Sparziel neu gesteckt: Jetzt 330 Stellen

Was befürchtet wurde, ist seit gestern amtlich: Die WP-Redaktionen Siegen, Ennepe-Süd, Werl und Soest werden geschlossen, Warstein wackelt noch. Auch in anderen Redaktionen soll die Zahl noch heruntergefahren werden, z.B. NRZ Düsseldorf/Hilden.
Die „freigesetzte“ Anzahl der Beschäftigten wird auf das bisher in Rede stehende Kontingent hinzugerechnet, so dass sich die Verlagsleitung von insgesamt 330 Beschäftigen (kaufmännische Angestellte inklusive) statt gut 260 (ebenfalls inkl.) trennen will.
Das ist die bittere Nachricht von gestern aus der Unterrichtung der Betriebsräte durch die Geschäftsführung. Von der ursprünglich geplanten gemeinsamen Betriebsversammlung am kommenden Freitag haben die Betriebsräte inzwischen Abstand genommen. Derzeit stehen zwei getrennte Versammlungen für je zwei Titel und an einem der daraf folgenden Tage noch eine gemeinsame in Rede.
Die Gewerkschaften sind zudem von den Betriebsräten aufgefordert, sich „Gedanken zu machen“ über einen Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung.

102 Antworten zu “Sparziel neu gesteckt: Jetzt 330 Stellen”

  1. William Travis sagt:

    „Mit einer kleinen Mannschaft und neuem Konzept versuchen wir, die Siegener Zeitung anzugreifen“. Fünf Leute sollen in Siegen nach neuester Info bleiben. Also los: „Remember the Alamo!“

  2. ver.di-Mitglied sagt:

    Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung geht nur mit Vollstreik – und dann alle! Es rührt sich hier im Blog verdammt wenig! Auch Du kannst der Nächste sein! Es geht um jeden Arbeitsplatz!!! Die Journalistengewerkschaften und EUER Betriebsrat benötigen aktive Unterstützung durch EUCH ALLE!

  3. […] Schon lange ist die WAZ-Mediengruppe nicht mehr Thema hier im Pottblog gewesen – die Nachrichten die von dort kommen sind ehrlich gesagt fast schon zu traurig. Gerade jetzt erst wurde bekannt, dass das Sparziel von 260 auf 330 Stellen gesteigert wurde1. […]

  4. WAZler sagt:

    Man wird sprachlos, wer stoppt diesen Irrsinn!

  5. Katharina Borchert sagt:

    Der Vollständigkeit halber sollte man allerdings noch anfügen, dass bei der Zahl 330 die Fotografen (55) noch einbezogen sind. Da sieht es allerdings zum Glück so aus, als würde man gemeinsam eine auf den Vorschlägen des Betriebsrats beruhende Lösung finden, die nicht im Stellenabbau mündet. Die Zahl wäre dann entsprechend niedriger (wenngleich natürlich immer noch höher als in der ersten Planung).

  6. waz-Mann sagt:

    @Borchert: Es ist schon traurig, dass Frau Bochert recht unwissend ist. Es handelt sich keineswegs um „Fotografen“, sondern um festangestellte Bildredakteure. Bisher ist nichts bekannt, dass alle Bildredakteure ihre Festanstallung verlieren sollen.

  7. Blogger sagt:

    Was ist das für eine Chefetage?
    Mal Hüh, mal Hott, mal Warstein ja, mal Warstein nein, mal 260, mal 330 Leute… Was soll man da noch glauben? Werden da gezielt Ängste geschürt, um Mitarbeiter möglichst schnell zur Kündigung zu bewegen?

  8. Ladefehler sagt:

    @Borchert
    Der Vollständigkeit halber sollte man allerdings noch anfügen, dass die Fotografen (55) vorher auch bereits einbezogen worden waren.

  9. tippse sagt:

    Der weiteren Vollständigkeit halber sollte man auch noch anfügen, dass die 55 Fotografen/Bildredakteure bei Frau Borchert und derwesten.de landen sollen.

  10. tippse sagt:

    Und um noch vollständiger zu sein, möchte ich den Anstand von Frau Borchert ausdrücklich hervorheben, als einzige CR mit dem „Fußvolk“ hier zu reden.

  11. WP_Freund sagt:

    Ich glaub es ja nicht… die WP schließt auch Redaktionen? Und was ist mit Warstein? Werden die weiter verarscht? Wie sollen die denn ohne den Kreis Soest überleben? Außerdem sollten doch Soest und Werl fusionieren… Das geht alles ziemlich wirsch und schnell über die Bühne!

  12. Tacheles sagt:

    An Tippse: Frau Borchert hat nichts anderes gelernt als zu bloggen, sie schreibt über ihr armseliges Sexualleben (Lyssa), so dass selbst Bodo Hombach die Tränen gekommen sind, um Abhilfe zu schaffen.

  13. Blog-Leser sagt:

    Werl ist doch praktisch schon zu. Und der heutige Umfang besorgt doch automatisch den Rest. Die Frage ist nur noch, wann das endgültige Ende kommt…

  14. Tacheles sagt:

    Ich nehme diese letzte Bemerkung wieder zurück, da es hier nicht um irgendwelche Personen geht, sondern um das Ganze. Frau Borchert oder Herr Hombach sind auch nur Namen. Ich muss gestehen, ich kenne die beiden gar nicht, nicht persönlich. Und die Gesichter von denen, die werde ich mir auf meine alten Tage nicht mehr merken. So schön sind die nicht.

  15. WAZ-Knipser sagt:

    So mies das jetzt alles zu kommen scheint für die Foto-Redakteure: zukünftig Katharina Borchert als Chefin zu haben anstelle der komplett kommunikations-unfähigen Herren Reitz und Klümper – das ist doch fast schon ein Lichtblick! Chapeau, Chefin in spe, für Ihren Auftritt in diesem Blog!

  16. Katharina Borchert sagt:

    @waz-mann: Ich kann auch gerne den formal korrekten Begriff der Bildredakteure wählen (wobei mir gesagt wurde, dass seit Jahren alle ohnehin Verträge als Bild- und Textredakteure haben), aber auch die Betriebsräte selbst haben der Einfachheit halber immer Fotografen gesagt, also habe ich mich dem einfach angeschlossen.

    Und ja @tippse, wir reden derzeit intensiv über eine „Anbindung“ an WAZ NewMedia anstelle einer Auslagerung in eine eigene Gesellschaft, weil beide Seiten dort Synergiepotential sehen.

  17. tippse sagt:

    @Tacheles: Ich kenne beide, und sie kennt mich (hat aber zum Glück keine Ahnung, wer die tippse ist 😉 ). Aber das ist ja das Gute hier – der einzige Ort, wo man/frau geschützt (für jeden Eintrag wäre ja eigentlich eine Abmahnung fällig) seine und ihre Meinung sagen kann. Zum Beispiel, dass es nett war, dass du deine Bemerkung wieder zurückgenommen hast. Die war nicht so gut…

  18. weepee sagt:

    aber traurig ist es: Der defacto-Rückzug der WAZ aus dem Siegerland spielt in diesem Blog schon keine Rolle mehr. Haken hinter, bisschen Mitleid und Schluss. Eine Minnimalbesetzung für die Rundschau Siegen, eine Null für die WP. Den Vergleich mit Alamo finde ich übrigens wirklich hübsch und zutreffend. Die nächste Rundschau-Redaktion ist schließlich in Lüdenscheid.

    Erinnert sei nur an die Bemerkung, die Aufgabe von Gebieten sei eine Niederlage für die WAZ.

    Tatsache ist, dass diese Entscheidung die Folge von jahrzehntelangen Managementfehlern und Versäumnissen der Chefredaktionen ist.

    Eine Niederlage … Ob der Looser aus Mülheim und seine Büchsenspanner in der WP-Chefredaktion das heute auch noch so formulieren würde? Keine Ahnung. Bin auch mit Fremdschämen ausgelastet.

  19. tippse sagt:

    Und nicht nur das, @weepee: Die NRZ-Lokalredaktion Essen, immerhin Konzernsitz, galt als unantastbar und ist jetzt auf eine kleine Viermanntruppe reduziert worden, die die WAZ-Lokalseiten „branden“ soll. Medienvielfalt ade – und das angesichts der kommenden Kulturhauptstadt. Es ist eine Schande. Und glaubst du, dass das wen aufregt? Nö. Ich schreibe das nämlich schon zum zweiten Mal, und nicht mal ein NRZ-Kollege hat bisher reagiert. Sie scheinen sich damit abgefunden zu haben – oder der Schock sitzt noch zu tief.

  20. Blattspinat sagt:

    Warum protestiert eigentlich kein Herr Pleitgen gegen den massiven Medienabbau vor dem Kulturhauptstadt-Jahr? Weil er sich mit Reitz und Rüttgers so gut versteht. Machtmenschen unter sich.

  21. klick sagt:

    Hallo Frau Borchert, vielen Dank für ihre Beiträge in diesem Forum. Egal ob Fotograf oder Bildredakteur, ein Chefredakteur der uns nicht mehr dabei haben will, weil ihm nur an seiner eigenen Karriere gelegen ist, den bin ich nicht traurig zu verlassen.
    In diesem Sinne auf die positive Gestaltung unserer gemeinsamen Arbeit. Bitte nehmen sie mich/uns? ( ich weiß ja nicht ob alle wollen) Fotografenvolk wohlwollend auf. Wir sind gar nicht so übel.

  22. Tacheles sagt:

    Ach Tippse und all die Ahnungslosen, die hier noch angeblich ernsthaft bloggen: Über Wochen und Monate habt Ihr nichts von Euch hören und lesen lassen und dann kommt Frau Borchert daher. und Du oder Ihr findet das gut? Wie kann man Euch helfen?

  23. porschekiller sagt:

    @Tacheles: Das mit dem „Bloggen“ hier sind die ersten Fingerübungen für das kleine Licht am Ende des Tunnels – derwesten.de als evt. Auffanglager für die „Alamo-Flüchtlinge“. Dann werden sie nämlich auch „angemessen“ entlohnt als Blogger wie „Freie“ im dreistelligen Monatsbereich, na vielleicht nicht ganz so doll, denn einige von den ersten Blogger, die auf das Angebot reinfielen, sind ja jetzt schon wieder draussen.
    Da sind also Stellen frei…

  24. Tacheles sagt:

    Wie gesagt, ich will hier niemanden persönlich angreifen, weder in einem anonymen Blog noch sonst wo. Natürlich kann man sich über die Fähigkeiten von vermeintlichen Führungskräften auslassen, dazu brauche ich keinen anonymen Blog. Das sollte Unternehmenskultur einer jeden Firma sein. Darum geht es doch: Mit Frau Borchert kann man bloggen, aber kann man mit ihr auch reden? Ich habe sie noch auf keiner Betriebsversammlung reden gehört und ich glaube auch nicht, dass sie es will. Und dafür habe ich absolutes Verständnis. Sie ist zu diesem Job gekommmen – ja wie eigentlich? Was qualifiziert die Dame, die Frage darf, ja muss man sich stellen.

    Für so einen Job brauchen manche offensichtlich keinen Universitätsabschluss, noch eine journalistische Ausbildung. Manche brauchen eben nur Kontakte, ohne irgendeinen Plan von irgendetwas zu haben. Und dann tritt das ein, was wir gegenwärtig erleben. Hombach, Reitz, Borchert, die Liste kann man fast endlos fortführen. Aber wie gesagt, wenn einer der Herren oder Damen einen guten Job machen würde, müssten wir uns hier nicht beklagen.

  25. David Zwadlo sagt:

    Seltsam? Seit dem 14. Februar 2009 sucht die WAZ Mediengruppe wieder nach Volontären für die Journalistenschule Ruhr „zum 01. Januar 2010 bzw. 1. Juli 2010“. Bewerbungsfrist läuft bis zum 13. März 2009.

    Ausgerechnet in der Soester Westfalenpost gefunden.

  26. porschekiller sagt:

    @Tacheles
    Ich weiß, dass ich nachher von Katharina wieder eins drüber bekomme, aber sehen wir’s doch mal so: derwesten entspricht in der Ausrichtung als zentral manage-bares Online-Instrument für die WAZ-Gesellschafter zumindest in Teilbereichen der vielbeschworenen „Erlösung“ aus der Kostenfalle. Wenig Fixkosten (2- 3 Mios für den Launch plus 0,5 Mios nachschiessen im Vergleich zu den Kosten für Präsenz-Redaktionen), maximale Reichweite – Verleger-Herz, was willst Du noch mehr?
    Als Marketing-UBoot war zeitgeist-mäßig Bloggen angesagt. Das ist etwas, was Frau Borchert nun nachweislich gut kann und weswegen sie auch als „Head“ des neuen Instruments in Betracht kam. Alles völlig nachvollziehbar bis hierhin.
    Dann aber die anscheinend unausweichbare „Wenn wir schon sowas machen, dann könnten wir doch auch…“-Rationalisierungs-Denke des einfach strukturierten deutschen Managers. Sprich: Blogs zentral, News drumherum gestrickt, fertig ist das eierlegende Wollmilchsau-Portal für einen Großverleger.
    Ergebnis (mal beispielweise): Von der Dortmunder WR werden pro Woche(!) momentan mal so knapp 20-30 neue Online-Artikel der Lokal-Redaktion auf derwesten.de freigeschaltet (die doppelten und dreifachen Freischaltungen rechne ich jetzt mal großzügig wie bei den Fotografen raus;-) Auf Print und ohne Werbung runtergerechnet könnte mir der Zeitungsbote also jeden Tag die WR gefaltet unter der Haustür durchschieben, da sie nur aus einer Seite besteht. Die Blogs liest eh‘ kaum Einer, da dort die Frage nach *Inhalt* eher inflationär sparsam als qualitativ anspruchsvoll beantwortet wird. Die damals auch vielbeschworene „Web2.0-Interaktivität“ z.B. mittels Geotagging taugt vielleicht noch als Partygag („Kumma, der peilt Hombruch nach Castrop, höhö!“) oder – was auch im Stadtteil-Bereich seit dem Relaunch auffällt – höchstens noch als Klick-Generator, weil man anders nicht mehr an die eigentlichen Inhalte drankommt.
    Kurz gefasst: Um mit neuen Instrumenten neue „Musik“ im Verlagsgeschäft zu generieren, ist es zwar sinnvoll, erfahrene „Musiker“ einzukaufen, aber ein erfahrener Produzent wäre noch viel wichtiger und effektiver gewesen.

  27. 1000 Fragezeichen sagt:

    Heute morgen im WDR:
    .
    „WAZ will mehr Stellen streichen
    .
    Die WAZ-Mediengruppe will mehr Stellen streichen als zunächst geplant. Nach Informationen der Gewerkschaft Verdi baut der Essener Konzern bei den vier Tageszeitungen in NRW insgesamt 330 Stellen ab. Angekündigt worden waren 260. Zum WAZ-Konzern gehören auch die Westfälische Rundschau aus Dortmund und die Westfalenpost aus Hagen. Künftig soll es an jedem Redaktions-Standort von WR und WP nur noch eine gemeinsame Lokalredaktion geben.“
    .
    Ego, das würde dann nicht nur die bisher erwähnten Redaktionen betreffen, sondern auch z.B Hagen, Wetter/Herdecke usw. usf., oder nicht ?!?

  28. waz-Mann sagt:

    @K.Bochert: Die 55 Bildredakteure waren nie in der Summe der 261 freizusetzenden Redakteure drin. Oder sollte sich in der Zwischenzeit wieder eine Zahlenjongliererei etwas anderes ergeben haben? Wie erinnerlich, ist in der Informationsveranstaltung in der Lichtburg bei der Vorstellung des Schicklerpapiers mit der Bekanntgabe der 261 „Freizusetzenden“ erst aufgefallen, dass die 55 Bildredakteure im Nichts verschwunden waren. Sie wurden dann unter allgemeinen Kosten „wiedergefunden“. Folglich können sie nicht in der Summe von 261 enthalten gewesen sein.

  29. waz-Mann sagt:

    @K.Bochert: Hatte vergessen: Es wäre hochinteressant, wenn jetzt bei der neuen Zahl von 330 „Freizusetzenden“ die 55 Bildredakteure nachträglich aufgenommen sind. Das kann aber nicht sein, dann wäre die neue Zahl viel höher.

  30. Blattkritik sagt:

    Meine Güte, was für eine akademische Diskussion das hier ist: Leute, die GGF hat und ebenso wie die CR nur verarscht und hingehalten! Das dürfen sich BR und Belegschaft nicht bieten lassen.

    Meiner Meinung nach reicht es nicht aus, wenn der Betriebsrat die Sitzung verlässt (Wer rausgeht, muss auch wieder reinkommen, sagte schon Herbert Wehner).

    Der Schmusekurs muss vorbei sein!

    Wie ist der BR eigentlich hinsichtlich seiner Ziele aufgestellt?
    Das alleinige Ziel muss doch sein, betriebsbedingte Kündigungen unter allen Umständen zu vermeiden.

    Das zweite nicht minder wichtige ziel ist es, menschenwürdige Arbeitsplätze zu bekommen: Was hat es noch mit Journalismus zu tun, wenn sechs bis acht Leute an Regio-Desks 50 bis 60 Seiten zusammenbraten? Nichts mehr. Wie sieht die Arbeitswelt eines WAZ-Mediengruppen-Journalisten in Zukunft aus?
    Wo bleiben kollegialer Austausch und Lernen voneinander, wenn künftig nur noch Mojos durch die Gegend sausen und mobil arbeiten. Gleiches gilt für die Bildredakteure, die bisher wegen ihrer vielen Außeneinsätze Gesicht der Redaktion und als Sensoren und ständige Informaten der Redaktionen unverzichtbar waren.
    Das wird alles zerschlagen. Damit wird der Untergang von Tageszeitung vorprogrammiert. Darüber muss auch gesprochen werden. Auch von Betriebsräten. Leute: Wehrt Euch! Gewerkschaften: Informiert! Betriebsräte: Denkt nicht nur eindimensional in Zahlen und Sozialplänen! Reitz: Hau endlich ab!

  31. ver.di-Mitglied sagt:

    Wenn Ihr nicht langsam kämpft – sprich für Euch selber streikt und schreibt – wird es keine Chance mehr für die 330 Arbeitsplätze geben. Aber Redakteure und Verlagsangestellte fühlen sich ja meistens berufen und sind nicht abhängig Beschäftigte. In eigener Sache steckt Ihr den Kopf in den Sand und sonst macht Ihr Meinung für die ganze Republik!

  32. ver.di-Mitglied sagt:

    P.S. Für die Durchsetzung eines Tarifvertrags zur Beschäftigungssicherung darf man zum Streik aufrufen! Es müssen natürlich alle mitmachen. Aktionen vor den Geschäftsstellen und Redaktionen können und sollten nicht durch Hauptamtliche von dju, ver.di und DJV ausgeführt werden. Dort muss der Leser seinen Redakteur oder die Kollegin Verlagsangestellte erkennen können. Die Gewerkschaften können solche Dinge nur begleiten. Aktiv muss das einzelne Mitglied werden!!!

  33. Ein Sauerländer sagt:

    Schon seit einigen Wochen müssen wir im Kreis Olpe mit stark abgespeckten Ausgaben von WP und WR leben. Schon davor waren die Lokalteile, vergleicht man diese mit Zeitungen andererer Regionen, alles andere als vorzeigbar.
    Was aber zur Zeit abgeht, ist eine Verdummung der Leser. Der überregionale Sport wird gekürzt, dafür gibt es den Lokalsport direkt auf der zweiten Sportseite.
    Ein eigenes (übersichtliches) Buch as Lokalteil gibt es auch nicht mehr. Kann durchaus sein, ich finde meine zweite Seite Lokales irgendwo im letzten Buch zwischen Kultur und Anzeigenteil.
    So etwas funktioniert halt da, wo ein Monopolist am Werke ist. Hoffentlich werden die Kolleginnen und Kollegen der Siegener Zeitung wach und mischen den Kreis Olpe ordeentlich auf.
    Und dann gibt es ja noch den SauerlandKurier. Ein gutes und informatives Anzeigenblatt, welches der WAZ-Gruppe im Sauerland und Siegerland seint nunmehr 25 Jahre die Zähne zeigt.
    Mal schauen was passiert, wenn es nur noch die Westfalenpost gibt im Kreis. Die Westfälusche Rundshau wir ihre Lokaredaktion ja mit Sicherheit zu Grabe tragen. Und damit auch die Kollegen, die seit 40 Jahren und mehr viel Einsatz die WR-Fahne gegen eine übermächtige WP hoch gehalten haben.

  34. downunder sagt:

    @ver.di-Mitglied: Gute Vorschläge – allein mir fehlt der Glaube. Die Hoffnung in die Kampfbereitschaft von Redakteuren habe ich fast aufgegeben. Leider fühlen sich viel zu viele Kollegen eher als Künstler denn als Arbeitnehmer. Sie können ausführlich über die Arbeitswelt berichten, aber beim Einsatz für die eigenen Belange hört es meist auf. Was ist denn mit den Kollegen, die bei den letzten Versammlungen vorzeitig vom Acker machten und dienstbeflissen in die Redaktionen eilten, um noch eine vollständige Ausgabe zu machen? Was ist mit denen, die beim letzten großen Streik unsere Ziele verraten und in fleißig in den Redaktionen gearbeitet haben? Und was ist mit denen, die sich hier im Blog seit Wochen und Monaten in Selbstmitleid ergehen, aber den Arsch nicht hoch bekommen?
    Die Ansätze von Aktionismus kommen reichlich spät, zu spät. Die Geschäftsführung hat ihr abgekartetes Spiel von Anfang an durchgezogen – und die Betriebsräte haben zu lange gute Miene zum bösen Spiel gemacht und geglaubt, ihre Konzepte würden beachtet. Das war aber alles Arbeit für die Tonne. Besser hätte man von Beginn an einen harten Kurs gefahren. Ich kriege noch das Kotzen, wie sich am 5.12. in der Lichtburg alle haben einlullen lassen.
    Jetzt ist der Zug abgefahren – und er wird mächtig vor die Wand knallen. Und der aktuelle Stellenabbau wird nicht der letzte gewesen sein. Das sollten auch jene Kollegen wissen, die auf vermeintlich „sicheren“ Stellen sitzen und deshalb glauben, sich jegliche Solidarität sparen zu können.
    Ach ja, Solidarität. Die habe ich schmerzlich vermisst. Schon in der Nachbarstadt interessiert es die auf sicheren Stellen sitzenden Kollegen nicht mehr, was aus ihren Kollegen ein paar Kilometer weiter wird, deren Redaktion geschlossen wird. So nach dem Motto: Jeder ist sich selbst der Nächste.
    Deshalb bezweifle ich, ob man in der gegenwärtigen Atmosphäre von Unsicherheit und Halbinformation geschlossen zu Kampfmaßnahmen findet. Schön wäre es, doch da sind wir wieder bei den „Arbeitnehmer-Qualitäten“ von Journalisten. Ist leider so.

  35. Norbert sagt:

    Ich bin gerade über einen Bericht auf http://www.bo-alternativ.de auf diesen Blog gekommen. Mich erschüttert die Überschrift: „Sparziel neu gesteckt: Jetzt 330 Stellen“. Der Begriff „Sparziel“ ist der euphemistische Kampfbegriff der Konzernleitung. Journalist-inn-en, die so einen Begriff unkritisch übernehmen und nicht von Stellenkürzung oder -vernichtung oder von Entlassungen schreiben, dürften kaum eine Chance haben, sich zu wehren. Schön dass wenigstens „freigesetzt“ in Anführungszeichen gestellt wurde.

  36. Klartext sagt:

    @ Ein Sauerländer: Da schreibst du aber reichlich wirres Zeug.
    1. Die Lokalteile sind in den vergangenen Wochen nicht abgespeckt, sondern eher ausgeweitet worden – auf Kosten von Mantelseiten.
    2. Dass Lokalseiten aus dem lokalen Buch ausgelagert werden, ist die absolute Ausnahme.
    3. Eingangs schreibst du, die Lokalteile von WR und WP seien alles andere als vorzeigbar und am Ende lobst du den Einsatz der WR-Redaktion. Was denn nun?
    4. Der Sauerlandkurier als gutes Blatt? War vielleicht mal ansatzweise so, ist es aber lange nicht mehr.
    5. Die Siegener Zeitung soll den Kreis Olpe aufmischen? Mit ellenlangen Berichten von jeder Katzenkirmes oder was?

  37. downunder sagt:

    Kress und Kölner Stadtanzeiger berichtenn, 200 Kollegen hätten bereits Altersteilzeit oder Aufhebungsverträge vereinbart.
    http://www.kress.de/cont/story.php?id=126730
    http://www.ksta.de/html/artikel/1234873763335.shtml

    Ist mal wieder interessant, dass man so etwas aus anderen Medien erfährt und nicht im eigenen Laden.

  38. WPler sagt:

    Warum werden die WP-Kollegen in Warstein verschont, wenn Soest und Werl geschlossen werden? Oder ist das nur Hinhaltetaktik, um einen Komplettrückzug aus dem Kreis Soest zu verschleiern? In Warstein verliert die WP doch schon seit Jahren und die WR ist schon lange weg.

  39. Mitbestimmung sagt:

    Malte Hinz hat dem Magazin MITBESTIMMUNG ein Interview gegeben, in dem er auch zu den Sparplänen Stellung bezog. Wenngleich sich das noch deutlich optimistischer liest…

    Download unter:

    http://www.schmitz-kuhl.de/fileadmin/user_upload/Interviews/Medienkrise.pdf

  40. […] Einen Kampfblog mit dem Namen Medienmoralnrw möchte ich als Zeichen meiner Solidarität noch verlinken. er hat sogar einen […]

  41. Alamo sagt:

    Hat schon jemand überlegt, wie beispielsweise künftig vier Leute aus dem Siegerland mit den Städten Siegen, Hilchenbach, Netphen, Kreuztal, Freudenberg und den Gemeinden Wilnsdorf, Burbach und Neunkirchen einen Lokalteil liefern sollen? Ganze vier Figuren machen Lokalseiten und Sport aus einem 270000-Einwohner-Gebiet für WR und WP? Was wird das für eine Zeitung?

  42. 1000 Fragezeichen sagt:

    @Alamo: Fragen über Fragen! Aber mal ehrlich, ist denen doch egal. Wenn die Zeitung katastrophal wird und die Abozahlen in den Keller rauschen, dann wird eben auch Siegen und Umgebung eingestampft…. Merke: Es gibt keinen Skrupel mehr!

  43. […] Einen Kampfblog mit dem Namen Medienmoralnrw möchte ich als Zeichen meiner Solidarität noch verlinken. er hat sogar einen […]

  44. tippse sagt:

    @Tacheles: Ja, ich finde es gut, dass Frau Borchert sich hier äußert. Ich fände es noch besser, wenn sich mein eigener Chefredakteur daran ein Beispiel nähme.

    Ich bin keine Freundin von blindem Aktionismus. Die Umstrukturierung, die ich für falsch halte, werden wir nicht verhindern können. Wenn die GF eine Redaktion in XY schließen will, dann macht sie es. „Sichere“ Arbeitsplätze gibt es nicht, wenn sich jeder neu auf seine/ihre Stelle neu bewerben muss, wobei ich die Gewerkschaften bitte, einmal zu prüfen, ob das überhaupt zulässig ist. Darf meine Stelle, die ich besetze, überhaupt neu ausgeschrieben und neu besetzt werden, obwohl ich noch weiter im Betrieb bin und auch in meiner Redaktion auf meiner Stelle bleiben möchte?

    Was wir versuchen müssen, zu verhindern, sind betriebsbedingte Kündigungen. Dafür sind mir viele Mittel recht. Druckmittel. Streikmittel. Beispielsweise. Mir fällt noch mehr ein…

  45. Gerd N. sagt:

    @tippse: „Mir fällt noch mehr ein…“ Langsam im eigenen Medium ‚mal etwas Öffentlichkeit herstellen, wenigstens so für den Anfang? Nicht nur immer die Seiten zutexten mit Stellenabbau bei GM und Opel, sondern auch ab und zu über die WAZ-Axt berichten?

  46. fiftyruhr sagt:

    Die Gewerkschaften warten wohl auf eine entsprechende breite Kampfbereitschaft in den Redaktionen.
    Klare Worte in einer Pressemitteilung des DJV:
    http://www.djv.de/SingleNews.20+M5baed1f19b2.0.html

  47. downunder sagt:

    @Alama: Das wird dann bestimmt Qualitätsjournalismus a la Reitz und Hombach. Siegen mit vier Leuten kann man vergessen – da ist der Fall der ohnehin bescheidenen Auflagenzahlen gegen 0 vorprogrammiert.
    Und auch Hagen mit 4 Leuten wird nicht laufen.
    Kurz- bis mittelfristig wird es wohl so sein, dass sich die WAZ ganz aus den Außenbereichen des Verbreitungsgebietes zurückziehen und sich aufs Ruhrgebiet beschränken wird. Das spart durch kurze Vertriebswege Kosten. Und den maßgebenden Leuten geht’s ja schließlich nur um Geld. Dann ist auch die WAZ-Einheitszeitung nicht mehr weit, denn das mit Content-Desk und Titelredaktionen ist sicher keine Lösung für die Ewigkeit. Und wie lange die WP noch ihren Spezialweg „Heimatzeitung“ machen darf, sei auch mal dahingestellt. Wahrscheinlich so lange, bis Zapp in Rente geht …
    Alles nur noch schlimm.

  48. Katharina Borchert sagt:

    @Tacheles Natürlich kann man mit mir reden. Ich habe schon bei Betriebsversammlungen geredet und werde das auch gerne wieder tun, wenn man mich einlädt (ist ja nicht „meine“ Betriebsversammlung also fände ich es anmaßend, uneingeladen zu kommen).

    @waz-mann Laut Aussage von Schickler sind die Fotografen in der neuen Zahl von 330 eingerechnet. Wenn man sich da jetzt auf eine feste Weiterbeschäftigung einigt, und danach sieht es zum Glück ja aus, sinkt die Zahl entsprechend.

    @tippse Wir kennen uns? Wie gut dass ich nicht paranoid bin 😉

  49. usch sagt:

    Warum werden die WP-Kollegen in Warstein verschont, wenn Soest und Werl geschlossen werden?

    Hey WPler – denk mal, du wärst Teil einer Wette in der zwei Herausgeber 5 Euro setzen, dass irgendwann einer mit der Zerfleischung anfängt… also mir würde das Angst machen, dass ich so kalkulierbar wäre.

    Freu dich doch für die Kollegen – ich würde mit denen nicht tauschen wollen!

    Also weiter: Solidarität!

    Grüße usch

  50. Gerd N. sagt:

    @tippse „Dafür sind mir viele Mittel recht. Druckmittel. Streikmittel. Beispielsweise. Mir fällt noch mehr ein…“
    .
    Jetzt bekommen die drei Waz-Äxte in Essen aber ganz schreckliche Angst. Da droht jemand, der bereits Manschetten davor hat, im eigenen Medium die Öffentlichkeit zu informieren, mit einem wilden Streik. Na prima, das passt ganz gut. Da wandeln wir doch gleich die betriebsbedingten Kündigungen in fristlose Kündigungen um. Spart einen Haufen Geld.
    .
    Andererseits: So, wie das in den letzten Monaten gelaufen ist brauchst Du Dich vor „blindem Aktionismus“ bestimmt nicht zu fürchten. Die Gefahr, dass einer aufsteht und laut protestiert, besteht nicht. Was man auch gut daran ablesen kann, dass die große Betriebsversammlung nach einem kleinen Hinweis der GGF schleunigst abgesagt wurde. Nicht, dass da am Ende noch einer etwas gegen die „Sparmaßnahmen“ sagt.
    .
    In diesem Sinne: Mahlzeit! Und, natürlich: Der Letzte macht das Licht aus!