Überwiegend Enttäuschung: Kündigungen nicht vom Tisch

Mehr als 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gingen nach etwa vier Stunden überwiegend enttäuscht aus dem Kinosaal der „Lichtburg“ in Essen in die Redaktionen oder nach Hause: Es war wenig Konkretes zu hören, vor allem aber ist nach wie vor offen, ob es betriebsbedingte Kündigungen geben wird oder nicht. Gruppengeschäftsführer Bodo Hombach versicherte zwar wiederholt, dass „ein Maximum an Sozialverträglichkeit“ angestrebt werde, der erlösende Satz aber kam nicht.

Offen blieb auch, welche Standorte von Redaktionsschließungen oder von der neuen Kooperationsform des „Branding“ betroffen sein sollen. Hombach schloss allerdings aus, dass Standorte gänzlich aufgegeben werden. In einem solchen Schritt sähe er ein Versagen aller.

In der Versammlung wurden zwei Modelle zur Konsolidierung gegenübergestellt. Das Modell der Unternehmensberatung Schickler ist vom betriebswirtschaftlichen Ansatz dominiert und stellt ein reines Zahlenfeuerwerk dar. Verblüffend offen wurde zugegeben, dass das angestrebte Sparziel von 30 Mio. Euro pro Jahr die Marschrichtung vorgab und nach den Vorstellungen der Beraterfirma mit der Trennung von rund 270 Mitarbeitern erkauft werden müsse. Eine aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht nahe liegende Option sei gewesen, die Redaktion der Westfälischen Rundschau aufzugeben. Dieses, so sagte Berater Lafrenz, sei von der Geschäftsführung ausdrücklich nicht gewünscht.

Die Betriebsräte und ihre Sachverständigen stellten ein inhaltlich ansetzendes Konzept dagegen. Dieses fordert unterm Strich mehr Redakteurinnen und Redakteure als der Vorschlag Schickler. Vor allem die deutlich zu geringe Besetzung der Titelredaktionen, die Nicht-Berücksichtigung der Zuarbeiten für den Online-Auftritt und die personelle Ausstattung der Regional-/Lokalredaktionen wurden von den Betriebsräten aufgezeigt. Alle Redaktionsmitglieder sind jetzt aufgefordert, hierzu eigene inhaltliche Vorschläge zu machen. „Hier müssen der Sachverstand und die Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt werden. Und niemand weiß besser Bescheid als unsere Leute vor Ort“, sagte Volker Dörken (Betriebsratsvorsitzender der WP).

Die Regelungsabrede zwischen Geschäftsführung und Betriebsräten sieht vor, bis Ende Januar 2009 Klarheit darüber zu haben, ob es eine gemeinsam getragene Lösung geben kann.

PS: Entlarvend empfanden viele Kolleginnen und Kollegen die Dünnhäutigkeit von Bodo Hombach, sich vielfach vor der Öffentlichkeit rechtfertigen zu müssen. Der Gewerkschaftsslogan „Gegen die WAZ-Axt“ sei geschäftsschädigend und beleidige alle Redakteurinnen und Redakteure. Sehen wir ihm die Dünnhäutigkeit nach, er ist ja an einer empfindlichen Stelle getroffen – sein Image leidet.

441 Antworten zu “Überwiegend Enttäuschung: Kündigungen nicht vom Tisch”

  1. Dr. Faust sagt:

    na sowas bringt es endlich mal auf den Punkt!!! hier wird über allen Mumpitz mittlerweile debattiert. das nach wie vor 261 Kollegen vom Abschuss bedroht sind, scheint hier nur noch Nebensache zu sein!

    Das “ Reitzsche‘ Kaffeekränzchen“ vom vergangenen Dienstag (übrigens von Jakobswege publiziert) war ja die Ente schlechthin zum Jahresende. Denn es konnte ja hier keiner mal zur Aufklärung beitragen, war anscheinend keiner dabei!

    Machts mal gut!

  2. jakobswege sagt:

    Entente: Ich bitte um Entschuldigung.
    .
    > Silvesterkravalle Hochheide – Medien-Protestler schlürfen heißen Kaffee mit Chefredakteur
    > http://jakobswege.wordpress.com/2008/12/30/medien-protestler-trinken-kaffee-mit-chefredakteur/
    .
    Das war ein Beitrag von mir nach Art des Küchenjournalismus. Das hatte ich aber mit „Fiction am Jakobsweg“ getagt. Besser wäre wohl ‚Faction‘ gewesen – pardon, ich bin kein Profi. Aber die Rheinhausener ‚Lucy im Black Skai‘ berichtet doch auch über ihr RP-Nirwana am 3. Jan. 2009, „die wohnortnahe … Versorgung langfristig sicherzustellen“.
    .
    Jetzt lasst doch endlich mal das Blograuschen erklingen! Ich fordere Euch auf zu Blog-Beiträgen in Serie: „REITZ 2 (WAZ): Das Ende …“ (zielorientierte Unterstützung für die Lokalredaktion als Standortfaktor. Bitte mit Pingback auf MedienMoral.)
    .
    http://jakobswege.wordpress.com/2009/01/03/serie-%e2%80%93-reitz-2-das-ende-%e2%80%a6/

  3. […] Hochwasser 1926 – Pegel Ruhrort 29,15m N.N. By jakobswege 13,04 + 16,09 = 29,15 m N.N. […]

  4. Derzeit unter MedienMoral-Zensur sagt:

    Derzeit unter MedienMoral-Zensur
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    # jakobswegeam 03.01.2009 um 21:07
    .
    https://www.medienmoral-nrw.de/2008/12/uberwiegend-enttauschung-kundigungen-nicht-vom-tisch/#comment-3391
    .
    Der Kommentar muß noch freigegeben werden.

    Entente: Ich bitte um Entschuldigung.
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    > Silvesterkravalle Hochheide – Medien-Protestler schlürfen heißen Kaffee mit Chefredakteur
    > http://jakobswege.wordpress.com/2008/12/30/medien-protestler-trinken-kaffee-mit-chefredakteur/
    .
    Das war ein Beitrag von mir nach Art des Küchenjournalismus. Das hatte ich aber mit „Fiction am Jakobsweg“ getagt. Besser wäre wohl ‘Faction’ gewesen – pardon, ich bin kein Profi. Aber die Rheinhausener ‘Lucy im Black Skai’ berichtet doch auch über ihr RP-Nirwana am 3. Jan. 2009, „die wohnortnahe … Versorgung langfristig sicherzustellen“.
    .
    Jetzt lasst doch endlich mal das Blograuschen erklingen! Ich fordere Euch auf zu Blog-Beiträgen in Serie: „REITZ 2 (WAZ): Das Ende …“ (zielorientierte Unterstützung für die Lokalredaktion als Standortfaktor. Bitte mit Pingback auf MedienMoral.)
    .
    http://jakobswege.wordpress.com/2009/01/03/serie-%e2%80%93-reitz-2-das-ende-%e2%80%a6/

  5. Heinfried von Hirntod sagt:

    @Dr. Faust:
    .
    Die Geisterwelt ist nicht verschlossen;
    Dein Sinn ist zu, dein Herz ist tot!
    Auf, bade, Schüler, unverdrossen
    Die ird’sche Brust im Morgenrot!

  6. @Dr. Faust zum Thema Indische Journalisten
    Der Focus hat sich auch noch einmal dieses Themas angenommen, und ist dabei auch noch wortschöpferisch tätig geworden, in dem er die neue Profession des Glokaljournalisten erfunden hat
    http://www.focus.de/kultur/medien/tid-13012/us-verlage-glokal-journalismus_aid_359186.html

  7. Lokalarbeiter, andere Mediengruppe sagt:

    @Frank Biermann: Der Begriff „Glokaljournalist“ wurde von James MacPherson kreiert, über dessen Experiment Focus Online berichtet. Steht übrigens auch im Text.

    Siehe auch http://netzjournalist.twoday.net/stories/5421105/

  8. Tenrix sagt:

    Ich verliere mich. Bin ich noch der Jakobsweg, oder schon mein Ghostwriter?
    In meiner Küche rauscht es nur noch. REITZ 2 nagt an meinem Stuhl.
    Die Zensur erlaubt mir kaum mehr als zehn Antworten auf meine Fragen.
    Lucy: Wo ist mein Blog. Er ist verrauscht. Ich bin am Arsch
    🙁

  9. huGO sagt:

    Ihre Session ist leider abgelaufen.

  10. Klaus sagt:

    Tenrix, ich glaube, Deine Batterien werden schwach. Na, dann mach ich mal weiter:
    .
    Twas brillig, and the slithy toves
    Did gyre and gimble in the wabe;
    All mimsy were the borogoves,
    And the mome raths outgrabe.

    Beware the Jabberwock, my son!
    The jaws that bite, the claws that catch!
    Beware the Jubjub bird, and shun
    The frumious Bandersnatch!

  11. Kollegin sagt:

    Tenrix und Klaus, bitte nehmt Eure Tabletten!
    .
    All‘ die anderen: Es wäre schön, wenn hier Neues zu erfahren wäre. Wieso verfassen die Betreiber des Blogs keine Beiträge mehr? Oder ist alles schon gelaufen?

  12. Dr. Faust sagt:

    @Kollegin: Sehr guter Einwand! Es scheint so, dass man sich dem Schicksal ergeben will. In Frankreich oder ähnlichem Staat würde das ganz anders abgehen!

  13. Tenrix sagt:

    > All’ die anderen: Es wäre schön, wenn hier Neues zu erfahren
    > wäre. Wieso verfassen die Betreiber des Blogs keine Beiträge
    > mehr? Oder ist alles schon gelaufen?
    .
    Ein kurzer Dank an meineN beharrlichen Ghostwriter.
    .
    Wenn die Stimmung (Moral) hier im Blog richtig gedeutet werden könnte, bitte ich um eine kurze Nachricht des Blog-Betreibers. Vielfältige Wege zum Kontakt dürften nicht schwer fallen.
    .
    Bisher waren hier die Blognachrichten so aufgelegt, dass jeder seine Betroffenheit schildern konnte. Die maulende Pilgerin Ines reicht jedoch nicht, um ein Projekt daraus zu machen. Es muss über Lösungsansätze diskutiert werden: Arbeitskampf.
    .
    Zur Befriedung muss die Journi-Gewerkschaft mit Zielen ausgestattet werden. Aber das reicht auch nicht! Als Leser fordere ich die Lokalausgabe als Standortfaktor. Wäre die „Gedruckschaft“ (eine Vereinigung des Lokalredakteure und Leser) eine notwendige Innovation im Ruhrgebiet?
    .
    MedienMoral-Blog muss eine Nachricht aufsetzen, die nach Lösungen sucht. Nahezu 300 Revier-Journis sind sehr traurig. Daraus kann Zorn oder gar Wut erwachsen – und das hieße die Anwendung des AS-Konzepts. Sich Clausewitz aus der Sicht einer Potsdamer Dame reingepfiffen zu haben, hieße seine vorzüglichen Chancen in der Strategie zu erkennen. REITZ 2 (WAZ): Das Ende des Handspiels.

  14. Tenrix sagt:

    @ Kollegin
    .
    Was schlägst Du vor?

  15. […] Neue Story heißt “Mo & Billy, tät-tät“. Die Flucht der YADOMs. Es ist eine Geschichte über “REITZ 2 (WAZ) und kein Ende der […]

  16. zoom sagt:

    Liebe „Macher“ des Medienblogs,

    jetzt seid ihr aber wirklich gefordert!

    1. wie Kollegin schon anmahnte, mit inhaltlichen Beiträgen das Heft in die Hand nehmen

    2. überlegen, wie verhindert werden kann, dass das Blog nicht völlig der Lächerlichkeit preigegeben wird

  17. lrheyne sagt:

    Schließe mich zoom voll und ganz an!

  18. Klartext sagt:

    @zoom: Volle Zustimmung in beiden Punkten.
    Nur zur Erinnerung nach diesen teilweise unerträglichen Beiträgen: Wir reden über diese Planungen im Lokalen: Westfälische Rundschau:
    Abbau von 59,8 Redakteursstellen im Lokalen
    Komplettschließungen: Olpe (-8), Meschede (-4), Bad Berleburg (-3)
    Stellenabbau: Hagen (-3), Hohenlimburg, Wetter (jeweils -1), Arnsberg (-4,8), Märkischer Kreis (-8), Siegen (-1,9).
    Umstrukturierung: Die bisherigen Redaktionen Dortmund inkl. Stadtteile (28,8 Stellen), Kamen (7,5), Lünen (12,8), Unna (8,8) und Schwerte (5,6) werden zu einem Regionaldesk zusammengelegt. Statt der bisher 63,5 Stellen in den Redaktionen sind für das Desk 41 Stellen (-23,5) geplant.

    Westfalenpost:
    Abbau von 27,4 Redakteursstellen im Lokalen.
    Komplettschließungen: Siegen (-8), Ennepetal (-8,8), Werl (-7,8)
    Stellenreduzierungen: Brilon, Hagen, Hohenlimburg (jeweils -1).
    unverändert: Arnsberg, Bad Berleburg, Menden, Meschede, Olpe, Warstein, Wetter.
    Aufstockung: Soest (+0,2)

    Vielleicht kann noch jemand die konkreten Zahlen für WAZ und NRZ posten.
    Hinzu kommen die Stellenstreichungen in den Mantelredaktionen.
    Und seit Wochen dümpelt alles still und starr vor sich hin. Ich habe den Verdacht, viel zu viele haben sich schon einlullen lassen und denken nur noch, wie sie selbst am besten aus der Nummer raus kommen.
    Ich vermisse etwas Druck der Gewerkschaft, ich vermisse einen Zeitplan bzw. ein Zeitfenster für die geplanten Maßnahmen und vor allem Gegenkonzepte. Hat mal jemand genau erfasst bzw. überhaupt abgefragt, wie viele Kollegen bereit sind, ihre Arbeitszeit zu reduzieren? Hat man abgefragt, wie viele ältere Kollegen vorzeitig in Ruhestand gehen wollen? Gibt es Anhaltspunkte, wie viele Kollegen sich für einen Ausstieg mit Abfindung erwärmen können?
    Seit vier Wochen passiert (zumindest offenkundig) fast nichts. Das scheint mir seitens der Geschäftsführung Methode zu sein, um die Aufregung und den möglichen Widerstand still und leise einschlafen zu lassen. Mit dem Einschläfern hat Bodo Hombach ja schon am 5.12. in der Lichtburg begonnen.
    Und da Redakteure leider noch nie große (Arbeits-)Kämpfer in eigener Sache waren, sehe ich ehrlich gesagt auch schwarz, was einen geordneten Widerstand betrifft. Die Kollegen, die nicht bzw. kaum betroffen sind, sind schon wieder zum Tagesgeschäft übergegangen. Schade, schade.

  19. Dr. Faust sagt:

    @Klartext: Danke für die ausführlichen Zahlen zum Stellenabbau! Sie belegen, dass Schickler anscheinend nur überregionale Zeitungen beraten kann und von der WAZ Mediengruppe und deren Ausrichtung überhaupt keine Ahnung hat, schade um das Geld was für die Jungs -mal wieder- aus dem Fenster geworfen wurde. Es zeigt sich bei dieser Aufstellung, dass es die Herren wirklich nicht nötig hatten, mal vor Ort zu recherchieren, was von den Redakteuren handwerklich sauber allzeit erwartet wird. Die können soviel von Kennzahlen und Benchmarking erzählen, wer sagt denn, dass die Zahlen stimmen? Schon aus der Strombranche haben wir gelernt, dass an Kalkulationen soviel herummanipulieren und hereinrechnen kann, um den hohen Strom/Gas-Preis zu rechtfertigen. Und auch wenn dieser Schickler-Benchmarking-Korridor 1:1 angwendet werden würde, müsste die WP zum Beispiel gar nicht bluten, weil sie voll in den gesteckten Zahlen steckt.

    Das mal am Rande. Dann kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, was der Krampf mit dem Regionaldesk in Dortmund soll, aus dem Fehler im Vest nichts gelernt??? Die Ruhr Nachrichten werden sich die Hände reiben, weil die Leserschaft aus dem Dortmunder Umland das nicht mitmachen wird und zu RN und Hellweger Anzeiger wechseln werden. Oder darf man bei dem Schritt Absicht unterstellen, weil man sich mit Lensing und Hellweger Anzeiger claimmäßig geeinigt hat? Um es klar zu verdeutlichen, jede Redaktion sollte gemäß meines „Lokal-first“-Gedankens erhalten bleiben, aufgrund den Ausführungen von Klartext frage ich mich, ob die da wirklich mit dem Würfelbecher dran gegangen sind, denn die Standortschließungen sind doch völlig beliebig ausgefallen. Wieso soll die WR in Siegen gegen die Siegener Zeitung antreten? Siegen ist die größte Stadt des Siegerlandes, Universitätsstadt usw. usf. Soweit ich weiß, war die WP auch immer bei der SiLA (Siegerlandschau) immer sehr akiv. Auch der radikale Schnitt im Sauerland wird neben dem Siegerland der Konkurrenz des Sauer- und Siegerlandkurieres sehr in die Hände spielen. Meines Wissens wollen die auch im Lokalen radikal aufrüsten, weil sich die WAZ so zurückzieht. Dann das Besipiel, dass bei einer Einwohnerzahl von knapp 52.000 in Herdecke/Wetter ohne Konkurrenzdruck zwei Zeitungen bestehen bleiben, während in EN-Süd incl. Breckerfeld bei 100.000 Einwohnern eine Zeitung eigenredaktionell eingestampft wird und die benachbarte WZ in Wuppertal das bestimmt nicht schlecht findet, vielleicht ein bißchen mehr in das Gebiet einzudringen. Auc die Aufgabe der WP-Redaktion Werl in Richtung Soest ist andere als leserfreundlich und wird die Abozahlen nach unten katapultieren. Das sind Fragen und Tatsachen, wo sich bei mir sämtliche Logik entzieht und der Willkür keine Grenzen gesetzt zu sein scheinen. Daher frage ich mich, ob die wirklich wissen, was sie da tun? Daher hoffe ich, dass die 4 BR immer wieder unbequeme Fragen Stellen und das ganze Vorhaben in ab adsurdum geführt wird. Und mal ganz ehrlich: Wenn Geld da sein sollte, die „BZ“ von Herrn Montgomery kaufen zu wollen, dann erwarte ich doch, dass im Kerngeschäft im Ruhrgebiet, was die WAZ erst zu dieser Größe verholfen hat, die angeblich schlechten Zahlen der vier Titel so zu korrigieren, dass dies in einem mittelfristigen Prozess erfolgt und nicht mit diese Kahlschlag-Methode, die alles zunichte macht, was einmal aufgebaut wurde. Ich bin auch der Meinung, dass sich in unserer WAZ-Zeitungslandschaft etwas ändern muss. Aber wir werden bestimmt nicht besser, wenn wir unseren Schwerpunkt weg vom Lokalen hin zum Überregionalen führen, da ist Herr Reitz völlig auf dem Holzweg. Gut recherchierte- und interessant geschriebene Lokalartikel und informativ gestaltete Lokalseiten sind das einzig exclusive Pfund, was wir haben werden. Alles andere aus Land und aller Welt wird uns via Internet, TV und Videotext schon lange vor unserem allmorgendlichen Erscheinen vorgekaut und haut die Leser nicht mehr von den Sitzen. Das was den Mantel noch rettet, sind zu Schwerpunktthemen ins Detail gehende Hintergrundberichte- und Informationen. So und jetzt können wir wieder diskutieren!

  20. @Kollegin
    Dass wir (DJV und dju in ver.di) als Betreiber des Blogs zuletzt keine neuen Beiträge verfasst haben, hat einen ganz einfachen Grund. In den letzten Tagen über Weihnachten und Neujahr hat sich nichts mehr ereignet – alle Entscheidungsträger waren schon vorher in die Ferien entfleucht. Erst morgen wird wieder eine Verhandlungsgruppe zum Sozialplan tagen.
    Der Gesamtbetriebsrat hatte sich am 19.12. letzten Jahres noch einmal mit einem fünfseitigen Info an die Belegschaft gewandt und einen Überblick über den Stand der Dinge gegeben. Die Betroffenen sind also über die aktuellen Verhandlungsstände informiert und können sich jetzt ihre eigenen Gedanken machen, ob sie Angebote des Verlages für ein freiwilliges Ausscheiden annehmen, ob sie zukünftig in Teilzeit arbeiten möchten oder ob für sie die Altersteilzeit in Frage kommt.
    Da gibt es aber offensichtlich noch viele Details zu klären.
    Soweit für heute, Frank Biermann

  21. zoom sagt:

    @Frank Biermann:
    Ich betone, dass die folgenden Fragen nicht zynisch gemeint sind, sondern nur der Ordnung meiner Gedankenwelt dienen sollen:
    Frage Nr.1 plus: Gehe ich Recht in der Annahme, dass die „Zeit des Protestes“ vorbei ist? Dass die Gewerkschaften sich mit dem Plan der Geschäftsleitung abfinden/einverstanden sind/or whatever, und es jetzt noch darum geht, die Feinheiten eines Sozialplanes bzw. die Bedingungen des „Ausscheidens“ der 200 plus / 300 minus KollegInnen intern zu verhandeln?

    Wegen folgender Aussage: „Die Betroffenen sind also über die aktuellen Verhandlungsstände informiert und können sich jetzt ihre eigenen Gedanken machen, ob sie Angebote des Verlages für ein freiwilliges Ausscheiden annehmen, ob sie zukünftig in Teilzeit arbeiten möchten oder ob für sie die Altersteilzeit in Frage kommt.“ stellt sich mir als Weiteres die
    Frage Nr. 2: Welche Funktion hat dieses Blog für die Herausgeber noch, wenn sich jeder seine eigenen Gedanken machen soll?

    Mit freundlichen Grüßen aus dem verschneiten Hochsauerland

  22. Blattspinat sagt:

    Zoom, die Sache ist hier wohl gelaufen. Es geht nur noch um Einzelfälle, nicht mehr ums große Ganze. Das zeichnet sich schon seit Tagen oder sogar Wochen ab.

  23. Merkwürden sagt:

    @ frank biermann
    „Die Betroffenen sind also über die aktuellen Verhandlungsstände informiert und können sich jetzt ihre eigenen Gedanken machen, ob sie Angebote des Verlages für ein freiwilliges Ausscheiden annehmen, ob sie zukünftig in Teilzeit arbeiten möchten oder ob für sie die Altersteilzeit in Frage kommt.“
    Wie kann ich mir Gedanken machen, ob ich Angebote für ein freiwilliges Ausscheiden annehme, wenn ich die Angebote überhaupt nicht kenne? Oder liegen die irgendwo schriftlich (zumindest verbindlich) vor? Wie kann ich mir Gedanken machen, ob ich für die Altersteilzeit in Frage komme, wenn völlig unbekannt ist, ab welchem Alter sie gilt und wie die Konditionen aussehen? Ist analog zur gesetzlichen Altersteilzeit an einen Einstieg mit 55 Jahren gedacht? Endet sie mit 63 oder 65 Jahren oder 65 plus x Monate? Oder ist es nur eine schlichte (und für einen die Interessen seiner Leute kämpferisch vertretenden Betriebsrat in dieser Situation nicht akzeptable) Neuauflage der gerade ausgelaufenen Betriebsvereinbarung – Beginn mit 57 Jahren? Bin gespannt auf Antworten.

  24. Rainer H. sagt:

    @ Dr.Faust Zum Siegerland, wo ja demnach dann bald die WR den WP-Lokalteil fabrizieren muss: Was machen denn da wohl die konservativen WP-Abonennten, wenn sie zum ersten Mal den neuen WP-WR-Mischmasch in die Hände gedrückt bekommen? Ihre bisherige Zeitung nur noch ein lächerlich dünnes, blaues Mäntelchen, innen rot abgefüttert? Das ertragen die nicht. Wer bis dahin noch nicht wegen der Umfangsreduzierungen abbestellt hatte, tut es dann. Die Siegener Zeitung wirds freuen. Der fallen innerhalb von ein paar Tagen einige tausend Abos extra in den Sack. Kann eigentlich niemand mehr diesen Unfug stoppen?

  25. Dr. Faust sagt:

    @Rainer H.: nö glaube ich selbst nicht mehr dran. Das was jetzt passieren wird, ist weiterer Anschwung, um die Abwärtsspirale noch schneller zu drehen!

  26. waz-leser sagt:

    Für die Spekulatii hier:
    Laut w&v wird wohl DuMont in Berlin den Zuschlag bekommen.
    Mit anderen Worten: Noch so’ne WAZ-Bauchlandung.

  27. klösschen sagt:

    Auch aus der W&V:

    „WAZ-Chef Bodo Hombach: Medien verbrauchen Lebenszeit
    Anforderungen anspruchsvoller Konsumenten wandeln sich

    München (ots) – Bodo Hombach, ehemaliger hochrangiger SPD-Politiker und seit 2002 Geschäftsführer der WAZ-Gruppe, konstatiert einen tiefgreifenden Wandel beim Medienkonsum. Beim Kampf um den Kunden werde deshalb künftig nicht mehr auf dessen Portemonnaie gezielt, sondern auf das Kostbarste, was der Medienkonsument zu bieten habe: seine Lebenszeit. Dies schreibt Hombach in einem zwei Seiten umfassenden Essay für das Wochenmagazin Werben & Verkaufen, W&V (ET: 08. Januar). Zunehmend etabliere sich der Typus des Medien-Egoisten, der den Wert seiner Zeit extrem hoch einschätze und deshalb bei der Wahl der Medien auch immer kritischer werde. „Er ist nicht bereit, sie an die Hütchenspieler und Marktschreier zu verhökern“, schreibt Hombach. „Er hält sie sich vom Leib, die Buchstabenzüchter in Käfighaltung, die Textverarbeiter, die das Prinzip ‚Gammelfleisch‘ auf das Marktsegment ‚Information‘ übertragen wollen.“ Der Medien-Egoist, so Hombach in W&V, achte auf den Cholesterinspiegel seiner Gefühle. „Also meidet er Fettgedrucktes.“

    Hombach plädiert in diesem Zusammenhang für Qualitätsjournalismus. Der Medien-Egoist brauche Leute, die ihren Beruf ernst nehmen und nicht Korrespondenten, die das Land von der Hotelbar aus erkunden wollen. Selbst das Internet dürfe man nicht der Anarchie überlassen. Hombach in seinem Essay: „Wo jeder mit jedem ins Gespräch kommen kann, ist Geschwätz nicht die einzige Alternative.““

    Da bleibt einem die Spucke weg!

  28. Tenrix sagt:

    @ klösschen, @ zoom, @ Dr. Faust
    .
    Liebe Leute, bitte zwei Dinge. 1. Wenn hier Ghostwriter unter meinem Namen schreiben, betrachte ich das als ‚publizistische Heimtücke‘. Wer wissen wissen möchte, wozu und wohin das führt kann „Rizinus mit den Extra-ieh“ fragen: Abo-Sharing.
    .
    2. Dadurch öffnet sich der Blick auf Innovation in den Medien. Angesichts der Parteidem(ent)okratie (heute in Der Westen Duisburg bei NRZ und RP) folgt die Region den bekannten Projektionen. Ich habe die Kürzungen in den einzelnen Lokalredaktionen angeschaut und erkenne darin tiefeingefärbte Muster einer Publikation von Berlin Institut (€ 10 für 200 Seiten, viele bunte Graphiken; die Journis von Der Westen Duisburg lesen das.).
    .
    Seit einigen Jahren habe ich Berührungspunkte mit den Parteidem(ent)okraten von SPD Duisburg und CDU Duisburg. Es gibt die Möglichkeit auch von Bürgerseite die Wirklichkeit zu bergen: IFG NRW. Und es gibt auch lokale Journis, die mitmachen und dann heftig eins vom Madenwerk der Systemfuzzies in die Fresse kriegen. Dann kuscht der städtische Chefredakteur und schreibt vermehrt über Gorillababys. Gut so! Das ist die Makrofauna von aufstrebenden Regionen der Renaturierung des Auflagengebiets. Zoom hat ja demnächst die Wisente (noch eine Entente) vor seiner Tür im Rothaargebirge.
    .
    Die Großvolksparteien sind schwer angeschlagen durch die Parteidem(ent)ographie und Parteidem(ent)okratie. Dieses Madenwerk von Systemfuzzies vermag die Region nicht zu retten.
    .
    Das neue Zeitalter der „Vierten Gewalt“ bricht an. Dann wird Information zum Projektmanagement einer Region. Das müssen auch die WAZ-Eigentümer (Otto versilbert) erkennen. Sonst lauert die nächste Heuschrecke.
    .
    Die Clausewitz´schen Nebel des Schlachtfelds von YADOMs und der „Ähh, iss doch schön hier“-Typen haben sich noch nicht gelüftet. Wer noch nicht beim Thema angekommen ist, kann die Entwicklung der Parteidem(ent)ographie und Parteidem(ent)okratie fortschreiben. Kinderpolitiker in Der Westen Duisburg, heute gedruckt.

  29. Dr. Faust sagt:

    ???? Zu Tenrix fällt mir nix mehr ein!!! ????

  30. zoom sagt:

    @Dr. Faust
    Dann muss es wohl mal sein:
    a) tenrix ist ein alternder Agit-Prop-Künstler, der in diesem Blog die letzte Chance seines Lebens sieht.
    b) tenrix ist ein Captagon-abhängiger Student der Kommunikationswissenschaften, der noch ein Thema für seine Abschlussarbeit sucht
    c) man stelle sich tenrix entspannt als Geschäftsführer der WAZ-Gruppe nach Feierabend, in den Pausen, mit dem Notebook auf dem Klo – WLAN im Spülkasten – vor
    d) tenrix hat einen Lehrstuhl für Dekonstruktivismus an der Universität Duisburg
    e) tenrix ist der Antipode von Christo
    f) tenrix ist immer noch ein Student, der sich einen feixt
    g) wegen der globalen Erwärmung ist es tenrix gelungen, auf den Rheinwiesen ein Gras anzubauen, welches es selbst in Kalifornien nicht gibt
    h) tenrix nimmt kleine Pillen und schreibt an seinem Werk: „Die Pforten des Wahnsinns“
    i) tenrix setzt gerade seinen Punkt unter die Dissertation: Die Infiltration sozialer Netzwerke durch parallel-verschobene Semantik und ihre Bedeutung für die Architektur neuer medialer Konstrukte“
    k) tenrix ist mit drei Wisenten aus Bedburg-Hau entlaufen
    l) tenrix ist „all of the above“
    m) tenrix ist ein Gesamtkunstwerk
    n) tenrix arbeitet jetzt schon an der Vermarktung seiner scheindebilen Beiträge
    o) tenrix ist ein universales Prinzip: Es ist unmöglich in sozialen Netzwerken ein Vakuum zu erzeugen, denn sobald der Inhalt entfleucht wird das Netzwerk mit „tenrix“ aufgefüllt.
    p) – z) habe ich auch noch in der Tastatur, muss aber ins Bett, um morgen Geld zu verdienen.

    Jede Bewegung hat ihren „tenrix“

    Good Night miteinander 😉

  31. Leid sagt:

    @Biermann. So, so. Alle Betroffenen sind seit dem 19. Dezembwer 2oo8 über den aktuellen Stand der Verhandlungsdinge durch die Betriebsräte informiert. Und damit, so ergibt sich doch wohl, die beiden Journalistengewerkschaften auch. Was sagen die beiden Gewerkschaften nun eigentlich zum Stand der Dinge? Bisher nichts. Sind sie auch entfleucht? Oder gibt es in diese Richtung keine Meinungsbildung? Die Betriebsräte sind auf dem Ticket von DJV und dju in Verdi in die Betriebsräte der WAZ-Mediengruppe gewählt worden. Jetzt sollten die Gewerkschaften verdammt noch mal auch deutlich machen ( bei aller Unabhängigkeit der Betriebstäte ), ob „ihre“ Betriebsräte auch „funktionieren“, ob die bisherigen Verhandlungsergebnisse von den beiden Gewerkschaften mitgetragen werden. Oder sind DJV und dju in Verdi von Herrn Hombach auch schon eingelullt?
    Dies ist eine hochbrisante gewerkschaftspolitische Situation, die bisher in der Zeitungslandschaft Deutschlands einmalig ist. Wenn jetzt offiziell weiter vertrauensvoll geschwiegen wird, obwohl alle Ergebnisse des personellen Kahlschlags offen auf dem Markt diskutiert werden, ist das ein eklatantes Versagen der beiden Mediengewerkschaften.
    Es ist mir bis heute nicht klar, warum DJV und dju in Verdi die gemeinsame „Betriebsversammlung“ am 5. Dezember 2oo8 zugelassen haben, dieses Possenspiel der Geschäftsleitung und „Kniefall“ der Betriebsräte mitgemacht haben. Hier hätten bereits die beiden Gewerkschaften gerichtlich eingreifen müssen.
    Der „Beileidstourismus“ der Parteien und anderer Institutionen hilft nicht weiter, und die mitunter in diesem Blog verbreitete Verbalerothik, um nicht zu sagen Schwachsinn, helfen nicht weiter, beeindrucken die WAZ-Mediengruppe nicht. Wenn jetzt die beiden Journalisten-Gewerkschaften nicht klar öffentlich Stellung beziehen, alles weiter so laufen lassen, sind ihnen in wenigen Wochen hunderte von Mitglieder davongelaufen.

  32. Stopp sagt:

    @Leid. Merken die zwei Journalistengewerkschaften eigentlich nicht, dass es Betriebsräte in der jetzigen Stärke künftig nicht mehr geben wird, ihnen von Herrn Hombach quais die Plattform entzogen wird? „Amateur-Betriebsräte“ – wahrscheinlich auch noch ohne Freistellungen – können kaum noch etwas ausrichten. Was wird in den neu zugründenden kleinen Schachtelgesellschaften künftig eigentlich mit der Bezahlung nach den Tageszeitungstarifverträgen? Hierzu hat die Geschäftsleitung bisher nichts Konkrets gesagt. Herr Hombach sprach sibyllinisch lediglich von Tarifverträgen. Was wird aus den 55 hochqualifizierten Bildredakteuren? Sind diese „Fotografen“ künftig nur noch Kostenfaktoren, die es zu senken gilt?
    Journalistengewerkschaften rührt euch endlich! Nehmt öffentlich Stellung zu diesen gewerkschaftspolitischen Dingen!
    Schweigen kann als Einverständnis mit der Geschäftspolitik der WAZ-Medienpolitik gewertet werden.

  33. downunder sagt:

    @Frank Biemann: „Der Gesamtbetriebsrat hatte sich am 19.12. letzten Jahres noch einmal mit einem fünfseitigen Info an die Belegschaft gewandt und einen Überblick über den Stand der Dinge gegeben. Die Betroffenen sind also über die aktuellen Verhandlungsstände informiert…“

    So, so. Ich halte mein Gedächtnis noch halbwegs für leistungsfähig und habe meine Mails noch einmal durchgesehen. Doch leider finde ich keine fünfseitige Information der Betriebsräte. In der Tat wäre es schön, wenn die Betroffenen auf dem aktuellen Stand wären, doch das ist leider nicht so. Es läuft seit Wochen nach dem Motto „Nichts Genaues weiß man nicht“. Hier muss jetzt wirklich mal Butter bei die Fische.

  34. zeilenschinder sagt:

    @Lokalarbeiter von anderswo: „Typen wie der Zeilenschinder, bei dem ich mir schon lange nicht mehr sicher bin, auf welcher Seite er steht, …“ hast du geschrieben. Lies doch einfach meine vorherigen Beiträge, kannst gleich ganz oben bei #1 anfangen, dann weißt du, wo ich stehe.

    @tenrix: Kaum einer, nicht mal ein „agent provocateur“, schadet unserem Anliegen so sehr wie Sie. Es geht hier um Existenzen von mehreren hundert Kollegen (einschließlich meiner), und Sie nutzen dieses Blog als Forum egomaner neurotischer Selbstdarstellung und machen ein Werkzeug, das unsere Anliegen unterstützen und ihnen auch Nachdruck verleihen soll, zu einer Kaspermaschine, die von Verlag nicht mehr ernst genommen werden kann. So einen Troll habe ich noch nicht erlebt. Ich wäre ja geneigt, Sie für einen von Hombach engagierten Spalter zu halten, aber dieses Format bringen Sie wiederum nicht mit. Tun Sie wenigstens einmal hier etwas Gutes und halten Sie ab sofort einfach die Klappe.

    So, und nun zum Wesentlichen. Wir sollten mit dem Gejammere aufhören und pragmatisch überlegen, was zu tun ist. Fakt ist, wir haben die Betriebsräte, die wir (nicht) gewählt haben. Die verhandeln seit gestern wieder. Ich will erst wissen, was dabei herauskommt, ehe ich mich wieder aufrege. Fakt ist auch, dass Verhandeln derzeit der einzige Weg ist. Marx und Engels stehen mir überhaupt nicht nahe, weiß Gott nicht, aber ich werde mich ihrer Erkenntnis nicht verschließen, dass das Großkapital die Macht hat und damit umzugehen weiß. Wenn die GGF die mittelfristige Zerschlagung der drei Ruhrgebietstitel plant, um eine Mega-WAZ zu installieren, die sich dann ggf. gut verkaufen lässt (denn darauf läuft doch wohl alles hinaus), werden wir sie daran nicht hindern. Wir müssen sehen, wie wir ihnen dabei bestenfalls lästig fallen können und dadurch aus dieser Situation das Beste für uns herausholen. Das kann man – zunächst – durch geschicktes Verhandeln. Was man dann ggf. sonst noch kann, das würde ich hier nicht der GGF zum Frühstück servieren.

  35. Katzenklo sagt:

    @Frank Biermann. Erst einmal eine Korrektur: Es gibt keinen Gesamtbetriebsrat bei den vier WAZ-Tageszeitungstiteln, sondern vier eigenständige Betriebsräte. Wenn es ein fünfseitiges Infopapier über den aktuellen Stand des Verhandlungspaketes gibt, das den Belegschaften von den Betriebsräten ausgehändigt wurde – so Biermann – , sollte dieses Papier hier im Blog veröffentlicht werden. Sonst nutzt die ganze Diskussion im Blog nichts, denn man sollte hier aufgrund von Fakten diskutieren und nicht mit Vermutungen spekulieren. Frank Biermann sollte als dju-Funktionär endlich für Klarheit schaffen.

  36. Tenrix sagt:

    Danke. Und jetzt wird MedienMoral eine Blognachricht präsentieren, die nach Lösungen sucht. Das Abholen aus der reaktiven Depression war ja bisher sehr erfolgreich. Beim Aufarbeiten der bisherigen Kommentare kann MedienMoral PLiB-Eintext einsetzen. 0,2 Prozent macht die BRD jährlich beim Bevölkerungsverlust. Das WAZ-Auflagengebiet schiebt den Faktor 5-7 vor sich her.

  37. Blattspinat sagt:

    Tenrix, halt doch einfach mal die Fresse.

  38. Tenrix sagt:

    Komisch, das sagt mein Arzt auch immer. Dabei ist es schon viel besser geworden, seit wir WLAN in der Klinik haben.
    Sorgen macht mir nur Reitz 3, der nachts immer am Fußende des Betts sitzt und dort stundenlang PLiB-Eintexte rezitiert.

  39. porschekiller sagt:

    @zeilenschinder
    .
    „Fakt ist, wir haben die Betriebsräte, die wir (nicht) gewählt haben. Die verhandeln seit gestern wieder. Ich will erst wissen, was dabei herauskommt, ehe ich mich wieder aufrege. Fakt ist auch, dass Verhandeln derzeit der einzige Weg ist.“
    .
    Fakt ist, dass Eure „Betriebsräte“ Euch schon belogen hatten, als es Anfang Dezember hiess, sie würden eine „Betriebsversammlung“ abhalten wollen. Fakt war aber damals, dass dies eine reine Info-Veranstaltung des Arbeitgebers war.
    .
    Fakt ist, dass hier ein Blog geschaffen wurde, welches in den Anfängen höchstes Interesse in der Blogwelt auslöste, weil hier endlich mal aus dem Innersten eines der großen Medien-Konzerne berichtet wurde. Fakt ist aber auch, dass genau dieses Coming-Out die meisten Leser anderer Blogs von der Verklebtheit und Realismus-Ferne der WAZ-Redakteursdenke, die vorher höchstens als Vorurteil unterwegs waren, nun endgültig per Beleg überzeugt hatte.
    .
    Fakt ist, dass Euch alle „Organisierten“ wochenlang im Stich gelassen haben, da da nichts kam, nichts angeleiert und nichts berichtet wurde. Man kann nun trefflich darüber streiten, ob das der Unfähigkeit Eurer Betriebsräte oder der Duckmäuser-Mentalität Eurer Gewerkschaften geschuldet ist. Ein 5-Seiten-Flyer über die ach so dollen Arbeitnehmer-Vertretungs-Leistungen unterhalb der Arbeitgeber-Bedingungen ist jedenfalls nach dem TamTam, was Ihr am Anfang Eurer Entrüstung veranstaltet habt, kein Arbeits-, sondern ein Armutszeugnis.
    .
    Fakt ist, dass mich seit ein paar Wochen Vereine und Bürgerinitiativen ansprechen, warum ihren Stimmen seitens z.B. der WR kein Gehör mehr geschenkt wird und man gezwungen ist, mit seinen Anliegen zur vorher ungeliebten Konkurrenz zu wechseln, die darüber sofort und umfangreich berichten, als sei es eine Herzensaufgabe, für den momentanen Hirnfick der WAZ-Abhängigen in die Bresche zu springen.
    .
    Fakt ist abschliessend, dass Ihr eine grosse Chance zur eigenen Emphatisierung von Ethos, Unabhängigkeit und journalistischer Professionalität dadurch verdaddelt habt, dass diese Berufsmerkmale Euch mittlerweile am Ar… vorbeigehen, wenn es ums Fressen oder Gefressen werden geht. Das Beamten-Journalistentum lässt weiterhin grüssen…

  40. Tenrix sagt:

    an meine Ghostwriter: ‚Tenrix‘ – nur echt mit dem Link auf http://jabobswege.wordpress.de oder http://abo-sharing.blog.de.
    .
    Alles andere ist REITZ 2 (WAZ): „Ähh, iss doch schön hier!“

  41. […] By jakobswege Minus 0,565 Prozent. Das war der Bevölkerungsverlust von Duisburg in 2008. Klartext berichtet, wo die WAZ-Axt demnächst zuschlägt. WAZ Duisburg, Freitag, 16. Januar […]

  42. Hans Lassmann sagt:

    Warum bitteschön laufen denn zwei getrennt Betriebsversammlungen?

    Gibt es unterschiedliche Sozialpläne? Oder soll damit nur die Bildung einer kritische Masse verhindert werden.

    Also Betriebsräte: Was soll der Unsinn?

    Und warum wird schon über Sozialpläne verhandelt, die den geplanten Umbau abfedern?

    Sind wir nicht mehr stark genug, um deutlich zu artikulieren, dass dieser Reitz-Hombach-Plan Zeitungs-Selbstmord auf Raten ist?

    Der Content-Desk schwächt die Lokalredaktionen, die das Fundament der WAZ sind und waren.

    Wer dieses Fundament leichtfertig zerbröselt, um sein ehrgeiziges Ego unter dem Deckmäntelchen des Sparens zu inszenieren, der riskiert den Untergang des ganzen Tankers WAZ. Da kann sich der Blender im Spiegel noch so spreizen.

    Diese Idee bleibt Wahnsinn – zumal Reitz vom Lokalen keinen blassen Schimmer hat und sich nur für seine Zentrale interessiert.

    Auch wenn es jetzt keine betriebsbedingten Kündigungen geben sollte: Wenn der Reitz-Hombach-Plan zieht, wird das Fundament bröseln. Qualitätsjournalismus im Lokalen ist nach Schickler dann nicht mehr möglich.

    Die Folge wird eine rasante Abo-Talfahrt sein. Denn wer braucht schon abgeschriebene, „gepimpte“ und gedrehte dpa-Nachrichten? Der gemeine WAZ-Leser will das nicht. Und das Revier ist nicht Düsseldorf!

    Cave, Reitz! Cave Hombach!

  43. Klaus Müller sagt:

    @Lassmann:
    1.) Die Sozialpläne – für die die Betriebsräte an dieser Stelle demnächst von anonymen Besserwissern angepinkelt werden, sind absolut identisch.

    2.) Es sind keine Betriebsversammlungen, sondern Info-Veranstaltungen (Denn Betriebsräte und Arbeitgeber laden gemeinsam ein).

    3.) Wie ich aus BR-Kreisen höre, sollen die zwei Termine lediglich praktische Gründe haben. Damit Leute nachfragen können.

    4.) Soweit bekannt, sind die Konditionen durchaus interessant. Ich kenne auch schon Kolleginnen und Kollegen, die kurz vor einem Aufhebungsvertrag stehen.

    5.) In der Kritik am Schickler-Konzept stimmen Dir alle BR vermutlich zu. Nur sind solche Dinge nicht Gegenstand von Sozialplan-Verhandlungen. Soweit ich weiß, wird heute über die künftige Struktur verhandelt.

    6.) Dass die Betriebsräte hier allesamt von anonymen Besserwissern wahlweise für korrupt oder inkompetent gehalten werden, daran hat man sich ja gewöhnt. Ich empfehle dagegen, einfach nur mal persönlich nachzufragen. Dann wird man schon die entsprechende Antwort bekommen.

  44. Hans Lassmann sagt:

    @Klaus Müller
    Danke für die Info, dient der Versachlichung der Thematik.

    Trotzdem vermisse ich durchgängig so etwas wie Kampfbereitschaft zur Rettung der Arbeitsplätze – nicht nur bei den Betriebsräten, sondern vor allem in der Belegschaft der WAZ-Gruppe…

  45. Klaus Müller sagt:

    @Hans Lassmann: Frag doch einfach mal Deine Betriebsräte. Das soll mitunter Wunder bewirken :-).

    Was die Kampfbereitschaft angeht: Abwarten… Noch ist die Schlacht nicht geschlagen und möglicherweise müssen wir bald alle auf die Barrikaden.

  46. Betroffener sagt:

    Mir scheint die Schlacht schon fast völlig geschlagen.
    Es wird kaum noch diskutiert, dass:
    -Redaktionen geschlossen und Monopolgebiete geschaffen werden
    -eine völlig unnötige Monster-Zentralredaktion eingerichtet wird
    -nur um des Prinzips willen Neuigkeitenschreibtische gebildet werden
    -die Zahl der Redakteure im Lokalen total zusammengestrichen wird
    -der Umfang der Zeitung bis zur Schmerzgrenze reduziert wurde
    Hier wird überwiegend über Kündigungen und Sozialpläne geredet. Über das Produkt, das der Rest von uns anschließend unters Volk bringen soll, redet mittlerweile kaum noch jemand.
    Der ganze Plan ist Mist. Die Berechnungen sind absurd. Die Führungsetage ist total durchgeknallt.

  47. Blattkritik sagt:

    @Betroffener
    Genau das wird das Problem sein: Manufactur-Journalismus wie ihn Hombach verkündet, kann es mit Schicklers-Liste im Lokalen nicht geben.

    Ob die Führungsrige durchgeknallt ist, kann ich nicht sagen. Für mich scheint es aber immer deutlicher zu werden, dass Hombach und Reitz (der eine kurz nach der Verlängerung seines Vertrages, der andere kurz davor) händeringend nach einem Plan zu suchen, der kaschieren soll, dass sie seit 2004 nichts Besonderes getan haben, um die Auflage zu stabilisieren und Rendite zu erwirtschaften.

    Sieht man einmal davon ab, dass Reitz für 1-5-1 zigtausende Euro aus dem Fenster geworfen – das hätte ihm übrigens auch jeder Design-Student günstiger machen können -, sich selbst als Marke (die keiner braucht) etabliert und um sich herum für ganz viel Geld einen Hofstaat von Ja-Sagern aufgebaut hat.

    Wie sieht denn die Bilanz bisher aus? Rund 50.000 weniger Abos allein bei der WAZ, Einzelverkauf runter und – Dank einer katastrophalen Verkaufsstrategie (Schließung von Geschäftsstellen) – Zahl der Remittenden rauf.

    Der zu Anfang der Reitz-Ära ausgegebene kinderpädagogische Slogan „Stärken stärken“ wird jetzt dank Schicklers-Liste konterkariert – und der Blender redet immer noch – zuletzt bei Zapp (NDR) von Qualität ohne dpa-Basis und gibt auch noch zu, dass er seine Leute dpa im Internet abschreiben lässt.

    Eine öffentlichere Bankrotterklärung kann es nicht geben, man müsste sich für Reitz schämen. Denn Journalismus unter dem Rubrum „Sparen – nur an die eigene Karriere und nicht mehr an den Leser denken“ als Qualitätssprung zu bezeichnen, das ist Chuzpe.

    Weiß dieser Mann eigentlich noch, was er da sagt und kann er einschätzen, wie es beim denkenden Leser ankommt. Die Mulitplikatoren lachen Redakteure, die außerhalb des Elfenbeinturms arbeiten, doch mittlerweile schon öffentlich aus.

    Es wird Zeit, dass sich was dreht: Nachdem Reitz durch Zwangsversetzungen von Redaktionsleitern zu Beginn seiner Amtszeit unter dem Motto „Strafe einen, erziehe hunderte“ die Kritik an seiner Person und seinen „Konzepten“, die nicht mehr waren als Schlagwörter, zum Schweigen und durch den Einsatz des Ahnungslosen („einen schönen Tag noch“) das Klima vollends ruiniert hatte, kommt nun der Aktionismus. Und der blendet, führt ins Nichts, führt lediglich für ihn zu einer Vertragsverlängerung. Wer braucht einen Essener Content-Desk mit investigativem Ressort? Die WAZ-Leser brauchen und wollen das Lokale.

    Reitz sollte man mit Chefredakteuren vom Schlage eines Ralf Lehmann reden. Der wusste, wie WAZ-Leser ticken. Und daran hat sich seit 2000 nicht viel geändert.

    Und der hätte auch nicht ständig den RWE-Boss in der Ausgabe – Kollegen: Schaut euch mal in Hugo an, was über den an ultimativen Lobhudeleien in den letzten Monaten im Blatt stand. Ich kann es nicht mehr lesen, wie da die Hofberichterstattung (Wirtschaftsbosse als Segler) läuft…. Es ist zum k….. Völlig undistanziert – in die Feder diktiert?

    Aber auf Inhalte kommt es bei Hombachs Manufaktur-Journalismus ja nicht mehr an. Das zeigte auch der peinliche Auszug seiner Festrede zum 400. Geburtstag der Tageszeitung in der WAZ. Nicht die Rede, sondern die Präsentation, die Einordnung und die Platzierung im Blatt waren unerträglich. Von der Aufmachung ganz zu schweigen.

    Der Leser wurde wieder mal allein gelassen mit einem Reitz-Haufen. Gibt es denn in der Zentrale keinen, der mal einfach fachlich-fundiert „Nein“ sagt, bevor noch mehr Leser Nein zur WAZ sagen?

  48. susi sagt:

    Dem Vernehmen nach ist noch gar nicht klar, ob der offenbar jetzt aufgestellte „Sozialplan“ überhaupt zieht: Desinformation und Gerüchte machen nach der jüngsten BR-Sitzung der WAZ vom Donnerstag die Runde. Wo bleiben die Fakten? Wir haben nichts Schriftliches von den BR’s
    So langsam reicht’s. Haut in die Tasten, Kollegen! Aber vielleicht steht’s ja in Kürze in der Süddeutschen……?

  49. waz969 sagt:

    @susi
    … wohl nicht nur in der Süddeztschen!
    Heute treffen sich Hombach und Nienhaus mit Spiegel, Focus, WDR, Süddeutsche Zeitung, FR, FAZ usw. usw. zu einem Hintergrundgespräch. Das Thema: Die Umstrukturierung der WAZ Mediengruppe NRW und der sie begleitende Sozialplan.
    Man tagt im Ericht Brost-Saal der Zeche Zollverein ud natürlich gibt es etwas Feines auf die Gabel.
    Mahlzeit!

  50. susi sagt:

    Ach – hoffentlich vergessen die Kollegen nicht, auch die andere Seite – die Betriebsräte – und die dritte Seite – die Kollegen von WR,WAZ, NRZ und WP zu fragen. Irgendwie scheint sich das Ganz zu verselbstständigen: die Basis wird nicht gehört. Dabei sind die Kollegen in den Lokalredaktionen am ehesten am Leser dran.

    Aber nachher, wenn der Laden vor die Wand gefahren ist, heißt es dann wahrscheinlich bloß: Wieso haben die nicht gewarnt. Gewarnt vor Experimenten ohne Sachkenntnis des Lokalen? Hätten sie doch was gesagt….

    Hoffentlich gibt Reitz noch waz zum Besten: So wie neulich bei ZAPP/NDR. Abschreiben und hübsch machen, das gesteht er ohne rot zu werden ein, dafür brauche ich keinen Content-Desk…..