30.09.2009
Kampf ums Lokale geht weiter
Wie erwartet hat der Geschäftsführer der WAZ-Gruppe, Bodo Hombach, auf der Betriebsversammlung der vier Zeitungshäuser WAZ, NRZ, WR und WP sowie in einer anschließenden Pressekonferenz erklärt: Die Personalmaßnahme ist abgeschlossen, ganz ohne betriebsbedingte Kündigungen. 287 Arbeitsplätze wurden bereits bzw. werden nach Auslaufen von Altersteilzeit-Verträgen abgebaut. Damit sei das Sparziel im redaktionellen Bereich erreicht: „Dieses Ding ist gelaufen“. WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz gab bekannt, dass die WAZ-Redaktion Vest (Recklinghausen) nicht dichtgemacht wird.
Gute Nachrichten also. Trotzdem kann von Entwarnung eigentlich keine Rede sein. Im Gegenteil: Der Kampf um das Lokale geht weiter.
Obwohl Bodo Hombach beteuerte, die „Kernkompetenz lokaler und regionaler Journalismus“ habe oberste Priorität, wurden die Folgen der strukturellen Änderungen bei den NRW-Zeitungen des Medienhauses deutlich: In den dezimierten Lokalredaktionen herrscht „extreme Arbeitsüberlastung“, wie die Betriebsräte in der Pressekonferenz berichteten.
Aus der Sicht der Gewerkschaften sind auf Dauer sowohl die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort in Gefahr als auch die Qualität der Produkte. Verschärfen wird sich die Situation absehbar noch, wenn die Altersteilzeitler vertragsgemäß ausscheiden. Sprich: Es kann nicht so bleiben.
Die Gewerkschaften bitten alle Kolleginnen und Kollegen, ihre Arbeitsbelastung, Mehraufgaben usw. sowie organisatorische Probleme zu dokumentieren und an die Betriebsräte zu melden. In einem „Monitoring“-Verfahren sollen ja die Folgen der Einsparungen beobachtet werden. Bodo Hombach versprach durchaus „Nachjustierungen“, allerdings nur innerhalb des Kostenrahmens.
Gefordert wurden auch Perspektiven für guten Nachwuchs. Bodo Hombach blieb hier vage, ließ aber zumindest erkennen, dass er Nachwuchs-Förderung auch wichtig findet.
Die WAZ-Gruppe wird auch andere Konzernbereiche mit Sparmaßnahmen überziehen (z.B. Aufgabe der Geschäftsstellen). „Auch der Verlag leistet seinen Beitrag“, erklärte Bodo Hombach. Inzwischen gebe es auch Vertriebsvereinbarungen zwischen der WAZ-Gruppe und den Nachbarverlagen. Im Klartext: Auch bei den Zustellern drohen kräftige Einschnitte.

Das es mit dem Sparen weiter geht war ja voraus zusehen. Mich würde interessieren was über die Einschnitte bei den Zustellern gesagt wurde. Diese Gruppe ist schliesslich die letzte die etwas erfährt. Wahrscheinlich erst wenn sie die Kündigung in Händen halten.
hier einige Medienreaktionen zur Betriebsversammlung und zur gemeinsamen PK von WAZ-Geschäftsführung und Betriebsräten gestern in Essen
http://www.ksta.de/html/artikel/1253888540523.shtml
http://www.mediencity.de/287-Stellen-weg-WAZ-Gruppe-hat-in-den.5835.0.2.html
http://www.turi2.de/2009/10/01/heute2-waz-macht-sparmassnahmen-offiziell-7073994/
http://www.wuv.de/nachrichten/medien/waz_umbau_abgeschlossen_verschaerfter_sparkurs_im_verlag
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/showNewsletter.php?id=87565&utm_source=Newsletter&utm_medium=Newsletter
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/waz-sparkurs–nach-redaktion-nun-verlag_100023606.html
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
hier weitere Medienreaktionen zur Betriebsversammlung und zur gemeinsamen PK von WAZ-Geschäftsführung und Betriebsräten gestern in Essen
http://www.sueddeutsche.de/S5T38Y/3076588/Keine-roten-Zahlen.html
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/hombach-spart-die-waz-klein/
und dazu noch ein gut informierter Artikel im Handelsblatt über den Wechsel von WAZ-Online-Chefin Katharina Borchert als Geschäftsführerin zu Spiegel Online
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/koepfe/vom-westen-in-den-norden;2462279
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
@medienmoral: “WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz gab bekannt, dass die WAZ-Redaktion Vest (Recklinghausen) nicht dichtgemacht wird.” Das ist so nicht richtig. Reitz hat damit gesagt, dass es keine Kooperation mit dem Marler Bauer-Verlag geben wird, dem er seinen Mantel verkaufen wollte. Die Folge: Recklinghausen macht mit sechs Lokal- und zwei Sportredakteuren (auf dem Papier) vor Ort zehn Seiten täglich. Hinzu kommen noch drei Altesteilzeiter, die aber nur noch eine Frage der Zeit sind.
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An dem Beispiel zeigt sich, das die Schickler-Zahlen längst unterboten sind, Urlaube und freie Tage gar nicht mitgerechnet.
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Wir schrieb die TAZ? Hombach spart die WAZ klein. Nein, Hombach spart die WAZ kaputt!
“Kampf ums Lokale geht weiter”
Die Kollegen von der WP scheinen den turnaround geschafft zu haben. Zumindest wenn man der Jubelarie des WP-Betriebsrates Glauben schenken will.
Und auch anderswo will Tritt gefasst worden sein: Bei der NRZ – und in der Zusammenarbeit mit online, schwärmt der (wiederzuwählende) NRZ-Betriebsrat.
Und der Foto Pool liefert mehr Bilder als vorher mit fast der doppelten Zahl von Bildredakteuren….
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Ja, ja….
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Wenn die WP Rückenwind verspürt, liegt das doch auch daran, dass es dort kollegial zugeht: CR Zapp begrüßt seine Redakteure bei der Betriebsversammlung mit Handschlag, ein Team aus jungen hauseigenen Redakteuren unterstützt Zapp künftig in der Chefredaktion.
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Bei der WAZ undenkbar: Das werden Leute zugekauft, die Reitz kennt, und die er wieder entsorgt, wenn sie wegen fachlicher Defizite unhaltbar geworden sind. Ganz davon ab: Reitz wird kaum einen Lokalredakteur mit Namen begrüßen können. Wer sich vier Jahre nicht ums Lokale kümmert…..
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Die NRZ kann ich nicht beurteilen, aber was online abgeht: Da werden Mini-Kameras für die Lokalen bereitgestellt – freiwillig sollen die Kollegen die nutzen. Eine Betriebsvereinbarung gibt’s dazu auch schon. Wer verkauft hier eigentlich unser Fell? Was sollen wir denn noch alles machen!!!
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Wie gut Foto Pool läuft, zeigt die Dienstanweisung des Foto Pool Chefs. Er droht mit personellen Maßnahmen, wenn die Fotokollegen nicht endlich so arbeiten, wie es für eine Agentur Standard ist.
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Dass die Zahl der Bilder mit weniger Personal gehalten werden kann, sieht man: Die Qualität lässt extrem nach.
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Es gibt noch viel zu tun, aber wer soll das alles mit welchem Personal machen? Schon heute reicht die Personaldecke nicht aus. Der Krankenstand wird nach der Phase der Selbstausbeutung steigen – und die LMAA-Mentalität wohl zunehmen.
Danke, dass Sie uns den Journalismus wiedergegeben haben, Herr Reitz.
[...] Gewerkschaftsblog Medienmoral NRW berichtet im aktuellen Beitrag Kampf ums Lokale geht weiter von der jüngsten Betriebsversammlung der WAZ-Mediengruppe. So heißt es dort unter [...]
Die WAZ will nun ein neues Redaktionssystem einführen, das zwei andere ( auch die RP ) große Regionalzeitungen nach Probeläufen als untauglich angesehen haben. Bie der WAZ wird sich nie etwas zum Besseren wenden.
@Hans Lassmann
Tja, das der Fotopool Chef seinen Mitarbeiter droht, und den Freien die Zusammenarbeit aufkündigen will, wenn diese die Bilder nicht gemäß Wer, wann, wo, was, wieso beschriften zeigt mir nur, das die glorreiche Idee der weltweiten Fotovermarktung so nicht stattfinden kann.
Bezeichnend für den Umgang des Fotopool mit freien Fotografen ist, daß es bis heute nur Forderungen gegen die Fotografen gibt, aber nicht mal einen Rahmenvertrag, der überhaupt regelt was der Fotograf zu liefern hat.
Spätestens wenn dieser Vertrag auf dem Tisch liegt, und dort Buy out Klauseln benannt ist, kann sich der Fotochef schon mal einen guten Anwalt suchen.
Kommen wir aber zum eigentlichen Problem der Fotovermarktung: Die lokalen Themen sind meistens nur für das Lokale interessant. Agenturbilder sind anders. Wer allgemein vermarktbare Bilder haben will darf die Fotografen nicht von einem Termin zu nächsten jagen, sondern muss ihnen Gelegenheit geben sich mit der Materie auseinanderzusetzen, und vor allem sich auf Themenbereiche zu spezialisieren. Und Agenturfotografen garantiert man einen gewissen Umsatz, stellt ihnen die Ausrüstung, bezahlt notwendige Auslagen und Modelreleases.
Sorry, aber der gewünschte Mitnahmeeffekt des Fotopools ist in der jetzigen Form Wunschdenken, und wird es – wenn ich mir die Preisentwicklung für Fotos im Internet anschaue – bleiben.
Was habe ich da gelesen? WR-Betriebsrat Jörg Tuschoff: Der tiefste Einschnitt in der Geschichte der Redaktion sei harmonisch verlaufen. Ist der wirklich Beteriebsrat oder sogar Redakteur oder vielleicht krank und überarbeitet?
@owei: WP-Betriebsrat Volker Dörken hat´s in seinen Ausführungen noch doller in der Betriebsversammlung getrieben. Seine Lobdudelei der Geschäftsleitung gegenüber war unerträglich und eines Betriebsrates unwürdig. Mag da die Situation bei der WP noch so gut sein. Den Chefredakteur Zapp hat er jedenfalls nicht gelobt. Seine Ausführungen waren keine Satire oder lustig, einfach nur peinlich und machten einen devoten Eindruck.
@Lassmann: In der Betriebversammlung hätte sich der neue Chef des Fotopools ja mal vorstellen können. Er hat die Zahl der Fotografen reduziert ( waren das nicht mal Bildredakteure? ), den Etat halbiert, und dann stellt sich Fotografenvertreter I.Höpping hin und gibt fröhlich bekannt, dass die Zahl der Bilder von gut 10 000 sich nicht reduzierte. Es ist ja auch normal, dass ein Fotograf am Nachmittag nach der Betriebsversammlung noch fünf Termine in drei Städten hat. Ob dann bei dieser Hetzjagd die Bilder zum richtigen Augenblick das richtige Motiv wiedergeben? Qualität?
@owei und naja: Die Vorgänge des letzten Jahres bei WAZ, WR, NRZ haben mir den Glauben an einige (unserer) Betriebsräte völlig genommen. Betriebsrat kann auch für “Assistent der Geschäftsführung” stehen. Betriebsrat kann auch sein, wer sich selbst der Nächste ist.
@pinke
Dank Digitalkamera und großen Speichermedien könnten wir den Hugo auch mit 100.000 Bildern täglich zumüllen. Wenn der Erfolg von Fotografen nur an der Bildanzahl gemessen wird, dann werde ich die nächsten Scheckübergaben mit 8 Bildern pro Sekunde aufnehmen und mindestens eine Minute draufhalten.
Solange der Fotopool mit seiner Bildagentur für die Fotografen nebulös bleibt wird sich auch nichts ändern.
Wem will man die Bilder eigentlich verkaufen? Zu welchen Konditionen? Wie sieht die Beteiligung der Urheber aus? Welche Bilder werden extern angeboten?
Bis auf böse Arbeitsanweisungen ist vom Chef des Fotopools noch nichts inhaltliches gekommen…
“Halte dich an deinen Chef, kriech ihm einfach hinten rein!
Das übst du fleißig, bis sich dein Profil schön sanft und glatt
an der Darmwand deines Vorgesetzten abgeschliffen hat.”
(Zitat n. H. Wader, Arschkriecherballade)
[...] und sich nicht zwischen “vitus” und “virtus” entscheiden können (Idee via medienmoral): Tags » Arschkriecher, Hannes Wader, medienmoral « Trackback: [...]
Das mit der Anzahl der Fotos im hugo ist echt ein entlarvendes Stück. Es kommt doch nicht darauf an, wie viele Bilder dort stehen, sondern wie gut sie sind und wie schnell sie identifizierbar sind bei einer “open gate”-Recherche, die den FotoPool-Machern ja wohl vorschwebt.
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Interessieren wird das aber nur jemanden, der auf gute Bilder aus dem Verbreitungsgebiet zurückgreifen kann und nicht auf “kistenweise” Schrott, der bei Marathon-Touren quasi im Vorbeifahren entstanden ist.
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Sprach Hombach im November ‘08 von von seiner “fidelen Resignation”, so grenzte der Vortrag von Ilja Höpping in der BV an “fidele Naivität”. Merke: Klasse – nicht Masse – macht’s.
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Aber wenn jetzt noch Video-Produktion für Text-Redakteure (natürlich freiwillig) draufgesattelt werden soll….
Mein Gott, was denken sich die Herren am Grünen Tisch noch aus, um den Scherbenhaufen zu vergrößern. Die Video-befürwortende Frau dort geht ja zu spiegelonline.
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Bin mal gespannt, wer diesen Haufen jemals wieder zusammenkehren soll…
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Mein Fazit: Es gibt zuviele Chefs, die mit zu vielen Konzepten in zuviele Richtungen auseinanderlaufen. Leute! Redet auf der Führungsebene mal miteinander! Und redet auch mit uns, den Redakteuren aller vier Titel, anstatt Dienstanweisungen zu schreiben und wöchentliche Berichte an die Quali-Manager anzuordnen.
Was denken sich einige von Euch hier eigentlich, wenn sie feige im Schatten der Anonymität ihre eigenen Vertreter anpissen?
Ohne Betriebsräte würde es heute gar keine Fotografen mehr geben, denen Multhaup eine Dienstanweisung schreiben kann.
Ohne Betriebsräte gäbe es keinen Sozialplan mit vorbildlichen Altersteilzeitangeboten und fairen Teilzeitangeboten samt Teilabfindung.
Ohne Betriebsräte hätten NRZ und WR schon längst vor dem Reitzschen Einheitsbrei kapitulieren müssen.
Ohne Betriebsräte hätte es nicht 1,6 Monatsgehälter Abfindung, sondern maximal ein halbes gegeben.
Ohne Betriebsräte hätte euch (…) Borchert längst zu höchst unfreiwilligen Videos verdonnert.
Ohne Betriebsräte hätte es kein Fahrttgeld, Umzugsgeld etc… bei Versetzung gegeben.
Ohen Betriebsräte hätten Reitz, Klümper und Co durchregiert und Personalpolitik nach Gutsherrenart gemacht.
Ohne Betriebsräte gäbe es kein Monitoring, das den Prozess weiter begleitet
Ohne Betriebsräte hättet ihr gestern auf den Barrikaden und heute beim Arbeitsamt gestanden.
Ohen Betriebsräte würden die 287 Arbeitsplätze sozialunverträglich abgebaut. Und zwar pronto.
Ohne Betriebsräte würde die Sonne im Westen aufgehen.
@pisser
Lass uns doch mal sachlich bleiben: In den Gesprächen mit den Betriebsräten der unterschiedlichen Titel haben viele Kollegen gemerkt, wo der Hase lang läuft. Der Betriebsrat hat nun einmal nur eingeschränkten Spielraum – zumal in einem Tendenzunternehmen.
Aber: Ich sehe auch, dass der BR beim Abwickeln und Reduzieren mitgeholfen hat. Um das Beste für die Belegschaft herauszuholen. Dazu zählt der BR auch selbst….
Das Problem an der Sache, lieber Pisser – der Du Fotograf zu sein scheinst – ist doch: Wir haben es zugelassen, dass die WAZ-Zeitungen in ein System eingestiegen sind, das hochriskant ist.
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Das gilt insbesondere für die Teilnehmer des FotoPools.
An dieser Stelle hat uns die Chefredaktion verraten und verkauft. Sie trägt eine Mitschuld an dem, was kommen wird. Qualitätsverlust, miese Stimmung und weitere Abo-Rückgänge.
Der BR hat gewarnt, hat aber auch mitgespielt, und die Gewerkschaften – sie haben unterstützt, auch durch dieses wunderbare anonyme Forum. Mehr wäre besser gewesen.
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Für die, die bei den Zeitungen der Gruppe geblieben sind, geht es jetzt ums Ganze: Bleibt also nur Rücken gerade machen, Kopf hoch und durch. Durch durch den von CR, GGF und Schicklers auf den Weg gebrachten knallharten Sanierungskurs.
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Dass die WAZ ein Sanierungskandidat ist – wem ist das eigentlich zu verdanken? Richtig! Hombach! Bodo Hombach, den Frau Brost berufen, Herr Grotkamp nicht gestoppt und Frau Renate und Klaus Schubries, nebst “Dickie” Holthoff-Pförtner lieber an ihrer Seite denn als Gegner gehabt haben. Siehe auch “Los, Kohle her” im Manager-Magazin (http://www.manager-magazin.de/magazin/artikel/0,2828,407371-6,00.html)
Hombach holte Reiz – und holte auch Köpfe ans “Board”, die dort ebenfalls nicht hin- und zur WAZ passten. Viele gingen – auch zwei GF der WAZ New Media, die Borchert assistieren sollten – abgefunden, versteht sich.
So, lieber Pisser – darüber soll man nicht wütend werden. Gutsherrenart, das passt doch nicht auf den GRÖCHEFAZ, das passt auf einen: den Strippenzieher aus Mülheim. Der machte mit dem Laden, was er wollte. Jetzt hat einen Kontrolletti an der Seite, doch was nützt es: Die Karre ist im Dreck.
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Auch die Karre der Fotografen, und die Betriebsräte haben auch Spritzer abbekommen. Da kann man schon mal böse werden. Aber nicht so wie Du, Pisser, der die ganze Aktion wohl gerne mit einer Tapferkeitsmedaille für den BR zieren würde.
Die müssen sie sich jetzt erst mal verdienen, jetzt, wo die Kacke am Dampfen ist und es an allen Ecken und Enden brennt.
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@medienmoral: Warum hört man eigentlich nichts von der heutigen Belegschafts-Versammlung der KG?
Frau Borchert kann vieles. Aber sie kann keinen Redakteur zu irgendetwas verdonnern. Erstens hat sie keine – zumindest nach Tarifeinstufung – und zweitens kann sie keinem Redakteur der vier Titel irgendetwas anweisen. Und wenn die CR der Titel das tun sollten…. bitteschön – werden sie schon sehen, was sie bekommen: Ich vermute, hochwertige Videos in WDR-Qualtiät…. *g*
Ist übrigens interessant, diese Geschichte mit den Tarifen: Herr Hombach hatte doch pressewirksam unterschrieben, dass sich die WAZ an die Tarifbestimmungen halten würde.
Eine Ein-Mann-Flunker-Show: Die Volontäre der Gruppe werden unter Tarif bezahlt, die Redakteure (online) werden unter Tarif bezahlt.
Und die Peitschen-Katharina gibt ihrem “Team” mit, dass sie es nicht gut fände, wenn sich ein Betriebsrat etablieren würde.
Onkel Hombach, der Tarif-Märchenonkel……
Da, liebe Betriebsräte und Gewerkschaften, könnt ihr nach der für die Leser verlorenen WAZ-Schlacht (Auslöser war die hauseigene Mistwirtschaft a la Hombach und die fahrlässig lange Leine der Verleger) mal einhaken. Am besten noch vor den nächsten Wahlen.
@pisser:
Ich kenne kein Monitoring-Konzept oder nen Entwurf dazu. Iss wohl auch nur ne leere B.H.-Floskel. Oder sitzt der Betriebsrat drauf wie auf der Betriebsvereinbarung zum Video, die heimlich vorbereitet wurde und deren Inhalt bis heute noch keiner kennt. Soviel zur Transparenz der BR-Arbeit 2009.
@pisser
Lieber Herr Pisser,
(da Sie ja so gegen die Anonymität hier wettern, gehe ich mal davon aus, dass dies Ihr richtiger Name ist)
ich denke, dass Sie die Meriten falsch verteilen. Ich glaube nämlich nicht, dass es dem Betriebsrat zu danken ist, dass die Gilde der (Bild-)Redakteure (warum eigentlich nur die?) noch mal an betriebsbedingten Kündigungen vorbeigeschrammt ist.
Dieser Schutzengel hat einen anderen Namen – er lautet vermutlich Anneliese. Wie sonst wäre die Aufregung zu verstehen, die in der CR und der GGF herschte, als sich einige Lokalchefs (entgegen aller hierarchischen Gepflogenheiten) erdreisteten, einen Hilferuf an sie abzusetzen? Und: Wird nicht allgemein kolportiert, dass es nur ihrem Veto zu verdanken ist, dass über Kündigungen von Redakteuren nicht schon zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt ernsthaft nachgedacht wurde?
Wir sollten die gute Frau jeden Abend in unsere Gebete einschließen. Möge Gotte, der Herr, ihr ein langes Leben schenken. Ansonsten, befürchte ich, haben wir bald alle “ausgepisst”.
Nix für ungut.
Bei der WP waren die BR und die CR schon immer per Du. Dieses Auftreten in der Betriebsversammlung hat niemanden mehr überrascht, anders sieht es nur der “Pisser”.
Krisenstimmung bei der WAZ, schwindende Leserzahlen. Qualitätansprüche im Niedergang. Im Nachbarland Österreich dagegen jubilliert zumindest der “Standrard”. 20 Prozent mehr Leser. Siehe hier:
http://derstandard.at/fs/1254310316705/DER-STANDARD-hat-20-Prozent-mehr-Leser
Zur Online.(…) Borchert: Beim Spiegel wird die Dame ihre woher auch immer stammende Arroganz wohl ganz schnell ablegen müssen. Denn anders als auf den Kommentarseiten des Online-Portals “Der Westen” dürften wohl Spiegel-Online-Leser sich weniger gegenseitig als “Psychopathen”, “Faschisten” oder auch mit anderen Verbalinjurien beleidigen. Und da werden sich die User wohl auch nicht gegenseitig die Nicknamen streitig machen. Die Krawall-Lady von der Ruhr wird sich also mächtig ob der Nutzer umstellen müssen. Aber was nimmt Frau nicht alles für ein paar Klicks mehr in Kauf….
Mit publizistischer Verantwortung jedenfalls hat das, was man auf den Kommentarseiten im Westen verbalradikalisiert zu lesen bekommt, nichts mehr zu tun. Und auch mit den Fehlern nicht.
Frage an (…) Katharina: Würden Sie derartige Beleidigungen real existierender Personen von Autoren mit ungeschützten Phantasie-Namen auch als Leserbriefe drucken ????
Vielleicht kann Katharina Borchert ja seilschaftsmäßig ihre Duzfreundin Kathrin Lenzer zu Spiegel Online holen. Töchter von CDU-Abgeordneten müssen zusammenhalten.
@K(n)acker: Bei der NRZ wurde die Betriebsvereinbarung zum Thema Video/Flipkameras an alle Redakteurinnen und Redakteure gemailt.
Ich versuchs mal wieder (vergeblich?) mit ein paar Fakten:
- Weder kann noch will ich irgendeinen Printredakteur zu irgendeiner Tätigkeit verdonnern.
- Das Mitnehmen der Flip (Minikamera) ist ausdrücklich freiwillig, unfreiwillig erledigte Arbeit wird nämlich nur selten gut. Der Redakteur soll aus den mitgebrachten Aufnahmen auch nicht selbst ein Video produzieren, weil das erfahrungsgemäß selbst bei doppelter Personalstärke nicht zu leisten wäre, weil viel zu zeitaufwendig. Statt dessen lädt er die Aufnahmen hoch und Kollegen bei WAZ NewMedia produzieren dann aus dem Rohmaterial ein Video.
- Die Aktion mit den Flips ist auf Wunsch einiger Lokalredakteure zustande gekommen, die einfach Lust haben, das mal auszuprobieren. Das muß nicht allen gefallen, aber das einfach vom Tisch zu wischen ist genau jenen Kollegen gegenüber nicht fair. Wir verteilen die Flips auch nur in den Redaktionen, die sich bei uns für das Projekt gemeldet haben. Ich freue mich über jeden einzelnen Kollegen, der das mal ausprobieren möchte und ich kann jeden verstehen, der das nicht will. So what?
- Die Onliner werden nicht unter Tarif bezahlt – anders als in allen anderen mir bekannten Häusern übrigens.
- Ich rate überhaupt niemandem davon ab, einen Betriebsrat zu gründen. Ich finde es aber tatsächlich angenehmer bei unserer verhältnismäßig kleinen Betriebsgröße, wenn Kollegen mit ihren Problemen oder Beschwerden direkt zu mir kommen anstatt immer einen Sprecher vorzuschicken. Schließlich sitze ich, nur durch ein paar Glasscheiben getrennt, direkt im Newsroom und versuche, so es zeitlich irgendwie geht, auch immer ohne Umweg über das Vorzimmer ansprechbar zu sein. Viele Kollegen machen davon übrigens regen Gebrauch. Sollte sich jemand von WNM nicht korrekt behandelt fühlen von mir oder aus anderen Gründen Vertretung durch einen BR für erforderlich halten, steht ihm die Gründung natürlich frei.
- Mir ist nur ein GF bekannt, der WAZ NewMedia wieder verlassen hat.
@ Katharina Borchert
Was Chefinnen und Chefs gerne als Misstrauen oder Umweg-Kritik an ihnen selbst missverstehen: die Sache mit den Betriebsrat.
Wenn die Vorgesetzten ein offenes Ohr haben (ansprechbar sein allein reicht da nicht), Widerspruch nicht krumm nehmen und deshalb gemeinsam mit der Mann/Frauschaft nach Lösungen suchen, dann ist das toll und selten genug … und dann wird auch niemand den Betriebsrat “vorschicken”.
Einen Betriebsrat zu haben, geht aber meilenweit über die Alltagsprobleme hinaus: Nur dieses Gremium hat im Zweifels- und vor allem im Notfall tatsächlich gesetzliche Rechte gegenüber dem Arbeitgeber. Ohne Betriebsrat gilt das Betriebsverfassungsgesetz nicht. Deshalb ist ein Betriebsrat ungemein wichtig, was sich ja gerade in allen Bereichen der WAZ-Gruppe beweist.
Also: herzliche Anregung an alle, auch bei WAZ NewMedia – wählt einen Betriebsrat!
> Wir verteilen die Flips auch nur in den Redaktionen, die sich bei uns für das Projekt gemeldet haben.
Das stimmt definitiv nicht!
@Borchert
Das ist wirklich waz-typisch: Da stellt sich die Dame hin und behauptet, dass die Online-Redakteure nach Tarif bezahlt werden. Das entspricht nicht der Wahrheit. Im Online-Bereich gibt es keinen speziellen Online-Tarifvertrag für Redakteure. Die Kollegen werden nicht nach dem Tarifvertrag für Tageszeitungsredakteure bezahlt und erhalten auch nicht die entsprechenden Sozialleistungen. Oder bezahlt NewMedia etwa das Presseversorgungswerk? Frau Borchert: Sagen Sie doch wenigstens die ganze Wahrheit!
Ich erinnere mich, dass in Bielefeld outgesourste Redakteure nach der Aussage der SPD-Bundesschatzmeisterin auch nach Tarif bezahlt wurden. Nach dem Tarifvertrag für den Speditions- und Güterverkehr!
Wenn man es mal zusammenfassen würde, kommen inzwischen eine ganze Menge an Halb- und Unwahrheiten zusammen.
@was
Man sollte nicht so hart mit Frau Borchert ins Gericht gehen. Sie steht eben unter besonderem Druck. Das “Erfolgsportal” derwesten.de hat schließlich im September gegenüber rp-online.de weiter an Boden verloren. Bei den Zugriffen auf redaktionellen und von Usern generierten Content liegt der Rückstand jetzt bei 18,6 Mio PI’s.
derwesten.de ist und bleibt ein Millionengrab. Eine Spielhalle mit stolzen 20,3 Mio Klicks auf online-games – Borcherts Daddelhalle, die von journalistischer Qualität nur träumen kann.
@Katharina Borchert: Sie lügen schon wieder. Wie auch bei den PIs und Visits (300 bzw. 490 % Steigerung). Natürlich bekommen die Redakteurinnen und Redakteure bei WAZ New Media kein Tarifgehalt, weil die Presseversorgung fehlt, weil statt 36,5 Stunden 40 Stunden gerabeitet wird und der Urlaub auch auf 30 Tage beschränkt ist.
Zwar wird brutto zwar in etwa ähnlich bezahlt. Dafür fehlt aber die Berufsjahrestaffelung. D.h.: Im Moment ist es zwar nur geringfügig weniger, aber je länger die Kolleginnen und Kollegen bei WAZ New Media beschäftigt sind, umso größer die Verluste im Vergleich zu ihren Kolleginnen und Kollegen bei den Tageszeitungen.
Das sind die Fakten!
@Klaus Müller: Das eigentlich Erschütternde ist, dass “Lyssa” die Redakteurinnen und Redakteure des eigenen Hauses für dämlich genug hält, die kindische Schönfärberei für bare Münze zu nehmen.
Liebe Frau Borchert! Man muss kein begnadeter Rechercheur sein, um Ihre Behauptungen mit den Tatsachen abgleichen zu können. Sie sollten doch eigentlich wissen, dass beispielweise die IVW-Quartalsdaten und damit die peinliche Wahrheit nur ein paar Mausklicks entfernt sind!
Madame Borchert muß die Dinge schön reden; sonst könntedoch ihre Reputation bei “Spiegel-Online” vorzeitig Schaden nehmen.
Wird es sowieso. Denn seit geraumer Zeit schon bemerkt der Deutsche Presserat, dass sich immer mehr User über das Internet-Portal “Der Westen” beschweren.
Nicht nur wegen der elendigen Kommentarseiten auf denen sich die vereinten virtuellen Neurotiker gegenseitig diffamieren und beleidigen, bis dass die Festplatte kracht; sondern auch wegen einiger erheblicher Missgriffe bei Artikeln uind Fotostrecken.
Beschwerden übrigens bei der angeblich immer ansprechbereiten Frau Borchert landen statt auf ihrem Schreibtisch im kommunikativen Nirwana der Mediengruppe; telefonisch von WAZ-Dialog ebenso abgeschmettert, wie E-Mails.
Nach wie vor hat die (…) Borchert nicht begriffen, wenn die heißen Geschichten der Lokalteile komplett ins Netz gestellt werdenstelle, brauchen die User am nächsten Tag die WAZ, WR, NRZ; WP nicht kaufen. Für den Mantel lohnt es sich ohnehin nicht mehr; warum also noch Geld für`s Printprodukt ausgeben, wenn ich es dank world wide web und verfehlter Geschäftspolitik kostenlos erhalte. Und ich so auch nicht mehr beim WAZ-Dialog vergeblich die Zustellung der wieder nicht gebrachten Zeitung anmahnen muß.
Thema Betriebsrat: “”Ich finde es aber tatsächlich angenehmer bei unserer verhältnismäßig kleinen Betriebsgröße, wenn Kollegen mit ihren Problemen oder Beschwerden direkt zu mir kommen anstatt immer einen Sprecher vorzuschicken.”
Tja, (…): Jedes Wort dieses Satz unterstreicht, dass Sie alles wollen – nur eben keinen Betriebsrat. Aber eben willige vor allem aber billige Redakteure und freie Fotografen, die für ein besseres Taschengeld ihr Copyright abtreten und fragwürdige Fotostrecken bebildern, bei denen selbst noch die BU`s fehlen. Oder darf man die Fotostrecken unter “Katharinas heitere Bilderrätsel” anpreisen ?
Das ist ja die Krux: Die Onliner nehmen es bedenkenlos in Kauf, dass Zeitungen und mit ihnen Zeitungsjobs dabei draufgehen, wenn sie Print-Inhalte komplett & kostenlos absaugen und gratis ins Netz stellen.
“Tradition ist kein Geschäftsmodell”, predit ein engagierter Ober-Blogger und Netz-Gläubiger wie Thomas Knüwer (Handelsblatt) immer.
Am meisten Sinn macht es für Tageszeitungsverlage aus meiner Sicht wohl, wenn sie nur die reinen Nachrichten in ihre Internet-Auftritte stellen und dabei stets auf ausführlichere Texte im gedruckten Blatt zu verweisen. Möglich ist auch: Lediglich Abonnenten kriegen den vollen Durchklick.
Alles andere ist und bleibt eine die Zeitung gefährdende Verschwendung von teuer erarbeiteten Print-Inhalten.
Wer da aufschreit oder wem das zu vorsintflutlich erscheint angesichts der wwwEuphorie, der muss konsequenter Weise eigentlich das Gedruckte und das Verwebte strikt trennen. Das heisst für die Onliner: selbst Nachrichten und Infos besorgen und damit im Internet bestehen.
Ein paar ausführliche Sätze zum Thema Flip-Kameras:
1. Die Betriebsräte der WR, WP, NRZ und WAZ haben selbst den Vorschlag einer Betriebsvereinbarung eingebracht, zusammen mit der Personalabteilung wurde dann ein gemeinsames, sehr vernünftiges Papier erstellt.
Zur Freiwilligkeit und “Leistungskontrolle” zitiere ich hier die betreffenden Passagen:
Freiwilligkeit
Die Arbeit mit den neuen Flipkameras kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Kein Redakteur darf gegen seinen Willen – weder vom Chefredakteur noch vom direkten Dienstvorgesetzten (Lokalchef) – angewiesen werden, Flipkameras zu benutzen. Eine Weigerung darf nicht zu beruflichen Nachteilen führen.
Datenerhebung
Es besteht Einigkeit darüber, dass die personelle und arbeitsökonomische Situation zwischen den einzelnen Titeln und Lokalredaktionen der WAZ-Mediengruppe in NRW so unterschiedlich ist, dass ein Vergleich zwischen Redaktionen/Zeitungstiteln nicht möglich ist. Aus diesem Grund haben Vergleiche zu unterbleiben.
Es findet in diesem Zusammenhang keine Verhaltens- und Leistungskontrolle statt. Statistische Daten, die eine Verhaltens- und Leistungskontrolle ermöglichen, werden nicht erhoben.
2. Die Einführung der Flip-Kameras auf freiwilliger Basis resultierte aus dem Wunsch zahlreicher Redakteure, die eigene journalistische Arbeit mit Bewegtbild zu ergänzen.
Erste Erfahrungen mit Video im Web hatten zuvor über 12 Monate fünf freiwillige Projektredaktionen der Titel WAZ, WR und WP gesammelt. Dort kümmerten sich Lokalredakteure um die komplette Erstellung von Videos – vom Dreh bis zum Videoschnitt. Die Ergebnisse haben ganz klar gezeigt: Alle Beteiligten haben Vorteile aus dem neuen Angebot gezogen. Selbst vermeintlich klickschwache Videos aus “kleinen” Lokalredaktionen liefen überaus erfolgreich und haben die lokalen Online-Auftritte gestärkt. Zudem steigerte der Einsatz von Bewegtbild merklich die Außenwirkung der Titel, wie regelmäßige positive Reaktionen von Lesern (!) bewiesen haben. Drittens – und das halte ich für ebenso wichtig – konnten die Redakteure ihr berufliche Qualifikation als Journalist ausbauen und erste konkrete Erfahrungen mit multimedialem Arbeiten sammeln.
Ergebnis des Projektes war aber auch: Der größte Zeitfaktor liegt beim Videoschnitt.
3. Zur Einführung der Flip-Kameras setzen wir genau an diesem Punkt an: Die gesamte aufwändige Nachbearbeitung des Videomaterials wird durch Schnitt-Profis zentral in Essen erfolgen. Damit erleichtern wir die engagierten Kollegen um den zeitintensivsten Part.
4. Um auch das erneut klarzustellen: Mit den Flip-Kameras soll und wird kein vollwertiges Video-Angebot ersetzt. Die mehr oder weniger kurzen dienen als echter Mehrwert zum gedruckten Artikel. An dieser Stelle verweise ich gern auf einen Test, den der WP-Betriebsratsvorsitzende Volker Dörken durchgeführt hat. Zum Einsatz kam noch nicht einmal eine Flip-Videokamera, sondern eine kleine handelsübliche Digital-Fotokamera mit Videofunktion.
http://www.derwesten.de/nachrichten/kultur/events-aktuell/2009/9/4/news-131953243/detail.html
Übrigens sind bis dato bereits mit 15 Lokalredaktionen der Titel Termine zur Einweisung in die Arbeit mit der Flip vereinbart worden. Auch nach der Einweisung gilt die Freiwilligkeit: Wenn ein Redakteur feststellt, dass – aus welchen Gründen auch immer – die Flips nichts für ihn sind, lässt er es bleiben.
@Markus Hündgen: “Eine Weigerung darf nicht zu beruflichen Nachteilen führen.” Na klar. Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!
Weiß eigentlich hier jemand, was es mit der plötzlichen und unerwarteten Reitz-Tour durch die Lokalredaktionen auf sich hat? Er hat sich doch sonst nicht fürs Lokale interessiert. Es wäre gut, wenn es seine Abschiedstour würde und er vielleicht bei Angie oder Jürgi auf dem Schoß landet. Seine Äußerungen auf der Betriebsversammlung haben uns Kollegen vor Ort doch wieder einmal die Sprache verschlagen. Er lobt die neue Kollegialität zwischen WR-, NRZ- und WAZ-Kollegen am Content Desk, schwärmt sich schleimig – und im Lokalen will er bei einem Besuch in Duisburg festgestellt haben, dass doch alles ganz ordentlich laufe dort. So ein verdammter Schwachsinn!!! Das glauben auch maximal nur die Mantelredakteure, die ihr Berufsleben lang kaum eine Lokalredaktion zu Gesicht bekommen haben.
Es ist ganz eindeutig: Die Qualität der Lokalberichterstattung hat seit der Umstellung auf Regio Desks erheblich gelitten – und die Arbeitszeiten sind exorbitant angestiegen. Noch mal: Weniger Qualität bei mehr Belastung!!! Wer glaubt da wirklich noch, dass die Motivation engagierter Kollegen nicht Schaden nimmt (und trotz Massen-Stellenvernichtung gibt es ja genug Kollegen, die eines Redakteurs nicht würdig sind, weil sie gewollt oder ungewollt die Engagierten im Stich lassen).
Hier mal Fakten, verehrter Herr Reitz:
- In den Lokalredaktionen wird teils ohne Mittagspause an die 50 Stunden pro Woche gearbeitet!
- In den Lokalredaktionen geht eine Menge Zeit verloren, weil einer oder mehrere ständig damit beschäftigt sind, Pläne für Menschen (Fotografen, Producer) zu erstellen, die früher nicht nötig waren, weil die Kollegen ein Büro weiter gesessen haben.
- In den Lokalredaktionen sollen laut Plan keine Meldungen mehr geschrieben werden, das sei Aufgabe des Regio Desks. a) An den Regio Desk wurden aber von Personalleiter-Laie Klümper Kollegen hin zwangsversetzt, von denen einige nicht layouten können, einige sich schon vorher von der Arbeit ferngehalten haben, einige durch die Zwangsversetzung auf eine Arbeit degradiert wurden, die kaum mehr was mit ihrem Berufsbild als Redakteur zu tun hat, sie müssen sich als Erfüllungsgehilfen, Auftragnehmer der Lokalredaktionen fühlen und gehen mit entsprechender Motivation heran. Heraus kommt: a) der Regio Desk verweigert sich, Meldungen zu schreiben, b) er schreibt so schlechte Meldungen, dass den engagierten Kollegen der Lokalredaktionen oder spätestens den Lesern übel wird (Stichwort: Strg+C) und c) er platziert Meldungen auf den Lokalseiten so, als würde er Kamelle in die Luft schmeißen. Sämtliche Ordnung geht verloren – und damit das, was engagierte Lokalredaktionen sich in den letzten Jahren – mit den längst fälligen Vorgaben fürs Layout – mühsam erarbeitet haben.
… Fortsetzung folgt!!!
…weiter geht’s, es könnte die Nacht lang aus mir heraussprudeln, doch morgen Früh geht der Wahnsinn weiter und meine geistige wie körperliche Verfassung ist aufgrund der Belastung nicht gerade auf Nachtexkurse ausgerichtet. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass das Burn Out mir mal so nahe kommen könnte. Und das macht mich so wütend auf all das, was Geschäftsführung (Stichwort: Misswirtschaft, fehlendes Verleger-Knowhow), Chefredaktion (mangelnde Führungskompetenz, fehlende Affinität zur Region, mangelnder Einsatz für die Interessen journalistischer Arbeit, fehlende Erkentnis, dass Lokales für eine Regionalzeitung alleiniges Alleinstellungsmerkmal ist etc. pp.) und Kuschel-Betriebsrat (!!!) hier verhecken zum Schaden einer ehemals stolzen Regionalzeitung und der Identifikation ihrer Leser mit ihr.
- in der Lokalredaktion ist schon mittags ein Plan für den Regio Desk für das Layout des nächsten Tages schriftlich zu verfassen. Mit Textlängen, möglichst Bildformat plus IDs, Platzierung/Gewichtung etc. MITTAGS!!! Da soll möglichst schon ein Großteil feststehen. Das geht doch wohl an der journalistischen Arbeitsweise voll vorbei, zumal in den Redaktionen – im Idealfall – schon vorher jegliche Post vorsortiert, in Meldungsart gewichtet an den Regio Desk in Pusemuckel weitergeleitet werden soll (mit präzisen Angaben, versteht sich, damit der Nichtsahnende am Regio Desk bloß nichts falsch machen kann). Der Awo-Handarbeitskreis trifft sich zum Stammtisch, die Redaktion muss dem Regio Desk nicht nur die Pressemitteilung weiterleiten, sondern gleich noch schriftlich mitteilen, dass dies eine Kurzmeldung ist, die bis spätestens zum Termin X ins Blatt zu heben ist. Schlimmere, ineffizientere Praxis gab es wohl auch in der DDR-Planwirtschaft nicht.
- die Lokalredation hat Glück, wenn sie im Foto-Pool noch Kollegen hat, die die Stadt kennen, in der sie fotografieren, günstigstenfalls sogar dort leben. Klarer Vorteil. Einige Redaktionen müssen nun mit immer wechselnden Fotografen arbeiten. Ortsunkenntnis fördert keine gute journalistische Arbeit. Tipps für Geschichten, die früher ein fest verwurzelter Fotograf von seiner Tour durch die Stadt mitgebracht hat, gehen verloren.
- Was morgen in der Zeitung steht, entscheidet sich erst im Laufe des Tages davor. Aber Fotografen müssen jetzt im aufwändigen Verfahren tags zuvor, für Wochenenden sogar schon am Donnerstag, vorbestellt werden, weil zu wenig BILDREDAKTEURE übrig geblieben sind. Da muss der Fotodesk-Chef schon mal für plötzliche Aufmachergeschichten eine Absage erteilen. Die Redaktion hat ja auch keinen eigenes Bildbuget mehr, um sich mit freien Fotografen auszuhelfen. Das kostet nicht nur Zeit für die Lösungssuche, sondern auch ungemein Nerven – und vor allem Qualität. Unsäglich ist auch die Bildbeschriftung im Archiv. Manchmal kommt es vor, da sind fünf von sechs Namen falsch geschrieben, Bilder sind für die Archivsuche später verloren.
- Obiges gilt auch für die Producer. Wohl der Redaktion, die noch jemanden am Desk hat, der die Stadt kennt, bestenfalls in der Redaktion gearbeitet hat und die Strukturen/Anforderungen kennt. Ansonsten herrscht – wie vielerorts – Chaos.
Wie gesagt: Ich könnte unendlich weiter, aber morgen wartet bestimmt wieder mindestens 10 Stunden Arbeit auf mich. Und morgen Abend hab ich, kühn wie ich bin, mal was Privates vor. Wahrscheinlich muss ich entweder wieder mal absagen – oder ich falle, nachdem ich mich tierisch gefreut habe, endlich mal wieder Privatleben zu spüren, vorzeitig in eine Art Schlafstarre. Zum Glück zeigt mein privates Umfeld (noch) Verständnis für mich…
Eines möchte ich doch noch sagen, nicht das es falsch verstanden wird: Die Kollegen am Regiodesk, Producer wie Fotografen, sind auch nur Opfer des Dilettantismus in den oberen Etagen!
@Tacheles reden!!!
Du scheinst an ein nicht so gut laufendes Desk angeschlossen zu sein. Bei unserem klappt das jedenfalls mit den Meldungen wie Butter auf Brot schmieren. Dass es dabei immer mal zu Rückfragen von den Kollegen am Desk kommt, ist nur normal. Die kennen sich noch nicht so gut aus. Zwangsversetzte Kollegen gibt es meines Wissens dort auch nicht.
Was die Qualität der Meldungen angeht, nunja, da gibt in der Tat solche und solche – wie früher im Lokalen auch…
Das gezeichnete Chaos müssen die Lokalchefs und die Desk-Chefs vermeiden. Wenn Chaos herrscht, dann wohl deshalb, weil es unter den Lokalchefs manche gibt, die noch nie ne Redaktion haben leiten können – nur jetzt fällt es eben brutal auf.
Ich find’ das neue Arbeiten gar nicht mal so übel, du hast den Routinekram nicht mehr am Hals, musst aber auch auf einmal zwei oder drei Schwerpunkte zusammenschrubbeln, weil zu wenig Kollegen im Lokalen sind.
Auch meine Redaktion wurde eingedampft, es wurde erfahrenes Personal ohne Rücksprache mit dem Redaktionsleiter verschoben……
Was die Fotografen angeht, geb ich Dir Recht: Die früher mitgebrachten Zusatzinfos fehlen – da ist ein ganzer Info-Kanal zusammengebrochen. Und das tut uns im Lokalen weh.
@Fifty:
Genauso wie Du sehe ich das eben auch. Es gibt z. B. Szene-Blätter, die geben mit dem Kauf der Zeitung gleichzeitig ein Passwort für deren Internet-Auftritt heraus.
Eine Möglichkeit, eine Verknüpfung zwischen Online und Print zu schaffen.
Die andere: Die Online-Redakteure machen eigene Geschichten, die im Print ergänzt werden. Oder umgekehrt. Oder eben in der Printausgabe steht eine Geschichte, der Service dazu im Netz (sowie TV-Sender es beispeilsweise machen, das könnte zum beispuiel die meldung sein: Gaspreise gehen runter. Im Netz findet sich dann eine Zusammenstellung der preiswertetesten Anbieter oder so ähnlich)
Aber das 1:1 Kopieren von Artikeln ist einfach nur dumm und schadet dem ohnehin schwerer gewordenen Print-Geschäft unnötig. Die Online-Fürstin Borchert wird das noch bei Spiegel-Online merken: Die machen nämlich eigene Geschichten da…
So könnte man also Passwörter mit dem Abo an die Leser vergeben, Online als Ergänzung zur Tageszeitung möglicherweise auch verkaufen – durch einen kleinen Aufschlag. .
Oder eben eine komplette Nutzungsgebühr erheben für Nicht- Abonennten.
Und für die, die sich nur einen Nachrichtenüberblick verschaffen wollen könnte man tatsächlich ein Nachrichten-Portal errichten stets aktualisiert mit etwas längeren Meldungen; eventuell mit O-Tönen von Pressekonferenzen. Weitere Erklärungen dann wieder im Prontteil.
So wäre mehr journalistischer Leserservice möglich; auch mehr Bindung der Leser an die Produkte.
Zu Tacheles reden: Ich kann mir gut vorstellen, wie das an die Nerven geht. Aber ich befürchte mal, es steh t System auch dahinter, dass man nicht immer einen Fotografen zur Verfügung hat. Die Redakteure sollen selber Bilder machen. Langfristig wird`s darauf wohl hinauslaufen.
Dies zeigt auch wohl die geschichte mit den Flip-Kameras. Gibt es denn dann wenigstens ein Zusatzhonorar, wenn Redakteur damit unterwegs ist ? Sc hließlich soll das doch der eigenen Freiwilligkeit überlassen bleiben ?Dann müßte es auch ein Zusatzhonorar (als Motivationshilfe ? *zwinker*) geben.
Traurig finde ich es inder tat, wenn sich Chefredakteure nicht mehr mit dem Lokalen wirklich befassen. Dass ist dann schon ein echtes Rei(t)z-Thema. Denn nicht die tollen Kommentare auf der Seite 2, sondern die journalistische Kompetenz im Lokalen sind für eine Zeitung wie WAZ, NRZ, WR und WP entscheidend. Das war so und wird (wenn es nicht mutwillig durch kannibalisierende Internet-Angebote zerstört wird) wohl auch so noch eine ganze Weile bleiben. Deshalb gehören die guten Schreiber einer Reg ion alzeitung eigentlich ins Lokale, um dort auch für den Mantel dann die “Schätze der Region zu heben”. Aber das setzt voraus, dass ein Chefredakt eur die Region ebenso mag und die Nöte, Sorgen und Interessen der Leser aus den Regionen wi kennt und entsprechend Ernst nimmt.
Meine Desk-Erfahrungen sind ähnlich bescheiden. Viel mehr bürokratischer Aufwand. Es bleibt kaum noch Zeit für Geschichten und das Blatt sieht nicht gut aus. Früher funktionierte das viel besser.
Die Kannibalisierung durch “DerWesten” war mir selten so augenfällig wie im letzten halben Jahr, nachdem ich als Redakteur bei der WR aufgehört habe. Weil gleich am nächsten Tag die WR im Briefkasten fehlte, habe ich meinen Lokalteil vorerst übers Internet weiter gelesen. Fazit nach ein paar Wochen Testphase: Kein Problem. Print ist absolut überflüssig – lässt sich alles kostenlos aus dem Netz saugen. Also kein Abo. Hätte ich mir zwar nicht träumen lassen (wie noch vor einem Jahr so vieles nicht). Aber nur aus alter Verbundenheit die WR zu abbonieren, so weit geht die Liebe denn doch nicht mehr. Übrigens hatte mir auch sowieso niemand mehr ein Abo angeboten. Schien denen nicht einmal die Mühe Wert zu sein.
@Naive Kannibalen: Stimmt exakt. Es war nach dem Redaktionsabschied richtig schwierig, an ein kostenpflichtiges WR-Abo heranzukommen. Vielleicht wollen sie gar keine lästigen Abonnenten mehr und bauen deshalb bürokratische Hürden auf. Schließlich hat es doch noch geklappt. Aber es juckt mich beinahe täglich, das Abo zu kündigen.
diese richtung stimmt auch nicht…
wenn man andauern kunden hört die sagen…
warum soll ich mein abo behalten? ist doch alles kostenlos in der westen!!!!
was will man da noch entgegenen?
aus verbundenheit weiterhin papier bestellen?
nenene so was verrücktes..
das ist so als wenn die tankstellen den treibstoff kostenlos verteilen würden!
[...] WAZ-Mediengruppe: Der Kampf um das Lokale geht weiter (interessante Kommentare!)… Medienmoral-NRW [...]
Dazu passt, dass der Westen auch hier mit bewusst falschen Zahlen operiert. Da wird behauptet, dass inzwischen 70 Prozent der Online-Nutzer Nicht-Leser sind, damit die doofen Redakteure schön alles weiter ins Netz stellen.
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Um diese Zahl zu ermitteln, müsste man allerdings entweder die Fähigkeit im IP-Hellsehen haben oder eine empirisch-fundierte (!) Befragung gestartet haben. Beides ist natürlich nicht der Fall.
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Erst gestern hat mich noch ein Bekannter enttäuscht, den ich aber auch verstehe: Hey, tut mir leid, habe die Zeitung gekündigt, steht doch alles im Internet. Ich lese jetzt da und habe mit die Welt fürs Überregionale abonniert…
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Am meisten ärgert mich in dem Zusammenhang auch die Haltung der Mehrzahl der Westen-Leute. Die sehen nur ihr Klickzahlen-Schiffchen und machen sonst die Augen zu. Wenn der Tanker aber absäuft, dann ist es auch mit dem Westen vorbei. Dann liefert keiner mehr Content. Vielleicht reicht es ja dann noch als virtuelle Spielhalle mit Online-Games ohne Redakteure.
Der ganze Onlinebereich lebt doch von der Hoffnung auf eingeblendete Werbung. Für den User ist das jetzt schon ein nervendes Gezappel – mit der Folge das er schnell einen Werbeblocker installiert.
Das Portal derwesten.de ist ein Meto-Produkt: Keine Innovation, sondern reines Abkupfern anderer Konzepte, natürlich mit zeitlicher Verzögerung. Mit Memoryspielen hat man vor Jahren jemanden begeistern können.
Fotostrecken sind wirklich eine Erweiterung zum Print, da der eingeschränkte Platz der Zeitung fehlt. Aber um wirklich gute Fotostrecken machen zu können benötigt der Fotograf Zeit und muss wie ein Redakteur arbeiten können. Zum einen fehlt die schreibende Erfahrung, zum anderen ist der Zeitfaktor ganz entscheidend – in dem Gedränge der Vormittagstermine braucht man das schnelle, aussagekräftige Foto, für Inhalte muss eine eventuell vorhandene Presseinfo herhalten.
Die von Oliver Multhaupt geforderte Agenturmäßige Verschlagwortung ist eine schöne Idee – aber so wie er (per Dekret) diese fordert, nicht umzusetzen. Etwas mehr Hilfestellung wäre durchaus notwendig (auch vom Eingabesystem Hugo, das für eine Verschlagwortung und Beschriftung eher kontraproduktiv ist.
Einem ganz wichtiger Aspekt einer guten Beschriftung steht aber das fehlen einer Gewinnbeteiligung der Fotografen entgegen: Ich mache ein Foto das genau an diesem Tag gebraucht und per Tagessatz bezahlt ist, jegliche weitere Verwendung bringt mir als Fotograf rein gar nichts, sprich: ich investiere Zeit, die ich besser in Fotos für freie Agenturen nutze, damit ich ggf. dauerhafte Einnahmen erziele.
Der Vorteil der freien Agenturen besteht zudem darin das es Mitarbeiter gibt die Fotos auf ihre Vermarktbarkeit hin sichten, katalogisieren und ggf. Schlagworte hinzufügen.
Die vom WAZ Fotopool geforderte fotografierende EierlegendeWollmilchsau, die nach getaner Arbeit beim ersten Regentropfen aus dem Bett springt und ohne Information wild durch die Gegend fährt um Katastrophenbilder aufzunehmen (für die er natürlich nicht entlohnt wird) halte ich für eine betriebswirtschaftliche Illusion.
Die WAZ von heute – ein Musterbeispiel für eine Zeitung, deren Chefredakteur glaubt, bestimmen zu können, was für die Leser wichtig ist, was sie zu interessieren hat.
Dem Thema Obama widmet das Blatt einen Aufmacher in Überlänge plus 3 Seiten!!! Das ist – nicht nur für eine Regionalzeitung – völlig daneben.
Reitz hat eben kein Feeling für die Befindlichkeit seiner Leser und er hat auch kein Interesse an den Themen, die in einer Regionalzeitung oben auf der Agenda stehen müssten.
Deshalb vor allen Dingen rauscht die Auflage so gnadenlos in den Keller, deshalb sorgen die Gesellschafter hoffentlich dafür, dass der ersten Amtszeit von Reitz (2005 bis 2010) keine zweite folgt. Dr. Schumann kann sein Versprechen – “Wenn er versucht, hier eine Ruhrgebiets-FAZ zu machen, werfe ich ihn raus” – leider nicht mehr wahr machen.
@regio969
Aber vielleicht haben ja Frau Brost bzw. ihre Enkel und die Funkes (Petra und Günter Grotkamp, Klaus und Renate Schubries sowie die Holthoff-Pförtners) ja irgendwann mal genug von den Potemkinschen Dörfern a la Content-Desk, die Hoffnung auf einen point of (Auflagen-)return und zusätzliche Einnahmen machen sollen, und dem puren Aktionismus, mit dem die WAZ-Gruppe überzogen wird. Letzteres mutet an wie wildes Gerudere im Kreis und soll wohl nur verdecken, dass die CR im luftleeren Raum agieren.
Nebelkerzen zur Verschleiterung werden überall gezündet: Schon ein Jahr nach der feindlichen Übernahme durch Reitz wurden Erklärungen dafür gesucht, warum die Auflage schneller wegsackte als noch unter Knüpfer. Die Ausrede war schnell zusammengezimmert und stützte sich auf die wenig belastbare ad-hoc-Umfrage, die Klümper bei den Lokalchefs in Auftrag gegeben hatte: Ich sage nur demografischer Wandel.
Damit wurde der GGF und den Gesellschaftern Sand in die Augen gestreut und der Grundstein für einen Rückbau der WAZ-Strukturen gelegt: Abbruch der Geschäftsstellen, betriebsbedingte Kündigungen in diesem Bereich (jawohl, Märchenonkel Hombach: Sie kündigen sehr wohl betriebsbedingt!) und bei der KG. Verlagerungen von kaufmännischen Abteilungen nach Erfurt ohne nachvollziehbare Gründe zeigen, dass Sie auf dem Vulkan tanzen.
@regio969
Sehr gut erkannt: Eine Seite hätte vom professionellen journalistischen Standunkt ausgereicht. Aber was soll ein CR machen, wenn er – trotz 86 Content-Desk-Redakteuren – sonst keine eigenen Story-Pfeile im Köcher hat.
Ein Wort zum Content-Desk: Ja, 86 – ist einer dazugekommen, der Lokal nicht mehr passte. Anstatt ihn dort hin zu setzen, wo es Sinn macht – in einer der vielen unterbesetzen Lokalredaktion – wird er in Essen on top als Koordinator geparkt.
Die Aktion verläuft natürlich heimlich, still und leise. Personalien werden ja schon lange nicht mehr kommuniziert. Getreu dem Motto: Schnauze halten, arbeiten!
@Hans Lassmann
Die betriebsbedingten Kündigungen wurden den Mitarbeitern/innen der MSG zum 30.09.09 zugestellt. Wie sollen die Schließungen der Geschäftsstellen und LeserLäden sonst auch funktionieren. Ab 01.02.2010 wird es nur noch 10 geben und bei denen wird dann ab 04/10 neu entschieden welche noch geschlossen werden. Wenn es dann bei mir soweit sein wird, werde ich der WAZ keine Träne mehr nachweinen. Z.Zt. fühle ich mich wie auf einem sinkenden Schiff wo kopflos mal in die eine, mal in die andere Richtung gerannt wird. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden die LeserLäden sehr schön und teuer umgebaut und mit viel TammTamm eröffnet. Schulungen für die Mitarbeiter/innen in noch mehr Service und Kundenfreundlichkeit. Es wurde von den Kunden auch sehr gut angenommen. Uns sollte WAZ-Dialog auch entlasten (die Tel.-Gespräche wurden aus den Geschäftsstellen direkt umgeleitet, merkte der Kunde auch erst nicht). Kürzlich wurde uns das auf der Betriebsversammlung noch vorgeworfen, dass wir ja nicht mehr so viele Tel.-Gespräche haben. Was ja mit ein Grund ist, dass wir überflüssig werden. Es ist ziemlich schwierig geworden guten Service zu bieten, wenn einem die direkten Ansprechpartner fehlen. Alles wird in den Computer eingegeben in der Hoffnung, dass es jemand bearbeitet. Dabei kann es passieren, dass der Kunde mehrfach kommt, weil nichts passiert ist. Und jetzt werden dem Kunden die letzten kompetenten Ansprechpartner genommen, die sich immer bemüht haben ihm zu helfen. Denn die “Agenturen und Service-Points” sind jetzt schon überfordert und der Kunde wird im Regen gelassen. Man wird das Gefühl nicht los, dass die Kunden vergrault werden sollen. Letztes gutes Beispiel ist die neue Aussetzervergütung. Jetzt werden dem Kunden die ersten 3 Tage nicht mehr vergütet, wenn er urlaubsbedingt seine Zeitung abbestellt. Die Kunden sind so erbost darüber, dass es schon viele Kündigungen gegeben hat. Vielleicht hat derjenige auch noch einen Bonus für diese grandiose Idee bekommen. Dann noch die hohe Preiserhöhung zum 01.04.09. So kommt eins zum anderen.
@Hans Lassmann
Nicht nur die Chefredakteure rudern im Kreis. Auch die Vertriebschefs und die Anzeigenchefs sind an diesem Punkt angekommen. Immer weniger Leute – auch bei den Anzeigenleuten – sorgen für Umsatzrückgänge, weil das Feld gar nicht mehr beackert werden kann. Dazu die Kanibalisierung durch Anzeigenblätter, die den vier Titeln mit dem Argument “haushaltsdecken” die Anzeigen wegnehmen. Und dann noch die Video-Offensive, bei der Werbe-Clips den Filmchen vorgeschaltet werden. Auch das wird Print wieder in die Miesen ziehen, während Der Westen mit Leistungen von Print-Redakteuren Umsätze abzieht.
@falscher film
Als Vertriebler kann ich nur sagen, dass die Treppe mal von oben nach unten gekehrt werden müsste.
@regio969
Die Ruhrgebiets FAZ wird’s nie geben, doch was die einstmals starke und angesehene lokal verwurzelte Regionalzeitung WAZ samt ihrer Schwestern einmal sein will, die Frage haben Hombach, Nienhaus und Reitz vor lauter Spielplätzen und Baustellen und Sparkonzepte noch nicht beantwortet. Dieses Gewurstel kann so nicht weitergehen. Quo vadis?
@Vertriebler
Das hängt mit den Einflüsterern in unserem Konzern zusammen.
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Da kommt einer und sagt: Lass und einen Truck kaufen und mit Geld um uns werfen, ich werde dafür sorgen, dass wir tausende neue Abos bekommen. Und er durfte.
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Da kommt einer und sagt: Ich kenne da eine, die kennt sich im Internet aus. Mit der können wir das wichtigste Regionalportal machen, das es gibt und es wird richtig Geld in die Kasse bringen. Und sie durfte.
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Da kommt einer und sagt: Lass und die Mäntel zusammenlegen, richtig Kohle sparen und den besten Regionalteil der ganzen Welt machen. Und auch er durfte.
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Hat vielleicht noch einer eine zweifelhafte Vision, die er oben loswerden will? Und wo bleibt die Konsequenz dafür, dass die Kohle ohne Abos verpufft ist, dass dieses Regionalportal für den A ist, Miese verzeichnet und Abos kostet und dafür dass die Zeitung jetzt schlechter als vorher ist und die Leser weglaufen? Die Leute hatten ihre Vision, sie hat nicht geklappt. Wo bleibt die Konsequenz?
Ob es Schließungen von Redaktionen oder Geschäftsstellen sind, Kosten werden über Jahre nicht gespart, denn die Mieten der Räumlichkeiten gehen weiter. Es sei denn, man findet jemand, der den Mietvertrag fortsetzt. Bis jetzt ist es jedenfalls nicht gelungen zahlungskräftige Folgepächter zu finden. Das eigene Geschäftsgebaren der letzten Jahre verhindert es. Die WAZ-Mediengruppe hatte stets versucht langfristige Mietverträge ( teilweise bis zu 15 Jahren ) abzuschließen, um den Preis zu drücken, den Eindruck außerdem zu erwecken ein seriöser, verläßlicher Mieter zu sein.
Das wird jetzt zum Verhängnis. Um so mehr, als man in den meisten Fällen die Immobilie ziemlich bwirtschaftete. Auf diesem Sektor gibt es minimale Kosteneinsparung. Als Bodo Hombach in der Betriebsversammlung der Zeitungstitel behauptete, dass die Geschäftsstellen teilweise mehr kosten, als Redaktionen bedeutete dies: Entweder er hat die Unwahrheit gesagt oder seine falsche Geschäftspolitik eingestanden. Wahrscheinlich trifft beides zu!
@ Falscher Film : 100% Zustimmung !!
[...] Webvideo-Inhalte zu nutzen. Was jedoch teilweise umstritten ist – wie man beispielsweise in der Diskussion bei Medienmoral NRW sehen [...]
Der Videopunk verlässt den Westen? Och, so schade, aber auch. Was hat er tolle Blogs geschrieben. Und was hatte er eine wahnsinnige Resonanz darauf. Was hat er nicht alles gemacht oder auch nicht gemacht. Tja, fehlt jetzt vielleicht die schützende Hand…
Wenn Markus Hündgen nun geht, ist das ein Schlag, denn er hatte von der Arbeitsleistung her gesehen drei Stellen ausgefüllt. Es gibt aber auch Hoffnung: Hoffnung auf einen Neuanfang nach Borchert, Hündgen und Co. Denn es gibt noch mehr, die gehen.
Was die flippigen Kameras angeht, so kann man das kaum Schulung nennen, was da ab dieser Woche angeboten werden soll: Ein Schnuppern ist das bestenfalls.
Geschnitten werden soll ja in Essen, an einem Dutzend Arbeitsplätzen – wer besetzt die denn? Gibt es dafür neue Stellen, oder machen das auch Freiwillige von DerWesten.de?
Und überhaupt: Wer guckt schon einen in einen DerWesten-Text eingebauten, zum Artikel gehörenden O-Ton, bei dem der erstmal 15 Sekunden unabklickbare Werbetrailer vorneweglaufen.
Mal sehen, ob das Ding nicht genau so floppt wie anderes….
Übrigens läuft die 150 €-Werbeoffensive in den noch Kampfgebieten zum Monatsende Oktober aus. Noch gibt’s 150, dann nur noch 100 und am Monatsende gar nur noch 50 € Wechselprämie. Da war dann sicherlich eine nachhaltige Werbeaktion… Und für die Zukunft unterbietet man das Angebot der Ippen-Werber (da sind 65 € Prämien aufwärts üblich). Ist ja nicht schlimm. Dafür bietet man ja ein teureres Premiumprodukt mit weniger Seiten….
@Michael Ballhouse
Drei Stellen, ich lach’ mich schlapp.
mehr zum Weggang von Markus Hündgen aka Videopunk hier
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/derwestende–videopunk-hndgen-geht_100023874.html
http://videopunk.posterous.com/auf-zu-neuen-ufern
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
[...] Ideen einfach nicht verstehen und geschweige denn dafür bezahlen wollen — aber wenn ich mir diese Debatte zwischen Borchert, Hündgen und ziemlich vielen anscheinend gefrusteten WAZlern anschaue, dann [...]
Es ist ja verständlich, dass hier bei vielen der Frust regiert. Aber das ist kein Grund, dem “Gegner” das Wort im Mund zu verdrehen. In ihrem Statement oben hat Katharina Borchert nicht behauptet, die DerWesten-Redakteure würden nach Tarif bezahlt. Sie schreibt lediglich, dass sie nicht unter Tarif bezahlt werden. Das stimmt. Allerdings fehlen einige tarifliche Leistungen, wie etwa die sehr wichtige Presseversorgung.
Auch sollte man, wenn man von Redakteuren spricht, auch mal erwägen, in den Verträgen “Redakteur” zu schreiben, statt “Content Manager”. Die Belegschaft bei DerWesten ist sicherlich billiger als die bei den Printtiteln. Das liegt aber wohl auch an der Altersstruktur.
Bei DerWesten sitzen viele motivierte Kollegen, die im übrigen auch gerne mehr tun würden als Printtexte zu verwalten. Dass sie das oft nicht können, liegt aber daran, dass die Texte in einem Zustand angeliefert werden, der nicht tragbar ist. Da muss bebildert, umgeschrieben und formatiert werden… Das kostet wertvolle Zeit und sorgt nicht unbedingt für Freude an der Arbeit. Man hat schließlich mal Journalist gelernt und muss sich jetzt damit plagen, dass Kollegen ihre Texte nicht in ansehnlicher Form online stellen.
Ich will das gar nicht als Vorwurf gegen die Print-Kollegen verstanden wissen. Es liegt am System. Natürlich gibt es bei den Zeitungen Kollegen, die einfach zu borniert sind, um ihre Texte so online zu stellen, wie es ihnen schon oft gesagt wurde. Andere haben keine Zeit oder können es nicht, weil die Schulung zu lange her ist. Aber: Bitte denkt immer daran, dass am anderen Ende der Internet-Leitung auch Kollegen sitzen, deren Lebensinhalt es nicht ist, Bilder in eure Texte zu bauen und Vorspänne umzuschreiben. Wir kommen nicht weiter, wenn wir gegeneinader arbeiten.
Die Angst vor den Flips finde ich lächerlich. Einfach mal ausprobieren und merken, dass die Dinger gar nicht so schlecht sind. Und: Ist es eigentlich so schlimm, bei seiner Arbeit etwas zu lernen? Etwas, das einem bei einem Jobwechsel vielleicht nützlich sein kann? Wer geht denn davon aus, dass er die nächsten 30 Jahre exakt die selbe Tätigkeit ausführen wird? Mein Gott!
Was die Sache mit dem Betriebsrat bei DerWesten angeht: Da muss allein schon deshalb einer her, weil im BetrVG steht, dass Betriebe ab einer bestimmten Größe einen gründen. Und wer weiß, wo dieser Konzern noch hinschippert. Da helfen dann auch keine schnellen Gespräche im Chefzimmer. Arbeitsrechtlich kann nur der BR für die Arbeitnehmer sprechen.
Angeblich soll ja sogar einer gegründet werden – komisch nur, dass man das immer nur gerüchteweise hört. Kann da ein BR bitte mal etwas Konkretes verraten?
Die lokalen Tageszeitsredakteure sollten endlich mal auf hören zu jammern, anfangen zu arbeiten und sich mal freiwillig weiterentwickeln. In jedem Bundesland, in jeder Stadt immer der Scheiß. Mann, Mann, Mann!
Sie verdienen dank Tarifvertrag im Verhältnis zur Leistung so weit über dem momentanen Niveau, dass allen klar sein muss, dass diese Zeit vorbeit ist. Und daher sollten Sie die eigenen Online-Plattformen ohne Zusatzgeld oder was auch immer unterstützen bis zur völligen Erschöpfung. Fertig, aus! Vielleicht geht dann da noch was.
Dass online der Erfolg nicht über Nacht und ohne große Investitionen kommt, ist jedem Kenner klar. Und dass die Verlagsmanager zumeist auch keine Ahnung haben, auch. Non-Onliner wissen gar nicht, wie weit Verlage eigentlich denken müssten, um ihre Marke langfristig zu retten. Da sind die momentanen Strategien ja nur die Spitze des Eisbergs.
Ich glaube daher, dass die gute Online-Chefin zu früh sehr gute Zahlen präsentieren musste, um auch weiterhin genug Budget zu bekommen. Und das geht nur mit den üblichen Tricks. Games, Bildershows und so. Das wird bei Spiegelonline wohl etwas anders sein. Web-Videos sind jedoch überbewertet. Eine Fotokamera sollte da eigentlich langen.
Na ja, egal, vielleicht kommt ja der Staat/Steuerzahler für die Verfehlungen der Verlage auf und erhält damit das Niveau. Ansonsten kommt halt Hartz IV.
@Unbeteiligter Online-Medienheini “…unterstützen bis zur völligen Erschöpfung.”
Junge, Du nimmst eindeutig die falschen Drogen.
“Fertig, aus!”
Eben. Spätestens mit 45.
Nene, die richtigen
Im Ernst: Sollte nur zugegebenermaßen rhetorisch schwachbrünstig den Ernst der Lage kennzeichen, dass alle an einem Strang ziehen müssen.
Die Kommentare hier haben mich gerade an ein sehr treffendes Zitat erinnert:
“Journalisten sind die Bergleute des 21. Jahrhunderts”
Ich finde die Parallelen wirklich frappierend!
(Quelle: http://twitter.com/off_the_record/status/4730406519)
Die Online-Kollegen recherchieren selbstverständlich auch eigene Geschichten, die in letzter Zeit auch immer häufiger von Print übernommen werden. Dass das hier nicht bekannt ist, spricht allerdings Bände.
[...] WAZ Protestblog » Blog Archive » Kampf ums Lokale geht weiter [...]
Aber, aber. Frau Borchert. Wie immer muss es im Internet ja nicht so genau sein. Wie definieren Sie “immer häufiger” von Print übernommen? Sie meinen die knapp 50 Texte insgesamt im Jahr, die auf Aktionen im Westen verweisen?
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So sehr wünsche ich mir mal eine saubere betriebswirtschaftliche Rechnung: Nämlich, dass Arbeitszeit und -leistung all dieser unwilligen und faulen Printredakteure dem Westen in Rechnung gestellt werden. So wie es betriebswirtschaftlicher Usus wäre.
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Ui, das Millionengraben Westen würden die Geschäftsführung aus den Latschen kippen lassen.
Was muss man eigentlich genau tun, um so einen Gefälligkeitsartikel bei mediaa zu bekommen?
@petriheil Nein, die meine ich nicht. Ich meine Artikel, die von Online-Redakteuren recherchiert wurden, nichts mit irgendwelchen Aktionen zu tun haben, auf DerWesten erschienen und von Print dann übernommen wurden.
“Wie immer muss es im Internet ja nicht so genau sein.” Das haben Sie ja hübsch anschaulich bewiesen. Danke.
Übrigens habe ich niemanden als faul und unwillig bezeichnet. Höchstens Sie als uninformiert und rechercheunwillig.
@Borchert
Nein, nein. Sie haben die Frage nicht beantwortet.
Wieviele Artikel sind es denn schätzungsweise, die “immer häufiger” von Print übernommen worden sind? Bitte nur eine ungefähre Größenordnung für alle Titel.
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Das “faul” und “unwillig” bezog sich auf Ihre Freunde aus der sogenannten Blogsphäre. Jener ewig gleicher Kreis von knapp 100 hyperaktiven Bloggern, der das Wissen mit Twitter gefressen hat und weiß, wie die Medienlandschaft heutzutage tickt.
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Apropos: Bei SPON finden die Blogger eher sch*. Haben die zwar nur einmal in etwa so gesagt, meinen die aber. Jedenfalls werden da keine albernen Beiträge eingebunden.
@petriheil Am Contentdesk werden derzeit meines Wissens ein bis zwei Artikel pro Woche übernommen. Das ist natürlich kein Vergleich zum umgekehrten Weg, aber wir haben auch eine ganz andere Anzahl von Mitarbeitern.
Warum ich das aber überhaupt eingeworfen habe: Mir ist wichtig zu zeigen, dass auch die Kollegen in der Online-Redaktion eigene Artikel verfassen und nicht ausschließlich Print-Artikel “aufhübschen” wie weiter oben behauptet. Alles andere wäre den Kollegen gegenüber extrem unfair.
Sie dürfen sich die Sippenhaft mit “der Blogosphäre” allerdings gerne sparen. Wir sind nicht notwendigerweise einer Meinung und meine Freunde sind die allermeisten davon schon mal gar nicht.
Allerdings liegen sie nicht immer falsch mit dem, wie die Medienlandschaft tickt. Artikel online nur anzureissen und dann auf die Printausgabe zu verweisen wird nicht einen einzigen Abonennten dazugewinnen. Eine Zeitung wird nicht nur aufgrund der Inhalte gekauft, sondern hat auch viel mit Konsumgewohnheiten und Bequemlichkeit zu tun (ja, Bequemlichkeit, denn in bestimmten Situationen ist es halt bequemer eine gedruckte Zeitung zu lesen als im Internet zu surfen). Eine intelligente paid-content-Lösung ist das Anreissen aus meiner Sicht auf keinen Fall. Aber wir werden wohl nie über intelligente Lösungen nachdenken, solange alle bockig auf ihrem Standpunkt beharren und sich höchstens anonym angiften.
Übrigens zitiert SpOn häufiger aus diesen “höchst albernen Beiträgen”. Z.B. auch aus den von mir sehr geschätzten Ruhrbaronen.
Liebe Frau Borchert,
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vielleicht ist mir da etwas entgangen. Aber in den vergangenen Monaten zwischen Ihrem Beginn als Chefredakteurin und dem folgenden Start von “DerWesten” einerseits und meinem Ausscheiden als Redakteur vor kurzer Zeit andererseits erschien in meiner Lokalredaktion – immerhin in einer Großstadt – nicht ein einziger durch Onliner recherchierter Artikel, auf den die in ihrem letzten Kommentar genannten Kriterien zuträfen!
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Umgekehrt waren es täglich -zig Texte, Fotos und Fotostrecken, die wir als Redaktion gemäß Ihrer Maxime “online first” in das von Ihnen verantwortete Online-Portal stellten. Es tut mir leid, das feststellen zu müssen: Doch zumindest für den lokalen Bereich, wie ich ihn kenne, trifft Ihre obige Behauptung nicht zu. Dies lässt sich mit Hilfe von “huGo” leicht nachweisen.
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Über den Kannibalisierungseffekt, der uns von (Ex-)Lesern bei Abbestellungen bestätigt wurde (”steht alles im Internet”), wollen Sie wahrscheinlich hier nichts mehr lesen, so oft wie Ihnen das nun schon von den Lokalredaktionen erklärt wurde. Dass andererseits die erheblichen Transferleistungen der Lokalredaktionen nicht abgerechnet werden und somit die Schwachstellen Ihrer angeblich so positiven Bilanz verschleiern, wird Ihnen ebenfalls bekannt sein. Dazu muss man ja auch nicht Betriebswirtschaft studiert haben.
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Ich habe in einem anderen Thread festgestellt, dass ich Sie als Person, vermutlich im Gegensatz zu manchem anderen Teilnehmer hier, achte. Ich fände es allerdings angemessen, wenn die Wahrheit hier nicht verzerrt wiedergegeben würde.
Lieber alter Kollege: Genau deshalb habe ich im letzten Beitrag auch vom “Content Desk” gesprochen. Wie Ihnen auch bekannt ist, haben wir erst seit kürzester Zeit eigene Onliner im Regionalen, die hoffentlich, wenn sich die neuen Abläufe erst mal eingespielt haben, auch Zeit zur Recherche haben.
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Ich habe die Online First nie zur Maxime gemacht, sondern ganz im Gegenteil immer gesagt, dass das nichts als ein Modebegriff ist. Mir geht es um Online mediengerecht und zur richtigen Zeit. Das kann, und auch das habe ich immer betont (hausintern wie -extern in Interviews), gerade bei lokalen Exklusivgeschichten auch gerne nach der Veröffentlichung in Print sein. Exklusiv ist die allerdings nicht, wenn ich sie schon online beim WDR finden kann.
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Die Kannibalisierung ist noch in keiner mir bekannten Studie nachgewiesen worden. Ich könnte da genauso gut mit Erzählungen aus Lokalredaktionen gegenhalten, die von eindeutig anderen Erfahrungen berichten. Solange wir also kein zuverlässiges empirisches Material haben (und ich hätte nichts gegen eine unabhängige Marktforschung einzuwenden), bleibt das ein endloses “er sagt, sie sagt”-Gezerre, bei dem alle munter behaupten dürfen.
Nun, da haben sich die Kommetare hier gekreuzt. Ein bis zwei Texte pro Woche für den Content-Desk. Oweia.
Dabei haben sie doch selbst erkannt: Angesichts der immensen Flut der Berichte und Fotos, die von den Redaktionen via huGo praktisch im Minutentakt in Ihr Portal gestellt werden – bekanntlich größtenteils, ohne dass es überhaupt noch einer Nachbearbeitung durch Onliner bedarf – sind zwei Texte pro Woche nichts. Ein Vergleich wäre schlicht lächerlich. Fazit: Der Transfer Print-online ist eine Einbahnstraße. Si tacuisses, philosophus mansisses.
Frau Borchert, dazu brauchen Sie keine wissenschaftliche Studie. Fragen Sie einfach mal kurz im Vertrieb nach. Unterhalten Sie sich mal mit Werberinnen und Werbern. Man wird Ihnen sagen, dass dieses Argument häufig zu hören ist. Dagegen könnte man nur noch einwenden, dass solche Argumente vorgeschoben werden, vielleicht um den vermeintlich lästigen Werber loszuwerden oder um die Abbestellung flink zu begründen. An dem Punkt würde eine auf die WAZ-Gruppe bezogene Studie, die ja auch nur eine repäsentative Befragung sein kann, naturgemäß ebenfalls scheitern.
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Allerdings gibt es sehr Untersuchungen zu dem Thema. Etwa
http://faculty.chicagobooth.edu/matthew.gentzkow/research/print_online.pdf
Unter http://blog.firstmedia.de/?p=904 finden Sie dieses Fazit
- Die Verfügbarkeit der Online-Ausgabe kostet ca. 1,5% der Print-Leserschaft.
- Die Online-Ausgabe bringt dem Print praktisch keine neuen Leser und schafft auch keine loyalen Leser – bei einem Absstellen der Website würden die Leser abwandern, statt am Kiosk eine Printausgabe zu kaufen.
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So, jetzt jetzt ist Ihnen zumindestens für die USA eine Studie bekannt.
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HTH
Lieber alter Kollege,
bitte meinen Text genauer lesen. Ich wollte ja auch keinen Vergleich anstellen, sondern habe nur darauf hingewiesen, dass es schlicht falsch ist zu behaupten, online gäbe es keine eigenen Artikel, sondern ausschließlich Printtexte.
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Die bedürfen übrigens größtenteils sehr wohl der Nachbearbeitung. Kaum ein Printvorspann ist 1:1 als Teaser für online tauglich. Dasselbe gilt für sehr viele Schlagzeilen. Online ist mittlerweile eben doch ein eigenes Medium und reine “Textverschiebung” funktioniert einfach nicht besonders gut.
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Ihre Aussagen zur Studie erstaunen mich etwas. Ich habe nie behauptet, dass Online neue Printleser generieren würde.
Sehr gut, Alter Kollege! Da war es nämlich wieder: Dieses Borchertsche Nebelkerzenwerfen.
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“…ist noch in keiner mir bekannten Studie nachgewiesen” heißt ja nicht: “Solche Studien gibt es nicht.” Es heißt aber vielleicht: “Ich wäre ja schön blöd, wenn ich solche Studien suchen und präsentieren würde.” Oder: “Hoffentlich macht keiner mal so eine Studie in Deutschland.”
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Ein weiterer verräterischer Satz ist der:
“Eine Zeitung wird nicht nur aufgrund der Inhalte gekauft, sondern hat auch viel mit Konsumgewohnheiten und Bequemlichkeit zu tun (ja, Bequemlichkeit, denn in bestimmten Situationen ist es halt bequemer eine gedruckte Zeitung zu lesen als im Internet zu surfen).”
Heißt wohl: “Eine Zeitung kaufen sich künftig nur noch ein paar bequeme Leute in speziellen Situationen oder die, die zu blöd sind, einen Computer zu bedienen.” Das würde natürlich nicht so sein, wenn eine Zeitung auch noch etwas zu bieten hätte. Durch eigene, exklusive Inhalte. Aber bisher geht es ja ohne Rücksicht auf Verluste allein darum, dass die Online-Bilanz aufgehübscht wird.
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Sie hätten ein gutes Miteinander von Print und Online gewollt? Alle, die an einem Strang ziehen? Zum Abschied hier das Patentrezept: Das erreicht man, indem man Print und Online nicht gegeneinander ausspielt. Indem man nicht zwei oder mehrere getrennte Firmen hat. Indem nicht die einen, die sind, die umsonst und mehr arbeiten sollen und einen Rückschlag für die eigene Bilanz bekommen. Wenn Print liefern soll, dann gern, dann muss das aber auch betriebswirtschaftlich erfasst sein, damit nicht die nächste Schickler-Truppe miese Bilanzen malt und die Mannschaft zerfleddert. Wenn Online-Einnahmen fließen, z.B. auch durch Video-Clips, so muss das anteilig in der Bilanz der Printkollegen aufgelistet werden. Dann nehmen wir gern die Video-Kamera in die Hand. Online gewinnt, Print verliert, alle sind in einem Boot – kein Problem.
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Im Moment ist es so: Die Kollegen arbeiten kostenlos und verlieren bestenfalls ihre Abos. Sie haben als Firma nichts davon, dass sie Online-Werbung für den Westen mitverdienen (es geht hier nicht um das eigene Gehalt!).
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Und: Fragen Sie doch mal im Vertrieb oder besser mal in den verbliebenen LeserLäden: Ja, die Leute kündigen ihr Abo oder bestellen erst gar nicht, weil alles online steht. Wer würde das denn nicht tun?
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Ein großer Wurf wäre es gewesen, solide Finanzierungsmodelle zu entwickeln. Bei Springer soll es ja bald so kommen, dass der zahlen muss, der einen Bericht z.B. über die Senatssitzung lesen will. Warum? Weil er nirgendwo anders zu finden ist, zumindest nicht vernünftig. Das ist beim Spiegel anders. Weltnachrichten sind heute Ramschware. Für das Regionale und Lokale gilt das aber nicht.
Und wenn jetzt noch behauptet wird, dass die Onliner die von uns eingestellten Texte tatsächlich nachbearbeiten, dann hat das mit Realität nichts mehr zu tun.
@petriheil: Ich weiß nicht genau, in welcher Realität Sie leben, aber vielleicht kommen Sie einfach mal hier vorbei und gucken sich tatsächlich live und in Farbe an, wie die Kollegen arbeiten. Und wie viele Printartikel täglich nachbearbeitet werden.
@Borchert
Besser nicht. Ich würde Ihr Büro nicht finden, weil wir reden ganz offensichtlich nicht von den selben Verlag. Vielleicht nehmen Sie dennoch aus meinem vorherigen Posting ein paar Anregungen mit.
Frau Borchert,
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soll ich mich jetzt auf sophistische Haarspalterei einlassen? (Falls ja, bitteschön: Ich habe Ihnen gar nicht unterstellt, vergleichen zu wollen. Ich habe lediglich geschrieben: Ein Vergleich *wäre* lächerlich. Konjunktiv also. Demnach eine Bestätigung Ihres Satzes: “Das ist natürlich kein Vergleich zum umgekehrten Weg”. Bitte meinen Text genauer lesen.)
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Dieses Kindergarten-Niveau sollte uns beiden zu niedrig sein. Journalisten geht es nun einmal von Berufs wegen um den Umgang mit der Wahrheit. Jedenfalls sollte das so sein. Und wenn man Behauptungen lesen muss wie “Online-Kollegen recherchieren selbstverständlich auch eigene Geschichten, die in letzter Zeit auch immer häufiger von Print übernommen werden” und es stellt sich auf hartnäckige Nachfrage heraus, dass “selbstverständlich” und “immer häufiger” gerade einmal zwei Geschichten pro Woche für den Content-Desk sind, dann war das ein, vorsichtig gesagt, sehr kreativer Umgang mit der Wahrheit.
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Übrigens gilt ja wohl auch der Umkehrschluss: Bis auf maximal zwei Geschichten pro Woche ist demnach der gesamte redaktionelle Inhalt Ihres Online-Portals vollständig von den Printredaktionen recherchiert und geschrieben. Für “DerWesten” kostenlos und frei Haus. Klingt dann natürlich nicht mehr so toll für Ihre Leute.
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Was uns als Printredakteure daran ärgert: Den Redaktionen hielt man diese Leistungen nicht zugute, sondern hielt ihnen die Print-Auflagenverluste vor. Sie dagegen verweisen stolz auf “Ihre” Steigerungsraten.
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Noch eines zum angeblichen Nachbearbeiten von Printartikeln: Sie wissen – hoffentlich – sehr wohl, dass im lokalen Journalismus der weitaus größte Zeitaufwand für die Recherche erforderlich ist. Wenn also später noch für Online an einem Text etwas gekürzt oder redigiert werden muss (warum auch immer), dann wären das Marginalien.
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Aber auch in diesem Punkt wird hier für das Lokale ein falscher Eindruck erweckt. Für die Lokalredaktionen ist mir nur jenes Verfahren bekannt, in dem via “huGo” alle Texte einschließlich Verortung, Bildern und Teasern fertig bearbeitet ins Portal gestellt werden und dort von den Redaktionen einschließlich der folgenden Leserkommentare komplett selbständig verwaltet werden. Oder habe ich das nur geträumt?
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Zu guter Letzt: “Online first” wurde uns per Dienstanweisung vorgegeben. Die Mail habe ich noch. Muss ich die im nächsten Schritt ins Netz stellen, damit auch in diesem Punkt der Wahrheit auf die Sprünge geholfen wird?
Ach, eines habe ich noch vergessen. Ihre Bemerkung: “Ich habe nie behauptet, dass Online neue Printleser generieren würde.”
Nö, Frau Borchert, das waren Sie nicht. Das war Bodo Hombach. In “Focus schwärmte der nämlich noch dieses Jahr: “Online befördert das Print-Geschäft …” Wer ihm das nur weisgemacht haben mag?
@Alter Kollege
Genau das ist ja das Dilemma: Schickler, Reitz, Borchert – sie alle flüstern der GGF etwas ein.
Denn vom Fach sind beide Herren nicht. Der eine, Hombach, ist Polit-Profi und laviert sich seit Jahren um Entscheidungen herum. Der andere Nienhaus, hat die Blöd-Zeitungs “Volksbibel” miterfunden und – so die Springer-Kollegen – am Bild-Handy mit herumgeschraubt.
Letzteres erleben wir nun als WAZ-Handy in Ganzseiten-Anzeigenkampagne als Zweitaufguss. Ich habe meine Zweifel, ob das bei dem Tarifwirrwarr und der Handy-Dichte überhaupt Leser lockt. Dazu: Machen Sie doch mal den Test und rufen die WAZ an, fragen nach – mein Service-Agent hat mich prompt aufs Internet verwiesen…..
@Frau Borchert
Ihr Werkeln in allen Ehren – aber die Ausrede “Und wie viele Printartikel täglich nachbearbeitet werden” verfängt nicht.
Wer bearbeitet sie denn da noch nach? Sie haben doch dafür gar keine Leute! Drei oder vier unterbezahlte Redakteure pro Schicht an ihrem schönen roten Desk, wenn ich richtig gerechnet habe, Ausland, Inland, NRW, Regional und Sport inbegriffen.
Die fürs Lokale hilfreichen WAZ-Onliner, die Schmeing-Truppe, gibt es längst nicht mehr, die neuen Regio-Deskler erklären sich dafür explizit nicht mehr zuständig (übrigens eine beinharte Aussage Ihres Regio-Desk-Beauftragten Frank Tischhart). Unsere Lokalredaktion wird somit nicht nur allein gelassen, sondern bekommt von der Chefredaktion über den Lokalchef noch die Anweisung: Online-Inhalt ist allein Sache der Lokalen. Keine Verlinkung zu anderen Artikeln, kein Fotostrecken-Support, nix, niente, nada, derien haben wir Lokalen von DerWesten zu erwarten.
Hier wird klar: DerWesten schottet sich ab, lässt nur noch zuliefern. Kein Wunder, bei dem Personalschlüssel und dem laufenden Aderlass.
Allenfalls die Standards für Vorspänne/Teaser werden uns Lokalen telefonisch erklärt und wir werden nett gefaltet, wenn mal wieder ein Text – oh, wie schrecklich, ohne Foto einher kommt.
Das liegt dann aber nicht an den Lokalen, sondern daran, dass der FotoPool nicht rechtzeitig liefert. Aber das ist eine andere Großbaustelle im System Reitz-Hombach, in dem ersterer Lesern immer noch die Welt ordnet.
Er wird noch viel erklären müssen, wenn die Zahlen fürs 3.Quartal 2009 auf dem Tisch liegen.
Bleibt für mich das Fazit: Wenn es funktionieren soll mit der Verzahnung print-online, dann muss eine verzahnte Redaktion her. Und keine scheinbar göttliche Dreiteilung in Online, FotoPool und Content-Desk, die sich abschotten. Dann gehört alles unter ein Dach und an einen Desk. Und an den gehören gute Redakteure. Wenn dann noch das Lokal gestärkt werden würde (Achtung, jetzt kommt ein Klümp-chen: “Stärken stärken”), sähe es gar nicht mal so schlecht aus, um die exklusiven Nachrichten aus dem Lokalen und aus den Regionen im WAZ-Gruppen-Land.
Eine Utopie, ja,ja…..
Solange jeder aber vor sich hinwerkelt, Falschmeldungen in eigener Sache verbeitet und das Herz der WAZ-Gruppe, die Lokalredaktionen, personell empfindlich schwächt, solange geht’s nimmer bergauf.
@borchert
Nun wird es aber spannend. Plötzlich schreiben Sie hier von einer “intelligenten paid-content-Lösung”. Wie auch immer diese aussehen mag, es war doch eine Ihrer ersten Maßahmen, die bei Cityweb (Dachmarke von WAZ, WR, NRZ, WP etc.) geübte Registrierung abzuschaffen. Ihre damals verkündete Maxime: Das Internet muss ALLEN ALLES ZUM NULLTARIF bieten.
Mit diesem “Konzept” haben Sie den Gesellschaftern für 2010 schwarze Zahlen versprochen.
Inzwischen hat selbst Ihr Schutzengel Hombach eingesehen, dass sich mit derwesten.de kein Geld verdienen läßt und von Ihnen dürfen wir hier lesen, dass online natürlich nicht das richtige Instrument ist, um Print neue Leser zu bescheren.
Und warum dann der ganze Aufwand? Weil es alle machen? Weil es angeblich so angesagt ist? Weil es so schön ist, Geld zu verbrennen?
Sie können es drehen und wenden wie Sie wollen, aber Fakt ist: derwesten.de ist ein veritabler Flop, ein für die WAZ Mediengruppe verdammt teures Abenteuer, das hoffentlich nach Ihrem Abschied bald wirtschaftlichen Vorgaben unterworfen wird.
@Katharina Bochert
Zulieferungen für den Mantel….hmmmm…
Ach ja, Ihre Kolumne im Wochenende…..Die übrigen Autoren scheinen sich ja nicht zu outen oder sind Dank der Reitzschen “Autorenzeitung” nicht erkennbar. Zumindest ist das Personal nicht erkennbar. Es gibt ja nicht einmal eine aktuelle Telefonliste Ihres Ladens mit Namen der zuständigen Kollegen von DerWesten, die den Lokalredaktionen zur Verfügung gestellt wurde. Hoffentlich gibt’s bei spiegelonline schon ein Organigramm und ein Telefonbuch, auf das Sie zurückgreifen können…. Zumindest das Hamburger Führungspersonal ist online für jeden clickable – das von DerWesten nicht….
Ja und was wird jetzt aus Netzhaut? Was werde ich meine allerliebste Kolumne vermissen mit Wortwitz und Schenkelklopfern wie “Zensursula”…
Ach Göttchen, hat sich bei euch ein Frust aufgestaut. Jetzt bereue ich es keine Minute, die WAZ gekündigt zu haben. Was ihr hier in aller Öffentlichkeit zelebriert, ist Rufschädigung am eigenen Produkt hoch Zehn. So gewinnt ihr keine Leser. Weder offline noch online.
[...] Lesenswerter Artikel über diese eigenartige Diskussion zwischen WAZ-Journalisten, Ehemaligen und der baldigen Ex-Chefin Katharina Borchert: Da maulen wir [...]
@Ex-Leser
Erstens glaube ich Ihnen nicht, Sie sind ein Fake. Ein Nicht-Leser, der gekündigt hat, wird in der Regel nicht so interessiert sein, dass er hier nach Wochen noch in einem Gewerkschaftsblog liest… Außerdem kommt in der Formulierung “Rufschädigung” der Sprachgebrauch des Herrn Hombach durch. Vielleicht liegt der Frust auch auf Seiten der Westen-Leute, die nach ihrem prominenten Abgang eine schützende Hand verloren haben und bei denen es als nächstes rund gehen dürfte.
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Zweitens hat sich überall Frust aufgestaut, das sieht man hier ja ganz deutlich. Das hat etwas damit zu tun, dass im Konzern zu oft mit Halbwahrheiten operiert wird. Verschärft wird so etwas, wenn Führungskräfte vermeintlich basisdemokratisch mitposten und bei dieser Linie bleiben.
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Eine Auseinandersetzung dieser Art führt im übrigen zur Verbesserung des Produkt. Es ist die einzige Chance, dass Hombach, Nienhaus, Reitz, Klümper und Borchert erfahren, was wirklich an der Basis los ist und welche Probleme tatsächlich bestehen. Von Angesicht zu Angesicht ist so etwas leider schon seit langem nicht mehr möglich. Es kann niemand wollen, dass erhebliche Probleme tot geschwiegen werden, bis die Kollegen innerlich daran erstickt sind. Im übrigen ist dieses Blog zwar öffentlich einsehbar, wird aber nur von interessierten Medienkreisen besucht. 98 Prozent der Leser kennen es nicht – woher auch – und interessiert es auch nicht. Und, diese kleine Anmerkung sei noch erlaubt, bei Opel und anderen Unternehmen geht es in solchen Fällen ganz anders zur Sachen: Mit sehr auffälligen öffentlichkeitswirksamen Aktionen. Das ist hier alles weitgehend sachlich vernünftig.
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Sollten Auszüge dieses Blogs also tatsächlich bei der GF auf dem Tisch landen, so könnte es zu erheblichen Verbesserungen am Produkt führen – online und offline.
@Christian Jakubetz (http://netzwertig.com/2009/10/14/linkwertig-journalismus-niiu-twitter-palm-pre/)
Kannst Du uns kleinen doofen Printredakteuren denn mal ein finanziell tragfähiges Online-Konzept erklären, wenn Du so schön schreibst “dann bekomme ich eine Ahnung, wie unglaublich schwierig es ist, eine durchschnittliche Mannschaft durchschnittlicher deutscher Analog-Journalisten mit auf den Weg in die digitale Zukunft zu nehmen”?
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Wie genau sieht denn die digitale Zukunft aus?
Und nochmal: Wie wird sie finanziert?
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Du weißt es auch noch nicht? Das kann man noch nicht sagen?
So langsam bekomme ich eine Ahnung, wie unglaublich eingebildet durchschnittliche Blogger sind und wie sehr sie ihre durchschnittlichen Zeilen mit wenig Reichweite für die digitiale Zukunft halten. Und wie sehr eine Frau viele Menschen um den Finger gewickelt hat.
vollkommen richtig @brueller
@ alter kollege
sie haben meine volle unterstützung,
ich arbeite als zeitungswerber.
sehr viele kunden haben das abo gekündigt weil man ja auf der westen alles kostenlos lesen kann,
zudem wird ja auch alles dafür getan. hinweise auf der westen usw…
jetzt auch noch mit wir mobil gratis auf der westen zugreifen zu können macht die unabhängikeit zum print abo ja noch leichter.
wie soll man so einen leser überzeigen?
auf die bedrohten arbeitsplätze+qualitätsverlust verweisen?
das macht den vertrieb+aquise noch schwieriger als es eh schon ist.
Das Modell der kostenlosen Content-Veröffentlichung ist aus meiner Sicht schon lange gescheitert.
Man kann einem Menschen eine Schaufel in die Hand drucken und sagen: Los, schaufel dir dein Grab.
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Man kann einem Menschen eine Schaufel in die Hand drucken und sagen: Wir sind ein Team, wir teilen, was du erwirtschaftest, wir bauen uns etwas Zusätzliches und wir schauen, ob es vernünftig ist und uns nicht im Bestand schadet.
@AlterKollege, brüller, frotzel etc.: Noch mal von vorne. Ich sprach natürlich nicht von meiner Kolumne. Wir produzieren auch deutlich mehr als nur zwei Artikel pro Woche. Aber im Schnitt werden zwei unserer eigenen für Online geschriebenen Artikel auch am Contentdesk von Print übernommen (den irrigen Umkehrschluß können Sie sich also schenken). Und ja, das ist gut an den Autorennamen zu erkennen – wenn man sich denn damit auseinandersetzt. Ich liefere gerne Namen und Artikel, wenn es interessiert.
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Mit den Dienstanweisungen für Print habe ich nichts zu tun. Die Vorgaben werden, wie sich das gehört, von den Kollegen im Printbereich gemacht. Sie können gerne recherchieren. Aber von mir werden Sie die Aussage “online first” nirgendwo finden.
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Bodo Hombach lässt sich von mir sicherlich wenig bis gar nichts einflüstern, da überschätzen Sie meinen Einfluß gewaltig. Wir sind sogar häufiger mal sehr unterschiedlicher Meinung. Er wird Ihnen das sicherlich gerne bestätigen.
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Unsere Redakteure sind online auch alle im Communitybereich zu finden. Und Telefonlisten sollten ebenso überall vorliegen, wurden zumindest von uns erstellt und weitergegeben. Wenn eine fehlt, warum rufen Sie dann nicht kurz an? Oder mailen? Es mag Sie überraschen, aber ich stehe wie alle anderen auch im WAZ-Telefonbuch.
Ach ja, unser Businessplan hat niemals schwarze Zahlen für 2010 vorgesehen. Sie sollten Ihre Quellen überdenken.
Wer soviel Zeit hat hier mitzubloggen wie Frau Borchert, kann ja nicht allzuviel Arbeit auf dem Tisch haben.
@flying kangaroo:
Das war jetzt aber unter der Gürtellinie
@Katharina Borchert:
“Ach ja, unser Businessplan hat niemals schwarze Zahlen für 2010 vorgesehen.” – Ihr Businessplan hat auch niemals eine Vergütung für Inhalte vorgesehen, was glücklicherweise für die Fotostrecken geändert wurde.
Was mich nur wundert ist folgendes: Sie merken nicht einmal das hier Mitarbeiter aus dem Printbereich durchaus bereit sind das Onlineportal zu unterstützen. Aber dies nur gemeinsam und mit entsprechender Erfolgsbeteidigung.
Zum Hintergrund: Wenn den Content-Produzenten und den Ex-Kollegen vorgehalten wird, dass sie zu teuer sind und folglich Kosten gespart werden müssen, andererseits aber ihr Portal mitfinanziert werden muss, dann möchte man eine gerechte betriebswirtschaftliche Bewertung.
Sobald Sie, Frau Borchert, ein überzeugendes Konzept zur Generierung von Gewinnen mit ihrem Portal liefern, das zur Mitfinanzierung der Zulieferer (Onlineredaktion, Print, Fotografen, Verwaltung) genutzt werden kann, haben Sie tatsächlich etwas einer Managerin würdiges geschaffen. Ich befürchte aber ihr Wechsel zu spiegelonline hat mit genau diesem fehlenden Konzept zu tun…
Frau Borchert, stellen Sie sich und den WAZ-Angestellten doch mal die Frage: Was fehlt/geht nicht im Printbereich und lässt sich online lösen, und generieren daraus ein Portal.
Ich hoffe das die Ihnen nachfolgende Person genau aufgrund dieser Fragestellung ausgesucht wird.
@Frau Borchert
Wie wäre es denn, wenn Sie zur Entlastung der verbliebenen Print-Redakteure eine Arbeitsanweisung herausgeben, die bewirkt das sich die Onlineredaktion selbst um die Inhalte des Portals kümmert. Sprich: Die Print-Redakteure machen ihre Arbeit, und Sie suchen sich selbsttätig die für Online interessanten Artikel heraus, hübschen diese auf und stellen sie online?
Die nun freie Zeit der Redakteure könnten diese im Umkehrschluss dafür nutzen, um auf dem Portal nach für ihre Ausgabe interessante Artikel zu suchen und in ihre Zeitung zu kopieren.
Kann Frau Borchert verstehen, würde auch irgendwann keine Kraft mehr haben und gehen. Wenn es selbst bei derwesten.de so abgeht, wie die letzten Posts hier andeutem, gute Nacht. Und ich dachte immer, Radioleute wären schwierig. Glück gehabt
@zahlendreher:
Du schriebst und zitiertest hier am 13. Oktober u.a. :
“Journalisten sind die Bergleute des 21. Jahrhunderts”
Deine Quelle ist ein träumender “Twitterer” (9. Oktober)
Der Vergleich ist allerdings älter und zum Beispiel bei Albrecht Müller, Meinungsmache, 2009, S. 377 zu finden und dort belegt durch Lutz Hachmeister, Nervöse Zone, 2007, S. 62
Merke: Nicht alles, was man träumt hat man auch selbst gedacht
Wie wär’s denn, wenn Ihr Euch mal in aller Ruhe zusammen setzen und ganz in Echt (also nicht via Online-Forum) miteinander reden würdet? Vielleicht stellt man dann fest, dass im Lokalen nicht nur überbezahlte, mittelmäßige und faule Journalisten sich auf ihren fetten Besitzständen breit machen und dass die beim Westen nicht ausschließlich besserwissende Gratis-Content-Absauger sind, die sich mit fremden Federn schmücken. Am Ende geht es doch um die Arbeitsplätze für Euch alle, oder?
Hier noch ein paar Erfahrungen von mir:
Printtexte der Titel aus dem Lokalen werden seit dem Start von Cityweb (1997) in dem/den Online-Auftritt(en) verwendet. Insofern kann ich die aktuelle Aufregung darüber nicht verstehen.
Zum Start von Cityweb konnten dort nur registrierte und zahlende Cityweb-Kunden (die Cityweb damals als Internet-Provider genutzt haben) zugreifen. Davon hat man schnell abgelassen, weil die Anzeigenverkäufer so absolut nichts verkaufen konnten. Geschäftsmodell paid content hat zumindest damals nicht funktioniert.
Dann gab’s die Dachmarke Cityweb als frei zugängliches Angebot. Man hatte allerdings den Eindruck, dass es sich dabei um ein externes Konkurrenzprodukt handelte, denn dieses wurde in der Berichterstattung von den Printtiteln quasi ignoriert. Man musste zu den sogenannten Kollegen als Bittsteller kommen, um im Blatt mal einen kleinen Hinweis auf eine Aktion bei Cityweb zu bekommen (Ausnahme: WR). Die Folge: Niemand kannte Cityweb – zum Teil auch nicht die eigenen Print-Kollegen.
Die folgenden Einzelangebote der Titel (waz.de, nrz.de etc.) mit Online-Redakteuren aus den Printredaktionen haben an jener innerverlaglichen Situation scheinbar etwas verbessert, aber waren dann wohl im Ergebnis auch nicht das “Gelbe vom Ei”.
Dass der Westen dann von der Verlagsleitung mal richtig gepusht und beworben wurde, war für mich etwas ganz Neues und hat zumindest dazu geführt, dass endlich mal zehn Jahre alte Ideen in die Tat umgesetzt werden konnten (etwa eine erweiterte Berichterstattung des Lokalen z.B. mit mehr Fotostrecken). Das funktioniert natürlich nur, wenn die Lokalredaktionen mitziehen. Und das ist vermutlich nicht so einfach, wenn man da jemanden von Außen reinholt, der bzw. die (warum auch immer) von der alten Belegschaft nicht akzeptiert wird.
Wie es zum diesem teilweise extremen Feindbild gegenüber dem Westen und seinen Machern gekommen ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Von dort habe ich zumindest hier und an anderen Stellen immer die Bereitschaft zum konstruktiven Dialog gesehen. Aber es ist eben wohl doch etwas anderes, sich in einem Online-Forum auszukotzen, als sich mal in einer offenen Diskussion von Angesicht zu Angesicht zu unterhalten.
Also, nochmal: Ich glaube, dass Ihr nur miteinander weiterkommen könnt. Der Auflagenschwund der Tageszeitungen wird sicher weitergehen. Zumindest ein Teil dieser Informationen wird übers Netz abgerufen werden. Das ist vielleicht auch eine Chance. Ob’s reichen wird, weiß ich auch nicht. Aber komplett auf Online zu verzichten (um Exklusivität zu wahren), wird aus meiner Sicht sicher nicht funktionieren.
In diesem Sinne: Viel Erfolg!
Ich hab das grade auch hier als Kommentar geschrieben: http://www.blog-cj.de/blog/?p=2571
Auch wenn ich nicht aus NRW bin und weder eure gedruckten Zeitungen noch “der Westen” kenne, wundere ich mich schon ein wenig darüber, das bei der WAZ offenbar alle an dem Ast sägen auf dem sie sitzen.
Also, was man hier aus den Kommentaren rauslesen kann, ist ja eine unglaublich schlechte Mischung aus Realitätsverweigerung bei Teilen der Journalisten und idiotischem Profit-Center denken bei der Unternehmensleitung. Wenn man dann Artikeln, die Online gehen nicht einen (fiktiven) Wert zuweist, dann ist ja schonmal der Erste Widerstand vorprogrammiert.
Und dann diese gefühlten Behauptungen von allen Seiten (Online kannibalisiert, Print verliert, für Online soll bezahlt werden). Haben die bei der WAZ keine Studien zu sowas? Wird sowas nicht mal auf Versammlungen vorgestellt? Da scheint ja einer dilettantischer als der andere zu sein. Und anstatt mal zu experimentieren wie die Zukunft aussehen könnte, machen die sich das Leben zur Hölle. Na da ist der Untergang ja nicht weit, will mir scheinen.
@fotolieferant
“Sprich: Die Print-Redakteure machen ihre Arbeit, und Sie suchen sich selbsttätig die für Online interessanten Artikel heraus, hübschen diese auf und stellen sie online?”
Wie soll das denn gehen? Die Kommunikation von Print zu Online kann man ja jetzt schon als kaum vorhanden bezeichnen. Wie soll denn dann der Online-Desk von den Texten erfahren? Am nächsten Morgen aus der Zeitung? Wie viele Texte erscheinen am Tag in den vier Titeln der WAZ Mediengruppe? Ich kann es nichtmal schätzen, es müssen tausende sein. Da Online ja über hunderte Billiglöhner verfügt, können die natürlich locker alle Lokalausgaben durchblättern und nach interessanten Texten suchen. Oder noch besser: Sie stöbern abends im Hugo, wenn die ersten Texte eintrudeln.
Sorry für den Zynismus, aber bei solchen Vorschlägen kann ich nicht mehr an mich halten.
@K. Borchert “Mit den Dienstanweisungen für Print habe ich nichts zu tun. Die Vorgaben werden, wie sich das gehört, von den Kollegen im Printbereich gemacht.”
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Nun ja – es handelt sich eben nicht um Dienstanweisungen für Print, sondern für den Umgang mit Online, denen die Print-Kolleginnen und -kollegen Folge leisten mussten.
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Dass diese Anweisungen, wie Online zu gestalten sei, von den übrigen CRs eigenmächtig und ohne Absprache mit der Online-Chefredakteurin herausgegeben wurden, war mir allerdings nicht bekannt.
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Sie werden aber zugeben, dass es höchst erstaunlich klingt, wie Ihre CR-Kollegen Sie in einer derart fundamentalen Frage völlig übergangen haben sollen.
@wicht
Sorry, aber gehe einfach im Hugo auf Seite, wähle die Ausgabe, und du siehst was an Artikel bereits existiert.
Im Normalfall muss jetzt der Redakteur seinen Artikel per copy and paste ins Hugo, Register Text, kopieren und als Onlineartikel freigeben.
Wieso also sollte nicht die online-redaktion diese c+p-Arbeit übernehmen? Die onliner können auch besser übersehen in welchen Rubriken der Artikel erscheinen kann.
Der andere Weg, das onlinetexte automatisch aus Printtexten generiert werden ist eine Aufgabe für einen Programmierer, der vielleicht 1 Woche damit beschäftigt ist, und danach läuft es automatisch.
Mir geht es zum einen darum das die Redakteure sich länger um ihre Seiten kümmern können, und zum anderen die von Frau Borchert angegebenen Onlineartikel nutzen. Sprich Austausch und Arbeitsteilung statt Einbahnstraße mit zwei “Geisterfahrern” pro Woche.
Eine telefonische Abfrage was interessantes in der Ausgabe steht (ist übrigens ab ca. 12:00 Uhr möglich) führt vielleicht sogar dazu, dass die Anzeigenabteilung der onliner Zeit zum akquirieren hat.
Lieber wicht, alles in allem wird hierdurch Kommunikation zwischen den Bereichen geschaffen, und das verbindet und bringt erfahrungsgemäß neue Ideen!
@Fotolieferant
Nur der Print-Kollege weiß doch, wann er seinen Text fertig hat. Also kann er ihn dann auch zeitnah online stellen. Dass die momentane technische Lösung eigentlich gar keine ist, sondern ein Problem, lassen wir dabei mal außen vor und akzeptieren die Situation so, wie sie ist. Man kann sich aber auch Probleme machen, wenn man gerne welche hätte. Für mich ist ganz klar, dass in der Situation, wie sie jetzt ist, Print liefern muss, weil Print den Überblick über seine Texte hat.
Aber das führt uns eh nicht weiter.
Ich habe ja nie beahuptet, dass die Abläufe zwischen Print und Online optimal (oder auch nur befriedigend) sind. Aber dass sich der Spätdienst am DW-Newsdesk in Essen und an den DW-Regio-Desks nachmittags/abends hinsetzt und im Hugo nach Artikeln stöbert, sehe ich nicht. Eine intelligente automatisierte Lösung wäre okay. Haben wir aber nicht.
Ich weiß nicht, ob das neue Redaktionssystem hier die Arbeit erleichtert. Ich hoffe es.
Natürlich muss man auch mal die Sinnfrage stellen, ob es nötig ist, dass sich auf einer normalen Großstadt-Lokalseite auf DerWesten tagsüber wenig bis rein gar nichts tut, abends aber dann auf einen Schlag fünf, sechs, sieben, acht Texte online gehen. Das ist für den Nutzer auch nicht gerade sinnvoll. Das lässt sich nur über ein viel verzahnteres Arbeiten lösen. Das wiederum geht aber nur miteinander, nicht gegeneinander. Am einfachsten wäre das zu leisten, indem man Onliner und Printler an einen Schreibtsich setzt, gemeinsam sein “Blatt” plant und auch mal Themen gemeinsam angeht. Denn was Online braucht, ist viel mehr Work in Progress. Ein Anfütterer um 14 Uhr, ein Update um 16 Uhr, die fertige Story um 18 Uhr. Geschichten in ihrer Entwicklung begleiten. Dafür braucht es viel mehr konstruktive Zusammenarbeit.
Anmerkungen des “Medienmenschen” Christian Jakubetz zur aktuellen Entwicklung bei derwesten.de mit Bezug auf die Diskussion hier im Blog sind hier zu finden
http://www.blog-cj.de/blog/?p=2571
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
@wicht
Schön das sich eine Diskussion über das Was, wie, wann und wer entwickelt. Genau diese bisher fehlende Kommunikation ist ursächlich für die momentane Situation.
Es ist an der Zeit, Ordnung in diese Debatte zu bringen.
Kein einziger Print-Redakteur hat in irgendeiner Form die Arbeit für Online verweigert oder grundsätzlich in Frage gestellt. Das kann ich hier nirgendwo ersehen. Von daher entbehren Blogs – wie so oft – mit entsprechenden Beileidsbekundungen für Frau Borchert, Kopfschütteleien über realitätsverweigernde Redakteure etc. etc. jeder Grundlage.
Also was ist hier los?
Hier herrscht offensichtlich Frust. Und der hat drei Gründe:
1. Das Gift, das Schickler gestreut hat, hat den Betrieb nachhaltig und schlimm geschädigt. Saubere Arbeit.
2. Die Brutalität, mit der Herr R. und die GF vorgegangen sind, hat ebenfalls seinen beträchtigen Anteil daran. Mahlzeit.
3. Frau Borchert hat das Projekt nett, aber eher unklug angepackt. Sie hat Fehler in der Kommunikation gemacht.
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Das beginnt damit, dass die Belegschaft eher verunsichert war, als bekannt gegeben worden war, dass Frau Borchert den Internet-Auftritt umkrempeln soll. In so einer Situation ist es vielleicht besser in seinem Blog weiterhin über belanglose private Sachen zu schreiben. Es kommt nicht gut an, wenn die Belegschaft über so eine Quelle scheibchenweise Andeutungen serviert bekommt und gleichzeitig erfährt, dass die neue Chefin dabei Prosecco-trinkend die Beine in der Alster schwingt.
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Der kapitale Fehler war es aber, das vorhandene Wissen nicht zu umarmen und eine gemeinsame tolle Sache zu machen. Zwei führende Online-Köpfe der WAZ wurden (von wem auch immer) abserviert und auch das gesamte bis dahin vorhandene Wissen von Cityweb wurde weggewischt. Neustart bei Null.
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Oho, dachte die Belegschaft. Die wird ja wissen, was sie tut. Doch jeder Neustart ist schwierig und es ist nie gut, vorhandenes Wissen komplett über Bord zu werfen. Die Neue und die Alten, das hätte vielleicht sogar ein Dream-Team werden können.
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So aber wurde programmiert und programmiert. Der Start verschob sich und verschob sich. Die obersten Herren wurden nervös. Und irgendwann musste gestartet werden. Ja und was war dann da? Ein unausgereiftes Portal mit vielen Kinderkrankheiten. Das also war dieses Meisterstück.
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Jeder wird sich erinnern, dass der Seitenaufbau unzumutbar lange dauerte und die Bedienung an allen Ecken und Enden harkte. Bis in die heutige Zeit vergehen Wochen bis grundsätzliche Probleme gelöst werden.
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Überspringen wir einige Possen (darunter auch das überselbstbewusste Auftreten einiger Jung-Onliner) und kommen wir in die Neuzeit. Irgendwann stand Schickler in der Tür und sagte: Ihr seid alle nicht mehr profitabel. Menschen wurden zu MAKs. Redaktionen wurden dicht gemacht, etliche mussten mehr oder weniger freiwillig gehen. Es herrscht Angst.
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In so einer Situation keimen natürlich (berechtigte) Zweifel auf, wenn dann auch noch Abo für Abo flöten geht mit dem berechtigtem Hinweis: Steht doch alles online. Das können wir noch ein bisschen so weiter treiben, dann steht Schickler wieder in der Tür. “Hey”, könnten die Print-Redakteure dann sagen, “wir haben aber den Westen reich gemacht.” Mensch, was würde Herr Lawrenz jetzt mit seinen weißen Zähnen lachen.
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Der Fehler liegt also hier im WAZ-System: So lange Redakteure kostenfreie Lieferanten für den Westen sind und gleichzeitig dadurch ihr Print-Produkt Schaden nimmt, kann die Sache nicht vernünftig funktionieren.
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Was wäre zu tun?
Zunächst einmal steht fest, dass den Kollegen das Wasser bis über den Hals steht vor lauter Arbeit. Und dass sie trotzdem für den Westen arbeiten und natürlich die meisten auch Videos drehen würden. Aber wenn dieser Wechsel jetzt einen positiven Effekt für die gesamte WAZ haben soll, dann muss klar sein:
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1. Wir sitzen alle in einem Boot. Wenn Print für Online arbeitet, muss das intern vergütet werden, genauso wie die gemeinsamen Einnahmen berechnet werden müssen. Das ist nur fair.
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2. Wir benötigen intelligente Vermarktungssysteme. Es lässt mich besser schlafen, dass immer mehr Manager über Paid-Content nachdenken. Die kostenfreie Veröffentlichung und die Hoffnung auf das große Geld durch Werbung waren gestern. Das hat so lange gut funktioniert, wie die Menschen noch mehr an ihrem Abo klebten und Lesen im Web für die meisten Menschen exotisch war. Das ist heute nicht mehr so. Heute kostet das Abos und diese Entwicklung wird sich rasant beschleunigen. Ich frage mich auch, wer das ernsthaft bestreitet. Wer von den halbwegs Internet-affinen Menschen würden eine Zeitung halten, wenn alles online steht. Und wer von denen glaubt, dass sich kostenlose Portale auf regionaler Ebene auf Dauer finanzieren lassen?
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3. Paid Content bedeutet weniger Reichweite und weniger Einnahmen durch Werbung, das wird sich dennoch mittelfristig rechnen. Bei einer sauberen Kosten-Nutzen-Analyse müssen schließlich auch die ansonsten hohen Verluste im Print-Bereich einberechnet werden. Die Menschen, die in Blogs schreien, dass sie nicht bezahlen werden, werden nicht bezahlen. Auf sie kann man dann aber verzichten. Es gibt nur sehr, sehr wenige Geschäftsmodelle, die auf Kunden bauen, die ausschließlich etwas umsonst haben wollen.
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4. Die GF sollte dringend an einer neuen Unternehmenskultur arbeiten. Früher hieß es einmal, WAZ – wir arbeiten zusammen. Heute fühlen sich viele Mitarbeiter dank Schickler nur noch als MAKs und lästige Lohnempfänger.
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Gemeinsam, so wie es @Christoph schrieb, ließe sich Unglaubliches stemmen. Frau Borchert habe ich nie kennengelernt, ich wünsche ihr aber alles Gute, ein besseres Händchen beim Neuanfang beim Spiegel und ich finde es gut, dass sie hier mitdiskutiert hat.
@dieordnung
Im Prinzip alles richtig. Doch wer sagt’s den GGF so, dass sie
a) endlich im Sinne des Unternehmens handeln sollen und sie
b) dabei nicht ihr Gesicht verlieren?
Solange Hombach und Nienhaus nicht dialogfähig sind, die CR blanke Erfüllungsgehilfen auf Schleudersitzen sind und Schicklers weiter Abteilung für Abteilung ohne Gegenwehr platt machen dürfen, sehe ich für eine vertrauensvolle Aufbauarbeit kaum Chancen.
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Oder weiß hier einer, wie es nach der Bestandsaufnahme weitergehen soll?
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Die Lösung kann ja nicht sein, die kranke Frau Brost zum Tee einzuladen und ihr reinen Wein einzuschenken. Oder vielleicht ist es ja doch so einfach?!
Zum Beispiel dadurch, dass es kein Märchen wäre, dass die GGF sich Auszüge hiervon vorlegen lässt. Ich käme ins Grübeln.
@dieordnung: Eine gute Zusammenfassung und Analyse. Leider wird es aber in praxi wieder einmal nur darum gehen, Watschenmänner zu finden. Wo, das kann man sich jetzt schon denken: In den sperrigen, widerwilligen und fortschrittsfeindlichen Printredaktionen. Oben werden nämlich keine Fehler gemacht – basta.
Um falscher Legendenbildung vorzubeugen, habe ich dennoch folgendes im JakBlog (http://www.blog-cj.de/blog/?p=2571) kommentiert:
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Da ist sie wieder, die Mär vom tumben, realitätsfernen Online-Verweigerungs-Print-Journalisten. An dieser Legende stricken Leute wie die Blogger-Queen gern, wenn es gilt, die eigenen Kardinalfehler zu kaschieren. Der Kardinalfehler des Konzerns ist der: Die Print-Journalisten schreiben zwar auch für Online, bedienen mittels spezieller Software täglich das Portal mit hunderten Geschichten und Fotos. Und das, online first, bevor auch nur ein einziger Satz davon gedruckt wurde. Dabei gibt es aber einen großen Haken: Sie schreiben für eine fremde Firma. Sie schreiben für eine andere GmbH & Co.KG, ohne dort beschäftigt zu sein. Ein kostenloser Transfer von Arbeitsleistung.
Gemessen werden sie aber – und zwar ausschließlich – am Erfolg ihrer jeweiligen Printausgaben. Die gehören aber selbstverständlich zu einer ganz anderen GmbH & Co. KG unter dem Konzerndach, mit eigener Betriebsabrechnung.
Man könnte meinen, dies sei doch eine Kleinigkeit. Ist es aber nicht. Denn die Sicherheit der Print-Arbeitsplätze hängt ebenso ausschließlich von den Betriebsergebnissen der Print-Gmbh & Co. KGs ab.
So, und nun zur Situation des Printredakteurs: Der arbeitete in den meisten Lokalredaktionen schon vorher mit dem Rücken zur Wand. Zehn Stunden am Tag waren nicht selten. Seit Realisierung der Sparkonzepte hat sich, einhergehend mit Schließungen ganzer Redaktionen, die Situation weiter verschärft. Der Druck ist enorm, die Angst um Arbeitsplatzverlust groß. Und nun kommt die Verlagsspitze und sagt: Du arbeitest zusätzlich noch (es geht eben bisher nicht einmal automatisiert) für die fremde Firma. Eine interne Verrechnung zwischen den Firmen gibt es aber nicht, und deshalb wirkt sich diese zusätzliche Arbeit auch nicht weiter auf die Sicherheit des Arbeitsplatzes aus. Mit welchem Gefühl wird der solcherart motivierte Print-Redakteur, der ja allein am Erfolg seiner Printausgabe gemessen wird, die “Flip” in die Hand nehmen? Eben.
Es sind nicht nur “durchschnittliche” Journalisten. Und sie wollten durchaus mit der Online-Chefin an einem Strang ziehen. Aber mit einer solchen Konstruktion nimmt man sie nicht mit in die Online-Welt. Die bleibt schlicht eine fremde Firma.
Wird die Diskussion zum Thema „Kampf ums Lokale geht weiter“ an dieser Stelle auf Zetteln am schwarzen Brett geführt? Sitzen wir alle auf Stühlen in einer Diskussionsrunde? Geben wir eine Zeitschrift heraus? Nein. Alle Diskussionsteilnehmer kommentieren ein Blog. Nicht einmal einen redaktionellen Artikel, sondern ein BLOG. Sie produzieren mit ihren Kommentaren Content. Offensichtlich lesenswerten Content – sonst würde nicht so eifrig weiterkommentiert. Sie erreichen mit ihren Kommentaren eine Menge Menschen. In dem Fall sogar genau die gewünschte Zielgruppe – ihre Kollegen. Weil das Thema anscheinend unter den Nägeln brennt, weil viel Leidenschaft dabei ist und auch eine Menge Informationsbedürfnis. Und auch, weil das Medium Internet genau diese Diskussion in dieser Form möglich macht.
Es ist schon merkwürdig, wenn die Vorzüge des Internets gerade von den Kommentatoren deutlich gemacht werden, die so scharf gegen das Medium schießen.
Wenn die nächste Schnellstraße am Kinderspielplatz in ihrer Stadt vorbei gebaut werden soll, wollen wir die Diskussion dann auf einem Medium haben, das der WAZ Mediengruppe gehört, oder bei der Konkurrenz?
Ein dynamisches Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichen Ausgabekanälen bring uns sicherlich mehr, als ein völlig überflüssiger Grabenkampf.
Und noch ein Wort zur Netiquette in den Kommentaren hier: Ich kann ja verstehen, dass sich aufgestauter Frust irgendwo entladen muss, aber die konstruktiven Kommentare an dieser Stelle bringen sicherlich weiter, als diese grüchtebasierten Gehässigkeiten, die unter die Gürtellinie gehen. Beim Westen gäbe es dafür übrigens das Communitymanagement, das Kommentare mit persönlichen Beleidigungen -unabhängig von der beleidigten Person- löschen würde.
@Print + Online
Alles schön und gut. Aber hier dreht sich sehr viel um Finanzierung. Das darfst Du nicht ausblenden. Hier schreiben Leute in ihrer Freizeit auf einer von Gewerkschaften bezahlten Plattform. Mit festangestellten Redakteuren wäre das nicht zu machen, weil nie genug Geld eingespielt würde.
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Also nicht nur von den Vorzügen träumen, auch die Machbarkeit beachten! Denn wenn Print baden geht, geht Online auch baden. Dann liefert keiner mehr Content.
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Außerdem ist dieses Medium hier in diesem Fall besonders geeignet, weil nur noch eine anonyme Diskussion weiterhilft. Das ist ein Sonderfall. Ob es wirklich weiterführt, wenn im Fall der Schnellstraße die Leute anonym argumentieren, lasse ich mal dahin gestellt sein. Sie werden sicherlich nicht von den Behörden mit Rauswurf aus der Stadt bedroht.
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Und da auch da ist sie wieder, die Mär, dieser Onliner: Dumpe Print-Redakteure, die gegen das Internet schießen. Sag mal, könnt ihr alle keine längeren, zusammenhängenden Texte mehr lesen und begreifen?
Hier schießt niemand gegen das Internet!
Hier werden angeprangert:
- ein inzwischen unkluges Geschäftsmodell (free content – dadurch vermehrt rückläufige Abos – weniger Werbung als erhofft im Internet)
- eine unfaire Bilanzierung (kostenlos arbeiten/Minus haben – kostenlose arbeiten lassen/Plus haben)
Das alles kostet Abos, Geld, Jobs.
Erst bei Print, dann bei Online.
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Gerade den Leute vom Westen sollte an einem zukunftsträchtigen Geschäftsmodell gelegen sein. Bleibt es bei free content, dann werdet ihr alsbald auch auf die entsprechende Wirtschaftlichkeit gestutzt. Ihr solltet mal ausrechnen, was das für die Anzahl der Köpfe bedeutet.
@Katharina Borchert: Ist ja schön, dass Sie immer noch mitdiskutieren. Aber ich warte immer noch auf eine Antwort meiner Fragen.
Wie kommen Sie zu der Aussage, dass die Onliner werden nicht unter Tarif bezahlt werden? Fakt ist, dass die vertraglich verabredete Arbeitszeit ca. 10 Prozent höher ist, die Zahl der Urlaubstage geringer, Sozialleistungen wie Presseversorgung fehlen und eine Dynamisierung der Gehälter nach Berufsjahren bei WAZ New Media nicht stattfindet. Liegt das nicht unterhalb des Niveaus, das im Gehaltstarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen vorgesehen ist.
Wie kommen Sie zu der Aussage, dass Sie mit DerWesten.de die Pi’s bzw. Visits der Einzeltitel innerhalb von zwei Jahren um 300 bzw. 490 Prozent gesteigert haben? Im August 2009 hatte DerWesten 78 Mio Seitenabrufe (Spiele eingerechnet) bei 6,8 Mio Besuchen. Die Zeitungstitel zusammen hatten im August 2007 zusammen 36 Mio Seitenabrufe bei 2,8 Mio Besuchen. Wie kommen da bitte die 300 bzw. 490 % zustande?
Noch zwei unangenehme Fragen: Warum funktioniert das breit angekündigte Geo-Tagging immer nicht und wieso bleiben die Zahlen in der sogenannte “Säule 3″, der Community, weit hinter den Erwartungen zurück?
Print und Online
“Beim Westen gäbe es dafür übrigens das Communitymanagement, das Kommentare mit persönlichen Beleidigungen -unabhängig von der beleidigten Person- löschen würde.”
Sie sind aber ein lustiger Diskussionsteilnehmer. Ausgerechnet auf den Kommentarseiten “Der Westen” feiern verbalinjurien, Beleidigungen und persönliche Diffamierungen fröhlich Urständ. Beschhwerden der Betroffenen prallen oft genug ab.
Besonders findige User lassen Ihre Beleidigungen des nachts ab, wenn die Seiten ohne Kontrolle sind.
Was muß eigentlich erst passieren, bis sich das ändert ?
Und wenn Geschichten aus dem Lokalen online kostenlos zur Verfügung gestellt werden, damit Leser sich verbal die Köpfe wegen einer Schnellstraße, einer politischen Partei etc einschlagen sollen und dürfen, dann stimmt das Konzept nicht. So einfach ist das.
Warum erwartet man von den Usern nicht, dass diese auch zu ihrer Meinung mit ihrem Realnamen stehen ?
Und warum läßt die Verlagsleitung zu, dass ein Oniline-Auftritt in direkter Konkurrenz zum Printprodukt steht ? Warum kann der Online-Auftritt das Print-Erzeugnis nicht ergänzen ? Die “Tagesschau” macht es beispielsweise mit zusätzlichen Inforrmationen vor.
So wäre es vorstellbar, dass Print den Artikel bringt; Online den Service liefert.So könnte Abonnenten diesen Service gegen einen kleinen Aufschlag abrufen; andere User müssen dafür den vollen Betrag bezahlen.
Warum kriegt das dieses Unternehmen nicht hin ? Übrigens: Selbst die Kommentarseiten einiger Mitbewerber sind intelligenter gemacht, als die prolligen pseudo-Kommentarseiten des ebenso unsäglichen Online-Portals “Der Westen”.
Das Missverständnis beginnt doch schon, dass sich alle entweder als Print- ODER Online-Redakteure begreifen. Im Endeffekt sollte es nur Redakteure geben, die für alle Endgeräte und Übertragungswege schreiben (filmen und sprechen lassen wir mal außen vor) können und müssen. Das ist ja nun auch wirklich nicht schwer. Wer da nicht flexibel und schnell switchen kann, hat wohl den Beruf verfehlt.
Eine kleine Frage zum Verständnis: Sollen die festangestellten Printredakteure extra für Online-Artikel bezahlt werden (sic!) oder redet ihr bei einer onlin’schen Extraentlohnung von den Freien (hoffentlich)?
Btw: Würde nicht ungerne Fr. Borcherts Stelle haben, ich sehe hier ja sehr viel Potential und Engagement für fruchtbare Diskussion. Sollte dies bei Ihnen zu kurz gekommen sein, ist das natürlich schade. Denn in einem stimmen ja alle überein, nur gemeinsam geht’s.
@Unbeteiligter Online-Medienheini “Wer da nicht flexibel und schnell switchen kann, hat wohl den Beruf verfehlt.”
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Noch einmal zum Mitdenken: Online und Print sind bei der WAZ verschiedene Firmen. Völlig getrennt, völlig unterschiedlich abgerechnet. Das ist das Hindernis. Die Angestellten der einen Firma sollen völlig kostenlos für die andere Firma arbeiten. Ich weiß nicht, wie das bei Dir ist. Würdest Du ohne jede Gegenleistung für die GmbH von “DerWesten” arbeiten und so deinen Arbeitsplatz in deiner eigenen Firma gefährden?
@ Unbeteiligter Online-Medienheini
Die Redaktionen werden “bezahlt”. Das wird im Allgemeinen gemacht in dem man dem was da hergestellt wird einen (fiktiven) Wert gibt. Wären etwa all Artikel für eine Tageszeitung gleich lang, wäre der Wert eines Artikels “Einnahmen aus der heutigen Zeitung”/”Anzahl Artikel” = Artikelwert. Wenn die Zeitung sich aus verschiedenen Redaktionen speist, kann man diesen Wert den einzelnen Redaktionen als “Einnahme” zurechnen. Diesen (fiktiven) Einnahmen stehen Aufwendungen gegenüber — etwa für Personal. So weit so allgemein. Es scheint jetzt aber so zu sein, dass bei der WAZ eine Lokal-Redaktion geschlossen wird, wenn die Einnahmen kleiner als die Aufwendungen sind. Und wenn die Lokal-Redaktionen dann Online-Artikel schreiben, denen aber kein Wert zugerechnet wird, dann leistet die Redaktion etwas, das aber in ihrem Jahreserfolg nicht berücksichtigt wird, sondern die müssen sich allein über gedruckte Zeitungen tragen. Deren Auflage sinkt aber bekanntlich. Es mag da Unterschiede bei einzelnen Blättern geben, aber der Trend scheint nach unten zu zeigen.
Das ist zwar letztlich ein reines Buchhalterproblem, allerdings muß es ja mit dieser Abrechnung zu einer Spaltung zwischen Online und Print kommen. Denn wenn der Job an dem Erfolg von Print hängt, dann macht man halt Print und findet Online doof.
Nebenbei: Ich dachte immer Bezahl-Content im Internet funktioniert nicht. Wie soll das denn genau gehen, das Leute für den Online-Content bezahlen?
Eijeijei, das wusste ich nicht. Vielen Dank für die Aufklärung. Beim ersten Drüberlesen und Nachdenken halte ich das für Wahnsinn und extrem schädlich für das gesamte Medienprodukt (online, print – all inclusive) Das öffnet ja Missgunst und Missverständnissen Tür und Tor und Motivation ist auch was anderes… Dann nehme ich das zurück “mit Stelle haben wollen”. Bevor es da nicht zu einer kompletten neuen Struktur kommt, die einzig und allein die Verbesserung und den Erfolg des Produktes (wiederum all inclusive) zum Ziel hat, sehe ich eigentlich keine nachhaltige Lösung.
Und das Thema Paid Content ist wahnsinnig komplex und schwierig zu beurteilen. Aber wenn dann solche sturkturellen Schwierigkeiten auch noch dazu kommen, kann es gar keine optimale Lösung und damit auch erfolgreich-zufriedenes Arbeiten geben.
@Unbeteiligter Heini
Klar, dass Redakteure medienunabhängig Inhalte erstellen, wäre wünschenswert. Dazu müssten aber manche (manche, nicht alle!!!) eingefleischten Print-Redakteure aus dem Trott raus, nicht vor 16 Uhr schreiben zu können. Es ist doch einer der größten Schwachpunkte von DerWesten, dass bis ca. 17 Uhr überhaupt keine Verwertung von Print-Inhalten stattfinden kann, sondern mit Agentur gearbeitet werden muss. Das ließe sich kurzfristig zum Beispiel dadurch ändern, dass man Printler und Online an einen Tisch setzt und der Onliner die Arbeit des Printler begleitet und Häppchen ins Netz stellt. Eine gute Online-Berichterstattung kann nicht am späten Nachmittag beginnen, sondern muss gleich am frühen Morgen starten. Daher kann es nur der enizge Weg sein, Content-Ersteller und Content-Manager zu haben. Die Ersteller produzieren den ganzen Tag lang Inhalte (Fotos, Texte, Audios, Videos), die Manager schieben diese Inhalte in die verschiedenen Medien. Das muss an einem Tisch in einer Redaktion geschehen.
@ Alter Kollege
Ja, es stimmt, dass es zwei Firmen sind und dass es buchalterisch und wie auch sonst immer dumm ist, wenn ein Angestellter von Firma A kostenlos für Firma B arbeitet. Aber das ist eine Situation, mit der wir offenbar leben müssen, so lange es keine Lösung gibt. Und glaube mir: Sollte eine Lösung gefunden werden, wäre die sicherlich nicht mit einer Personalaufstockung verbunden – im Gegenteil. Dann heißt es wieder, dass Synergien entstehen. Letztlich heißt das immer, dass man Mitarbeiter einsparen kann. Als genau so selbstverständlich sehe ich es an, dass Transfers von einer Firma zur anderen auch vergütet werden müssen. Ich glaube, intern gibt es da auch Schlüssel, nach denen im Konzern umverteilt wird. Aber da will ich mich nicht festlegen. Und seien wir mal ehrlich: Wenn die Arbeitsabläufe anders geregelt wären, und das Klima ein anderes, dann wäre es allen völlig egal, ob sie gerade einen Text für Firma A oder B online stellen.
Stimme dem Wicht zu, wundert mich, dass dies nicht so oder ähnlich läuft. Aber eins sollte jedem Redakteur klar sein: Um seinen Job zu behalten, muss er sich umstellen (auch als Content Manager braucht unbedingt redaktionelle Fähigkeiten), spezialisieren und/oder weiterentwickeln. Denn auch hier stimme ich dem Wicht zu. Ohne personelle Anpassungen und Synergien wird es so oder so nicht gehen. Und gehaltstechnisch wird es ebenfalls enger/weniger, obwohl ich jedem nur das Beste gönne. Aber diese heilige Kuh wurde und wird geschlachtet, da Online einfach nicht die Umsätze (und vor allem die Marge) erzielt werden wie in den goldenen (Print-)zeiten. Dafür haben alle zu lange geschlafen und den Zug verpasst.
[...] http://www.medienmoral-nrw.de/2009/09/kampf-ums-lokale-geht-weiter/ a few seconds ago from seesmic [...]
Manueller Trackback: http://identi.ca/notice/12111153
#Medien Der praktizierte Online-Offlinekrieg tobt in den Kommentaren. Länglich, lesenswert, entsetzlich http://bit.ly/31Gtk2 #WAZ #DerWesten
Puh, meine Damen und Herren, dieser Kommentarstrang hier ist ja an Entsetzlichkeiten & Selbstzerfleischung kaum noch zu überbieten.
Hallo Unbeteiligter,
dass sich Journalisten umstellen können, haben sie bewiesen. Sie wurden vom reien Schreiber zum Setzer und Meteur. Aufgrund der neuen Technik. Nun werden sie mittelfristig sicherlich von der monmedialen Tätigkeit zum trimedialen Journalisten zwangsläufig mutieren.
Das aber setzt mehrere Dinge voraus: Erstens muß das Gehalt dem Mehr an Aufgaben angepaßt werden, zweitens die entsprechende Ausbildung dafür erfiolgen und drittens von der Verlagsleitung ein entsprechendes Gesamtkonzept erarbeitet werden.
Es kann nicht sein, dass Print seine Artikel online stellen muß (wie derzeit im Lokalen regelmäßig geschehen) und sich dadurch kannibalisiert. Am Ende, weil die Auflage gesunken ist, wird als Dank für den Einsatz die ein oder andere Lokalredaktion geschlossen und der fleißige Print-Redakteur verliert für sein nicht zuisätzlich entlohntes tapferes Online-Engagement obendrein noch seinen Job. Diese Praxis ist nun wirkllich kontraproduktiv.
Auch kann es nicht sein, dass Mehrarbeit nicht vergütet wird. Hier wäre sogar der Manteltarifvertrag entsprechend zu ergänzen.
Ich habe auch nicht den Eindruck, dass sich die Print-Kollegen grundsätzlich gegen Online wenden. Wohl aber gegen ein Konzept, dass den Absatz der Druckerzeugnisse durch das kostenlose Netz-Angebot gefährdet und damit eben auch die Arbeitsplätze.
Verschlafen wurde im Verlag wohl vielmehr eine vernünftige Verzahnung der Geschäftsfelder Print und Online. Das eine sollte den Nutzer so neugierig auch auf das andere machen, dass er für beides bereit ist gern dafür auch Geld auszugeben. Das setzt aber voraus, dass das anfallende Arbeitspensum auf ausreichend viele Schultern verteilt wird und nicht immer weniger Redakteure immer mehr mehr Arbeit aufgebrummt bekommen, für die sie dann noch nicht einmal ordentlich entlohnt werden.
Zum Thema “Schreibrhythmus”: Viele Geschichten können im Lokalen erst am späten Nachmittag geschrieben werden, da oftmals vorher Termine anstehen wie PK`s, Reportagen oder auch nur umfangreiche Telefonrecherchen. Wenn nun der lokale Kollege auch noch mi t der Videokamera unterwegs sein soll, kostet das abermals Zeit, die ihm dann zur Erstellung seines Artikels fehlen wird.
Für eine gut geschriebene Reportage braucht es aber Zeit. Schon jetzt merkt der Leser, dass viele Artikel unter Zeit- und hohem Arbeitsdruck gefertigt wurden. Mögen sich die Autoren auch so um die vielzitierte “Qualität” bemüht haben: Der Leser merkt, dass es nicht mehr die “Qualität” ist und bestellt in der Konsequenz seine Zeitung ab. Denn warum für ein schlechter gewordenes Produkt einen höheren Preis zahlen, wenn man im Internet mit ein paar Abstrichen “seine” Lokalreport zum Nulltarif geliefert bekommt. Und das meist noch am frühen Abend des gleichen Tages. Da braucht man sich auch nicht mehr darüber aufzuregen, dass wieder einmal die zeitung nicht gekommen ist und man bei WAZ-Dialog 20 Minuten länger ergebnislos in der Warteschleife hängen geblieben ist. Denn die nahe Geschäfttstelle, die prompt reagierte, gibt es ja auch nicht mehr.
Mit Verlaub: Schon jetzt leidet vielfach die Qualität der Artikel unter dem Arbeitspensum der Kollegen. Gerade eine gut geschriebene Reportage braucht ihre Zeit. Nur allzu oft merkt man es ihr an, dass sie unter Zeitdruck erstellt wurde. Das aber hat mit der vielbeschworenen “Qualität” eines unbedarften Medienmanagers nicht mehr viel gemein. Wer Stellen streicht, dem verbliebenen Redaktionspersonal noch mehr Arbeit aufbürdet kann im Ernstfall nicht auch noch von “Qualitätsjournalismus” sprechen. Auch wenn sich viele Kollegen darum ernsthaft bemühen. Aber ihnen fehlt oft einfach die Zeit für die gründliche (investigative ?) Recherche; oftmals auch zuim Schönschreiben…Und das wiederummerkt der Leser. Der bestellt dann seine “Qualitätszeitung” dann ab….
@Print + Online. Markus Merz u.a….
Entsetzlich, Zerfleischung … Bitte nicht so dramatisch. Es gibt keinen “Krieg zwischen Print und Online”, wie er von den Onliner immer wieder behauptet wird. Es gibt nur berechtigte Kritik an dem, was Hombach, Reitz & Borchert so eingeführt haben.
Warum fühlen sich Onliner nur ständig auf den Schlips getreten? Und warum missverstehen sie jegliche Kritik an den Vorgängen in der WAZ Mediengruppe stets als Generalkritik der Printler-Deppen am Internet? Das Netz kann nix dafür, ist nicht nur als Medium ‘ne tolle Sache und schafft unglaubliche Möglichkeiten.
Warum negieren die Onliner so konsequent die Sorgen und Probleme der Printkollegen, deren Tätigkeit abwechselnd gern leicht abfällig mit “analog” oder “holzmedial” beschrieben wird? Und warum beten sie immer nur die Überlegenheit des Silikons.. pardon: Siliziums herunter? Statt auch mal zu sagen: Stimmt, ohne diese analogen Kolleg(inn)en vor Ort und seine holzmediale Basis könnte DerWesten überhaupt nicht halbwegs anständig existieren.
Das wäre mal ein Anfang.
Danach könnten die Kolleg(inn)en von “Print + Online” tatsächlich versuchen, gemeinsame Lösungen zu finden, ohne Frust hier oder Überheblichkeit da, mit Vorteilen ausnahmsweise mal für beide Seiten. Auch den Onlinern muss sehr daran gelegen sein, diese komischen rückständigen analogen Abonnenten zu behalten.
Der Streit darüber, ob Zeitungsleser und In-den-Computer-Gucker womöglich unterschiedliche Zielgruppen sind, ist müßig. Sicher ist: Was ich heute (kostenlos) im Netz lese, muss ich morgen nicht nochmal identisch in der (bezahlten) Zeitung lesen. Logisch, dass Abonnenten in einer nicht auf Rosen gebetteten Region allein deswegen schon mal abspringen. Hier muss dringend ein abgestimmtes Konzept für beide Vertriebswege her.
Dem allem steht eigentlich nur der gemeinsame Besitzer der Zeitungsgesellschaften und der Internetgesellschaft entgegen, der “Print + Online” eben nicht zusammenbringt, sondern in unterschiedliche Gesellschaften zwingt und den einen unsäglich ausnimmt (inhaltlich und personell) und dem anderen gibt. Diese unternehmerische Einbahnstraße ist der Knack- und Streitpunkt, nicht das Medium Internet.
@wicht
Das mit den Vorabmeldungen per Online hat aber einen Nachteil: Die anderen Zeitungen lesen bekanntlich mit, und wären sofort informiert…
Portale wie rp-online schalten Hauptartikel erst gegen Mitternacht frei, denn dann können sie sicher sein das:
1. Die anderen nicht mehr auf eine Exklusive Geschichte reagieren können.
2. Der Leser schon am vorabend die Zeitung von morgen liest.
Auch wenn ich der bisherigen Diskussion mit dem Konsens der Zulieferung von Artikeln durch die Print-Redakteure verstehe, fehlt mir seitens Online eine Resonanz, die dem Print-Redakteur etwas zurückgibt.
So wie ich Frau Borchert verstanden habe ist noch nicht einmal geplant im nächsten Jahr schwarze Zahlen zu schreiben. Somit ist mit einer realen Entlohnung nicht zu rechnen, und vor fiktiven Zahlungen wird man sich bei derwesten.de so lange drücken wie es geht.
Einnahmen mit einer Onlinezeitung zu generieren scheint mir nicht unmöglich, aber nur indirekt.
Der, nicht nur von derwesten.de angedachte Weg paid per story mag im Sexbusiness funktionieren – aber wieviel ist ein Mensch bereit für einen Bericht von der Rathaussitzung zu zahlen? Und mit welchem System soll er zahlen – ich schicke 2 KByte und kriege 1,8 KByte zurück?
Wie würde es eigentlich aussehen wenn der Onlinebereich alles bezahlen müsste und die Printausgabe kostenlos verteilt wird?
Fiftyruhr hat es so wunderbar auf den Punkt gebracht.
Und ich ergänze: Mich kotzt dieses dümmliche Blog-Gelalle über Holzschnitt-Redakteure so dermaßen an. Wie schrieb schon einer oben: Manche Blogger scheinen gar nicht in der Lage, lange Texte zu lesen und zu verstehen. Das ist definitiv so. Aber Hauptsache ich trage eine schicke, möglichst rechteckige Brille, habe optimalerweise eine polierte Glatze, gebe mich intellektuell und setzte mit einer vor mir selbst fast nicht zu ertragenden Überheblichkeit ein paar Zeilen über Redakteure als Bergarbeiter ab. Als Lohn gibt es ja immerhin Applaus vom kleinen Kreis der ewig Gleichen. Ist doch toll, wenn man sich wie im Zirkus immer im Kreis dreht und sich alle auf leeren Rängen an albernen, schlechten Nummern erfreuen.
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Die Printler wollen für Online arbeiten. Sie wollen aber, dass es gerecht zugeht. Und sie wollen verhindern, dass der gesamte Konzern durch ein falsches Geschäftsmodell baden geht. Dann mit den Onlinern baden geht!
Am Rande bemerkt:
Nachdem die Auflage um 4,5 % (09/2008 -> 09/2009) gesunken ist, werden die Preise ab 01.01.2010 um 2,6 % angehoben. Das ist eine reale Preiserhöhung von 7,1 %. Über die gesunkene Auflage in unserer Zielgruppe will ich erst dabei gar nicht erst klagen. Mitunter habe ich das Gefühl, dass die Sterbequote dem Schwund entspricht. Auf welchem Berg leben eigentlich die Damen und Herren des Konzerns, die eine solche Preispolitik zu verantworten haben?
Nein, es stimmt nicht mit der Sterbequote überein. Nach unseren Erfahrungen, wie hier zu lesen, bestellen viele Leute jeden Alters ab, weil sie alles online kostenfrei lesen können.
Ihr werdet auch weiterhin am Printreichweite verlieren, ob der derwesten.de nun eine ausführliche, eine Paid Content oder eine kleine Seite ohne Artikel ist. Entscheidend ist doch nur, die Leute die Infos dann bei derwesten.de oder einer anderen Seite bekommen. UND genau da muss angesetzt werden. Klingt jetzt etwas doof, das predige ich aber schon seit mehreren Jahren und bis jetzt geht nun mal die Entwicklung in diese Richtung.
@falsch: Ich stimme ja damit überein, dass das so nicht weitergehen kann und die da oben auch einen schlechten Job machen. Deine persönlichwerdene Polemik ist aber armselig und wirft die Diskussion wieder um Scrollnbalken zurück.
@Unbeteiligter Online-Medienheini
Es bringt aber nichts, wenn ich mir die Reichweite gratis erkaufe bzw. dadurch die bezahlte Reichweite verliere. Niemand hätte ein Problem damit, wenn Print an Reichweite verliert und Online an tragfähiges Geschäftsmodell hätte, das Reichweite gewinnt. Im Moment beschleunigen wir aber den Reichweite-Verlust bei Print und erzielen auch online keine Einnahmen – das geht schief, nicht wahr?
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Ich fand meine Polemik überaus witzig und klopfe mir immer noch auf die Schenkel. Es ist doch so: Sobald ein Printler die Wörter “Online” und “aber” in einem Satz verwendet, nässt sich die so genannte Blogosphäre ein. Ich habe abgesehen von immer wieder kehrenden dumpfen politischen Parolen noch nie so oft stereotype Reflexe wahrgenommen wie bei denen in diesem Zusammenhang. Dass es sich oftmals um vereinsamte Menschen handelt, die sich vom ewig gleichen Kreis ihrer 100 Freunde beklatschen lassen, ist aber nur meine ganz persönliche Meinung… Aber ich nehme auch Wetten entgegen, dass es zur nächsten WM keine Coca-Cola-WG mit Bloggern geben wird. Das Thema ist eh out. Allenfalls würde dieses (eine) Mal aus der Coca-Cola-WG getwittert. Und in vier Jahren…
Ach so, mein Kritik bezieht sich nicht auf den normalen (nicht relevanten) Blogger ansich, sondern auf einen Großteil der besserwissenden selbst ernannten Medienblogexperten.
@ falsch!
Richtig!
Auch diese Resonanz erhielten wir bereits auf Kundenbefragungen. Eine Dame sagte, sie lese alles online, habe aber auch eine Zeitung. Wir fragten, welche? Sie wusste den Namen nicht mehr, diese erhalte sie zweimal wöchentlich und kostenlos. Auch ein Phänomen.
Vielleicht sollte man sich überlegen, die Printartikel mit zeitlicher Verspätung einiger Stunden, z.B. ab 11 Uhr des Folgetags, oder nur als Teaser einzustellen, nach dem Motto “den Rest lesen Sie in Ihrer Zeitung”? Wenn kein Verlag damit beginnt, wird die Zeitungslandschaft bald sehr übersichtlich werden.
Und wer bei der WAZ-Gruppe auf die Idee gekommen ist, dass die zahlende Kundschaft für die Schulen Zeitungspatenschaften übernehmen sollen, sitzt in einem Elfenbeinturm. Ich finde Zeitungen für Schulklassen einen wichtigen Weg, aber warum sollen wir Leser bzw. Kunden das bezahlen? Es ist doch Werbung in eigener Sache oder wurde der Etat schon zusammengestrichen?
Nachdem die Preiserhöhungen im letzten Jahr noch “moderat” waren, hat sich unser Anzeigenberater in diesem Jahr übrigens entschuldigt. Kein Wort der Preisverteidigung mehr. Wenn es nicht so traurig wäre..
@Anzeigenkunden0815
Ob ich es jetzt um 18 Uhr am Vortrag oder um 13 Uhr mittags kostenfrei lese – wäre mir egal. Teaser oder zahlen für Volltext. Interessant, was Sie da berichten.
Das man bei derwesten.de nicht anfängt konsequent an einem wirtschaftlichen Erfolg zu arbeiten hängt m.E. mit dem einzig vorzeigbaren Ergebnis der PIs zusammen. Jegliche Einschränkung des Content würde PIs kosten…
Andererseits würde es reales Geld kosten die Seiten so umzubauen das sie Geld einspielen. Bei den Kurzfrist-Denkenden-Managern bedeutet das sie müssen ein Excel-Diagramm mit nach unten gerichteter Kurve präsentieren, und das ist schlimmer als eine nichtssagende stetig steigende Linie!
Wie wäre es mit einem täglich welchselnden Code, der in der gedruckten Ausgabe steht, nach dessen Eingabe der Leser den Artikel mit z.B. zusätzlichen Fotos lesen kann?
@fiftyruhr (und falsch!) – Kennen Sie “die Onliner” wirklich alle so gut, dass Sie sich eine solche allgemeine gültige Bewertung erlauben dürfen? Sagen Sie doch mal konkret, wer Ihre Arbeit als “holzmedial” bezeichnet hat (hier können Sie das ganz anonym tun). Die mir bekannten Profile einiger “Westen-Mitarbeiter” offenbare zumindest eine “Printvergangenheit”. Insofern kann ich mir die von Ihnen unterstellte (und u.a. von dieordnung angedeutete) Überheblichkeit und Arroganz aller “Onliner” nur schwer vorstellen. Aber dazu bin ich (zum Glück?) zu weit außen vor. Vielleicht ist es ja auch nur die Unsicherheit jener Kollegen. Denn jeder Online-Redakteur kann die Zugriffzahlen auf seine Werke unmittelbar abrufen – und das kann – so meine Erfahrung – ganz schnell zu erheblichem Frust führen.
Ihr “Über-einen-Kamm-Scheren” hat jedoch aus meiner Sicht durchaus etwas “kriegsartiges”, nämlich Verurteilung nach Zugehörigkeit. Aus meiner Sicht ist es für “beide Lager” – so es sie denn wirklich gibt – mal an der Zeit, über den eigenen Schatten zu springen, die “weiße Fahne” in die Hand zu nehmen und in den “Westen” zu fahren. Vielleicht gibt’s dann ja mal was Neues…
Meldungen immer sofort online und zwar so viele wie möglich. Klassischer Hintergrund dann als Teaser für die Zeitung oder als Paid Content. Gefahr: Andere, schlanker aufgestellte Seiten decken 50 – 70% des Leserbedarfes ab – sofort und unentgeltlich. Das wird sowieso die Frage für 2010/2011 sein. Wie viel ist der Content den Lesern wird. Vor sechs Jahren wurde ja sogar agiert, aber dann müssen die Tageszeitungsartikel auch wirklich gut sein. Ich kann nur aus meinen Erfahrungen sprechen, dass sie dies bei Regionalzeitungen zumeist nicht sind. Ergo, Seitenumfang verkleinern und Hintergrundartikel verbessern und den nationalen/internationalen Mantelteil komplett streichen.
Meine Idee: Online muss die Marke aufgefüllt werden und zwar ohne Schranken aber eben passend, denn Online konvergiert alles. Das heißt:
Wenn ich mich über lokale und regionale Veranstaltungen informieren will: derwesten.de
Wenn ich mich über die Bundesländer, Städte etc. informieren will (Sehenswürdigkeiten etc.): derwesten.de
Wenn ich ein Kompetenzthema einer lokalen Zeitung oder eines Lokalteils wie Lokalsport besetzen will, kann ich mit Start-Ups wie spielerkabine.net kooperieren, die Spielberichte aus Kreisklassen attraktiv darstellen.
Die bekannten Gesichter der Zeitung müssen bloggen und zwar stetig und vielleicht auch mal über Dinge, die im Alltag eines Journalisten so passieren und dann verbunden mit aktuellen Aufhängern. Oder in Blogs mal etwas zynischer oder lustiger werden. Das würde die Kommentare und Glossen einer Zeitung nicht kannibalisieren, da es andere Themen sind und die Redakteure stärker personalisieren.
Generell gibt es so viele Möglichkeiten, die Online-Ausgabe einer Zeitung auszubauen, ohne die Printvariante komplett abzuwerten, es muss nur kreative Ideen und auch Investitionen geben.
@Unbeteiligter Online-Medienheini
ACK. Dabei ist jedem (jawohl, auch Print)-Redakteur längst klar, dass es eigentlich nur um ein neues Medium geht, mit dem seine journalistische leistung unter das Volk gebracht werden kann.
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Nur müsste die beiden Kapitäne auf dem Tanker WAZ-Gruppe eben endlich abrücken von ihrer frühkapitalistischen Maxime “divide et impera”. Solange aber diese Herrschaften die beiden Vertriebswege (online und print) wie konkurrierende Segmente behandeln, kann das alle nicht funktionieren. So kann man zwar wunderliche Tarifstrukturen bei Online einführen und dort bisher recht erfolgreich den Einfluss eines Betriebsrates verhindern, aber keinen Teamgeist erzeugen.
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Solange den Print-Firmen die sinkenden Auflagenzahlen an die Beine geheftet und in der Folge Redaktionen geschlossen werden, andererseits aber die Online-Firma als erfolgreiches Zukunftsmodell gepriesen wird, obwohl deren angeblicher Erfolg (der sowieso noch nicht erwiesen ist) ganz offensichtlich mit Hilfe der Transfers journalistischer Arbeit aus den Redaktionen zusammengeschummelt wird, kann es nicht funktionieren.
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Mit diesem Geschäftsmodell unterschiedlicher Firmen, bei dem die Online-Chefin, wie sie hier selbst zugeben musste, nicht einmal in grundlegenden Online-Fragen genügend Einfluss auf ihre Print-Chefredakteurskollegen hat, ziehen zwar alle an einem Strang. Leider aber an entgegengesetzten Enden.
Die FAZ macht m.E. geradezu vorbildlich vor, wie man es machen sollte: Die wesentlichen Artikel der Print-Ausgabe online, aber nur für kurze Zeit, die gesamte Print-Ausgabe ab 18 Uhr des Vortages online einsehbar – aber kostenlos NUR für Abonnenten (!) bis zum Erscheinen der nächsten Ausgabe. Danach kostet jeder (!) Artikel für jeden, der ihn lesen will, bares Geld – gestaffelt nach der Länge. Ein funktionierendes Geschäftsmodell, das für alle Beteiligten fair ist und insgesamt für Print, online und Leser eine Win-Win-Situation darstellt. Gleiches Spiel übrigens auch für die FAS, die selbst für FAZ-Abonnenten nicht kostenlos online verfügbar ist. Warum sich die WAZ-Mediengruppe mit solch einem Modell so schwer tut, ist und bleibt ein Rätsel.
Alter Kollege,
Ihre Analyse der Sachlage ist zutreffend. Es fehlt an einem ordentlichen Gesamtkonzept und damit einer neu zu schaffenden Unternehmensstruktur. Bislang wird nur rumgewurschtelt mit verheerenden Folgen für Mitarbeiter und Kunden, die dem Konzern immer öfter die rolte Karte zeigen.
@ waz-leser:
Genau so sollte ein Konzept für Print und Online aussehen. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen: Lokalnachrichten, die eine gewisse Exklusivität besitzen (weil nicht überall verfügbar), sollten für Nicht-Abonnenten – selbst gegen Entgelt – online frühestens um 12 Uhr des Tages ihres Erscheinens in der Tageszeitung abrufbar sein. Die kostenlose Nutzung des Onlinearchivs sollte ebenfalls ausschließlich Abonnenten unserer Zeitungen vorbehalten sein. Für Nicht-Abonnenten würde ich die Nutzung des Archivs kostenpflichtig gestalten und auf maximal vier Wochen beschränken. Danach Zugriff nur noch für Abonnenten!
Allerdings werden solche Konzepte nur dann funktionieren, wenn alle Verleger an einem Strang ziehen und Qualität und Quantität unserer journalistischen Arbeit deutlich gesteigert werden. Mit den beliebigen und teilweise belanglosen Inhalten, die wir unseren Lesern seit Herbst vergangenen Jahres vorsetzen, werden wir jedenfalls keinen einzigen Blumentopf gewinnen.
Die FAZ hat aber auch ein andere Zielgruppe und eine etwas andere inhaltliche Ausrichtung – auch online. Hier geht es vorrangig um regionale/lokale Zeitungen und da ist das Modell auf jeden Fall schwieriger umzusetzen bzw. kaum zu vergleichen.
Als Noch-Leser der WAZ vermisse ich mehr die gut gemachten Lokalseiten. Natürlich ist der Lokalteil, der mich als WAZ-Leser noch hält. Wenn hier den Redakteuren keine Zeit für gute Recherchen gegeben wird, sondern man den Eindruck hat, hier werden nur Seiten gefüllt, dann man die WAZ auch abbestellen. Für die Kommunalpolitiker ist das natürlich tool, niemand erfährt mehr über die Öffentlichkeit, was die eigentlich planen und kein Bürger schaut denen mehr auf die Finger mit ihren Projekten. Widerspruch kann ja nur erfolgen, wenn ich weiß, wohin die Planungen gehen. Wie oben auch wieder erwähnt, der Leser wünscht einen guten Lokalteil. Ansonsten sollten sich die Redakteure mal überlen, ob sie nicht eine eigene Redaktion gründen. Falls da dann gute journalistische Arbeit entsteht, würde ich sofort wechseln; auch aus meinem Bekanntenkreis. Der hauptsächliche Teil des Lokalteils besteht ja eh aus Sport. Dazu hat man das Gefühl, das die vorgegebenen Raster gefüllt werden.
@heini
Eben, die FAZ hat eine andere Zielgruppe. Sie hat es eigentlich viel schwerer, weil sie gegen Spiegel, Süddeutsche, Welt etc. konkurriert und da alles kostenlos online zu haben ist. Unsere lokalen und regionalen Nachrichten gibt es aber in der Fülle (!) und (!) Breite (!) nirgendwo anders. Also wäre so ein Modell hier leichter umzusetzen.
@falsch: Sehe ich ein, aber in Zukunft wird es mehrere der von dir genannten Zeitungen nicht mehr geben. Egal, ob das Modell momentan funktioniert. Ich würde sogar Wetten annehmen, dass die Markenkonsolidierung der Verlage noch nicht mal gestartet ist. bis 2015 wird es da richtig rappeln.
Aber egal, ich plädiere generell bei den lokalen und regionalen Themen für große Brainstormingrunden aller Beteiligten (egal, welcher Position und Abteilung), dann Ideensondierung, Grobkonzepte und Abstimmung. Und dann diese Konzepte in die Tat umsetzen ohne auf alte Strukturen (egal welcher Art oder Steuervorteilen etc.) zu achten. Denn die Idee und das Produkt ziehen das Geld wie der VW-Chef, glaube ich, mal sagte. Alles andere sind nur Pflaster und packen das Problem nicht an der Wurzel. Na ja, und je länger man wartet, desto größer wird die Wunde.
“Falsch” ist das:
Unsere lokalen und regionalen Nachrichten gibt es aber in der Fülle (!) und (!) Breite (!) nirgendwo anders
Denn es gibt durchaus noch Regionen, in denen die WAZ sogar noch einen Mitbewerber hat. Siehe Ruhr-Nachrichten, Siegener Zeitung, Rheinische Post etc. ….
Richtig ist: Warum sollte die WAZ nicht das auch machen, was die FAZ auch macht.
Kleines Wort zum Sonntag:
Mancher ehemalige Kollege der WAZ-Zeitungen, der über einen Aufhebungsvertrag ausgeschieden ist, mag sich gewundert haben. Sang- und klanglos ging’s nach draußen, eine knappe Mail nach 20, 30 Jahren Verlagszugehörigkeit – das war’s.
Es gab dazu eindeutige Anweisungen der Chefredaktion. Wer über Aufhebungsvertrag geht, wird nicht offiziell verabschiedet. Da fragt man sich, wenn man das doch über Jahre beim Weggang von Kolleginnen und Kollegen anders kannte, nach dem Warum. Der Grund liegt nahe: Der Leser sollte natürlich, möglichst wenig bemerken vom großen Schwund hinter den Kulissen. Deshalb durfte er auch nicht erfahren, dass xyz, deren oder dessen Berichte aus seiner Stadt ihm seit Jahren vertraut waren, eben nicht mehr berichten wird.
Meiner Meinung nach kann man daraus vor allem zwei Schlüsse ziehen. Erstens: Diejenigen, die solche Anweisungen veranlassen, haben sich längst schon so weit von der Wirklichkeit des Lokaljournalismus entfernt, dass sie allen Ernstes glauben, Leser in derart schlichter Manier über die Entwicklungen hinwegtäuschen zu können. Zweitens und wichtigstens: Die Verantwortlichen haben selbst nicht einen Funken Vertrauen ins Geschwafel von der höheren Qualität, die angeblich mit Hilfe von Synergien durch weniger Menschen zu erzeugen sei. Dass das peinliche Verschweigen und Vertuschen des Personalabbaus allerdings das Vertrauen des Lesers in “seine” Zeitung deutlich schmälert, ist mir in verschiedenen Gesprächen immer wieder bestätigt worden: “Bei Euch hat man ja nichts davon gelesen.” Auch so entzieht man sich die Basis für das Lokale.
“Mancher ehemalige Kollege der WAZ-Zeitungen, der über einen Aufhebungsvertrag ausgeschieden ist, mag sich gewundert haben.”
Nicht doch! Wer sich darüber gewundert hat, kannte WAZ, WR und NRZ nicht. Mehr als einen feuchten Händedruck durfte in diesem Laden niemand erwarten.
…es geht ja so weit, dass man eine Redaktion dicht macht und den Lesern einfach ein umgebautes WAZ-Blatt mit vertrauter Farbe in den Briefkasten steckt und denkt: Die merken das nicht. Die Leute sind aber nicht doof. Ein ehrliches Anschreiben wäre besser gewesen. Aber wer sich so weit von der Basis entfernt hat…
FAZ, SZ…
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/faz-erwartet-millionen-verlust_100023989.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=d6e942e552
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/sz-will-lokales-bndeln_100023987.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=899fcffe34
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/horror-zahlen-aus-dem-sddeutschen-verlag_100023967.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=2b633b3933
@Unbeteiligter Online-Medienheini
Schlimm. Aber was soll hier jetzt die Lösung sein? Alles online kostenfrei?
Ich finde es interessant und bedenklich wie “fürstlich” die Redaktionsmitarbeiter ‘medienwirksam’ abgefunden wurden und nun die anderen Kolleginnen und Kollegen in den anderen Abteilung wie z.B. die Buchhaltung (Verlagerung von Essen nach Thüringen) und die Anzeigenabteilung (Die gleiche Arbeit mit der Hälfte an Personal aber der Vorgabe doppelten Umsatz zu machen) sprichwörtlich ‘rausgemobbt’ werden… Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass an diesen Vorgehensweisen der Stellenwert der einzelnen Abteilungen wieder einmal sichtbar wird: An 1. Stelle – Die Redaktion, 2. Stelle – Die Redaktion, 3. Stelle – Die Redaktion, usw. – und die anderen Mitarbeiter bleiben wieder einmal auf der Strecke…
@Mitarbeiter
Ich kann Dir zum Stellenwert der Mitarbeiter nur sagen: 1. Stelle Kostenfaktor. 2. Stelle Kostenfaktor. 3. Stelle Kostenfaktor. So sieht es doch aus. Und, angenommen es stimmt, was du sagst: Was würde es dir bringen, wenn die Mitarbeiter aus der Redaktion genauso wenig Abfindung wie die aus anderen Abteilungen bekommen hätten? Ginge es dir dann besser? Den anderen Betroffenen? An deiner Stelle würde ich versuchen einen vernünftigen Gesamtbetriebsrat auf die Beine zu stellen, dann könnte man die Leute nicht ausspielen und hätte gemeinsam Druck machen können. Aber unter gleich Betroffenen noch die Sozialneidkarte zu spielen bringt dir und auch sonstwem nix.
@mitarbeiter
@albertus
Angesichts der Entwicklung, die dieses Unternehmen nimmt, kann man jedem nur raten, sich den Abschied so üppig wie nur eben möglich bezahlen zu lassen. Dass die Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen Vertrieb, Sales, Marketing und Geschäftsstellen dabei schlechtere Konditionen haben als die Damen und Herren aus den Redaktionen, ist leicht zu erklären: Stellenabbau in den Verlagsbereichen wird mehr oder minder passiv hingenommen, aber Stellenabbau in Redaktionen löst allemal ein Rauschen im Blätterwald aus. Knapp 300 Redaktionsstellen ohne betriebsbedingte Kündigungen abgebaut zu haben, dafür hat sich Hombach in zahlreichen Zeitungen gerne loben lassen. Wer fragt da noch nach dem “Fußvolk”?
Manager Hombach kam Anfang 2002 ins Unternehmen. Die Aboauflage der Zeitungen in NRW lag damals bei knapp über 1 Million. Zum Ende des dritten Quartals 2009 ist die Zahl der Abonnenten auf 758.000 gesunken. Heißt: Das Hombach-Wirken hat (bisher) 25% der Auflage gekostet.
Und an der Wirksamkeit der jetzt eingeleiteten Maßnahmen darf man wohl auch erhebliche Zweifel haben. Vom zweiten zum dritten Quartal haben die NRW-Titel 21.000 Abonnenten verloren, knapp 30.000 sind es gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres.
In jedem börsennotierten Unternehmen hätte man einen solchen Manager – und die von ihm eingekauften Häuptlinge – längst vor die Tür gesetzt.
Verkaufte Auflage 2. Quartal 2009: 843.568 Expl.
Verkaufte Auflage 3. Quartal 2009: 817.564 Expl.
Bei mir macht das 26.000 Expl. weniger.
22,40 x 26.000 x 12 = 6.988.800 Euro im Jahr.
Herzlichen Glückwunsch! Weiter so!
ist eigentlich “CN” noch im Hause? In den letzten Wochen war immer nur “BH” präsent, auch heute, wo das neue (bestimmt nicht guenstiger.de-Ruhrpott-Bild) vorgestellt wurde. Na ja egal, bei dem ständigen Kommen- und Gehen da oben blickt man da oben eh’ keiner mehr durch. Wie hieß es auf der WAZ KG-BV so schön von “BH” , als man ihm die ständigen Wechsel bei Führungskräften vorhielt: “Seien Sie froh, dass die auch wieder weg sind!” Schallendes Gelächter, aber keiner traute sich zu fragen: “Wer hat denn die alle geholt und haben sich dann als Flop erwiesen ?”
@klösschen
Die Rechnung ist gut. Gehen wir aber mal einen Schritt weiter und rechnen die ganze Sache auf das Jahr 2009 hoch.
Verkaufte Auflage (vorsichtige Hochrechnung 4. Q. 2009) 800.000 Ex.
Verkaufte Auflage (Stand 4. Q. 2008) 860.675 Ex. Macht minus 60.675 Ex. x 22,40 x 12 = 16.309.440 EUR.
Dazu ein Minus im Anzeigen- und Beilagenverkauf von (vorsichtig geschätzt) 50.000.000 EUR. Dazu Abfindungen Redakteure (inkl. Berater, GST-Mitarbeiter etc.) von 40.000.000 EUR. Macht fürs Jahr 2009 ein Minus von ca. 106.000.000 EUR.
Auch lokal zeigen sich jetzt die Folgen der Schickler-Operation: Zum Beispiel Siegen (das ist der Standort, an dem in der Redaktion zunächst eine “Doppelspitze” mit Jungredakteuren installiert wurde, bis der ältere Lokalchef aufgab und wo man den Namen “Westfälische Rundschau” in “Siegener Rundschau” änderte): Verlust im Verkauf während der letzten drei Monate 14,4 Prozent, beim Abo 4,57 Prozent. Die Druckauflage von WR+WP ging dort in drei Monaten von 9456 zurück auf 8355 Stück, also ein Minus von 11,64 Prozent!
WR-Chefredakteur Malte Hinz aber lädt derweil gebliebene und gegangene Redakteurinnen und Redakteure nach Dortmund ein, und will dieses erste Jahr in neuer Formation Revue passieren lassen. “Und auch ein wenig feiern”. Denn es sei mit einer beeindruckenden Kraftanstrengunge von Belegschaft, Betriebsräten, Verlag und Chefredaktion … gelungen, “den Fortbestand der WR zu sichern und ihr damit eine Perspektive für die Zukunft zu geben.”
Die WR-Ausgabe Dortmund verlor laut IVW in drei Monaten 1,89 Prozent Abonnenten.
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Übrigens, weil es hier ja auch Thema war: Das überaus erfolgreiche Portal “Der Westen” sackte bei den PIs wieder ab – um 6,28 Prozent gegenüber dem Vormonat und noch unter den Wert des Monats Juli.
Entschuldigung, natürlich nicht die WR Dortmund allein, sondern WR+WAZ in Dortmund verloren im letzten Quartal 1,89 Prozent.
@borchert
“Das Portal derwesten.de wird 2010 schwarze Zahlen schreiben.” Dieses Zitat haben Sie – siehe weiter oben – energisch bestritten. Ein Blick ins Archiv (Wirtschaftswoche vom 24.1. 2009) kann Ihnen auf die Sprünge helfen:
In einem langen Interview erklärt dort Hombach zu den Perspektiven von derwesten.de, das Portal werde “Ende 2010 schwarze Zahlen schreiben”.
Hombach wird das ja wohl nicht ohne die Infos seiner grandiosen online-Managerin von sich geben, oder? Sie sollten also mit Ihren Dementis nicht ganz so nassforsch bei der Hand sein.
Im gleichen Interview sprach Hombach für das Jahr 2008 von einem “Anlaufdefizit von 4 Mio Euro” für das Portal derwesten.de. Addiert mit den Investitionen in 2007 und dem Defizit 2009 stehen damit für 3 Jahre derwesten.de rd. 15 Mio Euro Verlust zu Buche. Geld, das jetzt mit der Schließung von Lokalredaktionen und Geschäftsstellen wieder reingeholt werden soll.
Ein tolles Geschäftsmodell, das dieses Unternehmen in seiner lokalen Kernkompetenz gravierend schwächt, um sich in teure Seifenblasen-Abenteuer zu stürzen.
Bei allem diskutieren führt letztlich kein Weg daran vorbei dass das Printgeschäft mehr Einnahmen erzielen muss – ansonsten lassen sich die sonstigen Abenteuer nicht finanzieren.
Wo sind hierzu die Ideen?
Ja, lieber @Fotolieferant,
ich bin auch furchtbar gespannt, was den Herren Chefs in ihrer angeborenen Weisheit nun so alles einfällt … nachdem sie den lokalen Karren, zumindest personell, prima an die Wand gesetzt haben. Im aktuell genutzten Handbuch für kleine Manager steht eigentlich nur was zum Thema Sparen & Kürzen.
In Thüringen das gleiche Bild:
Verkaufte Auflage 2. Quartal 2009: 321.442 Expl.
Verkaufte Auflage 3. Quartal 2009: 316.481 Expl.
Macht das 4.961 Expl. weniger.
20,60 x 4.961 x 12 = 1.226.359,- Euro im Jahr.
Kommt alle nach Thüringen! Hier gibt´s die Jobs mit Zukunft!
Der Branchendienst meedia formuliert das Quartalsergebnis so: “Um 27.509 Exemplare ist die verkaufte Gesamtauflage der WAZ-Mediengruppe geschrumpft – ein Minus von 3,3%. Ohne den Anstieg von 4.700 sonstigen Verkäufen sähe es sogar noch schlechter bei den WAZ-Zeitungen aus: Die Abos gingen um 3,7% zurück, der Einzelverkauf um 6,9%.”
Die Verluste liegen deutlich höher als bei anderen Zeitungsgruppen in NRW.
hier der Link zu dem hier bereits angesprochenen Bericht aus meedia.de, der die IVW-Zahlen für das Quartal 03/09 auswertet (www.ivw.de) und der die Zeitungen der WAZ-Mediengruppe zu denn großen Verlierern zählt
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ivw–fast-alle-regionalzeitungen-verlieren_100024024.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=f76355457a
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
Das Defizit bei derwesten.de wäre noch erheblich größer, wenn die redaktionelle Zulieferung durch die Printtitel dem Portal betriebswirtschaftlich in Rechnung gestellt würde. Das würde auf der anderen Seite die Betriebsergebnisse der Zeitungen entsprechend verbessern und zudem für mehr Wahrheit und Klarheit bezüglich der realen Kosten sorgen, die durch das online-Abenteuer verursacht werden. Aber daran hat die Konzernführung kein Interesse. Statt dessen tragen die Zeitungen den Löwenanteil der Contentkosten von derwesten.de – und werden dafür mit rigiden Sparprogrammen bestraft. Absurd!!!
So nun habe ich eben für morgen 1,20 Euro gespart und unter derwesten.de zudem noch alle 12 Kalenderbilder des Jungbauernkalender gesehen – sprich, derwesten.de vereitelt nicht nur Geschäfte von waz Print.
@Grund zum Feiern
Mein Gott, warum denn nicht! Für jeden mindestens eine Flasche Rotwein – möglichst eine schwere Sorte, die ordentlich knallt…
Auch die Titanic ist mit Musik und voller Beleuchtung untergegangen.
Manche haben Grund zum Feiern, andere weniger. Erstere können doch gut allein feiern. Prost Mahlzeit.
Da fällt nur noch Kästner ein:
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“Was auch immer geschieht:
Nie dürft ihr so tief sinken
von dem Kakao, durch den man euch zieht,
auch noch zu trinken.”
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In diesem Sinne trinke ich
auch meinen Wein -
lieber allein.
Ich denke, dass Malte Hinz es nur nett und gut meint. Und es unter dem Aspekt Teambildung, Motivation sieht. Dass ich da trotzdem nicht hingehen würde, steht außer Frage. Und es ist zudem auch immer die Frage, wer einem den Becher Wein reicht. Hoarg, ich krieg Kotzreiz…
Teambildung mit Ehemaligen, die nicht einmal vernünftig verabschiedet werden durften? Merkwürdiges Verfahren. Na denn: Prost!
Ich empfinde nur noch Wut, wenn ich hier erfahre, wieviele Millionen durch den Westen versenkt wurden und werden, die NIEMALS wieder eingespielt werden. Das Ding ist ein Millionengrab, für das wir auch noch täglich kostenlos arbeiten müssen. Und, Blogger dieser Welt, steinigt mich, ohne diesen Auftritt ginge es unserem Verlag viel, viel besser. So wie es jetzt gemacht wird, reißt uns das alle in den Abgrund. Kein Wunder, dass Frau B. von Bord geht. Es dauert bestimmt nicht mehr lange, bis diese miesen Zahlen auch innerhalb des Verlages nicht mehr zu vertuschen sind. Da sollte Schickler mal hinschauen. Dann sollte man entweder endlich ein tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln oder den Westen auf das Niveau anderer Regionalverlage eindampfen, bis eins gefunden wird oder auch nicht.
@ Nur gut und nett
100% Zustimmung!
Schickler hat für die Redaktionen in NRW ein Gesamtbudget von rd. 75 Mio Euro ausgerechnet. Wenn die Redaktionen im Schnitt auch nur 10 Prozent ihrer Arbeitszeit für derwesten.de aufwenden, müsste das schon mit 7,5 Mio Euro das Betriebsergebnis von derwesten.de be- und die Kosten der Redaktionen entsprechend entlasten. 7,5 Mio Euro, also 25% der von Hombach geforderten 30 Mio Euro, die eingespart werden mussten, also 25% der 300 Stellen, die in den Redaktionen gestrichen werden mussten – 75 Stellen als Opfer der Redaktionen für derwesten.de
Man fragt sich, ob es überhaupt steuerlich zulässig ist, dass die eine Gesellschaft zum Nulltarif für die andere Gesellschaft arbeitet – vielleicht wird ja auch an der Stelle getrickst…
derwesten.de ist mit Sicherheit nicht der alleinige Grund für den Auflagenrückgang bei den Zeitungen.
Die Schickler Rechnung: Sparen durch Streichen, wir dummerweise von den Lesern imitiert, obwohl ich diese Auswirkung nirgends im Schickler Papier gelesen habe.
Das Problem der waz besteht meiner Meinung nach darin dass im Zeitungsbereich erwirtschaftete Gewinne zu Aufkäufen anderer Firmen genutzt wurden, deren Verkäufe allerdings nicht mehr der waz zugute kamen. Eine zu hohe Geldentnahme seitens der Eigentümer verschlimmert das Problem zusätzlich, da spätestens jetzt investiert werden muss um das Printprodukt als dauerhafte Einnahmequelle zu erhalten.
Das was man in derwesten.de versenkt hat ist Erdnussbutter.
@ Medienmoral
Gibt es hier eigentlich keinen Themen-Blog, in dem man die in letzter Zeit immer dreister werdenden Lügen und xxx* der Chefredaktion gegen die eigene Mannschaft sammeln kann? Wäre gut zu wissen, wie viele Leute Klümper in letzter Zeit auch xxx*, xxx* und xxx* gemacht hat wie die Kollegen in unserer Redaktion. Wenn er nächste Woche als Redaktions-Praktikant nach Duisburg geht, haben wir hoffentlich Ruhe. Da muss er vielleicht wirklich mal arbeiten!!!
*Statement von Medienmoral:
Aus juristischen Gründen sehen wir uns gezwungen, die Begriffe rauszunehmen, die presserechtlich angreifbar sind.
@Lügen-Barone: Hat Klümper nicht im vorigen Jahrhundert mal in Duisburg gearbeitet? Back to the roots!
Ich kann nicht mehr vor Lachen. Was soll das denn bringen? Symbolischer Schulterschluss – oder einfach nur aktionistischer Stuss? Das gibt ein prima Arbeitsklima….
Ich weiß wohl, dass früher eine Ausbildungsredakteurin mal eine Vertretung im Lokalen gemacht hat – aber da brannte personell auch der Baum.
Vielleicht macht K. ja eine Ein-Mann-Springer-Redaktion auf und übt für den großen Absprung…
Ich kann nicht glauben, dass Klümper keine anderen Pfeile mehr im Köcher hat. Obwohl: Reitz hat sein Pulver ja auch ast verschossen. Und der Rest: So wie der Mann im Regen steht, wird es pitsche-nass sein.
Diese Art vom kurzzeitiger Mitarbeit durch die CR gibt es bei der kleinen Blauen auch. Das scheint “neues Management” zu sein.
@Hans Lassmann: Mir gefror gerade das Blut in den Adern: Kaum zu glauben, dass der Mann mit den absoluten Koryphäen in Deutschland in einen Topf geworfen wird:
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http://www.alpha-journalisten.de/html/html/reitz.html
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Wie gesagt -unglaublich- !
Ach Leute, regt euch nicht mehr auf. Wartet einfach nur noch ab. Das reicht völlig.
@ Unglaublich:
Es kommt noch besser. Im Nachfolgeband “Alpha-Journalisten 2.0″ wird Katharina Borchert porträtiert.
@ Hans Lassmann
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Klümper will als “einfacher Redakteur” – wozu er nun wirklich nicht qualifiziert ist, der würde doch nicht mal die Volo-Runde überstehen – arbeiten, um zu sehen, wo es zwischen Red. und Regiodesks hapert. Als hätte der (..) die Größe zuzugeben, dass die Desks Blödsinn sind. Müsste er den Unfug ja rückabwickeln.
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Wenn ihm in Duisburg einer quer kommt, droht er ihm bestimmt mit Versetzung ins Sauerland. Bestensfalls lästert er bei den Kollegen über andere Kollegen, um sich interessant zu machen. Tut er in Vier Augen-Gesprächen und kleineren Runden jetzt immer öfter. Einfach nur asozial, und dabei hat der doch mal das Gegenteil studiert.
@ Lügenbaron
Uns ist hier an einem ruhigen und sachlichen Umgang mit den Problemen gelegen, Bezichtigungen anderer helfen sicher auch nicht weiter, diese Probleme zu lösen.
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw
@medienmoral
Doch! Es muss einfach mal gesagt werden: Solange Schickler, Reitz und Klümper werkeln, wird keiner zugeben, wie sehr die Regiodeks schrott sind und unsere Arbeit erschweren, behindern und verschlechtern. Man muss die Probleme auch mal beim Namen nennen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass vorher die große Erleuchtung kommt. Ohh, vergaß ich das Monitoring der BR, haha.
@ medienmoral
soll es jetzt auf samtpfoten weitergehen?
…ab sofort wird geschmust, gekuschelt und harmonisch mit dem Chefredakteur gefeiert. Es geht uns ja jetzt allen soooo gut!
wisst ihr, woran fast alle regionalzeitungen in deutschland kranken? an ihren chefredakteuren, die für ihr ego einen zu stark besetzten überregionalen teil haben wollen anstatt ins lokale zu investieren. so einfach ist das leider.
@tatsache “so einfach ist das leider.”
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Bei allem Verständnis für den Ärger, den mancher CR mit seiner schier unerträglichen Ego-Pflege verbreitet – so einfach ist es leider nicht. Selbstverständlich gibt es sehr viele weitere Faktoren, die den Zeitungen – auch den regionalen – das Leben höllisch schwer machen.
Als ich vor knapp 30 Jahren bei der Zeitung anfing, gab es nur drei Fernsehprogramme, im Radio als regionalen Nachrichtensender WDR2 und neben “meiner” Zeitung noch das lokale Konkurrenzblatt. Das war überschaubar, auch für den Leser. Wer eine Wohnung, eine Stellung oder ein Auto suchte, der guckte selbstverständlich in den Kleinanzeigenteil seiner Zeitung. Die Leute warteten deshalb am Ausgang der Druckerei auf die frischen Exemplare.
Wie sieht es heute aus? 30, 40 deutschsprachige Fernsehprogramme, das alte “Dritte” aufgeteilt und regionalisiert, lokale Fernsehprogramme gibt es teilweise auch, dann noch überall Lokalradio mit Nachrichten aus der Region, dazu drei und manchmal noch mehr kostenlose Anzeigenblättchen, Hochglanz-Städtemagazine, das Internet mit Nachrichten auf Städteseiten. Alle wollen etwas vom großen Kuchen.
Bei alledem sind sowohl das Geld, das Werbekunden ausgeben als auch die Zeit, die Mediennutzer aufwenden, begrenzt. Wo ist das Rubrikengeschäft der Zeitungen geblieben? Im Internet. Wo suchst Du eine neue Wohnung, ein neues Auto, kannst es sogar ganz gezielt tun? Wo konnte man sich am Wahlabend die aktuellen lokalen Ergebnisse auf den Schirm holen? Richtig! (Ausnahme: DerWesten, die hatten es technisch bekanntlich nicht im Griff).
An den genannten Beispielen lässt sich im Vergleich zur Zeit vor 20, 30 Jahren leicht zeigen: So einfach ist es leider nicht. Es wäre wirklich schön, wenn man nur einen egozentrischen CR auswechseln müsste, und die Welt einer Regionalzeitung wäre wieder im Lot. So wird es aber nicht sein. Es sind strukturelle Probleme des Medienmarktes, auf die die Zeitungen, in Verbindung mit geschicktem Einsatz der “neuen” Medien, reagieren müssen.
Dass eine eingebildete, selbstverliebte und vielleicht noch inkompetente Chefredaktion bei einer Zeitung da natürlich höchst hinderlich ist, versteht sich von selbst. Aber es liegt nicht an ihr allein. Und manches wird sich für die Zeitung nie mehr zum Besseren wenden (um Beispiel dürfte das einst so lukrative Rubrikengeschäft endgültig verschwunden sein). So weh das einem Zeitungsmann auch tut: Dies zu akzeptieren dürfte helfen, irgendwann auch den eigenen inneren Frieden wiederzufinden.
@Alter Kollege: Schön, dass Sie die Diskussion wieder auf vernünftige Pfade führen. Jetzt ist die Frage: Was kann man machen, um die Verlagsmanager ins Boot zu holen, um gemeinsam an Lösungen und Strategie zu arbeiten? Anscheinend würde ja auch eine transparente, fachlich on- und offline hochwertige, schonungslose Analyse helfen?
Oder muss man gewisse Verlage und Zeitungen einfach aufgeben?
Apropos Anzeigenblättchen: Ein WAZ-eigenes wurde vor wenigen Tagen eingestellt. Der “Wochenblick”, haushaltsabdeckendes Erscheinungsgebiet Siegerland, verschwand sang- und klanglos vom Markt.
@ Ex-WRler:
Die Einstellung des “Wochenblick” ist ausnahmsweise kein Verlust. Ursprünglich zur Steigerung der Anzeigenreichweiten gedacht, landete dieses Blättchen bei den Nicht-Abonnenten ohnehin ungelesen in der Tonne.
@ Heini:
Wie willst du deine ehrgeizigen Vorschläge in die Tat umsetzen? Solange an der Spitze von CR und GF so kritikresistente, egozentrische und machtgeile Manager wie die Herren Reitz, Hombach und Nienhaus sitzen, wird sich innerhalb der WAZ-Mediengruppe nichts zum Positiven wenden. Gibt es eigentlich auch eine Alternative zu Schickler? Externe Medienexperten, die die WAZ allein unter dem Aspekt der Produktgestaltung, der Quantität und der Qaulität unter die Lupe nehmen? Vielleicht sollte man einfach mal jemanden fragen, der sich damit auskennt. Denn auch wenn fast alle regionalen Abozeitungen Leser verlieren: Ein Blick nach Niedersachsen oder Schleswig-Holstein zeigt, dass es durchaus noch Zeitungen gibt, die ihre Auflagen halten können und bei den Rückgängen allenfalls eine Null vor dem Komma zu verkraften haben.
@Besorgter Mitarbeiter “…landete … ohnehin ungelesen in der Tonne.”
Woher weiß man das? Gab es objektive Untersuchungen zum Leseverhalten? Oder ist das einfach nur Deine Vermutung? Richtig wird sein, dass, im Gegensatz zum Wettbewerber übrigens, das Anzeigenaufkommen drastisch zurückging. In jedem Fall aber überlässt die WAZ-Gruppe bei den haushaltsabdeckenden Anzeigenblättern dort bereits dem Wettbewerber das Feld. Das ist kein gutes Zeichen für den Redaktionsstandort von WR/WP.
Das Zitat:
“Wenn der WAZ-Konzern mal eben über 200 Stellen in den Lokalredaktionen kürzt, habe ich meine Zweifel, ob das ohne Qualitätseinbußen geht.”
Journalismus-Professor Volker Lilienthal appelliert in der Diskussion um schwindenden Qualitätsjournalismus an die Verleger.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/1022/media/0043/index.html
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
@Medienmoral zit. Volker Lilienthal
Ein Blick in diverse Lokalausgaben beseitigt jeden Zweifel.
Bodo Hombach hat der Wirtschaftswoche ein ausführliches Interview gegeben, in dem er zu aktuellen Problemen und Entwicklungen Stellung bezieht
http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/waz-gruppe-online-2010-schwarze-zahlen-384756/
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
Diesen Beitrag im DLF finde ich lesenswert:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/marktundmedien/1057104/
@ Medienmoral am 25.10.2009 um 22:49
Ja, so lieben wir die Gewerkschaftler!
Immer schön rückwärts schauend.
Das Interview stammt vom JANUAR 2009.
Einmal schämen, bittschön.
Was zum Klicken für unsere Katharina (und zur Orientierung für die GF):
http://www.kress.de/cont/story.php?id=130973
@brüller:
Dazu hat
http://blogbar.de/archiv/2009/10/26/bayerische-verblendung/
das Richtige geschrieben.
@Hannes
Wenn das alles so profan, dämlich und überflüssig wäre, wie es mal wieder einer dieser einseitig dimensionierten Blogger schreibt, dann wäre wohl auch niemand dazu bereit, die Zeitung zu abonnieren und dafür Geld zu bezahlen. Dann hätte auch die gedruckte Fassung allenfalls als kostenlosen Anzeigenblatt eine Chance auf dem Markt gehabt, weil die Inhalte ja so sehr provinziell und nichtig sind. Es gibt aber (einige) Menschen, die interessiert es, wenn vor ihrer Tür ein Sack Reis umgekippt ist.
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Und dann hat Mister Schlau zwei weitere Dinge vergessen: Erstens dass selbst mit einem kostenfreien Internetangebot in der Form ja kaum oder gar kein Geld erzielt werden könnte, weil die Inhalte ja so profan sind. Und zweitens – viel wichtiger – dass die Augsburger Allgemeine möglicherweise die richtig guten Geschichten bisher nicht online setzt, weil sie sie nicht kostenfrei verschleudern will. Sobald Geld fließt, würde man die Inhalte der Zeitung vemutlich komplett online finden.
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Ergo: Man kann sich als Wichtigtuer natürlich über Lokaljournalismus in der Provinz lustig machen und gezielt die plattesten Nachrichten herauspicken und zitieren (diese Schema lässt sich übrigens noch einfacher auf Blogs anwenden). Dennoch ist es unbestreitbar, dass eine Zeitung wie die Augsburger einen Markt mit ihren Print-Inhalten bedient. Und ein Teil dieser Menschen würde genau diese Inhalte auch online konsumieren, vielleicht sogar lieber. Allerdings ist das bisher kostenfrei und nicht kostendeckend. Und daher ist die Einführung einer Abo-Gebühr genau richtig. Es gibt eben Menschen, die solche Nachrichten lesen wollen und bisher auf Papier dafür bezahlen. Alle anderen können ja gern draußen bleiben.
Ach, guck an, die Blogosphäre lebt noch. Ich habe schon so lange nichts mehr von diesem selbst ernannten Blogger-Papst gelesen. Aber sei’s drum. Lokales interessiert fast immer nur die Menschen in ihrem Ort. Für alle anderen ist es unwichtig, ob ein Kind an der Hauptkreuzung angefahren wurde oder Karl Mayer neuer Karnevalspräsident ist. Als Auswärtiger mag es sogar lustig erscheinen, was da berichtet wird. Man kann auch drüber spotten, wenn es nötig hat. Ich spotte zum Beispiel über Don Alphonso. Weil seine Gedanken ansonsten für mich persönlich keine große Relevanz haben.
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Ich freue mich jedenfalls auf den Tag, an dem die lokalen Zeitungen Leuten wie Don den kostenlosen Saft abdrehen. Dann wünsche ich viel Spaß beim Zusammentragen der lokalen Informationen. Am Ende wird es auch für diese Leute nur zwei Möglichkeiten geben: a) Sie verzichten auf die Zeitungsinhalte und klauben sich halt zusammen, was das Netz an lokalen Informationen hergibt. Das ist nicht viel, aber es reicht ihnen. Damit spiegeln sie die Realität wieder, wonach 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung ohne Tageszeitung auskommen, weil sie die Inhalte nicht interessieren / ihnen zu teuer sind / andere Quellen wie Anzeigenblatt oder Internet ausreichen. Oder sie stellen b) fest, dass sie nicht mehr alle Informationen bekommen und doch zahlen müssten. Das halte ich zwar bei extrem Internet-affinen Menschen für unwahrscheinlich, wohl auch aus Prinzip, aber es gibt einen großen Bevölkerungsanteil, dem wird es so gehen.
Entgegen meiner sonstigen Art habe ich ‘mal auf blogbar.de meinem Ärger freien Lauf gelassen:
“Mir gefällt die bornierte Art nicht, mit der Sie sich über den Lokaljournalismus und letztlich auch über die Leser erheben, die solche Nachrichten sehr wohl lesen und wünschen, auch wenn Don Alphonso auf seinem Blog-Olymp diese Texte für belanglos hält.
Übrigens: Die von Ihnen angeführte Meldung von dem Schweden, der auf den Zug sprang, schien doch von größerem als nur lokalem Interesse gewesen zu sein, denn sie ging am selben Tag durch die Nachrichtenagenturen. Dass sie nicht Ihrem Verständnis von Journalismus entspricht, muss ja nicht bedeuten, dass “die Welt”, für die Sie hier in offenbar wahnhafter Anmaßung zu schreiben glauben, solche Nachrichten nicht wünscht.”
Paid Content muss extrem gut durchdacht internetaffin und haargenau in das ganzheitliche Auftreten bzw. das ganzheitliche Konzept einer Medienmarke passen. Sonst kann der momentane Abwärtstrend sogar noch an Fahrt zu legen. Und Paid Content wird AUF JEDEN FALL bei jeder Zeitung neu und oft auch anders positioniert werden müssen.
Die oberen Medienmanager, die extrem wenig Online-Erfahrung -und Gefühl haben, beten bis jetzt immer nur das Allheilmittel Paid Content runter, wirklich handfeste Konzepte habe ich bei den einzelnen Verlagen noch nicht gehört (mit ein paar Ausnahmen am Rande).
Leider sind die Verlage anscheinend ob historisch gewachsener Strukturen auch nicht in der Lage, sich dementsprechend vernünftig transparent und modern auf- und umzustellen. (siehe selbst medienwirksame Hauruckaktionen wie die Installation einer Ex-Bloggerin als Chefredakteurin. Bei aller Liebe und Verständnis für Frau Borchert hat sie doch wegen klarer Unerfahrenheit im Zusammenspiel mit Menschen und Redakteuren auch viel kaputt gemacht).
Im Endeffekt sehe ich gerade bei lokalen Titeln mittlerweile nur noch die Möglichkeit einer Revolution (also einer sofortigen kompletten Kultur- und Strategieänderung). Für eine gesündere Evolution von innen heraus ist es wohl schon zu spät.
@Unbeteiligter Online-Medienheini
…die wie konkret aussehen soll?
Diese Blogger-Menschen wie Don Alphonso (der von dem weiter oben gesetzten Link) sind übrigens putzig. Sobald man kontrovers mit ihnen diskutiert, werden sie beleidigend. Greift man sie daraufhin auf ähnlichen Niveau an, dann werden – Achtung – Beitrag gelöscht! Jawohl, der große, große Don Alphonso löscht Beiträge. Unter anderem solche, in denen man der Mehrzahl der Blogs vorwirft, dass sie wie ein Blutegel an den so genannten Holzmedien sitzen, sie diese aber großmäulig attackieren und dabei in Wirklichkeit von ihnen leben. Und dass sie ohne die Zeitung auch kaputt gehen würden. Sie recherchieren ja in der Regel nicht selbst: Sie schreiben ab und kommentieren.
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In dem Sinne: Ein Hoch auf die Blogosphäre, auf die selbst ernannte Medien-Elite der Zukunft. Nur bemerkenswert, dass es dort zugeht wie bei der Prawda. Motto: Ich mache mir meine Wahrheit wie sie mir gefällt. Zensursula hätte ihre wahre Freude an diesen Blogger-Kollegen. Aber Blogs sind ja ohnehin überschätzt und das wirkliche Phänomen von gestern. Immerhin hat es Don Alphonso durch meine Beiträge auf 35 Kommentare unter seine These geschafft. Wenn das mal nicht auf die (nicht vorhandene) Relevanz schließen lässt… Er sollte besser twittern, das ist jetzt in.
@brueller:
ja, das Blog ist mit Vorsicht zu genießen.
Ich selbst denke nicht, dass es um Journalismus vs. Blogger geht. Sondern um guten vs. nicht so guten Journalismus.
Was die Blogger betrifft: Die besten Blogger sind eigentlich nur gute Kolumnisten, die das was sie vorfinden, originell sortieren und bewerten. Die meisten Blogger sind gar keinen Journalisten.
Siehe dazu auch Werner D’Inka von der FAZ:
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/blogs-keine-authentische-journalismus-form_100024173.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=a9105c2fd5
http://rhein-zeitung.de/on/09/10/26/rlp/t/rzo631818.html
@brüller: Ja, wenn ich dafür ein Patentrezept ergo ein ausgearbeitetes Konzept hätte, wäre ich schon längst bei den Zeitungen damit vorstellig geworden. Da ich jedoch gerade selbst in großen Online/Offline-Projekte rumwerkel, um mir meine Mahlzeiten zu verdienen
, muss das noch warten. Ich werde spontan und von Zeit zu Zeit mal ein paar Ideenteile hier zu Diskussion stellen, sollte diese hier weitergehen.
Außerdem sagte ich ja, es muss sich in Brainstorming-Runden aller Beteiligten rauskristallisieren. Ich habe sicherlich nicht die Weisheit mit so Löffeln gefuttert, als dass ich hier in Stein gemeißelte Thesen runterbeten kann. Diese falsche Annahme bzw. dieses arrogante Herangehen habe ich schon mal gemacht (Radio/Online statt Print/Online) und bin mit dem Erreichten definitiv nicht zufrieden gewesen. Wie würde Lothar Matthäus sagen: Again what learned
Der Medienpolitik in NRW, die ja bekanntlich im engen Dialog mit den großen Verlagshäusern steht, ist natürlich auch schon aufgefallen, dass es den Zeitungshäusern an tragfähigen Geschäftsmodellen abseits der Tageszeitung für die Zukunft mangelt. Der NRW-Medienminister hat einen immerhin mit einer Fördersumme von 15 Millionen dotierten Förderwettbewerb ausgeschrieben für Geschäftsideen und Zukunftschancen-
Hier der Text der Pressemitteilung im Wortlaut
Der Minister für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien teilt mit:
Nach der großen Resonanz auf den ersten Förderwettbewerb für die Medienwirtschaft startet am 1. Oktober 2009 der zweite Wettbewerb Medien.NRW. Er richtet sich an Akteure, Institutionen und Unternehmen der Medienbranche und umfasst Presse, Film, Fernsehen, Hörfunk, Games, Internetwirtschaft, Telekommunikation und Werbung. Gefördert werden innovative Ideen und Geschäftsmodelle. Die Schwerpunktthemen in diesem Wettbewerb sind: Online-Content und Online-Geschäftsmodelle, Mobile Media sowie die Zeitung der Zukunft. Dafür stehen Europäische- und Landesmittel in Höhe von bis zu 15 Millionen Euro zur Verfügung, die im Rahmen des NRW-EU Ziel-2-Programms 2007-2013 (EFRE) bereitgestellt werden.
Medienminister Andreas Krautscheid: „Ich will diese Fördermittel gezielt für neue Ideen und Geschäftsmodelle einsetzen, die in der nordrhein-westfälischen Medienwirtschaft neues Wachstum versprechen. Das betrifft Geschäftsmodelle im Internet, aber auch die Frage, wie sich zukünftig Zeitungshäuser aufstellen können, um auch in den nächsten Jahren ökonomisch erfolgreich zu bleiben.“
Der Wettbewerb Medien.NRW ist das zentrale Instrument des Landes zur Auswahl von Förderprojekten im Bereich der Medienwirtschaft und wird von der Staatskanzlei in Kooperation mit dem Ministerium für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt.
Im Vorfeld des Wettbewerbs bietet die Landesregierung vier regionale Informationsveranstaltungen an:
Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministers für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien, Telefon 0211/837-1399.
Dieser Pressetext ist auch über das Internet verfügbar unter der Internet-Adresse der Landesregierung http://www.nrw.de
Zeitungen planen gemeinsame App fürs iPhone:
http://www.wuv.de/nachrichten/medien/zeitungen_planen_gemeinsame_app_fuers_iphone
Nicht so kreativ und neu mehr, aber immerhin wird mal was probiert. Irgendwann muss man ja mal nach vorne gehen, damit man sich weiterentwickelt.
“Experten zur Mediennutzung: Leitmarken lösen Leitmedien ab”
Das predige ich seit drei Jahren und nun tritt das endlich auch übergreifend ans Licht. Dieser Leitsatz ist der Ausgangspunkt für alle kulturellen und strukturellen Veränderungen in Unternehmen (nicht nur Medien, sondern generell B2C). Dieser Satz heißt aber auch, dass viele Medienmarken sterben werden, denn die Konvergenz der Leitmarken innerhalb der jeweiligen Medien nicht logischerweise zu.
@Unbeteiligter Online-Medienheini: Den letzten Satz habe ich nicht verstanden.
@brüller:
Der Reply des Betreibers auf deinen Kommentar in der blogbar, den ich zwar inhaltlich dikussionswürdig, aber ansonsten völlig in Ordnung fand, lautete:
“Auch schlechtes Benehmen ist hier ein Rauswurfgrund, “Brüller”.”
Das hat weder etwas mit der Form der Kommunikation via Bloggen, noch mit Print, noch mit Twitter etc. zu tun. Das ist sowohl am hölzernen Stammtisch wie auch in allen Web 2.0 Formen ein ganz schlechter Stil (vulgo: unter aller Sau).
Man kann dort anscheinend wirklich nicht diskutieren, sondern nur applaudieren. Schade – ich hatte den Betreiber der Blogbar mal höher eingeschätzt.
Ich hätte gerne gewusst wie Du und auch einige andere in diesem Blog den Beitrag im DLF beurteilen, den ich am 26.10. hier verlinkt hatte:
http://www.medienmoral-nrw.de/2009/09/kampf-ums-lokale-geht-weiter/comment-page-5/#comment-22528
P.S. Sine ira et studio
@hannes
Ich denke schon, dass diese Art, dass nur Applaus gewünscht ist, etwas mit Blogs zu tun hat. Da sind meist Egozentriker am Werk. Es geht ihnen darum, sich oder ihre Sicht der Dinge darzustellen. Dass Blogs manchmal als die “wahre Informationsquelle” gefeiert werden, hängt damit zusammen, dass sie sehr stark polarisieren und Schwarz oder Weiß malen. Wenn ich für Schwarz oder Weiß bin, pflichte ich als Leser natürlich begeisterter bei, als wenn mir jemand einen ausgewogenen Sowohl-als-auch-Artikel journalistisch aufbereitet.
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Was die weiteren Inhalte in dem verlinkten Text des DLF betrifft: Durchaus richtig beschrieben. Guter Journalismus kostet Geld und das ist oft nicht mehr da. Daraus folgt das Dilemma, dass Recherche vernachlässigt werden muss und Berichterstattung manipulierbarer wird.
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Dass die “Meinungsmacht der Mainstreammedien” korregiert wird durch Blogs oder kritische Nachrichtenseiten sehe ich gleichwohl nicht – in der Regel nicht. Ein Blogger hat noch weitaus geringere wirtschaftliche und auch tatsächliche Möglichkeiten, einer Sache auf den Grund zu gehen. Vielmehr läuft es nach dem oben genannten Schwarz-Weiß-Schema ab. Oder man liefert sich alberne Scharmützel mit der Bild-Zeitung, die auch noch mit noch albernen Preisen bedacht werden. (Mir ist das so egal, welche Fehler die Bild macht.)
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Wie ich in dieser Blogbar schrieb, sind viele Blogger wie Blutegel an den sogenannten Holzmedien: Sie nehmen deren Artikel und schreiben ihren Senf dazu. In der heutigen Zeit, in der Menschen glauben, die Mondlandung habe gar nicht stattgefunden und alles sei paranoid manipuliert, kommt es bei vielen Menschen natürlich gut, wenn man “Verschwörungen” beschreibt. Motto: Die Schweinegrippe kommt nur aus US-Labors, damit die Pharmaindustrie daran verdient und das Virus ist aus einem CIA-Labor bei Experimenten in die Umwelt gelangt. Das richtig peppig aufgesetzt mit Seitenhieben auf den Mainstream und schon sagen einige: Ha, die Blogs sind kritisch, die sagen die Wahrheit, das trauen sich “die Medien” ja nicht. Ich habe bewusst überzeichnet.
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Was ist die Moral aus der Geschicht’? Wenn eine Gesellschaft eine wirklich starke vierte Gewalt im Staat haben will, die nachfragt und Schweinereien aufdeckt, dann muss sie mittelfristig über die Finanzierung nachdenken, zum Beispiel, indem sie Rundfunkgebühren breiter verteilt. (Und bei aller berechtigten Kritik an den Öffentlich-Rechtlichen: Wie schlimm bitte sehr, wäre das Fernsehen heute, wenn es nur RTL, Sat1 und Co. gäbe? Ist das die Nachrichtenwelt, die diese Gesellschaft will und braucht? Oder würde das nicht – ein großes Wort – irgendwann wirklich die Demokratie gefährden, weil nichts mehr vermittelt werden kann, was nicht Bauchnabel zeigt und Werbungskohle bringt.) Sollten die klassischen Medien weiter abflachen (müssen), so sind wir bald wieder wie im Mittelalter: Im Zeitalter des Gerüchts, auch durch Blogs.
Blogs sind durch nur eine bestimmte Art Software mit bestimmen Features. Man kann sie vielfältig nutzen. In Deutschland wird sie halt eher als Kommentar- oder Egoboosting genutzt, in den USA auch zu weilen als investigativer Journalismus. Jeder kann einen Blog betreiben. Also bitte nicht alles und alle über einen Kamm scheren. Auch hier entscheidet der User und erfolgreiche Blogs gibt es nur wenige in D und die sind wirklich gut in ihrem Metier. Auch hier zählt der Content. Daher Tipp 2 für jede Marke. Finde deinen eigenen USP in Sachen Blogs. Wie kann XY mit einem interessanten Blog das Verlagsportfolio erweitern? Da muss man schon kreativ sein und seine Nische finden, sonst ist man austauschbar und hat dann zwischen 0 – 3 Kommentaren unter seinen Beiträgen.
auch wenn es nur ein schwacher Trost ist und die Nachricht schmerzt: auch andere Zeitungsverlage bauen Stellen ab, unabhängig von der Auflagenentwicklung aber bedingt durch sinkende Anzeigenerlöse, dabei ist die Krise doch schon wieder vorbei, erzählen uns doch immer die Politiker
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,657830,00.html
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/showNewsletter.php?id=88131&utm_source=Newsletter&utm_medium=Newsletter
Nachtrag zum Heini: http://starke-meinungen.de/blog/
Und noch mal was:
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/experiment–zeitung-kauft-lokal-wikis_100024248.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=23&cHash=44169d0212
Hau wech, die Kohle:
http://derstandard.at/1256743733278/Mediaprint-sucht-uebliches-Kostenniveau
@Kloesschen:
Danke für den Tipp, und ein kleine Zitat sagt mehr als tausend Links
“Die „Kronen Zeitung”, täglich gelesen von 41,3 Prozent der Österreicher, gehört zu je 50 Prozent Hans Dichand (88) und der deutschen WAZ-Gruppe. Die Krone erhält fix 70 Prozent des Mediaprint-Gewinns. Dichand erhält pro Jahr mehr als 8,5 Millionen Euro „Vorabgewinn”, die WAZ-Eigner haften dafür.”
Bodo Hombach hat sich mal wieder zur Zukunft der Medien und zur Zukunft menschlicher Kommunikation geäußert. Halten wollte er diesen Vortrag eigentlich auf den Münchner Medientagen, wozu es aus uns nicht bekannten Gründen aber nicht gekommen ist. Jetzt kann man den Text nachlesen, im Internet
http://carta.info/17461/bodo-hombach-diversifizieren-internet/
Wäre ja auch schade, wenn die Geschichte vom portugiesischen Missionar keine Zuhörer gefunden hätte, der in Indien die christliche Botschaft verbreiten wollte. Und der als ihm niemand zuhörte, den indischen Kathakali-Tanz lernte, eine eigene Tanzgruppe gründete und die biblischen Geschichten in dieser traditionellen Form erzählte, womit er bald ganze Stadien füllen konnte….
“Jeder hat nun die technische Möglichkeit, sich sein persönliches Medienmüsli zusammenzustellen.” – Wie wahr, wie wahr!
Nehmen wir doch nur das Medienmüsli, das die WAZ in Ihrer heutigen Ausgabe (2.11.) den Lesern aufgetischt hat. So sehen sie aus, die Müsli-Brocken, die im ersten Buch der Zeitung auf den überraschten Leser warten:
- Seite 1, “Ansturm auf Quelle”: Das Ende sei “ein in höchstem Maß bedauerliches Ereignis”,weil es nicht unabänderlich gewesen sei, sagte er der “Bild am Sonntag”
- Seite 2, “Ein Bärendienst”: Der ehemalige Vizepräsident Al Gore verspricht im “Spiegel”, das Obama….
- Seite 3, “Spiegel: Tönnies wollte Zeugen beeinflussen”: Tönnis soll versucht haben, einen Zeugen zu beeinflussen, berichtet der “Spiegel”. – Die Staatsanwaltschaft plant laut “Spiegel”, Tönnies und mehr als zehn Mitarbeiter…
- Seite 5, “MAN will Lastwagen in Russland bauen”: … wie der Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson der “Süddeutschen Zeitung” sagte.
- Seite 6, “Koalition streitet über Gesundheit”: Bundesgesundheitsminister Rösler…. sagte der FDP-Politiker der “Bild am Sonntag”.
- Seite 6, “Henryk M. Broder will nicht kommen”: Ich bin weder größenwahnsinnig noch vergnügungssüchtig, schrieb er in einem Beitrag für den “Spiegel”. In dem Beitrag führt Broder aus…
- Seite 6, “Kritik am General”: Laut “Spiegel” enthält der als geheim eingestufte Untersuchungsbericht…
- Seite 6: “Schäuble: Bis 2013 keine Steuerreform”: Am Ende dieser Legislaturperiode werden wir weder einen ausgeglichenen Haushalt noch ein grundlegend neues Einkommenssteuersystem haben, sagte Schäuble dem “Handelsblatt”.
- Seite 6: “Platzeck fordert Versöhnung”: Zwei Jahrzehnte nach dem revolutionären Umbruch in der DDR müssen wir endlich anfangen, es mit dem überfälligen Prozess der Versöhnung wirklich ernst zu meinen, so Platzeck im “Spiegel”.
- Seite 6: “Große Mehrheit gegen muslimischen Feiertag”: 72 Prozent lehnten diesen Vorschlag in einer Umfrage ab, so der “Focus”.
- Seite 7: “Ex-Studenten erhalten Steuern zurück”: … noch eine Steuerstattung bis ins Jahr 2002 zurück erhalten, so der “WISO-SteuerBrief”.
- Seite 8: “Die gute Nachricht”: Wir rechnen mit einem Boom in China, sagte Grohe-Chef David Haines der “Welt am Sonntag”.
- Seite 8: “KlöCo will ab 2010 wieder wachsen”: 2009 müsse KlöCo aber zunächst mit einem Umsatzrückgang um die 40 Prozent rechnen, sagte Rühl der “Börsen-Zeitung”.
- Seite 8: “Thyssen-Krupp”: … will der Stahlkonzern laut “Spiegel” aus die Zahl der Kurzarbeiter…
So also definiert sich Qualitätszeitung oder Autorenzeitung? Macht uns die WAZ vor, was sich Hombach unter Diversifizierung vorstellt? Wohl nicht, es sei denn, es ginge um ein ganz besonderes Modell der Kosten-Diversifizierung.
Was da unter der Federführung von Chefredakteur Reitz zusammen- und abgeschrieben wird, steht eher für kulturelle Verarmung und zweifelhafte Medienethik. Aber Reitz macht nur das, was er bei der Abbestellung der dpa-Dienste angekündigt hat – er läßt seine Redaktion im Internet News “recherchieren”. Wer solche Quellen hat bzw. gewerblich nutzt, kann auf die teuren dpa-Dienste gut verzichten.
Und von der kulturellen Verarmung sagt Bodo Hombach in seinem Text oben: “Sie verhindert eine der wichtigsten Entwicklungschancen des Individuums, nämlich zu finden, was man gar nicht gesucht hat.”
Wie wahr, wie wahr!
@waz969
Geschichten aus Spiegel, BamS, Süddeutsche, Handelsblatt, WamS und Börsen-Zeitung – sehen wir es doch einfach positiv: Fleißiges Abschreiben gewährleistet etwas Qualität im Blatt…
Vor allem wäre Abschreiben gar nicht nötig, wenn der größe Chefredakteur aller Zeiten die WAZ endlich (und erfolgreich) als Regionalzeitung ausrichten würde und nicht als FAZ light.
@waz 969
Tja, das ist entlarvend, was Sie da zusammengetragen haben.
Und peinlich, hochnotpeinlich. Setzen! 6! hieß es früher, wenn man beim Abschreiben erwischt wurde. Bei Reitz ist das Abschreiben zur Kunstform erhoben worden.
….
Und am 27.November können wir beim verspäteten “Get together” alle staunen, dass den 86 Desk-Redakteuren trotz des Abschreibens noch Zeit zum Kickern und zum Chillen bleibt. Kein Wunder, bei 10 Seiten.
…
10 Seiten, die im Lokalen – hochgerechnet – von sechs Redakteuren selbst gemacht werden – ohne Kicker…. und ohne abzuschreiben.
…
Wo bleibt das Regionale und wo bleibt das Lokale – wo bleiben die Enthüllungsgeschichten im Mantel? Was leistet das Recherche-Ressort? Oder muss man Referat sagen? Schreibt es nur die Spickmich-Zettel für die Reitz-Reden und -Auftritte zusammen, bzw. ab?
…
Für die Zeitung ist nicht viel dabei rumgekommen. Dafür lässt der Düsseldorfer stets Ausschreibungen für Medienpreise per E-Mail an die Belegschaft verschicken. Hilflose Motivationshilfe oder Sarkasmus?
@Hans Lassmann
Zehn Seiten mit sechs Redakteuren? Würde nur zu gerne wissen, welche Lokalredaktion das sein soll? Und außerdem macht doch der Desk-Kollege einen Großteil der Arbeit, im die Lokalis zu entlasten, oder?
@Wazzens Jaja, die Entlastung spürt man ganz deutlich. So haben wir seit Sommer bestimmt mindestens, öh – eigentlich keine einzige Geschichte von denen gesehen.
@wazzens
Hochgerechnet!
….
Nimm doch mal ne Lokaledaktion mit werktäglich 5 Seiten. Das sind heute de facto zwei bis drei Redakteure dran (Normalbesetzung 4,5 minus Urlaub, Krankheit, freie Tage). Mal zwei (Redaktionen) ergibt es die zehn Mantelseiten also 10:6 oder 1,6 Seiten pro Mann und Tag. 60 Prozent über Schickler!
…
Extrem: das Vest. Sechs Lokalredakteure plus drei Altersteilzeitler (also 5-6 Kollegen präsent) plus Desk machen werktags im Schnitt 8 bis 10 Seiten. Ohne bei Spiegel, Handelsblatt oder aus der Blöd-Zeitung investigativ abzuscheiben, sich aus dem Lokalen zu bedienen oder mit Korrespondenten und Montagsökonomen abfüllen zu können.
…
Gemessen daran müsste der Mantel die 8,6fache Tagesleistung bringen. Aber für den Wasserkopf dort geht allein für Konferenzen und dergleichen Spreizungen ohne Not Arbeitskraft flöten. Deshalb auch die maue Bilanz, die waz969 völlig richtig zog.
…
Noch Fragen?
>Extrem: das Vest. Sechs Lokalredakteure plus drei Altersteilzeitler (also 5-6 Kollegen präsent) plus Desk machen werktags im Schnitt 8 bis 10 Seiten.
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Sorry, das ist heftig für die Kollegen. Aber es gibt noch extremere Beispiele bei der WAZ. Es gibt Redaktionen mit 3 bis 4 anwesenden Redakteuren, die genau dieses Pensum machen (müssen). One man, three pages.
“Geschichten aus Spiegel, BamS, Süddeutsche, Handelsblatt, WamS und Börsen-Zeitung”: Yesterday’s newspapers aus Ulis Copyshop.
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Man kann es ja gar nicht oft genug wiederholen: “Danke, danke! Du hast uns den Journalismus wiedergegeben!”
Da stirbt eine Berühmtheit wie Claude Lévi-Strauss, und die WR (WAZ) bringt einen Tag nach allen anderen einen mühsamen Einspalter als “Nachruf”. Ganz schwach.
Redaktionskonferenz.
“Lévi-Strauss soll gestorben sein.”
“Woher weisse dat denn?”
“Stand inne Süddeutsche. Happich aba nur so übaflogn”.
“Und wer iss dat aintlich?”
“Kennze doch. Der mit die Blue Jeans.”
“Dann machen wa ‘n kurzen Einspalter mit zweima Cicero.”
Nun mal im Ernst.
Das abgekupfert wird, ist indiskutabel.
Aber, dass C. L.-Strauss gestorben ist, finde ich für unsere Leser nicht viel interessanter als einen umgestürzten Sack Reis.
Mag ein seitenfüllendes Thema für die existensbedrohte Welt sein, für die Mehrheit der Leser im existensbedrohten Ruhrgebiet ist es belanglos.
Das kann man so nicht sagen?
Wieviel Prozent der Menschen in NRW können wohl ein vernünftiges Stichwort zum Werk des Verstorbenen sagen?
PS: Ohne Copy & waste zu betätigen…
Ich “freue” mich schon auf die detaillierten ivw-zahlen im Frühjahr 2010…
@Beobachter: “dass C. L.-Strauss gestorben ist, finde ich für unsere Leser nicht viel interessanter als einen umgestürzten Sack Reis.”
~
Genau. Die gehen nämlich alle immer noch mit dem Henkelmann auf’n Pütt und haben Kohlendreck in den Ohren.
@Beobachter: Dann sollte man am besten die Kulturseite gleich ganz streichen. Läppisches Zeug. Lieber die niederen Instinkte der Prolls bedienen.
In den letzten Tagen gab es jeweils zwei glatte Seiten “Zeitung und Schule”. Man lässt sich also einen wesentlichen Anteil des dünnen Blattes gratis von Kids zuschreiben. Sauber!
Passend zum Auftritt von DerWesten:
http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2009/11/02/der-medienwandel-wird-immer-schneller.aspx
Ich bin der festen Überzeugung, dass diejenigen, die sich tatsächlich für Strauss interessieren, unsere popeligen Blätter nicht lesen.
Das hat übrigens nix mit Pütt, Kohlendreck, Prolls und Bauern zu tun.
Wir schreiben für den Durchschnittsbürger. Nicht arm, aber auch nicht reich, der Rente kassiert, oder täglich zur Arbeit geht, um dort – unter anderem – das Geld für unsere Zeitung zu verdienen.
Und eine Diskussion über die Kulturberichterstattung wäre wirklich angebracht. Wir reduzieren Kultur auf das elitäre Bildungsbürgertum.
Sorry. Für mich sind Kinofilme und populäre Rock- und Pop-Musik das meistgenutzte Kulturangebot. Und die kommen in der Kultur kaum vor.
Es gibt bestimmt gute Gründe gegen eine alberne Möchtegern-Ruhrgebiets-FAZ. Aber Deine Ansicht über die “popeligen Blätter” und die “Durchschnittsbürger” vermag ich auch nicht zu teilen.
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1. Eine lokale oder regionale Tageszeitung sollte ein möglichst vielfältiges Leseangebot für unterschiedliche Leser bieten, für den “Malocher” ebenso wie für den Lehrer (mit der Bitte um Verzeihung für diese etwas plakative Sortierung), und nicht für einen wie immer gearteten “Durchschnitt”.
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2. Vor allem aber obliegt es der Kunst der Journalisten, über schwierigere Themen und Personen, die damit im Zusammenhang stehen, so zu schreiben, dass es auch für Deinen “Durchschnitt” interessant wird. Das sollte eigentlich nichts Besonderes sein, sondern unser Tagesgeschäft. Es gibt Wissenschaftsjournalismus, der so gut gemacht ist, dass er auch den “Durchschnittsleser” fasziniert. Das hat nichts mit Bildungsbürgertum zu tun.
Mancher Wissenschaftler hat es ja übrigens selbst hervorragend verstanden, Ergebnisse seine Arbeit selbst bei schwierigsten und scheinbar gnadenlos trockenen Themen derart gekonnt populär darzustellen, dass diese vielen Menschen zugänglich wurden und Interesse weckten. Beispiele: Mediävistik und Semiotik sind normalerweise keine Wissenschaften, die den Normalbürger vom Hocker hauen. Umberto Eco, in beiden Fachgebieten als Wissenschaftler international höchst renommiert, hat beides im “Namen der Rose” verarbeitet. Das Buch, mindestens aber den Film, kennt fast jeder. Paul Watzlawicks Werk über die Formen menschlicher Kommunikation muss auch längst nicht jeder kennen. Seine “Anleitung zum Unglücklichsein” als populäre Ausprägung seiner Arbeit ist ein Bestseller. Leute wie Hirschhausen oder Yogeshwar verstehen es hervorragend, dem Normalmenschen Wissenschaftsthemen nahezubringen, und sie leben recht gut davon.
Also: Warum sollte es nicht möglich sein, das Leben und Werk des großen Völkerkundlers und Sozialwissenschaftlers Claude Lévi-Strauss journalistisch so darzustellen, dass es auch für einen Großteil unserer Leserschaft interessant wirkt? Das geht, da bin ich sicher, und es könnte spannend zu lesen sein. Es gibt dabei überhaupt nur ein Problem: So etwas ist richtige Arbeit. Das erfordert sehr viel mehr als ein paar Minuten, um ‘mal schnell eine Agenturmeldung passend zu schnibbeln. An erster Stelle aber erfordert es eine ungefähre Vorstellung davon, wie wichtig denn der Mann wohl überhaupt war. Damit kommen wir
.
3. zur eigentlichen Peinlichkeit: Die Blitzmeldung vom Tode Lévi-Strauss’ hat vermutlich irgendjemand schlicht falsch eingeschätzt. Und als man dann am nächsten Tag ganz verdutzt feststellte, dass das wohl doch ein wichtiger Mensch gewesen sein musste, wurde nachgezogen. Theo Lingen hätte gesagt: Traurig, traurig, traurig…
Solange es Lokalchefs gibt wie jenen, der sich an sein Oberklasse-Mobil ein Wunschkennzeichen montieren ließ, das neben seinen Initialen die bedeutungsvollen Ziffern “6666″ führt, ist ein hohes Niveau nicht zu befürchten.
[...] richtete sich primär an die nicht-Leser bzw. -Abonnenten. Wie ich eher am Rande durch einen Kommentar im kritischen Blog “Medienmoral NRW” erfahren habe, wurde der Wochenblick in Siegen zwischenzeitlich eingestellt. Dazu habe ich bei der [...]
@ Alter Kollege: 100% Zustimmung
@prollig: Muaahahah, aber shit comes in every colour
@Alter Kollege: Ebenfalls 100% Zustimmung
Wieder mal ein Beispiel, wie seriös die von Reitz verantwortete “Autorenzeitung” arbeitet:
Da berichtete die WAZ am Samstag auf Seite 3 über die Einweihung von drei neuen Klärwerken (Bad Sassendorf, Hünxe und Gelsenkirchen) durch NRW-Umweltminister Uhlenberg. Der Autor der Geschichte kann beim Termin in Gelsenkirchen nicht anwesend gewesen sein, sonst hätte er gesehen, dass dort nichts eingeweiht, sondern eine Baustelle besichtigt wurde.
Immerhin: Am Montag erfährt der Leser auf Seite der WAZ unter “Richtigstellung” dass es beim Termin nicht um eine Einweihung, sondern um einen Projektstartschuss ging.
Richtigstellung? Eine Entschuldigung wäre wohl angebrachter gewesen, denn die Berichterstattung über ein Ereignis, das es gar nicht gegeben hat, ist kein Fehlerchen, das man mal eben so korrigieren kann, sondern journalistische Todsünde. Und nicht nur der Leser fragt sich nun, woher hat der Autor des tollen Stücks all die Zitate vom Minister und den anderen Beteiligten???
Übrigens: Auf derwesten.de gibt es diesen Skandalbericht und vom gleichen Termin einen korrekten Bericht aus der Feder eines Kollegen von der Westfälischen Rundschau. Dies dann auch zum Thema Synergie und Koordination redaktioneller Arbeit.
@waz969 Hält eigentlich noch jemand die spontanen Abbestellungen nach, die nach derartigen journalistischen Totalschäden auflaufen? Irgendwann sind die Leute solchen “Content” leid. Recht haben sie.
@prollig “neben seinen Initialen die bedeutungsvollen Ziffern “6666″
Der Verlustquotenkönig. Irgendwie muss er sich ja froh machen. Wenns ihm hilft …
apropos Verluste: Nach einer Auswertung der aktuellen IVW-Online-Zahlen kommt meedia.de zum Ergebnis, dass bei derwesten.de, dem kombinierten Online-Auftritt der WAZ-Zeitungen in Nordrhein-Westfalen, (….) die Klicks auf redaktionelle Seiten von rund 48 auf 41 Mio. Page Impressions gesunken (sind). Gerade bei derwesten.de macht die Kategorie Spiele mit rund 20 Mio. Page Impressions einen besonders dicken Batzen am Gesamt-Klickaufkommen aus.”
Die komplette Klick-Auswertung findet sich hier
http://meedia.de/nc/details/article/rp-online-bleibt-regionaler-klick-champion_100024451.html
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
@Medienmoral
Drastischer Rückgang beim Erfolgsportal. Und Frau Borchert, die doch völlig freie Hand bekam, geht nun noch schnell von Bord.
da jammern sie immer rum die Verleger über sinkende Erlöse und lamentieren, dass sie Personal abbauen müssen und de facto haben die 100 größten deutschen Medienhäuser von 2007 auf 2008 ein Umsatzplus von 2,9 Prozent gemacht, jedenfalls nach einer Untersuchung von horizont.net. In diesem Ranking der größten deutschen Medienunternehmen ist die WAZ-Mediengruppe übrigens auf Platz 10 zu finden….
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Ranking-Top-100-Medienhaeuser-erzielen-trotz-Wirtschaftsflaute-Umsatzplus–Bertelsmann-bleibt-Nummer-1_88420.html
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/dpfners-streit-mit-arianna-huffington_100024548.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=64bf18e8c1
http://www.youtube.com/watch?v=ar6pCxwtUBk
Das einzig Spannende an dem oben verlinktem Artikel und den weiteren Artikeln dazu ist, dass Katharina Borchert kreischen darf: Die Debatte zwischen Huffington und dem Springer-Chef ist der Höhepunkt, tschuldigung “das Highlight”. Dazu halten wir mal fest: Frau Borchert hat es ja wie Frau Huffington versucht: Sie hat eine Heerschar kostenloser Mitarbeiter (den Printlern wird ja nichts vergütet) und sie stellt alles, was sie bekommen kann, online. Ergebnis: nicht wirklich überzeugend. Fallende IVW-Zahlen, eingekaufter Traffic durch Online-Spiele und, sollte einmal sauber bilanziert werden (siehe die kostenlosen Mitarbeiter) dauerhaft tiefrote Zahlen. Applaus, Applaus, Applaus.
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Der weitere Skandal ist der: Wenn irgendwo in einem normalen Betrieb eine “Spitzenkraft” kündigt, wird sie alsbald freigestellt. Nicht so bei der WAZ. Wir lassen Frau Borchert auf die von uns verdiente Rendite nach Monte Carlo fahren, damit sie schon einmal fleißig Kontakte für den Spiegel knüpfen kann. Man kann sich eigentlich nur noch vor den Kopf schlagen!
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Ja, und dann ist es überaus überraschend, dass in diversen Blogs Frau Huffington zum Sieger dieses Wettstreits alte gegen neue Medien gekürt wird. Es würde ja auch nicht ins eigene Selbstbild passen, wenn dieses Feindbild, dieser unsympathische Springer-Mann, am Ende Recht hätte. So viel auch zur Qualität von Internet-Medien, die ja auch so kritisch, authentisch und was sonst noch sind.
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Zuguterletzt wird auch immer übersehen, dass Frau Huffington eine Millionärin mit tollen Kontakten ist, deren Modell nicht übertragbar ist. Nicht mal in den USA. Die Frau hatte eben eine gute Idee und hat eine Lücke in der politischen Kultur in den USA gefüllt. Hat sie gut gemacht. Das Ding funktioniert aber finanziell nur, weil zig Leute kostenlos arbeiten. Das wird in keiner Branche sonst die Regel sein…
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Denn wenn es so toll und so einfach wäre, dann würde es irgendwo auf der Welt – und sei es in einem kleinen Nest – eine gut funktionierende Online-Zeitung eines Verlages mit fest angestellten Redakteuren geben, die mit free content Geld einspielt. Oder ganz schlaue Blogger hätten sie gegründet und würden davon Leben (…bisher sind sie ja Blutegel und saugen den Saft der Holzmedien, den sie kommentieren, zB. Bildblog…). So ein Modell gibt es aber bislang nicht.
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Und jetzt lenken wir den Blick noch auf die Niederungen des Lokalen: Die Stadtratssitzung z.B. in Wanne-Eickel interessiert sicherlich einige zehntausend Menschen. Aber mehr nicht. Und da würde es auch gar nicht bringen a la Frau Huffington diesen Bericht in die ganze Welt zu verlinken, weil er nur lokal interessiert. Also würde er auch nie genug Werbung einspielen. Entweder funktioniert das mit Zeitungen und paid content in Zukunft oder die Gesellschaft wird sich fragen müssen, ob sie Berichte aus z.B. Stadträten gar nicht mehr will oder sich über Blogs informiert, die z.B. Vertreter der Parteien oder zum Teil verschrobene Menschen ohne Aufsicht (damit gemeint: Kollegen, Arbeitsverträge, Vorgesetzte, Leitbild) ganz neutral verfassen…
“(…bisher sind sie ja Blutegel und saugen den Saft der Holzmedien, den sie kommentieren, zB. Bildblog…).”
Blutegel saugen Blut! Die Tiere heißen Borkenkäfer. Bildblog saugt also als Borkenkäfer den Saft der Holzmedien
Die Gegenüberstellung Blogger vs Print halte ich für falsch. Bloggen ist nur ein, wenn zur Zeit auch wichtiger, Kommunikationskanal, der für viele Zwecke verwendet werden kann unter anderem auch zur Medienkritik.
Der Westen ist kein “Blog”. Gerade dieser Bereich hat ja nie funktioniert.
Der Westen funktioniert schlecht und würde überhaupt nicht funktionieren kannibalisierte er nicht den Print.
Zum “Wanne-Eickel” Beispiel:
“Berichte aus z.B. Stadträten gar nicht mehr will oder sich über Blogs informiert, die z.B. Vertreter der Parteien oder zum Teil verschrobene Menschen ohne Aufsicht (damit gemeint: Kollegen, Arbeitsverträge, Vorgesetzte, Leitbild) ganz neutral verfassen…”
Das passiert doch vorgestern gestern, heute und morgen schon beim Print, wenn von außen verfasste PR kaum oder gar nicht redigiert ins Blatt gehoben wird.
Der Unterschied zu “früher”: Die Lokalredaktion kann nicht mehr unbemerkt Lesermeinungen ignorieren (Flaschenhals Leserbriefe). Die Leserinnen und Leser können sich “hinter dem Rücken” der Redaktion verständigen: E-Mail, Blogs …
Ich persönlich lese übrigens sehr gerne von ausgebildeten Journalisten recherchierte und verfasste Artikel – auf Papier
Heute wurden in Wien die diesjährigen Gewinner des European Newspaper Awards bekannt gegeben. Die Auszeichnung honoriert gut gemachte Tages- und Wochenzeitungen – regional wie überregional – , die innovativ bei der Blattgestaltung sind und mit Bild, Text und Grafik ansprechend und leserfreundlich umgehen. Die Preise werden bereits zum elften Mal von einer Jury um den Zeitungsdesigner Norbert Küpper verliehen. Der Jury gehören laut eigenen Angaben Journalisten, Wissenschaftler und Designer an.
Neben vielen Titeln aus dem europäischen Ausland wurden auch einige deutsche Zeitungen -u.a. taz, FAZ, Süddeutsche – ausgezeichnet. Die Stuttgarter Zeitung gewann einen der Hauptpreise. Sie darf sich nach ihrem Relaunch im Sommer 2009 Newspaper of the Year nennen. Weitere Hauptpreise gingen an Blätter aus Schweden, Kroatien und Portugal.
Von den deutschen Titeln der WAZ-Gruppe haben die Thüringer Allgemeine (zwei Awards of Excellence Kategorie Titelseite, mehrere Awards Kategorie Spezial Wahlen) und die Braunschweiger Zeitung (ein Award Kategorie Beilage) Preise erhalten.
http://www.editorial-design.com/09/award09/
Wer einen Betriebsrat wie diesen hat, braucht keine fiesen Arbeitgeber mehr. Bei der WR wird ein Teil der Schulungen für das neue Layoutprogramm samstags und an Feiertagen – wie dem 1. Mai – abgewickelt! Und das ohne Not und Sinn. Klar wird an den Tagen nicht produziert, aber die Kollegen fehlen dann unter der Woche durch den freien Tag und es wird ihnen die gemeinsame Zeit mit der Familie genommen…
@brax
Der Zeitungsdesigner Norbert Küpper veranstaltet den European Newspaper Award. Der Kerl hat zum Beispiel mal einen Relaunch der WR eingestielt. Man beachte, welche Blätter wann den Preis erhalten haben.
@superbr
Wenn im BR die alten Kumpane des Chefredakteurs sitzen, was will man da erwarten? Der 1. Mai ist besonders übel.
@Halte Minz
Der Allgemeine Anzeiger Thüringen hat jedes Selbstvertrauen verloren, Kunden laufen scharenweise zur Konkurrenz über.
Was macht die frustrierte Geschäftsführung? Die Qualität verbessern? Nein!!! Man beauftragt die Forschungsgruppe Medien in Leipzig für einen fünfstelligen Betrag mit einer “Marktforschung” und verkündet das vorhersehbar positive Ergebnis großkotzig auf einer ganzen Seite. Wer keine Freunde hat, kauft sich welche. Die Kunden lachen sich tot. Würde mich nicht wundern, wenn die Forschungsgruppe zur WAZ gehört.
@Halte Minz
Es mag sein, dass Relaunch-Objekte von Herrn Küpper u.a. auch gute Chancen auf einen Preis beim Newspaper Award haben. Bei der Vielzahl der ausgezeichneten Blätter fällt allerdings auf, dass viele Preisträger aus Deutschland und Europa darunter sind, die a) nicht alle von Küpper gestaltet worden sind und dass b) bis auf die regelmäßig ausgezeichnete Thüringer Allgemeine kaum WAZ-Titel unter den Preisträgern der vergangenen elf Jahre sind.
@superbr (Schulungen sams- und feiertags, keine freie Zeit für die Familie und deshalb Ärger über Betriebsrat …)
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Du hast ja Sorgen! An dieser Stelle darf es wohl ‘mal gesagt werden, ohne dass man als Verfechter des Neoliberalismus gilt: Seid froh, dass Ihr dieses Problem habt! Andere haben nämlich mittlerweile gaaaanz viel Zeit für die Familie. Allerdings fehlt ihnen neuerdings das Geld, um das so recht genießen zu können.
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Und deshalb ärgerst Du Dich über den Betriebsrat? Der hat doch ganz andere Sachen mitgetragen als jetzt ein bisschen Arbeit an Feiertagen für den überschaubaren Zeitraum einer Schulung. Wut darüber, dass die Betriebsräte nahezu stillschweigend und ohne nennenswerten Widerstand das Schickler-Konzept durchgewunken haben, die könnte ich ja verstehen. Aber Jammern über Schulungen an Feiertagen und dass der BR das mitträgt? Welch’ ein kindisches Lamento!
Nach dem Motto: Egal, was der Arbeitgeber mit einem macht, hauptsache Job… Über das Signal wird sich die GF sicherlich freuen. Nur um es klar zu machen: Es ist nicht so, dass ein Anzeigenkunde ein Riesenpaket gebucht hätte, das tausende Euro einspielt und daher Feiertagsschichten vonnöten wären (die alle in dem Fall gern mitmachen würden). Nein, es ist so, dass Schulungen an Feiertagen stattfinden, die genauso in der Woche möglich wären. Den Familien wird so die gemeinsame Zeit genommen, ein freier Tag unter der Woche fällt trotzdem an und – jetzt mal gut aufpassen – dieser Unsinn ist für den Verlag auch noch teurer als unter der Woche, weil das Sonntagsdienstgeld fällig wird. Eine Loose-loose-Situation. Und die Sahnehaube auf die bisherige BR-Arbeit.
Was mich an eurer Stelle wirklich beunruhigen würde: dass man uns, nachdem wir aufhörten, nicht einmal mehr ein Zeitungsabo angeboten hat…
hier und heute ein Hinweis auf einen lesenswerten Beitrag von Tom Schimmek aus der Leipziger Internet-Zeitung
http://www.l-iz.de/Bildung/Medien/2009/11/Tom-Schimmeck-Preis-und-Wert-des-Journalismus-2.html
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
Eidos am Samstag… Meine Güte, warum nicht mal einen Samstag für Weiterbildung einbuchen. Apropos: Bildungsurlaubanspruch – habt ihr auch, liebe Kollegen. Einfach mal machen!
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Zu Eidos, Hugo, Arbeitszeiten, Personalmangel, sinkender Motivation und ungläubigem Staunen sowie Neid auf die völlig überbesetzte Zentralredaktion (Ich sage nur: “40 Zeilen-Woche”) kommt noch eine Baustelle hinzu, die Ex-Mr.Tagesthemen Ulrich Wickert zwar nur bei öffentlich-rechtlichen Sendern kritisiert, gleichwohl aber für das Lokale und den Mantel der WAZ-Gruppe hohe Bedeutung hat.
http://www.kress.de/cont/story.php?id=131412
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Wickert beschreibt die Verlotterung der Sprache….
Recht hat er.
So kommt erst die adverbiale Bestimmung der Zeit, dann ist die des Ortes dran. Vielfach läuft’s aber umgekehrt. Vom WEM- und WES-Fall ganz zu schweigen. Interpunktion – grauenhaft.
Qualitätsmanagement – dass ich nicht lache. Quali-Runden, Motivation….
Allenfalls die Lokalchefs werden vom CR Reitz bei Laune gehalten. So wie am Mittwoch – mit einer exklusiven Einladung zum Abendessen und zum Wichtigsprechen und zum neue Freunde gewinnen. Mahlzeit!
@Medienmoral: Der Artikel ist doch auch wieder sehr viel Gejammere. Es gibt halt im vom Autor beschriebenen echten Journalismus zu viele Journalisten für zu wenig Journalisten-Jobs. So etwas kommt in der Marktwirtschaft halt vor, dass Bereiche schrumpfen. Entweder muss man dann besser sein als andere und einen der begehrten Plätze ergattern oder den Job wechseln/sich anpassen/entwickeln.
@Hans Lassmann Was die Verlotterung der Sprache angeht, so kann man Dir nur zustimmen. Heute wieder zu lesen: “Im Sommer diesen Jahres”. Der Schreiber diesen Deutschs bringt mich dazu, das Lesen diesen Textes sofort einzustellen.
Sehr interessant und mutig konsequent:
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ich-bin-die-zukunft-des-lokaljournalismus_100024672.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=7ef8483fbc
@Online-Heini
Ja super, ich lache mich schlapp.
Schon mal wirklich auf diesem Blog gewesen? Das Niveau liegt ja noch unter dem Westen. Und jetzt erkläre ich noch, warum dieser Mensch im Moment so viele Zugriffe hat: Weil die online-Welt noch viel oberflächlicher als die offline-Welt ist: Mr. Prothmann wird im Moment überall als total interessant dargestellt und dadurch hat er vorübergehend eine Masse an Klicks. Mal warten, wann die nächste Sau (metaphorisch gemeint) durch alle Blogs getrieben wird und er wieder seine 500 Klicks hat, die Zukunftsperle des Lokaljournalismus. Sollte es aber so kommen, so bleibt auch ein Trost: Dann braucht man auch die pfiffigen Onliner in ihren Zentralen nicht mehr, ein verschrobener Mensch in jedem Dorf wird es richten.
…kleine Ergänzung: Wenn jemand kritisch berichtet, ist das gut. Wenn jemand aber einen peinlichen persönlichen Kleinkrieg mit dem Bürgermeister hat, ist das kein Beleg für kritische Berichterstattung. Und wenn Online-Fritzen daraus einen Guru machen, dann ist das nur noch unkritisch und peinlich.
@ hans lassmann
“40-Zeilen-Woche” ist gut. Aber man weiß, dass dies Stress bedeuten kann. Arbeit vorschützen und dabei wichtig aus der Wäsche gucken, das ist kein Zuckerschlecken.
@Online-High-Knee: Professionell und vorbildlich, echte Sternstunden eben. Zum Beispiel solche wie diese: “Nichtbeantwortung einer Presseanfrage an Herrn Bürgermeister … Beim Verfassen der email hat das email-Programm die Adresse …@heddesheim mit dem Zusatz blog.de ergänzt. Die emails wurden also an …@heddesheimblog.de versandt. Herr … hat somit diese emails nie erhalten…”
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Der “Herr” Bürgermeister beantwortete also 15 Tage lang eine falsch adressierte E-Mail nicht. Da kann er aber was erleben. Die Telefone in Heddesheim waren ja 15 Tage lang abgeschaltet, Faxgeräte funktionierten auch nicht und die Briefpost war dort über zwei Wochen lang im Streik.
“Das meine ich mit professionellem Lokaljournalismus, der die Menschen berührt.” Aber ja. Das heddesheimblog als leuchtendes Vorbild für den “Koma-Parienten” Zeitung.
Und Du, Heini, nennst solche unterirdischen Verfahrensweisen interessant, mutig konsequent? Jetzt wundert mich langsam nichts mehr.
Ich glaub’, ich nehm ‘ die Abfindung und ziehe ich ein 12000-Seelenkaff. Wenn es mit den paar Google-Anzeigen und den drei Gewerbetreibenden im Ort für ein Leben auf “studentischem Niveau” reicht, dann wäre das ja eine echte Aussteiger-Alternative.
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Oder redet der Typ einfach nur Blech, ähh Eigen-PR, und die Macher dieses mediaa-Online-Dings haben es einfach nicht gemerkt, wie auch unser Online-Heini? Bestimmt werden aber ein paar Blogs dieses Missverständnis aufklären. Die sind doch so tiefgehend, authentisch, unverfälscht, kritisch, nicht-Main-Stream…
Oh Mann, ihr seid so negativ, da wundert mich auch nichts mehr. DIE IDEE (und das Interview an sich) ist sehr interessant und die Umsetzung mutig konsequent (das ein einzelner überhaupt mal etwas versucht). Es ging mir hier doch nicht sofort um eine genaue journalistisch-inhaltliche Analyse und schon gar nicht habe ich irgendwo geschrieben, dass er die Zeitungen in die Tasche steckt, von “Guru” ganz zu schweigen.
Aber es ist EIN Weg, den man durchaus hier sachlich diskutieren könnte. Das gilt neben den Artikeln und Inhalten an sich aber auch fürs Layout, Usebility, Aufbau, Werbung und vor allem die schlanke, kostengünstige Struktur der Hardware. Ein möglicher Vorteil wäre, dass man dann bei etablierten Zeitungen durchaus mehr in die Qualität der Journalisten investieren könnte. Denn eine etwas erweiterte Wordpress-Blogsoftware kostet nicht viel (ja, gibt auch Nachteile wie Sicherheit, fehlende Verknüpfung mit Print etc., aber nur mal ins Blaue gesprochen). Aber wenn ihr sofort so eindimensional lospoltert, ist’s für die Katz.
@Online-Heini
Wenn wir negativ sind, bist du naiv.
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Erstmal schaut man sich etwas genauer an, bevor man es anpreist. Gerade als Journalist. Dein Pech, dass die blöden Printler schon seit einiger Zeit mitbekommen haben, dass Prothmann unter Onlinern wie wild als Link herumgeschickt und unkritisch bejubelt wird. Richtig gelesen hat da offenbar keiner.
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Und dann solltest gerade Du wissen: Das ähnliche Prinzip – ohne Blog – probiert doch der Westen: Alles Lokale nach Förmchen geordnet kostenlos online stellen. Es scheitert an der Refinanzierung und das liegt nicht an den technischen Kosten. Und auch Herr Prothmann wird nie, nie, nie auch nur annähernd davon leben können.
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Und jetzt halte ich dir noch den Spiegel vor: Stell dir vor, ich als besserwissender Printler bringe hier mal einen Link auf einen Online-Auftritt, der in Wahrheit ein großer inhaltlicher Haufen Mist ist. Und dann sage ich: Guckt mal, Onliner, so geht es viel besser. Dazu ein Interview, wo irgendein Vogel erklärt: Ich bin die Zukunft des Online-Journalismus und die etablierten Portale sind Koma-Patienten blabla. Du würdest jubilieren.
@falsch!
Passend zum Thema: Dilbert
http://dilbert.com/strips/comic/2009-11-17/
Über die Arbeit der amerikanischen Zeitungsgewerkschaften in der Medienkrise berichtet Eva C. Schweitzer in ver.di publik. Der Titel ihres Beitrages: Harte Zeiten
http://publik.verdi.de/2009/ausgabe201311/gewerk/intern/seite-8/A0
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
@Medienmoral:
Die Frau Schweitzer, die mit einer gewissen Abmahnpraxis in Verbindung gebracht wird?
[...] ist nicht der Einzige, der sich im WAZ-Protestblog Medienmoral-NRW abfällig ist die Strategie der WAZ-Gruppe äußert, nicht unbeträchtliche Teile [...]
… und was ist nun mit den Kolleginnen und Kollegen in den Leserläden, vormals Geschäftsstellen, die zum 1. Dez. – in Südwestfalen alle – geschlossen werden ? Welche Alternativen zwecks Weiterbeschäftigung, Abfindungen oder dergleichen wurden diesen WAZ-Mitarbeitern angeboten ? Weiß Medienmoral, wieviele KollegInnen von den Schließungsmaßnahmen – und wie – betroffen sind ?
… und was wird mit den Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen, wenn in Südwestfalen erst einmal alle Leserläden dicht sind und damit äußerst wichtige Anlaufstellen der Leser verschwunden sind?
Und weiterhin herrscht vollkommene Planlosigkeit im Jammertal
@Online-Heini
Wenigstens du hast doch eine Patent-Lösung. Wir machen alle einen auf Hardy Prothmann, werden reich und erfinden den Journalismus neu.
@jens:
“Eva C. Schweitzer schrieb lange Jahre für die taz und den Tagesspiegel in Berlin, bekannt wurde sie durch die Bücher “Großbaustelle Berlin” und “Hauptstadtroulette”. Seit einem Artikel über einen Mord in der Berliner Baubranche, der ihr den Theodor-Wolff-Preis einbrachte, weiß sie, wie man verdächtige Päckchen aufschlitzt. Vor dem Fall der Mauer leitete sie den
“Kreuzberger Stachel”, entwarf das Brettspiel “Stattkartell” und engagierte sich in der Hausbesetzerbewegung, bis sie eine Allergie gegen Tränengas entwickelte.
…
Mitglied in mehreren Journalistenvereinigungen, der ACLU und dem ADAC.” alles in
http://blogs.taz.de/newyorkblog/bio/
Ja – Du scheinst Recht zu haben
Hallo,
wir haben hier mehrere Beiträge entfernt, die sich um das Thema Nazi-Lieder und Rassisten drehten. Die beiden Gewerkschaften werden solche Beiträge nicht tolerieren.
Mit freundlichen Grüßen,
medienmoral-nrw.de
@Medienmoral Könnten Sie erläutern, worum es sich handelte? Wurden hier rassistische oder neonazistische Äußerungen getätigt?
@Frage an Medienmoral: Um die Frage nicht unbeantwortet zu lassen, sagen wir es mal so: Es wurden unsachliche Mutmaßungen angestellt mit sprachlichen Bezügen zur jüngeren deutschen Geschichte, die sich nicht mit unseren Vorstellungen von einer kritischen Diskussionskultur im Blog deckten.
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
…ich kann mich nur wiederholen: Ich freue mich schon auf die ivw-Zahlen im Frühjahr…
Dann gibt es schwarz-auf-weiß die Quittung für die unsäglichen Entscheidungen…
@falsch!: falsch
@wazzens
Genau. Aber noch schlimmer werden die Zahlen im Vergleich 4. Q 2008 / 4. Q 2009 sein. Das wird grausam – sicher!
http://carta.info/18919/warum-die-verleger-zum-internet-einfach-schweigen-sollten/
INTERESSANT (heißt immer noch diskutierbar), inklusive Prothmann-Battle in den Kommentaren.
Paul-Josef Raue übernimmt Chefredaktion der “Thüringer Allgemeinen”
ESSEN / ERFURT / BRAUNSCHWEIG, 26.11.2009. Paul Josef Raue (59), Chefredakteur der “Braunschweiger Zeitung”, übernimmt zum Jahreswechsel die Leitung der ebenfalls zur WAZ Mediengruppe zählenden “Thüringer Allgemeinen” (TA) mit Sitz in Erfurt. Der langjährige TA-Chefredakteur Sergej Lochthofen (56) soll nach dem Wunsch der Geschäftsführung eine andere Aufgabe innerhalb der WAZ Mediengruppe übernehmen, die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht. Paul-Josef Raues Nachfolge in Braunschweig wird zunächst kommissarisch der stellvertretende Chefredakteur Stefan Kläsener (45) übernehmen. Der Wechsel an der Spitze der größten Thüringer Tageszeitung ist Teil eines bereits seit längerem andauernden umfassenden Erneuerungsprozesses innerhalb der Zeitungsgruppe Thüringen (ZGT), zu der neben der “Thüringer Allgemeinen” auch die “Ostthüringer Zeitung” und die “Thüringische Landeszeitung” gehören. Der für die Redaktionen zuständige ZGTGeschäftsführer Klaus Schrotthofer (43) kündigte an, zusammen mit Paul-Josef Raue die Einführung innovativer Redaktionsstrukturen in Thüringen fortzusetzen. Dabei soll die lokale und regionale Kompetenz der “Thüringer Allgemeinen” gestärkt und die Vielfalt der Zeitungstitel in Thüringen erhalten werden. Die Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, Bodo Hombach und Christian Nienhaus, dankten Sergej Lochthofen für seine Verdienste beim Aufbau der “Thüringer Allgemeinen”, die er
seit 1990 geleitet hat. Sie freuten sich zugleich darüber, dass mit Paul-Josef Raue einer der erfahrensten und renommiertesten deutschen Chefredakteure nach Erfurt wechselt. Erst vor wenigen Wochen hatte er aus der Hand des Bundespräsidenten den Deutschen Lokaljournalistenpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung für sein Konzept der “Bürgerzeitung” erhalten.
Jetzt seid Ihr auch noch den letzten guten Chefredakteur los. Bye bye WAZ-Gruppe.
Jetzt ist Thüringen dran…
Klösschen, es liest sich so.
Schlimm finde ich, dass ein Chefredakteur mit hoher journalistischer Reputation wieLochthofen abberufen wird. Zumindest nach außen wirkte er sehr seriös mit großem Wissen und viel journalistischer Erfahrung. Wie er innerbetrieblich wirkte vermag ich freilich nicht zu beurteilen. Aber verwunderlich ist das alles schon.
Seit Herr Nienhaus an Bord ist, wird die WAZ zum “Deutschlands beliebtesten Arbeitgeber”. Nur weiter so, viel zu ramponieren gibt es ja nicht mehr… Was war das mal ein zwar piefiger, aber doch verlässlicher und ehrlicher Laden. Gar nicht so lange her.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,663701,00.html
Der Entschluss, Herrn Sergej Lochthofen als Chefredakteur der “Thüringer Allgemeinen” abzuberufen, ist die nächste krasse Fehlentscheidung von Geschäftsführung und WAZ-Gesellschaftern. Lochthofen hat mit höchsten Ansprüchen an Inhalt und Layout und einer offensichtlich tollen Mannschaft einen Award nach dem anderen eingeheimst. Wer mal eine Titelseite der TA gesehen hat, der weiss auch warum. Dagegen sieht die WAZ echt billig aus.
Sergej Lochthofen scheint die Unart einer eigenen Meinung zu besitzen. Daran sind schon andere Redaktions- und Abteilungsleiter vor ihm gescheitert. Bei der WAZ gibt man seinen Verstand am besten beim Pförtner ab und holt ihn nach Feierabend wieder ab.
Ich wünsche Herrn Lochthofen alles Gute und hoffe, dass er als erfahrener und angesehener Journalist eine neue Anstellung finden möge. Seine Auftritte im WDR-”Presseclub” haben mir stets so gut gefallen, dass ich mir ihn auch als Fernsehmoderator vorstellen könnte. Ganz im Gegenteil zu dem Narzisten Ulrich Reitz, der sich mit seinem Rei(t)z-Thema allmonatlich bei “Europas größtem regionalen Fernsehsender” nrw.tv (Eigenwerbung WAZ, dass ich nicht lache!) präsentieren darf. Aber jeder bekommt das, was er verdient!
Wie es aussieht hatte Herr Lochthofen im Gegensatz zu meinem CR wenigstens einen A in der Hose:
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http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php4?ArtNr=67783
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Lieber aufrechter Gang als gebückt und kriechend!
Schrotthofers Rolle und sein Verhalten im Falle Lochthofen würden mich näher interessieren.
Lochthoven hat Reitz im ARD-Presseclub mehr als einmal, zuletzt im Mai 2009, fachlich richtig eingeheizt und ihn als Null demaskiert.
Rächt sich da jetzt vielleicht einer? Motto: Statt Weihnachtsgeld aufs Konto kann U.R. Köpfe rollen lassen?
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Noch ne Personalie ist interessant: Dr. B, der Essener Lokalchef und Brief-Verflüsterer, geht nach knapp einem Jahr in dieser Position überraschend nach Düsseldorf ins dortige Büro. Das riecht stark nach Reitzscher Aufrüstung für die pechschwarze Berichterstattung im Landtagswahlkampf. Parole: Rückenwind für Rüttgers!
Für die Lokalausgabe Essen kann das nur ein Gewinn sein.
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Auf jeden Fall will U.R. heute feiern: Freitagabend, “get togehter” mit der Lokal-Belegschaft, die er ein halbes Jahr nach dem Start zum “Warmwerden” nun in die völlig überbesetzte Zentralredaktion bittet. Als Ersatz für Jahreskonferenzen, die er wegen des offenen Wortes gar nicht schätzt. Wir erinnern uns: Zuletzt hatte ihn dabei u.a. der scheidende stellv. Chefredakteur H.-J. Pöschke verbal abgewatscht. Danach gab’s nur noch image-schadenbegrenzendes Gruppen-Skilaufen in Bottrop und Small-Talk. Ja damals, da war auch der Betriebsrat noch nicht so weichgespült wie heute…..
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Der Steiger vom Dortmunder Geigerabend hat in seinem Blog übrigens schon mit dem Gedanken gespielt, den Pannekopp mit dem gleichnamigen Orden auszuzeichnen. Wegen des oberpeinlichen Studentenkommentars von Reitz….
http://www.geierabend.de/blog/
Mahlzeit!
@Hans Lassmann,
ja der Neid-Komplex von Reitz könnte in der Tat eine der Triebfedern sein. Denn anders als der WAZ-Yuppie und Möchtegeliebtsein-AberwirdgehaßtChefredakteur Reitz zeichnete sich Lochthofen sowohl im Presseclub als auch als Gast bei Phoenix stets durch hervorragendes Detailwissen aus. Er kennt die Bedürfnisse der Leser, der Region und kam immer sehr sympathisch `rüber. Ohne ihn näher zu kennen, vermittelte er über den Schirm auch eine soziale Kompetenz.
Eine Frechheit indes ist die Erklärung der WAZ, Lochthofen soll eine eine andere Aufgabe innerhalb der WAZ Mediengruppe übernehmen, “die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht”. So also werden exzellente Journalisten von Hombach öffentlich abgewatscht, die im Dienste des Verlages mit Preisen ausgezeichnet wurden. Es ist unfaßbar, wie Hombach und Co mit hoch qualifizierten journalistischen Persönlichkeiten umspringt und gleichzeitig noch die Chuzpe besitzen von “Qualitätsjournalismus” zu sprechen. Wenn derartige Spitzenkräfte wie Lochthofen abberufen werden, stirbt mit ihnen auch die Qualität. Reitz, Oppers, Malte Hinz etc. sind die personellen Beweise für den täglich lesbaren Qualitätsverlust der WAZ-Blätter. Ergänzt durch die Online-Peinlichkeit “Der Westen”. Auch Frau Borchert zeichnet sich eben mehr durch Unwissen als durch echte mediale und journalistische Ketnnisse und Erfahrungen aus. Der WAZ-Medienkonzern kommt mir langsam vor wie die Titanic. Wer nicht untergehen will, sollte jetzt von Bord gehen!
@ Ex-WR-Redakteur:
Volle Zustimmung, was deine Meinung über Sergej Lochthofen betrifft! Gäbe es bei der WAZ mehr leitende Angestellte vom Schlag eines Herrn Lochthofen, dann hätte man weder Probleme mit der inhaltlichen Qualität der Zeitungen noch mit der Auflage. Ohne Herrn Lochthofen zu kennen glaube ich, dass er ein aufrechter, geradliniger Mensch ist. Jemand von der aussterbenden Gattung der Manager, die noch eine eigene Meinung haben, diese nach außen vertreten und sich auch von denen da oben nicht verbiegen lassen. Von seinem überaus hohen journalistischen Sachverstand, über den die Herrn Reitz, Oppers und Hinz nicht einmal ansatzweise verfügen, ganz zu schweigen.
Die Herren Hombach, Nienhaus & Co. werden schon sehen, wohin sie ihr marktradikaler Weg in Thüringen bringen wird: Genau an denselben Abgrund, an dem sich schon heute das Essener Mutterhaus befindet. Was den Vergleich mit der Titanic betrifft: Stimmt, nur dass die Ratten das Schiff diesmal als letzte zu verlassen scheinen. Rette sich, wer kann!
Nun ist der Vorwurf stalinistischer oder Nazi-Methoden ja erst einmal sehr gewagt. Denn natürlich ist der Stellenverlust einer finanziell vermutlich gut abgesicherten Führungskraft keinesfalls vergleichbar mit den Schicksalen der Opfer brutaler Regimes. Und natürlich ist ein Wirtschaftsunternehmen trotz aller Mitbestimmungsrechte keine Demokratie im Miniformat. Also hat der Unternehmer auch das Recht, leitende Angestellte nach Gutdünken und ohne nähere Begründung auszutauschen. Insofern ist der Nazi-Vorwurf nur mit der verständlichen Wut eines sonst wohl sehr klar denkenden Menschen erklärbar.
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Und doch scheinen manche solcher Entscheidungen in deutschen Unternehmen nicht weit entfernt zu sein vom merkwürdigen Verhalten, das Diktatoren regelmäßig an den Tag legen: Kritiker, seien sie noch so vortrefflich in ihren Leistungen, werden mundtot gemacht und, wenn dies nicht gelingt, von ihren Posten entfernt. Dies geschieht so lange, bis die Führungsspitze nur noch umgeben ist von willfährigen Claqueuren, denen der Erhalt und Verbesserung der eigenen Position wichtiger ist als die Verantwortung für ihren Bereich des Unternehmens und dessen Mitarbeiter insgesamt.
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Normalerweise gibt es dazu bei kleineren bis mittleren Unternehmen ein Korrektiv: die wirtschaftliche Entwicklung der Firma. Da schlägt eine Negativauslese in der Führungsetage schnell durch. Leider greift das Korrektiv aber in größeren Konzernen mit einem schier undurchschaubaren Geflecht an Beteiligungen recht spät – manchmal zu spät. Eine Führungsspitze, die ringsum kritische und damit in der Regel auch kreative Köpfe rigoros aussortiert, um sich mehr und mehr an Jubelpersern zu ergötzen, verliert zunehmend den Bezug zur Realität.
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Medienbetriebe allerdings stehen stärker im Licht der Öffentlichkeit als andere Wirtschaftsunternehmen, zumal sie innerhalb einer funktionierenden Demokratie eine wichtige Aufgabe wahrzunehmen haben. Vor diesem Hintergrund sind übrigens solche Beschwerden, wie sie jetzt ein Leser hier führte, Alarmsignale. Ich habe diesen Beitrag lesen können, bevor Medienmoral ihn löschte (was ich übrigens nicht verstanden habe, aber ich kenne die Beiträge nicht, die darauf folgten). Darüber hatte sich der Leser, meiner Meinung nach zu Recht, geärgert: In einer Beilage erschien kürzlich als Überschrift die Phrase “…und morgen die ganze Welt”. Mir liegt es zwar fern, dem Verfasser dieser missratenen Zeile eine NS-nahe Gesinnung zu unterstellen. Doch auch meiner Meinung nach muss man sich als verantwortlicher Redakteur der Möglichkeit bewusst sein, dass dieses Satzfragment als Überschrift, zumal mit den vorangestellten drei Punkten, durchaus als einem berüchtigten und verbotenen HJ-Lied entnommen missverstanden werden kann. Ich möchte gar nicht weiter laut darüber nachdenken, welche Assoziationen solche Zitate, auch wenn sie nur zufällig und gedankenlos erfolgen, beispielsweise in unseren Nachbarländern Polen, den Niederlanden oder Frankreich auslösen können. Es handelte sich übrigens ausgerechnet um eine Reisebeilage.
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Was das jetzt soll? Jeder von uns Redakteuren weiß: Es gibt bestimmte Wörter und Phrasen, die in der jüngeren deutschen Vergangenheit missbraucht wurden und die seitdem praktisch unmöglich sind. So etwas darf einem nicht durch die Lappen gehen. Dass dies doch geschieht – vor einiger Zeit las ich das Wort “völkisch” im Zusammenhang mit einer Heimatveranstaltung und habe mich darüber ebenso geärgert wie der Leser in dem leider gelöschten Blog-Kommentar – kann man sich durchaus erklären mit einer rigiden Sparpolitik, einer mangelnden personellen Besetzung der Redaktionen und, leider auch, mit mangelnder Kompetenz an verantwortlichen Stellen. Es sind dies einzelne Symptome, sicherlich. Aber sie zeigen exemplarisch die Auswirkungen einer bestimmten Spar- und Personalpolitik. Und dies bleibt auch dem Leser nicht verborgen.
Ich vergaß, folgendes anzumerken: Zum Glück betrifft das beschriebene Phänomen nicht die Mehrzahl größerer Unternehmen. Es gibt zahlreiche Manager, die die Qualität gerade von Kritikern und “Querdenkern” in ihrer Umgebung zu schätzen wissen. Aber es gibt eben auch Ausnahmen…
Lochthofen solle in der WAZ-Gruppe eine “andere Aufgabe übernehmen, die seinen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht”. Pflatsch! Eine zynische Watsche, mitten rein ins Gesicht. Welch Kenntnisse mehr als die von Abnabelung, Brut und Aufzucht einer unabhängigen Tageszeitung braucht es denn, um solch einen Posten kompetent zu besetzen? Dass Lochthofens Frau Antje-Maria als Stellvertretende Chefredakteurin ebenfalls den Hut nehmen muss, ist für die Schreibkultur in Thüringen ein herber Verlust, so erfrischend poetisch hob sich in meinen Augen ihr Stil vom 08/15-Zeilenmurks mancher Kollegen ab, und grenzt für Sergej an “Sippenhaft wie in der Stalinzeit”.
Dass Lochthofen mit seinem vehementen Auftreten gegen eine Verzahnung von Redaktion und Verlag, wie sie (nicht allein) von der WAZ-Gruppe betrieben wird, sich nicht allzu viele Freunde in den Führungsetagen machte, ist eine so traurige wie allgegenwärtige Tatsächlichkeit in wirtschaftlich betriebenen Medienproduktionen. Und die künftige Entwicklung wurde nicht zuletzt bei der massiven redaktionellen Beweihräucherung zur Einführung des hauseigenen Mobilfunktarifs (”Oh, so billig Hallo sagen”) bis in die kleinste Lokalredaktion hinein aufgezeigt.
Schade Thüringen, ein Schiff wird sinken, die Leser winken und sagen ade. Und es reicht auch eigentlich bald aus, nur noch das wöchentliche Anzeigenblatt zu lesen. Da gibt’s schließlich auch Sport drin.
Nun mal kurz anders betrachtet: Wieso musste neben Lochthofen auch noch seine Frau das Blatt geleitet haben? War das nicht Sippenwirtschaft?
Reitz ist beim Presseclub früher auch schon von Schrotthofer getoppt worden. Insofern ist es besonders pikant, dass Schrotthofer nun mitgeholfen hat, Lochthofen hinauszukomplimentieren. Ein toller Laden. Ein Tollhaus.
Antje-Maria Lochthofen ist Bosch-Preisträgerin http://www.bosch-stiftung.de/content/language1/downloads/05040000_wege_bahnen.pdf und hat neben der Verantwortung für das Landesressort auch die Volo-Ausbildung bei der Thüringer Allgemeine verantwortet. Sie hat mit ihren Texten unzählige Spenden-Euro zu Gunsten von Schwerkranken und weiteren sozial Benachteiligten mobilisiert. Ein Beispiel für ihre Qualität als Autorin findet sich ausgerechnet heute in der Thüringer Allgemeinen (http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.thueringen.startseite_172948.php). Sie gehörte zum Kreis der Redakteure, die mit hohem persönlichen Risiko dafür gekämpft haben, dass die Thüringer Allgemeine – damals Das Volk – früher als alle anderen DDR-Zeitungen schon 1989 mit der SED brach.
Noch ein Wort zu Herrn Schrotthofer: Herr Schrotthofer hat ein Beispiel seines Könnens bei der WR abgeliefert. Er brachte das Traditionsblatt an den Rand der Einstellung (Schickler-Konzept sah die Aufgabe des Titels nach seiner Amstzeit vor). Er fährt auf Parteibuch und ist als Journalist offenbar eine Wucht. Jetzt darf er in Thüringen einen Kurs exekutieren, der – wie in NRW zu sehen – nicht zur Stärkung der Titel, sondern zur Aufgabe der lokalen und regionalen Kompetenz führt. Es wird viel Geld kosten, ein Portal wie Der Westen zu installieren und parallel werden die Reichweiten der Zeitungen sinken. Good job though.
@ alter Kollege
Danke! Sie haben so Recht.
@ Alter Kollege @ Entsetzter Leser
Volle Zustimmung. Mir ist auch nicht klar, wieso der Beitrag gelöscht wurde. Gerade Gewerkschafter sollten in diesen Dingen besonders sensibel sein.
Das war eine schallende Ohrfeige, die Hombachs Vasallen in Thüringen sich selbst verpaßt haben. Soviel Negativ-Werbung auf einmal in den Schlagzeilen bundesdeutscher Medien sollte selbst den offenbar entrückten Hombach wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen.
Mit der Personalentscheidung im Osten hat der feiste Verlagsmanager nur eines bewiesen: Er hat einfach keine Ahnung, dass eine gut gemachte Zeitung eben auch – und manchmal eben gerade erst – durch eine oder mehrere journalistische Persönlichkeiten an Wert gewinnt. Lochthofen und seine Frau sind zwei solche. Sie zu entfernen, mit einem zudem recht hämischen frechen Kommentar, zeigt nur, wie wenig Ahnung diese Verlagshaltung von kluger Personalführung hat.
Mit Journalisten ohne Rückgrat (siehe Reitz, Oppers, Hinz) gewinnen die Blätter nicht; sie verlieren nur. Aber wenn man in der Geschäftsleitung sichnur mit willfähigen Ja-Sagern umgeben will, dann verwundert das alles nicht. Eines freilich macht stutzig: Offenbar will man den unsäglichen Content-Desk nicht nur verlagsintern nutzen, sondern womöglich auch zu einer Agentur ausbauen.
Das freilich könnte der nächste Bumerang werden; denn welche kleine Zeitung wird sich WAZ statt dpa leisten wollen ? Ein solcher Verleger wäre da schon mit Blindheit gepudert, aber es zeigt, dass Hombach, der soetwas durchaus in Erwägung zieht, längst verlegerischen Realitäten entrückt und voll ins Bodosche Traumland angekommen ist – zum Nachteil eines ganzen Konzernssamt Mitarbeiter.
Erst Herr Lochthofen, dann gestern Herr Brender. Der erstere fällt fragwürdigen Verlagsmanagern zum Opfer, weil er sich verständlicherweise dem Content-Desk-Kram entziehen will (ich frage mich bei den NRW-Blättern, was machen die eigentlich da den ganzen Tag außer Kickern) und der zweitere wird von machtgeilen konserativen Politikfuzzies rasiert, weil er ihnen keine genehme Berichterstattung garantiert. Wo leben wir eigentlich mittlerweile. und da wundert sich einer noch über indiskutable Wahlbeteiligungen?
Herr Reitz kann ja nun neuer ZDF-Chefredakteur werden, passt von der politischen Couleur und in Essen würden sie in lauten Jubel ausbrechen.
Herr Reitz kann aber auch für 1 Euro den Stadtpark fegen.
Die Mitarbeiter der “Thüringer Allgemeinen”-Zeitung haben gegen die Abberufung von Chefredakteur Sergej Lochthofen protestiert. Nach einer Meldung des Mitteldeutschen Rundfunks, haben rund einhundert Redakteure einstimmig eine Erklärung verabschiedet, in der die Geschäftsleitung zur Rücknahme der Abberufung von Lochthofen aufgefordert wird. Im dem Papier heißt es, dass die Abberufung kein Schritt im Interesse des Verlages und seiner Gesellschafter, sondern eine Maßnahme zu deren Schaden sei. Die Abberufung sei “in ihrer Form, in ihrer inhaltlichen Zielrichtung und in ihrer erkennbaren persönlichen Motivation durch Geschäftsführer Klaus Schrotthofer ein schwerer Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion”. Die Mitarbeiter sehen im Vorgehen gegen den Chefredakteur einen Verstoß gegen das Redaktionsstatut der Zeitung, welches auch von der WAZ-Gruppe anerkannt worden sei. Demnach sei eine Zweidrittelmehrheit der Belegschaft nötig, um den Chefredakteur abzuwählen. (…) http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/6895812.html
@unabhängigkeit
Das ist eine wichtige Information, die in den WAZ-Blättern nicht nachzulesen ist. Hombach und Nienhaus bzw. die Gesellschafter sind nicht nur vertragsbrüchig, sondern holzen die Medienlandschaft kaputt.
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Ein paar Gedanken noch zur den vier Titeln in NRW:
- Kahlschlag in der Fläche bei Geschäftsstellen: es sollen nur zehn und der “Dialog” erhalten bleiben.
- Ein Moloch von kaum mehr steuerbarer Zentralredaktion, von denen ein Teil der dort zuarbeitenden 86 Redakteure kaum mehr tut, als für die 16 Mantelseiten im Internet abzuschreiben, sich vor Reitz und seinem Stab duckt, um sich selbst zu verwalten, dem Chef zuzuarbeiten und die neue Koordinatoren gebiert (Ex-Leitungspersonal aus dem Lokalen, das nicht mehr zu halten ist und für das Druckposten in der Etappe gesucht werden).
- Feiste Einmischung der Anzeigenabteilung in die redaktionelle Arbeit
- WR und NRZ sind oft genug nur Zweitaufguss des ohnehin labbrigen WAZ-Inhalts.
- Inhalte, wie sie dem Leser im Revier nicht mehr zuzumuten sind.
- personell zu kleine Lokalredaktionen mit hohen Krankenständen
- Regio-Desks, die alle unterschiedlich arbeiten
- Einführung eines neuen, unausgereiften Redaktionssystems auf biegen und brechen
- Einführung eines neuen, unausgereiften Online-Systems auf biegen und brechen
- Keine klare Führungsstruktur beim Onlineauftritt mehr – die “Chefs” gehen…
- Kehraus bei den Medien-(Anzeigen)beratern – zu wenig Personal
- Auslagerung von Verwaltungsabteilungen nach Osten
- Ausbluten des erfahrenen Personalstamms
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= Chaos ohne Ende
= Umsatzrückgänge ohne Ende
= Hombach am Ende
Und wer ist schuld? Die dummen Leser und User, die die Produkte nicht mehr kaufen wollen?
Dann doch wohl eher die aktionistische Board-Gruppe um Hombach und Nienhaus, die nur noch schwimmt und strampelt und die statt guter Produkte (siehe Opel Insignia) nur noch Kostenreduzierung im Kopf hat. An das Produkt und die Kunden denkt doch längst keiner mehr. Dabei wollen die Kollegen eine gute Zeitung machen. Nur: Das interessiert im Management keinen.
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PS: [...]
Schönen Sonntag, Mahlzeit!
Das P.S. mussten wir streichen, weil man es uns als Aufruf zu einer Straftat hätte auslegen können.
Gruß, medienmoral-nrw.de
Nunwill ichniemandem Angst machen, aber beim Surfen ist mir ein Artikel bei “Spiegel Online” aufgefallen, der sich mit der Globalisierung selbst des Lokaljournalismus beschäftigt.
Ich halte den Artikel für lesenwert; zumal sich wohl schon jetzt daraus ableiten läßt, dass der Journalist imklassischen Sinn wohl nur noch ein begrenztes “Haltbarkeitsdatum” haben dürfte, wennnicht rechtzeitig gegen derartige Tendenzen gegensteuert wird.
Hier also der Link zum Artikel:
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-62781280.html
PS Eine bittere Erkenntnis: Da dürfte wohl der regionale Content Desk nur der beklemmende Anfang sein….Und der Spruch “Immer an die Leser denken”und zunehmend zur Farce werden.
@Ex-WR-Redakteur
Alles nicht neu im Spiegel, aber man sieht, wohin die Reise wohl leider geht. Wenn man gleichzeitig in diesem Blog liest, dass sich hier einige darüber aufregen, wenn sie mal samstags zur Eidos-Schulung müssen (mit Ausgleichstag. versteht sich) muss man schon von partiellem Realitätsverlust reden.
[...] Jürgern Rüttgers hat, dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Einem Kommentar bei medienmoral-nrw.de zufolge, könnten jüngste Personalentscheidungen nach “Reitzscher Aufrüstung [...]
hier einige Pressestimmen zur Absetzung des Chefredakteurs der Thüringer Allgemeine, Sergej Lochthofen
http://www.welt.de/wirtschaft/article5340589/WAZ-Gruppe-setzt-Chefredakteur-Lochthofen-ab.html
http://www.horizont.net/aktuell/leute/pages/protected/WAZ-Umbau-Lochthofen-muss-als-Chef-der-Thueringer-Allgemeinen-gehen–Raue-uebernimmt_88782.html
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/waz–die-hintergrnde-des-falls-lochthofen_100024830.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=62&cHash=92b50d18d4
http://www.berliner-journalisten.com/blog/2009/11/27/waz-gruppe-setzt-chefredakteur-lochthofen-ab/
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,663701,00.html
http://www.turi2.de/2009/11/27/heute2-sergej-lochthofen-thueringer-allgemeine-verlassen-7467255/
http://www.schiebener.net/wordpress/?p=5770&cpage=1
http://www.mdr.de/mdr-aktuell/6892772.html
http://www.tagesspiegel.de/medien-news/Sergej-Lochthofen-Thueringer-Allgemeine-WAZ-Gruppe-Paul-Josef-Raue;art15532,2961499
wir wünschen ein schönen 1. Advent, medienmoral-nrw.de
Auch sehr aufschlussreich: Die taz zum Fall Lochthofen. http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=a2&dig=2009/11/28/a0226&cHash=f47e950b62
Zitat: “Der Streit zwischen der Essener WAZ-Zentrale, in der nun der Ex-Springer-Mann Christan Nienhaus den Ton angibt, und den Lochthofens eskaliert. Dabei schien die WAZ-Gruppe, die sich schon früh und an der Treuhandanstalt vorbei eine Beteiligung an der TA angelte, in Thüringen zunächst alles richtig zu machen: Sie verordnete der Zeitung keine Westimporte für die Chefredaktion und andere leitende journalistische Aufgaben. Die Ersten, die aus dem Westen zur TA geschickt wurden, waren Volontäre. Nun dürfte der TA das drohen, was über die meisten Blätter in den neuen Ländern schon vor 20 Jahren hereinbrach, sagen Mitarbeiter: eine Existenz an der kurzen Leine des Westverlags, der vor allem eins will: sparen. Doch Lochthofen war gegen die vom Verlag beabsichtige Einführung eines Newsdesks für die Regionalausgaben – und setzte stattdessen auf die Verstärkung der redaktionellen Kompetenz vor Ort und auf lokale Verankerung.
Der neue WAZ-Kurs wäre mit Lochthofen nicht so leicht durchzusetzen. Die WAZ hat Angst vor ihm. Heute porträtiert die Redaktion der TA den letzten gewählten Chefredakteur der Republik im eigenen Blatt. (…)
In Thüringen rollt die Abbestellungswelle. In Blogs und in zahlreichen Leserbriefen wird von Kündigungen der Abos berichtet bzw. dazu aufgerufen. Es herrscht offenbar kaum Vorfreude auf eine Bürgerzeitung á la Raue.
Erklärung der anwesenden Redakteure und Mitarbeiter der „Thüringer Allgemeine“
auf der Mitarbeiterversammlung vom 28.11.2009
zur Abberufung von Chefredakteur Sergej Lochthofen
Die Redaktion der Thüringer Allgemeine fordert die Rücknahme der Abberufung von Chefredakteur Sergej Lochthofen und seiner Stellvertreterin Antje-Maria Lochthofen.
Beide wurden 1990 von der Redaktion demokratisch gewählt.
Wir sehen in den Abberufung keinen Schritt im Interesse des Verlages Thüringer Allgemeine und seiner Gesellschafter, sondern eine Maßnahme zu deren Schaden. Die Abberufung ist in ihrer Form, in ihrer inhaltlichen Zielrichtung und in ihrer erkennbaren persönlichen Motivation durch Geschäftsführer Klaus Schrotthofer ein schwerer Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion. Diese Unabhängigkeit ist im Redaktionsstatut vom April 1990 formuliert.
Die Abberufung des Chefredakteurs bricht mit dem Grundkonsens, auf dessen Basis 1990 die erfolgreichste Regional-Mediengruppe Deutschlands, die WAZ-Gruppe, und die erste unabhängige Tageszeitung in der DDR, die Thüringer Allgemeine, eine Zusammenarbeit auf Dauer vereinbart und nahezu zwei Jahrzehnte lang erfolgreich und vertrauensvoll praktiziert haben. Das Zusammengehen von Thüringer Allgemeine und der WAZ-Gruppe 1990 war die Anerkennung durch die WAZ für den aufrechten Gang der Journalisten der Thüringer Allgemeine, die 1990 ihre journalistische Unabhängigkeit erklärten.
Die Redaktion hat sich mit ihrem Chefredakteur Sergej Lochthofen stets den Anforderungen des Marktes und des wirtschaftlichen Umfelds gestellt. Schneller als andere Titel hat die TA auf neue Herausforderungen bei Gestaltung, Inhalt und Leserbindung reagiert. Über die redaktionelle Arbeit hinaus wurden mit der Redaktion strukturelle Antworten entwickelt, erfolgreich umgesetzt und der Geschäftsführung vorgeschlagen. Dazu ist die Redaktion auch weiterhin ausdrücklich bereit.
Dazu fordert die Redaktion:
1. Beibehaltung der Eigenständigkeit der Vollredaktion der „Thüringer Allgemeine“.
2. Die Belegschaft beansprucht die publizistische Unabhängigkeit der Zeitung und das Mitspracherecht bei der strukturellen und inhaltlichen Gestaltung von Redaktion und Zeitung. Die Redaktion wählt einen Redaktionsrat als Ansprechpartner der Geschäftsleitung.
3. Die Mitarbeiter fordern die Vergütung nach Flächentarifvertrag.
4. Es darf keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
@ Hans Lassmann: Besser und treffender hätte man den IST-Zustand innerhalb der Essener Verlagshäuser und den Außenbezirken nicht formulieren können.
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Rhetorisch geschliffen können sie jeglichen Sozialplan einladend formulieren, dass sie selbst die Schieflage seit vier Jahren mit ausgelöst haben, kommt den White-Collar-Aktivisten nicht in den Sinn. Da sind die Punkte zu nennen:
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• gravierende Fehlentscheidungen
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• fragwürdige Personalauswahl für die Leading-Positions
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• ständiges Gehacke wegen unheilbaren Eitelkeiten und
Eifersüchteleien in den Etagen in der mittleren
Managementebene
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• immer weiteres Entfernen von Lesern und Kunden
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• angebliche Einsparpotentiale gehen fast komplett auf die
Konten der Hirnis von PwC, Boston Consulting, SIPA und
Schickler, oder verzichten die etwa auf die üppigen
Tagesgagen? Wohl kaum!
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Und wenn einer noch behauptet, es hat bei der WAZ keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben, liegt völlig falsch. Ein Großteil der Geschäftsstellen-MitarbeiterInnen sind betriebsbedingt gekündigt worden.
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Am 04.12 wird einmal mehr folgender Leitsatz Realität: Willst Du Dir den Verlag versauen, musst Du auf die Leuten von Schickler bauen. Wie man denen blind vertrauen kann, ist sämtlichen verlagskundigen Mitarbeitern schleierhaft.
“Wenn das hier so weiter geht, schicken die uns bald Schickler auf den Pelz”. So ein Kollege des Content Desk in Essen. Kein Wunder, denn es gibt hier eine interne ( geheime ) Statistik, in der aufgelistet wird wie viele Zeilen jeder pro Woche “rein journalistisch” eigenständig schreibt. Es würde keiner glauben, wenn hier die Zahlen veröffentlicht würden.
Erst hat Schrotti bei uns das reine Fiasko angerichtet, denn seinen “Relaunch” kann man sehr schön am heftigen Auflagenknick ablesen. Jetzt nimmt er sich, nach einer Schamfrist, also die TA vor. Herzliches Beileid, Kolleginnen und Kollegen.
Nach unseren leidvollen Erfahrungen kann man euch jetzt wohl nur eines zurufen: Leistet wenigstens Ihr Widerstand! Und haltet durch!
Der DJV-Thüringen veröffentlicht die Erklärung der Mitarbeiterversammlung der Thüringer Allgemeine. Eigentlich müsste sowas am nächsten Tag auch in die Zeitung! Hoffentlich nehmt Ihrs rein. Mut, Kollegen!
http://www.djv-thueringen.de/Nachricht.2274+M5342193c91a.0.html
auf dem Internet der TA ist die DJV-Erklärung schon zu finden
http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.TA-Chefredaktion.startseite.php
und vieles andere mehr! Brisko
@brisko
Leider nein. Die Erklärung der Mitarbeiterversammlung mit den schweren Vorwürfen gegen die Geschäftsführung (Zitat: “Die Abberufung ist in ihrer Form, in ihrer inhaltlichen Zielrichtung und in ihrer erkennbaren persönlichen Motivation durch Geschäftsführer Klaus Schrotthofer ein schwerer Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion.” siehe DJV-Link oben) ist noch nicht online.
Die von Dir verlinkte Internetseite der TA enthält auf Druck der Geschäftsführung eine sehr peinliche Huldigung für den Chefredakteur der Braunschweiger Zeitung. Mal abwarten, ob die Erklärung der Mitarbeiter zensiert wird.
@panam:
Die DJV-Erklärung ist zu lesen, so wie es Brisko schreibt:
http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.TA-Chefredaktion.startseite_172963.php
Allerdings nicht die Erklärung der Mitarbeiterversammlung. Mal schauen, was in einigen Tagen noch zu finden ist.
Ex-WR-Kollege,
nomenest omen. Der Mann heißt schließlich S c h r o t t hofer. Kann manda ernsthaft etwas anderes erwarten ?
Es istschon erschreckend anzusehen, wie diese Geschäftsleitung zielstrebig den Konzern in den Ruin steuert.
Fehlentscheidungen am laufenden Band.
Vor allem aber: Zielstrebig am Leser vorbei. Richtig bitter aber wird es, wennman dann noch die Kommentare zum Fall Brender in den WAZ-Blättern liest. Heuchlerischer geht`s nimmer mehr. Mahlzeit.
Wenn man sich die bisher erschienenen Beiträge anderer Medien zum Thema TA und Lochthofens betrachtet, dann ist das Ganze für die Darstellung der Mediengruppe in der Öffentlichkeit ein völliges Desaster, wie man es sich schlimmer kaum ausdenken könnte.
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Man sollte es Medienprofis nicht zutrauen, dass sie es schaffen, innerhalb weniger Tage das Bild ihres Konzerns derart gnadenlos ramponieren. Das alles scheint den Herrschaften aus den Händen zu rutschen.
Zensur bei der Thüringer Allgemeine erstmals seit dem Fall der Mauer: In der heutigen Druckausgabe der Thüringer Allgemeine hat Geschäftsführer Klaus Schrotthofer den Passus aus der Erklärung der Mitarbeiter streichen lassen, der ihm eine persönliche Motivation bei seinem Eingriff in die redaktionelle Unabhängigkeit der Thüringer Allgemeine vorwirft (http://www.djv-thueringen.de/Nachricht.2274+M5342193c91a.0.html ) Die Erklärung durfte auf Anweisung Schrotthofers nicht im Wortlaut und nur auf der Medienseite erscheinen. Ebenso verbot Schrotthofer den weiteren Abdruck der inzwischen über 1000 Leserbriefe, die eine Rücknahme der Abberufung Sergej Lochthofens fordern. Darunter sind Briefe führender Wirtschaftsvertreter, Bürgermeister und Personen des öffentlichen Lebens in Thüringen, die explizit um eine Veröffentlichung ersuchen. Sie alle sind bisher Leser der Thüringer Allgemeine gewesen. Die mit der Protestflut einhergehenden Abbestellungen sind ein nicht wieder gut zu machender Schaden für die WAZ-Gruppe. Kernschmelze am bürgerlichen Leserbestand.
Kollegen in NRW, erklärt Euch solidarisch mit der Redaktion der Thüringer Allgemeinen! Stellt Öffentlichkeit her und schreibt, über die schockierenden Eingriffe in die redaktionelle Unabhängigkeit.
Qualitätsjournalismus versus Google: Herr Hombach, schweigen Sie künftig. Sie sind nicht mehr ernst zu nehmen.
Öffentlichkeitsarbeit á la WAZ: Stündlich eine neue Sau durchs Dorf treiben…
Wenn jetzt die Eigentümer der WAZ-Mediengruppe nicht eingreifen und den bösen,geschäftsschädigenden Treiben von Hombach/Nienhaus und Reitz ein Ende bereiten, ist das der Anfang vom Ende. Eines steht nun ja fest: Thüringen ist nicht Essen. Das System Dampfwalze klappt bei der TA nicht. Hier gibt es auch noch “echte” Betriebsräte und kämpferische Redakteure. Im übrigen sind diese ja auch Miteigentümer!
Jetzt hat Schrotthofer auch im Osten ganze Arbeit geleistet
Hier gibt’s den Versuch, Hintergründe zu analysieren:
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/waz–die-hintergrnde-des-falls-lochthofen_100024830.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=62&cHash=92b50d18d4
Die Süddeutsche Zeitung schreibt zur Erklärung der Mitarbeiter der Thüringer Allgemeine: “Erfurt gegen Essen. Unabhängigkeit gegen Totengräberei trifft es wohl eher: http://www.sueddeutsche.de/J5h38j/3168848/Erfurt-gegen-Essen.html
“Der Mann wird kein anderer, weil er nicht mehr mein Vorgesetzter ist, aber aus eben diesem Grunde kann ich das jetzt sagen: Er war objektiv der Beste.” Der Freitag über den Rauswurf von Sergej Lochthofen: http://www.freitag.de/kultur/0948-medien-waz-chefredakteur-lochthofen-absetzung-thueringer-allgemeine
Herr Schrotthofer lässt also eine Passage ausradieren – aus einem Text, der längst ganz oder jedenfalls in den entscheidenden Stellen bundesweit nachgedruckt wird und der im Internet breit veröffentlicht ist. Besser als mit diesem albernen Versuch einer Zensur kann jemand seine Ahnungslosigkeut in puncto Medienwirkung kaum unter Beweis stellen!
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Vielleicht sollte ihm wenigstens jemand sagen, dass er damit nicht nur seinem, sondern auch dem Ruf seiner Zeitung in hohem Maße schadet. Wer will als halbwegs kritischer Geist, als mündiger Leser ein offenkundig zensiertes Blatt lesen? Oder glaubt der Mann etwa ganz schlicht, Zensur hätte im Osten ja sowieso Tradition?
Ich kenne die Thüringer Allgemeine als Zeitung nicht. Herrn Lochthofen kenne ich aus dem Presseclub im WDR. Obwohl ich nicht immer teile, was er sagt, hat er meinen Respekt. Er spricht eine klare Sprache und ist nicht verformt von der Marketing-Duckmäuserei, die wir heute statt einer kritischen Presse haben.
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Was die Großverleger gerade von ihren Statthaltern in Thüringen besorgen lassen, ist mir widerwärtig. Wir sollten uns den Zorn, der in jedem freien Bürger angesichts dieser Zustände aufsteigt bewahren.
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Schrotthofer zensiert freie Journalisten, obwohl er einst Sprecher von Johannes Rau war und zudem tatsächlich selbst eine Zeitung leitete. Im zwanzigsten Jahr nach den Umbrüchen in der DDR. Das ist ekelhaft.
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Ich wünsche der freien Redaktion der Thüringer Allgemeine Kraft. Sie soll uns ein Vorbild sein, wie man aufrecht geht und wie man kämpft.
@Studi Medienwissenschaft
großartig. Sie haben so Recht. Wie weit geht der Dilettantismus in diesem Laden eigentlich?
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Überall ist zu lesen, dass die Redakteure und Mitarbeiter Herrn Schrotthofer ein gehöriges Maß an persönlichem Interesse an der Demission Lochthofens bescheinigen (”Die Abberufung ist in ihrer Form, in ihrer inhaltlichen Zielrichtung und in ihrer erkennbaren persönlichen Motivation durch Geschäftsführer Klaus Schrotthofer ein schwerer Eingriff in die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion.”)
# Da fällt einem – bei aller Empörung in der Sache selbst – nichts mehr zu ein.
# Außer: Respekt, Herr Schrotthofer
@Bodo Hombach
Was für Leute tragen bei Ihnen eigentlich so was wie Verantwortung?
@Studi Medien Das hatte ich immer gehofft, dass sich für den Parteibuch-Karrieristen, der unsere Zeitung fast vollständig gegen die Wand gefahren hat, auch noch einmal irgendwo eine Bananenschale findet!
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&dig=2009/12/01/a0033&cHash=7052de75e1
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“Das ist wie zu DDR-Zeiten”
THÜRINGER ALLGEMEINE Redakteure beklagen Zensur durch WAZ-Verlag
Schön in der taz auch: “Wir wollen nicht die journalistische Unabhängigkeit der Redaktion antasten”, heißt es in Schrotthofers Mail.”
Pfui Teufel. Und solche Leute soll man respektieren. Warum?
Schrotthofer hat das Lebensmotto seines Ziehvaters Johannes Rau wieder einmal falsch verstanden. Schrotthofers Devise lautet: “Spalten statt versöhnen”
Schön, dass eben doch nicht alles geht. Und das Zensur heute sofort rauskommt.
Ich frage mich, wie lange die WAZ noch solche Schlagzeilen machen will.
Schämen Sie sich, Herr Schrotthofer!
Schämen Sie sich, Herr Hombach!
Die Vorgänge bei der TA sind ein Armutszeugnis. Sie zeigen das ganze Unvermögen der beteiligten Gruppe-Verantwortlichen zur Personalführung. Hut ab vor dem Verhalten von Lochthofen und der TA-Redaktion. Da könnten sich die WAZ-Blätter tief im Westen einiges abschauen. Wer wird denn neuer TA-Chefredakteur von Hombachs und Schrotthofers Gnaden?
…achja. Raue via Marburg-Frankfurt-Braunschweig…
Armutszeugnis:
ja der mit der reichhaltig dekorierten Ansammlung an Konrad-Adenauer-Stiftung-Preisen…
Es ist allerdings ziemlich widerwärtig, wie zur Zeit seitenweise Leserbriefe pro Lochthofen ins Blatt genommen werden. Die kritischen Stimmen haben keinen Raum. Und es gibt seit vielen Jahren Kritik an der einseitigen (linken) politischen Ausrichtung der Thüringer Allgemeinen. Die sogenannte Wahl des Chefredakteurs ist 20 Jahre her. Er wäre, sagen wir mal vor einem Jahr, wahrscheinlich nicht wiedergewählt worden.
Die zahlreichen Preise, die die Thüringer Allgemeine gewonnen hat, werden von Norbert Küpper vergeben. Wie die meisten hier wissen, bekommt er reichlich Aufträge von der WAZ und der ZGT.
@Bastian
Ihre Meinung haben Sie angesichts der Vielzahl von Stimmen offenbar ziemlich exklusiv.
Und die Zeitungen der WAZ sehen irgendwie nicht nach professionellem Zeitungsdesign aus
Oh, mein Gott, GEMA für Presseerzeugnisse… wo doch die GEMA schon lange nicht mehr Schritt halten kann. Ich frage mich, wo die achso liberale Marktwirtschaftsmeinung der jeweiligen Zeitungen bleibt, wenn es an die eigene Knete geht. Selter predigen, Champagner saufen. Könnte kotzen.
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/christoph-keese–geld-fr-links_100024894.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=e3490b49fa
Online Heini,
interessant die Forderung der Verleger. Offenbar orientiert sich da die verlegerschaft an die VG Wort.
Gegen eine Gebühr für die Online-Nutzung von Zeitungswebseiten istnichts einzuwenden. Mit einer Einschränkung: Wenn damit die Verleger dann tatsächlich Geld verdienen, müssen die Journalisten, die den Inhalt liefern, natürlich am Gewinn beteiligt werden.
Die kostenlose Nutzung der Online-Portale von Zeitungen indes ist eher konrtraproduktiv zu den Printprodukten, solange es die gleichen Inhalte gibt. Eine sinnvolle Maßnahme wärees, online aktuell zu melden; per Print dann die Hintergründe zu liefern. Gut ausgearbeitet – versteht sich. Dann könnten durchaus auch Mantelseiten eingespart, dafür aber dannwirklich invetigativ gearbeitet werden. Aber online umsonst, und das noch mit der Hilfe der Printkollegen und den gleichen Artikeln wie in der Printausgabe, das ist der Tod der Lokalzeitung!
Eine Art “Printpflichtgebnühr” ähnlich wie beim Rundfunk indes verbietet sich von selbst. Aber interessant ist es schon, wie Verleger an fremdesGeld wollen. Nur nicht mehr überehrliche Leistung. Bedenkliche Entwicklung.
“Eine sinnvolle Maßnahme wäre es, online aktuell zu melden; per Print dann die Hintergründe zu liefern. Gut ausgearbeitet – versteht sich. Dann könnten durchaus auch Mantelseiten eingespart, dafür aber dann wirklich investigativ gearbeitet werden.”
Das sehe ich auch so, definitiv eine Möglichkeit, aber das hätte man bereits vor fünf Jahren wagen sollen. Mittlerweile kommt das Kind wohl leider nicht mehr vom Brunnen weg, da alles vollkommen hektisch, topdown und laienhaft läuft. Ich sehe mittlerweile schwarz. As i said, es hülfe wohl nur ein kompletter Neuanfang. Damit würde man zwar kurzfristig die Gewinne reduzieren, aber zumindest mittelfristig eine Perspektive haben.
Momentan taumeln die Verlage wie damals die Musiklabels und auf lange Sicht werden nur drei, vier starke Verlage überhaupt übrig bleiben und diese auch mit komplett reduziertem Roster.
….auf lange Sicht werden nur drei, vier starke Verlage überhaupt übrig bleiben und diese auch mit komplett reduziertem Roster.
Das ist die bittere Erkenntnis daraus. Aber so wird es kommen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung wird wohl ein “Content-Desk Thüringen” sein. Dieses aber dürfte nur der Anfang sein. Dennam Ende könnte ein einer Desk für verschiedene Mäntel herauskommen. Daran denke ich, wird langfristig gearbeitet.
So denke ich, könnte irgendwann auch die Zeit gekommen sein, in der die “Braunschweiger Zeitung” an irgendeinen dann bestehenden Content-Desk gezwungen wird.
Desgleichen könnte dann natürlich auch mit dem Online-Auftritt geschehen. Warum, diese Frage stelle ich mir, sollten Zeitungen in Thüringen einen anderen Online-Auftritt als der Mutter-Konzern in Essen haben ? Hier dürfte es ebenfalls noch eine ganze Menge Einsparpotenzial geben, wenn man es – aus jetziger unternehmerischer Sicht – mal ketzerisch betrachtet. Man mpüßte nur die thüringischen zeitungstitel einfügen, die Lokalredaktionen hinzufügen und fertiog wäre die Laube. Übrigens ließe sich da auch die “Braunschweiger Zeitung” in ein solches Portal pressen.
So würden übrigens auch die Zusammenarbeit mit dem ZDF und möglichen anderen Sendern Sinn machen. Man wäre auf dem Weg zu einer kostengünstigen Großlösung.
Mit einer Einschränkung: Ein derartiger Online-Auftritt bedürfte eins anderen Konzeptes als das von Katharina Borchert. Aber mit dem Weggang der Dame könnten ganz schnell die Karten neu gemischt werden. Schaun mer mal, waz dann wieder los sein wird. Für meinen Teil jedenfalls steht fest: Die Einschnitte, die wir bislang hier beklagt haben, sind erst der Anfang einer personalreduzierenden Gesamtumstellung des Konzerns!
Sofortiger Wechsel an der TA-Spitze
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ERFURT (TA). Der von der Geschäftsführung der Zeitungsgruppe Thüringen (ZGT) zum Jahresende angekündigte Wechsel in der Chefredaktion dieser Zeitung wird bereits heute vollzogen. Der neue Chefredakteur der “Thüringer Allgemeine”, Paul-Josef Raue, der bisher an der Spitze der “Braunschweiger Zeitung” stand, soll sich heute auf einer Mitarbeiterversammlung der TA-Redaktion vorstellen. Sergej Lochthofen hatte seit seiner Wahl zum Chefredakteur 1990 die Redaktion geführt. Die “Thüringer Allgemeine” gehört wie die “Braunschweiger Zeitung” zur Essener WAZ-Mediengruppe.
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http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.TA-Chefredaktion.startseite.php
Bedeuten der Vorgang und das Vorgehen für Hrn. Schrotthofer Edeka = Ende der Karriere? Oder lässt er alles an sich abtropfen?
Die Auflagenentwicklung der Titel in Thüringen und der Anzeigenumsatz ließen der Geschäftsführung doch gar keine andere Wahl, als die Frage nach Ursache und Zukunft der Titel in Thüringen auf die Agenda zu setzen. Wenn sich dann der Chefredakteur der TA kategorisch jedem Gespräch verweigert und ebenso kategorisch jede Veränderung ausschließt, dann ist das die Verweigerung eines Leitenden Angestellten gegenüber seinem Arbeitgeber – sei dieser Chefredakteur vor 19 Jahren gewählt oder nicht.
Lochthofen ist nicht das Opfer verlegerischer Willkür, sondern eigener Taktik, die in Verkennung der Realität blind darauf vertraute, unantastbar zu sein. Lochthofen hat gezockt und verloren – es ging ihm dabei um die eigene Position, nicht um die Redaktion, geschweige denn um die Zeitung.
Warum ist das alles dennoch sehr bedauerlich? Weil der “Fall Lochthofen” den geplanten Wechsel von Raue nach Essen verhindert hat. Und so kam, was andernfalls längst nicht in trockenen Tüchern war: Die Gesellschafter haben Ende vergangener Woche die Vertragsverlängerung für Reitz abgenickt.
Herzlichen Dank Herr Lochthofen…
@waz969
Tolle Haltung. Hoffen auf das kleinere Übel. Respekt.
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Sie hätten gern Herrn Raue gehabt? Wenn das die Wahl ist, vor der heute der regionale Journalismus in Deutschland steht – gute Nacht.
@waz969 Bitte doch um Deine Versetzung nach Thüringen. Herr Raue braucht jetzt loyale Mitarbeiter
@ Ex-WR-Redakteur: Ja, das wird mit dem Content-Desk-Print wie Online-Synergien so kommen. Aber selbst diese Kosteneinsparungen böten ja Chancen, würden Sinn machen, wenn man auf der anderen Seite den lokalen/regionalen Printbereich journalistisch stärken würde UND andere Nischen (Blogs, Community, Service-Themen, Tourismus etc.) im Online-Bereich, die zu einer regionalen Komplettmarke passen, aber nicht die Printtitel absorbieren, ausbauen würde. Dazu versuchen, die einzelnen Produkte sinnvoll ab und an miteinander zu verknüpfen und gut.
Dann hätte man zumindest auch wieder ein interessantes Produkt mit verschiedenen Vertriebsebene und könnte den Leser dann auch endgerätoptimiert (print, online/mobil, e-reader whatever) bestmöglich abholen.
Wenn dann alles nur von einer paar Verlagen gesteuert wird, okay, das lässt sich wohl nicht vermeiden. Die Musikindustrie lebt ja auch noch.
@waz969: Sie sind einer der wenigen, die die Dinge auch objektiv betrachten können.
@Online-Heini + @Ex-WR-Redakteur:
Wenn man dann noch die kostenlosen Anzeigenblätter abschafft, wird´s was! Die tragen doch dazu bei, daß Werbeerlöse in hohem Maße verloren gehen.
Wenn jemand “Verdeskung” und “Entlokalisierung” ablehnt, ist er gegen Redaktion und Zeitung?
Es ist ein Jammer. Ein guter Mann muss gehen, um einem Haufen Kleingeister Platz zu machen. Das Management der WAZ hat umfassend versagt. Erst feuern sie Lochthofen nach zwanzig Jahren ohne Stil und mit einem Tritt, obwohl er der einzige war, der der Gesamtveranstaltung WAZ zumindest einen gewissen Anschein von Qualität und Unabhängigkeit gegeben hat. Dann noch seine Frau hinterher. Und plötzlich große Verwunderung, dass der Mann sich wehrt. Und dass sich vor allem die Redaktion und die Leser wehren (siehe taz-Artikel im Link).
Es ist schon absurd. Zwanzig Jahre nach Ende der DDR zensiert dann ein Herr Schrotthofer im Blatt das, was allenthalben überall zu lesen ist: dass seine persönliche Motivation Auslöser für den in Form und Inhalt schändlichen Vorgang ist.
Ich freue mich auf die nächste Sonntagsrede von Herrn Hombach über Qualität, Ethik und Verantwortung.
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/chefredakteur-muss-sofort-gehen/
Offenbar ist – anders als noch am Freitag vergangener Woche von der WAZ bekannt gegeben – Lochthofens Frau doch nicht entlassen. Zwar musste Lochthofen nun Knall auf Fall das Haus verlassen; seine Frau “darf” aber bleiben: “Immerhin die Pläne, Lochthofens Frau ebenfalls zu schassen, sind offenbar fallen gelassen worden: Mit ihr würde über ihre weitere Perspektive bei der TA gesprochen, heißt es in einer Verlagsmitteilung an die Redaktion.” (http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/chefredakteur-muss-sofort-gehen/)
Dieser traurige Vorgang bringt endlich mal das auf den Punkt, was bei der WAZ seit einiger Zeit läuft: Ein Management ohne Sinn und Verstand demontiert das, was uns allen wichtig ist: die Reputation des Journalismus. Danke Bodo.
@Schrotthofer rudert
Das einzig Gute an diesem weiteren WAZ-Skandal istn die Tatsache, dass sich Kollegen und offenbar viele Leser mit dem von Kündigungs-Willkür betroffenen Ehepaar Lochthofen solidarisiert haben und protestierten.
Offenbar führte das zumindest zur doch-noch-Weiterbeschäftigung von Frau Lochthofen.
Der Ruasschmiss des Chefredakteurs indes ist Willkür. Ich frage mich, inwieweit hier überhaupt Kündigungszeiten eingehalten worden sind. Außerdem bekomme ich allmählich den Eindruck, dass Herr Schrotthofer einem Chefredakteur den Stuhl vor die Tür gesetzt hat, weil er diesem offenbar argumentativ und wohl auch menschlich unterlegen war.
Dass Schrotthofer die zensur bemüht; na das wundert mich nicht. Der Mann war schließlich Pressesprecher des Herrn Rau. Und hat wohl bei diesem Job gut “gelernt”, wie man Texte “autorisiert”.
Zu Hombach: Dieser feiste Ex-Politiker hat dem Konzern während seiner Tätigkeit mehr Schaden zugefügt, als Nutzen.Wann endlich reagieren die eigentlichen Eigentümer ? Sie könntensonst erleben, wie das einstige Lebensweg von einem niedergemacht wird, der vom Zeitungsgeschäft wahrhaftig keine Ahnung hat.
hier ein kleiner Online-WAZ-Mediengruppe ./. Lochthofen-Pressespiegel des heutigen Tages
http://www.kress.de/cont/story.php?id=131659http://www.turi2.de/2009/12/02/heute2-waz-bereits-lochthofen-getrennt-7497252/http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,664677,00.htmlhttp://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/chefredakteur-muss-sofort-gehen/
Leserbriefe zum Thema
http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.TA-Chefredaktion.startseite_173054.php
noch mehr Infos hier
http://www.pottblog.de/2009/12/01/thueringer-allgemeine-lochthofen-demission-interview-und-links/
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
Schrotthofer, Hombach alles “wahre Könner” – schaut euch an was die so zustande gebracht haben, es ist erbärmlich.
Lochthofen macht jahrelang einen guten Job und muss gehen. Leute macht mal die Augen auf! Das ist paradox und leider auch das Ende eines der wenigen guten Blätter im Land.
@Ex-WR-Redakteur:
Das Angebot der Doch-noch-Weiterbeschäftigung an Frau Lochthofen darf man getrost als Farce betrachten – vermutlich aus juristischen Gründen und ziemlich sicher im Vertrauen darauf, dass sie sowieso nicht dort bleiben wird, wo man ihren Ehemann auf eine derart unwürdige Weise gefeuert hat.
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@Olivia: Die WAZ hat sich in den letzten Monaten von so vielen guten Leuten getrennt, dass einem schwindelig davon werden kann, ein beispielloser geistiger Ausverkauf. Lochthofen ist eine besonders exponierte Persönlichkeit – aber in diesem Sinne ist er auch eine von vielen.
Das hat Stil: WAZ-Geschäftsführer Nienhaus wundert sich über die Aufregung um Lochthofens Rausschmiss und die Zensur bei der Thüringer Allgemeine. Un verkündet gleich noch einen weiteren Abbau von 300 Stellen bei der WAZ-Gruppe. Chapeau! Das ist PR:
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http://www.wuv.de/nachrichten/medien/waz_chef_nienhaus_verteidigt_lochthofen_entlassung
Schickler plant bei den Anzeigenleuten dieselben primitiven Schritte wie in den Redaktionen. Es soll eine Art Anzeigendesks geben, von wo die Leute per Telefon in halb NRW Anzeigen verkaufen.
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Da bleibt natürlich viel auf der Strecke, weil in dem Geschäft sehr viel über persönliche Kontakte läuft. Das wird bestimmt super erfolgreich, wenn demnächst irgendein Mitarbeiter in einem Ort anruft, den er gar nicht kennt, und jemanden, den er auch nicht kennt, Anzeigen verkaufen will. Vielleicht wird es auch peinlich, wenn der Kunde über den Inhalt der lokalen Zeitung reden will, den der Mitarbeiter vom fernen Desk ja auch nicht kennt.
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Und so wirtschaftet man die WAZ – Schickler sei Dank – ein weiteres Stück weiter herunter.
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Wofür haben diese Schickler-Leute eigentlich so lange gebraucht und wofür bekommen sie so viel Geld? Dafür, dass sie ein paar Gebiete zusammenstreichen, mit Power-Point nicht vorhandene Synergien berechnen und Arbeitsbereiche plump zentralisieren (ohne die Folgen für die örtliche Arbeit zu berücksichtigen und zu kennen). Solche Ergebnisse könnte man auch mit dressierten Tieren erreichen: Knöpfchen drücken, Folie machen, Schema X ausdrucken, Hand aufhalten.
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Wo bleibt hier der Sachverstand der leitenden Leute aus dem Anzeigenbereich, die sagen, dass so etwas nicht geht? Stehen sie vielleicht am Freitag bei der Betriebsversammlung mal auf und sind mutig?
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Und eine dringende Anregung an Medienmoral: Lasst uns doch bitte endlich mal eine Rubrik anlegen, in der alle die Fehler und Fehleinschätzungen von Schickler auflisten können. Das wäre eine sehr wichtige Warnung für alle künftigen Verlage!
@schickeria:
“Lasst uns doch bitte endlich mal eine Rubrik anlegen, in der alle die Fehler und Fehleinschätzungen von Schickler auflisten können.”
Das würde den Rahmen sprengen.
Vielleicht kann mich ein Gewerkschafter hier einmal aufklären, denn ich habe da mal eine dringende berechtigte Frage. Was ist bei der IG Metall eigentlich anders als bei Verdi, djv und dju? Langsam habe ich nämlich das Gefühl, dass WAZ-MitarbeiterInnen ziemlich hinter die Fichte geführt worden sind, egal ob nun Redakteure oder Verlagsmitarbeiter.
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Bei der WAZ hat sich seit November 2008 nur lahmer Protest bewegt, als die ersten Horror-Meldungen aufkamen, dass ca. 300 Redakteure bei der WAZ-Mediengruppe “über” sind. Die Folgen sind hinlänglich bekannt, auch wenn Herr Nienhaus in ihm genehmen Medien immer wieder das Gegenteil behauptet, trotz rigidem Kostenmanagement Qualität in den NRW-Zeitungen zu haben. Bei jeder lokalen Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Bewohnern würde ihm diese Behauptung deftig um die Ohren fliegen!
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Als Proteste von den Beschäftigten gefordert wurden, hat man dies nur halbherzig verfolgt, wie auch bei den Geschäfsstellenmitarbeiterinnen und nun auch bei den Verlagsangestellten. Vielmehr wurden und werden die Beschäftigten mit nichtssagenden und peinlichen Reden von einem örtlichen Bezirkssekretär gequält und für dumm verkauft.
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So, nun konnte man heute lesen, dass die Daimler-Arbeiter in Sindelfingen nicht lange gefackelt haben, als bekannt wurde, dass die C-Klasse in die USA und nach Bremen verlagert werden. Da sind durch die Proteste mal eben 1000 Fahrzeuge auf der Strecke geblieben und es redet keiner von wilden Streiks oder ähnlichem. Also, was kann und macht die IG Metall besser, was Verdi & Co. zumindest im Medienbereich nicht mehr drauf haben?
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Bei dem Vergleich wundert es einen nicht, warum unter anderem Verdi Mitglieder verliert, wenn eh keine kompetente Unterstützung zu erwarten ist.
Beim Lesen des WAZ Mantels hat man sich inzwischen ja leider schon an so manches gewöhnen müssen, in den letzten zwei Tagen hat es mir aber jeweils bereits auf Seite 2 die Sprache verschlagen, was die 86 Journalisten am News-Desk in Essen so auf die Reihe bekommen:
Gestern wurden dort große Teile des Bild “Interviews” mit dem Flüchtling Heckhoff abgedruckt. Wirklich aktuell, denn es war ja erst 24 Stunden vorher in der Bild zu lesen und wirklich journalistisch, denn im Gegensatz zu anderen Zeitungen verzichtete die WAZ auf eine kritische Einordnung der Bild-Berichterstattung und der im Interview zu findenden Detailangaben. Zusätzlich begnügte man sich damit, die Quelle für den Text, also die Bild-Zeitung, einmal zu nennen. Auch das haben andere deutlich anders gehandhabt und mehrfach auf die Quelle verwiesen.
Gute Bilder und die dahinter steckenden Fotografen sind für eine moderne Zeitung ein wichtiger Erfolgsfaktor. Dass diese Botschaft in Essen noch nicht angekommen ist , zeigt sich heute auf Seite 2. Dort wurde ein nichtssagendes Foto samt Null-Nummer-Bildzeile abgedruckt. Aber egal, es war ja günstig, schließlich hat die Reaktion auf den Anbieter “fotolia” zurückgegriffen.
Und morgen dürfen wir uns bestimmt auf das Internview mit Flüchtling Michalski freuen, stand ja heute in der Bild
@Beobachter: Und genau dass ist es, was der TA jetzt auch blüht. Zu den immer wieder an anderer Stelle aufkommenden Meinungen dass der Lochthofen Rausschmiss betriebsswirtschaftliche Gründe hatte, möchte ich sagen: ja, dass ist natürlich richtig – jetzt ist der Weg frei um genau so “hochwertigen Qualitätsjournalismus” in Thüringen zu produzieren, wie es in NRW schon Gang und Gebe ist. Traurig.
@Beobachter:
Richtig. Auf der Seite “Der Westen” steht die Geschichtebereits mit Michalski und seinem Interview mit der “Bild”.
Das also ist die “journalistische Qualität”, die der Herr Hombach bemüht. Da haben natürlich Chefredakteure wie Lochthofen keine Chance, die das Abschreiben von fragwürdigen Interviews einer fragwürdigen Boulevardzeitung nicht als journalistische Qualität empfinden.
Nun müßte man die Frage an Hombach stellen, was er “Bild” für die immer währende Werbung in den Blättern in Rechnung stellt ? Oder entfällt dafür das Entgeld für Herrn Nienhaus und er wird weiter für soviel PR weiterhin vom Springer-Verlag bezahlt ?
Jedenfalls merken die Leser allmählich, dass das “Qualitätsgebrabbel” des Herrn Hombach nur eineNebelkerze war. Ihm geht es um ein möglichst billig gemachtes Produkt, mit hoher Rendite. Und nicht um eine “Qualitätszeitung”. Diesieht anders aus und kostet.
Übrigens: Was macht eigentlich die Abteilung “investigative Recherche” den ganzen Tag bei der WAZ ? Kickern ? Oder waz ?
@Ex-WR-Redakteur
“Was macht eigentlich die Abteilung “investigative Recherche” den ganzen Tag bei der WAZ ? Kickern ? Oder waz ?”
Das frage ich mich auch schon seit Wochen und Monaten.
@Blattspinat Bitte beachten: Für die Leute am Content-Desk gilt bekanntlich die 37,5-Zeilen-Woche. Da muss zum Ausgleich gekickert werden.
@Ein Beobachter, Ex-WR-Redakteur,
richtig gesehen, das Interview mit dem Straftäter Heckhoff über dessen Flucht ist Journalismus unterster Schublade. Widerlich, dass die WAZ dieses Interview, was unrechtmäßig zu stande gekommen ist abdruckt und der BLÖD-Zeitung damit noch eine Werbe-Plattform bietet. Die waren eh schneller.
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Apropos Unrechtmäßiges: Als Siegfried Maruhn noch CR der WAZ war, fand ein der Redaktion zugespieltes, illegal abgehörtes Telefongespräch zwischen Arbeitsplatzkiller Cromme und MP Johannes Rau NICHT den Weg ins Blatt. Die taz veröffentlichte es – es ging um einen Arbeitsplatz-Deal zwischen dem Land und Cromme. Das hatte die WAZ aber auch so berichtet. Maruhn hatte Rückgrat und Charakter und verbog sich nicht um eines Effektes willen.
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Reitz hat dagegen gar nichts. Er lässt sich mit Gesetzesbrechern ein ([...] wie Heckhoff gleichermaßen). Motto: Die WAZ sprach nicht mit dem Täter, druckt aber das inhaltliches Gelaber eines Verbrechers kommentarlos ab. Presserat – übernehmen Sie!
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Was der WAZ dagegen fehlte, war die Geschichte der Aachener Anstaltsleiterin und die des JVA-Beamten. Die zeigten uns der öffentlich-rechtliche WDR – der mit recherchierenden Journalisten etwas auf die Kette bringt: Anstaltsleiterin totel überfodert, Anstaltsleiterin faltete ihre Mitarbeiter zusammen, die seit längerem von Überlastung berichten. Anstaltsleiterin weiß nicht einmal, welche Dienstwaffen ihr Personal hat.
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Gegen den wegen des Verdachts der Fluchthilfe festgenommenen JVA-Beamten lief bereits vor zwei Jahren ein Ermittlungsverfahren wg. des Verdachts der Gefangenenbefreiung. Der Mann blieb im Dienst, wurde nicht in die Aktenablage versetzt.
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Dazu ein Schlaglicht auf die anscheinend völlig unfähige Justizministerin Müller-Piepenkötter, die ihren Laden nicht in den Griff bekommt. Chapeau, WDR!
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Doch kann man als unterbesetzte, 86-köpfige Zentralredaktion so etwas (leisten)? Darf man (sich) als WAZ so etwas leisten – im Vorwahlkampf. Das Kabinett von Rüttgers mit einer gerechtfertigten Breitseite beschädigen, wenn man Reitz heißt und zunehmend journalistischen Brechreiz erzeugt und wenn man Hombach heißt und mit Jürgilein aus verlagspolitischen Gründen einen schmierigen Schmusekurs fährt?
hier noch ein Hinweis auf einen taz-artikel vom nimmer-waz-müden Steffen Grimberg
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/neues-holzen-in-nrw/
Niehaus sollte sich seine eigene Worte hinter den Spiegel stecken: Leitungsposten seien “in unserer demokratischen Gesellschaft immer nur auf Zeit vergeben. Das gilt auch für die Position des Chefredakteurs.”
Wohl wahr. Doch das gilt auch für Geschäftsführer, Gruppengeschäftsführer zumal. Besonders dann, wenn sie die Marke WAZ beschädigen und den Ruf den Unternehmens langfristig ruinieren.
Geschäftsstellen schließen, Anzeigenverkäufer reduzieren, Redakteure abbauen – dieser Kahlschlag ist geeignet, um die WAZ zu ruinieren. Aber langfristig denken solche Manager ja nicht. Bestensfalls denken sie bis zum Ende ihrer mit Millionen dotierten Vertragslaufzeit von fünf Jahren. Nach ihnen die Sintflut.
Spült sie und ihre Steigbügelhalter durchs Klo!
Die Aktionen der Gewerkschaften und der – in einem erzeugten Klima von Terror und Angst eingeschüchterten – Belegschaft waren doch viel zu lahm! Vielleicht helfen ja Einzelaktionen.
Er könne mit dem Entsetzen über Begründung und Stil der Lochthofen-Entlassung nichts anfangen, sagt der Herr Nienhaus. Nunja, damit hatten die meisten außer Ihnen ja gerechnet, Herr Nienhaus. Sie müssen jetzt ganz tapfer sein: Es ist letztlich völlig egal, ob Sie damit etwas anfangen können oder nicht, ob Sie “verwundert” sind oder das Ganze nicht verstehen.
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Was allein zählt, ist dieses: Die Leser verstehen den miesen Stil nicht. Die Leser können nichts damit anfangen, was Sie, Bodo Hombach und Ihre Adlati anrichten. Die Leser können nicht verstehen, warum von Qualitätsjournalismus geredet wird und doch täglich aus Neue das Gegenteil bewiesen wird.
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Die Leser werden reagieren, Herr Nienhaus – ob Sie nun damit etwas anfangen können oder nicht.
Leute wie Nienhaus tun immer so, als lebten sie ewig.
Hans Lassmann,
ja – die Beschwerdebriefe, die tumbe Anstaltsleiterin – das alles blendete die WAZ aus. Peinlich.
Aber mich wundert es nicht. Offenbar sieht sich Retitz zu höheren journalistischen Weihen berufen. Wenngleich seine TV-Auftritte im Fernsehen für Arme auch “NRW TV” genannt im “Reitz-Thema” eher peinlich wirkt. Dieser Mann kannweder eine Diskussion souverän leiten, noch aber fehlerfrei frei sprechen. Dass erdann noch wie ein Oberlehrer am Pult steht und dümmliche Fragen stellt zeigt eines: Ein profunder Journalist,der professionell bimedial arbeiten kann, ist das nicht. Der kommt eher vor, wie ein verspäteter Abiturient auf im Grundseminar “Fernsehen”.
Übrigens: Auch sein Schreibstil läßt arg zu wünschen übrig. So einer dürfte kaum die wirklichen Geschichten hinter der Nachricht erkennen; wie er es mit diesen Fähigkeiten auf diesen Stuhl gebracht hat, wird mir ewig ein Rätsel bleiben. Schade, die noch verbliebenen WAZ-Leser und Mitarbeiter hätten wahrhaftig einen anderen Chefredakteur verdient, der nicht mit seiner Eitelkeit sondern mit der journalistischen Themenfindung und der passenden Präsentation beschäftigt ist. Mahlzeit.
@alle Content-Desk-Kritiker
nur der guten Ausgewogenheit halber
Mit der Geschichte “2,5 Millionen Rentnern drohen Steuernachzahlungen” haben es die Kollegen schon bis in alle möglichen anderen Medien inklusive WDR und ARD-Tagesschau
geschafft,
http://www.derwesten.de/nachrichten/2009/12/5/news-142656511/detail.html
allen einen schönen Nikolaustag, Inez
Super-Leistung.
Alle Jahre wieder?
Vor einem Jahr hatte es die Meldung auch in den Focus geschaft:
http://www.focus.de/politik/diverses/steuern-steuernachzahlung-bei-millionen-rentnern-faellig_aid_324462.html
… und in diesem Mai sogar, mit WAZ-Nennung, bis in die BILD:
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/05/29/steuernachzahlungen-rentner/drei-millionen-drohen-schocknachricht.html
Echt … gut vermarktet, der Lehmann!
@fiftyruhr
Mein Gott, jetzt werde aber nicht pingelig! Das war doch erst der dritte Aufguss. Wenn wir schon bei anderen abschreiben, dann werden wir wohl auch bei uns selbst abschreiben dürfen!
Mahlzeit!
Das nach dem Chefredakteur der Westfalenpost benannte:-)) NDR-Medienmagazin Zapp bringt heute nacht einen Bericht zur Krise der Verlage, ARD, 23.35 Uhr dazu ein aktuelles (?) jedenfalls ausführliches ) Interview mit Bodo Hombach
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/media/interviewhombach100.html
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
@medienmoral
Gut zu wissen, aber was kann man von einem wortbrüchigen GGF schon erfahren. Tariftreue, vielbekundet, beurkundet und mediengeil verkauft – eher verraten und verkauft. Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen – aber woher denn – fragt mal die kaufmännischen Mitarbeiter in den Geschäftsstellen und Leserläden. Rausgemobbt, rausgekündigt, rausgeekelt und – eine besondere Lösung – durchs Verbreitungsgebiet solange versetzt bis sie nervlich am Ende waren. Homblahbach…….
@inez
Damit das klar wird: Die Kritik an der Üppigkeit der Zentralredaktion geht an die Abholzer des Lokalen. Es ist keine generelle Verunglimpfung der Kollegen am Desk. Allerding ist richtig, was die Kollegen sagen: Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Wo ist sie denn, die angepeilte Nachrichtenführerschaft von Deutschlands – immer noch – größter Regionalzeitung?
War ‘n Satz mit X: War nix, Herr Reitz! Keiner außerhalb des Verbreitunggebietes kauft die Manufaktur-Produkte aus ihrer Schmiede. Sehen Sie es doch endlich ein!
Nur Mut!
Vielleicht kommt sie ja doch noch, die neue Produktoffensive, für die Millionen an Austs, Schicklers und Boston-ichweißnichtwer-Beratung ausgegeben werden. Gab’s da nicht mal historisch den Irrglauben an kriegsentscheidende Wunderwaffen? Na denn, bis zur letzten Zeile.
Stand da oben nicht was von einem “Interview”, das die BLÖD mit dem Ausbrecher Michalski geführt habe? Wurde da nicht aus – (wahrscheinlich) über Scheckbuch-Kanäle von BLÖD – lancierten Auszügen aus den polizeilichen Ermittlungs- und Vernehmungsakten zitiert? Die wurden auch in WDR-AKS-Sendungen präsentiert.
hier noch ein Hinweis auf einen MDR-Beitrag zum Rausschmiss von Sergei Lochthofen bei der Thüringer Allgemeinen und der verstärkten Zusammenarbeit der Thüringer Titel der WAZ
http://www.mdr.de/thueringen/6916027.html
Der Geschäftsführer der Zeitungsgruppe Thüringen, Klaus Schrotthofer hat allerdings dementiert, dass dort auch wie in Essen ein zentraler Contentdesk entstehen soll, die Marktgegebenheiten in Thüringen seien ganz andere wie im Ballungsraum Ruhrgebiet, sagte er gegenüber wuv
http://www.wuv.de/nachrichten/medien/zeitungsgruppe_thueringen_kein_content_desk_wie_in_nrw
mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
Lesetipp von w & v
Qualitäts-Lüge. Weil die Werbung einbricht, werden die Tageszeitungs-Redaktionen ausgedünnt und gleichzeitig die Preise erhöht. Doch die Leser sollen nicht merken, dass sie immer mehr für immer weniger bezahlen. Eine Bestandsaufnahme im Spiegel 50/2009, S. 106ff.
Dass sich Schrotthofer so windet (siehe @Brisko) ist einzig und allein Resultat der aufgeheizten Stimmung in Thüringen. Nach wie vor reißt die Flut der Leserbrief nicht ab und die Menschen kündigen reihenweise ihre Abos. Schrotthofer muss im Moment befürchten, dass ihm der ganze Laden um die Ohren fliegt. Ich wünsch ihm das.
Schrotthofer rudert nicht zurück. Er paddelt in einer Flut von Leserbriefen. Und Herr Nienhaus kann mit alledem nichts anfangen. Sic transit Gloria…
Ich habe ja schon lange darauf gewartet, aber endlich hat DER SPIEGEL nach gründlicher Recherche der ganzen Tageszeitungs-Zunft die schallende Ohrfeige verpasst. Nicht anders kann das Urteil ausfallen. Endlich sind die Retter aus Hamburg aufgetaucht, auf die wir schon lange gewartet haben.
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Putzig ist nur, dass gerade der große Initiator und Mitbegründer der Misere große Reden schwingt. “Mittlerweile sieht er die Qualitäts-Kampfparolen der Branche kritisch: Es plappern plötzlich auch die von Qualität, wo überhaupt keine Qualität mehr drin ist”.
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Ja Herr Hombach, dann fangen Sie gleich mit der Analyse bei bei den eigenen Blättern dank Schickler und Ihren gemeinsamen Entscheidungen mit Herrn Nienhaus an, vor allem die, die an dem Content-Desk hängen und von einem CR geführt werden, der den immes wichtigen Lokaljournalismus mit Füßen tritt und sich nur überregional selbst darstellen will.
Und wieder so eine Geschichte im Mantelteil, bei der es mir die Sprache verschlagen hat. Am Samstag hieß es auf der Seite “Rhein-Ruhr” in dicken Lettern doch tatsächlich “WAZ bedeutet: Wir Arbeiten Zusammen”. Allein die Überschrift ist angesichts der Diskussionen innerhalb und rund um die WAZ Medien Gruppe schon ein echter Hammer. Die Zeilen des Beitrags machen der Überschrift dann aber mehr als alle Ehre. Auszüge “Wir, das sind 18.000 Mitarbeiter, die täglich im Einsatz sind” , “WAZ steht dabei für das Selbstverständnis aller Mitarbeiter unserer international operierenden Mediengruppe: Wir Arbeiten Zusammen”, “Innerhalb der großen WAZ-Familie sind wir auch online munter unterwegs”, “Wir von der WAZ-Mediengruppe sind auch Radio- und Fernseh-Profis” und zum guten Schluss “Unsere Botschaft ist klar: WAZ Wir Arbeiten Zusammen, damit unsere Kunden zufrieden sind und bleiben”.
Nun, ich als Leser bin nun wirklich sehr zufrieden, dass mich die WAZ-Mediengruppe in fünf Spalten, davon drei Spalten für ein Bild, darüber informiert, wie die Weihnachtskarte des Unternehmens in diesem Jahr so gestaltet wurde wie sie gestaltet wurde. Die Themen werden halt mit dem richtigen journalistischen Spürsinn ausgewählt, es wird knallhart recherchiert und anschließend auf den Punkt formuliert.
Aber mal im Ernst: Welche Mittel muss man vor der Fahrt in die Redaktion wohl einnehmen, um so einen Text zu Papier und anschließend ins Blatt zu bringen? Oder gilt auch für das leitende journalistische Personal in der zweiten Reihe an der Friedrichstraße in Essen längst die Feststellung „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing?“
Aber immerhin ist diese Form der Berichterstattung über sich selbst ja zumindest eins: kontinuierlich. Sie findet sich wieder in einer Reihe mit dem Berichten über die Buchreihe, die zusammen mit dem WDR gemacht wurde, oder mit den Artikeln über den eigenen Handytarif.
Glück auf!
Der “Spiegel” dieser Woche analysiert unter der Überschrift “Die Qualitätslüge” die Sparprogramme verschiedener Verlage, auch die Behauptung von Hombach, bei der WAZ würde mit weniger Redakteuren eine bessere Zeitung gemacht. Ein lesenswerter Bericht – und hier das aktuelle Beispiel für die “Qualitätslüge”:
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In der WAZ vom Montag ist auf der Seite Politik eine Meldung von Wilhelm Klümper (Kürzel “klü”) zu lesen, die unter der Überschrift “NRW-Grüne sehen viel Gemeinsames mit der CDU” in 36 Zeilen 18 Zeilen Interview-Zitate von Sylvia Löhrmann (Fraktionschefin der Grünen im NRW-Landtag) veröffentlicht, Zitate aus einem Interview, das die “Welt am Sonntag” veröffentlicht hat.
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Die journalistische “Leistung” von Herrn Klümper besteht darin, dass er erstens die “Welt am Sonntag”gelesen und zweitens abgeschrieben hat.
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Klümper ist stellvertretender Chefredakteur der WAZ. Ist sein Kürzel unter der Meldung das Signal an die Redaktion, seinem tollen Beispiel journalistischer Recherche zu folgen?
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Arme WAZ, deren Chefredaktion so unendlich eitel ist, dass sie sich nicht einmal entblödet, sich beim Abschreiben zu outen.
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Qualität der ganz besonderen Art.
@waz969
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Die Armseligkeit findet kein Ende. Ich frage mich, ob das bei der WAZ überhaupt noch jemand koordiniert, was in den letzten Tagen aus dem Konzern nach draußen dringt. Hombach macht unverdrossen weiter den Qualitätsonkel, während seine Satrapen den Verlag zerlegen. Kein Mensch glaubt mehr die Lügen über die Schärfung des Profils, über die Autorenzeitung.
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Das Schlimme ist, dass das, was schon seit langem als völlig falscher Weg erkannt ist, nicht zurückgedreht werden kann, weil die Herrschaften unbedingt Recht behalten wollen. Die Eitelkeit steht ihnen im Weg.
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Statt Stärkung der Lokalredaktionen, der lokalen und regionalen Marken mit guten Journalisten und Fotografen, werden Zwischen-Desks eingezogen, die Geschichten verwalten, die nicht mehr geschrieben werden, weil zu wenige Kollegen Raum und Zeit dafür haben.
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Der USP einer Lokalzeitung sind gute lokale Geschichten. Die kann weder google schreiben noch sonstwer, der nur auf Nachrichtenaggregation setzt. Genuine und exklusive Lokalberichterstattung hätte das wichtigste Kauf- und somit Finanzierungskriterium für Lokal- und Regionalzeitungen sein können. Vorbei.
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Der Leser und Kunde ist Wurscht. Hauptsache, die Reitzes und Nienhauses behalten ihr Gesicht. Sie werden weiter ziehen, wenn in NRW und Thüringen alles abgehäutet ist.
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Ein ehemaliger Thüringer Kollege hat mal bei einem Podium in die Runde gefragt: “Warum macht Schickler eigentlich keine Zeitung?”
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Die Antwort gab er selbst: “Ganz einfach: Weil sie es nicht können.”
Alles anders auf “Derwesten.de” – offenbar nur noch eine “zentrale” Navigation für die Artikel, unter den jeweiligen Zeitungstiteln finden sich ab sofort wohl nur noch allgemeine Infos über die Titel
da ist er schon der reorganisationsplan der medien sales @ service;-)) restrukturierung nrw, die reorganisation im anzeigenbereich. einzusehen im intranet…
@ MS@S
als “abgefundener” Medienberater kann ich leider nicht mehr aufs Intranet zu greifen. Kannst du ein paar Infos liefern. Vor allem die regionale Aufteilung der abzubauenden Stellen würde mich interessieren.
Heute erschien in der Thüringer Allgemeine ein “Leserforum” mit dem neuen Chefredakteur, den die WAZ schnellsten an Stelle von Sergej Lochthofen installiert hatte. http://www.thueringer-allgemeine.de/ta/ta.homepage3_173644.php
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Rührend, die Hilflosigkeit, mit der Herr Raue dem massiven Frust der Leser gegenüber steht.
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Diese dummen, dummen Leser. Wollen irgendwie so gar nicht verstehen, warum dieser Schritt so gut für ihre Zeitung ist.
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Pfui Teufel, WAZ!
Paul-Josef “Dazu-kann-ich-nichts-sagen”-Raue stellt sich den Fragen der Leser. Sagt mal, kann mir diese Passage ‘mal jemand erläutern? Ich kapier’s einfach nicht:
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“Wir werden jedoch über kurz oder lang mit weniger Redakteuren arbeiten müssen.” So weit, so gut. Hatten wir ja auch befürchtet.
“Aber das heißt nicht, dass Redakteure entlassen werden.” Nö, die werden wie bewährt freiwillig gegangen – das Schicklersche WAZ-Axt-Verfahren kennen wir allmählich zur Genüge.
“Die Zahl der Köpfe in der Redaktion wird sich nicht so sehr verändern.” Donnerwetter – das wird dann aber eine biologische Sensation: Weniger Redakteure bei kaum veränderter Kopfzahl. Müssen wohl ein paar Janusse dabei sein. “Vielmehr müssen wir mit diesen Leuten mehr machen.” Demnach werden also die Umfänge ausgeweitet? “Unsere Aufgabe wird es sein, mit weniger Geld mehr Qualität zu liefern.” Dann wird also doch gespart – woran denn, wenn sich die Zahl der Köpfe nicht verändert? “Da habe ich kein Patentrezept.” Wenn er’s nicht gesagt hätte, es hätte keiner gemerkt. “Und ich hoffe, dass es am Ende dieses Prozesses so viele Lokalredaktionen gibt wie heute.” Ja, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
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Du meine Güte – DAS ist der neue Chefredakteur?
@Krauses Zeug
Die Rechnung von Raue ist einfach: Derzeit sind z.B. hundert Köpfe in der Redaktion 80 Redakteure und 20 Mitarbeiter (freie Miarbeiter, Pauschalisten). Künftig wird sich das Verhältnis wohl umkehren – und damit wird die Produktion billiger. Das Produkt (inhaltlich) leider auch – weil es keine Quadratur des Kreises gibt.
Die neuen IVW-Zahlen für die WAZ-Gruppe im Westen (-54.000 Exemplare in einem Jahr – Zeitraum 3/08-3/09) sind wieder ein Schlag ins Gesicht der Anhänger von Schickler und Co.
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Der Abwärtstrend ist zwar von 1999 bis 2005 erkennbar – immerhin verlor die Gruppe in diesem Zeitraum ca. 115.000 Abos (3/2005 = 886.893; 3/2008 = 787.214; 3/2009 = 758.167). Doch seit Reitz am Ruder ist, explodieren die Auflagenrückgänge: Seit Schickler und Content-Desk allein in einem Quartal über 21.000.
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Dramatisch abgestürzt ist auch der Einzelverkauf: Klar, wenn man wie Hombach getan, einen bewährten Vertrieb durch aktionistische Reorganisation schlichtweg zerschlägt.
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Die aufreitzenden Daten findet ihr auf:
http://daten.ivw.eu/index.php?menuid=11&u=&p=
Tagezeitungen, Gesamtliste, W wie WAZ….
Viel Spaß beim Berechnen des Elends! Oder neudeutsch: Mahlzeit!
Ein bisschen was zum Lesen. Vielleicht interessant fürs generelle Thema Regionalzeitungen im Netz
http://kaffeeringe.de/Blog/Warum-haben-die-Zeitungen-das-nicht-selbst-gemacht.553.html
@Online-Heini
Grundsätzlich interessanter Ansatz, der da beschrieben wird.
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Aber: Online-Heinis sollten einfach entweder mal ab und zu eine Printausgabe anschauen oder sich das Bloggen darüber verkneifen. Dass Vereine oder gar Kaninchenzuchtvereine eine tragende Rolle der Berichterstattung darstellen, dürfte nicht einmal mehr in den 80er-Jahren gegolten haben.
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Und dass Kaninchenzüchter vermeintlich besser über ihr Hobby schreiben können, taugt auch nicht für eine Debatte Print versus Online. Das war nämlich schon immer so. Nach der Logik hätten sie auch früher alles auf ein paar Din-A4-Blätter packen und per Kopierer an ihre Freunde verteilen können. Das ging nämlich schon immer. Selbst wenn alle Ergebnisse auf der Website stehen, so guckt da ja kaum einer drauf. Zeitung heißt auch: Sehen und gesehen werden. Die wollen sich ins Schaufenster stellen, damit andere Vereine/Bürger sehen, dass es sie noch gibt und was sie so machen. Darauf sollte sich Steffen Voß also besser noch einen Kaffeering kauen…
Aber online funktioniert halt anders als print, da ist nichts mehr mit “Sehen und gesehen werden”, sondern “Verlinken und verlinkt werden”. Alles ist nur ein Klick away…
@Online-Heini
Anhand dieses Beispiels stimme ich nur bedingt zu.
Nehmen wir mal den Männergesangverein 1877 “Spaß an der Freud”. Natürlich kann er den Bericht über seine Sängerfahrt ausführlich auf die Website packen. Nur irgendwie klickt da kaum einer hin außer Mitgliedern und ein paar Freunden und Bekannten. Zu einem Online-Portal einer Zeitung, das den Anspruch erhebt, den Alltag in einer Region abzubilden, gehört aber ein kleiner Part über die Sängerfahrt dieses Männergesangvereins hinzu. Das ist ein arg verkürzter Bericht mit einem Foto, vielleicht auch mit einer Diaschau, und ja, es ist dann der Link auf die Seite, wenn jemand mehr wissen mag.
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Insofern gibt es auch Online diese Schaufenster. Denn der Frauenchor 1977 “Mit dem habe ich mal ein tolles Fest gefeiert” klickt ja nicht ständig die Websites aller befreundeten Vereine ab. Für die ist es nett zu sehen: Ach guck mal! Und für die Nachbarn. Und für Bekannte. Und für andere Vereine. Usw. Usw. Usw.
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Insofern sind sich da Print und Online gar nicht mal so unähnlich: Das Prinzip ist dasselbe: Kleiner Anreißer, kleines Fenster und dann im Print heute schon der Verweis auf die Website und online stattdessen der Link.
Borchert geht: Wo steht DerWesten?
http://meedia.de/nc/background/meedia-blogs/alexander-becker.html#c25099
@Online-Heini: “Borchert geht …” steht bereits mit Kommentaren bei ‘Borchert geht früher’
Hallo,
ich weiss überhaupt nicht mehr was ich sagen soll..
In vielen Medien steht, das die WAZ mit ihrem Einheitsbrei immer mehr Leser verlieren würde und das es der falsche Schritt war alles zu zentralisieren und einen Reporter für alle schreiben zu lassen..
Heute lese ich im Internet auf der welt.de folgendes:
Zitat:”Die Konzentration wurde heftig kritisiert. So war von journalistischem Kahlschlag die Rede und vom Verlust der Medien-Vielfalt. Nach einigen Monaten kann festgestellt werden: Die Qualität der Ruhrgebietszeitungen hat nicht gelitten, sondern ist vielerorts durchaus besser geworden. Insbesondere die “WAZ” hat noch einmal zugelegt und ist Meinungsführer bei den Tageszeitungen im Land.” – Zitatende
Wat denn nu?
http://www.welt.de/die-welt/vermischtes/article5514935/Ulrich-Reitz-verantwortet-jetzt-auch-online.html
Den link hatte ich vergessen..
@Alles Lügen:
Wie jetzt die Meinungsführerschaft gemessen wird – weiß ich nicht. Aber vielleicht zählt ja ein gemeinsamer Artikel (erst in der WAZ, dann in NRZ und WR) gleich dreimal?
Aber was mir an dem Welt-Artikel so besonders auffällt ist die Focussierung auf das regionale, was jetzt der neue Online-Chefredakteur U. Reitz vorantreiben will. Klingt so, als ob das jetzt eine Neuerung wäre. Und das wundert mich, da ich mir sicher bin, dass K. Borchert auch genau das wollte. Ihr sind ja auch die Klickzahlen bekannt, wonach DerWesten vor allem dann stark war, wenn es lokale/regionale Inhalte EXKLUSIV bei DerWesten gab.
Wenn die jedoch nicht von Print gekommen sind, dann kann ja der neue Online-Chef beispielsweise den Print-Chef der WAZ dazu befragen…
@Alles Lügen
Wenn man einen Verlust bei der Verbreitung z.B. für die WAZ Essen von -3,32 Prozent (von 109193 auf 105570) allein im letzten Vierteljahr als “zulegen” bezeichnet, stimmt das natürlich. Oder z.B. Dortmund: WR+WAZ binnen dreier Monate -2,55 Prozent.
Andere Ausgaben und Titel haben bei den Auflagenverlusten sogar noch stärker “zugelegt”, der Standort Siegen mit WR+WP sogar -14,73 Prozent! (Quelle: aktuelle IVW-Daten, http://www.ivw.de). Offenbar hat sich die phänomenale Qualitätssteigerung bei den Lesern noch nicht herumgesprochen. Und wenn die Gleichschaltung von Lokalteilen unterschiedlicher Titel und das einheitliche Content-Prinzip für alle Mantelteile kein Verlust an Vielfalt ist – was dann?
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Herr Reitz könnte uns bestimmt erläutern, wie es zu dem Jubelartikel in der “Welt” kam. Man kann sich’s aber auch denken.
Mahlzeit!
@welt-Artikel: Der Artikel liest sich streckenweise wie PR, viele Behauptungen bleiben unbelegt. Desungeachtet: Wer ist der Autor KEI?
@Alles Lügen
Der rapide Auflagenschwund setzt sich gerade im südlichsten Westfalen mit den umgesetzten Sanierungsmaßnahmen noch stärker fort. Watzmann verweist mit Recht auf das ausgefallene Beispiel Siegen: Verlust von fast 15 Prozent allein innerhalb eines Quartals (02/09 zu 03/09). Dazu deutliche Verluste bei den Abo-Zahlen. An diesem besonders gefährdeten Standort wurde vor einem halben Jahr mit der Einstellung der WP großspurig eine qualitativ neue Lokalzeitung mit lesernaher Ausrichtung angekündigt, die alte WR-Redaktionsleitung entmachtet und durch unerfahrene, von der CR angeschobene Jungredakteure ersetzt. Die zwangsläufige und absehbare Folge ist eine grandiose Talfahrt bei der Auflage mit einem Lokalteil, der immer konzept- und ideenloser wird und besonders viele Abonnenten aus dem alten Rundschau-Stamm an die Siegener Zeitung verliert.
Hatte die “Welt” nicht schon einen völlig unkritischen Jubelartikel über den Essener Reitz-Desk gebracht?
http://www.nachrichten.net/details/5340/WAZ_Verlag_Der_Fall_Lochthofen_wird_zum_Fall_34_WAZ_Mediengruppe_Essen_34_.html
@jubeltrubel So ist das unter ehrenwerten Leuten – man kennt sich gut, man hilft sich gern…
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Allerdings gibt es auch Parallelen zur Politik: Je mehr eine Sache, eine Person gelobt wird, umso dringender hat sie es bereitz nötig.
Aus einer Glosse von Fritz Eckenga, versendet heute auf WDR 5:
“Gesengten Hauptes beugen sich bußfertige Journalisten über ihre Flachbildschirme und hacken Widerrufe in die Tastaturen: `Ja, wir bekennen: Wir waren schwach, schreibschwach. Und ja wir geben zu: Unsere Schwäche war zeitung- und sendunggewordener Ausdruck unserer Denkfaulheit.´Warum nachdenken, wenn man behaupten; warum recherchieren, wenn man nachplappern; wozu informieren, wenn man kopieren und einfügen kann?”
Irgendwie passend, auch wenn Eckenga Journalisten aus Bayern im Auge hatte, aber gute Vorbilder haben ja noch nie geschadet…
Die WR hat einen weiteren Redaktionsstandort aufgegeben. In Kreuztal, offiziell immer nur ein Redaktions-”Büro”, waren über Jahrzehnte drei Redakteure für vier Kommunen des nördlichen Siegerlandes zuständig, also für ein Gebiet mit über 90000 Einwohnern und wichtigen, weltweit bekannten Wirtschaftsbetrieben wie SMS, Hoesch, Bombardier oder der Krombacher Brauerei. Im Rahmen der Personaleinsparungen sind zwei verbliebene Redakteure nach Siegen abgezogen worden. Das “Büro”, das eigentlich eine Redaktion war und noch vor einiger Zeit eine eigene Ausgabe bearbeitete, ist zu. Die WR/WP-Geschäftsstelle dort wurde bereits vor Jahren geschlossen.
Ganz anders der Wettbewerber: Die “Siegener Zeitung” hält in Kreuztal weiterhin eine kleine Redaktion und eine Geschäftsstelle vor..
@Wieder
Das schmerzt mich natürlich besonders, als ehemaliger WR-Redakteur. Es sieht wirklich so aus, als ob sich die Rundschau in Raten gänzlich aus dem Siegerland zurückziehen will.
Das alles ist schon bitter.
Trotzdem wünsche ich allen ein schönes Weihnachtsfest, an dem wenigstens für ein paar Stunden, die Sorgen um den Arbeitsplatz und/oder der beruflichen Zukunft ausgeblendet werden können.
Gestern hat eine ganz andere Redaktion geschlossen. Bei der Kirchenzeitung in Paderborn sind die Lichter ausgemacht worden. Die Redakteure durften bis 13 Uhr die letzte Ausgabe produzieren, um 14 Uhr wurde das Aus verkündet. Keiner hatte damit gerechnet. KNA liefert jetzt fertige Seiten…
@Ex-WR-Redakteur: Trotzdem schönes Weihnachtsfest…?
Empfehle zum Fest ein Schmerzmittel, das vertreibt Deinen Schmerz zumindest über die Weihnachtstage, ändert am Symptom aber nichts. Wie wär es, wenn Du Deine Ex-WR-Kollegen noch zu Weihnachten in Deine Fürbitte einschließest (”…der Retter ist da…”) Und was ist mit den betroffenen Kollegen nach den Festtagen in ihrem zukünftigen Redaktionsalltag?
Der Niedergang der WR im Siegerland ist vor allem und zuallererst durch Verantwortliche in Verlag und Redaktion, durch kapitale Fehler in der Verlags- und Personalpolitik, über einen längeren Zeitraum bis in die jüngste Zeit hausgemacht. Das dürfen sich diverse Besetzungen in den Verlags- und Redaktionsleitungen in Essen und Dortmund an die Brust heften.
Zu der konservativen Siegener Zeitung hätte die WR gerade an diesem Standort eine Alternative sein können, hätte sein können, wohlgemerkt, und ihre Position lokal mit einem durchdachten, journalistisch qualifizierten und kritischen redaktionellen Konzept zum konservativen Mitbewerber auflagenmäßig ausbauen und verbessern können. Das Leserpotenzial in Stadt und Region, Universitätsstadt, protestantisch und sozialdemokratisch geprägt, mit kritisch-liberalem Potenzial durch die Hochschule, ist vorhanden.
An dem Niedergang der WR in Siegen ist nicht nur eine Chefredaktion der WR bis zur aktuellen federführend beteiligt. Siehe allein die Auswahl, Besetzung und Unterstützung des redaktionellen Personals. Statt dem Niedergang entgegenzuwirken wurde der WR-Standort fortlaufend geschwächt. Gelernt haben die in Essen und Dortmund daraus nichts.
Was ist dabei herausgekommen: Eine zunehmend konzeptlosere Kraut- und Rüben-Lokalberichterstattung. Enttäuschte WR-Leser greifen, um lokal wenigstens über das Nötigste informiert zu sein, dann lieber gleich zur Siegener Zeitung: Dort finden sie immerhin noch die Familien- und Todesanzeigen.
[...] Teil ihrer Kompetenz mit dem sie auf dem Zeitungsmarkt punkten könnte: Den Lokaljournalismus. Eine Meldung im WAZ-Protestblog von heute: Die WR hat einen weiteren Redaktionsstandort aufgegeben. In Kreuztal, offiziell immer [...]
Der Jahrzehnte alte WR-Spruch wird immer wahrer:
“Siegen, Olpe, Wittgenstein
stellen ihr Erscheinen ein”
@Zum Niedergang der WR in Siegen:
Den in Kreuztal tätig gewesenen Redakteuren bescheinigen nicht nur Kollegen, dass sie an dem aufgegebenen Standort die qualifizierteste Lokalberichterstattung in der Region abgeliefert haben.
@Niedergang der WR in Siegen
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…und diesen hoch kompetenten und erfahrenen Kollegen wurden zwei Jungeredakteure als Lokalchefs vor die Nase gesetzt, von denen einer gerade erst sein Volontariat beendet hatte.
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Man könnte vermuten, dass hinter all dem die Absicht steckt, den Standort Siegen möglichst schnell mangels Erfolg aufzugeben, um die bis dahin noch dort verbliebenen Kollegen billig loswerden zu können. Alles andere ergibt keinen Sinn.
An dieser Stelle einfach mal ein Hinweis auf einen neuen Politik Blog für NRW
http://www.wir-in-nrw-blog.de/
in dem Journalisten auf politische Missstände in Nordrhein-Westfalen aufmerksam machen wollen.
An ihm arbeitet u.a. der 68jährige Alfons Pieper mit, der zuletzt stv. Chefredakteur der WAZ war. Er sagte gegenüber dem Spiegel: “Wir sind der Meinung, dass es an kritischer Berichterstattung fehlt. (…) Ich habe den Eindruck, dass in den Medien vieles extrem weichgespült wird und es keine kritische Berichterstattung, vor allem über die Landesregierung, mehr gibt”. Die Macher verstehen ihr Projekt auch als Antwort auf Massenentlassungen in Medienunternehmen und Gesetze, durch die auf Redaktionen zunehmend ausgeübt werden könne.
Jan v.L.
“Es ist uns zum Beispiel gelungen, bei unseren vier Zeitungstiteln in Nordrhein-Westfalen fast 300 Stellen abzubauen, ohne eine einzige betriebsbedingte Kündigung aussprechen zu müssen … Gerade die Herstellung und Verbreitung von exzellentem, investigativem und aufklärerischem Journalismus liegt im gemeinsamen Interesse von Verlag und Redaktion. Qualitätsjournalismus weist den Weg in unsere geschäftliche Zukunft … Mit herzlichen Grüßen
Bodo Hombach Christian Nienhaus”
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Adresse für Protestmails: B.Hombach_C.Nienhaus@waz.de
@Brüller des Monats
Zum zitierten Schreiben: Meinst Du Brüller des Monats oder größte Lachnummer des Jahres. Diese beiden Herren Geschäftsführer halten sich wahrscheinlich für die exzellentesten und findigsten Medienmanager des Jahres. Bei dieser Beschreibung von Journalismus darf man sich nicht wundern, was die unter Qualitätsjournalismus verstehen.
Wie hoch ist der Erfolgsbonus, den sich die Herren GF für ihre Kahlschlagsaktivitäten neben ihrem millionenschweren Jahresgehalt für den Gabentisch spendiert haben? Fröhliche Weihnacht!
Lachnummer des Jahres? Das ist noch nicht heraus. Wer weiß, was die Clowns bis zum 31.12. noch auf Lager haben.
@Brüller
Außerdem ist es schlicht die Unwahrheit. Es werden sehr wohl Leute gefeuert, und zwar reichlich. Nur eben bisher (noch) keine Redakteurinnen und Redakteure der vier NRW-Blätter.
Ja Freunde, wenn man ständig den Protest hochhält und sich nicht
einschüchtern lässt und vor allem eine Gewerkschaft hinter sich
weiß, die für ihre Belegschaft auch da ist, dann gibt es auch solche Meldungen:
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http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/Keine-Kuendigungen-bei-O-K-id2300704.html
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Aber wer den Apunktpunktpunktpunkt nicht hoch bekommt und von seiner Gewerkschaft nur mit Allgemeinfloskeln vertröstet wird, der kann keine andere Entwicklung erwarten, die seit November 2008 vonstatten geht und die WAZ ernsthaft in Gefahr gerät kurz- oder lang in Trümmern gelegt zu werden.
@Brüller des Monats: Es ist kein Brüller, es ist einfach nur ein peinlich, verlogener Krampf. Die 300 Stellen mögen ja bei den Redaktionen ohne betriebsbedingte Kündigungen und sozialverträglich “abgefangen” worden sein. Aber, man vergisst ja schnell: Bei der MSG gab es ehedem auch einmal sehr gut ausgebildete und wirklich engagierte Redakteure… Denen wurde aber “betriebsbedingt” im letzten Jahr gekündigt. Und guckt euch doch heute mal diese Erzeugnisse, die überwiegend mit freien, unterbezahlten und teilweise gar nicht ausgebildeten Mitarbeitern gemacht werden, an (Journalismus???). Von den ganzen anderen Abteilungen, die jetzt noch wieder in der Schusslinie stehen, wird ja wohl gar nichts mehr erwähnt. Die Frage, ist doch eigentlich nur noch: Wer ist der/die nächste? Und wenn man diese Runde überstanden hat: Was kommt danach?
Frohes neues Jahr!
Hallo,
ein Hinweis auf die tatsächliche Verbreitung des heddesheimblog von Herrn Prothmann.
http://markus-merz.posterous.com/tag/hardyprothmann
Meine Interpretation: entweder kennt sich Hr. Prothmann nicht mit seinem Klickzähler aus oder er publiziert bewusst verzerrte Zahlen, um den “Erfolg” seines blogs zu belegen.
Prothmann spricht in einem Interview von 2000 Besuchern pro Tag. Sorry, aber außer den Dorfbewohner interessiert sich niemand nachhaltig für das, was da passiert, und nicht alle haben Internet. Und das ganze auch noch so narzisstisch und selbstbeweihräuchernd geschrieben, dass man es auch als Nicht-Betroffener nicht lange aushält.
In keinem 11.000 Einwohner-Dorf passiert so viel, dass jemand von der Berichterstattung leben kann.
Die neuesten IVW-Zahlen sind für die WAZ-Mediengruppe im Allgemeinen und für die Herren Hombach, Nienhaus und Reitz im Speziellen eine schallende Ohrfeige! Demnach ist die verkaufte Auflage der NRW-Titel im 4. Quartal 2009 – im Vergleich zum Vorjahr – um stolze 41.997 Stück auf auf nur noch 818.678 Exemplare eingebrochen, was einem satten Minus von 4,9% entspricht. Allein die Aboauflage ging um 33.000 Exemplare zurück. Zum Vergleich: Die Konkurrenz von den “Ruhr-Nachrichten” und der “Rheinischen Post” musste im gleichen Zeitraum mit einem Minus von 0,1 bzw. 0,6% lediglich marginale Auflagenverluste hinnehmen.
Damit ist die Aussage des Herrn Hombach auf der Betriebsversammlung der WAZ KG vom Oktober 2009, die Auflagenrückgänge der WAZ-Mediengruppe wären auf die strukturellen Probleme des Ruhrgebiets zurückzuführen, als Schutzbehauptung und dreiste Lüge enttarnt. Fakt ist, dass sich unsere Ex- und Noch-Leser nicht für dumm verkaufen lassen und nicht bereit sind, immer mehr Geld für immer weniger Umfang und Inhalt hinzublättern. Der Content Desk ist als Manufaktur eines dünnflüssigen, aber dennoch schwer verdaulichen Einheitsbreis enttarnt. NRZ und WR sind längst keine eigenständigen Zeitungen mehr, sondern lediglich Blutegel, die den oberflächlichen und inhaltslosen Brei, den Herr Reitz von seiner WAZ-Mannschaft Tag für Tag aufs neue zusammenrühren lässt, absaugen.
Wenn die Gesellschafter jetzt nicht aufwachen und der Geschäftsführung Rechenschaft abverlangen, ist der Laden endgültig nicht mehr zu retten! Was die WAZ-Mediengruppe braucht, sind gute Mitarbeiter (die jedoch bald alle gekündigt, outgesourced oder von selbst geflüchtet sind) und eine neue, fähige Geschäftsführung!!! Herr Hombach hat auf der Betriebsversammlung vom Oktober seinen Offenbahrungseid geleistet, als er eingestehen musste, dass er selbst keinen Überblick über die Geschäfte der WAZ-Mediengruppe habe (hat er den je besessen?) und deshalb auf “Unternehmensberater” wie Schickler zurückgreifen müsse. Anstatt sich selbst auf allen möglichen Empfängen und Veranstaltungen (Oktoberfest, Einweihung des neuen Essener Hauptbahnhofs etc.) zu beweihräuchern und feiern zu lassen, sollte Herr Hombach sich lieber um die argen Nöte des von ihm mit geleiteten Unternehmens kümmern oder aber seinen Stuhl räumen. Es kann nicht angehen, dass man den Karren erst in den Dreck zieht, um anschließend den anderen die Sch….arbeit zu überlassen.
[...] will wie mies die Stimmung bei WAZens ist, muss nur mal einen Blick in die Kommentare des Blogs Medienmoral NRW werfen. Man wundert sich wie es gelingt, in so einer Atmosphäre noch jeden Tag Zeitungen zu [...]