupt der Wahrheit entspricht ( im Tendenzbetrieb ). Wie sich die Minus-Millionen zusammensetzen, ist nicht bekannt. Als den Redaktionen ihr “Minus-Spiegel” vorgehalten wurde und zahlreiche Nachfragen kamen wie diese “Zusammenrechnerei” erfolgte, keine Antwort.
    Wir sollten jetzt endlich, alle, Belegschaften, Betriebsträte und Gewerkschaften, in aller Öffentlichkeit den WAZ-Verantwortlichen eine Antwort geben, was wir von ihrem Verzweifelungsakt des Kahlschlags halten. Von mir aus auch in “rustikaler” Form, sonst begreifen sie es nicht.

  94. sonntagmittagam 01.03.2009 um 14:07

    @verdi-mitglied
    warum beharrst du so auf Soest und willst dich unbedingt in dieser verbreitungsecke verkriechen? wovor und vor wem hast du angst? hier wurde von kolleg-inn-en dargelegt, weshalb soest der falsche demo-standort ist. deshalb werden da weniger hinkommen. frag doch mal, warum die organisatoren ihre entscheidung für soest nicht korrigieren wollen. wenn schon eine aktion, dann eine die wahrgenommen wird. nur auf aktionismus zu machen, was bringt das in der jetzigen situation noch. zum warmlaufen ist es zu spät.

  95. Rheinländeram 01.03.2009 um 14:07

    Ich wundere mich die ganze Zeit, was hier für ein Verwirrspiel bei der WP abgeht. Die einen haben schon das Licht in der Redaktionsendgültig ausgemacht, andere spekulieren noch und bringen noch mehr Verwirrung in die Diskussion. Ich habe mir sagen lassen – von Anwesenden – dass bei der WP-Betriebsversammlung die WP-Chefredaktion und Herr Nienhaus sich “geäußert” hat. Es soll jedoch bei der Belegschaft eisiges Schweigen geherrscht haben. Keinerlei “Fragespiel”. Könnte niemand im Blog mal verbindlich sagen, was bei der WP Sache ist. Ich begreife zwar die “Ruhe” bei den WP-Kollegen nicht, verstehe aber auch nicht, dass der Blog in dieser Frage zur “Rätselkecke” wird. Verdammt noch mal, soll diese “Todesstille” noch mehr auf die anderen WAZ-Titel übergreifen, die Mittwoch und Freitag ihre Betriebsversammlungen haben. Kommt endlich mit gesicherten Informationen rüber!!!

  96. zappaam 01.03.2009 um 14:36

    @Rheinländer

    Genau, es hat Todesstille und eisiges Schweigen geherrscht. Das war so. Warum? Weil alle vor allem wissen wollen, ob wir ohne betriebsbedingte Kündigungen da raus kommen. Die Antworten der GGF: Kann man nach wie vor noch nicht sagen, es sind noch nicht alle Aussteiger erfasst. Tja, dann stellen sich in dem Moment keine weiteren Fragen mehr, oder? Über Redaktionsschließungen zu diskutieren, kann man sich auch gleich sparen. Und wenn man dann noch so tolle Betriebsräte hat, die sich haben einseifen lassen, fährt man besser wieder nach Hause und hofft, dass es nicht noch schlimmer wird.

  97. attahöhlenbewohneram 01.03.2009 um 14:53

    @Olper WR-Mitarbeiterverabschiedung: In der Rundschau für den Kreis Olpe vom Samstag, die mir zugestellt wurde, ist auf Seite 1 der Lokalausgabe ein vierspaltiger lokaler Aufmacher des Redaktionsleiters (sen) mit 90 Zeilen und 3spaltigem Foto der drei verabschiedeten Redaktionsmitglieder und dem Lokalredaktionsleiter abgedruckt. Überschrift: ”Redaktion vermisst … – Kompetente WR-Mitarbeiter verabschiedet”. Der Redaktionsleiter dankt den Redaktionsmitglieder ausdrücklich für ihre jahrelang geleistete Arbeit.

  98. ver.di-Mitgliedam 01.03.2009 um 17:38

    @sonntagmittag. Wenn nach Soest niemand kommt, dann werden es in Essen auch nicht mehr sein. Dieser Blog wird langsam lachhaft. Hier wird nur auf Kollegen/Kolleginnen, Betriebsräte und Gewerkschaften eingeschlagen. Echt unter aller “Sau” (entschuldigung).

  99. Leere Chipstüteam 01.03.2009 um 19:19

    @ver.di-Mitglied
    .
    Du kapierst es nicht, was? Die Betriebsräte haben über Monate völlig unter Ausschluss der Belegschaft verhandelt, sich viel zu früh auf Sozialplan-pi-pa-po festlegen lassen und die Warnungen aus der Belegschaft schlicht in den Wind geschlagen, sich stattdessen auf Schweigevereinbarungen zurückgezogen. Jetzt ist die Sache längst gelaufen, ein großer Teil der guten und erfahrenen Leute ‘rausgedrängelt und -gekauft, erste Redaktionen werden mangels Personal sogar noch früher geschlossen als vorgesehen. In diesem Chaos, das euch auf einmal zu überraschen scheint, ladet ihr zu einer Demo ein: an die Peripherie des WAZ-Landes, wo sie bestimmt niemanden stört.
    .
    Und da wundert ihr euch, dass ihr hier Haue bekommt wegen einer Aktion, die inzwischen nur noch albern und wie ein bloßes Alibi wirkt. Schon mal dran gedacht, dass der Fehler bei euch liegen könnte?

  100. Xirnetam 01.03.2009 um 19:34

    Hab ich etwas verpasst? Wie lautet das Motto für Soest? Jetzt macht sich schon der OB-Kandidat von der SPD Hagen Sorgen, dass die WP und WR Hagen geschächtet werden. Die Schickler-Strategie ist übrigens sehr überschaubar. Die haben sich einfach das DTV-Buch für € 10 (Berlin Institut „Die Demographische Lage der Nation“ gekauft: „Alles was kräftig eingefärbt ist, wird dicht gemacht!“ Wenn über Essen und Duisburg als Demo-Orte nachgesinnt wird, muss der Leser angesprochen werden. Und dabei geht um die Zukunft des Standortfaktors NRW und seiner Städte. Die Schließung der Lokalredaktion Olpe zeigt doch, wie ganze Städte ihre Funktionen verlieren, sage ich als Leser. Und hier wurde wiederholt von REITZ 2 gesprochen. Damit lässt sich die weitere Entwicklung beschreiben, würde der Chefradakteur Ulrich Reitz ohne jeden Widerstand in der aktuellen Situation sich durchsetzen. OPEL, HERTIE, WAZ, WDR.
    .
    Aber da gibt es noch ganz anderes Problem, dass eine aktuell veröffentlichte Studie der Uni Konstanz anspricht: „Keiner macht mehr mit!“ Die Tageszeitungen müssen sich fragen lassen, inwieweit sie an diesem Trend beteiligt waren und was demnächst anders wird als Auftrag an den Protest in Soest.

  101. Costa Rhenusam 01.03.2009 um 19:56

    Das war doch mal richtig erfrischend, was die Gratiszeitung ‘Stadtanzeiger Emmerich, Rees, Isselburg (NRW)’ heute schrieb:

    “Der Vorschlag ist ein Schnapsidee“
    Lehrer halten nichts von der Idee, Top-Kkräfte aus der Wirtschaft in den Unterricht zu holen
    Emmerich. Mit der Idee,
    Top-Kkräfte aus der Wirt-
    schaft in den Schulunter-
    richt zu entsenden, hat
    Bundesbildungsministerin
    Dr. Annette Schavan für
    viel Unmut gesorgt. In den
    Bildungseinrichtungen hält
    man jedenfalls nicht sehr
    viel von diesem Vorschlag

    Als ein Leser der NRZ habe ich kein Verständnis mehr für das seichte Gesäusel, obwohl ich gut verstehen kann, wenn Lokalredakteure meinen: „Anderes verstehen viele Abonnenten nicht!“

  102. Costa Rhenusam 01.03.2009 um 20:15

    @ attahöhlenbewohner
    Meinste den?

    http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/olpe/2009/2/27/news-112930911/detail.html

  103. fiftyruhram 01.03.2009 um 21:20

    Du kapierst es aber auch nicht, was, @ Leertüte?
    .
    Die Betriebsräte haben ihren Job gemacht, und den gut. Was sie nicht gut gemacht haben, waren Öffentlichkeitsarbeit und die Information der Mitarbeiter(inn)en. Das ist leider so.
    .
    Aber: Es gab genug Gelegenheiten für kämpferische Mannschaften, ihre Betriebsräte und ihre Chefs zu löchern oder ihren Unmut auf die Straße zu tragen. Zum Beispiel nach/bei jeder Betriebsversammlung. Oder bei den anfänglichen Gewerkschaftsaktionen. Oder auch spontan vor Ort. Die Gewerkschaften standen und stehen Gewehr bei Fuß für sowas.
    .
    Aber selbst die hier ach so Knallharten und Kompromisslosen blieben stumm und eilten wieder zum Schreibtisch. Oder ließen andere für sich demonstrieren.
    .
    Ohne (notfalls auch fordernde) Mannschaften sind Betriebsräte aufgeschmissen, und Gewerkschaften erst recht. DJV und dju haben vielleicht zu lange gewartet, was sich in den Redaktionen regt … vergeblich. Aber hätten sie zur ersten oder zweiten gemeinsamen Betriebsversammlung zur Demo durch Essen aufgerufen: Wer wäre gekommen?
    .
    Muss man selbst Leute wie Euch, die hier immer so supermännisch und besserwisserisch auftreten, eigentlich zum Jagen tragen?
    .
    Wir sehen uns in Soest.

  104. wazsolldasallesam 01.03.2009 um 22:09

    @fiftyruhr Ich befürchte, dass die, die hier am lautesten Schreien, sicherlich am Samstag 1001 Gründe haben werden, warum sie nicht nach Soest fahren können.

    Umso wichtiger ist es daher, dass sich alle Kollegen gegenseitig motivieren mitzukommen! Also los!

  105. Ex und hoppam 01.03.2009 um 23:42

    @ver.di
    Sie haben sich einseifen, einlullen und einspannen lassen. Sie haben genau das getan, was die GGF von ihnen erwarteten. Sie haben sich von Anfang nicht auf Proteste eingelassen. Sie haben jede besorgte Frage der Beschäftigten an der Mauer ihres Schweigegelübdes, an ihrer “Abrede” mit den GGF abprallen lassen. Sie haben dies selbst dann noch getan, als die GGF ihrerseits sich keineswegs an die Vereinbarungen hielten und fröhlich in fremden Medien per Interview den Druck erhöhten. Sie haben jede Forderung nach einer härteren Gangart unter Hinweis auf die laufenden Verhandlungen und ihre “Experten” erstickt. Sie haben es der GGF ermöglicht, billig und kalkulierbar aus der Nummer herauszukommen. Sie haben gewartet, bis es zu spät war. Sie haben sich verarschen lassen. Sie haben einen grottenschlechten Job gemacht. Die Chronik dieses Fiaskos lässt sich unter anderem leicht hier im Blog nachvollziehen.
    .
    @wazsolldasalles
    Es gibt nur zwei Gründe, aber jeder ist für sich schlimm genug: 1. Die Demo findet ein Vierteljahr zu spät statt. 2. Die Demo findet am völlig falschen Ort statt.
    .
    Erwartet ihr jetzt ernsthaft, dass die, die jetzt schon rausgedrängelt sind (und das sind viele), im Nachhinein noch zu dieser Alibi-Kasperle-Veranstaltung nach Soest kommen?

  106. Hans Plagwitzam 02.03.2009 um 06:33

    Da heißt es doch immer, die USA seien uns um ein paar Jahre voraus:

    http://www.rockymountainnews.com/

    http://medienlese.com/2009/02/28/abschiedsvideo-das-ende-der-rocky-mountain-news/

    Und ich befürchte, wenn die GGF und Reitz weiter so wüten, kann sich das Video-Team von derwesten schon einmal bereit machen.

  107. Jubelam 02.03.2009 um 09:16

    Kommt doch am heutigen Abend nach Essen, wenn beim “Reitz-Thema” des Monats der WAZ-Chefredakteur mit Ministerpräsident Rüttgers WAZ-Leseranfragen behandelt. Diese CDU-Veranstaltung wird lustig und lenkt ein wenig von den Alltagsproblemen der WAZ ab. Für Antworten von Leseranfragen ist ja kein Platz mehr in der Zeitung, da bekanntlich über 30 v.H. der Seiten gestrichen wurden. Fragt beim “Reitz-Thema” doch mal nach. Aber wahrscheinlich sind derartige Fragen nicht zulässig und fallen der Zensur zum Opfer. Ein Versuch wäre es jedoch wert. Ich freue mich schon auf die Jubelhymne in der WAZ über diese CDU-Wahlveranstaltung.

  108. Betriebam 02.03.2009 um 09:57

    @fiftyruhr: Die Betriebsräte haben ihren Job eben nicht gut gemacht, sind unüberlegt an die Sache herangegangen. Bereits in der ersten Lichtburg-Veranstaltung hat man sich den Willen der Geschäftsleitung aufdrücken lassen und keine Betriebsversammlung anberaumt. Rückte gleich mit Gewerkschaftsspezialisten zur Abwickelung des Kahlschlags an und ließ sich sofort auf Verhandlungen im stillen Kämmerlein mit der GGF ein, anstatt zusammen mit den Journalistengewerkschaften eine Strategie für das Vorgehen zu erarbeiten. Verhandlungen mit der GGF hätten ja auch zum Strategiepaket gehören können, müssen. Es hätte dann auch Sache der Betriebsräte und der Gewerkschaften sein müssen, die Belegschaften umfassend zu informieren und auf massive Gegenwehr, Kampf, durch Argumente einzustellen. Es müßte diesen Profis doch klar sein, dass Kampf nicht von jetzt auf sofort machbar ist. Ist doch mit anderen Problemen in der Vergangenheit auch gelaufen. Sich jetzt als Gewerschaftler hinzustellen und zu sagen, wir standen Gewehr bei Fuß, es ist aber niemand gekommen, ist nun wirklich zu durchsichtig. Dann hätten die Gewerkschaften vielleicht “ihre” Betriebsräte einmal in der Allerwertesten treten und deutlich machen müssen, dass diese “BR-Geheimverhandlungen” nach wochenlangem Schweigen der Betriebsräte bei dieser Geschäftsleitung nur ins Abseits führen kann. Nicht das alleinseeligmachende Mittel ist.
    Früh genug war auch in diesem Blog zu lesen, dass dieser von den Betriebsräten eingeschlagener Weg falsch ist. Geradezu peinlich war doch die zweite Veranstaltung in der Lichtburg. Genau abgekasperte ( ausgewogen zwischen GGF und BR) Redeminuten für alle, nur nicht für Herrn Hombach. Der schwadronierte endlos, was das Zeug hielt. Ist das gute Betriebsratsarbeit? Auch zu diesem Zeitpunkt 5. Dezember 2008 war noch genügend Zeit umzudenken und Verhandlungen mit “Begleitmusik” zu führen. Komm` mir keiner und sage, die Betriebsräte hätten ihre Arbeit gut gemacht. Sie hätte besser laufen können, dann wärend die Belegschaften auch motivierter.
    Das zur Richtigstellung.
    Es ist aber noch nicht zu spät, um der WAZ-Mediengruppe ab der Demo in Soest deutlich zu machen, dass man auch mit anderen, härteren Bandagen zur Sache gehen kann. Betriebsräte kämpft endlich auch “sichtbar” für eure Belegschaften, damit sie endlich Mut fassen und nicht nur schweigend ihre Arbeit weiter tun und warten, hoffen, dass das Schickler-Schicksal an ihnen vorüber geht. Auf nach Soest!!!

  109. tippseam 02.03.2009 um 12:57

    @franky, @Walt Whitman et. al.: Ja haut mich nur, und Hans Plagwitz mit dazu. Vor denjenigen, die es wirklich zu hauen gilt, verkriechen wir uns dann aber lieber doch vorsichtshalber an einem arbeitsfreien Tag in einem Nest in Ostwestfalen, wo die bösen Onkel uns hoffentlich auch ganz bestimmt nicht finden. :(
    -
    Dann frage ich mich, wie ich die Aussage “dreh dem Haus ne lange Nase, nimm die Abfindung und such dir einen guten anderen Job. Das wäre eindeutig würdevoller als dieser pseudo-heroische Quatsch.” verstehen soll. Eine Meckerziege weniger? Das könnte manchen so passen. Warum schreibst du das, Walt Whitman?
    -
    Und erzählt bitte nicht, Hans Plagwitz und ich wollen wie das Deutsche Reich mit fliegenden Fahnen untergehen. Abgesehen von dem unangemessenen Vergleich (wir sind hier nicht im Krieg, wenn auch in einem Kampf) – keiner von uns beiden will mit fliegenden Fahnen untergehen. Ihr habt da etwas völlig falsch verstanden.
    -
    Fakt ist, Hans Plagwitz und ich zeigen Flagge.

  110. weiße fahneam 02.03.2009 um 13:12

    Die hier zunehmend abgesonderte Klassenkampf-Lyrik ist schwer zu ertragen, zumal sie nichts, aber auch gar nichts an den Fakten ändert oder gar die absehbare Entwicklung aufhalten kann.
    Wer zeigt denn wo “Flagge”?
    In den Redaktionskonferenzen und Betriebsversammlungen zeigen die mutigen Blogger ihre ganz besondere Angriffsfahne: Weißer Adler auf weißem Grund – da freut sich jeder Geschäftsführer und jeder Chefredakteur über die Kapitulation, die natürlich nur ein Missverständnis ist.
    In der BV der WP habe “eisiges Schweigen” geherrscht, so war hier zu lesen. Ob eisig oder nicht, es gab kein kritisches Nachfragen, keinen Protest, keinen Widerstand – Schweigen!
    Ob am arbeitsfreien Samstag in Soest oder in Essen demonstriert wird, spielt keine Rolle. Denn den Protest seiner Arbeitnehmer in der Freizeit kann jeder Arbeitgeber nur begrüßen: Das Volk läßt Dampf ab und sitzt am Montag wieder brav am Schreibtisch.
    So wohlfweil wie die Kampfesgesänge der tippsen und Plagwitze ist die Kritik an der Arbeit der Betriebsräte. Im Ton nicht angemessen und in der Sache daneben. Es sei denn, die Kritiker gehen mit der Grundhaltung ans Werk: Ich lehn’ mich zurück, die werden das schon richten…
    Auf welche Rückenstärkung hätten die Betriebsräte denn wohl bauen können? So schön und wichtig dieses Forum auch sein mag, es ist kein Ersatz für den Arsch in der Hose, den man in der Redaktion zeigen muss.

  111. Neulingam 02.03.2009 um 13:46

    Anbei die eMail-Kommunikation des OB-Kandidaten der SPD Hagen, Jochen Weber, mit WP-Chefredakteur Bodo Zapp

    Von: b.zapp@westfalenpost.de [mailto:b.zapp@westfalenpost.de]
    Gesendet: Freitag, 27. Februar 2009 17:43
    An: Jochen Weber, SPD-Fraktion Hagen
    Cc: zentralredaktion@waz.de; redaktion@nrz.de; zentralredaktion@westfaelische-rundschau.de; westfalenpost@westeins.de; kontakt@waz-mediengruppe.de
    Betreff: Antwort: WG: Für eine bessere Lokalzeitung

    Sehr geehrter Herr Weber,

    herzlichen Dank für Ihre Mail. Ihrem Wunsch nach Veröffentlichung der Pressemitteilung können wir jedoch nicht entsprechen. weil die tatsächlichen Gegebenheiten anders sind. Sie sind offensichtlich Fehlinformationen aufgesessen.

    Richtig ist, dass die WAZ-Mediengruppe Strukturveränderungen vornehmen wird. Die Kostenlage zwingt uns – wie auch andere Medienhäuser – zu Anpassungen, um den Erhalt der Tageszeitungen in NRW auch künftig zu sichern. Ausdrücklich wird dabei angestrebt, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Ob dieses gemeinsame Ziel von Verlagsleitung, Chefredaktionen und Betriebsräten erreicht werden kann, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar.

    Falsch ist, dass die Redaktion in Hohenlimburg geschlossen und Westfälische Rundschau und WESTFALENPOST in Hagen keinen kompletten eigenen Lokalteil mehr produzieren können.

    Die WESTFALENPOST produziert auch künftig einen kompletten eigenen Lokalteil, die WP-Redaktion in Hohenlimburg bleibt erhalten. Die WR übernimmt lokale Seiten von der WP, trotzdem wird sie ein eigenes Gesicht haben. Eine eigene WR-Mannschaft “spezialisiert” die Seiten für ihre Zeitung. Das heißt: Sie recherchiert eigene Geschichten, die ins Blatt kommen. Selbstverständlich beinhaltet dies auch Berichte über Ratssitzungen und politische Entwicklungen, inklusive der Kommentare. Von einem Verlust der Meinungsvielfalt in der Stadt kann also keine Rede sein. Durch die personelle Ergänzung ist sogar für zusätzliche inhaltliche Qualität in der Lokalausgabe gesorgt.

    Freundliche Grüße

    Bodo Zapp
    Chefredakteur
    Tel. 02331 / 917 4260
    Fax 02331 / 917 4263

    WESTFALENPOST GmbH u. Co. Verlags-KG
    Friedrichstraße 34 – 38, 45128 Essen
    Sitz Essen, Registergericht Essen HRA 5914
    persönlich haftende Gesellschafterin: WESTFALENPOST Verwaltungsgesellschaft mit beschränkter Haftung
    Sitz Essen, Registergericht Essen HRB 12049
    Geschäftsführer: Bodo Hombach, Christian Nienhaus

    “Jochen Weber, SPD-Fraktion Hagen”

    26.02.2009 18:42

    An

    , , , ,

    Kopie

    Thema

    Für eine bessere Lokalzeitung

    An die Geschäftsführer und die Chefredaktionen der WAZ-Mediengruppe

    Ich unterstütze die Forderungen der Mitarbeiter der WAZ-Mediengruppe nach:
    * der Sicherung und Erhöhung der journalistischen Qualität!
    * dem Erhalt der Zeitungsvielfalt im Ruhrgebiet
    * tariflich gesicherten Arbeitsbedingungen für Journalisten!

    Ich möchte
    * keine Mogelpackungen akzeptieren!
    * weiterhin die Wahl haben, welche Zeitungen ich lese!
    * wissen, was in meiner Nähe passiert!

    Mit freundlichen Grüssen

    Jochen Weber

    SPD Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt Hagen

    Weiter bitte ich um Veröffentlichung der nachfolgenden Pressemitteilung
    Endlich Klarheit für die Hagener Zeitungen und keine betriebsbedingten Kündigungen

    “Die Leser haben das Recht zu erfahren, was mit ihrer Tageszeitung geschieht”, kommentiert Jochen Weber die Gerüchte um die Zukunft der heimischen Zeitungen. Der Hagener SPD-Spitzenkandidat zur Oberbürgermeisterwahl will ein Ende der Sprachlosigkeit. “Wenn sich die Zeitungslandschaft in Hagen gravierend verändert, muss es eine öffentliche Diskussion um die Zukunft unser Zeitungen geben”, fordert Weber. Offenbar ist in der letzten Woche die Entscheidung über die Zukunft der Lokalredaktionen in der WAZ-Konzernspitze gefallen.

    Hagen ist gleich in doppelter Hinsicht betroffen. Zum einen werden die Redaktionen in Hohenlimburg geschlossen, zum anderen sollen die Westfälische Rundschau und die Westfalenpost mit erheblich reduzierter Redaktion keinen kompletten eigenen Lokalteil mehr produzieren können. Indirekt sollen beide Lokalredaktionen miteinander verschmolzen werden, sodass nach Webers Meinung die Meinungsvielfalt in der Stadt in Gefahr ist.
    “Wenn Redaktionen geschlossen und Leistungen reduziert werden, dann denke ich an erster Stelle an die Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen. Niemand darf hier betriebsbedingt gekündigt werden”, fordert Jochen Weber. Hierzu muss die Konzernspitze eine eindeutige Zusage geben.

    Jochen Weber und der Landtagsabgeordnete Wolfgang Jörg als Parteivorsitzender wollen bereits in den nächsten Tagen mit Betriebsräten und Redakteuren sprechen, um ihre Solidarität zu bekunden und gemeinsam über die Zukunft der Medienlandschaft in Hagen zu beraten.

  112. Rheinländeram 02.03.2009 um 13:58

    Ich fahre heute mal nach Essen zur nachkarnevalistischen WAZ-Veranstaltung. Mal schauen, was das R + R – Gespann (Reitz/Rüttgers) mich zum Lachen bringt.
    Im übrigen, Kritik ist im Blog gefragt, Lob sicher auch, aber welch`Ansicht man auch vertritt, Taten müssen folgen. Kommt also nach Soest und macht “Randale”. Ich wage mich auch ins Westfälische.

  113. Aja Lenzam 02.03.2009 um 14:06

    Stoppt die (Hombach-)Walze – Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz!
    Natürlich bin ich in Soest dabei!
    Die Kritik, wenn sie sachlich und solidarisch ist, ist das eine aber das geschlossene Handeln das andere Notwendige. Warum aber sind einige (auch unsachliche und nicht belegte) Kritiken verbunden mit einer Absage an die Demonstration in Soest? Das Wegbleiben von der Demonstration in Soest nutzt nur der Gegenseite. Und diese Gegenseite ist die Konzernzentrale der WAZ.
    „Kann sich denn keiner mehr erinnern, was schon los war, wenn anlässlich eines Arbeits(gerichts)prozesses drei oder vier Protestierende mit einem kleinen Plakat vor dem Haupteingang standen?“ fragt der Westfale.
    Natürlich kann ich mich erinnern, denn ich war dabei. 2001 bis 2004 wurden eine Reihe von Kundgebungen gegen die Entlassungen bei der WAZ durchgeführt, mit bis zu 50 Protestierenden. Anlass waren die politisch motivierten Kündigungen gegen mich und Elli Briese. Ich wurde als Mitglied des ver.di Vertrauensleutekörpers der WAZ REMO und mehrfach in der Streikleitung gekündigt, Elli hatte sich für die Übernahme aller Zeitverträgler stark gemacht.
    Nach drei Jahren Kampf einer breiten Solidaritätsbewegung waren wir wieder im Betrieb und der WAZ-Konzern hatte eine herbe Niederlage erlitten. Ein Hintergrund, warum uns die WAZ so dringend – mit 8 Kündigungen – los werden wollte, waren die geplanten und ab 2005 eingetretenen Massenentlassungen bei der WAZ. Die sollten möglichst ohne Kampf über die Bühne gehen und da waren kämpferische gewerkschaftlich-organisierte Kolleginnen im Weg. Ich habe viel in dieser Auseinandersetzung gelernt: 1. die große WAZ ist besiegbar; 2. nur wer kämpft kann gewinnen; 3. man braucht einen langen Atem; 4. solidarischer Zusammenhalt über unterschiedliche Weltanschauungen hinweg ist unser Trumpf.
    Alle, die demnächst in Essen eine Aktion machen möchten, können sich gerne an mich wenden oder auch an unseren Bezirkssekretär Rainer Sauer.

  114. Gewerkschaftliche Konzentration aufs Kerngebietam 02.03.2009 um 14:30

    Bustransfer zur Demo, folgende Städte werden angefahren: Düsseldorf, Essen, Duisburg, Dortmund.
    .
    Aha. Offensichtlich also schon nicht mehr auf eurem Fahrplan: Das Sauerland und ganz Südwestfalen, überhaupt alles südlich des Ruhrgebiets. Aber da werden ja bekanntlich auch kaum Redaktionen geschlossen. Wisst Ihr was? Ihr tut mir leid.

  115. eviam 02.03.2009 um 20:05

    Kritisieren lässt sich immer alles: Die Arbeit der Betriebsräte, der Gewerkschaft, auch die Betroffenen selber kommen schlecht weg. Der Veranstaltungsort ist falsch gewählt, zuwenig Busse und überhaupt ……. alles mies.
    Seit 2005 schauen wir unseren Arbeitsplätzen hinterher, eine/r nach der anderen verlässt die WAZ, die Arbeitsplätze werden nicht mehr neu besetzt.
    Die Betriebsräte der Zeitungsverlagsgesellschaften hatten zum ersten Mal einen Interessenausgleich/Sozialplan auszuhandeln, zum ersten Mal wurden sie mit einem ungeahnten Abbau der Arbeitsplätze Ihrer KollegInnen konfrontiert. Alle machen Ihre Arbeit ehrenamtlich. Gewählt wurde der Verhandlungsweg um betriebsbedingte Kündigungen zu verhindern. Niemand hat vorausgesehen, dass sie über den Tisch gezogen werden sollten. Der Weg der Verhandlungen wurde einseitig versperrt durch die Geschäftsleitung, jetzt beschreiten alle den Weg des Kampfes um die Arbeitsplätze und wir KollegInnen aus den anderen Gesellschaften der WAZ werden solidarisch mit nach Soest fahren. Denn letztlich geht es auch um unsere Arbeitsplätze. Keiner kann wirklich glauben, dass der Arbeitsplatzabbau nicht weitergeht, bei der MSG oder der WAZ KG.
    Auch wenn Fehler gemacht wurden, die Zeit für eine Demo aller Beschäftigten ist reif. Für die GL ist jeder Ort schlecht, wenn wir genug auf die Straße bringen. Bis Samstag!

  116. Bustransfer?am 02.03.2009 um 20:20

    Ich wäre auch gern dabei. Schreibt bitte nur noch, wann der Bustransfer von Bad Berleburg, Olpe und Meschede abfährt.

  117. Siedlinghäuseram 02.03.2009 um 20:53

    @Bustransfer:
    Du bist ein Provokateur! Zur Tränke willst du auch noch in der Sänfte getragen werden.
    Wer will, kann hinkommen. Ich nehme das Auto und packe noch ein paar Leute dazu: Fahrgemeinschaft!

  118. Ludger Wrzesinskiam 02.03.2009 um 21:22

    Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

    die Teilnehmer des ver.di Ortsverein Hellweg-Hochsauerland, Fachbereich (8) Medien, Kunst und Industrie bilden wie zu jeder anderen Veranstaltung soweit wie möglich Fahrgemeinschaften.

  119. Xirnetam 02.03.2009 um 21:53

    Ich möchte gern für einen alten Blog-Titel hier bei MedienMoral werben:
    > DJV geißelt konzeptlosen Kahlschlag im Ruhrgebiet
    und dringlich empfehlen, sich in der Schar der Journalisten von diesem üblen Reviergeist zu trennen. Das ist ein Auftrag für Soest, der sich auch an den Leser wenden muss. Ein wesentliches Problem des WAZ-Landes ist die Emigration. Die Einheimischen laufen weg. Darüber gibt es mittlerweile die neuen Migrantenwitze aus NRW. Fortschritt NRW: „Klar, wohin denn?“
    .
    Nicht nur, dass Lokalredaktionen geschächtet werden, sondern es sind auch die Regionen, in denen sie schreiben.

  120. Ehrlichkeitam 02.03.2009 um 21:57

    Immerhin räumt evi ja erstmals Fehler ein, das ist doch schon mal ein Schritt. Ein weiterer wäre, dass die BRs auch hier mit Namen sagen: Entschuldigung, wir haben uns geirrt und hatten es gut gemeint. Das wäre ein Weg, um gemeinsam weiter zu gehen.

  121. Abgehängtam 03.03.2009 um 00:26

    Und wieder einmal abgehängt. Kostenfreier und gemütlicher Bustransfer quer durchs ganze Ruhrgebiet, aber die Kolleginnen und Kollegen aus dem Sauerland und aus dem Süden können wieder sehen, wie sie selbst zurecht kommen. Macht nix, sind wir gewöhnt. Deshalb machen die ja auch bei uns die Redaktionen dicht. Wahrscheinlich wisst ihr noch nicht einmal genau, wo die liegen. Meschede? Berleburg? Siegen? Olpe? Irgendwo in Sibirien.

  122. tippseam 03.03.2009 um 01:23

    @weiße fahne: Klassenkampf-Lyrik? Wenn eine(r) Flagge zeigt, ist das schon Klassenkampf-Lyrik? Ich sage dir, Klassenkampf-Lyrik sieht ganz anders aus.
    -
    Und ich werde nicht müde, unsere unverrückbare Forderung zu wiederholen: Keine betriebsbedingten Kündigungen. Keine einzige. Dabei machen wir keinen Kompromiss. Dafür zeigen wir Flagge. Und die sieht anders aus als “weißer Adler auf weißem Grund”.
    -
    @Aja Lenz: Alle vier Punkte sind wichtig und richtig. Für Punkt zwei und drei reiße ich hier dauernd die Klappe auf. Punkt vier praktiziere ich gerade mit jemandem, das ist schon sehr spannend. Und Punkt eins – das wollen wir hoffen! :)

  123. porschekilleram 03.03.2009 um 05:08

    @evi
    “Die Betriebsräte der Zeitungsverlagsgesellschaften hatten zum ersten Mal einen Interessenausgleich/Sozialplan auszuhandeln”.

    -

    Eure Betriebsräte können keinen Interessensausgleich verhandeln, denn ihr seid ein Tendenzbetrieb.

    -

    Wenn ihr nicht mal langsam begreift, dass eine betriebsratliche oder gewerkschaftliche Begleitung eurer Existenznöte überhaupt nichts bewirken kann, da eure Mitbestimmungsrechte in einem Zeitungs-Verlag auf gerade mal einen Sozialplan kastriert sind, dann werft ihr euer Engagement für einen unabhängigen, leserzentrierten und im Zeichen einer ekligen Kampagne der Bundesregierung gegen öffentlich-rechtliche Sender und deren Akteure notwendig gewordenen demokratischen Journalismus einfach weg.
    Aber man kann sich ja hier darüber die Finger fusselig schreiben…

  124. 123netam 03.03.2009 um 07:14

    > Aber man kann sich ja hier darüber die Finger fusselig schreiben…
    .
    Von Soest muss für die Leser ein klares Signal ausgehen. NRW braucht demokratische Strukturen, um den aktuellen Trend abzuwenden. Und das geht nur durch unabhängige und leserzentrierte Tageszeitung mit Lokalausgabe. Alles andere fördert den NRW-Bürgerschwund der Leistungsträger wie junge Familien. Die Bemühungen von Soest wäre sonst vergeblich und führten einfach nur zu REITZ Zwo.

  125. Eine Farce!am 03.03.2009 um 09:42

    Über Monate habt ihr es nicht geschafft, Widerstand aufzubauen. Die ersten Redaktionen sind dicht, die Kolleginnen und Kollegen weg. Aus und vorbei. Die WAZ hat, mit eurer Kooperation, ihr Ziel zum weitaus größten Teil erreicht. Jetzt beginnt euer Protest, mit einer albernen Demo am äußersten Rand? Eine Farce!

  126. Aja Lenzam 03.03.2009 um 12:52

    An Farce: Wer ist eigenlich “ihr”? Was tust du dazu, den Widerstand aufzubauen?

    Mit zynischen Sprüchen und Unverschämtheiten (alberne Demo) wird der Zusammenhalt der Kollegen zersetzt.

    Ich bin in Soest dabei und halte es, wie die Veranstalter der Soester Demonstration von DJV und DJU auch, für einen Auftakt für weitere Aktionen – vorzugsweise in Essen.

  127. Tilman Riemenschreiberam 03.03.2009 um 16:46

    Bevor ich in den Verdacht komme, hier den Zusammenhalt zersetzen zu wollen: Ich werde zur Demo kommen, und ich fordere auch alle Kolleginnen und Kollegen dringend auf, es zu tun!
    .
    Allerdings muss ich vorhergehenden Schreiberinnen und Schreibern absolut zuzustimmen: Es IST albern, jetzt noch an der Peripherie des WAZ-Landes herumzueiern, statt sofort und mit aller geballten Kraft am Zentrum der Macht aufzukreuzen. Zum Warmlaufen haben wir doch keine Zeit mehr! Deshalb ist das Bild vom “Auftakt” auch völlig daneben. Der Auftakt, das waren vielleicht, wenn auch schwach, die “Soli-Kerzen” oder das Proteststerben. In fast 30 Jahren (ja, als Gewerkschafter, und ja, auch als Betriebsrat) habe ich bei Arbeitskämpfen immer die Erfahrung gemacht, dass die Bereitschaft zu Aktionen mit der Zeit eher abbröckelt, statt sich aufzubauen.
    .
    Darum: Nein, das ist kein Auftakt! Das wird wegen der zum großen Teil ungenutzt verstrichenen Zeit leider schon beinahe das Finale! Und deshalb verpasst es nicht! Kommt alle – auch wenn ihr es wie ich für einen (letzten) Fehler haltet, noch abseits in Soest statt sogleich in Essen auf die Straße zu gehen!
    .
    Eines ist klar: Viel mehr als diesen einen letzten Versuch haben wir nicht. Die Kündigungen, von Kolleginnen und Kollegen ebenso wie von Redaktionsräumen, dürften in den nächsten Tagen rausgehen.

  128. eviam 03.03.2009 um 17:05

    @Ehrlichkeit
    “Auch wenn Fehler gemacht wurden”, bezieht sich nicht auf die Arbeit der Betriebsräte, denn das sind nicht diejenigen, die den Arbeitsplatzabbau weiter voran treiben. Ich kann nicht für die Betriebsräte der Zeitungsverlage sprechen, weiß aber wie schwierig das Geschäft ist.
    @porschekiller
    Begreif einfach mal, dass beides, die gewerkschaftliche und betriebsrätliche Arbeit im Zeitungsbetrieb und der unabhängige leserzentrierte Journalismus in diesem konkreten Fall des massiven Abbaus von Arbeitsplätzen und Rechten zusammen gehören. Dann brauchst Du Dir “nciht den Mund wund reden”.
    Noch einmal: Soest ist ein Ausrufezeichen das wir setzen wollen, mit unseren Freunden und Familien für unsere Arbeitsplätze.

  129. Medienmoralam 03.03.2009 um 17:28

    @Abgehängt, Bustransfer usw.
    Für Gruppen von mind. 30 Personen organisieren wir gerne einen zusätzlichen Bustransfer nach Soest. Bitte setzen Sie sich einfach über den Anmeldelink mit uns in Verbindung!
    Mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw

  130. Medienmoralam 03.03.2009 um 18:38

    hier noch der Link zu einem Artikel von Pascal Beuker über die WAZ in der taz
    http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&dig=2009%2F03%2F03%2Fa0123&cHash=5b5eaa595b
    mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw

  131. punkvideoam 03.03.2009 um 20:26

    Was sagen denn wohl eigentlich die Zuständigen des WAZ-Ehrenkodex zu solcherlei unseriösen Gebahren? Da müssten doch jetzt Stellen frei werden, wenn man es ernst meint, oder?

  132. punkvideoam 03.03.2009 um 20:29

    …hieß es doch so schön:
    “Die Grundsätze des Verhaltenskodex gelten sinngemäß auch für den journalistischen Online-Bereich der WAZ-Mediengruppe.”

  133. porschekilleram 04.03.2009 um 03:32

    @evi
    “gehört zusammen” ist schön. Erdbeereis und Sahne gehören auch zusammen, ähnlich wie Bratwurst, Currysauce und Pommes oder Podolski und der FC. Dieses beseelte Innenverhältnis sehe ich aber bei Euch nirgendswo.

    -

    Betriebsräte der WAZ verschweigen ihren Schutzbefohlenen, wie wenig Mitbestimmungs-Möglichkeiten einem Verlags-BR wirklich zur Verfügung stehen, nutzen die wenigen Instrumente wie eben die Betriebsversammlung nicht, sondern “verschenken” dieses Instrument an den AG, tauchen dann wochenlang ab, ohne ihre Bringpflicht für Informationen über den Stand der Auseinandersetzung zu erfüllen und ploppen mit einer provinziellen “Wir finden das doch auch doof!”-Veranstaltung wieder an genau der Wasserlinie auf, die die Arbeitnehmer mittlerweile als Oberkante Unterlippe empfinden.

    -

    Noch einmal, weil irgendwann das “Wundsein” seinen lähmenden Schrecken verliert: Euer “Ausrufezeichen” war schon Anfang Dezember weit überfällig, Euer Verschweigen der Probleme gegenüber Eurem angeblichen Tätigkeits-Zentrum, dem “Leser”, ist mittlerweile aufgrund vieler kopp-schüttelnder Abos zu einem wirtschaftlichen Boomerang für Eure Argumentation geworden und ein gewerkschaftliches Engagement, was den Namen jenseits von Fähnchen drucken und Ballons aufblasen wirklich verdient hätte, habe ich weder hier noch “draußen” bemerkt.

  134. porschekilleram 04.03.2009 um 04:18

    PS:
    “ein gewerkschaftliches Engagement[..] habe ich weder hier noch “draußen” bemerkt.”

    Kann evt. auch daran liegen, dass weder djv noch dju ein übermässig emphatisches Interesse haben, die Krisenmasse “Enttäuschte WAZ’ler” für eigene Politik- oder Karriere-Interessen zu nutzen. Die könnten ja tendenziell später undankbar werden…

  135. ver.di-Mitgliedam 04.03.2009 um 08:39

    @porschekiller: Ich denke du kommst mit deinem Porsche nach Soest und machst dort Boxenstopp – oder ist diese Strecke schlecht für deine Karriere? Ob du wohl auch woanders Wortführer bist unter deinem richtigen Namen!

  136. Suerlänneram 04.03.2009 um 10:00

    @ver.di
    .
    1. Hast Du wohl den Nick “porschekiller” falsch interpretiert – logischerweise hat er selbst keinen solchen.
    .
    2. Ist seinem Beitrag inhaltlich voll zuzustimmen. Er hilft, falscher Legendenbildung vorzubeugen. Die Betriebsräte haben eben keine gute, sondern grottenschlechte Arbeit geleistet, die darin gipfelte, dass ihre herausragende Führungspersönlichkeit Chefredakteur werden durfte.

  137. kündigungsschutzvereinam 04.03.2009 um 10:02

    @ver.di-Mitglied

    Ich finde porschekiller in seiner Art nicht sonderlich sympathisch. Allerdings skizziert er hier zuletzt sogar sachlich genau, was die Mehrzahl denkt. Siehe auch mein Nickname. Es ist leider genauso, wie oben von porschekiller geschrieben. Die Betriebsräte haben versagt und die Gewerkschaften haben versagt. Jetzt bekommen die Arbeitnehmer die Quittung. Danach die Gewerkschaften, nicht nur mein Austritt ist vorbereitet. Und im nächsten Schritt die Betriebsräte: Wenn Reitz2 kommt, wollen wir ihnen doch mal das Vergnügen können, wie wir jetzt auf einem unsicheren Stuhl Platz zu nehmen. Und während sie schwitzen und Angst haben, werden wir auf Schweigegelübde und Vertraulichkeit verweisen. Am Ende, wenn wir dann auch verarscht worden sind, sagen wir: Und jetzt gibt es eine Demo. Nebenbei plärren wir noch ein bisschen Verdi-mäßig in einem Blog herum.

  138. Justusam 04.03.2009 um 12:38

    @Kündigungsschutzverein
    .
    Völlig richtig. Die Betriebsräte haben nur das “aushandeln” dürfen, was der Verlag von vornherein bereit war, zuzugestehen – mehr nicht. Der Verlag kommt billig davon, die Abfindungen haben sich schnell amortisiert.
    .
    Eine Verhandlung, auf deren Höhepunkt der Verhandlungsführer vom Verhandlungsgegner zum Chef befördert wird, kann nicht “gut” gewesen sein.

  139. Neues von Mahlzeitam 04.03.2009 um 21:41

    Ich versuche mal hier, etwas zur heutigen Betriebsversammlung der WAZ loszuwerden – einen Bericht gibt es hier leider ja noch nicht…

    Eines vorweg: Es lässt einen “normalen” Lokalredakteur vor Wut fast platzen, was da heute wieder für ein Drama abgegeben wurde.

    Wären wir Kollegen nicht so in Angst um unsere Arbeitsplätze und denkbaren Szenarien einer Abstrafung durch die Obrigkeit bei klaren Worten aus der Belegschaft, es wäre heute wohl zur offenen Konfrontation insbesondere mit dem Menschen gekommen, der eigentlich mit aller ihm zur Verfügung stehenden Wortgewalt für den Ethos des journalistischen Berufsstandes Partei ergreifen sollte, sich aber in Eitelkeit, Selbstherrlichkeit und Ignoranz gegenüber der Bedeutung lokalen Inhaltes in unserer Regionalzeitung so sehr verstrickt hat, dass er lediglich als Marionette der Geschäftsführung und als Medienkaspar taugt.

    Es war schon ein Trauerspiel, Reitz heute außer Fassung geraten zu sehen ob der (im Verhältnis zum Denkbaren) noch harmlos formulierten Kritik aus dem Betriebsrat. Hat er tatsächlich erst heute gemerkt, dass in den Lokalredaktion blankes Entsetzen, Wut und Verständnislosigkeit herrscht ob des Kahlschlags in den Redaktionen? Das heute durchexerzierte Beispiel Hattingen ist doch wirklich nur ein Beispiel. Hattingen ist überall, wo Reitz keinen “Metropolenzuschlag” verteilt. Teilweise wird das Personal in den Redaktionen fast halbiert, es soll aber gleich viel bzw. noch etwas mehr Platz in der Zeitung redaktionell “gefüllt” werden. Das ist schon jetzt in vielen, wenn nicht allen Redaktionen nur möglich, weil Redakteure unbezahlte Überstunden machen, sich für IHR Produkt aufreiben, in der Familie in Erklärungsnot geraten, warum sie denn wieder so spät zuhause sind, warum sie so wortkarg aufs Sofa fallen und ewig müde sind. Wenn Reitz oder Klümper in ihrer Amtszeit nur ein wenig mehr als null Gespräche über das Thema Arbeitsverdichtung und -belastung im Lokalen geführt hätten, wäre ihnen nicht verborgen geblieben, dass in den Redaktionen schon jetzt die am Stock gehen, die sich reinhängen fürs Produkt, weil sie für eine gute WAZ stehen wollen, weil sie sich bei den Lesern und in ihrer Stadt nicht blöd angucken lassen wollen nach dem Motto: Ach, Sie sind von der WAZ. Ja, die ist mir nicht hintergründig genug…

    Hintergrund, Inhalt, investigativer und damit qualitätsvoller Journalismus vor Ort bedingt eine adäquate Personalstärke. Wenn heute die Arbeitslosenzahlen präsentiert werden, reicht es nicht, zur PK der Agentur zu gehen. Guter Journalismus hinterfragt die Dinge, deckt soziale Schieflagen dahinter auf etc. Das ist schon heute in den Lokalredaktionen kaum möglich, weil Thema B und C auch noch zu beackern sind, daneben Online, Telefonate, Leserkontakt, Redaktionsbesuche, Tagesplan, Wochenplan, Bilderwünsche, Anforderungen aus dem Mantel etc pp. – Klar, dass Reitz, Klümper und Co. immer noch denken, es sei mehr möglich. Sie haben sich nie mit der Arbeitssituation vor Ort auseinandergesetzt. Sie sind völlig entfremdet. Es ist letztlich wie bei Hartz IV. Die Chefredaktion fordert, aber sie fördert nicht.

    Erst heute hat Reitz wohl Lunte gerochen, dass in den Lokalredaktionen längst ein riesiges Pulverfass steht, das hochzugehen droht. Er macht sich mit einem gut bestückten Content Desk schick für Lobhudeleien der High Society, wir in den Lokalredaktionen kriegen die Schmäh vom Leser. Es ist eine Farce, dass Reitz heute rumschicklerte und mit den Prozentzahlen der Einsparungen in Mantel vs. Lokalem (die auf den ersten Blick fast identisch sind) versuchte, die Stimmung wieder ein wenig zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Fakt ist ein anderer: Der Mantel der drei Titel wird zusammengelegt, die Lokalredaktionen bestehen aber fort. Der Mantel (Content Desk) könnte, weil er weniger Inhalt zu produzieren hat, mehr einsparen als das Lokale. Aber es scheint, dass Reitz sich sonnen will, sein Arbeitsumfeld muss stimmen. Überspitzt könnte seine Auffassung von der Zukunft SEINER WAZ so aussehen: Was kümmert mich das Lokale, das, wo die Leser sich mit verbinden? Hauptsache, ich kann mit einem bei Regionalzeitungen unvergleichlichen Konzept im Mantel prahlen…

    Sorry, aber: WAS FÜR EINE SCHEISSE!!!

    Das, was auch künftig im Mantel stehen wird, wird die Leser nicht wesentlich mehr interessieren, weil sie die Themen längst anderswo aufgefangen und deren Inhalt aufgesogen haben. Das Lokale kann ihnen bis jetzt niemand in der Form bieten wie die Tageszeitung. Anstatt diese inhaltlich (!) und konzeptionell (!), werden sie rasiert. Ohne dass mal einer der Herren Reitz, Klümper und Co. über Konzepte und Möglichkeiten mit denen gesprochen und debattiert haben, die die Erfordernisse und die Arbeit vor Ort kennen. Da schwadroniert Reitz heute darüber, viele seien froh, in Zukunft unter seinem neuen Konzept mit Regio Desk arbeiten zu können. Lokalchefs stünden dahinter… Welch eine Lüge, welch ein Offenbarungseid für diesen Egozentriker. Reitz hat wohl vergessen, dass die Lokalchefs einen Brief formuliert haben, in denen sie sich entschieden gegen die Pläne im Lokalen wenden. Wenn ich richtig informiert bin, hat die Chefredaktion, als sie davon Wind bekommen hat, den Lokalchefs Sanktionen angedroht, wenn sie ihr Papier unterschreiben und an Geschäftsleitung und Gesellschafter versenden.

    Darin heißt es: “Wir, die Leiterinnen und Leiter der WAZ-Lokalredaktionen, fürchten, dass mit der Restrukturierung der vier NRW-Titel eine Strategie verfolgt wird, die dauerhaft für die WAZ und ihre Abonnentenzahl schädlich ist: Das Schickler-Konzept sieht eine Schwächung der Lokalredaktionen vor. Das widerspricht der erklärten WAZ-Philosophie, die ihre Kernkompetenz im Lokalen sieht und daraus ihre Leserschaft bezieht.

    Mit der Zielvorgabe “One man one page” im Lokalen ist die geforderte und für die Zukunft der WAZ notwendige Qualität der Berichterstattung nicht zu gewährleisten. Dieser Personalschlüssel steht zudem in keinem Verhältnis zu der für den Content Desk geplanten Mitarbeiterzahl. Aus unserer Sicht ist es unumgänglich, die Relationen zu Gunsten der Lokalredaktionen anzupassen. Die bereits erfolgte Umfangsreduzierung hat überdies in vielen Lokalredaktionen schon zu gravierenden Qualitätsverlusten geführt.

    Auch die bislang geplanten Regionalen Produktionsdesks betrachten wir als kontraproduktiv. Aus lokaler Sicht sind mit der beabsichtigten Struktur keine Synergien zu erzielen, sondern eher das Gegenteil: zusätzliche organisatorische Hürden, die wertvolle Arbeitszeit binden. Eine regionale Produktion von Seiten widerspricht elementar unserern Erfahrungen aus dem redaktionellen Alltag in den Stadtredaktionen. Sie würde keine Entlastung bringen, sondern Mehrarbeit und Qualitätsverluste. Die geäußerte Erwartung, dass – in der Struktur der Revierstädte – durch Auslagerung produktionstechnischer Prozesse Freiräume zur journalistzischen Arbeit geschaffen werden, teilen wir nicht.

    Uns geht es dabei nicht um die grundsätzliche Ablehnung von Desks und Arbeitsbündelung. Vielmehr befürworten wir diese Organisationseinheiten für Großstädte wie Duisburg, Essen, Bochum oder Gelsenkirchen, in denen in der Tat Arbeitsabläufe konzentriert werden können, ohne die Nähe vor Ort zu gefährden.

    Wir, die Leiterinnen und Leiter der WAZ-Lokalredaktionen, sind der festen Überzeugung, dass lokale Qualitätsberichterstattung das Pfund ist, mit dem wir heute und in Zukunft wuchern müssen, im Print, Online, TV oder anderen mobilen Diensten. Auch im Namen unserer Mitarbeiter bitten wir Sie eindringlich, das geplante Restrukturierungskonzept gründlich zu überdenken und zu Gunsten der Lokalredaktionen zu verändern. Wir bieten dazu unsere engagierte Mitarbeit an.”

    Bedarf es hierzu noch Worten? Erst heute hat die Chefredaktionen ihren autoritären, ja monarchistischen Führungsstil wohl doch mal etwas kritischer gesehen, weil es in der Betriebsversammlung offensichtlich war, dass sie jeglichen Rückhalt in den Lokalredaktionen verloren hat und die Motivation der Mannschaften vor Ort durch ihre Ignoranz kräftig beschädigt hat.

    Heute Abend trudelte dann plötzlich folgende Mail in die Lokalredaktionen:

    “Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
    im Nachgang zur heutigen Betriebsversammlung werden Herr Kloß und ich in den nächsten Wochen jede Lokalredaktion aufsuchen, um etwaige Fragen im Zusammenhang mit den geplanten Umstrukturierungen in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen zu klären. Terminabsprache folgt über Frau Emich-Hermes. Einen schönen Abend.

    Mit freundlichem Gruß
    Wilhelm Klümper”

    Na, schönen Dank auch. Hoffentlich ist es nicht zu spät…

    WIR WOLLEN GUTE ARBEIT ABLEISTEN, NUR WERDEN WIR DER MÖGLICHKEITEN DAZU BERAUBT!!!

  140. fiftyruhram 04.03.2009 um 22:25

    Danke, dass hier mal dieser beeindruckende Brief der WAZ-Lokalchefs dokumentiert wurde.
    Ob ein selbstbezogener Alleingänger wie Reitz wirklich merkt, wie sehr er “unten durch” ist… wie sehr er sich von “seiner” Mannschaft entfernt… wie schief er mit dem Schielen nur auf den Mantel liegt… wie schädlich dies für die WAZ ist?

  141. applausam 04.03.2009 um 22:32

    Nein, Reitz merkt das nicht.
    Der baut sich ja gerade seinen Riesen-Mantel und wird damit protzend durch die Gegend laufen.
    .
    Hoffentlich merken es die Gesellschafter und die Geschäftsführer rechtzeitig. Er hat ja dann seine Schuldigkeit getan: Viel Personalabbau durchgedrückt und den Buhmann gegeben. Wenn dann die Auflage abzischt, gibt man ihm den Laufpass.
    .
    Ich wage es ja gar nicht zu hoffen: Aber wer jetzt noch ein wenig das Ruder herumreißen könnte, wären Klümper und die Lokalchefs. Sie müssen zunächst einmal die Desks in kleinen Redaktionen verhindern, das schafft nicht Ent-, sondern Belastung und schlechtere Qualität. Die Gründe sind oben sehr eindrucksvoll genannt. Und dann müsste an der Personalstellschraube gedreht werden: Es müssen mehr Leute ins Lokale statt in den Mantel.
    .
    Herr Hombach, Herr Nienhaus: Wieso wird die WAZ gekauft? Wegen des Mantels? Es ist das Lokale. Und das wird gerade vor die Wand gefahren! Schreiten Sie wenigstens an der Stelle ein.
    .
    Das ist alles nur noch ein Albtraum!

  142. ignoranzam 04.03.2009 um 22:37

    Niemand hat bisher im Lokalen zugehört und hingeschaut.
    Nicht Schickler.
    Nicht Reitz.
    Nicht einmal Klümper.
    Ach und Kloß…

    Kommt ernsthaft und hört wirklich einmal hin.

  143. [...] aber ab zum Beitrag – hier liest du wie ein guter Lokaljournalist ticken [...]

  144. Tischleinam 04.03.2009 um 22:45

    Die geplanten Desks werden der Sargnagel des Lokalen und irgendwann der gesamten WAZ. Ohne unseren Lokalteil, kein Mantel. Es wird scheibchenweise bergab gehen.
    .
    Die Sache wird genauso beschissen funktionieren wie beim Westen.
    Bis funktioniert Fast nicht. Bis heute keine genauen Klickzahlen. Bis heute technische Probleme am laufenden Band. Bis heute ellenlange Ladezeiten. Bis heute werden Wünsche aus der Praxis ignoriert. Und bis heute schafft das Portal nicht den gewünschten Durchbruch, siehe Vergleich zur RP.
    .
    Ist aber alles so von den Praktikern prophezeit worden. Leider arbeiten die Besten inzwischen bei Lensing.

  145. zornam 04.03.2009 um 23:10

    Da beklagt sich dieser Hombach, durch öffentliche Kritik an der WAZ würde der WAZ geschadet. Und er vergleicht die Situation mit der Haltung der Opel-Mitarbeiter, von denen auch niemand sagen würde, bei Opel würden schlechte Autos gebaut.
    Hombach sollte mal nachlesen, was auch im WAZ-Archiv zu finden ist. Der Opl-Betriebsrat hat immer wieder und sehr laut das Missmanagement im eigenen Haus beklagt, hat die schlechte Modell-Politik etc. heftig kritisiert.
    Fürs Missmanagement bei der WAZ Mediengruppe ist seit 2002 Hombach verantwortlich, für die schlechte Modell-Politik der von ihm eingekaufte Reitz.
    Die Auflagenentwicklung bei der WAZ ist so dramatisch negativ wie die seit Jahren andauernde Absatzflaute bei Opel. Bei Opel wird am Band gute Arbeit geleistet, bei der WAZ in den allermeisten Lokalredaktionen.
    Fürs Lokale haben sich Hombach und Reitz noch nie interessiert – ausgenommen Mülheim (Wohnort Hombach) und Essen (wg. der Eliten wie Großmann, Pleitgen etc.).
    Es ist nicht geschäftsschädigend, die Dinge beim Namen zu nennen, sondern diese Spesenritter weiter wirken zu lassen.

  146. Neues von Mahlzeitam 04.03.2009 um 23:20

    Dazu sollte man auch noch sagen: Ein Opel ist einmal konstruiert und wird nach Bauanleitung gefertigt, eine WAZ muss jeden Tag neu erfunden werden. Hombach vergleicht doch Äpfel mit Birnen…

  147. william 04.03.2009 um 23:22

    Man glaubt es nicht: Herr Klümper will also tatsächlich in den nächsten Wochen die Lokalredaktionen bereisen, um “ETWAIGE FRAGEN” zur Restrukturierung zu beantworten. Wer solche Rundmails auf den Weg bringt, beweist, dass er jede Bodenhaftung verloren hat – falls überhaupt jemals besessen. Oder will Herr Klümper uns mit solchen Mails nur schlichtweg verarschen?

  148. ignoranzam 04.03.2009 um 23:29

    Natürlich will er uns verarschen.
    Reitz hat gesagt, fahr da mal hin.
    .
    Der macht dann jeweils die bunte Desk-Show und schwärmt von Visionen, dann zwei Fragen – und weiter.
    .
    Es sei denn, die Lokalchefs sagen jetzt mal was. Der Brief ist super. Hätte ich nicht gedacht. Hut ab! Und es ist die Wahrheit.

  149. frust hoch zweiam 04.03.2009 um 23:35

    Das Reitz-Konzept hat nur 3 Buchstaben: “ICH”
    In der BV ist doch deutlich geworden, wie dünnhäutig dieser Ignorant ist, wenn auch nur vorsichtige Kritik an seinen Wahnsinnsplänen geäußert wird.
    Die von Reitz zu verantwortenden Entscheidungen (z.B. Vest) und Auflagenverluste (fast 75.000 Abos seit Dienstantritt im Juli 2005) sollten den Gesellschaftern der WAZ Mediengruppe endlich die Augen öffnen: Dieser Reitz und sein Schutzpatron Bodo Hombach sind der Super-Gau für die WAZ Mediengruppe.

  150. Prostam 04.03.2009 um 23:41

    @ Neues von Mahlzeit

    Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Jeder, der gegen die journalistische Marschrichtung und den neuen Führungsstil im Hause WAZ auch nur leiseste Bedenken äußerte, wurde gnadenlos zusammengefaltet und für den Wiederholungsfall mit dem sofortigen Rauswurf bedroht. Warum sonst ist vom Kreis der leitenden Angestellten, der unter Uwe Knüpfer doch noch so aktiv war, schon lange nichts mehr zu hören? Auf welchem Weg hat die Chefredaktion eigentlich “Wind davon bekommen”, dass sich Lokalchefs in ihrer Verzweiflung in einem Brief an die Gesellschafter wenden wollten? Hat Anneliese Brost überhaupt eine Ahnung davon, wie mit Menschen im Unternehmen ihres verstorbenen Mannes umgegangen wird, die sich in ihrer Verzweiflung hilfesuchend an sie wenden wollen? Hat der Betriebsrat, der vor solchen Sanktionsdrohungen der Chefredaktion – anders als die Redaktionsleiter – glücklicherweise betriebsverfassungsgesetzlich geschützt wird, diese Vorgänge Frau Brost irgendwann einmal mitgeteilt? Dass Menschen bedroht werden, weil sie einen hilfesuchenden Brief an sie schreiben wollen? Und: Was für eine Presse wollen Reitz und Hombach eigentlich, wenn sie mit kritischen Stimmen im eigenen Haus so rigide umspringen? Vagabundierende Kettenhunde, die in ihrem journalistischen Auftrag alles zerreißen, sich selbst als Arbeitnehmer aber handzahm gerieren und sich vom eigenen Herrn ohne Gegenwehr totschlagen lassen?

  151. blättchenam 04.03.2009 um 23:49

    Hombach und Reitz reden von Qualitätszeitung – man lese nur dies elende Gelaber vom jüngsten “Reitz-Thema” des Monats, den Bericht über die Plauderstunde mit Ministerpräsident Rüttgers. Noch unkritischer und noch beleidigender für alles, was mit journalistischem Anstand gemeint sein könnte, geht es doch kaum noch.
    Wie schamlos muss ein Chefredakteur sein, der einen solchen Mist als “Tagesthema” den Lesern serviert?
    Und für wie dumm muss ein solcher Chefredakteur seine Leser halten? Dass die nicht mehr bereit sind, für solchen Kram Geld zu bezahlen, ist kein Wunder.

  152. Bedrückendam 05.03.2009 um 00:01

    Der Brief sagt die Wahrheit. Er ist bedrückend. Dass er nicht unterschrieben und niemals abgesandt wurde, ist noch bedrückender. So weit ist es in diesem Klima der Angst schon gekommen.
    .
    Herr Hombach, Sie irren. Es kritisiert niemand die WAZ. Die WAZ ist eine gute Zeitung, ebenso die NRZ, die WP und die WR. In der Kritk stehen allein Sie, Nienhaus und Reitz. Sie drei sind voll verantwortlich für den Niedergang.

  153. Irrtumam 05.03.2009 um 00:41

    Das Problem der WAZ – und damit auch der andauernde Auflagenverlust – ist leicht zu erklären:
    Die allermeisten Redakteure sind dumm und die Leser sind natürlich auch dumm. Schlau ist nur der Chefredakteur, denn der hat die Weisheit mit Löffeln gefressen.
    Pech gehabt: Es waren Schaumlöffel…

  154. Hans Lassmannam 05.03.2009 um 01:22

    Die heutige Betriebsversammlung der WAZ war eine Farce: Schicklers Lafrenz hat bewiesen, dass er keine Ahnung vom Lokaljournalismus hat und nur ein blasser Benchmark-Rechenschieber ist. (Übrigens: Zeitungs-Konzepte, die ins menschenleere Vorarlberg passen, lassen sich nicht 1:1 auf den Ballungsraum Ruhr übertragen.)
    .
    Hombach hat bewiesen, dass er den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt hat. Gemeinsam mit Reitz kratzt er am Fundament der WAZ, dem Lokaljournalismus, verschlankt die Säulen, auf dem der kopflastige und gigantische Content-Desk ruhen soll.
    .
    Wohin das führt, wenn man am Fundament kratzt und auf Risse nicht reagiert, zeigt der tragische Einsturz des Archivs in Köln. Irgendwann macht es Knack – und dann liegt alles in Trümmern.
    .
    Da nützt es auch wenig, dass Klümper und der CvD jetzt die Lokalredaktionen bereisen wollen. Viel zu spät, denn lokalen Sachverstand einzusammeln und ins neue Konzept einzubauen, ist wohl nicht ihr Auftrag. Sie sollen wohl eher nach dem desaströsen Echo vom Mittwoch den Schaden begrenzen.
    Mahlzeit!

  155. Prostam 05.03.2009 um 01:23

    @Irrtum

    Man könnte es auch so formulieren: Reitz und Hombach sind wild entschlossen, die WAZ zu einer echten Qualitätszeitung zu machen – und wenn sie das auch den letzten Leser kostet!

  156. Anonymousam 05.03.2009 um 06:02

    Allen, die hier rumjammern, kann ich als Beobachter nur sagen, dass ihr eure Chance vertan habt. Protestaktionen und Streiks hätte es gleich im November des vergangenen Jahres geben müssen, als der WDR einige Male groß über die radikalen Sparmaßnahmen der WAZ-Mediengruppe berichtet hat. Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist und die ersten Lokalredaktionen bereits abgewickelt werden, ist es zu spät!!! Und wenn ihr schon auf die Straße ziehen wollt, dann tut das nicht (allein) in dem kleinen Städtchen Soest, sondern auch am Hauptstandort Essen. Zieht von der Sachsenstraße über die Friedrichstraße bis in die Innenstadt und zeigt der Bevölkerung und Leserschaft, was im Hause WAZ wirklich abgeht.

    Was den Protestbrief an die Gesellschafter angeht: Natürlich weiss eine Frau Brost nicht wirklich, was hinter ihrem Rücken und in ihrem Namen mit den WAZ-Titeln, den Lokalredaktionen und deren Mitarbeitern geschieht. Es ist schon bezeichnend, wenn so ein Brief verfasst, dann aber aus lauter Feigheit doch nicht abgeschickt wird. Was habt ihr noch zu verlieren?! Wenn noch jemand ein Gewissen besitzt, dann Frau Brost. Warum bloß hat Herr Hombach mit seinen Plänen gewartet, bis unser guter alter Herr Schumann – Gott habe ihn seelig! – das Zeitliche gesegnet hat? Die Gesellschafter müssen die neoliberalen Mananger stoppen, bevor es zu spät ist. Also: Schickt euren Brief endlich ab!

  157. Blattkritikam 05.03.2009 um 07:53

    Wenn die Lokalchefs den Mumm nicht mehr haben: copy+paste – und dann auf den eigenen Drucker, in die Post an Frau Brost. Je mehr das tun, desto mehr Post bekommt die alte Dame. Und selbst wenn Hombach sich vor ihren Briefkasten legt – irgendeiner der Briefe dürfte ankommen – auch bei den anderen Gesellschaftern.
    Für den Protest ist es übrigens nie zu spät, wie die Betriebsversammlung gezeigt hat. Das kann man steigern, Kollegen!

  158. Verräteram 05.03.2009 um 08:01

    @prost
    Frag doch mal einen Essener Lokalchef, wer den Brost-Brief der Leitenden an U.R. verpetzt und sich damit lieb Kind gemacht hat. Vielleicht weiß der es!

    Ansonsten steht uns auch der direkte Wege zu den Liegenschaften der Verlegerfamilien offen. Warum nicht den schon im November angeregten Spaziergang unternehmen und sich mal für Architektur interesieren… Der Neubau von Herrn Hombach in Mülheim ist auch eine Reise Wert.
    ;o)

  159. tippseam 05.03.2009 um 10:43

    Ergänzend zu den BV-Berichten sollten wir die tolle Neuigkeit nicht verschweigen, dass alle Redakteur(inn)en künftig mit Fotohandys ausgerüstet werden. Von der tippse zur knipse… :(
    -
    Offenbar meinen Klümper & Co. tatsächlich, dass sich die Qualität eines (inzwischen herausgedrängten* oder outgesourcten) hochkarätigen Bildredakteurs auf die Qualität eines von Fotolaien bedienten Fotohandys reduzieren lässt. Er trägt seinen Spitznamen “der Ahnungslose” völlig zu Recht.
    -
    -
    (*Heute war ein Bild in der WAZ von Hans Blossey/ddp. Ich hätte heulen können.)

  160. Aufwachen!am 05.03.2009 um 10:45

    Bitte, wacht doch endlich auf! Eure Überlegung, es müssten endlich die armen, harmlosen und unwissenden Besitzer informiert werden, ist ziemlich blauäugig. Es ist überhaupt nicht vorstellbar, dass Hombach und Reitz seit Jahren und Nienhaus seit einem dreiviertel Jahr nach eigenem Gutdünken schalten und walten dürfen, ohne dass die Besitzerfamilien das wissen.
    .
    Leute, Frau Brost und die Funke Familie leben in Deutschland, nicht auf dem Mond. Geht ‘mal lieber von diesem Gedanken aus: Was bei WAZens passiert, das passiert mit Wissen und Wollen der Besitzerfamilien. Und das Wollen ist gesteuert von einem Ziel: Kohle machen um jeden Preis, egal wo. Und sei es in Russland oder Vietnam.

  161. So war'sam 05.03.2009 um 12:12

    Morgens zur BV, anschließend in die Redaktion, nach Überstunden gegen 21 Uhr zu Hause.
    -
    “Und, wie war’s?”
    -
    Soll ich meiner Frau und meinen Kindern jetzt sagen, dass ich nicht mehr weiß als am Tag zuvor? Soll ich Ihnen sagen, dass mir kein Hombach, kein Reitz und kein Klümper auch nur eine meiner Fragen beantwortet haben? Soll ich Ihnen sagen, dass ich keine Ahnung habe, ob ich meinen Arbeitsplatz behalten darf oder nicht? Soll ich ihnen sagen, dass ich nicht weiß, ob wir uns die Hypotheken für das Haus noch leisten können oder nicht? Soll ich ihnen sagen, dass wir vielleicht besser den gebuchten Sommerurlaub (2 Wochen Camping auf Texel) stornieren?
    -
    Ich hocke mit meiner Frau in der Küche und kaue lange auf einem Butterbrot herum. Mein Sohn (11) sitzt am Fernseher und drückt Bayer Leverkusen gegen Bayern München die Daumen. Die Tochter (13) ist im Internet unterwegs, chatting on ICQ, verrät der nervende Sound.
    -
    “Erzähl doch mal!”
    -
    Dass der Auftritt von Reitz alles andere als souverän war? Dass nach Meinung fast aller Kollegen Hombach und Co. die falschen Berater ins Haus geholt haben? Dass mit den Benchmarks von Schickler nur noch lokale Quantität möglich ist, aber sicher keine Qualität? Dass jetzt zwar Stellen für den Contentdesk ausgeschrieben werden, aber jeder weiß, dass diese Stellen längst besetzt sind? Dass keiner weiß, nach welchen Kriterien für die Lokalredaktionen ausgesucht wird, wer bleiben darf und wer nicht? Dass die Lokalredaktionen künftig ohne eigene Bildredakteure arbeiten sollen, aber dafür jede Lokalredaktion ein Fotohandy bekommt?
    -
    “Warum sagst Du nichts?”
    -
    Ist es feige, die Angst zu verschweigen? Wenn ja, dann bin ich am 4. März 2009 als Optimist aufgestanden und als Feigling ins Bett gegangen.

  162. nachgerechnetam 05.03.2009 um 14:28

    Hinter den Kulissen rühmen sich Hombach und Reitz, mit der Reduzierung der Umfänge eine sehr wirksame Kostenbremse gefunden und getreten zu haben. Herzlichen Glückwunsch!
    Es war allerdings auch dieses Duo, dass ohne seriöse Berechnung der Folgekosten im Herbst 2006 für den Beschluss sorgte, die Ressortfolge und Umfänge der NRW-Titel ab 2007 massiv zu verändern. Die nachfolgende Tabelle vergleicht für jeweils den letzten Dienstag im Februar die Umfänge verschiedener Ausgaben:
    2009 2008 2007 2006
    WAZ Essen-Borbeck 32 44 40 32
    NRZ Dinslaken 28 36 36 32
    WR Dortm.-West 32 48 44 36
    WP Hag.-Nord 28 36 36 28
    Deutlich wird, dass die aktuellen Umfänge (wenn überhaupt) auf den Stand von 2006 zurückgefahren worden sind. Die Mehrausgaben für die Umfangerweiterungen in den Jahren 2007 und 2008 sind auf mindestens rd. 17,5 Mio € zu veranschlagen, rd. 8,7 Mio € jährlich. Im Schickler-Papier werden diese Einsparungen auf nur 5,5 Mio € beziffert. Erstens, um nicht endgültig die Schönrechnerei von 2006 als unseriös zu entlarven, zweitens aber auch, um den Druck auf die Redaktionen noch zu erhöhen.
    Fazit: Die Kostentreiber von gestern feiern sich heute als die großen Sanierer – erst Brandstifter dann Feuerwehr. Hütchenspieler allemal.

  163. Medienmoralam 05.03.2009 um 15:40

    hier eine erste Medienreaktion auf meedia.de
    http://meedia.de/nc/details/article/waz–brandbrief-an-reitz-sorgt-fr-unruhe_100016815.html
    bis Samstag in Soest, medienmoral-nrw

  164. Anonymousam 05.03.2009 um 17:43

    Die einzige Form von Protest, die den Geschäftsführern und Gesellschaftern wirklich wehtun würde, wäre ein breit angelegter Streik! Wenn WAZ, NRZ, WR und WP nur mit dünnen Notausgaben erscheinen würden, würde das entsprechende Reaktionen seitens der Leserschaft hervorrufen, denen sich die Verantwortlichen nicht ohne Weiteres entziehen könnten. Auf die Unterstützung anderer Medien indes braucht niemand zu hoffen, weil eine Krähe der anderen bekanntlich kein Auge aushackt. Selbst der WDR, der anfangs noch in großem Stil über die massiven Sparpläne innerhalb der WAZ-Mediengruppe berichtet hatte, wurde dank entsprechender Connections in die Schranken verwiesen. Oder warum glaubt ihr, ist die WAZ-Mediengruppe in jüngerer Vergangenheit Kooperationen mit dem WDR eingegangen (Mediathek, Filmbeiträge auf derwesten.de…)?! Der Zweck heiligt die Mittel. Sobald die WAZ ihren Kahlschlag in die Tat umgesetzt hat, wird auch die Zusammenarbeit mit dem WDR beendet sein.

    Leute, wacht endlich auf und kämpft GEMEINSAM gegen das (Kack-)Reitz-Konzept!!! Was habt ihr noch zu verlieren, außer eure Arbeitsplätze?!

  165. Medienmoralam 05.03.2009 um 17:56

    das aktualisierte Konzept der Unternehmensberatung Schickler zur Restrukturierung von WAZ, NRZ, WR und WP, das auf der WAZ-Betriebsversammlung vorgestellt wurde, hat die Gruppengeschäftsführung wieder ins Netz stellen lassen.
    Hier befindet sich die zwanzigseitige pdf-Datei
    http://www.derwesten.de/blogs/mediengruppe/stories/5102/
    bis Samstag in Soest, von Zeit zu Zeit soll sich auch mal die Sonne zeigen, medienmoral-nrw

  166. Migrantam 05.03.2009 um 21:23

    Liebe Leute,
    ich beobachte die Entwicklung hier im Blog sehr genau. Euer Problem kenne ich seit 2005 genau, nachdem ich beim Versuch der kommunalpolitischen Mitgestaltung auf erhebliche Widerstände stieß, die unter Mitwirkung der Konzern-assoziierten Presse erheblich geschäftsschädigend waren (kleine Firma mit sieben Beschäftigten). Soweit zu meinem Gejammer, wenn man versucht Standortfaktoren zu prägen. Denn die Dem(ent)okratie ist ein Rudiment des postindustriellen Zeilalters.
    Von damals habe ich gelernt. Ich verfolge eine Doppel-Strategie: 1. Rückzug aus NRW. 2. Versuch zu retten, was noch zu retten ist.
    Das hat dazu geführt, dass ich hier bei MedienMoral mit meinem Nickname und meinen Begriffen zensiert werde. „REITZ two – Das Ende …“ (in Deutsch 2) wäre einer.
    In diesem Arbeitskampf geht es um mehr als Arbeitsplätze bei der WAZ. Es geht um die Standortfaktoren von NRW. Und ich weiß sehr genau, dass der erste Schritt eines Projektmanagements die Information ist. Das seid IHR, die Vierte Gewalt.
    Deshalb habe ich sehr große Hoffnung auf Euren Erfolg in Soest.
    Gelänge das nicht, entstände der infinitesimale REITZ Nr. X – … und ich bin dann mal weg. J-Tracks – ich blogge mittlerweile mit Tor auf USB-Stick.

  167. Schadeam 05.03.2009 um 22:10

    @Migrant, tenrix….
    Wenn Du wirklich etwas Gutes im Sinn hattest, dann hast Du die Umkehr dessen geschaffen, was Du wolltest. Faust lässt grüßen. Du bist einer der Hauptgründe, warum sich hier viele nicht mehr beteiligt haben.
    Du bist also beleidigt, weil die Presse dich nicht als Erlöser gefeiert hat? Mann, dann hat sie doch wenigstens einmal ihre Arbeit gemacht. Sieh das doch mal positiv.
    Geh mit Gott, aber geh. Oder häng dich auf. Mach einfach irgendwas sinnvolles. Wenigstens einmal im Leben.
    Mein Vorschlag: Geh nach Bayern, tret in die CSU ein und mach denen Pauli 2, meinetwegen auch 3 oder 4.

  168. Zeitnehmeram 05.03.2009 um 22:18

    Am Mittwoch war das doch Scherbengericht für Reitz und Klümper. Wenn Herr Hombach “nachdenklich in Büro” zurückkehren wollte und er es ehrlich meint, dann sollte man ihm Zeit zum Nachdenken lassen.
    Zeit um zu nachzudenken, warum sich die ganze Belegschaft gegen Reitz und Klümper gestellt hat.
    Zeit um nachzudenken, warum Reitz gelogen hat, als er behauptete, die Lokalchefs stützten sein Konzept.
    Zeit um nachzudenken, warum der von Reitz mit allen Mitteln unterdrückte Brief an die GFF und die Herausgeber nun doch öffentlich wurde.
    Zeit um nachzudenken, warum der lokale Sachverstand nicht von Reitz und Klümper abgefragt wurde, als es noch Zeit war.
    Zeit um nachzudenken, ob die Schnittstelle Chefredaktion richtig besetzt ist.
    Zeit um zu begreifen, dass es Zeit ist.

  169. Besserwissaam 05.03.2009 um 23:03

    @Schade

    Ich denke, dass sich hier niemand aufhängen sollte – schließlich haben wir vieleicht Arbeitskampf, aber bestimmt keinen Krieg! Und – bei allem Respekt: Es muss “tritt in die CSU ein” heißen – nicht “tret in die CSU ein”. So viel richtiges Deutsch muss sein…

  170. Besserwissaam 05.03.2009 um 23:29

    … und kommen Sie mir jetzt bloß nicht damit, dass es “vielleicht” und nicht “vieleicht” heißen müsste – das hätte mir dann gerade noch gefehlt!

  171. Stauffenbergs Erbeam 05.03.2009 um 23:45

    Wisst ihr, was ich übrigens unheimlich schlimm finde? Dass im Dritten Reich niemand den Mut aufbrachte, diesem Hitler einfach mal einen Brief zu schreiben und zu sagen, wie scheiße man das findet, was er da macht. Kann man heutzutage gar nicht genug drüber berichten, wie feige die doch damals alle waren. Warum bloß haben nicht wenigstens u n s e r e Eltern ein klein bisschen mehr Zivilcourage gezeigt? Was haben die sich doch damals einschüchtern lassen von diesen lächerlichen Drohungen wie “ab ins KZ” oder “Rübe ab”. Na ja – da sind wir ja heute schon aus ganz anderem Holze geschnitzt…

  172. Na klar doch!am 06.03.2009 um 00:28

    Aber ja doch. Herr Hombach kehrt nachdenklich in sein Büro zurück. Herr Hombach findet im Konzept der Belegschaft bedenkenswerte Überlegungen – Herr Hombach verwertet aber von den Vorschlägen nicht einen Deut. Herr Hombach will 262 Stellen streichen – Herr Hombach will 330 Stellen streichen. Herr Hombach will durch Investitonen im Ausland Arbeitsplätze im Inland sichern – Herr Hombach und Herr Reitz wollen keine Quersubventionierungen. Herr Reitz will Leuten kündigen und ihnen dabei in die Augen schauen – Herr Reitz will betriebsbedingte Kündigungen vermeiden. Herrn Reitz’ “Zapp”-Interview zu dpa wurde stark verfälscht. Und, natürlich: Die Erde ist eine Scheibe.
    .
    Was glaubt ihr denen eigentlich noch? Schöpft ihr jetzt wirklich Hoffnung, nur weil Bodo es gerade für opportun hält, kurz den Zerknirschten zu geben? Natürlich, jetzt wird alles besser. Nach der Demo am Samstag werden die geschlossenen Redaktionen wieder aufgemacht. Bodo holt tief beeindruckt und reuig die bereits entsorgten Kolleginnen und Kollegen wieder zurück ins Haus, um das Lokale zu stärken. Dann shmeißt er den Uli raus. Und ja, die Erde ist eine Scheibe.

  173. Migrantam 06.03.2009 um 07:14

    @ Schade
    Wenn ihr lernt, euch zur Sache zu äußern und nicht auf die Person loszugehen, würde das schon viel helfen.
    Mittlerweile bringt ja euer Mantel Themen, die hier vor Wochen angestimmt wurden.
    .
    Bischofskonferenz
    Kirche antwortet mit Marx
    WAZ, Politik, 04.03.2009, Angelika Wöll
    .
    Wenn ihr eure Stellen in den Lokalredaktionen behalten wollt – was ich jedeR/M von Herzen wünsche, ist eine redaktionelle Neuorientierung notwendig, die innovative Strukturen unterstützt. Das vermag die häufig gedruckte Politik nicht zu leisten.
    Wenn Soest zum Erfolg würde, NRW bliebe Reviergeist. Deshalb sind Ansagen zu neuen redaktionellen Konzepten notwendig. Das heißt die Not wenden!

  174. Blattkritikam 06.03.2009 um 09:02

    @Migrant
    Gerne würden wir Redakteure mitmachen, aber Reitz lässt uns nicht. Seine Konzepte gelten, Klümper drückt sie gegenüber den Lokalchefs mit Repressalien durch und vergiftet das Klima. Die Chefetage will nichts von unten hören, sondern in ihrer Essener Gedankenwelt weiterwursteln.
    Wenn jetzt noch Klümper herumreist und in den Redaktionen im persönlichen Gespräch Fragen zum Konzept beantworten will – die ihm keiner gestellt hat, lesen die meisten Kollegen darin doch nur die verstecke Drohung, bei Nachfragen oder konstruktiver Kritik in kleinem Kreis eingestielt zu werden. So wurden doch auch schon die Lokalchefs kaltgestellt.

  175. ver.di-Migliedam 06.03.2009 um 09:26

    Das Wetter wird morgen so wie der Anlass ist! Aber ich komme nach Soest!

  176. Ex-Ver.di-Mitgliedam 06.03.2009 um 09:50

    Und nach Soest wird alles wieder gut!

  177. wetterwunderam 06.03.2009 um 22:40

    das wetter soll doch tatsächlich besser werden! regenfrei! also bis morgen in soest!

  178. Ex-Ver.di-Mitgliedam 06.03.2009 um 23:01

    Die Begeisterung strebt dem Höhepunkt zu.

  179. Chicken's Lifeam 06.03.2009 um 23:08

    Los Mädels, rennen! Wir sehen uns in Soest (NRW).

  180. Migrantam 06.03.2009 um 23:53

    Korrektur: Zum Abgang war die Lokalredaktion Olpe Vorreiter.

  181. Walt Whitmanam 07.03.2009 um 01:28

    “Die Lokalredaktion ist die Verbindung zwischen Leben und System”… Ich gebe es ja nur ungern zu: Mit Tenrix-Texten könnte man zwar keine Zeitung machen, aber doch nen Dada-Literaturwettbewerb oder so was ähnliches gewinnen. Vielleicht sollte das Feuilleton mal tätig werden. Der Mann hat Potenzial…

  182. .am 07.03.2009 um 09:08

    Feuilleton gibts nich mehr…

  183. [...] dass irgendwer ein lesbares Transkript der beiden oben genannten Redebeiträge für zum Beispiel einen Bericht im Protest-Blog hingezaubert [...]

  184. 1910am 28.04.2009 um 07:37

    Es geht nur mit der Solisarität aller ! Ihr habt es immer noch nicht kapiert !! Wie könnte sonst ein Redakteur J. aus BO, wohnhaft in GE
    drohen, seinen Zeitungszusteller beim nächsten Fehler mit dem Kopf zuerst in den Papiercontainer zu stecken ?? Um Herrn J. aus BO wäre es m.E. nun wirklich nicht schade !!

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben