16.04.2010
Wer schürt hier Angst?
In einem offenen Brief hat der stellvertretende Chefredakteur der Westfälischen Rundschau, Frank Fligge, dem DJV vorgeworfen, die Angst unter den Beschäftigten der WAZ-Mediengruppe zu schüren. Fligge, der in diesem Brief den Wechsel seiner Mitgliedschaft von DJV zu dju in ver.di mitteilte, nimmt den Bericht “Redaktionsschluss im Sauerland” in der April-Ausgabe des journalist (Herausgeber DJV-Bundesverband) zum endgültigen Anlass für Schritt. Er schreibt u.a.:
” [...]Richtig ist, dass viele Beschäftigte der WAZ-Mediengruppe Angst haben – weil der DJV Angst mit solchen, ganz und gar unjournalistischen und tendenziell polemischen Berichten seit vielen Monaten immer wieder schürt. Was glauben Sie wohl, was ein solcher Artikel in der WR-Belegschaft anrichtet, die nach der schwierigsten Phase in der Geschichte dieser Zeitung allmählich wieder Vertrauen fasst und Sicherheit zurückgewinnt?! Vielleicht sollten Sie als Gewerkschafter sich auch darüber einmal Gedanken machen. Als stellvertretender Chefredakteur, der in den zurückliegenden 17 Monaten hart daran mitgearbeitet hat, dieser traditionsreichen Zeitung eine Zukunft zu eröffnen, habe ich nicht länger Lust, mir die zarten Erfolge von Gewerkschaftsdogmatikern kaputt machen zu lassen.[...]
“Diese Wertung ist menschlich verständlich, geht aber an der Sache vorbei”, so der Vorsitzende des DJV-Landesverbandes NRW, Helmut Dahlmann. Er erinnert an die Aussage des Vertreters der Beratungsfirma Schickler am 5. Dezember 2008 in der “Lichtburg” in Essen, dass eine aus “rein betriebswirtschaftlicher Sicht nahe liegende Option” gewesen sei, die Redaktion der Westfälischen Rundschau aufzugeben. Genau diese Aussage hätten noch viele Kolleginnen und Kollegen in den Ohren. Bis heute habe es keine “Entwarnung” gegeben. “Im Gegenteil”, sagte DJV-Hauptgeschäftsführer Kajo Döhring: “Die Firma Schickler werkelt weiter im Hause. Und noch vor wenigen Wochen machte eine Mail der Personalabteilung die Runde, bei NRZ und Rundschau gebe es noch insgesamt 21 Stellen zu viel. Wer also schürt hier Angst?”
Da lache ich mir nen Ast. Das hat aber lange gedauert bis der Kollege Fligge dem Werben seines Chefredakteurs erlegen ist in die dju einzutreten. Dass er es aber auf diese plumpe Tour der Anbiederung ( Geschäftsleitung ) tut, ist erbärmlich. Da hört man förmlich den WAZ-Ton des Unternehmenssprecher. Dass der DJV die Angst schürt, ist absurd. Dafür hat spätestens die WAZ-Geschäftsleitung und Schickler in der Betriebsversammlung kurz vor Weihnachten im Essener Saalbau gesorgt. Fligge war ja selber dabei. Sein Gedächtnisschwund ist erstaunlich. Na klar haben wir bei der WR Angst. Das geht nun aber schon seit etlichen Jahren so. Dass er aber auch noch die jetzige Arbeitssituation und die sogenannte WR- Eigentsändigkeit schön redet, ist ungeheuerlich. Aber vielleicht muß man so denken, wenn man in die Chefredaktion gerutscht ist. Als dju-Mitglied begrüße ich diesen “Kollegen” nicht.
[...] DJV-Bundesverband) zum endgültigen Anlass für Schritt. Er schreibt u.a.: … weiter medienmoral Tags » WAZ « Trackback: Trackback-URL | Feed zum Beitrag: [...]
Die einen schmeißen hunderte Menschen raus – andere berichten darüber. Wer schürt hier eigentlich was?
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Klar muss sich ein stellvertretender Chefredakteur mit den Zielen seines Unternehmens identifizieren – journalistische Urteilsfähigkeit an der Abendkasse abgeben ist allerdings nicht gemeint.
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Die WR haben Schrotthofer und Schickler auf dem Gewissen. Keinesfalls der DJV.
Nein, sowas aber auch. Es ist ja auch ganz und gar unjournalistisch, wenn der DJV, der “journalist” und viele Insider in diesem Blog polemisch darüber berichten, wie mies das Arbeitsklima geworden ist, wie die WP an ihrem Traditionsstandort dichtgemacht wird und im Gegenzug die Mendener Zeitung, wie Auflagen in den Keller gerauscht sind, wie GGF und Schickler offen mit der Schließung der WR gedroht haben und unter welchen unwürdigen Umständen altgediente Kollegen von der CR “verabschiedet” (eben nicht, das hatte der “Kollege” Hinz verboten) wurden, und, und, und…
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Lieber Frank Fligge, darf ich Dir einen Vorschlag machen? Lasse WAZ-intern die Web-Adresse http://www.ivw.eu blockieren. Was da zu lesen ist, sieht nämlich einfach sch….. aus. Polemik eben.
Lieber Malte Hinz,
Dein Stellvertreter ist doch wohl durchgeknallt! Wenn er denn den DJV verlassen will und in Deine dju eintreten will, ist das seine Sache. Wenn er jetzt aber den DJV dazu als Alibi benutzt, ist das einfach nur schäbig und eines Mitgliedes der WR-Chefredaktion unwürdig. Erinnere Dich, dass dju und DJV seit vielen Jahren unsere Arbeitnehmerinteressen gegenüber der WAZ-Geschäftsleitung gemeinsam und einvernehmlich vertreten haben.
Ich habe mir den Artikel im “journalist” mal genauer durchgelesen und nichts gefunden, was nicht schon seit langem bekannt ist, die besagten Spatzen von den WAZ-Dächern pfeifen. Die Entwicklung zur Monopolisierung im WAZ-Medienbereich läuft doch nun schon seit Jahren, Absprachen unter den Verlagen werden als Gerüchte abgetan, die geschaffenen Fakten sprechen eine andere Sprache. Etliche dieser sogenannten Gerüchte haben sich nun ja auch schon als Fakten herausgestellt. Wer weiß das besser also Du Malte.
Nimm Dir Deinen Stellvertreter mal zur Brust. Sein Verhalten läßt mich auch journalistisch an seiner Kompetenz zweifeln. Mit Verlaub: So dämlich und durchsichtig wie seine Argumentation läuft, verwechselt er ( wohl gewollt ) Ursache und Wirkung. Angst schürt der WR gegenüber seit vielen Jahren die WAZ-Geschäftsleitung. Erinnere Dich Malte. Schon Geschäftsführer Grotkamp hat bei WR-Betriebsversammlungen mit den roten Zahlen bei der WR die mögliche Schließung an die Wand gemalt.
Fligges Verhalten dient nun weiß Gott nicht der Stärkung , der Glaubwürdigkeit der WR-Chefredaktion. Er hat ein wunderschönes Eigentor geschossen! Vielleicht erinnert sich die Geschäftsleitung einmal an dieses Wohlverhalten, wenn es um die WR noch ernster wird. Ich hoffe, es gibt diese Situation nie!
Ein alter Weggefährte
Unser lieber Frank hat also den Schuldigen am Niedergang gefunden: die böse, böse Gewerkschaft. Da will sich jemand wohl schon den Persilschein ausstellen für die Zeit nach Hinz und vor allem nach der WR – entweder irgendwo in der WAZ oder wieder bei Lensing-Wolff.
Ist mir schlecht.
Zitat Fligge: “…habe ich nicht länger Lust, mir die zarten Erfolge von Gewerkschaftsdogmatikern kaputt machen zu lassen.”
Mir kommen die Tränen. Wie konnte der DJV nur auf den zarten Pflänzchen herumtrampeln?
Er will s i c h die Erfolge nicht kaputt machen lassen. Interessantes Detail, verräterischer Ausdruck eines selbstbezogenen Karrieristen.
“…habe ich nicht länger Lust, mir die zarten Erfolge …”
Frank, Du brauchst Hilfe.
[...] WAZ: Wer schürt hier Angst?…Medienmoral NRW [...]
Zarte Erfolge? Na, wo denn?
Auflagen im freien Fall.
Arbeitsklima dank der Desk-Strukturen bei gefühlten minus 20 Grad.
Lieber Frank,
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ich weiß gar nicht mehr, ob Du damals noch dabei warst, bei jener denkwürdigen Versammlung am 11. 11. 2008 in der “Lichtburg”. Vielleicht warst Du ja auch zufällig gerade draußen, als es drinnen unverhohlene Drohungen nur so hagelte. Vielleicht hast Du Dich vor der Tür schon warmgelaufen für Deinen Aufstieg, als drinnen der Schickler-Lafrenz und Ulrich Reitz in Vertretung der GGF die Zukunft rabenschwarz malten, nach Wochen der gezielten Verunsicherung durch Interviews in anderen Medien. Zitat? “Aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht war es eine naheliegende Option, die WR zu schließen!”
Vielleicht warst Du einfach in einem anderen Film. Wie auch immer, Du kannst es noch einmal nachlesen. Nein, nicht im Archiv der WR, auch nicht in dem anderer WAZ-Blätter. Die haben damals natürlich nicht berichtet. Das trübt ein, zwei Jahre später natürlich die Wahrnehmung enorm, wenn man sich auf solche Quellen beschränkt.
Nimm also einfach die Süddeutsche, zum Beispiel, und lies nach, was Nienhaus, Reitz und Konsorten über Monate mit ihrer Zermürbungs- und Verunsicherungstaktik angerichtet haben – einen tief sitzenden, dauerhaften Vertrauensverlust in der gesamten Belegschaft. Oder guck ‘mal hier: http://www.medienmoral-nrw.de/wp-content/uploads/2008/12/jour0812_s20-s24_x3.pdf. Ist allerdings der böse “journalist”, den liest Du ja jetzt nicht mehr. Ist aber auch schwierig, so mit dem Kopf im Sand…
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Ein langjähriger Kollege
@Der Stellvertreter. Und wenn es mit der Karriere nach der WR dann doch nicht so klappt, dann gibt’s eben Rechtsschutz “seiner” Gewerkschaft. Fligge wird schon wissen, warum er sich doppelt absichert…
Als ehemaliges Betriebsratsmitglied wundere ich mich, dass der WR-Betriebsrat noch nicht geräuspert hat. Wenn denn der djv so sehr in den letzten Monaten die Angst unter den WR-Redakteuren geschürt hat wie es in der Wahrnehmung von Hern Fligge stattgefunden haben soll, so wäre es die Pflicht des BR sich schnellstens zu äußern. Da es bisher nicht passierte, gehe ich davon aus, dass Herrn F. Wahrnehmung stark getrübt ist oder er ganz andere Beweggründe für seinen Seitenwechsel hat.
Vielleicht hat sein Boss Malte Hinz ihn zum Wechsel der Gewerkschaft überredet. Wäre doch naheliegend. Und mit dem Getöse beim Wechsel kann man von anderen Sachen ablenken: “Haltet den Dieb!”
Schon schade, dass dieselben Kollegen, die sich bei mir darüber beschweren (übrigens zu Recht, wie ich finde), dass ihre Artikel auf derwesten.de anonym kommentiert werden dürfen, auf dieser Seite nicht nur anonym kommentieren, sondern unter dem Deckmäntelchen des Nicknames sogar persönlich verunglimpfen.
Ihr dürft mich gerne anrufen. Tel.: 0231/9573-1253. Frau Wieland stellt durch.
Ich freu’ mich auf viele Gespräche.
Mit kollegialem Gruß, Frank Fligge
Hallo Frank,
leider keine Zeit. Muss morgen schon mit den Besitzerfamilien Kaffee trinken, um sie darüber zu informieren, dass ich mit ihren Handlungen absolut nicht einverstanden bin.
Wie gut, dass offene Meinungsäußerungen innerhalb der WR immer schon ausdrücklich erwünscht waren und stets zu beruflichem Aufstieg führten.
Genau. Statt sich den Argumenten zu stellen, gibts die Einladung zum Abwatschen unter vier Augen.
Sensationelle Idee – das mit den Sachargumenten. Sobald hier das erste auftaucht, stelle ich mich gerne.
Lieber Frank Fligge,
wenn du die anonymen Kommentare unter den Artikeln im Westen auch nicht gut findest, dann setz’ dich doch dafür ein, dass es anders gemacht wird. Die Position dafür hast du ja jetzt. Oder gibt es dann statt Süßem richtig Saures von oben?
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Wenn ich stellv. CR wäre, würde mir dieses Stimmungsbild übrigens zu denken geben. Es ist naiv zu glauben, dass jeder in dein Büro kommt und ehrlich sein Herz ausschüttet, wenn ihm etwas stinkt. Und in dem Laden stinkt es gewaltig – allerdings Schicklers Strukturen sei dank.
Ach ja, Sachargumente: Frage: Warum arbeiten wir nicht bei selbem Personalbestand lieber mit Producern in den Lokalredaktionen und stärken so das Lokale und die Kompetenz vor Ort? Warum arbeiten wir stattdessen bei selbem Personalbestand mit zentralistischen Desks, verplempern einen Großteil unserer Zeit mit aberwitzigen Absprachen, erzeugen Frust, machen keine bessere Zeitung, lassen sich die Deskler wie chinesische Fließbandarbeiter fühlen, lassen sich die Reporter wie unkompetente Content-Äffchen vorkommen? Weil Schickler keine Ahnung hatte und keiner dagegen aufbegehren darf?
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Ich nehme mal die Antwort vorweg, weil sie wieder so frustierend und geschliffen-staatstragend sein wird. Sie wird in etwa lauten: Durch die Desk-Strukturen ist es uns möglich eine bessere Zeitung zu machen, die klare Trennung ermöglicht mehr Recherche vor Ort, blablabla. Nur wahr ist davon nichts. Es ist ein Irrwitz, wieviel Zeit die Absprachen auffressen in so einem System und wieviel positive Energie verschleudert wird. Mit Producern vor Ort wären wir dagegen schlagkräftig.
Zitat “Richtig ist, dass viele Beschäftigte der WAZ-Mediengruppe Angst haben – weil der DJV Angst … schürt.”
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Herr Fligge, Ihre Antworten erstaunen sehr. Da schrieben Sie einen “offenen” Brief, in dem Sie versuchen, der Gewerkschaft die Schuld an der tatsächlich von der GGF und Schickler seit langem versrursachten katstrophalen Stimmungslage zuzuschieben.
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Sie sprechen von “zarten Erfolgen”, während noch vor kurzem eben diese GGF mit Schickler feststellte, dass bei der WR weitere Redakteursarbeitsplätze entfallen müssen, was, Ihrer Lesart zufolge, natürlich nur dann Angst erzeugt, wenn darüber in fremden Publikationen berichtet wird. Sie sprechen in entlarvendem Lapsus linguae, davon, dass *Ihnen* Erfolge kaputtgemacht werden. Sie begründen mit dieser kruden Argumentation Ihren Übertritt zu einer Gewerkschaft, die die Methoden der WAZ-GGF stets ebenso kritisiert hat wie die andere (und dies hoffentlich auch weiterhin zun wird) und die übrigens ebenfalls, und das aus gutem Grund, die Anonymität in diesem Blog ermöglicht.
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Und nun wundern Sie sich, dass zahlreiche Kolleginnen und Kollegen dies alles aufgreifen und sich über Ihre, gelinde gesagt, äußerst ungeschickte Vorgehensweise sehr wundern?
Eigentlich sollten Chefs wie Herr Fligge doch sehr froh darüber sein, dass sie durch die anonymen Kommentare in diesem Blog die wahren Ansichten ihrer Mitarbeiter erfahren und so zu einem realistischen Stimmungsbild gelangen können, statt sich von dauerndem, unterwürfigen Nach-dem-Mund-reden und scheinbar freundlichen Konferenzgesichtern täuschen zu lassen.
Neueste IVW-Daten, 1. Quartal 2010 (Quelle http://daten.ivw.eu),
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Entwicklung in den letzten drei Monaten:
Dortmund (WR+WAZ): Druckauflage -2.66%, Verbreitung -2.34%, Verkauf -2.23%, Abonnement -0.67%.
Hagen-Hohenlimburg: Druckauflage -6.00%, Verbreitung -5.48%, Verkauf -1.71%, Abonnement -0.67%
Siegen 182 (WP+WR). Druckauflage -6.11%, Verbreitung -5.92%,
Verkauf -3.95%, Abonnement -1.28%
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Im Jahresvergleich Vergleich verloren Dormund bei der Druckauflage -5.61%, Hagen -3.96% und Siegen -13.29%.
Für WAZ-Medien-G Siegen 182 (WP+WR), wo die Chefredaktion mit der Umbenennung der WR und dem Austausch der Redaktionsleitung besonders stark eingriff, lässt sich außerdem noch folgender Vergleich aufmachen:
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Vom 1. Quartal 08 bis 1/09 – vor der Umstruktierung, vor Schickler, vor der Zusammenlegung, vor der Umbenennung in “Siegener Rundschau”, vor der neuen Redaktionsleitung, vor der neuen Chefredaktion: ein Druckauflagenverlust von -3.80 Prozent.
Vom 1.Qartal 09 bis zum 1. Quartal 10 – mit neuer Struktur, mit neuem Namen, mit weniger Kollegen, neuer Redaktionsleitung und neuer Chefredaktion: ein Druckauflagenverlust von -13,29 Prozent!
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Es bedarf schon einer gehörigen Portion Chuzpe, eine Steigerung der jährlichen Verlustrate um knapp 10 Prozent noch als “zarten Erfolg” verkaufen zu wollen. Nun ja.
Man möchte Frank zurufen “si tacuisses”. In Dortmund stieg die Verlustquote bei der Druckauflage im Vergleich zum Vorjahr um knapp fünf Prozent. Zarter Erfolg?
Frank Fligge am 20.04.2010 um 07:20: “Sensationelle Idee – das mit den Sachargumenten. Sobald hier das erste auftaucht, stelle ich mich gerne.”
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Wohlan, jetzt liegen also Zahlen auf dem Tisch. Definiere “Erfolge”!
Na prima,
das sind doch mal ein paar Aspekte, auf die man eingehen kann, um vielleicht zur Versachlichung beizutragen.
Lasst mich aber eines noch vorweg schicken: Ich wundere mich schon sehr, dass in diesem Forum von Journalisten für Journalisten kein Journalist mal auf die Idee kommt, sich kritisch auseinanderzusetzen mit der journalistischen Fehlleistung im aktuellen “journalist”. Ich möchte die Passage, um die es geht, wirklich noch einmal zitieren. Da heißt es:
“Nach dem Ende der MZ wächst gerade bei den WAZ-Beschäftigten die Angst. Gilt doch vor allem der Bestand der Westfälischen Rundschau in Dortmund, der Schwesterzeitung der WP, als ungewiss. Auch sie ist die kleinere von zwei Lokalzeitungen in einer Stadt. Die größere sind die Ruhr Nachrichten, die jetzt schon davon profitieren, dass die WR immer mehr redaktionellen Inhalt aus den übrigen Blättern ihrer Gruppe übernimmt.”
Das Einzige, was daran stimmt, ist der Hinweis darauf, dass die WR in Dortmund kleiner ist als die RN. Alles andere ist gequirlter Unsinn – vor allem aber sind es Behauptungen und Spekulationen ohne jeden Recherchehintergrund. Will sagen: Wenn Euch ein freier Mitarbeiter einen solchen Text anbietet, werdet Ihr ihm (hoffentlich) sagen, dass er seiner Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist.
Zu den Anmerkungen von “roterhahn”: Gegen die anonymen Kommentare auf derwesten.de argumentieren Malte Hinz und ich, seit dem Tag, an dem wir in die Chefredaktion der WR berufen wurden. Mit der alten Chefredaktion des Portals war darüber aber nicht zu reden. Jetzt, da diese Diskussion aus den USA nach Europa schwappt und erste deutsche Verlage Konsequenzen ziehen, wird das Thema auch bei uns diskutiert.
Was die Deskstrukturen betrifft: Ja, da könnte ich jetzt länglich und flächendeckend referieren, und in der Tat würde vermutlich Manches gebetsmühlenartig klingen. Deshalb lasse ich das und verweise lediglich auf unseren RegioDesk für den Märkischen Kreis in Lüdenscheid, der lange vor Malte Hinz und mir, lange vor Frau Lenzer und lange vor Schickler noch von Klaus Schrotthofer eingerichtet wurde. Dieser Desk belegt Tag für Tag sehr eindrucksvoll den journalistisch-inhaltlichen Wert dieser Organisationsform. Er hat gemeinsam mit den angeschlossenen Lokalredaktionen Qualitätsstandards entwickelt und gewährleistet deren Einhaltung. Er sorgt für ein Layout aus einem Guss, was insbesondere deshalb wichtig ist, weil die Ausgaben des Märkischen Kreises zahlreiche Mitnahmeseiten untereinander austauschen. Er deckt den Spätdienst für alle Redaktionen ab. Er sichert Themenplanung, Themendurchlässigkeit und -umsetzung ab. Der Desk produziert erstklassige Kreisseiten, die nicht ein “Best of” der Lokalausgaben darstellen, sondern exklusive, aber für alle angeschlossenen Redaktionen relevante Themen präsentieren. Der Desk baut einmal in der Woche eine Kreis-Jugend- und einmal eine Kreis-Kinderseite. Der Desk ist so organisiert, dass in den Lokalredaktionen (in der Regel – Ausnahmen gibt’s natürlich) kein (!) Redakteur mehr am Wochenende Dienst schieben muss. Der Desk erstellt Themenlisten für die Mantelredaktion und hält den Kontakt zum Mantel. Und, und, und – ich könnte diese Liste nahezu endlos ergänzen, u.a. um den Aspekt Online. Wir haben an jedem RegioDesk Online-Redakteure, und nur die zentrale Organisationsform ermöglicht es, allen Lokalredaktionen Online-Unterstützung zu gewähren.
Ein Letztes noch zu der Behauptung, bei der WR müssten “weitere Arbeitsplätze wegfallen”. Verschiedene Medien haben in den zurückliegenden Wochen ähnlich berichtet: Bei WR und NRZ fielen “noch einmal” rd. 20 Arbeitsplätze weg. Das ist, entschuldigt die deutlichen Worte, vollkommener Mumpitz. An den Schickler-Sollzahlen hat sich nichts geändert. Richtig ist, dass WR und NRZ noch über diesen Zahlen liegen, während die WP im Soll liegt und WAZ/ContentDesk Stellen besetzen können. Dazu gab es in den letzten Wochen und wird es in den nächsten Wochen und Monaten Ausschreibungen geben, auf die sich WR-Kolleginnen und -Kollegen in der Vergangenheit schon beworben haben und künftig bewerben werden. Das ist exakt das zwischen Personalmanagement und Betriebsräten vereinbarte Prozedere.
So weit, so sachlich. Ich wünsche noch einen angenehmen Tag.
Auch wenn ich Herrn Fligges Interpretation des Wortes Erfolg, zumindest nach dem, was öffentlich erkennbar ist, nicht zu teilen vermag – in einem Punkt muss ich ihm doch recht geben: Es ist meistens besser, negative Entwicklungen und Probleme im internen Kreis zu besprechen.
Nur hat er dies, als er in seinem offenen Brief Gewerkschaftskolleginnen und -kollegen als “Dogmatiker” verunglimpfte, selbst am wenigsten berücksichtigt und deshalb die öffentlichen Reaktionen provoziert. Wenn ich mir die Entwicklung dieser Diskussion ansehe, wäre es auch hier im Interesse der Zeitung insgesamt besser gewesen, sich jene Zurückhaltung aufzuerlegen, die einer Führungsposition angemessen ist.
“Das Einzige, was daran stimmt, ist der Hinweis darauf, dass die WR in Dortmund kleiner ist als die RN. Alles andere ist gequirlter Unsinn”.
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Lieber Frank, da liegst Du falsch, und das weißt Du auch. Es ist kein Unsinn, dass der Bestand der WR gefährdet ist, denn nach dem von Schickler mehrfach angesprochenen Schließungsplan gab es keine Bestandszusage, abgesehen davon, dass Malte einmal in einem Interview sinngemäß sagte, er sei sonst wohl nicht CR geworden.
Dass sich der Grad von “Angst” nicht objektiv recherieren lässt, weisst Du ebenso wie ich. Aber Du weißt auch, dass sie da ist. Nur wurde sie nicht von Deiner ehemaligen Gewerkschaft geschürt und auch nicht von Deiner neuen, sondern, und das ganz gezielt, von den Herren Nienhaus und Reitz, und zwar über viele Monate hinweg.
Diese böse Saat ist aufgegangen. Allerdings nicht nur in der beabsichtigten Weise, dass viele alte Kolleginnen und Kollegen Aufhebungsverträge unterzeichneten. Sie wirkt auch bei denen nach, die geblieben sind. Dass in diesen Kolleginen und Kollegen die Angst wächst, wenn sie die aktuellen Zahlen sehen (auf die Du eleganterweise nicht eingegangen bist, um nicht in Widerspruch zu Deinem Wort von Deinen “zarten Erfolgen” zu geraten), wenn sie die Entwickung in Soest und Menden sehen, kannst Du nicht ernsthaft bestreiten. Falls doch, solltest Du vielleicht genauer hinhören oder auch lesen, was diese Menschen in diesem Blog darüber geschrieben haben. Das ist nicht “nichts”.
Wenn ich mich recht entsinne, bezieht sich der Bericht im “journalist” dazu auf dieses Blog und nennt es auch als Quelle. Das ist durchaus nicht unjournalistisch. Und wo Du es schon gerade ansprichst: Unjournalistisch war es, so gut wie nicht über die Sparmaßnahmen und Arbeitsplatzvernichtung zu schreiben. Unjournalistisch war es von der Chefredaktion, die Verabschiedung altgedienter Kollegen, die teilweise bis zu 40 Jahre bei der WR waren, zu verbieten, um eine entsprechende Veröffentlichung im eigenen Blatt zu vermeiden. Unjournalistisch war es, einen mutigen Redaktionsleiter zu schurigeln, der es dennoch wagte, seinen Lesern zu sagen, warum nun altbekannte Gesichter im Blatt fehlen werden.
Tu’ uns allen deshalb einen Gefallen: rede Du nicht mehr von journalistischer Sorgfaltspflicht.
medienmoral-nrw.de bleibt nicht alleine in der Bloggersphäre. Inzwischen gibt es auch für die journalistischen Mitarbeiter der in Potsdam erscheinenden Märkischen Allgemeine einen eigenen Blog
http://www.dju-mazblog.de/
blog on, brisko
Ach so! Wenn es also journalistisch ist, sich auf Beiträge und Kommentare in einem Blog zu beziehen, die überwiegend anonym abgegeben werden, dann ziehe ich meine Kritik natürlich komplett zurück und melde mich an der JSR an, um unseren Beruf von Grund auf neu zu erlernen.
Da Du Dich schon selbst “Falsche Legendenbildung” nennst, würde ich gerne noch einer falschen Legendenbildung vorbeugen: Weder Malte noch ich haben je verboten, über den Abschied von Kolleginnen und Kollegen im Zuge der Restrukturierung zu berichten. Ganz im Gegenteil: Wo wir es zeitlich geschafft haben, sind wir sogar selbst zur Verabschiedung gefahren, um uns für die langjährige Mitarbeit zu bedanken. Es gibt haufenweise Fotos mit Malte und/oder mir, aber auch ohne uns, auf denen Kollegen für Leser erkennbar verabschiedet werden.
Wir haben in einem einzigen Fall interveniert, weil ein “mutiger Redaktionsleiter” meinte, sich selbst zum Abschied auf einer kompletten Lokalseite feiern zu müssen. Das hielten wir allerdings für eine maßlose Selbstüberhöhung, die am Leserinteresse meilenweit vorbei geht. Weitere Anmerkungen zu dem “mutigen Kollegen”, die ich durchaus gerne noch los würde, möchte ich mir an dieser Stelle verkneifen, weil sie den Kollegen identifizierbar machten.
“Bei WR und NRZ fielen “noch einmal” rd. 20 Arbeitsplätze weg. Das ist, entschuldigt die deutlichen Worte, vollkommener Mumpitz. An den Schickler-Sollzahlen hat sich nichts geändert. Richtig ist, dass WR und NRZ noch über diesen Zahlen liegen, während die WP im Soll liegt”
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Jaja, nur dürft ihr euch nicht über die Formulierung “noch einmal” wundern, wenn der Kopatzki so ‘ne Mail schickt, nachdem doch Hombach schon vollmundig verkündet hatte “Wir haben es geschafft” und Reitz ebenso vollmundig erklärt hatte, das Sparziel im redaktionellen Bereich sei erreicht: „Dieses Ding ist gelaufen“! Wenn der Kopatzki später schreibt, dass doch noch 21 zuviel sind, dann haben Hombach und Reitz eben vorher schlicht dummes Zeug geredet.
Wann gewöhnt ihr euch eigentlich endlich daran, dass ihr, die auf höheren Posten sitzt, euch an euren Worten messen lassen müsst?
Herr Fligge,
wenn ich für jedes Mal, bei dem sich ein Medium der WAZ-Gruppe auf unverifizierte Berichte in Blogs, Wikipedia und ähnlichen Internet-Quellen bezieht (ganz zu schweigen vom neuesten Versuch der Mediengruppe, nun offiziell Bürgerjournalisten zu etablieren) einen Euro bekäme, dann brauchte ich mir über meinen Ruhestand keine Sorgen mehr zu machen. Wenn Sie wollen, dann zitiere ich hier einmal einige solcher “Recherchen” aus WR-Ausgaben der jüngeren Zeit. Übrigens: “DerWesten” nutzt regelmäßig seine eigenen Blogs als Quellen, und in Lokalausgaben der WR findet sich das dann ebenfalls wieder. Beispiele gefällig?
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Meiner Meinung nach ist es unwürdig, wenn Sie weiter unterstellen, dass die Sorgen der Mitarbeiter, die in diesem Blog schreiben, unsinnig sind, nur weil diese Menschen in Angst um ihren Arbeitsplatz anonym bleiben. Und ja, es ist journalistisch vertretbar, ein Blog als Quelle zu nutzen, wenn man zugleich darauf hinweist, dass die Menschen dort anonym schreiben.
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Übrigens lassen sich auch Klarnamen in keinem Blog der Welt durch Journalisten verifizieren, denn in den wenigsten musss man sich registrieren. Oder würde es Ihnen weiterhelfen, wenn ich hier als, sagen wir, “Günter Hammer” auftreten würde? Dennoch werden Blogs von allen Medien regelmäßig als Quelle genutzt – nehmen wir nur einmal Berichte aus Ländern wie China oder Iran. Beispiele gefällig?
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Ohne dass ich jetzt ins huGo-Archiv gegangen wäre: Ich möchte wetten, dass Sie es auch bereits taten.
Fligge: “Wenn es also journalistisch ist, sich auf Beiträge und Kommentare in einem Blog zu beziehen, die überwiegend anonym abgegeben werden, dann ziehe ich meine Kritik natürlich komplett zurück und melde mich an der JSR an, um unseren Beruf von Grund auf neu zu erlernen”.
Zitat aus der Dortmunder WR vom 20. April: „Auch ein Vulkan kann uns nicht stoppen” schrieben die Reisenden vor wenigen Tagen in ihrem Blog http://www.knabensolisten.wordpress.com noch optimistisch.”
Schon angemeldet, Herr Fligge?
Frank,
die Tische binden enorm viel Personal, das sich letztendlich vor allem selbst verwaltet und in den Lokalredaktionen fehlt (natürlich auch und vor allem wegen Schickler). Spätestens wenn auch die Altersteilzeitler alle weg und die angeblich darüber hinaus überzähligen Stellen abgebaut sind, wird das Niveau der WR im Lokalen vollends ins Bodenlose sinken.
Vor Multicom wurde das Layouten und Meldungen bearbeiten nebenbei gemacht. Heute bindet es für jede Stadt eine Person am Tisch und eine vor Ort, die beide oft nichts anderes tun. Und das, obwohl copy and paste oft das mühsame Schreiben ganzer Seiten ersetzt, das Layout per Computer eigentlich doch viel schneller als mit Typometer gehen sollte und auch die stundenlange Dunkelkammerarbeit weggefallen ist.
Irgendwas läuft hier doch grundlegend falsch.
Das zeigen auch die Auflagenzahlen und die Stimmung im Laden.
Das wir ALLE Angst haben, ist doch kein Wunder. Mehr und mehr gibt es im Umland nur noch eine Zeitung. Und überall, wo es die kleine WR noch gibt, gibt es auch einen Mitbewerber.
Warum sollten die Verlage ausgerechnet hier anders agieren?
Egal, wen man spricht, alle reden von einer Frist von 5 Jahren für die WR – gezählt vom Herbst 2008.
Hallo Frank,
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ich finde es einfach entsetzlich, wie Du die bedrückte Stimmung in den WR-Redaktionen hier in Bausch und Bogen negierst. Wie im vorhergehenden Beitrag schon zu lesen ist: Wir haben a l l e Angst. Und das wird dadurch nicht weniger wahr, dass wir hier anonym schreiben. Die Angst ist vielmehr der Grund für die Anonymität. Wenn ich Deine Reaktionen hier betrachte, so ist das auch völlig berechtigt. Diese Angst gründet sich ganz sicher nicht auf ein, zwei Berichte in einem Gewerkschaftsmagazin. So viel Urteilskraft darfst Du Deinen Kollegen schon noch zutrauen.
Noch eines: Es stimmt doch, dass über die Restrukturierung, über Arbeitsplatzabbau und Sparmaßnahmen bei uns praktisch nicht berichtet werden durfte.
Frank, wir arbeiten in derselben Redaktion. Aber was die Wahrnehmung angeht, so leben wir offenbar auf sehr, sehr weit voneinander entfernten Planeten…
Ich hab’ mich vergangene Woche noch darüber gewundert, dass das ZDF im heute-journal berichtete, Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier hätten “ein neues Afghanistan-Mandat” gefordert. Hatten die nie getan, sondern vielmehr darauf hingewiesen, dass man wohl über ein neues Mandat nachdenken müsse, wenn die Bundesregierung nun fortwährend von “Krieg” spreche.
Binnen 24 Stunden wurden da die Tatsachen völlig verdreht – in diesem Blog reichen dafür 30 Einträge.
Liebe “Kollegin”, ich habe nie auch nur im Ansatz bezweifelt oder gar bestritten, dass WR-Kollegen Angst um ihre Jobs und ihre Zukunft haben. Ganz im Gegenteil war genau diese Angst ja der Grund dafür, dass ich den Offenen Brief an den DJV geschrieben habe. Da steht wörtlich drin, dass diese Angst vorhanden ist. Und ich habe vollstes Verständnis für jeden, der sich Sorgen macht, denn unsere einzige Sicherheit ist zurzeit der bis 2012 laufende Sozialplan.
Mich stört allerdings zweierlei kolossal: Erstens, wie einige Medien und auch – ich bleibe dabei – interessierte Kreise der Gewerkschaft mit Eurer Angst spielen, um sich selbst aufzublasen. Und zweitens stört mich dieses Hineinsteigern in die Angst, das nun wirklich gar niemandem hilft. Mir ist das bisweilen eine Spur zu defaitistisch. Ich kann doch nicht jeden Tag in die Redaktion fahren mit der Grundeinstellung: In fünf Jahren gibt’s den Laden eh nicht mehr. Da müsste ich ja zum Frühstück schon Antidepressiva einwerfen.
Sorry, aber ich ticke so nicht. Malte und ich haben uns im Dezember 2008 dieser Aufgabe gestellt, um das uns Mögliche dazu beizutragen, dass die WR auch langfristig eine Perspektive hat. Mag sein, dass das nicht reicht. Zurzeit gibt es aber eine Vielzahl positiver Signale und mindestens mittelfristiger Planungen, über die wir im Detail (noch) nicht reden können, die aber Mut machen und die ich meine, wenn ich von “zarten Erfolgen” rede.
Auch ich lasse angesichts der Auflagenentwicklung gewiss nicht die Sektkorken knallen. Aber erstens muss man die Zahlen richtig bewerten und u.a. Standortaufgaben (bei uns: Olpe, Bad Berleburg, Kierspe/Meinerzhagen, die Auswirkungen der WP-Schließung in Werl/Soest auf Warstein etc.) und die Umstellung auf Branding-Redaktionen berücksichtigen. Und zweitens sind in einer so extrem schwierigen Phase, wie wir sie zurzeit erleben, die Auflagenzahlen nur ein Aspekt von vielen. Schaut Euch mal die Auflagenentwicklung bei Handelsblatt, FR und anderen an: besorgniserregend. Und selbst die BILD verliert seit Jahren dramatisch. Aktuell 4,5 Prozent. Trotzdem stellen sich Döpfner und Diekmann hin und sagen selbstbewusst: Egal, die Auflage sinkt, aber die Reichweite steigt!
Noch ein Letztes zu “Zitate aus Blogs”. Für mich ist es schon ein gravierender Unterschied, ob eine Zeitung aus einem Blog einen Touristen zitiert, der wegen des Vulkanausbruchs gestrandet ist oder ob ein Autor die vermeintlich bevorstehende Schließung eines Zeitungstitels ausschließlich auf anonyme Blog-Behauptungen stützt. Er hätte Malte oder mich anrufen können, wir hätten eine Erklärung abgegeben. Und einen Konzernsprecher, der Medienanfragen beantwortet, haben wir auch.
So, und damit bin ich raus, weil aus meiner Sicht zu diesem Thema alles gesagt ist. Ich erwarte nicht, dass Ihr meine Sicht der Dinge teilt. Vielleicht ist es mir aber zumindest gelungen, meine Sicht der Dinge deutlich zu machen. Ich erneuere auch gerne das Angebot, weitere Fragen unter vier Augen oder am Telefon zu beantworten. Wer 0231/9573-1253 wählt und sich zu erkennen gibt, wird entgegen der außerordentlich bemerkenswerten Vermutung des Kollegen “Anonymous” auch nicht “abgewatscht”. Ich heiße nicht Mixa.
Zuerst ist es nicht journalistisch, sich auf Beiträge und Kommentare in einem Blog zu beziehen, die überwiegend anonym abgegeben werden, dann macht er aber gravierende Unterschiede zwischen Blogs, deren jeweiligen Wahrheitsgehalt er vermutlich dank hellseherischer Fähigkeiten einschätzen kann. Ob der Mann weiß, dass das, was er hier teilweise verzapft hat, demnächst vermutlich abgedruckt wird?
Oder war das hier gar nicht der echte Frank Fligge? Im Interesse der WR möchte man es fast hoffen.
Tschau Frank, aber das muss noch gesagt werden, finde ich.
Der Satz:
“Zurzeit gibt es aber eine Vielzahl positiver Signale und mindestens mittelfristiger Planungen, über die wir im Detail (noch) nicht reden können, die aber Mut machen und die ich meine, wenn ich von “zarten Erfolgen” rede.”
erinnert mich an die Wunderwaffen-Debatte von 1945.
Aber:
Wenn ich mich irre, und es tatsächlich etwas grundlegend Positives in nächster Zeit gibt, werde ich der Erste sein, der sich freut.
Gute Nacht.
Letzteres ist nicht negativ gemeint…
Hallo Frank!
Ich finde, dass du bezüglich der Angst die Kurve gekriegt hast und deine Position vermitteln konntest. Zumindest ich verstehe jetzt den offenen Brief besser.
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Auf die Probleme, die uns im Alltag quälen und die Qualität in Grund und Boden sinken lassen, bist du leider nur oberflächlich eingegangen. Wie die anderen Kollegen schon schrieben, binden die Desks einerseits unnötig viel Personal, das im Lokalen fehlt. Und andererseits führen sie zu unendlich vielen umständlichen Absprachen. Sind sind also ein doppeltes Problem.
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Nun ist es so, dass der Märkische Kreis eine Sonderstellung hat mit den Seiten, die dort ausgetauscht werden. Da mag ein Desk eventuell, vielleicht Sinn machen (wenn auch nicht in dieser diktatorischen Form, die vor allem einer auskostet). Denn es ist so, dass sich einige auf der Desk-Seite wie King Lui aufführen und andere in den Redaktionen aus dem letzten Loch pfeifen und keinen Bock mehr auf umständliches Hin und Her haben und nicht mehr wie ein Hilfsarbeiter ohne Kompetenz behandelt werden wollen. Das trifft umso mehr am Desk Dortmund zu, wo Ausgaben gebündelt werden, die nicht zusammengehören. Die Leute haben seit Jahr und Tag in den Redaktionen ihr Blatt gemacht. Und ich sage Dir was: In der Zeit, in der sie sich heute abstimmen und ärgern müssen, haben sie früher nebenbei eine Seite aufgezogen. (Hätteste besser früher mal öfter selbst gemacht, dann wüssest Du, wovon wir reden!) Synergien? Im Gegenteil! Es wäre viel schneller, eine Seite zu pinseln als Lou Grant zu spielen.
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Wenn diese Desk-Strukturen so prima-toll-genial sind, so schlage ich dir was vor: Lass uns bitte ein WAZ-Chefredaktion-Desk machen. Die Leitung hat Herr Reitz. Du musst demnächst jedes Artikelchen mit ihm absprechen ähh kannst es anbieten und die WR-gebrandete Mantelausgabe wird demnächst nicht mehr in Dortmund, sondern in Essen vom Reitz produziert. Du kannst doch mit Malte am Telefon, per Fax oder per Mail durchgeben, welche Artikel ihr tauschen wollt und was ihr so anbietet. Reitz, Klümper und Kloss malen euch dann was ein. Das sind Profis, die können das besser, weißt du. Spezialisten halt.
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Du wirst auf diese Weise viel mehr Zeit für die Recherche haben. Schnapp dir dein Laptop und fahr raus. Und wenn Du mal kein gutes Aufmacherbild zur Hand hattest, kommt ja vor: Das kommt dann nicht mehr vor. Da wird die Reitz vom Thron herab sagen: So nicht. Besorg ein neues. Oder einen besseren Aufmacher. Und ihr könnt noch mehr tolle exklusive Geschichten für den WR-Mantel machen. Weil ihr habt ja soooooo viel mehr Zeit. Na, wie findest Du die Idee? Nicht gut? Warum nicht? Dann denk mal drüber nach, ob sie auf kleineren Ebenen wirklich eine so tolle Idee ist!
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Und wie unpraktikabel der Scheiß in der Praxis ist!
Kannst ja auch mal die WAZ-Kollegen in Bochum und Essen fragen. Läuft richtig rund, dieser Unsinn, hmm… Aber, keine Bange, bei denen wird keiner öffentlich aufmucken: Die sind vor lauter Angst schon zur Salzsäule erstarrt. Oder am Rechner nach einer 7-Tage-14-Stunden-Schicht gestorben, nur die Kollegen hatten keine Zeit es zu merken. Mussten sich ja gerade wieder für einen Zweispalter abstimmen…
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Oh, Frank, komm zurück in die Praxis!
“dass viele Beschäftigte der WAZ-Mediengruppe Angst haben – weil der DJV Angst … immer wieder schürt”
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Lieber Herr Fligge, der Verfasser des von Ihnen kritisierten Berichts im “Journalist” tat nichts anderes, als über diese Angst zu berichten. Wenn Sie also hier erklären, dass dieser Bericht über die Angst bei der WR unnötigerweise die Angst bei der WR schürt, so sind Sie schlicht in einem Zirkelschluss befangen, weil die Wirkung des Berichts zugleich die Ursache der Berichterstattung wäre.
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Leider kann jeder mäßig begabte Rechercheur anhand der Publikationen in anderen Medien, vor allem in den von Herrn Nienhaus und Herrn Reitz gegebenen Interviews und den Reaktionen darauf, leicht nachweisen, dass es diese Statements waren, die die Angst schürten. Aber darauf sind Sie wohlweislich nicht eingegangen.
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Außerdem – es wurde sinngemäß bereits gesagt – so dämlich, dass wir uns nur auf das verlassen, was uns der DJV sagt, und unseren eigenen Augen und Ohren nicht trauen, sind wir nicht. Sie dürfen Ihren Mitarbeitern ruhig mehr Intelligenz unterstellen. .
So, und nun lasst uns lieber den Mantel des Schweigens über den eher peinlichen offenen Brief decken.
“Binnen 24 Stunden wurden da die Tatsachen völlig verdreht – in diesem Blog reichen dafür 30 Einträge.”
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Lieber Frank,
mit der Logik ist das so eine Sache: man verliert manchmal innerhalb einer Argumentation den Faden. Also: Du negierst die berechtigten Sorgen der Mitarbeiter, indem Du dem Autor des Artikels im Journalist das Recht absprichst, sich auf dieses Blog zu beziehen, dessen Wahrheitsgehalt Du grundsätzlich in Frage stellst, weil hier anonym geschrieben wird. Alles klar?
Ich darf Dich außerdem daran erinnern, dass Du erklärt hast, das einzig Wahre an dem Bericht sei, dass die WR kleiner ist als die RN, “alles andere ist gequirlter Unsinn – vor allem aber sind es Behauptungen und Spekulationen ohne jeden Recherchehintergrund.” Damit stellst Du eindeutig die Angst der Beschäftigten, die der Artikel beschreibt, in Abrede, bezeichnest sie als “gequirlten Unsinn”.
Schließlich redest Du auch noch davon, dass das “Hineinsteigern in Angst …. eine Spur zu defätistisch” sei. Nicht nur, dass Du Dich in Deinen eigenen Argumenten verstrickst, Du setzt auch noch übel einen drauf.
Jetzt ist mir auch schlecht. Und das schon am frühen Morgen.
Lieber Frank Fligge,
da lachen ja die Hühner. Du solltest mal besser nicht nur die Desk-Leiter fragen, um dir bestätigen zu lassen, dass alles sehr gut läuft. Klar, dass sie das bestätigen… Frag mal das Fußvolk. Oder denk mal über das nach, was wir hier schreiben!
froh, dass ich aus dem laden raus bin.
Das Verwunderliche ist ja, dass die Verantwortlichen der WAZ – sei es auf Ebene der Geschäftsführer oder wie hier auf der Ebene des verantwortlichen Redaktionspersonals – wirklich jeden Fettnapf öffentlich mitnehmen. Statt sich einfach mal still für den Kurs des Hauses zu schämen und leise das Salär mitzunehmen, versuchen die Herrschaften weiterhin, den interessierten Rest der Republik für dumm zu verkaufen. Die verschwurbelten Rechtfertigungsversuche illustrieren dabei nur das Unwohlsein der Handelnden mit den von ihnen angestoßenen Entwicklungen. Denn wer als Journalist einen Hintern in der Hose hat und kritisch über alles schreiben soll, was in den verschiedenen Bereichen der Gesellschaft vorgeht, der kann unmöglich hausintern beklatschen, was so offensichtlich falsch und geschäftsschädigend ist. Dass ein solches Sichverbiegen am Selbstwertgefühl nagt, ist nur verständlich. Deshalb wird ausgekeilt.
Alle sitzen in einem Boot. Und wenn man sich die neuesten Zahlen ansieht, dann hat das mindestens 30 bis 50 finger- bis armdicke Löcher, durch die das Wasser in hohem Bogen hereinsprudelt. Die Mannschaft pumpt und schöpft wie blöd. Sie kann deshalb kaum noch rudern.
Doch da ist der Erste Offizier, der allen Hoffnung machen kann. Er hat noch immer viel Zeit, um ellenlange, staatstragende Elaborate im Internet zu schreiben. Und er sieht fern am Hoizont eine Vielzahl positiver Signale, über die er aber im Detail noch nicht reden kann.
Deshalb ist es auch nicht so schlimm, dass erst noch ein großer Teil der Mannschaft von Bord gehen wird, während die übrigen Matrosen verzweifelt versuchen, den Kahn vorm Absaufen zu bewahren. Wenn ihnen das Wasser dann aber doch bis zum Hals steht, dann wird der Erste Offizier ihnen von den schönen, positiven Signalen erzählen und alle bei Laune halten, bis Hilfe kommt. Und zwar in Gestalt eines großen Tankers mit seinem großen Käpt’n, der die Reste vom kleinen Kahn und dessen Fahrtrouten in den Süden für alle Zeiten übernimmt. Und wenn der Erste Offizier und der Schiffsführer des kleinen Kahns viel Glück haben, dann setzt der große Käpt’n sie auf der nächsten Insel aus.
Wenn ich mir das in in weiten Teilen sich widersprüchliche Geschwurbel durchlese, das hier zum Besten gegeben wurde, dann fällt es mir schwer zu glauben, daß da ein stellvertretender Chefredakteur einer großen Zeitung am Werke war.
Zwei interessante Personalien in aller Kürze
1.Christian Nienhaus, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, ist heute einstimmig zum Landesvorsitzenden des Zeitungsverlegerverbandes
Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) gewählt worden.
2. David Schraven, früher taz nrw, dann freier Journalist und einer der Betreiber des inzwischen bundesweit bekannten Blogs “ruhrbarone”, übernimmt zum 1. Juni 2010 das Ressort “Recherche”
am Content Desk der WAZ Mediengruppe. Er folgt damit nach auf Dietmar Seher, der nach Informationen der WAZ-Gruppe künftig als politischer Reporter direkt im Auftrag der Chefredaktion arbeitet.
Mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
Die zweite Nachricht ist nun, zumindest für mich, eine Überraschung. Da weiß man nicht so recht, was man davon halten soll.
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Einerseits kann jede qualitative Verbesserung der Abteilung “Recherche”, deren Existenz bisher nicht durch besondere Ergebnisse dokumentiert wurde, nur gut tun. Andererseits fragt sich der geneigte Blog-Leser, wie wohl der eher kritische Geist Schraven mit dem jede Kritik unterbindenden Chef des Content-Desks zusammenarbeiten wird. Man darf gespannt sein, ob da nicht eines Tages am ovalen Tisch die Funken sprühen.
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Darüber hinaus wird es für den Ruhrbaron sicher eine ganz neue Erfahrung werden, bei einer Rüttgers-Werbepostille zu arbeiten und nicht mehr frei die Themen gewichten zu dürfen.
Da ist mal wieder einer dem Lockruf des Geldes erlegen.
Hi Tja,
es ging nicht ums Geld. Es geht um die Möglichkeiten. Ich glaube nicht, dass ich zufällig dorthin geholt wurde.
Grüße David
Hallo, David,
herzlich willkommen in diesem Blog – und im Team. Die WR freut sich auf gute Zusammenarbeit. Und hier sind wir jetzt immerhin schon zwei, die mit Klarnamen kommentieren.
Schon wieder der Frank,
ich nutze das für eine Frage:
Wieso werden fertig ausgebildete (WR-) Volontäre nicht übernommen – mit dem Hinweis auf den angeblichen Redakteursüberhang bei der WAZ-Gruppe – wenn gleichzeitig Mitarbeiter von außen neu eingestellt werden? Sind wir jetzt 22 Redakteure zuviel?
Muss sich die wachsende Zahl der voll ausgebildeten nicht fest angestellten Redakteure bei der WAZ-Gruppe nun auf eine dauerhafte freiberufliche Karriere einrichten, während fröhlich Leute von außen eingestellt werden?
Die Einstellung des Kollegen Schraven geht nicht zu Lasten der Redakteure von WAZ, WR, WP und NRZ, weil er auf eine von der Geschäftsführung zusätzlich genehmigte Stelle rückt.
Und bitte glaubt mir eines: Niemand bedauert mehr, dass wir zurzeit keine Volontäre übernehmen können als Malte Hinz und ich. Dass etliche unserer großartigen Volos in der jüngsten Vergangenheit Jobs gefunden haben (u.a. bei Radio Bremen, bei der Oberhessischen Presse, in der Pressestelle der Landesgartenschau etc.), zeigt aber immerhin, dass man mit einer Ausbildung bei der JSR auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor gute Chancen hat. Uns bei der WR gelingt es darüber hinaus ganz gut, jene Volos, die noch keinen Anschlussjob haben, als freie Mitarbeiter an uns zu binden. Ihr dürft gerne nachfragen: Wir zahlen da auch faire Honorare.
Hallo Frank,
da gehe ich doch gerne drauf ein: Wie sieht das “faire Honorar” denn aus? 100, 120, 150 oder gar 200 Euro am Tag?
Und was ist mit Urlaubsgeld, Wochenenddienst und Fortzahlung im Krankheitsfall?
Seid hr da endlich so weit, dass die Leute ohne Angst arbeiten können?
Wenn man so sieht, wie hier jemand fortwährend versucht, die Probleme mit Schaumgebirgen von Worten zuzudecken, die dann beim leichtesten Hauch zusammenfallen, dann wünscht man sich Leute wie Bünte, Evers, Westhoff und Heßmann zurück.
Jaaaa, also ehemalige Blogger haben diesem Verlag in der Vergangenheit bereits ganz große Dinge beschert. Unser Portal DerWesten ist schon was ganz Feines, auch die Technik funktioniert einwandfrei und es sind ja auch nur ein paar Milliönchen für spinnerte Luftschlösser verpulvert worden. Jetzt also wieder eine Verpflichtung direkt durch die GF. Na, da wird der Ruhrbaron dem Bodo und dem Christian mal gesagt haben, dass er weiß, wie die Vernetzung geht. Dass er jetzt Print mit Hammer-Geschichten aufmischen wird und quasi nebenbei unseren Online-Auftritt wuppen wird. Inhaltlich wüsste ich das übrigens auch, nur wie man damit Geld und keine Abos verliert ist mir und allen klar denkenden Menschen bisher weltweit schleiferhaft.
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So lange Volontäre nicht übernommen werden und Redakteure noch als MAK “zu viel” sind, halte ich diese Einstellung darüber hinaus für zynisch. Hat die GF schon mal darüber nachgedacht, wie das im Gesamtladen wirkt? Welches Signal da gesendet wird?
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Man kann es nur noch psychologisch erklären: Ganz oben (bis zur Ebene Frank Fligge) sitzt ein kleiner Kreis, der nur noch Augen und Ohren zuhält. Diese “Führungsriege” will gar nicht wahrhaben, dass nichts mehr funktioniert, seit Schickler durch den Laden gezogen ist und auch noch Eidos installiert wurde. Tag für Tag gibt es “von unten” nur noch Proteste, Schreckensrückmeldungen, Stöhnen und Frustration. Dennoch wird weiter gerudert bis die Arme abfallen und die Zeitung wird so gut gemacht wie es noch geht.
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Jetzt könnten die Chefs entweder der Basis glauben und die Probleme möglichst abstellen oder aber – und das geschieht bei uns – sie machen zu und halten die “da unten” für doof, unfähig und träge. Derartige Signale gibt es aus Essen ja zuhauf. Da passt es dann ins Bild, dass man einen externen Blogger-Star verpflichtet, damit er den Laden mal so richtig aufmischt, weil die eigenen Leute ja zu dämlich für gute Recherche sind, die quengeln ja nur noch. Da war keiner fähig.
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Bravo, weiter volle Kraft voraus auf den Eisberg. Und ich freue mich schon auf die exklusiven Aufdeckergeschichten, mit denen wir der New York Times den Rang ablaufen werden. Ich gehe jetzt brechen.
@Frank Fliege
Ganz jämmerliche Vorstellung. Wenn man sich schon selbst dafür feiert, dass man mit Klarnamen schreibt (wow, wie mutig in der Position), dann sollte man auch ein wenig Inhalt bieten. Auf die Probleme bei der WR, die hier auch sachlich angesprochen worden sind, bist Du entweder gar nicht eingegangen oder hast herumgeeiert. Wird man so in der Ebene?
Ich kaufe ein G.
Bitte Herrn Schraven nicht auf eine Ebene mit K. Borchert stellen. Damit tut ihr ihm sicher unrecht, denn vom Wächterpreis (neben seinen anderen journalistischen Leistungen) war die Dame Lichtjahre entfernt.
Ob in der derzeitgen personellen Situation “Einkäufe” von außen opportun sind, steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt.
Das Geld muss raus:
http://www.medienmoral-thueringen.de/?p=316
@nurmalso: Bravo für diesen Beitrag, er trifft bei weitem den Nagel auf den Kopf. Von denen da oben merkt keiner mehr, wie schlimm die Tristesse in den unteren Etagen ist. Und das nicht nur in den Redaktionen, sondern auch im Anzeigenbereich, Verwaltung usw. Mittlerweile bekommen sie beim WVW auch kalte Füße, weil trotz hervorragender Rendite (lt. Herrn Nienhaus) nun auch dort Veränderungen anstehen, die keiner für möglich gehalten hätte und nicht ohne “Opfer” über die Bühne gehen werden. Andererseits werden weiterhin gewisse Personen auf Leitungspositionen durchgeschleppt, die der WAZ noch nie gut getan haben und auch in Zukunft nicht gut tun werden, weil da viel Geld verbrannt wurde und nun auch ein anderer Geschäftsbereich unter der Führungsqualität leiden wird.
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Kurzum: Das was vom Management als “Fitmachen für die Zukunft” verkauft wird, ist ein komplettes Umwälzen der kompletten Gruppe mit der größtmöglichen Freisetzung von Mitarbeitern und deutlicher Verschlechterung der Dienstleistungen am Leser, sei es in der Betreuung durch Geschäftsstellen oder auch beim Produkt selbst. Was wird den Lesern denn noch groß geboten, außer Umfangsverminderung und einer Qualität, die weiter hinten im Blatt nur noch als “hingeklatscht” bezeichnet werden kann?
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Und ich wette darauf, dass im Giftschrank auf der dritten Etage noch Pläne liegen, die vor lauter Entsetzen den alteingesessenen WAZlern aus allen Bereichen den Mund offen stehen lassen werden. Top die Wette gilt.
@Günter
Du schreibst: “dann wünscht man sich Leute wie Bünte, Evers, Westhoff und Heßmann zurück.”
Du musst sehr verzweifelt sein.
Der ganze Laden wird hübsch gemacht zum Verkauf. Alle anderen Interpretationen funktionieren nicht.
“Du musst sehr verzweifelt sein.”
Ja, absolut.
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“Qualität, die weiter hinten im Blatt nur noch als “hingeklatscht” bezeichnet werden kann.”
Lasst es mich so sagen: Wenn wir früher auf einer Lokalseite 1 ein 2sp. ödes, menschenleeres Bild von einem Bauzaun platziert hätten, dann wären nicht nur Aschenbecher geflogen (manche werden noch wissen, wer gemeint ist).
Fangen wir mal mit der Einstellung von Schraven an:
Ich könnte mir gut vorstellen, dass man ihn deshalb ins Haus holt, damit weniger investigatives Material aus dem hause WAZ in viel beachteten Blog findet.
Woran ich eine solche Mutmassung festmache ? WAZ-Geschäftsführer Hombach hat schon mal ähnlich gehandelt. Machte er doch den ehemaligen Rundschau-Betriebsrat und dju-Vorsitzenden kurzerhand zum Chefredakteur der weiter dahin siechenden Westfälischen Rundschau.
Zu Herrn Fligge: Ihren Beteuerungen fehlt mir der Glaube. Wenn man Redaktionszeiten so weit vorverlegt wie geschehen und das in einem “Kampfgebiet” in dem ausgerechnet Blätter wie z.B. die “Ruhrnachrichten” erscheinen oder eben der “Hellwegwer Anzeiger”,dann muss schon die Frage erlaubt sein: Wie soll denn eine Zeitung noch “aktuell” sein können ?
Da wird doch der Wettbewerb zur Farce.
Vor allem wenn der Leser dannnoch merkt, dass er bei Beschwerden nicht mehr ernst genommen wird. Spätestens wenn er “WAZ-Dialog” in der Leitung hat, wird ihm klar: Hier versandet seine Beschwerde, die er früher noch dem Geschäfttstellenleiter oder dessen Vorgesetzten vortragen konnte. Heute wird zu den Chefs nicht mehr verbunden, mit dem Hinweis, man dürfe es nicht.
Ach ja…Die leidige Nicknamenarie auf “Der Westen”: Kraftvoll kann Ihr Veto dagegen wohl nicht gewesen sein, denn da wird dank der Anonymität munter weiter beleidigt, gepöbelt – was die Moderatoren so zulassen. Vor allem nachts, wenn gar keiner mehr über die Kommentare wacht. Natürlich hätte man das längst ändern können, wenn man es nur gewollt hätte. Man wollte aber nicht ändern, weil sonst möglicherweise die Klickzahlen in den Keller gestürzt wären.
Zurück zur Westfälischen Rundschau: Ich bin mir – entgegen Ihren Beteuerungen – ziemlich sicher: Lange wird die WR nicht mehr am Markt erscheinen. Gebrannte Ausgaben, früher Redaktionsschluss, Abbestellungen und ein mieser Service für die Leser werden am Ende dazu führen, dass ein gewisser Bodo H. folgendes verkünden wird: “Trotz unserer Premium-Qualität müssen wir leider feststellen, dass der Leser das Produkt “Westfälische Rundschau” aus der Manufaktur WAZ nicht mehr in dem Maße lesen wollte, wie der Verlag es hätte an Auflage gebraucht, um die Qualitätszeitung weiterhin wirtschaftlich und profitabel produzieren zu können.” Schickler hat da klare Strukturen gelegt, die nun u.a. im frühen Redaktionsschluss als Absicht interpretier- und erkennbar werden.
hier noch ein paar Links zum Wechsel von David Schraven zur WAZ
http://www.ruhrbarone.de/nachricht-in-eigener-sache/
http://www.pottblog.de/2010/04/22/ruhrbaron-david-schraven-wird-chef-der-waz-recherche/
http://kress.de/mail/alle/detail/beitrag/103730-ruhrbaron-wird-waz-mann-david-schraven-leitet-recherche-team-in-nrw.html
Mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
und noch eine Personalie der WAZ-Gruppe, ein weiterer Springer-Mann geht an Bord und wechselt aus der Bundeshauptstadt in die Ruhrgebietsmetropole:
Erik Peper (45) ist künftig für das Online-Geschäft der WAZ Medien- gruppe zuständig. Ab dem 1. Juni 2010 verantwortet er als Mitglied im Geschäftsleitungs- kreis des Hauses den gesamten Onlinebereich. Als Geschäftsführer der WAZ NewMedia
leitet Erik Peper die kaufmännischen Belange von „DerWesten.de“. Die redaktionelle Verantwortung für „DerWesten.de“, dem bundesweit größten regionalen Nachrichtenportal, liegt bei WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz, meldet die Pressestelle der WAZ-Gruppe.
Erik Peper kommt von der Axel Springer AG zur WAZ-Gruppe, wo er zuletzt als Geschäftsführer von AS Venture tätig war.
Mit freundlichen Grüßen, medienmoral-nrw.de
bald sind alle positionen mit springer leuten besetzt!
scchraubt das mediengruppenlogo ab
waz=bild ?
Das ist doch eine Form der “feindlichen” Übernahme.
Aber es erklärt inzwischen, warum so oberflächlich inzwischen berichtet wird.
Beispiel DSDS. Nach jeder Sendung ein Bericht. Offenbar vom Sofa aus geschrieben. Keine einzige Recherche zu erkennen.
Wer aber schon mal das zweifelhafte Vergnügen hatte, hinter den Kulissen dieser RTL-Abuopcke-Sendung zu gucken, der weiß: Hier lässt sivch die WAZ ohne Not zum Handlanger machen, der nur die Quote `raufschreibt.
Schade, wie sich dieses Medienhaus entwickelt hat. Das war zu Zeiten von Maruhn (WAZ) oder Hammer (Rundschau) wirklich mal anders.
Auch im Lokalen. Da ist vielfach inzwischen festzustellen, dass die Polizeiberichte einfach wortwortlich übernommen werden, vielfach auch Meldungen aus dem Rathaus. Hinterfragt wird immer weniger. Beispiel_Da bildet sich in einer Stadt ein neuer Ferein für soziale Solidarität. Aus der Lokalzeitung erfährt der Leser aber nicht, wer dahinter steckt. Nur wer die Namen kennt merkt schnell, dass hier eine ganz bestimmte Partei versucht auf diese Art Leute anzulocken.
Die Leser bekommen das natürlich mit. Und fragen sich dann auch: Warum eine solche Zeitung abonnieren, wenn nicht einmal im Lokalen mehr nachgefragt und die Geschichte hinter einer einfachen Meldung erkannt wird.
Lieber “Ex-WR-Redakteur”, ich weiß ja nicht, woher Sie Ihre Weisheiten beziehen. Ihr Verweis auf unseren früheren Chefredakteur Günter hammer zeigt mir aber, dass Sie vermutlich sehr weit in der Vergangenheit leben. In die kann man sich natürlich zurückwünschen; nur löst das unsere Probleme nicht.
Ich schaue lieber in die Zukunft – und da bin ich sicherer denn je, dass es die Westfälische Rundschau noch sehr lange geben wird.
Übrigens: Ihre wiederholten Hinweise auf angeblich vorgezogene Andruckzeiten müssen Sie allerdings von einem Besuch in Michael Endes Phantasien mitgebracht haben. Wir haben die Andruckzeiten mitnichten vorgezogen und auch keinen frühen Redaktionsschluss. Keine Ahnung, wer Ihnen dieses Märchen aufgebunden hat. Der Wahrheitsgehalt von Baron Münchhausens Geschichten ist jedenfalls höher.
Frank Fligge: “sicherer denn je, dass es die Westfälische Rundschau noch sehr lange geben wird”
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Die Frage ist nur: in welcher Daseinsform. Dass es den T i t e l “Westfälische Rundschau” noch eine Weile geben wird, dessen kann man sich wirklich fast sicher sein. Nur ist schon jetzt in wesentlichen Teilen nicht mehr Rundschau, sondern WAZ drin. Er wird ja an verschiedenen Standorten mit WP und WR vorgemacht, der faule Etikettenzauber. Was im Lokalen funktioniert, funktioniert regional und überregional doch erst recht, euer wundervolles, journalistisch vielfältiges “Branding”.
Es könnte also sehr leicht und schon bald darauf hinausgehen, dass man sich in Essen fragt, wozu man sich zum Beispiel überhaupt noch eine WR-Chefredaktion leisten muss. Die paar Figuren, die demnächst lokal aus den WAZ-Provinzen Berichte liefern, mit denen zwei hinteren Seiten dann noch ein lokaler Touch verpasst wird, dann vermutlich größtenteils Freelancer oder, noch billiger und schlimmer, Bürgerreporter, kann man auch locker von Essen aus lenken.
Nein, den Titel, die Marke WR wird man natürlich so schnell nicht aus der Hand geben. Technisch ist es kein Problem, übergangsweise oder auch dauerhaft eine WAZ im WR-Pelz zu verkaufen. Markennamen sind sowieso Schall und Rauch, das sieht man ja im Siegerland. Da habt ihr allerdings bereits umgekehrt die Tradition der “Westfälischen” Rundschau zugunsten einer ebenso fragwürdigen wie offensichtlich erfolglosen Anbiederung an die “Siegener” aufgegeben.
Die Frage muss also lauten: Wie lange wird es die Westfälische Rundschau noch als halbwegs eigenständige Zeitung mit einer halbwegs eigenständigen Redaktion geben? Und da zeigt ein kurzer Blick ins Blatt, wie weit der Angleichungsprozess und der Abschied vom einst so erfolgreichen WAZ-Modell schon fortgeschritten ist. Deshalb wird es auch meiner Meinung nach bald so aussehen, dass vorn zwar noch WR, WP oder NRZ drauf steht, aber tatsächlich überall nur noch WAZ drin ist. Einziger Chefredakteur: Ulrich Reitz. Warten wir doch ‘mal Maltes Eintritt in den Ruhestand ab. Wäre ein schöner, nicht mehr allzu ferner Zeitpunkt für die endgültige Übernahme.
Bei den erheblichen Verlustquoten, wie sie sich auch anhand der neuesten IVW-Zahlen zeigen, ist das Ganze sowieso nur noch ein rechnerisches Problem. Bei Werten von bis zu minus 13 Prozent p.a. in Südwestfalen muss man in Mathe nicht Klassenbester gewesen sein und auch das Mediengesachäft nicht besonders gut kennen, um sich auszurechnen, wann dort Schluss ist. Naja, darauf magst Du nicht eingehen – ich kann’s verstehen.
Da fällt mir auf, dass Du, Frank, in der Diskussion auch stets auf solche Argumente nicht eingehst, die sich mit dem Hauptproblem, nämlich Mängeln in der journalistischen Qualität, befassen. Schön, Du hast Günter Hammer nicht persönlich kennengelernt, dazu bist Du wohl auch zu jung. Aber in diesem Punkt muss ich dem “Ex-WR-Kollegen” völlig Recht geben: Derart albern-kritiklose Jubelberichte pro domo im Blatt hätte es zu dessen Zeit nicht gegeben. Das hätte der mit seinem Selbstverständnis von seriösem Journalismus niemals vereinbaren können.
Da wirfst dem “Ex-Kollegen” vor, er lebe in der Vergangenheit. Es ist scheinbar einfach, mit einer Killerphrase – etwas anderes war das nicht – einen Denkanstoß niederzumachen, wenn man nur selbst kurz genug denkt. Aber ab und zu zurückzublicken bedeutet ja nicht, auch in der Vergangenheit zu leben. Auch Du hast ja wohl nicht ständig das Rad neu erfunden. Und manchmal hilft ein Blick in die Vergangenheit einer Zeitung wie der WR, die sonst in Sonntagsreden von Leuten wie euch gern als “groß” bezeichnet wird, auch, den eigenen Standort einzuschätzen. Man sollte dann also andererseits nicht die Erinnerung an das, was diese Zeitung einmal groß gemacht hatte, rotznasig als ein “In-der-Vergangenheit-leben” abtun. Geh doch ‘mal ins Archiv und greif Dir in paar Bände aus den 70er oder frühen 80er Jahren. Nur fürchte ich, kommt unsere Zeitung im Vergleich zu früher inzwischen ausgesprochen schlecht weg – trotz aller tollen Fortschritte in Redaktions- und Drucktechnik.
Herr Fligge,
danke für die Watsch`n. Etwas aber hat mir Ihre Einlassunbg gezeigt: Von den Qualitätsansprüchen ehrwürdiger Journalisten wie Hammer oder Maruhn, die ich beide noch erleben durfte, sind Sie so weit entfernt wie die Erde von der Sonne.
Längst läutet das Totenglöcklein der Westfälischen Rundschau. Mit jeder Redaktion, die geschlossen wurde, ein wenig lauter. Nun bimmelt es sehr vernehmbar, denn es ist immer weniger WR drin. Hinzu kommt der Kahlschlag in Südwestfalen.
So schmerzt es wahrhaftig zu sehen, was aus einer Zeitung wird, bei der ich einst meine frühen journalistischen Gehversuche als Schüler machen durfte und später als Redakteur arbeiten konnte. Unter einer Chefredaktion, die mal journalistische Maßstäbe und Werte gesetzt hat und eben nicht kritiklose Jubelberichte als Qualitätsjournalismus anpries.
Mit “Premium” hat das heutige Produkt “Westfälische Rundschau” wohl nichts mehr gemein. Diese Zeitung mit Charakter ist zu einem Blatt geworden, dem Verlag und amtierende Chefredaktion die Identität genommen haben.
@ Ex-WR-Redakteur
Ich kann Dir nur voll und ganz zustimmen. Es ist auch für mich nach vielen, vielen Jahren, ebenfalls noch unter Hammer und zusammen mit ausgezeichneten Kollegen, die nun meistens gegangen sind, heute traurig mit anzusehen, wie diese Zeitung Stück für Stück an Bedeutung verliert.
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Manche hatten ja ein Problem mit Klaus Schrotthofer. Aber als Schrotthofer Chefredakteur war, wurde die WR immerhin noch häufig in anderen Medien zitiert. Vorbei.
Nichts gegen die journalistische Qualität von David Schraven, aber war die Stelle des Recherche-Chefs eigentlich ausgeschrieben, so dass sich andere Redakteure oder Ressortleiter mit gleichen Kompetenzen auf die Stelle hätten bewerben können? Also, ich habe nichts gesehen! Was sagt der WAZ-BR denn so dazu?
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Dabei soll es eine Vorgabe aus Personal-Chefetage gegen, dass Führungspositionen innerhalb der WAZ nur noch über ein Assesment-Center zu vergeben sind, jene Mühle wo auch die angehenden Volontäre der JSR zu Anfang durchmüssen. Aber wenn keine Ausschreibung vorhanden, dann auch nicht mehrere Bewerber oder Kandidaten.
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Allerdings wird das AC bei manchen (Führungs-)Stellen praktiziert, bei manchen eben anscheinend nicht. Eine einheitliche Linie ist daher nicht zu erkennen. Mahlzeit!
Chancengleichheit
Ich weiß, wer Visionen hat, sollte zum Arzt (sagte einstHelmut Schmidt, Bundeskanzler)
Vielleicht sollte ich. Denn es drängt sich bei mir ein Verdacht auf: Ausgerechnet mitten im Wahlkampf wird ein “Enthüllungsjournalist” eines Blogs (und es waren die Blogs, nicht aber zunächst die etablierten Medien, die den MP Rüttgers und seine Landesregierung in arge Schwierigkeiten brachten) ohne Ausschreibung kurzerhand als Recherche-Chef eingestellt wird.
Da frage ich mich, ob er möglicherweise auf Wunsch eines in die Bedroulle geratenen Politikers – sozusagen als Freundschaftsdienst – vom Markt weggekauft wurde ? Und das ausgerechnet vom WAZ-Medienkonzern, dessen Geschäftsführer Bodo H….
Ein Geschmäckle jedenfalls hat das allemal….
Recherche? Also wir recherchieren nur noch, wo unsere Texte geblieben sind und fahnden mit Listen danach…
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Frank Fligge schuldet immer noch die Antwort, ob ein CR-Desk nicht wünschenswert wäre, wenn diese Desks im allgemeinen doch so reibungslos sind und hohe journalistische Qualität bieten. Dem Reitz würde es sicherlich gefallen, wenn die WR-CR nur noch Artikel anbietet und die Zeitung in Essen layoutet würde. Und wie gesagt: Ihr hättet doch soooooooo viel mehr Zeit für eigene Recherche und könnten die Qualität der WR im Mantel steigern…
Herr Fligge redet in seinem peinlichen offenen Brief zwar selbst großspurig von der WR als “traditionsreicher” Zeitung. Erinnert ihn ein Kollege dann aber an genau diese Traditionen, an die Werte und an die Protagonisten jener Zeit, dann wird derjenige als “sehr weit in der Vergangenheit” lebend niedergemacht.
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Es fällt schwer, Bezeichnungen für diese Bodenlosigkeiten eines stellvertretenden Chefredakteurs zu finden, ohne dabei den Pfad von Anstand und Höflichkeit zu verlassen.
Was denkt eigentlich die SPD Mülheim über Bodo H. ? Wenn man sich noch an den Punk vom Ortsverein Bochum wegen Wolfgang C. erinnert, haben diese “Geschmäckle” von Bodo H. gegenüber dem lieben Jürgen keine minderschwere Brisanz….
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In remember: Unser guter alter Erich wurde wegen 800.000 DM für den alten Kohl auch von der SPD angezählt.
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Ein Übertritt von Herrn Hombach von links nach rechts ist lange überfällig und Jürgen Rüttgers würde ihn auch mit Kusshand nehmen!
@ Ex-WR-Redakteur
was ein Quatsch.
@ David Schraven
“was ein Quatsch.”
Das ist natürlich ein Argument, vor dem wir alle die Waffen strecken.
Bodo H. will die Zeitung zum Kultobjekt des elektronischen Zeitalters machen, in diesem Sinne Kolleginnen und Kollegen: Frisch ans Werk
http://www.derwesten.de/wp/region/Reportagen-erwecken-alte-Handwerke-zu-neuem-Leben-id2900405.html
@ David Schraven “was ein Quatsch.”
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Dass es aus Ihrer Sicht Quatsch ist, muss ja nicht heißen, dass Hombach diesen Aspekt nicht doch mit im Sinn hatte. Hombach, der gewiefte Taktierer, hat bereits früher reale und potenzielle Gegner und Kritiker in sein Boot gezogen, um Ruhe vor ihnen zu haben. Der Ex-Gewerkschaftsboss, Ex-WR-Betriebsratsvorsitzende und Ex-Verhandlungsführer der Arbeitnehmerschaft Malte Hinz ist ein herausragendes Beispiel. Auch hätte wohl selbst ebenso von “Quatsch” gesprochen wie Sie. Dass Hinz nun allerdings nicht mehr Hombachs Gegner und Kritiker sein kann, wird niemand ernsthaft bestreiten können – nicht einmal er selbst. Also: Plan aufgegangen.
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Es mag sein, dass es in ihrem Falle anders ist. Aber bitte, nehmen Sie es den Kolleginnen und Kollegen nicht übel, wenn sie diesen Verdacht haben. Das ist eben die Macht der negativen Erfahrung.
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Merke: Nur weil man paranoid ist, heißt das ja nicht, das man nicht doch verfolgt wird…
…davon abgesehen hoffe ich, dass fundierte und qualifizierte Aussagen wie “was ein Quatsch” nicht der Vorgeschmack auf atemberaubenden Enthüllungsjournalismus sind. Ich selbst nehme übrigens insbesondere Journalisten nicht ernst, die im Internet weder Punkt, noch Komma, weder Groß-, noch Kleinschreibung beachten.
es ist einfach nur traurig, wenn man täglich kundenkontakt hat
und immer weniger argumente für unser produkt zeitung finden kann.
die leser wollen einen starken lokalen teil!!!!
investigativ+heimatverbunden
ich weiß echt nicht was das hombach/nienhaus konzept ist…???
für eine bildzeitungsähnliches blatt ist das ganze noch zu teuer&gut..
wird deshalb alles an die wand gefahren???
“Hombach … hat … Gegner und Kritiker in sein Boot gezogen.”
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Nicht nur in seines. Der einst den Mächtigen lästige Ruhrbaron ist demnächst ebenfalls Helfer im Essener Dauerwahlkampf – er weiß es nur noch nicht. Also, Herr Schraven: Willkommen in Rüttgers Club!
Wer es geschafft hat, sich hier durch den Sumpf der Polemik und der Nivaulosigkeit und der zu kämpfen, gewinnt in erster Linie die Erkenntniss: Hier schreiben vorzugsweise Leute, die nicht mehr bei der WAZ-Gruppe beschäftigt sind. Das macht ein bisschen Hoffnung.
Es regen sich Menschen auf, die schon vor langer Zeit aufgehört haben, die grundlegenden Entwicklungen in der Gesellschaft zu registrieren. Wären es die Rentner, so könnte es einem ja egal sein. Doch so einiger dieser Leute arbeiten immer noch. Und das lässt die Hoffnung wieder schwinden.
Es sind Leute, die der Schreibmaschine hinterhergetrauert haben, als Atex kam. Atex hinterhergetrauert haben, als Multicom kam. Und jetzt anfangen, Multicom als super System zu sehen, da ja Eidos kommt. Wobei … manche trauern immer noch der Schreibmaschine hinterher.
Es ist geradezu verwunderlich, dass so viele den Weg auf diese Seite finden und es dann auch noch schaffen, einen Kommentar abzuschicken. Dieselben Leute, die nicht in der Lage sind (oder waren), in ihrem eigenen Zeitungsforum einen Beitrag online zu stellen, oder, noch schlimmer, nicht auf Fragen reagieren, die Leser über diesen Kanal an ihre Redaktion richten. Es ist ja das böse, böse Internet. Komisch. Hier geht’s plötzlich. Und zwar mit Mitteln, die jeglichen journalistischen Standard missachten.
Wären das die Leute, die die Zukunftsfähigkeit der Zeitungen sichern sollen, DA würde mir Angst und Bange. Zum Glück ist es ja nicht so. Denn es gibt noch ein paar Mitarbeiter, die sich die Welt mit offenen Augen ansehen.
Die Gefahr für die Titel der WAZ-Gruppe oder sonstiger Verlage geht weder von Schickler noch von einer CR aus. Sie liegt vielmehr in Mitarbeitern, die sich nicht mit den gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen wollen oder es schlicht nicht können. Die nicht verstehen wollen, dass eine Zeitung eben nicht so aussehen und geschrieben werden darf, wie sie es noch vor 10, 20 Jahren tat. Die sich verweigern. Die einfach nicht verstehen wollen, dass sich Informationswege ändern.
Nahzu surreal, dass eben jene Menschen die Information als Beruf haben.
Dazu zählen in gewisser Weise auch Gewerkschaften. Menschen in grauen Anzügen, die über Dinge sprechen, die sie nicht verstehen. Und weil sie eben nichts verstehen, keifen sie gegen Veränderungen, statt sich den Tatsachen zu stellen und sich entsprechend zu positionieren. Und sondern Grütze ab. Anders kann man es nicht nennen. Ich jedenfalls kann die Entscheidung von Frank Fligge nachvollziehen.
Den Verbliebenen, die hier kommentieren und sich angesprochen fühlen sei gesagt: Ihr gefährdet nicht nur eure Zukunft, sondern auch unsere. Das solltet ihr bedenken, wenn ihr mal wieder von “Kollegen” sprecht.
@Hoffnung: Ganz fest an die Weisheit der Schicklers und der WAZ-Geschäftsführung glauben, dann geht die Auflage auch wieder hoch.
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Oder wie wollen Sie Ihren Beitrag verstanden wissen?
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Ich dachte immer, gerade weil Journalisten eine Kritikfunktion haben, sollten sie Unsinn auch Unsinn nennen. Natürlich müssen Sie das nicht teilen. Aber angesichts der Geschäftsentwicklung der WAZ bin ich nicht sicher, ob Durchhalteparolen tatsächlich die Waffe der Wahl sein sollten.
Ich verfolge als ein “Verbliebener” mit Interesse die Beiträge. Jeder hat – mit wenigen Ausnahmen – seinen Teil dazu beigetragen, dass man schon einen guten Überblick erhält, seine eigene Sichtweise ergänzen kann. Bei mir haben sich die WAZ-Jahre auch schon summiert, aber einen derartigen Schwachsinn von “Hoffnung” habe ich selten gelesen. Entweder verbirgt sich hinter ihm der Unternehmenssprecher oder jemand, der nie etwas begriffen hat. Ein Blick in eine andere deutsche Tageszeitung zeigt, dass nicht nur die journalistische Qualität bei den WAZ-Titeln stark abgenommen hat, aber erst recht die Aktualität. Ich würde mich freuen endlich mal wieder eine wirkliche “Exklusivgeschichte” in der WAZ zu lesen und nicht die ellenlangen Unterhaltungsstories. Merkt “Hoffnung” nicht, dass es keine Hoffnung mehr gibt, wenn die Abonnmentzahlen weiter so rapide sinken oder sind es nur die “dummen” Leser, die nichts verstehen?
@Hoffnung
Vielen Dank für den Clowns-Beitrag. Wir haben herzlich gelacht. Mehr davon!
@Hoffnung
“…schreiben vorzugsweise Leute, die nicht mehr bei der WAZ-Gruppe beschäftigt sind. ”
Weshalb ja auch auffallend viele Beiträge auffallend viele aktuelle Bezüge mit internen Informationen haben.
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“manche trauern immer noch der Schreibmaschine hinterher”
Woher nehmen Sie diese Erkenntnis? Von den Leuten, die nicht mehr bei der WAZ-Gruppe beschäftigt sind, sich aber über “Eidos” ärgern, mit dem sie sich dann ja wohl vermutlich zuhause auf ihrem Rentner-PC herumschlagen müssen? Herr, schmeiß’ Hirn vom Himmel!
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“Gefahr … liegt vielmehr in Mitarbeitern, die sich nicht mit den gesellschaftlichen Entwicklungen auseinandersetzen wollen”
Sollte es daran liegen, dann sind es jedenfalls sehr viele, wenn man allein dieses Blog betrachtet – ohne Dunkelziffer.
Wenn man unter “gesellschaftlicher Entwicklung” einfach einmal die unbestritten um sich greifende Reduktion von Pressevielfalt und Meinungsfreiheit versteht, dann haben Sie ebenfalls unrecht – nur, dass Sie mal so eben Ursache und Wirkung vertauschen. Naja.
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“Gewerkschaften. Menschen in grauen Anzügen, die über Dinge sprechen, die sie nicht verstehen.”
Schauen Sie sich ‘mal im Kollegenkreis um, wer da von den Gewerkschaftern graue Anzüge trägt. Und dann sehen Sie sich unter demselben Aspekt einfach die Führungsetage an. Schlimm, nicht?
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“die hier kommentieren … Ihr gefährdet nicht nur eure Zukunft, sondern auch unsere.”
Artikel 5 Grundgesetz ist Ihnen in groben Zügen geläufig?
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Fazit: Neben den Gewerkschaftsdogmatikern gibt es als zweiten Hauptschuldigen am Niedergang noch dieses Weblog. Weil der Leser sieht ja vor allem dieses Blog, wenn er mit der Zeitung unzufrieden ist. Und natürlich informiert er sich auch erst einmal, was die Gewerkschaftsdogmatiker in ihren grauen Anzügen so an wenig Ahnung von sich geben, bevor er die Kündigung schreibt. Ja nee, is’ klar. Man muss sich das nur schön passend reden und vor den eigentlichen Ursachen die Augen verschließen.
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P.S.: Hoffnungen schwätzen nach, was ihnen die Wünsche vorplappern. (Emanuel Wertheimer)
und noch ein Desk, der die Arbeit aufnimmt, diesmal für die DuMont-Blätter.
Interessant ist übrigens nicht nur der Text selber, sondern auch der Nachklapp, der das freiwillige Bezahlmodell für Onlinetexte der taz erläutert, also bitte mal bis zum Ende lesen
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/operation-am-offenen-herzen/
Hoffentlich hat den begnadeten Kommentar “Hoffnung” keiner der bekannten Hoffnungsträger aus der mittleren Führungsebene verfasst – sonst: Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!!
Nun gut, zuerst die Polemik:
Da haben sich wohl die Herren aus gewissen Etagen bei einem Rotwein oder Dortmunder Pils zusammengetan und versucht einen bösen Text zu verfassen.
Jetzt zu den Fakten:
Ich kenne niemanden, wohl gemerkt NIEMANDEN mehr in der gesamten WAZ-Gruppe bis hin zur ersten und zum Teil auch zweiten Hierachie-Ebene, der nicht über verschiedene Vorgänge in diesem Haus nur noch den Kopf schüttelt. Es ist auch vollkommen egal, mit welcher Abteilung man spricht. JEDER wird berrscht von einer gewissen Fassungslosigkeit, ob der Entscheidungen von oben und der immer neuen Einstellung von weiteren Managern.
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Jetzt ist die WAZ ja nicht allein auf der Welt: Ich kenne nach Lensing-Wolf keinen anderen Verlag, der sich so sehr sein Image ramponiert hat und ich kenne auch keinen Blog, in dem sich so viele Mitarbeiter besorgt und enttäuscht über die Entwicklung ihres Verlages äußern. Das sollte dem Management sehr, sehr, sehr zu denken geben. Oder warum ist es z.B. bei der Rheinischen Post so still? Oder selbst bei Springer? Oder, oder, oder?
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Ich habe hier in diesem Blog auch niemanden entdecken können, der das Internet abschalten und die Schreibmaschine wieder einschalten will oder gesellschaftliche Veränderungen ignoriert. Die Forderungen/Vorschäge lauten weitestgehend wie folgt:
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1. Macht den Westen kostenpflichtig, verschenkt nicht die redaktionelle Arbeit und damit die Abos. Paid Content ist ja inzwischen selbst in Chefetagen ein Thema und damit kein Hirngespinst nur von Menschen in grauen Gewerkschafts-Anzügen.
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2. Gebt uns wieder Organisationsstrukturen, in denen wir vernünftig eine gute Zeitung machen können. Dafür bedarf es nicht mehr Personal (was zwar schön und zum Teil auch nötig wäre), aber zwingend eine Stärkung der Redaktionen vor Ort durch Rückbau der viel zitierten Desks, die zu viel Zeit mit Absprachen verschlingen und zu umständlich sind. Wir sind nicht BZ und FR. Wir sind Herne und Oberhausen. Früher waren wir auch mal nah dran am Leser…
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3. Die Leute kaufen die Regionalzeitung wegen der lokalen und regionalen Inhalte. Den Rest bekommen sie woanders und besser. Stärkt das Lokale und Regionale, denkt über Umverteilung von Personal von den Zentralen nach draußen nach. Wir sind nicht Bild, nicht der Spiegel und auch nicht die FAZ.
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4. Es spricht nichts gegen Eidos, Multicom oder Atex. Nur funktionieren sollten die System und praktikabel in der Anwendung sein. Da hat Eidos massive Schwächen.
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Zuletzt fällt mir noch ein Sprichwort ein: Was Du nicht willst, dass man Dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu. Damit bin ich wieder bei Frank Fligge. Ich finde den ironischen Vorschlag hier, auch ein CR-Desk einzuführen, unter dem Aspekt eine Überlegung wert. Es ist das eine, Sachen zu preisen und anzuordnen, aber das andere, davon gar nicht betroffen zu sein und die Wirkung nicht zu erleben.
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Wenn diese Schickler-Vision so toll ist, sollten die CR den Vorschlag aus diesem Blog aufgreifen: Macht ein CR-Desk unter Leitung von Herrn Reitz in Essen und liefert von WR, NRZ und WP die Artikel zum Layouten zu. Ihr werdet sehen, wie praktiabel das ist. Oder seid ihr da oben nicht mehr bereit, auf gesellschaftliche Veränderungen einzugehen, ja trauert gar der Schreibmaschine hinterher oder tragt graue Anzüge…?
Defätismus! Sabotage! Subversion! Dolchstoß!
Andere Ursachen kann es nicht geben! Basta!
#vorsicht satire
Alles andere hieße, das eigene Versagen und Scheitern des aktuellen Modells einzugestehen. Gut, daß wir keine Samurai sind.
Oder in einem Satz: Bei uns im Verlag weiß die eine Führungstruppe nicht mehr was die andere gerade tut.
Shit happens, ich besitze tatsächlich einen grauen Anzug. Was mir andererseits immerhin die Chance eröffnet, nach dem zwangsläufigen Scheitern in der Chefredaktion einen neuen Karriereanlauf in der Gewerkschaft meiner Wahl zu unternehmen. Weil ich ja, wie ich in diesem sehr lehrreichen Blog erfahren durfte, so karrieregeil bin.
Was mir noch auffällt: Sobald sich hier jemand äußert, der den Verantwortlichen in Verlag und Redaktionen nicht mindestens die Pest an den Hals wünscht, ist entweder Rotwein oder Bier im Spiel oder der Blogger gekauft oder selbst ein Verantwortlicher. Schräges Verständnis von freier Meinungsäußerung, wenn Ihr mich fragt.
Aber mal wieder sachlich: Da früher alles besser und insbesondere die journalistische Qualität so viel höher war, lade ich alle Interessierten in den Archivkeller der WR im Rundschau-Haus am Brüderweg 9 in Dortmund ein. Da ziehen wir uns dann wahllos Bände aus den 70er, 80er und 90er Jahren aus dem Regal und erfreuen uns an der grandiosen Berichterstattung. Für Kaffee und Teilchen sorge ich. Blöderweise wird uns dabei sehr schnell dämmern, dass die Quote an eigenrecherchierten Geschichten damals nahe null lag und die der Agenturbeiträge nahe 100 Prozent. Ich glaube, das nennt man Einheitsbrei. Auch waren die lokalen Umfänge weit geringer als heute. So hat die WR für “Groß-Dortmund” in den 80ern schlappe drei bis vier Seiten am Tag gemacht. Selbst nach der Umfangsreduzierung sind es jetzt noch sechs bis acht Stücke plus drei Stadtteilseiten plus mindestens zwei Lokalsportseiten.
Was ich sagen will: Hört doch um Himmels Willen endlich auf, die Vergangenheit nostalgisch zu verklären und kommt im Heute an.
Also: Ich bitte um Terminvorschläge für das Archivkellertreffen. Und meinetwegen setzt Euch Masken auf, wenn Ihr wollt, dass diese alberne Anonymität gewahrt bleibt.
@Frank Fligge
Nicht schlecht geschrieben. Mit der Vergangenheit, das stimmt möglicherweise sogar. Wobei: Ich kann hier nur wenige Beiträge entdecken, die die Vergangenheit glorifizieren. Es geht meistens um Probleme im hier und jetzt und deshalb wird so manchem Entscheidungsträger “mindestens die Pest an den Hals gewünscht”. Schau doch einfach mal auf die gut zusammengefassten Punkte von “diehoffnungstirbtzuletzt” und die Argumente weiterer Maskenträger hier.
“Sobald sich hier jemand äußert, der den Verantwortlichen in Verlag und Redaktionen nicht mindestens die Pest an den Hals wünscht”
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Wir sind halt undankbares Pack, so stimmte eure Welt wieder. Hmm, warum nur ist es bei anderen Verlagen anders…?
@ Frank Fligge
Was ich nicht nachvollziehen kann, das ist die Suggestion Agenturberichte = per se schlecht, Eigenrecherche = per se gut. Es gibt manche ausgesprochen miese Eigenrechereche, und es gibt sehr gute Agenturtexte. Letztlich wird es dem Leser auf die Qualität ankommen, nicht auf den Verfasser.
Lieber Frank, es ist noch nicht allzu lange her, da ließ sich die Qualität einer Lokal- oder auch Regionalzeitung durchaus auch daran bemessen, wieviele Agenturen sie abonniert hatte. Wir wissen doch alle, dass der größte Teil der überregionalen Inhalte niemals aus Eigenrecherche stammen kann – ein Blatt wie die WR, nicht einmal die komplette WAZ-Gruppe könnte sich ein solch großes Reporter- und Korrespondentennetz jemals leisten.
Insofern war bereits die Reduktion der Agenturen, wie sie die WAZ-Gruppe vornahm, tatsächlich ein Schritt in Richtung Einheitsbrei, weil der Nachrichtenredakteur sich nicht mehr ein so umfassendes Bild aus verschiedenen Quellen machen kann.
Dasselbe gilt für den Leser auf Ebene der Zeitungen: Einheitsbrei war es eben damals deshalb nicht, weil sich die Blätter i n n e r h a l b des WAZ-Modells stärker voneinander absetzten – da gab es keine WAZ-Kommentatoren in der WR.
Übrigens war, wenn ich das richtig sehe, hier vor allem das kritiklose Bejubeln von DSDS & Co. angesprochen, als die Tradition zum Vergleich herangezogen wird.
wurde. (sorry)
Okay, da hab’ ich mich missverständlich ausgedrückt. Agentur = schlecht und Eigenrecherche = gut – das sind natürlich Gleichungen, die nicht zwangsläufig aufgehen. Letztlich hängt die Qualität jedes journalistischen Beitrags von der Qualifikation und Sorgfalt derer ab, die ihn recherchiert, geschrieben und optisch umgesetzt haben. Worauf ich nur hinaus will: WR, WAZ und NRZ wird seit dem Start des ContentDesks Einheitsbreit im Mantel unterstellt. Das ist Unfug, und das lässt sich auch belegen. Legt die drei Zeitungen nebeneinander. Und dann legt andere regionale Tageszeitungen aus NRW daneben, die nahezu komplette Agenturmäntel anbieten und bisweilen beliebig gegeneinander austauschbar sind. Da schneiden wir, und so selbstbewusst darf die ungeheuer motivierte und engagierte Belegschaft der WR wohl sein, so schlecht nicht ab. Da sehe ich den Einheitsbrei eher bei anderen, die sich einer solchen Diskussion bis heute allerdings nicht stellen mussten.
An der Stelle auch noch einmal die Zahlen: Dem WR-Mantel arbeiten neben unseren nach Schickler rechnerisch 16 Redakteuren auch noch gut 80 Kolleginnen und Kollegen vom ContentDesk zu. Zeigt mit mal eine Regionalzeitung in Deutschland, die personell so aufgestellt ist. Von den zahlreichen Kolleginnen und Kollegen in den Lokalredaktionen, die u.a. für unsere regionalen Mantelseiten schreiben ganz zu schweigen.
Es gibt vermeintlich große und bedeutende Tageszeitungen in Deutschland, die haben exakt die Mantelbesetzung wie WR und NRZ nach Schickler – aber keinen ContentDesk im Rücken. Die machen ihren Mantel mit 15 bis 20 Leuten. Fertig.
Noch ein Satz in Sachen dpa: Wir haben uns den Verzicht nicht ausgesucht, und ich behaupte auch nicht, dpa würde uns nicht fehlen. Wenn man mich allerdings vor die Wahl gestellt hätte, dpa zu kündigen oder noch einmal 20 bis 25 Stellen bei unseren Titeln zu streichen, weiß ich, wie ich entschieden hätte.
Und dann noch ein Letztes zu “evil”. Die Behauptung, bei anderen Verlagen sei alles besser – so jedenfalls interpretiere ich Deine Wortmeldung – ist kühn. Schau Dich doch bitte mal in der Branche um. Sprich doch mal mit Kolleginnen und Kollegen anderer Verlage, die von heute auf morgen die betriebsbedingte Kündigung auf dem Tisch liegen hatten. Ohne Sozialplan, ohne Abfindung, ohne ATZ-Regelung.
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich will hier nicht Schickler glorifizieren. Aber was den Personalabbau angeht, so ist der von der WAZ-Mediengruppe so sozialverträglich und verantwortungsbewusst durchgeführt worden, wie ich es zurzeit in anderen Häusern nicht erkennen kann. Fragt mal Eure Gewerkschafter – die könnten dazu bestimmt ein paar spannende Geschichten erzählen.
@Frank Fligge
Bezogen auf die 70er, 80er und 90er Jahre schreiben Sie, dass damals “die Quote an eigenrecherchierten Geschichten damals nahe null lag und die der Agenturbeiträge nahe 100 Prozent.”
Das ist schlicht und einfach unwahr.
Sehr geehrter Herr Fligge,
zugegeben, ich bin ein journalistischer “Oldie”. Aber mit ehrwürdigen journalistischen Werten. Und die vermisse ich zunehmend.
Bleiben wir bei der Sprache. Da werden im Blatt “Straenbahnen verlegt”, “Aus Holz werden Menschen”, aus dem Bundestagspräsident Lammert der “Bundespräsident”, ganze Absätze werden teilweise doppelt gedruckt, nachdem der Vorspann notdürftig “eingenordet” wurde.
Doch nicht nur die Fehler häufen sich. Auch die Artikel werden immer farbloser. Kritikloser. Beispiel: eine “Bleiwüste” über DSDS, nach jeder RTL-Sendung neu, ohne wirklich erkennbaren Informationswert. Ich lese da kein Wort über fragwürdige Knebelverträge, über die Art und Weise wie “fiebernde” Teenies von diesem Sender abgezockt werden. Ich lese nur das, was der Sender zur Quotenförderung selber von sich gibt. Das nennt man auch Sofa-Report.
Früher, so schrieben Sie, habe bei der WR die Agenturausbeute bei nahezu 100 % gelegen. Warum lügen Sie so dreist ? Die WR hatte einst eigene Reporter: Rolf Düdder war einer von ihnen, der fast immer mit eigenen Geschichten imBlatt vertreten war. Vielfach lieferten auch die Lokalredaktionen dem Mantel zu. Und es waren gute Geschichten, die sich vom Agentur-Einheitsbrei unterschieden. Das machte den publizistischen Charakter der Zeitung aus.
Zum Platzumfang: Es war Ende der Siebziger, da machte ich sonntags drei Seiten! Lokalsport. Unter widrigsten Umständen, um – zugegeben – in der Mittelstadt im Münsterland konkurrenzfähig zu sein. Da wurde Eigeninitiative noch geschätzt. Da wurden auch keine Bombendrohungen an Schulen veröffentlicht; heute reicht schon eine vage Ankündigung eines möglichen Amoklaufes aus, um fett im Lokalteil reportiert zu werden.
Ach ja: Und der Pressebericht der örtlichen Polizeibehörde wurde auch nicht einfach ins Blatt gehoben. Mindestens umgeschrieben wurde er. Auch das ist heute anders. Vielfach wird nicht einmal mehr nachgefragt. Und so kommen Pressesprecher der Polizeibehörden zu der Erkenntnis, dass das verlebte Wochenende höchst gefährlich war, glaubt man der lokalen Montagsausgabe. Die ist nämlich nur allzu häufig ein Sammelsurium der übriggebliebenen Polizeiberichterstatter. Ist es da verwunderlich, wenn Pressesprecher der Polizei sagen, Sie hätten das Gefühl, die Zeitung vollzuschreiben.
Auch das, Herr Fligge, war früher anders. Einiges sicherlich auch schlechter. Aber wenn ich an die Honorare denke, die ich damals erhielt und die Honorare sehe, die heute gezahlt werden, dann muss ich sagen: Die sind nicht wirklich großartig angehoben worden im Lokalen in den vergangenen vierzig Jahren.
So lesen sich denn zunehmend viele Artikel wie Aufsätze von Laien. Glossen, die keine sind,allenfalls dümmliche Platzfüller. Nein, Herr Fligge: Qualität sieht anders aus. Früher, da konnte ein Leser noch den Chefredakteur direkt anrufen, um sich über mangelnde Qualität eines Artikels zu beschweren. Versuchen Sie das mal heute über WAZ-Dialog. Ja – nicht einmal mehr eine Geschäftsstelle gibt es.
Ausgerechnet bei einer Zeitung. Die vom Dialog mit dem Leser lebt. Wie soll ich einem investigativen Redakteur überhaupt noch vertraulich eine Geschichte erzählen können, wenn ich zu dem gar nicht mehr durchgestellt werde ?
Aber das werden Sie sicherlich wieder schön reden. So wie die tolle Vielfalt der WR durch den Einheitsbrei. Aber Herr Fligge, wo bitteschön ist der publizistische Charakter dieser WR geblieben ? Ich sage: Untergegangen im publizistischen Einheitsbrei, in der qualitätslosen Beliebigkeit einer seelenlosen Zeitung, die inzwischen ihre Leser sucht.
Denken Sie mal darüber einfach mal nach. Und wenn Sie ins Archiv steigen, dann lesen Sie mal die Geschichten von Düdder, Leyendecker (ja, der war auch mal bei der WR) und erfreuen Sie sich an diesen Geschichten, die so heute wohl nicht mehr im Blatt stehen! Und dann erst antworten Sie. Aber ehrlich!
@ Ex-WR-Redakteur Dem ist kaum noch etwas hinzuzufügen. Vielleicht noch, dass die WR einst auch vielfach ausgezeichnete Leute hatte wie Bodo Goeke als Fotograf hatte und Chefredakteure, deren Wort auch in anderen Medien gefragt war und etwas galt.
Halten wir aber andererseits Herrn Fligge zugute, dass er diese Top-Leute der WR zum großen Teil nicht mehr selbst kennenlernen durfte. So ist sein Verständnis von gutem Journalismus vermutlich (leider) von neueren Strukturen geprägt, die in erster Linie das Nutzen von “Synergien” zum Ziele haben – übrigens ein Verständnis, das sich heute, ebenfalls im Gegensatz zu früher, bis in die höchsten Ebenen fortsetzt. Dass Herr Hombach als Verlagsmanager mittlerweile so denken muss (obwohl die Verleger alter Schule da auch anders waren), dafür habe ich noch ein gewisses Verständnis. Er muss in erster Linie Kaufmann sein. Aber ein Chefredakteur, wie auch sein Stellvertreter, sollte meiner Meinung nach in erster Linie Journalist sein und nicht kaufmännisch orientierter Verlagsvertreter.
Nicht zuletzt: Der WAZ-Gruppe geht es nach eigenem Bekunden weiterhin recht gut. So gut, dass man wieder „shoppen“ will. Ich erinnere aber in aller Bescheidenheit daran, dass man uns in wirtschaftlich besseren Jahren die Sparsamkeit („wir sind bewusst schlank aufgestellt“, O-Ton Herr Schumann) und die Auslandsinvestitionen damit begründete, dass diese Investitionen auch dazu dienten, unsere Arbeitsplätze bei den Traditionsblättern im Inland zu sichern. Wenn heute von Newcomern wie Nienhaus gesagt wird, es dürfe keine „Quersubventionen“ geben, nachdem es doch lange in umgekehrter Richtung lief, dann ist das eine Abkehr von der einstigen Zusage. Auch dies sollte man sich vor Augen halten, wenn man heute als Chefredakteur oder stellvertretender CR unverhohlen um Verständnis für die Synergie- und Sparmaßnahmen des Verlages wirbt und journalistische Interessen demgegenüber zurückstellt.
Wenn heute etwa im Süden nur noch acht Redakteure für zwei Zeitungen tätig sind und, weil zwei ja für den Sport wegfallen, sich sechs, in der täglichen Praxis aber natürlich wegen Urlaub usw. höchstens noch vier um acht große Kommunen, davon eine Großstadt mit Universität, kümmern müssen, dann bleibt nur noch wenig Raum für eigene Recherchen. Wer das bestreiten will, der kann ja mal ein, zwei Wochen zur Probe versuchen, z.B. auf drei Ratssitzungen gleichzeitig anwesend zu sein.Das ist die Crux: Die Kollegen dort (wie anders wo) können bei dieser Personalausstattung nur noch „dünn drüber“ – allen Qualitätsbeteuerungen und aller Synergiegläubigkeit zum Trotz.
Du hast nichts verstanden, Fligge!
Die angedrohten Kündigungen sind vorüber, ja.
Aber das Drama hat kein Ende.
Die Liste der Fehlentscheidungen geht weiter und verschärft unsere Krise.
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Beispiele?
Leserläden dicht, Ersatz nur stümperhaft. Redakteure abgebaut, zeitraubende Strukturen durch Desks eingeführt. Anzeigenabteilung wird gerade zerhackt, neue Strukturen sind ebenfalls absehbar Theorie und keine Praxis. Eidos wird eingeführt, System ist aber noch in zu vielen Punkten mangelhaft. Borchert geht (gottseidank) von Bord, Konzept wird dennoch beibehalten. Regio-Onliner bekommen Kameras und werden ausgebildet für Videos, jetzt machen es die neuen TV-Teams. Usw. Usw. Usw.
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Wo ist der rote Faden? Wo ist eine GF, die zumindest einen Weg zu kennen glaubt und ihn mal skizziert?
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Stattdessen: Durchhalteparolen, Verklärung, taube Ohren und jeden Monat eine neue Spitzenpersonalie.
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Ich sehe für unsere WR leider keine zarten erfolgreichen Pflänzchen.
@Frank Fligge “was den Personalabbau angeht, so ist der von der WAZ-Mediengruppe so sozialverträglich und verantwortungsbewusst durchgeführt worden.”
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Hallo Frank,
ich gebe Dir recht, was die betroffenen Kollegen und die bislang vermiedenen Kündigungen angeht.
Aber was die Zeitung, die WR angeht, da hast Du ganz und gar unrecht. Denkt man an eine Personalaustattung, wie sie unserer Meinung nach erforderlich ist, um ein Blatt wie die WR dauerhaft im Bestand zu sichern, so handelt der Verlag absolut verantwortungslos. Denn so, wie es jetzt läuft, führt es ins sichere Ende.
Wenn Du anderer Ansicht sein solltest, dann nenne uns doch eine einzige andere, nachvollziehbare Erklärung für die rapiden Auflagenverluste seit der Schickler-Reform. Von -3,80 Prozent auf -13,29 Prozent pro Jahr im Siegerland! Sind die Kollegen da verrückt geworden? Oder die Leser? Es kann gar keinen anderen Grund geben als die Schickler-Umstrukturierung! Hagen-Hohenlimburg sieht auch nicht gut aus, Dortmund ebenso. In dieser Situation bedürfte es einer massiven personellen Stärkung, um konkurrenzfähig zu bleiben. Stattdessen ist der Abbau in praxi noch nicht einmal beendet.
D a s ist die Angst der Kolleginnen und Kollegen, um wieder zum Thema des Threads zurückzukommen: Dass wir als WR schön sozialverträglich kaputtgespart werden. Oder was glaubst Du, wie lange sich der Verlag die Auflagenverluste noch mit ansehen wird?
Lieber “evil” – für Dich immer noch “Frank” oder meinetwegen auch “Herr Fligge”, aber nicht “Fligge”. Miteinander zu diskutieren, hat bei allen Meinungsverschiedenheiten auch etwas mit gegenseitigem Respekt zu tun. Und ganz ehrlich: Wenn wir bei Ansprachen wie “Du hast nichts verstanden, Fligge!” angekommen sind, wird’s mir deutlich eine Nummer zu primitiv. Bin raus.
Formfragen. Zu den Sachthemen kommt aber nix.
Auflagenverluste durch Personalabbau auf der einen Seite mit im Profil bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten und de facto in ihrer Handlungsfähigkeit stark eingeschränkten Lokalredaktionen sind die eine Seite.
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Die andere ist: Personaleinkauf wie im Supermarkt. David Schraven, Ruhrbarone-Blogger und bislang einer der schärfsten WAZ-Kritiker im Netz, wird neuer Leiter des Recherche-Ressorts am WAZ-Content-Desk. Sein Vorgänger Dietmar Seher wurde zum politischer Reporter gemacht…
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Exellenz-einkaufen, nannte die WAZ-Chefredaktion diesen Coup heute.
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Eben: Die Exellenzen haben mal eben eingekauft – und einen Kritiker stumm gemacht.
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Was mögen bloß die anderen exellenten Kollegen von WP, WR, NRZ und WAZ, die sich gerne um so einen Job beworben hätten, dazu sagen.
Und was die Leser? Kommen deshalb 42000 Ex-Abos – Verlust seit 3/09 wieder rein, weil man einen Kritiker in den Mantel setzt? Oder sollte man nicht lieber wieder Lokalredaktionen aufbauen, die diesen Namen verdienen?
Reitzende Personalpolitik…..
Hallo Frank,
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es ist natürlich schade, dass Du einen einzelnen rabiaten Diskussionsteilnehmer, der es an Höflichkeit mangeln lässt, zum Anlass nimmst, einer sachlich geführten Diskussion um die Fakten auszuweichen. Es zeigt uns aber auch, dass Du diese Fakten vermutlich derart ernst nimmst, dass Du nun nicht mehr darauf antworten kannst, ohne Dir Ärger einzuhandeln. Was wiederum verständlich ist und letztlich auch nur den Stand der Dinge kennzeichnet. Eines ist sowieso jedem vernünftigen Menschen klar: Ändern kannst Du, kann Malte auch nichts mehr.
Ja, was soll man noch erwarten? Man hat ja gesehen, was mit Chefredakteuren geschieht, die Rückgrat (Thüringen) haben?
…da verzieht man sich lieber nach einer wütenden, falschen Anrede!
Ich möchte mich noch einmal korrigieren, es soll ja hier keine Fehde werden: Ich meine damit natürlich nicht, dass Herr Fligge kein Rückgrat, davon gehe ich nicht aus. Ich meine damit, dass CR, die es öffentlich zeigen, ganz gleich bei welchem Titel, das erleben könnten, was in Thüringen geschehen ist. Es wird niemand wagen z.B. zu sagen, die Desks haben sich für uns nicht bewährt, wir arbeiten jetzt mit Producern vor Ort. Oder: Warum verpflichtet der Verlag externe Kräfte, während wir noch Überhang an sehr guten Leuten haben. Das wagt keiner. Und entschuldigung wegen der Anrede, aber wenn man tagtäglich mitbekommt, was alles schief läuft, dann schwillt einem der Kamm, wenn blühende Landschaften beschrieben werden. Ich bin dann lieber raus, um eine sachliche Diskussion nicht zu stören, lese aber gern die Antworten zu den sachlich aufgeworfenen Fragen mit.
Das ist seit Jahrzehnten bei der WAZ-Mediengruppe usus: Was stört, Nutzen bringen könnte, wird weggekauft. Ob Zeitungshäuser, Chefredakteur, Anzeigenblätter, Personal zur Schwächung der Konkurrenz. Und ewig lockt das Geld . . . “Ruhrbaron” David Schraven wird bald merken, daß die Rechercherealität bei der WAZ wenig “frei”-herrenmäßig ist.
Zur “Quialitätsofdfensuive” der Manufaktor WAZ ist mir ein ganz akuelles Thema audfgefallen.
Ein Volontär geht mit seiner Freundin spazieren. Am Ufer des Kemnader Stazusees. Sie entdeckt ein Krokodil im Wasser. Etwa ein Meter lang; er macht ein Foto mit dem Handy und schreibt die Geschichte.
Dann setzt Reporter Hubert Wolf noch einen drauf, schreibt die Geschichte im Mantel und zitiert – als einzige Quelle – Volontär und Freundin.
Nun habe ich mir die Mühe gemacht, nachzurecherchieren. Bei der zuständigen Polizei in Bochum. Dort war man in der Pressestelle irritiert. Denn Volonträ samt Freundinhaben nach ihrer Entdeckung des Krokodils nicht die Polizei informiert. Die erfuhr von dem vermeintlichen Fund aus der Zeitung!
Die Schiffsführer auf dem kemnader Stausee haben auch kein Krokodil entdeckt. Ebenso wenig die vielen Spaziergänger.
Stattdessen hämische Kommentare auf der Seite “Der Westen”. Einer davon ist bsonders lesenswert; offenbar stammt er wirklich von einem Zeitungszusteller:
“Ich hab mich heute zum ersten mal echt geschämt, dieses Blatt auszutragen. Mal ein paar simple Fragen an die “Redaktion”: Wieso gibt es denn nur dieses Loch-Ness-Handy-Foto? Kam das “Krokodil” nun mal nicht näher? Wie können sich Herr Poll und geniale Freundin dann “hundertprozentig sicher” sein, dass es nicht ein Stück Holz war??? Es kam doch näher? Wieso hat dann ausgerechnet die Generation Fotohandy diesen Moment nicht geknipst gekriegt? Warum fragt sich eine ganze “Redaktion” so was offensichtlich nicht??? Okay, die meisten dort werden ihre Rente eben durchhaben, Herr P. wird seinen Weg auf diese Weise sicher machen, aber Zusteller, die brauchen Leser – Dankeschön also. Die einzige Möglichkeit jetzt noch mit Anstand aus der Sache rauszukommen, sich bei den Lesern entschuldigen (wird einem ja selten so klargemacht für WIE doof man gehalten wird), oder selber ein Krokodil am See aussetzen.
#9 von diedoofen , am 28.04.2010 um 09:39
Das sagt wohl alles aus.
Mal eineFrage an Herrn Reitz: Ist das also der investigative Journalismus des Desk, dass ein Reporter der Manufaktur WAZ als einzigen Zeugen den Volontär und seine Freundin befragt, um dann eine Geschichte daraus zu stricken ? Wer verantwortet solch einen “Qualitätsjournalismus” für den sich bereits der Zeitungszusteller schämt ? Reitzende Vorstellung. Nur der Bote versinkt in tiefe Scham….
Übrigens: Wer mit Hubert Wolf sprechen wollte, konnte das nicht. WAZ-Dialog stelte nicht durch.
So kann man auch das letzte Quentchen Glaubwürdigkeit einer Zeitung beim Leser verspielen.
WAZ hat sich die Zeit(ung) doch verändert: Von der zuverlässigen Lokalzeitung zur Hombachsen Märchensammlung.
Ein schönes und treffendes Beispiel für WAZ-Qualitätsjournalismus. Vielleicht auch für die Qualitätsausbildung von Volontären.
Die “Manufaktur” WAZ hat wieder zugeschlagen. Investigativ. Schlagzeilenträchtig. Mit der ganzen “Qualität” einer Lokalredaktion!
http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/Hattinger-hat-Kaiman-in-der-Ruhr-gesehen-id2913451.html
Da reicht also der Anruf eines vermeintlichen Lesers, und man strickt ein Märchen munter weiter.
Übrigens: Die Polizei in Bochum hegt immer noch Zweifel daran, dass es diesen kaiman überhaupt gibt.
Es wäre ehrlich gewesen, dieses zu schreiben. Aber stattdessen fällt man lieber auf einen x-beliebigen Anruf eines vermeintlichen Lesers `rein, der nicht einmal die Telefonnummer hinterlassen hat oder zu einem Treffen mit dem Redakteur bereit gewesen wäre.
Sorry: Seriöse und qualitätsbewußte Zeitung geht anders. Das ist einfach nur noch Müll!
Wenn der Ex-WR-Redakteur seine eigenen Beiträge noch gegenlesen würde, hätten wir noch mehr davon.
gut und schön….
Sie kritisieren die Fehler in meinen Beiträgen ?
Geht in Ordnung. Aber so wie Sie sich daran stören, ärgere ich mich (und viele andere Leser auch) über die zahlreichen Fehler in der Zeitung. Die häufen sich nämlich in den “Qualitätsblättern”.
Hinzu kommen noch die inhaltlichen Fehler. Oder Geschichten wie die eines plötzlich auftauchenden Krokodils. Ein Phantom. Nur vom Volontär und seiner Freundin bislang bemerkt!
Irre(führend) sind da nicht nur die Texte. Auch die Bildauswahl.
Da dürften Tippfehler meinerseits wohl die kleinere Aufregung ausmachen.
Ansonsten reiche ich Ihnen kollegial die Buchstaben-, Komma- und Punktbüchse. Viel Spaß beim Ausleeren.
@gut und schön Man kann seine eigenen Beiträge nicht “gegen”lesen – das können nur andere.
SCNR
Großartig! Stefan Niggemeier hat die Krokodilstory nochmals köstlich zusammengefasst:
Besser kann man die hier angesprochenen Themen nicht zusammenfassen.
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http://www.stefan-niggemeier.de/blog/journalisten-machen-kemnader-see-unsicher/
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@Frank Fligge: Good Job though. Die harten News im Wahlkampf haben die Blogs. Ihr dafür ein Krokodil.
http://www.pottblog.de/2010/04/28/christian-nienhaus-und-bodo-hombach-waz-mediengruppe-aeussern-sich-zur-flip-kamera/
Aua. Beide vorstehende Posts illustrieren das ganze Elend unseres Unternehmens. Schon lustig – aber irgendwie mit ziemlich bitterer Note.
Und auf den Kommentarseiten “DerWesten” war die Redaktion noch eindringlichst gewarnt worden, vor “Bernd Johanningmeyer”und seinem “getürkten Anruf”.
Als Journalist, der diesem Verlag mal mehrere Jahre angehört hat, schämt man sich für seine Kollegen.
Da braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Leser scharenweise diese “Hombachse Märchensammlung” abbestellen.
Allerdings wird angesichts solcher erfundener Geschichten auch die Sorge um den Arbeitsplatz ganz schnell zu Krokodilstränen.
Ein weiteres Stück “Qualitätsjournalismus” Hombach-Reitzscher Prägung, eine überaus beachtliche Leistung auf der nach oben offenen Peinlichkeitsskala. Und die anderen WAZ-Blätter springen dank “Content” auf den Trip in die größtmöglichen Fettnäpfchen auf.
Wenn das die auch in diesem Diskussionsfaden von Frank Fligge hoch gelobte Eigenrecherche ist, dann wünsche ich mir nur noch Agenturberichte: solche, die sauber mit mehreren, voneinander unabhängigen Quellen abgeglichen wurden.
Lieber Frank, das ist nun wirklich nur das kleine ABC des Journalismus, das bei Berichten wie dem vom Kaiman nicht einmal in Ansätzen beherrscht wird. Ich vermute ‘mal, dass es eine praktikable Maßeinheit für miese Qualität gibt: Abbestellungen pro Stunde. Laßt ‘mal hören, wie das nach der Kaiman-Story bei WAZens so aussieht.
Unverfroren neulich auch im Dortmunder WR-Lokalteil die werbliche Lobhudelei über einen Braunschweiger (!) Pizzadienst. Ein Dortmunder hatte bei denen einen Preis gewonnen. Das wurde aber fast zur Nebensache. Und es war keine Verlags-Sonderseite, sondern der ganz normale Lokalteil.
Neulich auch in allen WAZ-Titeln: Eine redaktionelle Werbung für günstige Reisen, die im Westen versteigert werden. Was sagen eigentlich die Männer dazu, die die Trennung von Redaktion und Anzeigen beschworen haben? Und der Ombudsmann?
Diese beschworene Trennung gibt es doch schon lange nicht mehr. Sogar im Hauptteil tauchen immer wieder Stories auf, in denen die Grenze zur Werbung überschritten wird. Alles unter dem Deckmantel “aktuell”, “neu” oder Service.
Noch dicker konnte es für Frank Fligge mit seinen Scheinargumenten nicht kommen. Nicht nur, dass niemand der zahlreichen Redakteure in den übrigen Titelredaktionen auf die Idee kam, dass das Krokodil bei dem mehr als dünnen Faktenbestand eine eine Ente war, nein, es zeigt auch die “Hörigkeit” dem Essener Contentdesk gegenüber. Es zeigt auch, dass der waz-Chefredakteur allem Anschein nach seine Leute bewußt auf Sensationshascherei schickt. Saubere und gründliche Recherche ade. Die Republik lacht!
Gabs da nicht mal so einen Kodex?
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“Regionalzeitungen genießen im Vergleich mit anderen Medien ein
hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Dieses Vertrauenskapital darf nicht
gefährdet werden. Der Verhaltenskodex der WAZ Mediengruppe
legt fest, welche Regeln strikt einzuhalten sind.”
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http://www.initiative-qualitaet.de/fileadmin/IQ/Archiv/Rundmails/iq_rundmail_19_kodex.pdf
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Ach ja…
Und auf der Seite “DerWesten” werden Kritiker der Krokodil-Geschichte prompt geblockt.
Erst die Leser rotzfrech verarschen, um sie dann zu blocken, wenn sie sich beschweren wollen. Zum Chefredakteur werden sie ja auch nicht durchgestellt. Da ist dann WAZ-Dialog vor.
Wundert es da wirklich, wenn Abos abbestellt werden ? Warum nimmt dieser Verlag die Leser, also seine Kunden, nicht ernst ? Es ist schon erbärmlich was dieses Medienhaus so veranstaltet.
Übrigens: Die erfundene Geschichte mit dem Krokodil steht immer noch im “DerWesten”.
Dabei wäre eine Entschuildigung von Verlag und Redaktion an die “verehrten Leser und Leserinnen” wohl angebrachter gewesen.
Aber Hochmut kommt stets vor dem Fall….
http://www.wuv.de/nachrichten/medien/schubries_spricht_fuer_waz_verlegerfamilie_funke
Und wieder droht neuer Ärger. Zumindest Ärgernis.
In der Nacht zum Freitag nahm “DerWesten”, Ausgabe Hattingen, einen Artikel plötzlich heraus. Darin ging es um das Ende von Verträgen für Mitarbeiter eines Jugendhauses. In den Kommentaren hagelte es Kritik der User an der Entscheidung der Stadt.
Dann meldete sich kurz vor Mitternacht ein Mitglied der Hattinger Redaktion schriftlich zu Wort, um einen User zu massregeln. Der Einspruch des Redakteurs gipfelte dann jedoch in der Drohung, er wisse um welche Person es sich hinter dem Nick des betreffenden User handele und er wisse eine ganze Menge über diesen. . Kurze Zeit später erschien ein weiter Eintrag, abermals mit dem Namen des Redakteurs und dem Hinweis, der Missbrauch von Redakteursnamen auf der Kommentarseite ginge wohl zu weit.
Indes konterte der so Angegangene mit der Krokodil-Geschichte und gab an, weitere Beispiele für derartig schlampige Arbeit zu haben. Dann die Feststellung des Users an den redakteur: “Wer im Glashaus sitzt, braucht nicht mit Steinen zu werfen.” (Leider habe ich die Kommentarseite nicht kopiert, so dass ich das hier so wiedergeben muss.)
Kurze Zeit später war der ganze Artikel samt Kommentare offline. Das wiederum verärgert nun einige User. Hier der Link: http://www.derwesten.de/staedte/hattingen/Selbstkritik-an-erster-Stelle-id2923830.html
Da diese Praxis kein Einzelfall ist, ist folgendes festzustellen: Das Haus verärgert sich zunehmend Leser, wenn sie kritische Äußerungen zu Sachverhalten einfach löschen, nur weil dem Verlag die Äußerungen nicht gefallen. Schlimmer noch: Das Haus mag keine Kritik. Erst recht nicht an der eigenen Arbeit.
Telefonische Leserbeschwerden werden nicht zur Chefredaktion durchgestellt, bleiben bei WAZ-Dialog hängen. Kritik auf der Seite “DerWesten” wird gelöscht, schlecht geschriebene und miserable Artikel in die WAZ-Titel gehoben (siehe die Kaiman-Story), Werbegeschichten häufen sich über (Lokaleröffnung, Zeitungsladen oder Inhaberin eines Reisebüros häufen sich).
Auf der Strecke bleibt die gute kommunalpolitische Geschichte, die gute lokale Reportage, die investigative lokale Geschichte. Stattdessen Larifari-Eiapopeia-Belanglos-Geschichtchen, die kein Leser wirklich braucht.
Wundert sich da wirklich noch jemand, dass Leser die Zeitung abbestellen ? Ich kann die Leser kedenfalls verstehen, die sagen, diese Zeitung ist den Preis nicht mehr wert, den der Verlag dafür verlangt. Ja, nicht einmal mehr den Klick im Internet….
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/815/509942/text/
Lieber Ex-WR-Redakteur,
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warum die Obsession? Diesen Zug hält doch sowieso niemand mehr auf. Die Eigentümerfamilien haben sich entschieden. Wo ist das Problem? Deutschland ist ein freies Land. Da kann jeder Unternehmer sein Geschäft führen, wie er es für richtig hält. Auch wenn es viele andere für falsch halten. Und wenn das Ganze vor der Wand landet – na und? Das interessiert schon fünf Jahre später sowieso kein Schwein mehr.
Es ist so einfach: Nicht die Kritiker hier im Blog beeinflussen die Zukunft unserer alten Blätter, sondern einzig und allein die Leserschaft. Wir als aktive oder ehemalige Profis haben unseren Rat gegeben. Mehr als einmal. Die Einschätzungen und Vorschläge hoch erfahrener Kolleginnen und Kollegen waren den Entscheidungsträgern kaum des Nachdenkens wert. Ja und? Ist das jetzt noch mein Problem?
Mal ehrlich, wäre es denn ein schwerer Verlust für die Medienlandschaft, wenn irgendwelche inzwischen weitgehend gleichgeschalteten Blätter wegen ihrer geringeren Qualität vom Markt geputzt werden? Nö. Vielleicht füllen ja dann ein paar neue Zeitungen oder andere Medien die Lücke in der Medienlandschaft. Vielleicht sind die dann sogar besser. Das wäre dann doch ein Gewinn für die Gesellschaft.
Lieber Ex-WR-Redakteur, mach’ Dir doch keinen Kopf! Ich weiß, es ist schwer, wenn man das mit ansehen muss. Aber, Tradition hin oder her, es gibt ein Leben nach der WR und eines nach der WAZ-Gruppe. Sei einfach froh, dass Du bei einer Zeitung arbeiten durftest, die in der Region lange Zeit etwas galt. Und wenn das, was die Kollegen dort jetzt veranstalten müssen, schief geht, dann lass uns beide hoffen, dass auch sie halbwegs ungeschoren aus der Sache herauskommen. Dass sie einen neuen Arbeitsplatz oder sonst eine wichtige Aufgabe im Leben finden. Wer Deine Bedenken und Sorgen teilt, der kann und sollte sich rechtzeitig darum bemühen. So schwer ist das gar nicht.
Leben ist Veränderung. Auch das Wirtschaftsleben: Ob Borgward oder Quelle – nichts besteht für die Ewigkeit.
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Einen schönen 1. Mai wünscht Dir und allen anderen
ein Ex-Kollege.
Hallo Raum
Ja, es schmerzt wirklich zu sehen, wie da eine Zeitung kaputt gemacht wird.
Ja, es schmerzt zu sehen, dass gute alte journalistische Werte nichts mehr gelten.
Ja, es schmerzt zu erleben, dass Leser nicht mehr ernst genommen werden.
Ja, es schmerzt, die Erkenntnis zu haben, diesen Verfall guter Verlagssitten nicht mehr aufhalten zu können.
Ich habe es bei der Entwicklung des Privat-Radios gesehen, wohin die Verflachung führt. Vielfach bluteten gut gestartete private Sender aus, wurden zu Praktikantenstadel mit Sendeerlaubnis für Dauerduelei.
Die gleiche Entwicklung droht nun den Zeitungen. Charakterlos, belanglos…
Zusammengestellt von Bürgerreportern. Und nicht mehr von Journalisten. Hier – und das schmerzt vielfach noch mehr – verabschiedet sich womöglich ein Berugfszweig.
Ein paar “Edelfedern” wird es weiterhin geben; ein paar prominente TV-Reporter – aber das wird`s gewesen sein. Schon jetzt können die freien Kollegen nur noch selten von dem leben, was sie an Honorar “erschreiben”.
Da wird denn bald auch die Lokalzeitung zum Praktikantenstadel mit Druckerlaubnis verkommen sein.
Das alles läßt sich wohl nicht mehr vermeiden. Es ist der Trend. Warum soll es ausgerechnet bei den Medienhäusern anders sein, als in den anderen Betrieben. Bei den Schlachtern beispielsweise, wo die Profois auch `rausgedrängt wurden und Billiglöhner nun imAkkord die Tiere töten.
Ja, Raum. Sie werden wohl recht haben. Mit einer Ausnahme: Für die Bklätter, die eingestampft werden, wird es wohl keinen Ersatz geben.
Und so sztirbt denn wohl mit der Zeitung auch immer mehr ein Stückchen Kultur. Und damit die Vielfalt, die Informations-Freiheit.
Schade drum.
Ich kann wirklich froh sein, zu den Alten zu gehören. Für die jungen wird schwierig, wenn sie mal nicht über DSDS, erfundene Krokodile oder sonstige Belanglosigkeiten schreiben wollen. Oder gar von dieser Zunft eine Familie ernähren wollen…..
…und die noch Aktiven müssen sich über die Strategiepläne 2015 nur noch wundern. Was soll das bringen? Initiiert durch unternehmensberatung I (Boston Consulting) wurden -gefiltert durch die Abteilungsleiter- “die Mitarbeiter” befragt. Dabei wären die Ideen zur Zukunfststrategie der Mitarbeiter ungefiltert in einem Briefkasten besser aufgehoben gewesen, die dann von den 6 Projektgruppen ausgewertet worden wären. Wurde nicht gemacht, also Chance vertan. Daher frage ich mich, wie man darauf kommt “Wir Arbeiten Zusammen”, wenn man die Mitarbeiter an der Basis gar nicht fragt.
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Betrachtet man nun die 6 Projektgruppen, fragt man sich, wie sich denn da etwas Zukunftbewegendes entwickeln soll, wenn man die Zusammensetzung betrachtet. Da sitzen wieder die gleichen Personen, die in der Vergangenheit mit verantwortlich für das entstandene Desaster sind, unter anderem der verhinderte OB. Und Unternehmensberatung II (Schickler) sitzt immer schön mit am Tisch. Was soll sich denn da bitte bahnbrechendes entwickeln, wenn die Kostenkiller von vornherein mit den Daumen heben und senken? Daher frage ich mich, ob man Schickler jetzt bei allem und alles um Erlaubnis fragen muß, wie bei einem Insolvenzverwalter? Können unsere Manager aus dem Top-, Middel- and Lower- Bereich auch mal wieder alleinige Entscheidungen treffen, ohne die Theoretiker aus Hamburg mit einzubeziehen? Die beiden Unternehmensberatungen machen dabei tagtäglich eine neue Flasche Schampus auf, weil sie sich an der WAZ satt verdienen.
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Richard Branson hat die Tage einmal etwas schönes gesagt. “Jede neue Geschäftsidee verschweige ich erst einmal dem Buchhalter, da er zu engstirnig ist und nur an die Kosten denkt”. Nun ja mit seinen Geschäftsideen ist Branson bekanntlich Mehrfach-Milliardär geworden, also vieles falsch kann er nicht gemacht haben.
allein daran sieht man solch schon das die leute unfähig sind!
sollte hb männchen herr sowieso nicht zum klartext verlag abgedankt werden?
Herr Sowieso macht den Klartext-Verlag so mal nebenbei außer der Marketing&Event-Leitung mit und fängt dort an, das dort etablierte Personal an den Rand zu drängen. Nur über ihm soll die Sonne scheinen
!
das ist alles nur noch traurig. kann man mit den mittlerweile verschicklerten kollegen nicht irgendwas machen? potential ist doch genug da. und ernstzunehmende konkurrenz im sektor demontiert sich derzeit perfekt selbst. die anzeigenblätter werden derzeit auch zu tode saniert. so what?
@anhängsel
meinst du das bei waz dialog deshalb der anzeigenbereich weiter ausgebaut wird?
Das ist naheliegend. Die telefonische Anzeigenannahme in den Geschäftsstellen soll demnächst wohl zusätzlich übers CallCenter laufen bzw. davon übernommen werden. Was sonst im Verkauf noch in Planung ist, weiß keiner so genau. Ist aber bestimmt auch nichts Gutes. Auf jeden Fall kommen die Kollegen auch in den Genuß von SAP.
http://www.open-report.de/artikel/An+neuem+Magazin+will+sich+angeblich+auch+Ippen+beteiligen/55901.html
http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/103884-widerspruechliche-aussagen-ueber-einstieg-bei-woche-will-ippen-oder-doch-nicht.html
und schon wieder steckt auch SPRINGER mit im Boot…
Als langjähriger WR-Leser muss ich leider feststellen: Herr Fligge liegt daneben. Die Zeitung ist eindeutig schlechter geworden.
@ WR-Leser
Herr Fligge wird Situation schon richtig einschätzen können, er ist ja nicht dumm. Aber er wird diese Einschätzung hier nicht wiedergeben. Zu gut wird ihm und den anderen Herren noch der Fall des Thüringer Chefredakteurs S. Lochthofen in Erinnerung sein, der es wagte, Kritik am Vorgehen der WAZ-Mediengruppe zu äußern http://de.wikipedia.org/wiki/Sergej_Lochthofen
Dabei ist Herr Fligge als noch junger, in einer Führungsposition relativ unerfahrener stellvertretender Chefredakteur der gefährdeten WR Lichtjahre von dem Standing entfernt, das der hoch erfahrene und renommierte Lochthofen einst hatte.
http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Qualitaet-kostet-immer-238745181
“Schön wär´s” – langsam kapieren sie es! Das wird wohl nix werden!
“Schön wär’s” als Antwort Schrotthofers auf die Frage, ob man mit journalistischen Angeboten im Internet Geld verdienen kann, gilt bekanntlich für die WAZ.
Andere machen es besser: “Spiegel Online machte 2006 bei einem Umsatz von 15 Millionen Euro zwei Millionen Euro Gewinn.” (Zitat aus Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel_Online )
Es scheint also zu funktionieren. Nur eben nicht mit WAZ-Methoden und billiger Qualität.
Aus für Aust-Projekt: http://meedia.de/nc/details-topstory/article/springer-und-waz-verlassen-aust-projekt_100027844.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=d25ce881f7
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“Gemeinsame Stellungnahme von Stefan Aust, der WAZ-Gruppe und der Axel Springer AG
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Die potenziellen Gesellschafter des von Stefan Aust entwickelten Magazins ‘Woche’ haben sich entschieden, das Projekt im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld nicht weiterzuverfolgen. Die WAZ-Gruppe und die Axel Springer AG bedauern, dass sie daher von der Realisierung einer attraktiven journalistischen Idee Abstand nehmen müssen und danken Stefan Aust für sein Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.
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Stefan Aust wird das Projekt mit anderen Partnern fortsetzen.”
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Was jedem kundigen Beobachter klar war, ist nun eingetreten. Austs Woche wird nicht kommen.
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Schön, dass die WAZ-Geschäftsführung auch in dieses Thema ein paar Euro gesteckt hat, um letztlich nur einmal mehr auf großer Bühne zu scheitern.
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Wenn ich mal Zeit habe hier am Desk, mache ich mal eine Liste der Flops der letzten Tage.
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Fliegen Hombach und Nienhaus eigentlich raus, wenn Rüttgers die Wahl versemmelt? Träumen ist erlaubt.
Wählt schon mal vorsichtshalber SPD. Oder so.
Es heißt, das Aust-Projekt habe die WAZ-Gruppe und Springer 50 bis 70 Millionen Euro gekostet. Wenn die WAZ-Gruppe davon die Hälfte trägt, entspricht das – wenn ich mich nicht irre – ungefähr dem Betrag, der durch Stellenstreichungen und weitere Maßnahmen bei den NRW-Titeln eingespart werden sollte…
Welche Konsequenzen werden nun aus dieser unternehmerischen Fehlleistung gezogen?
Gleichzeitig läuft eine weitere Geldversenkungsmaschine auf Hochtouren. Ich spreche von dem Fernsehsender, den keiner sieht. NRW-TV ist als Selbstdarstellungsorgan einiger Chefredakteure bestimmt ein ziemlich teurer Spaß. Gibt es für diesen Sender eigentlich irgendwelche Qualitätsmaßstäbe?
Leider ist der Führungsriege in Essen die eigene Zurschaustellung offensichtlich wichtiger als das Interesse der Kunden. Das spiegelt sich bedauerlicherweise auch immer öfter in den Printmedien wider. Das wissen sicher auch die Chefredakteure, doch ihr Rückgrat ist im Laufe der Zeit ersetzt worden – durch ein Gummiband. Wird meine WAZ eigentlich für den Leser gemacht oder für den hauseigenen Pressespiegel?
Herr Aust wird sicherlich Teilhaber mit mehr Mut finden und das Magazin wird kurz über lang auf den Markt kommen.
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Es bleibt ein Rätsel, welche Perspektiven die WAZ für sich überhaupt noch beansprucht. Welche Rolle hat Schickler (wieder einmal) gespielt?
@ waz des Tages
Nienhaus hat sich als neuer Vorsitzender der NRW-Verleger eine “Hausmacht” geschaffen, seine Verantwortung und Einfluß in der WAZ-Gruppe ist vergleichsweise mit Hombach eher bescheiden. Und Hombach ist doch ein “Verwandlungskünstler”, Wenn Rüttgers die Wahl verliert, ist Hombach wieder Genosse . . . wie er es immer war.
http://www.titanic-magazin.de/rss.3614
Wochenmagazin mit WAZ-Siegel wäre bundesweit sowieso ein Witz.
Schade
Die WAZ und das Fernsehen.
Jedesmal wenn ich das lese, erinnere ich mich an den Müggenburg seelig.
Der war mal neben Nowottny Bonner WDR-Urgestein, bis er zur WAZ wechselte. In den Achtzigern.
Da sollte er Fernsehen machen.
Und wurde belacht. Vor allem von einem: Jens Feddersen. “Der Mügge wird das nicht erleben, dass hier richtig Fernsehen gemacht wird”,sagte der gewichtige einstige NRZ-Chefredakteur.
Nun also TV für ganz Arme, TV NRW. Fernsehen zum Abgewöhnen. Mit der schlechten Kopie vonFrank Plasberg vor der Kamera,dem Ulli Reitz.
Holzschnittartiger Moderator, mit dem Charme einer Tiefkühltruhe.
Nein, das wird wohl nichts mehr mit der WAZ und dem Fernsehen.
Feddersen – man mag zu ihm heute stehenwie man will – hatte da die Lage schon richtig sondiert.
Aber für`s Geldvernichten reicht TV NRW allemal. Den Sender, den ihn NRW niemand braucht. Niemand ? Außer Reitz. Doch was nutzt die Befriedigung der Eitelkeit, wenn ein Sender unterirdische Quoten hat.
Die Geschäftsleitung der WAZ muss freilich gut aufpassen. Sonst wird es bald kaum noch Leser geben, die für erfundene Geschichten über ausgesetzte Kaimane, Piranhas und Co und zunehmend schlechter geschriebene und recherchierte Artikel noch bereit sind, Geld zu zahlen. Der Unmut wächst, wie man auch an den Kommentaren sehen kann, so eilfertige Moderatoren diese nicht weglöschen. Aber nachts, da sind die Zensoren nicht da, wenn sich die Stimmen der KLritiker erheben….
…ex wr redakteur
sie haben 100% Recht!
Wenn Sie täglich im Kundenkontakt stehen, mit den Abbestellern sprechen, dann kriegt man den Horror…
Man hat kaum noch Argumente für unsere Zeitung.
Dank Reitz&Co
Man hat kaum noch Argumente für unsere Zeitung.
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Sch… Geschäftsgrundlage.
Ein höchst freundliches Merkel-Interview, das Reitz vor knapp drei Wochen mit der Kanzlerin führte, war ja vielleicht das Bewerbungsschreiben auf einen neuen Posten: Laut taz könnte WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz Nachfolger von Regierungssprecher Ulrich Wilhelm (CSU) in Berlin werden.
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/reitz-signal-aus-dem-westen/
Reitz hat ohnehin in Essen bisher verbrannte Erde hinterlassen, jede journalistische Glaubwürdigkeit verloren. Sein Dasein ohne Rüttgers hat keinen Sinn mehr. Reitz hat sein Gesicht verloren. Ein Wechsel zum BPA würde seiner Eitelkeit frönen, wenn man ihn denn überhaupt will. Er wäre für die Bundespressekonferenz eine Zumutung. Ein Abgang auf diese Weise hätte aber einen gewissen Reiz.
Frau Merkel wird sich hüten. Sie braucht integrative Kopfmenschen (siehe Wilhelm), keine Krawallquatscher, die sich zudem bei der gesamten deutschen Journaille durch ihr Handeln unmöglich gemacht haben. Rüttgers Haus-Chefredakteur wäre außerdem auch alles andere als ein gutes Omen für eine Wiederwahl
Man mag Frau Merkel ja vieles unterstellen, aber dumm ist sie jedenfalls nicht.
Laut taz hat Reitz es ja auch nicht nötig, da er ja nach eigenem Bekunden mehr verdient als die Bundeskanzlerin. Jetzt könnte man ja mal rechnen . . .
Er soll gesagt haben, er verdiene schon jetzt (!) mehr als die Kanzlerin. Er scheint sein Gehalt steigern zu wollen.
Cooler Typ, dieser Herr Reitz. Immer taktvoll und immer einen guten Spruch. Das hat Qualität.
Das Portal MEEDIA hat den erkennbar als Scherz gemeinten Schlenker der taz zu Uli Reitz für bare Münze genommen. Die WAZ-Chefredaktion offenbar auch. Das hier ist dabei rausgekommen:
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Nachtrag, 11. Mai, 15.20 Uhr: “In einer schriftlichen Erklärung äußert sich die Chefredaktion der WAZ empört zu der von der taz kolportierten Angelegenheit. Darin heißt es: “Der taz-Bericht hat mit Journalismus nichts zu tun, sondern ist nichts als üble Nachrede. Insbesondere verwahren wir uns gegen die Behauptung, kritiklosen willfährigen Journalismus zu betreiben. Das ist eine Unverschämtheit. Die taz hat es nicht einmal für nötig befunden, bei uns nachzufragen.”
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http://meedia.de/nc/details-topstory/article/reitz-figur–waz-chef-ein-mann-fr-merkel_100027917.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=54eac7c08e
Das soll eine Behauptung sein, kritiklosen Journalismus zu betreiben? Erleben wir doch jeden Tag. Wie die WAZ aus anderen Tageszeitungen “kolportiert”. Da kommen mir ja die “Krokodilstränen”.
Reitz ist doch clever….er hat nur ja sager um sich !
er hat wohl alles in trockenen Tüchern
Ab und an ein Kommentar in der WAZ
das war´s
und dafür so viel Kohle!!!!!!
Ist aber nichtmals in der Lage beim weg über die Fridrichstraße um kurz vor 12 wenn zur Kantine geht eine Ampel zu benutzen…
aber noch viel besser, er ist ja was besseres, reagiert auf ein freundliches Guten Tag nicht!
Der eine kommt, der andere geht…
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/arndt-salzburg-verlsst-derwestende_100027946.html
“Ein Blog … ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal. Der Herausgeber oder Blogger steht … als wesentlicher Autor über dem Inhalt.” (Zitat aus Wikipedia).
Wie sieht es hier aus? Wer hofft, noch etwas von Gehalt “zur Situation bei WAZ, NRZ, WR und WP” (Medienmoral) zu erfahren, der wird inzwischen eher enttäuscht. Irgendwie drehen sich die Kommentare im Kreis: Bodo- und Uli-Bashing ohne Ende. Von einem Web-Tagebuch mit Beiträgen des oder der (Medienmoral)-Blogger keine Spur. Der Blog-Eintrag, an den sich inzwischen 170 Kommentare anschließen, datiert vom 16. 4., hat also fast einen Monat später schon einen gewissen Hautgout.
Es wäre doch schön, wenn dieses Blog hin und wieder seinem Anspruch gerecht werden könnte – vor allem durch fundierte Beiträge von Medienmoral.
Hallo Kollegen und Kolleginnen der schreibenden Zunft…
was Eure hier beklagte Kritik bezüglich der neuen Desk-Strukturen betrifft, kann ich aus der “Abteilungsferne” nur vermuten, dass es tatsächlich unproduktiv zu sein scheint und Euch in Eurer täglichen Arbeit behindert.
Wenn ich an dieser Stelle jedoch immer wieder lese, dass neuerdings seitens der Redakteure mit einem Auflagenverlust argumentiert wird, um gegen diese neuen Strukturen zu wettern, dann erscheint mir das ein wenig zu kurz gesprungen.
Dieser – hier nun lautstark beklagte – Auflagenschwund setzte ja nicht erst nach der Umstrukturierung eurer Arbeit ein!
Ich kann mich noch gut an 2 Chefredakteure erinnern, die – zu Zeiten als es unsere Geschäftsstelle noch gab, in der ich arbeitete bevor sie geschlossen wurde – gar nicht mal wussten, wie hoch deren Auflage vor Ort war. Woher kommt so plötzlich das Interesse an den Auflagenzahlen seitens der Redakteure… das frage ich mich nun spontan?
Nur um sie als “Munition” zu benutzen, weil sie einem gerade “in den Kram” passen?
Verehrte Redakteure der WR, die ihr nun mit Auflagenminuszahlen in diesem Blog nur so um euch schmeißt… schaut mal nach Dortmund!
Vor Jahrzehnten war die WR dort der Marktführer gewesen! Schon vergessen?
Der (dramatische) Auflagenverlust, der nun beklagt wird, ist kein “neues Phänomen”, sondern gerade am Stammsitz der WR schon ein jahrzehntelanger Begleiter dieser Zeitung!
So ganz ohne Schickler (ohne diesen Haufen jetzt in Schutz nehmen zu wollen!), ohne neue Desk-Strukturen, ohne, ohne, ohne…
Auflagenverluste, das kann ich euch aus meiner ehemaligen Praxis schildern, haben in den seltenstes Fällen etwas mit dem redaktionellen Inhalt zu tun!
Viel mehr spielen da Faktoren, wie die allmorgendliche pünktliche Zustellung eine viel größere Rolle bei der Abo-Abbestellung, als die journalistische Qualität des Lokalteils oder des Mantels. Auch wenn das der ein oder andere hier nicht gerne liest, aber so ist nun mal die Realität!
Und da bin ich wieder am Standort Dortmund. Euch WR-Redakteure in Dortmund ist es sicherlich nicht entgangen, dass nun die Zusteller der Ruhrnachrichten die WR (und die Restbestände der WAZ) in diesem Gebiet austragen.
Da könnt Ihr Euch, mit Verlaub gesagt, in Zukunft die Finger mit noch so guten Artikeln blutig hacken, aber wenn Euer Produkt vom direkten (!) Mitbewerber ausgetragen wird, dann habt ihr eh keine Chance mehr. Regio-Desk hin oder her!
Die RN besitzen nun alle Kundendaten der WR/WAZ-Leser in Dortmund und können über eine “nachlässige” Zustellung der Fremdexemplare (aus deren Sicht gesehen) für eine Unzufriedenheit eurer Leserschaft sorgen. Welcher Leser der WR Dortmund weiß denn schon, dass “ihre WR” nun vom Mitbewerber allmorgendlich vor Ort zugestellt wird?
Meinen “Nick” Elfenbeinturm habe ich nicht ohne Bedacht gewählt. In meinen Augen ist die hier geführte Diskussion über die Zusammenhänge zwischen neuen Arbeitsstrukturen innerhalb der jew. Redaktionen und scheinbar damit einhergehenden Auflagenverluste eine Diskussion aus eben so einem Elfenbeinturm.
Mantraartig bellt es aus der GGF immer “WAZ, das heißt: W_ir A_rbeiten Z_usammen”… ach ja? Wie kann man so etwas behaupten, wo man die Vertriebshoheit über die WR Dortmund an die RN abgegeben hat?
Eure hier geführte Diskussion über die neuen – offenbar sinnlosen – Desk-Strukturen in allen Ehren…. aber verwechselt doch bitte nicht Ursache und Wirkung mit einander, wenn es um die dramatischen Auflagenverluste geht!
Gerade von euch Redakteuren erwarte ich – aufgrund der immer gepriesenen journalistischen Sorgfaltspflicht – dass ihr über den berühmten Tellerrand hinaus blickt. Verfolgt dieses Ideal auch bitte einmal verlagsintern!
Akzeptiert einfach, dass nicht nur der journalistische Inhalt einer Zeitung ausschlaggebend für die Auflagenentwicklung ist!
Eine Zeitung kann nicht ohne Redaktion bestehen, keine Frage, aber eine Redaktion kann auch nicht ohne Vertrieb, ohne Druck und ohne Anzeigenwesen bestehen. Diese Erkenntnis dürfte doch wohl ein allgemeiner Konsens sein, nicht wahr?
Diese 3 Säulen wurden jedoch in meinen Augen von der GGF in den letzten Jahren systematisch zerschlagen und getrennt von einander betrachtet.
Dort liegt dann wohl eher das Grundübel bezüglich der Auflagenentwicklung zu suchen, als sich diesbezüglich – in meinen Augen – kleinkarriert über neue Desk-Strukturen im Redaktionswesen aufzuregen (bei aller Berechtigung!).
Mein Aufruf an dieser Stelle ist nun folgender:
Anstatt Euch gegenseitig mit Auflagenminuszahlen “zuzuschütten” und damit ein “internes Schwarze Peter Spiel” zu betreiben, erkennt bitte endlich an, dass die Auflagenentwicklung nicht ausschließlich vom redaktionellen Inhalt abhängt.
In allen anderen Abteilungen um Euch herum, wurde der gleiche Schindluder betrieben, wie Ihr ihn an dieser Stelle euch betreffend laut beklagt. Im Vertrieb, beim Druck, in der Anzeigenabteilung… da sieht es nicht anders aus als bei Euch!
Ihr jedoch, Ihr Redakteure, Ihr seid die “Stimme dieses Verlages”… anstatt euch selber in sinnlosen Grabenkämpfen zu zerfleischen, würde ich es mir wünschen, dass ihr eure Stimme endlich gemeinschaftlich erhebt, aber dann auch bitte abteilungsübergreifend!
Oder wollt ihr alternativ dem “von Oben” gewünschten “divide et impera” weiter zahnlos folgen? Wollt ihr weiter in eurem “Elfenbeinturm” hocken und alle anderen Missstände dieses Verlages ignorieren?
Wer, wenn nicht Ihr könnt dem gesamten Veralg eine Stimme geben?
Erkennt doch bitte endlich eure Macht, die Ihr besitzt!
Ihr seid doch Journalisten, die sich immer als “unabhängig” preisen, die Missstände offen ansprechen wollen, egal wo sie auftreten… sprecht doch bitte endlich einmal ALLE Missstände an und nicht nur eure eigenen, sondern die des gesamten Verlages.
Und nicht nur hier…. sondern dort, wo es die Leser des Verlages erfahren können!
Ja, das war jetzt ein provokativer Artikel von mir… ich weiß. Aber ich wollte einmal aufrütteln und ich hoffe, dass dieser Aufruf nicht ungehört bleibt.
Mit kollegialen Grüßen!
elfenbeinturm…du hast ja recht
das die zustellung über RN läuft ist ein skandal!
aber du unterschätzt doch ein wenig, das der leser doch sehr gerade auf den lokalteil achtet…
der leser merkt schon deutlich den unterschied
@Elfenbeinturm Beispiel WAZ-Medien-G Siegen 182 (WP+WR):
1. Quartal 2008 bis 1. 2009 (vor Schickler): Druckauflage -3,8 %.
1. Quartal 2009 bis 1. 2010 (mit Schickler): Druckauflage -13,29%.
Noch Fragen?
Mittwochabend, 12. Mai, 23.05 Uhr drittes Fernsehprogramm des NDR: Die Sommerlochgeschichte ohne Sommerloch in “Zapp” – der erfundene Kaiman im See Kemnade.
Nach der unverforenen rotzfrechen Leserverlade durch einen WAZ-Volontär, den Content-Desk-Reportern nun also betretenes Schweigen vor der Kamera. Kein Interview für Zapp.
Stattdessen rühmt sich Reitz in der Phoenix-Runde einen Abend vorher ob seiner tollen Kontakte zur FDP und seiner Kenntnisse über das Bindestrich-Land NRW: “Hier wurde noch nie ein Atomkraftwerk gebaut.”
Wirklich nicht ? Dann war der THTR in Hamm-Uentrop wohl nur eine Fata Morgana….
Irgendwie habe ich langsam den Eindruck, diese WAZ-Enten haben inzwischen Serienreife erreicht.
Wieviel Dilettantismus vertragen WAZ eigentlich noch ?
@Elfenbeinturm
Die Desks sind halt einer von vielen Sargnageln. Aber ein ganz besonders dicker.
@Jep!
Reitz: “Hier wurde noch nie ein Atomkraftwerk gebaut.”
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1986, als der THTR Hamm-Uentrop ein Jahr nach der vorläufigen Betriebsgenehmigung bei einem zunächst wochenlang geleugneten und schließlich doch zugegebenen Störfall die Umwelt kontaminierte, war unser Alpha-Journalist Nachrichtenredakteur bei der “Welt” in Bonn. Da kriegt man das ja nicht so mit.
1989, als man den THTR wegen unlösbarer Sicherheitsprobleme abgeschaltete, hat der Alpha-Journalist das Ressort Innenpolitik übernommen. Da kriegt man das auch nicht so mit. Zumal es ja auch seitdem kaum je Kritik gab wegen der 4 Milliarden DM Baukosten und der fünf Millionen Euro Folgekosten jährlich.
Tja, und dass der THTR in Jülich entwickelt und erprobt wurde (wo liegt das eigentlich?), hat der Gröchaz irgendwie auch vergessen.
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Au weia, wie … kann man eigentlich sein?
Qualität ist, wenn…
Kapitel 1: Die TAZ spekuliert über die Nachfolge von Regierungssprecher Wilhelm, der Intendant des BR wird. Ein reizvoller TAZ-Kandidat ist WAZ-Chefredakteur Reitz, der aber laut TAZ kein Interesse an dem Job hat, weil er ja schon jetzt mehr verdiene als die Bundeskanzlerin. (Wer Reitz kennt, der weiß, dass dieses Zitat nicht untypisch für ihn wäre.)
Kapitel 2: Die WAZ Chefredaktion weist den TAZ-Bercht als Unverschämtheit zurück. Der Bericht habe mit Journalismus nichts zu tun, die TAZ habe es ja nicht einmal für nötig befunden, beim WAZ-Chefredakteur nachzufragen.
Kapitel 3: Der WAZ-Chefredakteur zeigt der TAZ, wie man solche Geschichten macht: “Schäuble vor Rücktritt”… – In einem fetten Aufmacher spekuliert Ulrich Reitz über den baldigen Rücktritt des Finanzministers. Sein Nachfolger werde dann der Innenminister und dessen Nachfolger der Ministerpräsident Jürgen Rüttgers. – Eine fulminante Rüttgers-Versorgungs-Entsorgungs-Geschichte. Quelle für Reitz: “Ranghohe Koalilitionskreise”. Stellungnahmen der 3 Betroffenen? Sucht man vergeblich.
Kapitel 4: Im Blatt von heute wird auf der zweiten Seite der Autorenzeitung in einem Text ohne Autorenvermerk nachgelegt: “Schäuble nicht beim Kirchentag – Innenminister muss aus gesundheitlichen Gründen Termine absagen”. – Konsequent wird in dem Dreispalter Schäuble als Bundesinnenminister gehandelt. Sein Rücktritt stehe nun unmittelbar bevor. Quelle: Keine!
Kapitel 5: Das sollte dann eine Berichtigung (Entschuldigung) der WAZ sein…
Elfenbeinturm
Nicht zu vergessen das in den Randgebieten von Dortmund und Bochum die Ruhr Nachrichten von den Zustellern der WAZ, WR und WP übernommen wurden. Die Verlage haben in der Zustellung nämlich Kooperationsverträge abgeschlossen.
@waz969 “Bundesinnenminister Schäuble”
Na und? In der oben zitierten Phoenix-Runde bezeichnete Schäuble-Biograf Reitz konsequenterweise Thomas de Maiziere als Kanzleramtsminister und musste von Moderator Alexander Kähler korrigiert werden.
Wer sich den obersten Qualitäts-Journalisten auch hinsichtlich seiner profunden NRW-Kenntnisse antun möchte, hier ist der Link:
http://www.phoenix.de/content/phoenix/die_sendungen/diskussionen/301473?id=301473#
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Wenn der Mann doch bloß ausschließlich in nrw.tv auftreten würde! Das guckt wenigstens kaum einer.
Eines muß man der WAZ und ihrem Chefredakteur ja nun lassen: Wie seit längerem bekannte Fakten durch Spekulationen hochgetrieben werden, hat eine besondere Qualität erreicht. Wie sagte mein Volovater einmal: Hüte dich Gossenjournalismus!
“Hier wurde noch nie ein Atomkraftwerk gebaut.”
Hat der Reitz in der Phoenix-Runde gesagt.
Den THTR hatte er vergessen. Obwohl die WAZ tatsächlich mal in Hamm mit einer anspruchsvollen Lokalausgabe erschienen ist.
Herr Reitz: Und was bitteschön wurde am Rheufer zu Kalkar gebaut ?
War da nicht der Schnelle Brüter alsbald auch ausgebrütet ?
Peinlich, wenn man das als Chefredakteur eines Desks, der drei Regionalzeitungen mit Nachrichten und Stories beliefert nicht weiß.
Aber Hauptsache man ist im Fernsehen. Gleich wie man sich als Journalist blamiert. Mahlzeit!
Er wäre ein famoser Regierungssprecher.
Schwarz-Gelb wäre auch im Bund bald erledigt.
Wie aus gut unterrichteten WAZ-Deskkreisen verlautet, ist Ulrich Reitz als Chefredakteur nicht nur verantwortlich für den Schäuble-Bock, sondern er hat diesen angeblich auch höchst persönlich geschossen.
Die Autorenschaft von Reitz sei, so wurde kolportiert, auch der Grund dafür, dass der Artikel namentlich nicht gezeichnet wurde.
Aus gleicher Feder soll übrigens auch der vor Tagen erschienene Bericht gestammt haben, nach dem die SPD nun in den Düsseldorfer Reihen von CDU und FDP nach Überläufern suche, um Rot-Grün zu ermöglichen.
Wie auch immer: Reitz-Vertreter Wilhelm Klümper soll vor diesem Hintergrund seine Drohung zurückgezogen haben, den Urheber des peinlichen Schäuble-Fehlers vom Tretboot aus an den Kaiman im Kemnader See verfüttern zu wollen…
Ab einer bestimmten Ebene haben Fehler, für die andere bereits raus wären, offenbar keine Konsequenzen mehr. Es lebe der Adelsstand.
Das Rei(t)z-Thema des Monats:
Die “Qualitäts”-Enten aus der “Manufaktur” WAZ haben endlich Serienreife erlangt.
Jeden Tag mindestens eine neue Exklusiv-Storie.
Wem so viel phantasievollen “Journalismus” widerfährt, ist das bestimmt `nen billig roter Fusel wert….in vino veritas. Darauf einen Underberg.
M a h l z e i t.
Nun hackt doch nicht alle auf diesem reitzenden Chefredakteur herum. Dass er Minister falsch zuordnet, Rücktritte und Karrieren vorahnt, Kaimane versenkt oder nicht weiß, dass es in seiner Nähe ein veritables Atomkraftwerk mit Kügelchen gab … meeeein Gott, Peanuts!
Ein Chefredakteur muss doch nicht wissen, sondern besserwissen… *gg
@verwundert
Natürlich ist mir das nicht verborgen geblieben. Aber das ist ja nur der beiderseitige Tod auf Raten.
Bezüglich des Vertriebs kann man doch davon ausgehen, dass dort die normative Kraft des Faktischen greift, was die Zukunft der jeweiligen Redaktionen der einzelnen Titel vor Ort anbelangt. Sei es nun RN (Bochum, Witten) oder WR (Dortmund). In meinen Augen wird mit dieser “Kooperation” nur das vorbereitet, was schon längst in den Schubladen der GGF schlummert. Nämlich sich dort schleichend zurück zu ziehen, wo man Standorte am Ende gänzlich aufgeben möchte. Da fängt man halt beim Vertrieb an und zieht dann z.B. mit Geschäftsstellenschließungen nach. Am Ende trifft es dann auch unweigerlich die Redaktionen, oder glaubt ihr etwas anderes?
@Auflage
Das Beispiel Siegen ist aber nur eines. Verlagsweit hat man nicht über 13% an Auflage verloren. Läge es also alleine an den neuen Desk-Strukturen, die ja nun flächendeckend eingeführt wurden, müsste ja auch andernorts die Auflage ähnlich in den Keller sinken wie bei euch in Siegen, oder?
@jep
keine Frage, da stimme ich Ihnen zu, wenn Sie sagen, dass die neuen Desk-Strukturen ein “ganz besonders dicker Sargnagel” sind. Aber in Ihren Worten erkenne ich, dass sie auch über den Tellerrand hinaus blicken und sehen, dass es verlagsweit nicht besser aussieht. Dann ist es nur eine Frage der “Gewichtung”, wie man die jew. Fehler der Abteilungen schätzt. Bezüglich des Gesamturteils scheinen wir wohl einer Meinung sein.
@auge
“der leser merkt schon deutlich den unterschied”
das ist ein Argument, das ich irgendwie nachvollziehen kann, aber wie erklärt es sich dann, dass der einstige Marktführer WR Dortmund schon seit über 10 Jahren auflagentechnisch hinter den RN Dortmund zurück gefallen ist? In Dortmund hat die WR ja nicht erst durch die neue Desk-Struktur seine führende Marktposition verloren!
Wenn es hier allgemeiner Konsens zu sein scheint, dass Auflagenschwund auch immer was mit der journalistischen Qualität – vor allem – im Lokalteil zu tun hat, dann erklären Sie mir doch bitte einmal, warum die WR Dortmund ihre Vorherrschaft am Stammsitz (!) zu einer Zeit eingebüßt hat, als es die nun beklagten neuen Strukturen noch gar nicht gab!
Seitdem ich im Verlag bin und das “Leserecho” höre, heißt es immer: “Die RN haben einen besseren, ausführlicheren Lokalsportteil als die WAZ-Titel”. Diesen Satz habe ich schon vor über 10 Jahren gehört. Da gabe es noch keine Regio-Desks und dergleichen.
War alles früher immer besser gewesen?
Was sich nicht wegdiskutieren lässt, da gebe ich Euch Kollegen und Kolleginnen von der schreibenden Zunft recht, ist, dass die Auflage neuerdings überproportional in den Keller sinkt. Von allen Zeitungstiteln in NRW hat die WAZ-Gruppe nun das größte Auflagenminus zu verzeichnen. Das lässt den Schluss zu, dass die Desk-Einführung einen Teil dazu beigetragen hat.
Aber, das ist mein “aber”, es lässt sich nicht ALLEINE dadurch erklären.
Wie ich es in meinem ersten Beitrag schon schrieb…. ich wünsche mir, Ihr findet endlich zusammen und bezieht alle Fakten mit in Eure Analyse ein. Und kommuniziert sie auch alle offen nach Außen.
Ich halte es ehrlich gesagt für eine Schimäre, wenn man nun behauptet, dass die Redakteure der WAZ-Gruppe vor den neuen Desk-Strukturen näher am Leser, näher am Bürger gewesen sind, als jetzt unter den neuen Strukturen.
Dazu hatte ich viel zu viele Kundengespräche gehabt, wo den Redakteuren der WAZ-Gruppe immer eine gewisse “Arroganz” aufgrund ihrer Marktführerschaft vorgeworfen wurde.
Aber das soll jetzt gar nicht der Punkt sein. Ich freue mich hier zu lesen, dass viele Redakteure bereit dazu sind ihre Arbeit im Sinne des Lesers zu stellen. Dass sie es sich wünschen vor Ort stärker präsent zu sein, um Stimmungen einzufangen, um interessante Berichte zu schreiben, die die Menschen/Leser an ihren Wurzeln packen. Genau das ist in meinen Augen der richtige Weg!
Deshalb will ich gar nicht zurück blicken, auf all das, was man in der Vergangenheit aus einer gesättigten Marktführerschaft evtl. falsch gemacht hat.
Wenn die aktuelle Diskussion unter euch Redakteuren nun dazu führt, dass ihr Mittel und Wege finden möchtet, die euch wieder zu den Menschen “vor Ort” bringen, dann seid ihr in meinen Augen auf dem richtigen Weg und dann wünsche ich euch ein bestmöglichstes Gelingen bei diesem Unterfangen!
Wieder mit kollegialen Grüßen!
@Elfenbeinturm
Die Siegener Auflage ist auch wegen der “Synergien” in den Keller gegangen, mit denen Schickler dort eine WR im WP-Mäntelchen verkaufen lässt.
Das fanden nämlich viele christlich-konservative Stammleser gar nicht gut und zweitens haben sich viele Doppel-Abonnenten (Kommunen, Firmen, Krankenhäuser etc.) zu Recht gedacht, dass sie nun auch Synergien nutzen und ein Blatt kündigen können. Hatten Schicklers und mit ihnen Bodo der Große nicht so recht bedacht, diesen Effekt.
@fiftyruhr
Die hochbezahlte Top-Qualität vergaß neben dem THTR Hamm-Uentrop noch drei (!) Forschungsreaktoren in Jülich, den zu Recht umstrittenen und deshalb zwar gebauten, aber nie betriebenen schnellen Brüter in Kalkar sowie noch Würgassen, immerhin das erste gänzlich kommerzielle Atomkraftwerk der BRD. Insgesamt also bisher sechs Kernreaktoren in der Reitz’ AKW-freier Zone NRW.
@elfenbeinturm
In der letzten Vergangenheit hat die Qualität unsere Produkte duch Personalabbau und Sparen auf Teufel komm raus so gelitten, daß die Kunden nicht mehr gewillt sind, für Mist viel Geld zu zahlen. Ein Gegensteuern ist durch vorgenannte Gründe unmöglich geworden. Da helfen auch viele schöne Worte nichts.
Zum Hintergrund: Weil wir so personell ausgelaugt sind, sollen die Desks nach Schicklers Denke entlasten. Das tun sie aber nicht. Sie binden zu viel Personal und machen die Redaktionen sehr unflexibel. Ich kann zwar bis hinter der Tellerrand schauen und was ich da sehe, ist auch eine Katastrophe. Aber erstmal habe ich mit dem Teller selbst zu tun. Und darauf stinkt es wegen der Desks unappetitlich. Das will dann am Ende kein Leser essen.
Der immer deutlicher werdende und teilweise dramatische Auflagenverlust der WAZ-Zeitungstitel in NRW hat sicherlich nicht nur personelle oder strukturelle Gründe. Es ist durchaus verständlich, dass wir Redakteure, die es natürlich immer stärker spüren, es aber verdrängen: Wir arbeiten in einem sterbenden Medium. Fast jeder weiß es, und fast jeden Tag spricht man auf den Fluren der Redaktionen darüber: Die Luft für regionale Tageszeitungen, in denen Redakteure nach einem Tarifvertrag arbeiten, der ein der Arbeitsbelastung angemessenes Gehalt garantiert, wird immer dünner. Das hat in erster Linie mit dem Internet zu tun. Der weitaus größte Teil von uns kann sich kaum vorstellen, statt einem Stück Papier beim Frühstück ein Notebook aufzuklappen. Unsere 13-, 15-, oder 18-jährigen Söhne und Töchter tun es entweder schon oder werden es, wenn sie selbst einmal eine Familie gründen, tun. Und sie werden kaum noch eine Tageszeitung abonnieren, die 20, 25 oder dann 30 Euro kosten müsste. Über das Internet wird Krieg gegen den Einzelhandel, wie wir ihn kennen, geführt, der uns die Anzeigen liefert, die wir zum Überleben brauchen.
Wie lange noch wie viele von uns benötigt werden, um den kleiner werdenden Rest der Abonnenten mit Nachrichten, Hintergrundberichten, Fotos und vielem mehr zu versorgen, kann niemand voraussagen. Insofern müssen wir uns fast alle darüber klar sein, dass wir unter einem Damokles-Schwert arbeiten.
Was also tun, um den freien Fall wenigstens so stark zu bremsen, dass es nicht zu zahllosen Tragödien kommt. Denn machen wir uns nichts vor: Wenn das Scharfschwert der Unternehmensberater zum nächsten Schlag ausholt, könnte uns nur eine Solidarität vor dem Schlimmsten bewahren, die es schon lange nicht mehr gibt, vielleicht nie gegeben hat.
Dass Kollegen vor diesem Hintergrund Angst haben, ist völlig verständlich. Ebenso verständlich ist es, dass das von einer Gewerkschaft thematisiert und unüberhörbar ausgesprochen wird. Dass das ein Mitglied der WR-Chefredaktion nicht verstanden hat, kann ich wiederum nicht verstehen.
Bleibt die Antwort auf die Frage, wie der oben befürchtete Fall ins Bodenlose gebremst werden könnte?
1. Auflösung sämtlicher Desk-Strukturen.
2. Bildung von zwei Mantelredaktionen – eine für WAZ und NRZ und eine für WP und WR – mit vier gleichberechtigten Chefredakteuren, je einer pro Titel, die sich jeweils als Doppelspitze präsentieren, aber politische Eigenständigkeit auch in der Berichterstattung demonstrieren. Jede dieser Doppel-Mantelredaktionen produziert nur einen gemeinsamen Mantelteil – mit jeweils 25-30 Redakteuren. Wer, aus welchen Gründen auch immer, in einer solchen Doppelspitze nicht arbeiten kann oder will, dem wird kein Stein in den Weg gelegt.
Über diesen vier Chefredakteuren gibt es einen übergeordneten Chefredakteur mit Richtlinienkompetenz im Streitfall. Eine Art Schiedsrichter. Diese Position kann nur von einer herausragenden Persönlichkeit besetzt werden – z. B. Stefan Aust, Günter Wallraff etc., die durch ihre fachliche Autorität von der Mehrheit der Redakteure akzeptiert wird und die auch Leitartikel für alle vier Titel verfasst. Dieser ,Erste Redakteur’ wird von allen Redakteuren aller vier Titel in einer Art Urwahl bestimmt.
Wer Zweifel hat, ein solcher ,Über-Redakteur’ könne nicht bezahlt werden, führe sich vor Augen, dass der jetzige Chefredakteur des Content Desks offenbar mehr verdient als die Bundeskanzlerin.
3. Die Redakteursstellen, die durch diese Strukturen überzählig werden, sind auf die Lokalredaktionen zu verteilen.
4. Auf die Mitarbeit einer Unternehmensberatung wird künftig grundsätzlich verzichtet. Neue Strukturen erarbeitet die Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit Belegschaftsvertretern und verantwortet sie auch selbst vor den Beschäftigten. Das eingesparte Geld wird für die Reduzierung des Abopreises verwendet.
@Auflage
Der drastische Verlust im Siegerland liegt auch daran, dass es dort mit der Siegener Zeitung eine starke Konkurrenz gibt, die nach Ansicht vieler inzwischen auch die qualitativ bessere Alternative ist. Das war früher anders – vorbei.
@ Alternative
“4. … Neue Strukturen erarbeitet die Geschäftsführung in Zusammenarbeit mit Belegschaftsvertretern und verantwortet sie auch selbst vor den Beschäftigten.”
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5. Die Erde wird wieder zur Scheibe.
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SCNR
@Alternative
Günter Wallraff als oberster WAZ-Schiri? Träum schön weiter.
Die zu 4) genannte Idee von Alternative ist ja gar nicht sooo verkehrt, auch wenn Träumerle es augenscheinlich als naiv kommentiert. Dabei haben wir die Erfolgsgeschichte eines mitarbeiterbestimmten Verlages in Hamburg vor Augen. Der SPIEGEL-Verlag ist ein Verlag, bei dem die Mitarbeiter mit beteiligt sind und auch bei gewichtigen Entscheidungen mit einbezogen sind. Stefan Aust ist aufgrund der “Mitarbeiterstimme” beim SPIEGEL abgesetzt worden. Und? Ist der SPIEGEL-Verlag erfolglos? Nee, das Online-Portal ist mit das Beste in Deutschland, die verschiedenen Publikationen haben eine hohe Qualität und werden von der Leserschaft angenommen und mit “Dein Spiegel” haben sie nun auch für Kinder- und Jugendliche ein monatliches Heft geschaffen, was diese Zielgruppe begeistert. Diesen Mut und dieses Gespür sucht man bei WAZens mittlerweile vergeblich. Alles wird von Schickler vorgekaut und gute Ansätze von Mitarbeitern verschwinden in irgendwelchen Schubladen, so daß die Motivation und die Identifikation immer mehr in den Keller geht.
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Ich halte Mitarbeiterbeteiligungen an Unternehmen grundsätzlich für richtig und wichtig, weil die Mitarbeiter vielerorts eine größere Identifikation zum Unternehmen mitbringen als der verpflichtete Chef von außen, der dann auch mehr eigene Interessen verfolgt, als das Wohl des Unternehmens.
es gibt sicherlich etliche erfolgreiche ideen von mitarbeitern…
aber wenn man etwas sinnvolles vorschlägt wird applaudiert, aber nicht umgesetzt.
man müßte warscheinlich ideen vorlegen die löhne senken lassen
oder noch mehr stellen abgebaut werden könnten
Es ist schon ein bißchen her, als Betriebsräte der Personalleitung und der Chefredaktion den Vorschlag machten, ein Vorschlagwesen ins Leben zu rufen. So ähnlich wie bei der RAG. Ziel: Produktionskosten zu sparen, in etlichen Bereichen effizienter zu arbeiten, Verwaltungsballast – wenn möglich – von den Redaktionen fernzuhalten, Entscheidungswege kürzer zu machen. Es gab eine Menge Vorschläge. Sie sollten natürlich auch prämiiert werden. Die Personalleitung zögerte eine Entscheidung hinaus. Es endete schließlich mit einer Ablehnung, da man sich nicht hineinreden lassen wollte. Die Chefredaktion befürwortete den Vorstoß leider auch nur “lauwarm”.
Wir Betriebsräte haben angesichts der immer bedrohlicheren Abboverluste sehr früh den neuen Chefredakteur – mit seinen Neuereungen am Leser vorbei – gebeten eine Anlye zu starten nach dem Motto: Machen wir noch die richtige Zeitung angesichts der neuen Medien, was will der Leser? Das wurde abgelehnt und uns deutlich gemacht: Unnötig, wir haben schon den Durchblick! Aber nicht nur das. Auch für das Vertriebssystem gab es aus den Redaktionen Verbesserungsvorschläge, denn wie oft landeten Vertriebsschwierigkeiten auf den Redaktionsschreibtischen. Ginge uns ja nichts an hieß es.
Schickler hatten wir überhaupt nicht nötig! Eine “vernünftig” zusammengesetzte Arbeitsgruppe ohne “Abteilungsdünkel” hätte bei gleicher Zielsetzung eine bessere, verträglichere, friedlichere und preisgünstigere Lösung gebracht. Die Recourcen, das Wir-Gefühl, die Einsicht auch Opfer zu bringen, waren vorhanden. Die Geschäftsleitung war mangels Kompetenz und Überblick nicht in der Lage, für das Unternehmen die bessere Lösung zu befürworten. Lieber einfach nach dem altem Schema wie auf dem Kasernenhof, koste es was es wolle. Im wahrsten Sinne.
“Ich halte Mitarbeiterbeteiligungen an Unternehmen grundsätzlich für richtig und wichtig”
Ich auch – und wie! Aber ich kenne aus Jahrzehnte langer Erfahrung die WAZ. So halte ich es dort für praktisch nicht durchsetzbar. Schließlich gab es vor allem in den letzten beiden Jahren genügend kompetente Stimmen aus der Belegschaft, die einerseits warnten und andererseits höchst konstruktive Vorschläge machten. Diese Stimmen wurden und werden ignoriert, gemaßregelt. So wird weiter gnadenlos durchregiert – koste es, was es wolle.
Soviel zum Thema “Ich habe verlässliche Quellen aus Regierungskreisen, die bestätigen, dass ein Rücktritt nur noch eine Frage von Tagen ist”. Ich würde sagen, der Regierungsjob ist dann auch mal ausgerei(t)zt.
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http://www.stern.de/politik/deutschland/finanzminister-total-fit-kanzlerin-setzt-weiter-auf-schaeuble-1566308.html
Es war ohnehin ein völlig unwürdiger Stil, die Erkrankung eines Menschen zur Grundlage solcher Spekulationen zu machen. Wenn er dann auch noch schlecht informiert ist, segelt der Journalist endgültig unter Stammtischniveau.
Stilfragen stehen nicht auf der Tagesordnung dieses Chefredakteurs. Sonst hätte er z.B. das Rückgrat gehabt, seinen peinlichen Schäuble-Fehler (da wurde mal eben aus dem Finanz- ein Innenminister) in der heutigen Ausgabe zu korrigieren.
Dafür liest man aber in dieser Ausgabe ein neues Lehrstück zur Frage, wie es denn wohl die WAZ mit der Wahrheit hält: Ackermann, Chef der Deutschen Bank, muss sich vom neoliberalen Wirtschaftschef der WAZ dafür abwatschen lassen, dass er im TV (bei Illner) ehrlicherweise gesagt hatte, er sei skeptisch, ob Griechenland trotz der Milliardenhilfen wieder auf die Beine käme.
Das sei ein Patzer gewesen, das habe er nicht sagen dürfen – meint der Wirtschaftsmann der WAZ.
Übersetzt: Wenn es denn den Märkten dient, dann muss das Volk eben belogen werden – so sieht es jedenfalls die WAZ.
Das schafft doch Klarheit. Und der Leser weiß, auf welcher Seite des großen Spieltisches seine Zeitung steht…
@ Zu Auflage und Konkurrenz (“Der drastische Verlust im Siegerland liegt auch daran, dass es dort mit der Siegener Zeitung eine starke Konkurrenz gibt, die nach Ansicht vieler inzwischen auch die qualitativ bessere Alternative ist”)
Was sind “nach Ansicht vieler” für Lebewesen? Sind diese des Zeitunglesens mächtig? Für Siegen wie für Dortmund und andere Konkurrenzstandorte gilt: Die zunehmenden Auflageneinbußen sind in erster Linie und vor allem hausgemacht und der Verlagspolitik, der Umstrukturierung durch die Verlagsoberen und deren Personalpolitik, mitsamt veränderten Besetzungen, von der CR bis hinunter in Lokalredaktionen, zuzuschreiben. Journalistisch qualitativ bessere Alternativen – oder “starke Konkurrenz” – unter den örtlichen Konkurrenzblättern findet man deshalb nicht in Dortmund, in Lüdenscheid oder – schon gar nicht – in Siegen.
Alter Kollege
Ich stimme gern voll zu. Diese gedruckte Spekulation zum angeblichen Revirements Rüttgers und angeblicher Demission Schäubles entstammte offenbar aus der Nebelküche der nordrhein-westfälischen CDU. Denn im Landesvorstand möchte man offenbar sich des Herrn Rüttgers auf elegante Art entledigen. Freilich war dies nur ein Gerücht.
Aber das soetwas nun in der WAZ gesdruckt wird; ganz ehrlich: Nach der Sommerloch-Geschichte ohne Sommerloch, dem Kaiman, ist unter dieser Führung wohl nichts mehr unmöglich.
Der Chefredakteur rühmt sich in TV-Talks seiner wundersamen guten Kontakte und wenn man dann ins Blatt schaut, stellt man fest, da ist allenfalls bröckliger Spekulatius statt gut abgestimmter und durchbackener Kekse.
Das bekommen natürlich auch die Leser mit. Die überlegen sich, ob sie tatsächlich noch jeden Tag diese schlecht gewordene Zeitung im briefkasten haben wollen – oder eben en passant im Cafe oder im Supermarkt schnell (und kostenlos) überfliegen. Vielen reicht auch der Auftritt im Internet.
@Auflagenrückgang
Sigen war und ist ein schwieriges Pflaster für die Westfälische Rundschau. Bereits in den Siebziger Jahren meldete sich ein Kollege gern am Telefon mit den Worten: “Siegen, Olpe, Wittgenstein – stellen das Erscheinen ein.”
Seitdem wird tatsächlich um die Rundschau im Siegerland auch gebangt. Das hat mehrere Gründe: Die Siegener Zeitung hat sich das Vertrauen der Leser erschrieben. Zum einen sicherlich durch das konservative Erscheinungsbild der Zeitung, aber auch der tatsache, dass viel mehr Lokales und das auf den vorderen Seiten die Zeitung die Leser anspricht. Gleichzeitig kommt die Zeitung “ländlich-sittlich” daher, als “guter Nachbar” und in einem relativ bescheidenen Auftritt wie es sich – nach meinung der Siegerländer – eben für eine klassische Heimatzeitung geziemt. Dazu gehören natürlich auch verläßliche Artikel.
Mit den “modernen” Maßnahmen bei der WAZ wird man wohl eher noch mehr Leser an die Siegener Zeitung verlieren, als man mit Werbewmaßnahmen (wie Titeländerung) versucht hat zu stoppen. Doch das ist eben nur Kosmetik.
@Auflagenrückgang
“…veränderten Besetzungen, von der CR bis hinunter in Lokalredaktionen, zuzuschreiben. Journalistisch qualitativ bessere Alternativen – oder “starke Konkurrenz” – unter den örtlichen Konkurrenzblättern findet man deshalb nicht …
Ein Widerspruch in sich. Wenn die veränderte Personalpolitik, sprich: drastische Stellenkürzungen – eine Auswirkung auf die Qualität hat (und das hat sie), dann hat diese Verschlechterung logischerweise zur Folge, dass die Konkurrenz, jedenfalls bis sie “nachzieht”, qualitativ besser da steht. Logisch, nicht?
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“Nach Meinung vieler”: Okay, wer das im Einzelnen ist, kann niemand sagen. Aber wieviele es sind, schon. Bitteschön:
Reichweiten lt. IVW 1. Quartal bis 4. Quartal 09:
WAZ-Medien-G Siegen 182 (WP+WR):
– 8,77 %, von 7.968 uf 7.269, also 699 Leser weniger
Siegener Zeitung Vorländer & Rothmaler GmbH & Co (Siegen) : +1,48 %, von 58629 auf 59498, also 869 Leser mehr
Würdest Du zustimmen, dass angesichts dieser korrelierenden Zahlen die verlorenen Leser also fast vollständig zur SiZ gewechselt sind? Würdest weiterhin zustimmen, dass rund 700 Leser, die in einem Jahr wechselten, “viele” sind und dass deshalb die Einschätzung “nach Ansicht vieler” gerechtfertigt ist?
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BTW: Wenn man von Qualität spricht, sollte man nicht nur die redaktionelle Qualität bedenken – auch die der Zustellung, der Leserbetreuung, der Anzeigenabteilung usw. ist entscheidend. D’accord?
@Auflagenrückgang “starke Konkurrenz” … findet man deshalb … schon gar nicht in Siegen.
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Hallo? Wie nennt man denn Deiner Meinung nach eine Konkurrenz mit einer Druckauflage von deutlich über 63000, wenn man selbst nur 8000 hat? Ebenbürtig, nur eben beinahe achtfach größer?
Wo fängt dann bei Dir “stark” an? Beim Faktor 100?
Ist Siegen der Nabel der (WR)-Welt?
@Widerspruch in sich + Träum weiter: Die journalistisch gemeinte ‘starke Konkurrenz’ bemisst sich nicht nach Auflage und Auflagenerbsenzählerei, sondern an der journalistischen Qualität. Mit solchen Milchmädchenrechnungen über Leserwechsel, wie sie Nick ‘Widerspruch in sich’ aufmacht, wird wohl selbst die Quantentheorie noch an Kreativität übertroffen. In einem Journalisten-Blog geht es in erster Linie beim Blick auf die Leserschaft um die Frage der journalistischen Qualität, ohne damit Leserservicebereiche aussparen zu wollen.
@Ex-WR-Redakteur: Eine hausbackene Leser-Blatt-Bindung, die Du da aufmachst. Wenn WP-Leser an einem WAZ-Standort, an dem es nur noch die WR mit Lokalteil gibt oder umgekehrt und nur eine weitere Alternative einer Zeitung am Standort vorhanden ist, kann es nicht verwundern, wenn Leser zur auflagenstärkeren Konkurrenz wechseln. Ob sie damit eine journalistisch qualitativ bessere Zeitung zugestellt kriegen, und davon überzeugt sind, ist mit diesem Blattwechsel noch nicht begründet.
Wenn ‘Widerspruch in sich’ und ‘Träum weiter’ schon Auflagenzahlen nennen, sollten sie wenigstens die vergleichbaren IVW-Daten in den vergleichbaren Verbreitungsgebieten der genannten Zeitungstitel darstellen, statt mit falschen Vergleichen Widersprüche und Träumerei in ihren eigenen Angaben festzumachen.
Auflage
Deine Aussage bezweifle ich. Aus folgendem grund: Als in Gelsenkirchen die RN die Lokalausgabe einstellte, wollten einige Leser die noch verbliebene Zeitung, die WAZT, meines Wissens nicht.
In Siegen ist die Situation noch etwas anders: Die Siegener Zeitung ist eine Heimatzeitung klassischer Art. Ihre Stärke: Familieanzeigen, Vereinsleben, eben der “gedruckte Nachbar”, verläßlich, seriös.
Natürlich existiert da eine “hausbackene” Leser-Blatt-Bindung, über Jahrzhente gereift.
Das problem der WR und ehedem der WP: beiden Zeitungen fehlte der “Siegerländer Stallgeruch”. Marketingtechnisch wurde es nicht erreicht, die WR (und auch die WP) als Zeitung zu präsentieren, die mit der Region verwachsen ist. Umso mehr nach der Umstellung.
Zum Thema Familieanzeigen: Nach wie vor spielen diese ein große Rolle. Die Menschen in diesen ländlichen Regionen wollen wissen, wer gestorben ist (Todesanzeigen), wer heiratet. Das fehlt in dem Ausmaß der Westfälischen Rundschau.
Das Fehlen der Familienanzeigen in der WR führte deshalb früher dazu, dass zum Beispiel in den revierredaktionen die Todesanzeigen aus der WAZ abgeschrieben und unter der Leiste “Zum letzten Geleit” veröffentlicht wurden.
So ist das fehlen von Familienanzeigen bei einer konsverativ geprägter Leserschaft ein wesentlicher grund für eine Leser-Blatt-Bindung. Davon profitierte seiner Zeit auch die WAZ.
So hausbacken also sich das liest, ein weiterer Schritt zu einerLeser-Blat-Bindung sind kurze und direkte Wege zur Lokalredaktion und zum Service.
Nicht zu vergessen, die Inhalte. Nach wie vor gilt, dass Namen, Straßen, Orte richtig geschrieben sein müssen. Bereits daran wird die Kompetenz der Zeitung gemessen. Wer Herrn Lammert zum Bundespräsidenten macht (wie geschehen) oder Hern Schäuble wieder zum Innenminister, der handelt fahrlässig. Und wenn dann noch Geschichten frei erfunden werden, wie der Kaiman, braucht sich nicht zu wundern, wenn die Leser die zeitung abbestellen oder eben ihre “provinzielle” Heimatzeitung vorziehen.
Ein falsch zugeordneter Schäuble, vergessene Atomkraftwerke in NRW – was soll’s noch? Die WAZ-Leser sind eh behämmert, scheint der große Doppel-Alpha-Journalist zu denken, der sich offenbar wieder mal von seinen Zuarbeitern nicht wie sonst hat briefen lassen.
Hauptsache der Rotwein mit dem dickeren der beiden Gruppengeschäftsführer schmeckt noch in den gemeinsamen Zigarrenrunden.
Wenn man dann noch in den neuen Dienstwagen klettern und Gas geben kann – E-UR xxxx – einen taufrischen BMW GT (wir haben ja ein Sparkonzept!) – dann kann man als U.R. schon mal die Realitäten ausblenden und selbst auch über sein Halbwissen übers Ruhrgebiet im Jahre 5 nach der feindlichen Übernahme herzhaft lachen.
Was will der denn mehr? Er hat sie alle an der Nase herumgeführt……. Und seine Entourage klatscht Beifall.
PS: Dass der Mann nicht taufrisch ist, beweis er im Jahre 1 vor der Machtübernahme bei der WAZ. Da behauptete er fälschlicherweise im TV (ARD), die Linke (damals noch PDS) würde die Folter als Punkt im Parteiprogramm aufgeführt haben und wolle sie in Deutschland als legitimes Gewaltmittel des Staates einführen.
Apropos nicht taufrisch, die von Herrn Sowieso bereitete und hochnotpeinliche Hombach-Ode zu Nienhaus’ 50.Geburtstag – stolz im Intranet veröffentlich – sagt alles darüber, wes Geistes Kind da wirkt. [...]
“In einem Journalisten-Blog geht es in erster Linie beim Blick auf die Leserschaft um die Frage der journalistischen Qualität”
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Wo und wann wurde festgelegt, dass das hier ein reines Journalisten-Blog ist?
Seit wann hängt der Erfolg oder Misserfolg einer Zeitung allein von den Redaktionen ab?
Waren dann Geschäftsstellen und Ansprechpartner vor Ort schon immer überflüssig?
Wieso gehört zum Beispiel die Verlässlichkeit der Zustellung nicht zur Qualität einer Zeitung?
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Man kann sich aber auch wirklich alles passend reden und schreiben.
@Auflagenrückgang
Für jeden Anzeigenkunden bemisst sich “Stärke” doch an der Auflage. Übrigens war hier nie geschrieben worden, dass “starke Konkurrenz” journalistisch gemeint sei. Das ist eine Verengung, Sie vornahmen.
Es gehört schon viel Chuzpe dazu, drastische Verluste im zweistelligen Prozentbereich als Erbsenzählerei abzutun.
“Die journalistisch gemeinte ’starke Konkurrenz’ bemisst sich nicht nach Auflage und Auflagenerbsenzählerei, sondern an der journalistischen Qualität.”
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So ein Blödsinn. Demnach wäre BILD also keine “starke” Zeitung. Da war ein früherer Bundeskanzler mit seinen bevorzugten Medien “Bild, BamS und Glotze” aber ganz anderer Meinung.
Vielleicht sollten wir uns nict so sehr auf ein bestimmtes redaktionelles Gebiet der WR beschränken. Allerdings: Auch wenn die Verbreitungsgebiete lt. IVW nicht deckungsgleich sind, so ist doch augenfällig, dass dort die Gruppen-Bläter dramatisch verlieren, während die örtliche Heimat-Konkurrenz gegen den bundesweiten Trend (!) zulegt. Dafür muss es Gründe geben, und die kann man nicht kleinlicher Argumentation beiseite schreiben.
Eine Qualitätszeitung bemißt sich aus der Sicht eines Lesers nicht nur nach redaktionellen Qualitätskriterien. Es muß alles stimmen, verläßlich sein! Das Blatt muß pünktlich zugestellt werden, wenn mal nicht, muß sofort nachgeliefert werden. Die “Anlaufstelle” muß funktionieren, sprich, der Service muß in jeder Hinsicht klappen. Selbst im Internet-Zeitalter darf der Abonnnent, Leser, nicht allein gelassen werden, seine Anzeige selber bauen müssen. Wenn Redaktionen irgendwo im Hinterhof untergebracht, fast unauffindbar sind, ein Informant etwas loswerden möchte, muß dies auch komplikationslos funktionieren. Die guten alten Geschäftsstellen waren in dieser Hinsicht oft Gold wert. Das jetzige ( uninteressierte ) Personal in den “Annahmestellen” hat keinerlei Beziehung zur Zeitung mehr. Was nutzt da Schulung. Ich habe kürzlich ein Gespräch erlebt, da diskutierten zwei Unwissende miteinander, der Abonnent verließ kopfschüttelnd den Service-Point.
Wenn ich die wirklich reizenden journalistischen Fehltritte des WAZ-Chefredakteurs in letzter Zeit betrachte, die sich ja auch noch in die übrigen Titel fortsetzen, so ist festzustellen, dass er seiner Verrantwortung nicht gerecht wird. Jedem Volontär würden die Ohren lang gezogen, da er sein Handwerk nicht beherrscht, ein Redakteur wäre abgemahnt worden. Ich erinnere mich an einen Fall in Bochum, als in einer Montagausgabe ein Bericht stand, dessen Termin am Wochende überhaupt nicht stattgefunden hat. Der Kollege hatte auf Anordnung des Lokalchefs geschrieben. Der Schreiber erhielt die Kündigung, wurde durch den Betriebsrat “gerettet” und zu einer Zeitschrift im WAZ-Medienbereich versetzt. Die Verlagsleitung hatte in diesem Fall eingegriffen.
Wo bleibt sie jetzt? Zweierlei Maßstäbe? Ja. Aber es zeigt sich mal wieder, dass diese Geschäftsführung “nichts drauf hat”. Nicht nur blamabel, auch nicht glaubhaft mit ihrem Geschwätz von Qualitätsjournalismus. “Wir” sind unter Redakteurskollegen, aber auch in anderen Verlagsetagen, bundesweit zur Lachnummer geworden. Haben wir eigentlich noch Eigentümer, die ab und zu mal die Zeitung lesen? Kürzlich wurde ich in “hochrangigen Journalistenkreisen” mit den Worten begrüßt: Hallo Kaimann!
Hallo Medienmoral, mit welcher Begründung wird hier der letzte Beitrag von Hans Lassmann gecleant? Geht’s noch? Der Beitrag hat ja wohl nicht im geringsten gegen die Netikette verstoßen, da wurde an anderer Stelle ganz anders unzensiert gebloggt.
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Sollte jeder auch wissen, dass der eigene Fuhrpark (von Q7 auf BMW GT, wow! Soviel zum thema 30 Millionen müssen eingespart werden)mittlerweile wichtiger ist, als ordentliche Arbeit abzuliefern.
@grrr
Angst vor den Anwälten des betreffenden Herrn, ist doch klar.
@nabelschau: Da wäre die Angst bei manchen Beiträgen vorher weitaus begründeter gewesen…..Scroll Dich mal durch die Archive!
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Und Du müsstest aus verlässlicher Quelle sagen können, dass “medienmoral” gehackt wurde und somit alle Informationen verfügbar sind, die die Anwälte brauchen.
@Auflagenrückgang (“Starke Konkurrenz bemisst sich nicht nach Auflage …, sondern an der journalistischen Qualität.”)
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Du bist ja der ganz große Medienexperte! Motto: Starke Zeitung, weil gute journalistische Qualität! Liest nur leider keiner… Oder was?
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Jenseits aller Polemik: Tatsächlich taugt ein Kriterium wie “jorunalistische Qualität” schon deshalb nicht als Vergleichskriterium, weil es nicht objektivierbar nicht quantifizierbar ist. Selbst unter Fachleuten wie Redakteuren, sogar innerhalb derselben Redaktion, gehen die Ansichten über “journalistische” Qualität oft bereits deutlich auseinander – wieviel mehr dann erst in der “Leserschaft”, von der wir ja nur recht diffuse, auf Vermutungen gegründete Vorstellungen haben?
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Lieber Nick “Auflagenrückgang”, es hat seinen Grund, warum Medien an ihrer Auflage, an ihrer Reichweite, mit Faktoren wie LpE- oder LpA-Werten bemessen werden und nicht an einem nebulösen Kriterium “journalistische Qualität”. Und wenn Du es nicht tust, vielleicht um Dich noch etwas froh zu machen, so kannst Du sicher sein: Dein Verleger tut es bestimmt!
Hier wird von journalistischer Qualität geschwafelt. Dabei kriegen manche kaum einen fehlerfreien Satz hin.
Es kann ja sein, dass manche kaum einen fehlerfreien Satz hinkriegen. Da hier aber auch Nicht-Journalisten mitschreiben, die ihrerseits als Leser unserer Produkte sehr wohl einen Anspruch auf gute Qualität haben, sollte man sich jeden Anflug von Borniertheit verkneifen.
Och nö, is jetzt nicht wahr, ne? Wenn die Argumente ausgehen, wird nach Schreibfehlern gesucht. Klasse, echt super hohes Niveau.
Weißt Du was? Mir kann das egal sein. Ich bin nämlich kein Redakteur sondern im Vertrieb. Und das ist keine Zeitung sondern ein Blog.
Duden, wenn du in meinen Kommentaren Fehler findest, dann darfst du sie ab sofort behalten. Alle.
“Nach wie vor gilt, dass Namen, Straßen, Orte richtig geschrieben sein müssen…”
Das fordert Ex-WR-Redakteur. Wer solche legitimen Ansprüche stellt, sollte sie auch selbst (wenigstens annähernd) erfüllen.
@*grrr* Manchmal stellen wir Kommentare zurück, um zu prüfen, ob sie ok sind. Und im Einzelfall sind die Juristen eben nicht sofort greifbar. Dann dauert es halt ein bisschen.
Wir bemühen uns, so wenig wie möglich einzugreifen.
“Wer solche legitimen Ansprüche stellt, sollte sie auch selbst (wenigstens annähernd) erfüllen.”
Absolut. In der Zeitung. Was er hier macht, steht auf einem ganz anderen Blatt.
hey duden…auch deine auflage sinkt!
Nun ist das vor einem Jahr angekündigte Monitoring angelaufen. Sieht professionell aus – und fragt sogar ganz offen ab, ob man mit der Informationspolitik der Chefredaktion und die Handlungsweisen seiner direkten Vorgesetzen zufrieden ist.
Sogar nach der Marktfähigkeit der Zeitung und nach den Reibungsverlusten zwischen Desks, Fotopool, Content Desk und Redaktionen wird da gefragt. Scheint’s, als wäre da jemand wach geworden im Verlag……
Mein Tipp: mitmachen!
# hans lassmann
Das Monitoring ist doch bestimmt wieder nur für die TZ-Redaktionen gedacht, oder? Kann das auch in anderen Verlagsteilen genutzt werden?
[...] WAZ: Monitoring angelaufen … medienmoral [...]
Das Monitoring wäre gewiß für alle Unternehmensbereiche ein sinnvolles Werkzeug. Es gibt genug zu sagen, was schleunigst erhört werden sollte.
“…fragt sogar ganz offen ab, ob man mit der Informationspolitik der Chefredaktion und die Handlungsweisen seiner direkten Vorgesetzen zufrieden ist.”
Das Monitoring kann auch ein Instrument zum Denunzieren werden.
Tote Hose hier.
Ich glaube, daß in diesem Zusammenhang nur diejenigen von Denunziation sprechen, die mit negativen Bewertungen rechnen. An jedem Vorgesetzten gibt es irgendwo was zu meckern, aber man sollte auch zwischen sachlicher Kritik und Hetze unterscheiden können.
Es scheint mal wieder niemanden im Hause zu geben, der dafür taugt. Also, Springer-Leute, bewerbt euch, Ihr habt die besten Karten!
http://files.stellenmarkt.rommerskirchen.com/95cb2ad9fcbe5bf09d108d864c9892c1.gif
Es ist doch zum Kotzen. Massenhaft qualifizierte Leute rausschmeißen, die verbliebenen bloß nicht mit dem Arsch hochkommen lassen. Dafür wieder was ganz Tolles von Außerhalb reinholen. In was für einen kranken Laden sid wir eigentlich mittlerweile?
@anhängsel
So viel mir bekannt ist, gilt das für die vier Redaktionstitel, die von Schickler rasiert worden sind.
@stellenausschreibung
Die Anzeige lief/läuft auch im Intranet.
“Die Anzeige lief/läuft auch im Intranet.” Das ist aber auch das Mindeste.
garantiert wird es jemand, der mindestens 1x in einen Axel Springer
Unternehmen tätig war!
Ich wundere mich, das es nicht als Anforderungspunkt in den Auschreibungen ausgelobt wird!
So spart man doch Zeit
WAZ=immermehr BILD=Geistiger Suizid
@Stellenausschreibung
Schon interessant welche Qualifikation verlangt wird. Von der Qualität der Bezahlung aber keine Spur. Eigentlich muß man annehmen, dass es keine Bezahlung gibt.
Was hat es denn nun mit der Sperrung von “Medienmoral” durch die WAZ-Chefredaktion auf sich?
Michael Naumann im Gespräch mit der Fachzeitschrift HORIZONT:
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“Bodo Hombach singt ja gerne das Hohelied des Qualitätsjournalismus und betont vor allem die Notwendigkeit eines guten Feuilletons. Man hört sich das an, aber wenn man dann die “WAZ” aufschlägt, fragt man sich: Ja wo ist es denn nun, das tolle Feuilleton?”
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http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Interview-Ringier-denkt-ueber-Zukaeufe-in-Deutschland-nach_92454.html
Mal sehen, ob das Naumann-Zitat in der internen Presseschau der WAZ auftauchen darf. Man darf gespannt sein.
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Hin und wieder werden ja in dieser Presseschau richtig DDR-mäßig ganze Interviewpassagen oder missliebige Textabschnitte aus Veröffentlichungen entfernt, um den Mitarbeitern die Wahrheit über ihren Landen so schonend wie möglich beizubringen. So geschehen etwa mit dem Interview, das der letze Chefredakteur der Thüringer Allgemeine, Sergej Lochthofen, dem Fachmagazin message gegeben hat und in dem dieser deutliche Unterschiede zwischen dem Standing von Grotkamp und Schumann im Gegensatz zur aktuellen WAZ-Elite ausmacht. Da fehlte dann einfach die Seite.
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http://www.message-online.com/102/lochthofen.html
“in dem dieser deutliche Unterschiede zwischen dem Standing von Grotkamp und Schumann im Gegensatz zur aktuellen WAZ-Elite ausmacht. Da fehlte dann einfach die Seite.”
Die fehlende Seite war aber eigentlich auch nicht mehr nötig, denn die gewaltigen Unterschiede zwischen den zwei herausragenden Persönlichkeiten einerseits und diesen beiden anderen andererseits sind wohl jedem längst aufgefallen.
Der heutige Aufmacher in der WAZ “Beerdigt Schwatz-Rot die Hauptschule?” Da bezieht man sich im Artikel ( ohne Autorenzeile ) auf SPD-Kreise, bezieht sich auf die SPD-Spitze, hält Dinge für “denkbar” und spekuliert fröhlich durch die Gegend. Eine “Qualität”, die in die journalistische Mülltonne gehört.
Und Hombach schweigt. Oder meint er diese Art von Qualitätsjournalismus?
Das Reisejournal durfte am Mittwoch eine peinliche Korrektur veröffentlichen. Es hatte einen Link zur Esta-Registrierung für Amerika veröffentlicht, der von einem kostenpflichtigen Anbieter war und den Leuten 60 Euro für die eigentlich kostenlose Anmeldung abknöpft… Tja, Redaktion gespart – Qualität auch.
“Kohle bekam auch Beine”
(Schlagzeile auf der Seite “DerWesten”, Lokalausgabe Sprockhövel, 28. 5.).
“Qualitäts”-Journalismus aus der “Manufaktur”.
WAZ soll`s noch…
die nächste bezugspreiserhöhung steht an!!!!
es wird kündigungen hageln, denn was rechtfertigt diese erhöhung?
[...] Twitter-Beitrag bezieht sich auf eine lapidare Aussage im Gewerkschaftsblog “medienmoral-nrw” von Verdi und [...]
Es tut sich was im Hause WAZ. Hinter den Kulissen ordnet die Brost-Seite sich neu:
http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/104414-waz-eignerfamilie-brost-mit-neuem-manager-riesenbeck-loest-poellath-ab.html
Es gibt einen neuen GF in der Brost Verwaltungsgesellschaft/Holding. Mal sehen, ob er den riskanten Kurs von Bodo Hombach, der ebenfalls GF der Holding ist, weiterhin mitträgt. Vielleicht beginnt der Harakiri aber auch jetzt erst.
Jedenfalls ist der 2007 bestellte Holding-GF Pöllath nach nur drei Jahren nicht mehr an Deck…..
Bleibt zu hoffen, dass Frau Brost und die Enkel von Herrn Brost wissen, was Hombach bisher getan hat…..
Kress lesen – dabei gewesen.
Im firmeneigenen Intranet oder im Pressespiegel hab ich das jedenfalls nicht gefunden.
Da sage doch noch einer, scheidende Kolleginnen und Kollegen würden bei der WR nicht gebührend verabschiedet!
Auf einer ganzen Lokalseite feierte die Redaktion der Siegener Rundschau ihre stellvertretende Lokalchefin. Ein 3spaltig 160 Millimeter hohes Portrait als Aufmacherbild, umrahmt von einem 120-Zeiler aus der Feder des neuen Stellvertreters (“Ich habe bei einer der Besten gelernt”) unter vierspaltiger Überschrift (“Tolle Kollegin und großes Vorbild”), darunter ein 106 Zeilen starker Aufsetzer eines Kollegen, der die gemeinsamen journalistischen Stationen Revue passieren lässt (“Ein anderes Feuchtgebiet war unsere ‘Expedition’ durch die Sieg”) und beschreibt, wie er einmal “quasi als Bodygard” auftrat.
Die Kollegin auf insgesamt fünf, teils privaten Fotos, eines aus ihren ersten Lebensjahren: “Schon als Kind ging die Sonne auf, wenn sie lachte…” Naja, dass die Sonne in diesem meisterhaft gebauten Satz als Kind aufging, soll uns den Spaß nicht weiter verderben. Denn da sind ja auch noch die beiden Außenspalten mit Laudatoren aus Wirtschaft, Politik und Kultur, nicht zu vergessen der eigene Seitenkopf:”Rundschau für “.
Endlich ein Abschied, der einer Journalistin, eines Journalisten wirklich würdig ist! Mehr davon!
oops – falsche Klammer genommen. Muss heißen:
der eigene Seitenkopf: ”Rundschau für …Name der Kollegin…“.
@ Würdiger Abschied:
Wie, bloß eine Lokalseite? ‘n büschen popelig, oder? Eine Panoramaseite sollte doch wenigstens drin sein, selbstverständlich auch dann nur als Auftakt zu einer mindestens zehnteiligen Serie des jeweiligen Biographen.
Grotkamp grollt wegen der verpufften Investitonen in das Aust-Projekt, in der Kritik steht laut ftd “Wanderprediger” Hombach
http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:stefan-austs-magazinplaene-wanderprediger-auf-abwegen/50127420.html
@brisko
Schön, dass wenigstens Herr Grotkamp es merkt und ausspricht, welch’ einem genialen Medien-Experten da freie Hand gelassen wurde.
Was man austeilt, kehrt zurück. Endlich sprechen klare Zahlen und eindeutiges Missmanagement gegen die derzeitige WAZ-Geschäftsführung. Gesellschafter wachen immer erst auf, wenn Schmerzen im eigenen Geldbeutel spürbar werden…Möge die Macht mit euch sein.
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/aust-projekt-fr-hombach-ein-bumerang_100028520.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=46e107054c
…schön wäre es, wenn sich Herr Grotkamp auch mal zu den anderen vermasselten Baustellen des Hauses äußern würde.
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Wäre das schön, wieder so einen Mann vom Schlage Grotkamp auf der Brücke zu haben, bevor das Unheil garantiert noch weiter seinen Lauf nimmt. Jeder wird bestätigen, dass die Zeiten bei der WAZ unter den beiden Altverlegern bessere waren. Zwar wurde da auch gespart, aber das Verhältnis zu den Mitarbeitern war ein ganz anderes. Außenstehende tun dies jetzt wahrscheinlich als “Jammern auf höchstem Niveau ab” im Gegensatz dessen, was in anderen Industriebereichen (z.B Opel oder Karstadt) geschieht, aber die Stimmung ist durchweg nicht die allerbeste und das hemmt den unternehmerischen Erfolg.
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Grund sind aber nicht die Mitarbeiter die nachwievor ihr bestes geben, sondern dass, was nun an Strukturen und Vorgängen vorgegeben wird, kurzum: Die Mitarbeiter verstehen ihr Haus nicht mehr und das, was da abläuft. Die Unternehmensberatungen haben es geschafft, das Verhältnis der Mitarbeiter zu ihrem Konzern komplett zu entfremden.
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Daher seht alle bald den zweiten Teil von: “Synergien heben oder wie man jahrzehntlange erfolgreiche Angebote mit wenigen Handgriffen ins Umgekehrte lenkt!”
Das ist wahrscheinlich das einzige, was Bodo H. tatsächlich ärgert: Wenn er von der feinen Gesellschaft als das bezeichnet wird, was er ist: Ein Schaumschläger. Faktisch wird die Kritik von Grotkamp nix bewirken. Dazu ist Herr Grotkamp im Gesellschafterkreis nicht mehr mächtig genug. Aber schön, dass wenigstens einer von den Großkopferten mal eine Binsenweisheit ausspricht. Die WAZ-GF und ihre angeschlossenen Satelliten verbrennen Spesen – ohne, dass dabei vom viel beschworenen Qualitätsjournalismus auch nur eine Spur zu sehen wäre. Mit fünf Mios hätte man sicher die eine oder andere Lokalredaktion ganz ordentlich stärken können.
turi2.de meldet heute:
“WAZ-Gruppe dementiert Klagepläne gegen Bodo Hombach wegen vermeintlicher Kompetenz-Überschreitungen bei der “Woche”. Überlegungen einer Klage sind Gisela Holthoff, Geschäftsführerin der Funke-Familiengesellschaft, “vollkommen fremd”. Die Mehrheitsgeschäftsführerin der Brost Holding, Anneliese Brost, hält die Unterstellung für “Unsinn”.
Stellungnahmen per Mail,”
Eigentlich widerspräche eine solche Klage auch der über Jahrzehnte gepflegten Praxis der WAZ-Gruppe, sich in der Öffentlichkeit in eigener Sache möglichst unauffällig zu verhalten. Vielleicht liege ich ja falsch, aber peinliche Schaufenster-Blamagen gibt es doch erst seit etwa acht Jahren.
Zuvor war es anders, da verhielten sich Herr Grotkamp und Herr Schumann als Geschäftsführer stets ebenso geschickt wie dezent. Die blähten keine Schaumgebirge aus Worten auf, sondern überzeugten einfach durch ein wirklich erfolgreiches Management. Sic transit gloria….
Und die hätten sich auch niemals “Perlweiß” Schickler ins Hause geholt und für deren unpraktikablen Vorschläge einen Batzen Geld bezahlt. Die doppelte Standorte dicht machen, darauf wären die alten Herren auch von allein gekommen, wenn es denn nötig gewesen wäre.
Er kann es sich schon gut gehen lassen, der Herr Hombach. Gespeist im Es Moli, Formentera, im Juni. Einem schönen Platz auf den Balearen, wo es auch Juan Carlos schon mal hinzieht. Hoffe, es war nicht auf Spesen.
Die WAZ-Gruppe verlässt Serbien: Der Verlag zieht sich ohne Angabe von Gründen aus dem Balkanland zurück. Der Essener Konzern hält bislang 50 Prozent der Belgrader Zeitung “Politika” sowie Anteile an “Dnevnik”. Zudem verfügt die WAZ-Gruppe in Serbien über ein eigenes Vertriebssystem.
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http://www.new-business.de/medien/detail.php?nr=599877
Da war doch zu lesen, dass zum 1. Juni der Super-Rechercheur vom Blog Ruhrbarone, David Schraven, zum WAZ-Rechercheteam wechselt und es auch noch leitet. Wer hat denn in den letzten Tagen eine exklusive Top-Story aus seiner Feder gelesen?
@Tourist
Sein Besuch im Es Moli de Sal ist nun wirklich seine Privatangelegenheit. Zeugt übrigens von gutem Geschmack.
(…)Die serbische Zeitung “Press” titelte am Dienstag: “Die WAZ erpresst (den Präsidenten) Boris Tadic”. Die Essener hätten am Vortag einen “offiziellen Brief” ans Staatsoberhaupt mit einem Ultimatum geschickt. Entweder helfe Tadic beim Erwerb der Zeitung “Novosti” oder der Konzern ziehe sich aus Serbien zurück, heißt es danach in dem Brief. Die WAZ werde in diesem Fall bei anderen deutschen Firmen für die Einstellung weiterer Investitionen in diesem Land werben.(…)
http://www.newsroom.de/news/detail/$FTJVKUIQNTGK/waz_zieht_sich_aus_serbien_zurck
Also wenn man bei derwesten.de in der Suche David Schraven eingibt, bekommt man schon einige Ergebnisse seiner investigativen Recherche zu sehen, der neueste ist übrigens von gestern…
Siehe: http://www.derwesten.de/nachrichten/Eon-Ruhrgas-Zentrale-im-Zwielicht-id3116614.html
Außerdem habe ich mit Interesse den Artikel über illegalen Tierhandel gesehen. Sowas braucht ein schnöde gewordenes Blatt wie die WAZ, das gibt ihr einen glaubwürdigeren Anstrich.
Nichts desto trotz bin ich auch der Meinung, dass Schraven abgezogen wurde von den Ruhrbaronen, um seine journalistische Power nicht mehr gegen sondern allenfalls für die WAZ einzusetzen. Und ich denke, das hat die WAZ einigermaßen geschafft…
Schreibt mehr von dem hintergründigen Zeug, dann geht es euch und euren Lesern besser.
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Aerger-um-Rueckzug-der-WAZ-Gruppe-aus-Serbien_92868.html
Wann werden endlich die Schindlers rausgekippt?
Wann bekommen wir eine kompetente GF und RL ohne Blender?
Wer stoppt den kurzfristig absehbaren Selbstmord der Renditesau Anzeigenblätter?
Wann arbeiten wir endlich wieder für den Kunden?
Wollen wir verkaufen oder weiter zum Selbstzweck verkommen?
Wer stellt endlich klar, dass Outsourcing tödlich ist?
Und wer stoppt, verdammt noch mal, die überbordende Bürokratie des immer weiter anschwellenden Wasserkopfes in unserem Laden?
Des Kaisers neue Kleider sind schon lange transparent.
Wann kommt das endlich bei den Gesellschaftern an?
Das ist schon interessant zu lesen, dass der Manager der selbsternannten Zeitungsmanufaktur mal eben hioerzulande fünf Millionen Euro mindestens verbrannt hat (das Aust-Experiment) und in Serbien nun ebenfalls wohl einen ganzen dicken Batzen Kohle einfach so verschwendet hat.
Schade, dass Altverleger diesen Möchtegern-Verleger nicht verklagt.
Auf jeden Fall zeichnet sich nun ab, dass Hombach aus seiner eigenen Unfähigkeit als manager eines Medienkonzerns, nicht nur wertvolle Arbeitsplätze (300 Redakteursstellen) mal eben so vernichtet hat; er hat zudem Geld für Nichts ausgegeben, statt die Qualität der Zeitungen zu steigern.
Stattdessen dümpeln die Titel dahin. Fern vom Leser, voll mit Fehlern und von Service keine Spur.
Glückwunsch, Hombach. Das muß man erst einmal hinbekommen wie Sie: Aus einem durchaus mal angesehenen “Schiff” einen “Seelenverkäufer” zu machen, der dem Untergang sehr nahe ist….
“Glückwunsch, Hombach. Das muß man erst einmal hinbekommen wie Sie: Aus einem durchaus mal angesehenen “Schiff” einen “Seelenverkäufer” zu machen, der dem Untergang sehr nahe ist….”
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Wieso? Wo ist da das Kunststück?
Einfach eine Unternehmensberatung ins Haus holen, die sich selbsternannt auf Medien spezialisiert hat und willkürliche Benchmarks festsetzt. Und wenn es im Fall von Online noch keine gibt, dann werden welche erfunden – so einfach ist.
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Hombachs und (!) Nienhaus’ größter Fehler war Schickler: Für die Vorschläge diese flachen Truppe hätte man keinen Euro ausgeben müssen, dieses Chaos hätte man auch ganz allein anrichten können. Und: WR schließen oder Doppelstandorte dichten machen – sensationell pfiffige Idee. Ich hoffe, die Schicklers haben es sich patentieren lassen, damit künftig keiner anderer darauf kommt und es nachmacht…
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Dazu noch ein paar alberne Desks, die nicht funktionieren können. Fertig ist die Power-Point-Show. Und die GF ist beeindruckt und klatscht Beifall. Ja, so wie damals auch bei der Katie. Hat die nicht schön Geld verbrannt mit dem Westen? Und hat die GF sich da nicht auch blind in etwas verrannt?
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Naja, momentan wird ja die Medienberatung zerlegt. Die Umsätze brechen ein. Wenn das so weiter geht, kreist in geschätzten sechs bis neun Monaten auch mal ganz oben der Hammer (und hoffentlich trifft er symbolisch gesehen auch “Perlweiß” Schickler). Es besteht also noch Hoffnung auf Besserung.
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Oder fassen wir es wie folgt zusammen:
- Print: zu lange geschlafen und laufen lassen, bis auf einmal hastig am offenen Herzen operiert werden musste, leider mit schlechten Ärzten
- Online: Millionen versenkt
- Serbien: Millionen versenkt
- Schickler: Millionen versenkt
- Anzeigenblätter: bald Millionen versenkt
- Medienberatung: bald Millionen versenkt
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Es ist alles so traurig und in allen Abteilungen verstehen die Mitarbeiter den Laden nicht mehr.
Natürlich hätten die Verantwortlichen der meisten Betriebe, die sich externe Berater ins Haus holten, bereits beim kurzen Nachdenken in einer x-beliebigen Kaffeepause leicht selbst auf alle unangenehmen betrieblichen Maßnahmen kommen können, statt sie von Externen erst großspurig und kostenträchtig mit Powerpoint an die Wand werfen zu lassen.
Dann aber hätten sie offen Verantwortung tragen, vielleicht sogar ausnahmsweise einmal persönlich Rede und Antwort stehen müssen. Das tut der Manager an sich aber nicht so gern, verdirbt es ihm doch mindestens einen Tag lang die Freude am Millionengehalt. Er stellt sich lieber als Philantroph dar, der unter den von den Externen so überraschend diagnostizierten wirtschaftlichen Sachzwängen selbst am meisten leidet. Dabei schaut er gern treu über den Rand seiner Halbbrille hinweg mit schmerzensreichem Blick auf die Schar derer, die wegen seines Missmanagements nun über die Klinge springen dürfen. Diese Drecksarbeit verantworten dann scheinbar die bösen, bösen Externen, während die feinen Herrschaften ihre manikürten Finger in Unschuld baden können.
Vor allem für diese Sündenbockrolle werden Unternehmensberatungen so fürstlich entlohnt.
@Redaktor: “Dabei schaut er gern treu über den Rand seiner Halbbrille hinweg mit schmerzensreichem Blick auf die Schar derer, die wegen seines Missmanagements nun über die Klinge springen dürfen.”
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Treffend!
@ rückzug
Gleichzeitg erhielt die WAZ ja auch noch 40 Millionen von der Bank für Europäischen Aufbau (Thomas Mirow) für ihr Engagement im Balkan.
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20090424_OTS0279/ebrd-uebernimmt-beteiligung-am-osteuropageschaeft-der-waz-mediengruppe
P.S. Muss die WAZ jetzt einige Millionen zurückzahlen?
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/showRSS.php?id=92637&utm_source=RSS&utm_medium=RSS-Feed
[...] Mitarbeiter feixen bereits. Tags » Bodo Hombach, Michael Naumann, WAZ « Trackback: [...]
http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&dig=2010%2F06%2F19%2Fa0049&cHash=e51aef5360
Wer, wie hier beschrieben, so viel Millionen reinholt, dem macht man wegen 5 Mio (Konzept mit Aust) keine Probleme
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/osteuropa–euro-millionen-fr-die-waz_100019764.html
Der Rückzug aus Serbien wird wohl zu verschmerzen sein.
tagchen – schon interessant, um was ihr euch alles gedanken macht. aber denkt doch bitte ‘mal nur bis vor eure haustür. die zustellung wurde an die RN abgegeben (und damit auch die abo.-daten) – glaubt ihr etwa, dass die lieben kollegen in blau-weiß etwa die finger von WAZens abos lassen ??? also prognose: in diesem jahr auflagenminus in DO bei der wr ca. 7 – 10 %, nächstes jahr gehts dann richtig abwärts. hat zur folge, dass die wr nicht mehr lange existiert und völlig platt gemacht wird (auch die redakteure !). da war doch schon ‘mal was !!!
Der WR gebe ich leider ohnehin noch maximal ein Jahr. Dank ihres super-duber-Desks in Lüdenscheid geht dort die Auflage richtig flöten. Das ist auch kein Wunder, weil Ippen, der die WAZ bisher immer in Konkurrenz nass gemacht hat, auf starke Lokalredaktionen setzt. Da sollten die Oberen mal hinschauen, da kann man noch was lernen. Tja, dann noch Dortmund mit den Abo-Daten an die RN. Und Tschüss. Aber: Es soll bitte kein Frank Fligge sagen, dass er hier nicht darauf hingewiesen worden ist. Wenigstens müsste er sich dann auch einen neuen Job suchen. Ist aber kein Trost. Nur Fatalismus.
@byebye “Wenigstens müsste er sich dann auch einen neuen Job suchen.” Na, dann geht halt wieder zu den RN. Man ist ja flexibel.
Schlumpf
Diese Befürchtung habe ich schon lange.
Schließlich soll das ja von vornherein auch von Schickler vorgeschlagen worden sein.
Allerdings binden wohl Verträge die GF der WAZ noch daran, die WR fortzuführen.
Nur, wenn das Blatt keiner mehr “klesen will” – dem wohl offenbar nun nachgeholfen wird – dann kann man die WR tatsächlich beerdigen.
Was mit der Rundschau passiert, ist traurig. Sie war immer die bessere Alternative zur WAZ, hatte zum Teil auch die besseren Leute.
Nun ist sie – nicht zuletzt durch den Einheitsbrei vom Essener Content – zu einer weitestgehend charakterlosen Zeitung verkommen.
Lob noch jenen engagierten Redakteuren, die versuchen einen attraktiven Lokalteil zu stemmen. Doch auch denen wird das immer mehrerschwert, durch sinnlose neue aber arbeitsbehindernde strukturelle Vorgaben.
Schade. So kann eine GF auch eine einst mal sehr angesehene Zeitung systematisch vom Markt treiben.
Und die WAZ und die WP teilen sich am Ende die wenigen nutzbaren Trümmer. Wetten?
http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:nach-tod-des-herausgebers-waz-greift-nach-wiener-kronen-zeitung/50131259.html
http://www.faz.net/s/RubD16E1F55D21144C4AE3F9DDF52B6E1D9/Doc~EEF166D04C2EA4EEC99868980D879123C~ATpl~Ecommon~Scontent.html
http://derstandard.at/1276413688225/WAZ-bei-Belgrader-Boulevardblatt-eingestiegen
In einer etwas kryptischen Pressemitteilung hat die WAZ-Mediengruppe gerade bestätigt, dass sie die Ardos Holding GmbH aus Salzburg mit einem Aktienanteil in Höhe von
24,89 Prozent an Novosti ad komplett übernommen hat. Darüber hinaus strebe die WAZ an,
auf Grundlage eines rechtsgültigen Vertrages mit einem serbischen Geschäftsmann zwei
weitere Gesellschaften zu übernehmen, die ebenfalls Anteile an Novosti halten. Weiter hieß es: Mit der Übernahme der Firmen sichert die WAZ ihr Eigentum. Wie angekündigt, wird die WAZ in
Serbien desinvestieren und ihr Engagement beenden. Die Übernahme der drei Gesell-
schaften ist Bestandteil dieser Geschäftspolitik. Die WAZ Mediengruppe versuchte mit erstem Antrag vom Januar 2009 und mit neuerlichem, zweitem Antrag vom Januar 2010, vom serbischen Kartellamt eine Freigabeentscheidung für ihr „Novosti“-Investment zu erhalten. Weil das nicht geschehen ist, war sie an einen serbischen Geschäftsmann gebunden, gegen den sie im April 2010 ein Schiedsverfahren nach den geltenden Regeln der Internationalen Handelskammer Paris eingeleitet
hat. Wie bereits mehrfach angekündigt, wird sich die WAZ Mediengruppe bei ihrem Rückzug selbstverständlich ihrer wirtschaftlichen Rechte nicht berauben lassen.”
tja darüber kann man nun erstmal etwas länger nachdenken…
O.T. Neues
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57840
http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/104762-serbischer-wirtschaftsminister-disst-die-deutschen-fuer-die-waz-ist-kein-platz-in-serbien.html
Das ist schon ganz interessant, dies alles hier mal im Zusammenhang zu lesen. Wien, Serbien, und und und. Da spart die WAZ also Millionen Euros ein, indem sie in NRW Redaktionen schließt, zusammenlegt, und sich massenhaft von Redakteuren trennt. Auf der anderen Seite macht sie riskante Auslandsgeschäfte im Balkan, bei denen nicht auszuschliessen ist, dass Millionen Euros verloren gehen. Ob da die Balance stimmt? fragt sich Gitti
Da war die WAZ ja auch wieder mehr als positiv vertreten:
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http://www.wdr.de/radio/wdr2/quintessenz/562670.phtml
“Ein Geschäftsmann, der heute angibt, mit WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach (SPD) zwielichtige Deals diskutiert zu haben, wurde zum Zeitpunkt seiner Kontaktaufnahme zur WAZ in der deutschen Presse als ein “Kopf der Balkan-Mafia” bezeichnet.” (http://www.german-foreign-policy.com/de/news/)
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Man kann gar nicht soviel essen, wie man kotzen möchte.
Aha, nichts geht mehr. Und “auf dem Spiel stehen rund 120 Mio Euro, die die WAZ in Serbien investiert hat.”
—
Nicht so schlimm, wenn die serbische Mafia diese Spielbank jetzt dichtmacht. Geht einfach in irgendein anderes Balkan-Casino und holt euch dort neue Jetons. Oder setzt noch einmal Plein auf ein neues Versager-Projekt à la Aust.
Ihr könnt doch jetzt das eine oder andere NRW-Traditionsblatt verticken. Dann ist wieder genügend Kohle zum Zocken da.
Die Mios kommen schon wieder rein. Ich verweise noch einmal auf meinen Link “Millionen für WAZ”
Ein Artikel aus Österreich
http://derstandard.at/1277336683243/Serbien-WAZ-will-sich-nicht-ausrauben-lassen
Wie heißt es so schön? “Wer mit dem Teufel aus einem Topf essen will, muß einen langen Löffel haben.” Balkan-Bodo offenbar nur einen kurzen.
Vorsicht, liebe Kollegen, bei der Auswahl der Quellen, auf die hier kommentarlos verlinkt wird. Die Seite http://www.german-foreign-policy.com würde ich nicht unbedingt als seriös ansehen. Siehe: http://www.dewiki.net/andreas_plake.html
Dass ich die Vorgänge rund um die WAZ-Investments in Serbien persönlich auch eher für balkanesisch halte, steht dabei auf einem anderen Blatt.
[...] Vorsicht! Bei der Quellenauswahl meint … Hans Plagwitz [...]
http://www.tlz.de/startseite/detail/-/specific/Endgeraet-Zeitungspapier-hat-Zukunft-60970441
@altpapier
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Putzig. Das devote Interview mit Nienhaus liest man auf den Online-Seiten der TLZ (Thüringische Landeszeitung). Der geneigte TLZ-Leser wundert sich sicher überhaupt nicht, dass im Vorspann dieses “TLZ-Interviews” zu lesen ist (Zitat): “Nienhaus (50) ist Vorsitzender des Zeitungsverlegerverbands Nordrhein-Westfalen und, zusammen mit Bodo Hombach, Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, zu der auch die Ostthüringer Zeitung gehört.”
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Das nennt man konsequente Markenpflege. Unter dem Text dann noch das Kürzel OTZ für Ostthüringer Zeitung.
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Nun ja. Man kann natürlich einwenden, dass 1. so etwas ja mal passieren könne oder, dass 2. der Leser so ein Schrottinterview eh nicht liest.
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Aber wahrscheinlich ist es eher symptomatisch. Es wird mit wenig Verstand und viel Beschwörung (Qualitätsjournalismus, starke Marken ins Internet verlängern u.a.) einfach nur Unsinn verzapft. Ohne Sensibilität für den Leser.
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Wenn man sich dann noch die Mühe macht, das Nienhaus-Interview tatsächlich zu lesen, dann wird deutlich, woher solche Fehler kommen: Von einer Verlagsspitze, die mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen unfassbar inkompetent ist und ihren eigenen Propagandaparolen glaubt.
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Für so ein Medienunternehmen gibt es leider keinen Platz an der Sonne des Erfolges. Eher wird man es sich über kurz oder lang im Unterdeck bei den Witwenschüttlern und Resterampen vom Schlage Bauer gemütlich machen dürfen.
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Tschö.
das Interview mit “CN” hatte ja noch ein anderes Geschmäckle. Liest man dieses auf “DER WESTEN” dann erfährt man, dass dieses freundlicherweise von der dpa zur Verfügung gestellt wurde.
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http://www.derwesten.de/nachrichten/Das-Endgeraet-Papier-hat-Zukunft-id3157679.html
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Hallo? War da nicht einmal was, dass dpa für die WAZ-Gruppe inklusive DER WESTEN gekündigt wurde? Aber wenn der GF interviewt wurde, ist es dann etwas anderes? Traurig auch, dass ein überdimensionierter Content-Desk auf der anderen Straßenseite sitzt und nicht auf die Idee kommt, so ein Interview in diese Richtung zu führen.
Herr Nienhaus hat gestern einen so jammerigen wie kenntnisfreien Vortrag beim Medienforum NRW gehalten. Inhalt: Google = böse, ARD/ZDF = böse. Verlage = gut.
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Zum Thema Google (“Unternehmen wie Google leben davon, uns systematisch unsere Inhalte abzugreifen” – Zitat Nienhaus) hat web-mart eine kleine Handreichung für Könner wie Herrn Nienhaus ins Netz gestellt: http://blog.webmart.de/2010/06/29/liebe-zeitungsverleger-lieber-herr-christian-nienhaus-von-der-waz/
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Die neueste Online-Geschäftsidee der WAZ (Nienhaus): Handwerksbetrieben bei der Erstellung von Websiten helfen.http://meedia.de/nc/details-topstory/article/guardian-chef-wirbt-fr-nutzer-allianzen_100028819.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=32c2615e6d
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Alles wird gut.
Jörg Tuschhoff, lange Jahre Redakteur und Betriebsrat bei der Westfälischen Rundschau hat heute seinen letzten Arbeitstag, wir wünschen einen charmanten Ruhestand!
http://mmm.verdi.de/archiv/2010/05/portraet-da-gab-es-schon-einiges
dieter larymoyanz
und so liest sich das dann im eigenen Blatt
http://www.derwesten.de/kultur/Nienhaus-Leistung-muss-geschuetzt-werden-id3173108.html
bevor man den Text online lesen kann, gibt es aber erstmal einen ab-in-den-urlaub.de Spot, entsprechend dem Motto publizistische Online-Angebote können und müssen auch vermarktet werden
@brisko
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Danke! Ihr Textfund ist ja noch viel schöner. Bombeneinstieg: “Qualitätsjournalismus hat Zukunft.”
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Kann man nur sagen, da hat er recht, der Herr Nienhaus. Qualitätsjournalismus hat tatsächlich Zukunft. Beim SPIEGEL. Bei der ZEIT. Vielleicht auch bei der Rheinischen Post. Oder bei der taz. Oder sogar bei Springer. Oder Ippen. Bei all denen möchte man sagen, die in den Journalismus investieren. Dort macht man dann eben schon mal nur mit den Vertriebserlösen ein sehr ordentliches Ergebnis. Anzeigencash kommt gerne obendrauf. Und warum? Weil die Leser bereit sind, Geld für Qualität auszugeben.
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Und dass die öffentlich-rechtlichen Applikationen für mobile Geräte eine Konkurrenz ausgerechnet für die WAZ sein sollen, ist – Entschuldigung – reines Wunschdenken. Welcher Mensch mit einem Smartphone will denn eine kostenpflichtige App von der WAZ??? Diese Vorstellung ist abenteuerlich. Die Dinger heißen ja nicht umsonst ‘smart’ phone.
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Jörg Tuschhoff weist doch deutlich auf die Kernkompetenz hin: Exklusive lokale Information. Ordentlich, nein, richtig gut den soliden Chronistenjob machen. Lokalpolitik, Lokaltratsch, Lokalsport, Lokalkultur. Das muss die WAZ kapitalisieren – vom ganzen Rest hat sie – nochmal sorry – keinen Schimmer. Die Zeitung muss testen, mit wie vielen (oder wie wenigen) Lesern sich gut ausgestattete Lokalredaktionen vernünftig wirtschaftlich tragen. Mantel ist egal. Vertrieb muss gut sein (Geschäftsstellen) und die Schilder ‘Anzeigenannahme’ sollten bei den Werbeverkäufern aus dem Kopf. Die sollten sich mal auf die Socken zum Kunden machen.
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Wenns heisst, das kostet aber Geld usw. Stimmt. Der andere Quatsch, den Ihr gerade bei der WAZ macht, wohl auch. Fünf Milliönchen gingen gerade erst an Herrn Aust. Und ein paar bleiben sicher auch in Serbien hängen
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Aber statt Hausaufgaben zu erledigen, macht die Verlagsspitze lieber intellektuell recht traurige Propaganda. So hat sie es aber immerhin geschafft, das publizistische und wirtschaftliche Rest-Renommee des Hauses in geradezu aberwitziger Geschwindigkeit zu demontieren. Zwar hat auch früher niemand die WAZ mit einem Dampfer voller Intellektueller auf Ausflug verwechselt – aber man hat immer (auch in den feinen Hamburger Clubs) respektiert und anerkannt, dass die Grotkamps und Schumänner ihr Geschäft konnten.
@Dieter Larmoyanz: Alles richtig. Was du geschrieben hast, ist eine 100-prozentig geeignete Anleitung dafür, wie man diese Zeitungen wieder zu echten Erfolgen führen könnte.
Könnte. Denn leider hatten wir – nichts gegen dich und deine Überlegungen – das alles schon gefühlte 500 Mal, so oder so ähnlich. Wir hatten es in Redaktionskonferenzen, wir hatten es in Betriebsversammlungen. Wir hatten es hier im Blog und in Gesprächen auf den Gängen, sogar in einem Brandbrief der Redaktionsleiter. Ergebnis: Null, nichts, niente, nada. Keine wirksame Reaktion der beiden Herren und ihrer Adlati, nur das ständig wiedergekäute Mantra vom Qualitätsjournalismus bei gleichzeitigen Einsparungsmöglichkeiten und das neoliberale Gefasel von Synergien – getragen vom keynesianischen Glaubensbekenntnis, dass in Marktwirtschaften Investitionsentscheidungen von den “animal spirits” der Unternehmer bestimmt werden. Mit der Folge, dass sich diese Unternehmer und ihr jeweiliger “animal spirit” auf offener Bühne blamieren. Man denke nur an das Aust- oder an das Serbien-Fiasko.
Das Gelaber wirkt in seinem offensichtlichen Widerspruch zur Realität inzwischen so albern, dass die Branche bereits öffentlich darüber witzelt. Und last, but not least, sogar auch ein früherer Gruppengeschäftsführer wundert sich öffentlich, auch, indem er einen betreffenden Herrn als “Wanderprediger” tituliert.
Allein, eine Wende ist nicht in Sicht. Und so wird auch der 501. Beitrag dieser Art das sein, was andere vor ihm waren: Die Einschätzung eines (so vermute ich) erfahrenen Profis, dessen Stimme in der GGF garantiert niemand hören will.
Andererseits: Das alles muss ja ab und zu ‘raus…
@Dieter Larmoyanz
Sehr schöne Beschreibung, der eigentlich nicht hinzuzufügen ist. Außer, dass es furchtbar traurig ist wie der Laden frontal vor die Wand gefahren wird, während Schickler von hinten noch kräftig anschiebt.
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Es gibt inzwischen keine Abteilung mehr, die nicht anders denkt. Alle sind nur noch frustriert.
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Und oben? Wird die Realität ausgeblendet. Läuft doch alles toll. Tolle Desks. Tolle Qualitätszeitung. Toller Westen. Tolle Scheiße.
@Ex-WR-Redakteur
Klar muss das mal raus.
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Aber nicht nur. Es geht auch darum, die Herrschaften mit dem Senf, den sie verzapfen, nicht davon kommen zu lassen. Das Internet vergisst nicht und deshalb lohnt es sich, von Zeit zu Zeit mal aufzuschreiben, was die feinen Leute so treiben.
@ lachrenz:
Du hast mit deinem Posting die Lage auf den Punkt gebracht.
Wo man auch hinschaut oder hinhört: Überall herrschen tiefer Frust und blankes Entsetzen über das, was die Herren Hombach und Nienhaus unter Einbeziehung der Schicklers in gut anderthalb Jahren aus dem einstigen Flaggschiff WAZ emacht haben: Ein Unternehmen, das am Abgrund steht, zig Hunderte erfahrene und qualifizierte Mitarbeiter hinausgeekelt und unzählige Millionen – Stichwort: Serbien, Aust – verbrannt hat. Böse (oder wissende?) Zungen behaupten gar, dass es beim Incognitobesuch von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann in der Geschäftsführung vor wenigen Wochen um die Gewährung von Krediten in Millionenhöhe gegangen sein soll. Dazu würde auch die Begründung für die zum 1. Juli erfolgte Bezugspreiserhöhung passen. In dieser wurde den Lesern unverhohlen mitgeteilt, die Erhöhung sei notwendig, um den Fortbestand der Zeitung zu sichern.
Sollte es wirklich so schlecht um die WAZ stehen? Falls ja, kann man nur eine Parole ausgeben: “Rette sich, wer kann!”
Die Kollegen von der TA hauen folgende Meldung raus:
http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/wirtschaft/detail/-/specific/WAZ-in-Serbien-mit-Korruption-Nationalismus-und-Politik-konfrontiert-1414627443
Das Foto ist ja nicht gerade schmeichelhaft
@Axel Hader “Das Foto ist ja nicht gerade schmeichelhaft
”
Was ist das auf diesem Foto?
Und was sollen diese Texte wie in der TA jetzt bringen? Wird Serbien sich entschuldigen und alles gut. Lachthaft. Verzweifelte Versuche eines GF etwas zu retten, was wohl nicht zu retten ist. Muss man vorher wissen, bei welchen Leuten man das Geld investiert!
Der Serbe machte eben ein Angebot, dass er nicht ablehnen konnte.
Es ist so schlimm, was Schickler in dieser kurzen Zeit angerichtet hat. In allen Abteilungen herrscht inzwischen eine Lust am Untergang. Traurig. Wahrscheinlich hoffen alle darauf, dass andere Unternehmen am Ende die Trümmer aufkaufen und es dann wieder besser wird. Die Qualität sinkt ins Bodenlose. Allein der Blick ins Reisejournal heute wieder war beschämend. Was war das ein gutes Blatt, als noch Budde & Co. am Ruder waren. Und heute? Kaputt dank Schickler. Produktmanager, die Seiten mit seichtem Kram und sinnfreien Texten füllen. Das geht auch nicht mehr lange gut.
es sollen ja nicht nur die Schickler boys and girls durch alle Abteilungen des Hauses turnen, dazu hat sich jetzt offensichtlich noch eine Truppe Namens Boston Consulting oder so gesellt, die neue Redaktionskonzepte erarbeiten soll, direkt dem Herrn Reitz unterstellt, weiß jemand mehr? brisko
Thomas Knüwer in seinem Blog über “Das Qualitätsproblem von “Waz” und Westen”: http://www.indiskretionehrensache.de/2010/07/waz-qualitat-westen/#more-4087
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Hat schon jemand etwas Neues aus den Geschäftsstellen/Leserläden gehört? Angeblich sollen sie da künftig für die Hälfte arbeiten!
Welche Geschäftsstellen, welche Leserläden? Die haben sich bei uns in ein Schildchen verwandelt, das im Schaufenster eines Reisebüros klebt!
Qualität ist wenn….
Meine WAZ-Ausgabe ist heute (8.7.) ohne eine Zeile vom Halbfinale Deutschland-Spanien auf der Titelseite erschienen!
Wer seine Leser so bedient, sollte ihnen das ständige Gemurmel über das Qualitätsprodukt WAZ ersparen. Und wer solche “Qualität” abliefert, darf sich nicht wundern, wenn der Kunde das Produkt nicht mehr haben will.
@ brisko
Das ist richtig. Wobei Boston Consulting derzeit wohl nur koordiniert. D.h. die obersten Bosse der einzelnen Abteilungen sollen sich zusammenhocken und u.a. neue Produkte entwickeln. Dieser sogenannteStrategiedialog ist schon mit der Kick-off-Phase gestartet. Das Schlimme ist nur: Da sitzen jetzt Leitende Angestellte des Verlages zusammen, die schon in den vergangenen Jahren nicht viel Innovatives (außer Hombachs und Austs-Millionengrab “Die Woche” zu füllen) gebracht haben – und schmoren im eigenen Saft.
“Exellenz” aus dem eigenen Haus – also aus den unteren Etagen – wird gar nicht abgefragt. Wozu auch soll man die Leute einbinden, die Ahnung vom Leser und vom Zeitungs-/Nachrichtengeschäft haben…….. Das wird ausgehen wie das Hornberger Schießen.
Oder hast Du schon was von den Konzepten gesehen, die 2006/2007 in aberwitzig-geheimen Zirkeln als Antwort auf die Bedrohung durch kostenlose Zeitungen etc. gestrickt worden sind?
Kein Wunder, dass die WAZ an manchen Stellen im Lokalen unaktuell wie nie erschienen ist: Aus Angst vor einem Technik-Absturz des neuen Redaktionssystems Eidos wurden keine Aktualisierungen der Lokalausgaben zugelassen. Ausgegeben wurde die Devise: Vor dem Abpfiff haben die Lokalseiten fertig zu sein. Warum der Mantel nix hatte, weiß ich auch nicht – kann sein, dass “super!!!” nur eine Postausgabe hatte.
@wifag, schönes Stichwort Eidos. Wenn man da mal kolleginnen und Kollegen von den WAZ-Titeln drauf anspricht, dann verdrehen die nur die Augen, alles sollte besser und einfacher werden mit eidos, was kam dabei heraus, genau das gegenteil. Und wenn da die Bosse mal wieder ihr Mantra vom Qualitätsjournalismus in die Welt setzen, dann verdrehen sie nur müde die Augen, weil sie anstatt journalistische Qualität zu produzieren, unglaublich zeitraubende Runden drehen müssen, weil sie nicht mehr auf Text- und Bilderdienste von dpa zurückgreifen dürfen. Schöne neue Zeitungswelt! So kann man immer nur um Platz drei mitspielen!
Oh, ja Eidos.
Das Problem, wie bei allen Sachen momentan im Hause WAZ:
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Die da unten: Die merken, was für ein schlechtes System Eidos ist und leiden tagtäglich unter den Schwierigkeiten. Kostet mehr Zeit, ist unkomfortabler, hat unzählige Fehler.
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Die da oben: Die arbeiten nicht mit Eidos und haben nur Präsentationen gesehen, wie wunderbar sich in nur drei Minuten auf filigrane Weise schöne Zeitungsseiten erstellen lassen. Deshalb glauben sie “denen da unten” nicht und halten die mal wieder für zu blöd.
Eidos hat Fehler, ja.
Aber wer will, kennt nach kurzer Zeit eine Lösung.
Der Rest jammert rum, weil er daheim keinen Rechner hat, Windows für einen Sturm hält und am liebsten noch mit Schreibmaschine arbeiten würde.
Mal echt: Wir waren alle in einer Schulung und arbeiten täglich mit dem Programm. Welches Problem, bitteschön, ist denn an dem Programm so unlösbar schwierig?
@ Deskman “Der Rest jammert rum, weil er daheim keinen Rechner hat,Windows für einen Sturm hält und am liebsten noch mit Schreibmaschine arbeiten würde”.
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Entsprechen Deine Behauptungen der Wahrheit?
Falls ja, müssten sich bei der WAZ die mit weitem Abstand inkompetentesten Journalisten der Republik versammelt haben – mithin ein Grund, die Zeitung schnell abzubestellen.
Falls nein, so solltest Du dringend Deine eigene journalistische Kompetenz und Sorgfalt selbstkritisch betrachten und überlegen, ob diverse hier beschriebene Probleme vielleicht mit dem hohen Ross zu tun haben, auf dem Du zu sitzen scheinst.
Hahaha. Deskman, ein lustiger Fake.
Naja, die CR lesen ja hier mit, weil sie sonst gar nicht erfahren, was in den Redaktionen los ist. Hätte eine Aussage von denen sein können.
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Nein, unlösbar schwierig sind keine Probleme bei Eidos. Sie sind alle lösbar. ABER ES KOSTET (FAST) ALLES MEHR ZEIT ALS FRÜHER. Daher stellt das Programm keine Verbesserung dar. Versprochen war, dass alles schneller geht und bequemer ist.
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Dazu ein paar Details:
Eidos ist umständlicher. Man braucht in sehr vielen Fällen mehr Schritte als bei Multicom. Das ist ein großer Nachteil.
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Eidos ist noch nicht einsatzreif. Es gibt zahlreiche Fehler, die bekannt sind, aber nicht abgestellt werden, weil schon wieder zu viele andere Fehler auf der Liste stehen. Das ist ein weiter Nachteil.
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Eidos ist unübersichtlich. Die Ansichten im Navigator sind nur sinnvoll, wenn man bis zu zehn Artikel dort verzeichnet hat. Das ist nicht die Realität und ein weiterer Nachteil.
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Eidos ist keine Verbesserung, um Artikel online zu stellen. Im Gegenteil: Es ist erheblich umständlicher. Ein großer Nachteil.
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Unterm Strich ist es kein Wunder, dass zwei Verlage dieses Programm wieder abgeschafft haben.
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Und nur mal so: Die vermeintlichen “Schreibmaschinen-Redakteure” dürften längst alle dem Schickler zum Opfer gefallen und nicht mehr da sein (samt ihrem wertvollen Wissen). Und bei Multicom, einem vollelektronischem Programm mit auch komplexeren Möglichkeiten, hat sich niemand beschwert. Das war erfolgreich eingeführt und sehr bewährt. Ich denke, Eidos ist allein wegen der Regionalisierung eingekauft worden: So kann R. schön die Artikel in den anderen Titeln bis zum Abend aktualisieren. Der einzige “Vorteil”.
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Und noch was Kollege “Deskman”: Ich wünsche mich in meine Redaktion zurück. Und meine Kollegen wünschen sich das auch. Die Idee mit den Desks ist genauso unpraktikabel und hirnverbrannt wie manche Funktionen bei Eidos. Wäre ich Producer vor Ort, wäre ich wertvoll und es würde gut laufen. So leiden wir unter dem hin und her und verbrennen wieder Zeit.
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Ohne die verbrannte Zeit von Eidos und durch die Deks ließe sich übrigens wieeder eine gute, ansprechende Zeitung machen. So nicht.
@an die letzten Verfasser: Merket: Es wird bei der WAZ nicht das angeschafft, was am praktikabelsten ist und letztendlich den Mitarbeitern nützt, sondern die Firma, die die beste Präsentation an die Wand wirft und da wunderbar blenden kann, was möglich wäre, aber dann in der alltäglichen Praxis dann zu umständlich und nicht umzusetzen ist. Man hat sich zwar die Mühe gemacht, vier Anbieter für Redaktionssysteme ins Haus zu holen und ihre für die WAZ entwickelten Konzepte vorzustellen produktionsnah zu testen, aber der Favorit, der schon seit 1988 in Sachen digitaler Bildbearbeitung und digitaler Zeitungsproduktion einen Know-How-Vorsprung hat, ist es nicht geworden. Das wirft Fragen auf.
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Interessant ist auch, dass der “Yellow-Press-Bereich” der WAZ mit einem etablierten crossmedialen Redaktionssystem arbeitet, dieses aber für die Tageszeitung nicht einmal probeweise in Betracht kam. Auch hier die Frage: Warum nicht?
Weil es sich nicht mehr lohnt. Darum.
Wer mal sehen möchte, welche Möglichkeiten bei der WAZ nicht eingeführt wurden, kann sich einmal mit folgenden Links beschäftigen:
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http://www.ccieurope.com
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http://www.protecmedia.com
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http://www.vjoon.com
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Viel Spaß beim Stöbern!
@ Für die Hälfte
Den Mitarbeiterinnen der verbliebenen 9 Geschäftsstellen/LeserLäden + Werdener- u. Borbecker Nachrichten wurde die Pistole auf die Brust gesetzt, entweder für weniger Geld (2200,-) ohne Urlaubs- u. Weihnachtsgeld bei 40 Std./Woche zu arbeiten od. zu gehen. Ca. 1/3 der den Mitarbeiterinnen zustehenden Abfindung wird ausgezahlt, der Rest bis Ende 2012 eingefroren. Sollte bis dahin keine betriebsbedingte Kündigung erfolgen verfällt die Restabfindung (ein Schelm der Böses dabei denkt). Ach ja, es soll noch eine erfolgsorientierte Prämie für Privatanzeigen gezahlt werden. Wenn man aber sieht wie rückläufig das Anzeigengeschäft ist, kann man sich ja vorstellen wie die Prämie aussieht. Zumal ja auch immer versucht wird alles über WAZ-Dialog abzuwickeln und die Gesch.-Stellen außen vor zu lassen. Ab 01.01.2011 wird dann WAZ-Direkt die Geschäfte der Gesch.-Stellen/LeserLäden übernehmen. Wer dem widerspricht ist dann draußen. Ich arbeite schon einige Jahre für die WAZ und auch immer gerne, aber ich möchte auch davon leben können. Wenn ich sehe, wie an anderen Stellen das Geld zum Fenster rausgeworfen wird packt mich einfach nur die Wut und auch Frust. Das sind Methoden wie bei Schlecker. Ich denke mal hier werden sich die Wege trennen zwischen “Wir Arbeiten Zusammen” und mir. Denn “Wer nur mit Nüssen zahlt muss sich nicht wundern, wenn nur noch Affen um ihn herum sitzen”.
aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom heutigen Tage, Rubrik: Die lieben Kollegen.
Von Stefan Niggemeier
Was immer die Stärken von Ulrich Reitz, dem Chefredakteur der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung” sein mögen – Sympathien zu gewinnen gehört nicht dazu: Bei der Jahrestagung des “Netzwerkes Recherche” erzählte er am Freitag stolz, wie er einmal eine Kollegin sogar über Tarif bezahlte und das schnell wieder bereute, als er merkte, dass er ihr das Geld dann später nicht mehr nehmen konnte. Und er verteidigte die verfrühte Sommerlochausgrabung in seiner Zeitung, die Ende April aus einem unscharfen Handy-Foto eines Volontärs, der glaubte irgendwas in einem Bochumer See gesehen zu haben, ein Krokodil machte, das die Zeitung und andere Medien tagelang in Atem hielt. Der Autor sei einer seiner besten Volontäre, und es sei ja nicht bewiesen, dass es das Krokodil nicht gebe, erzählte Reitz dem staunenden Publikum. Die Unschärfe ist jedenfalls praktisch: So konnte das Online-Angebot das Bild jetzt noch einmal als Symbolfoto recyclen, als mehrere Zeugen berichteten, Krokodile in der Ruhr gesehen zu haben. Unbewiesen ist allerdings auch, dass das unscharfe Objekt auf dem Foto in Wahrheit die sich gerade im See ertränkende Hoffnung auf journalistische Standards unter Ulrich Reitz”. Ende
“…packt mich einfach nur die Wut und auch Frust. Das sind Methoden wie bei Schlecker”
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Zugegeben, der Spruch passt und stimmt nicht immer, aber hier und für die WAZ passt er ganz besonders und bestimmt: “Love it, change it or leave it!”
Fazit: Euer ganzes Gejammer hat keinen Zweck mehr. Lieben kann man es ums Verrecken nicht, ändern kann es wohl auch niemand mehr, also bleibt nur eine Möglichkeit übrig. Sucht euch schnell was anderes, aus eigener Initiative. Es ist nämlich ganz bestimmt ein Sch…gefühl, wenn man erst knochenhart ‘rausgestoßen wird.
Ich habe es bewusst nicht soweit kommen lassen. Und nach einer gewissen Durststrecke geht es mir wieder ganz gut, obwohl ich jetzt weniger verdiene. Aber der Wechsel hatte einen Riesenvorteil: Dieses ganze zermürbende Fiasko setzt mich jetzt nicht mehr unter Drcuk, denn ich bin nicht mehr persönlich betroffen. Ergebnis: Endlich, endlich wieder ruhig schlafen…
[...] Die lieben Kollegen: bei … medienmoral [...]
Also mit Eidos kann man viel entschuldigen. Aber mal im Ernst: So schlecht ist das System nicht, die Bugs werden weniger – und man kann, wenn man will, auch damit arbeiten.
Probleme haben die, die Veränderungen nicht mitmachen wollen. Erinnert mich ein wenig an meinen Vater, der den Wechsel vom /8-Modell (Medercedes der 70er-Jahre) auf den W-123 (80er-Jahre) nicht mitmachen wollte. Festhalten am Gewohnten….. Aber das bringt uns in den Lokalredaktionen und an den Desks doch nicht weiter.
Eidos ist nur Mittel zum Zweck. Aber was sich an der Spitze tut, das mutet wie Selbstzweck an.
Neuster Content-Desk-Klatsch: Der CR UR lud seine Mitarbeiter in die Tiefgarage ein, um ihnen seinen neuen Dienstwagen zu zeigen. Peinlich genug. Oberpeinlich aber: Mehr als ein Dutzend sollen – Lack leckend – mitgedackelt sein………
Bei den Herren Maruhn, Lehmann und selbst bei Knüpfer hätte es so etwas nicht gegeben. Denkt mal drüber nach, ne Viertelstunde – schafft ihr schon.
@wifag
“Medercedes der 70er-Jahre”
Muss es nicht Merdecedes heißen?
Nein, wie gesagt, so schlecht ist Eidos nicht.
Es hat niemand behauptet, dass es gar nicht geht und man damit nicht arbeiten kann.
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Aber es ist auch nicht gut und bietet unterm Strich keine Vorteile gegenüber dem Vorgängersystem.
“man kann, wenn man will, auch damit arbeiten.”
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Nein, das ist aber mal schön! Man kann sogar damit arbeiten, wenn man will! Das ging mit Multicom bekanntlich gar nicht.
Dann ist es ja auch fast egal, dass für diese neuerliche hoch kompetente Entscheidung hoch kompetenter Leue eine Menge Geld ausgegeben wurde, das woanders durch Personalkürzungen wieder eingespart wird.
Ich halte Eidos nur für einen Nebenkriegsschauplatz, auf dem man sich nicht verzetteln sollte. Das System hat Vor- und Nachteile und ist in vielen Bereichen Multicom überlegen.
Viel sinnloser sind doch wohl die Regio-Desks im WAZ-Bereich. Außer Reibungsverlusten bringen diese Konstruktionen keine Effekte. Die Lokalredaktionen sind frustriert, weil sie dringend benötigtes Personal abgeben mussten und dafür lediglich einen Layout-Service erhalten, den sie selbst viel schneller und flexibler erledigen könnten – die Desk-Besatzungen sind komplett unzufrieden, weil simples Stricheziehen ohne Bezug zur Redaktion für ausgewachsene Redakteure, vorsichtig formuliert, eine geistige Unterforderung bedeutet. Diese Konstruktion ist eine einzige Vergeudung von Arbeitskraft und produziert mehr Kosten als Vorteile.
Über die anzuzweifelnde Sinnhaftigkeit des Content-Desk ist hier schon genug geschrieben worden – von der Kosten-Nutzen-Seite her halte ich das Konstrukt für keine Verbesserung, auch ein Qualitätsfortschritt ist auf den ersten Blick nicht so leicht erkennbar.
Aber Kosten scheinen ja offensichtlich keine Rolle zu spielen, wenn man bedenkt, wie viele Euro beim Aust-Projekt und in Serbien so versenkt wurden und werden.
Der Mülheimer Bodo Hombach ist gesehen worden, als er sich mit der Mülheimerin Hannelore Kraft traf. Besinnt sich der noch SPD-eingeschriebene Hombach plötzlich, dass seine gefühlte CDU-Zugeshörigkeit der letzten Zeit nicht mehr erfolgsversprechend ist? In seiner NRW-Zukunftsvision für Herrn Rüttgers “sah” er diese Entwicklung nicht.
Das mußte doch so kommen. Echt Politiker. “Wendehals” Hombach sucht doch immer seine Vorteile. Viel interessanter ist doch jetzt, was der WAZ-Chefredakteur macht. Vielleicht eine “Oppositioszeitung?! Ha, ha.
eine lesenswerte Bilanz des Stellenabbaus bei den vier Zeitungstiteln der WAZ-Mediengruppe hat am Montag Thomas Gehringer im Tagesspiegel gezogen,
http://www.tagesspiegel.de/medien/waz-abnehmen-mit-essen/1880156.html
Hombach ist jetzt auch Moderator beim Innitiativkreis Ruhr. Dank den Schicklers hat er ja genügend Zeit für sämtliche Dinge, die nichts mit seiner Geschäftsführertätigkeit zu tun haben. Genauso wie sein Kumpel Nienhaus, der den Vorsitz beim nordrhein-westfälischen Verlegerverband gibt.
Was bin ich froh, bald nicht mehr für diesen Saftladen arbeiten zu müssen! Dann kann die WAZ meinetwegen Pleite gehen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende! Solange die geballte Inkompetenz das Sagen im Haus hat, wird es mit der WAZ weiter bergab gehen. Der ehrenhafte Herr Schumann würde sich im Grabe umdrehen, könnte er sehen, wie sein Lebenswerk – und das der Herren Brost, Funke und Grotkamp – in wenigen Jahren auf so dilletantische Art und Weise zerstört wurde.
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ivw–regionalzeitungen-verlieren-deutlich_100029212.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=c06b661cf7
Ist schon gruselig, wie die WAZ immer weiter auf den Eisberg donnert. Dabei könnte man bei den unaufgeregten Westfalen im Münsterland (aber nicht beim bösen Wolff), bei den Ippens und bei den Rheinländern von der RP eine Menge lernen. Zum Beispiel: einfach die Redakteure eine gute Zeitung machen lassen. Ohne sie mit Schicklers Spinnereien, Eidos oder den wahnwitzigen Regio-Desk-Strukturen zu quälen. Deren GF predigen auch nicht andauernd Manufakturen und Qualität. Da wird gemacht, nicht Schaum geschlagen.
Zu den Zahlen ist nix mehr zu sagen. Die Anzeigenumsätze sind mittlerweile dauerhaft unter die Vertriebserlöse gefallen. Das heißt: Es wird immer wichtiger, Menschen zum Kauf/Abo der Zeitung zu motivieren. Anzeigenumsätze sind nur ein willkommenes Zusatzgeschäft. Im vergangenen Jahr wurden die Einbrüche bei der verkauften Auflage noch mit einer Preiserhöhung kompensiert. Hier ist jedoch die kritische Schwelle nunmehr erreicht. Wer hat denn noch Lust im Jahr 200/300 Euro für die WAZ auszugeben – bei stetig sinkender Qualität (man muss sich die Zeitung ja nur mal anschauen – fiese 70er-Jahre-Layouts, kein Umgang mit Fotos, zusammengeschluderte Texte). Da wird nix mehr besser. Blogs lesen, Überregionale abonnieren – alles andere ist Quatsch.
Es ist bedrückend, hier fast nur noch Beiträge der Marke Alles-Scheiße-nix-wird-mehr-besser-Eisberg-voraus zu lesen.
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Liebe larmoyante Lamenteure, bevor Ihr dem morbiden Charme des Untergangs völlig erlegen seid, denkt doch bitte einfach darüber nach, den Arbeitgeber oder sogar den Job zu wechseln. Es kann doch nicht sein, dass man als Journalist und damit als Vertreter der “vierten Gewalt” nur noch mit hängenden Ohren herumschleicht und wie das Kaninchen auf die Schlange (oder war’s eine Krake?) starrt.
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Mit anderen Worten: Bevor die “kritische Schwelle” überschritten wird, lohnt der eine oder andere Blick in den Stellenmarkt. In den einer Überregionalen natürlich. Alles andere ist Quatsch.
Ich arbeite längst woanders. Trotzdem ist es schön doof, wenn man zuhaus keine vernünftige Lokalzeitung bekommt. Ich würde gerne abonnieren – nur was?
“Ich würde gerne abonnieren – nur was?”
Hört sich ganz danach an, als ob der Markt im Pott und Umgebung allmählich reif ist für bessere Lokalnachrichten – via Print oder Web.
Wer macht mit?
@ExWAZmann
Da würde doch schon eine Rheinische Post reichen oder eines der Ippen-Blätter. Schade, dass die sich nicht mit Lokalteilen ins Gebiet trauen und stattdessen bereinigen.
@Lustamuntergang:
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Leider verkehrte Adresse. Hier geht es explizit um das großräumige Organversagen der Gesellschaft WAZ-Gruppe. Hier artikulieren Ex-Kollegen UND eine ganze Reihe aktuell noch bei diesem Unternehmen Beschäftigte ihre Sicht auf einen beispiellosen Umgang mit ihnen und dem Wert des Gesamtunternehmens.
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Die geäußerte Kritik mag teilweise redundant und für die Konzernleitung alles andere als angenehm sein – überflüssig ist sie keinesfalls. Es ist sinnvoll, den Marsch in den Ruin weiter zu begleiten. Sowohl gewerkschaftlich als auch individuell und öffentlich. Und dabei spielt es eine große Rolle, die Verantwortlichen immer wieder zu benennen, um der Legendenbildung (Qualitätsjournalismus) vorzubeugen. Hombach, Nienhaus, Reitz und ihre kleineren Erfüllungsgehilfen als Verursacher gehören weiterhin permanent genannt. Ihnen ist die Forcierung des beispiellosen Niedergangs der Zeitungen im Ruhrgebiet anzulasten.
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Sie hinterlassen statt mündiger und kritikfähiger Journalisten devote Kratzbuckler, die sich aus Angst um ihren Job nur noch anonym zu den haarsträubenden Entwicklungen im eigenen Landen äußern. Die jungen, guten Leute sind eh längst weg. Die Speichellecker haben sich arrangiert. Was bleibt, ist unsere Chronistenpflicht. Und die werde ich zumindest weiterhin wahrnehmen. Hier und anderswo.
“Sie hinterlassen statt mündiger und kritikfähiger Journalisten devote Kratzbuckler, die sich aus Angst um ihren Job nur noch anonym zu den haarsträubenden Entwicklungen im eigenen Landen äußern.”
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Ich wollte es nicht so hart sagen. “Hängende Ohren” fand ich schöner. Aber wenn’s stimmt…
Es ist traurig genug, dass das Geschehen innerhalb des WAZ-Konzerns nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Auch wenn Gruppengeschäftsführer Hombach solches Gebahren auf der Betriebsversammlung der WAZ-KG im Oktober des vergangenen Jahres genauso abgelehnt und als geschäftsschädigend bezeichnet hat wie dieses Forum: In die Fußgängerzonen zu gehen und zu demonstrieren, ist die einzige und letzte Möglichkeit, Geschäftsführung und Gesellschafter wachzurütteln! Wenn die GGF eines nicht gebrauchen kann, dann ist das negative Publicity. Ohne Druck aus der Belegschaft wird der Laden schneller untergehen, als manch einer glaubt. Der Abbau von Arbeitsplätzen und Besitzständen (Gehalt, Wochenarbeitszeit, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Urlaubstage) geht indes vor allem in der Verwaltung, im Anzeigen- und Logistikbereich unvermindert weiter.
Von WDR, Springer-Verlag, Rheinische Post, Lensing-Wolff & Co. ist keine Schützenhilfe (sprich: Berichterstattung) zu erwarten. Mit den ehemaligen Erzfeinden pflegen Hombach, Nienhaus und Konsorten mittlerweile Blutsbrüderschaft. Von unseren Betriebsräten ganz zu schweigen.
Kolleginnen und Kollegen: Steht auf, wenn ihr an euren Arbeitsplätzen hängt und/oder darauf angewiesen seid (z. B. aus Gründen des Alters)! Alternativ bleibt nur die Möglichkeit, das sinkende Schiff zeitig zu verlassen.
Auch ein Aspekt: http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/trommeln-fuers-revier-1/
“Einen guten Journalisten erkennt man daran, dass er sich nicht gemein macht mit einer Sache, auch nicht mit einer guten Sache.” (Hanns Joachim Friedrichs)
Verstöße gegen diesen Grundsatz gehören mittlerweile zum Programm.
@grautier
Es ist noch schlimmer, leider. Es gehört zum Programm, dass man sich mit allem gemein macht, was Kohle bringt. Scheissegal, ob gut oder schlecht: Hauptsache Kohle.
dem Journalismus wird “es sprichwörtlich an den Kragen” gehen glaubt der Medienwissenschaftler Stephan Weichert, der kressexpress hat eine Rede von ihm als Gastbeitrag dokumentiert -
lesenswert, auch für “Neandertaler”
http://kress.de/mail/tagesdienst/detail/beitrag/105437-gastbeitrag-von-stephan-weichert-dem-journalismus-geht-es-an-den-kragen.html
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/it-medien/zeitungsmarkt-waz-zum-ausstieg-aus-suedosteuropa-bereit;2628323
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Zitat (Handelsblatt): WAZ zum Ausstieg aus Südosteuropa bereit
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“Südosteuropa ist für uns kein Zukunftsmarkt. Wir wollen uns dort nicht verstärken”, sagte Konzernchef Bodo Hombach dem Handelsblatt. Der frühere EU-Beauftragte für den Balkan will künftig Medienbeteiligungen verkaufen, wenn die Angebote von Interessenten stimmen. “Wir sind in Südosteuropa nur dann zu Verkäufen bereit, wenn die Konditionen stimmen”, sagte Hombach. “Wir können, aber müssen nicht verkaufen. Diese Freiheit führt dazu, dass wir es dann tun, wenn es profitabel ist.”
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Das klingt arg nach Abschied. Die Sparmaßnahmen in Deutschland und diese Ankündigung bezüglich des Balkanengagements lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Die Gesellschafter wollen Kasse machen und den Laden verkaufen. Vielleicht hat ja Montgomery noch Lust?
Angeblich soll Herr Hombach sinngemäß gesagt haben, er sei so gut wie gar nicht für den Einstieg ins Balkan-Engagement verantwortlich. Er habe fast alle Beteiligungen bei seinem Dienstantritt schon vorgefunden.
@Naklab Balkan: Genau! Und der Mond ist ein Quarkkuchen
“Es ist bezeichnend, dass der Aufstieg dieses Unternehmens (Anm.: gemeint ist die WAZ-Gruppe) in den osteuropäischen Ländern mit der Zeit zusammenhängt, in der Bodo Hombach den Stabilitätspakt für Südosteuropa koordinierte. Hombach ist jetzt der Generaldirektor der WAZ, und auch vorher war seine enge Verbindung mit diesem Unternehmen nie ein Geheimnis. Hombach war auch der Kabinettschef des deutschen Kanzlers Gerhard Schröder, verantwortlich unter anderem für die Tätigkeit der Geheimdienste. Er kannte die Art und Weise, wie das politische und wirtschaftliche System in Transitionsländern funktionierte, lernte Personen kennen, die in diesen Ländern die Entscheidungsmacht hatten, und erkannte auch die Möglichkeiten für finanzielle Gewinne – so ist es wahrscheinlich Hombach am meisten zu verdanken, dass die WAZ den Printmedienmarkt in den südosteuropäischen Ländern fest übernahm.”
(http://igkultur.at/igkultur/kulturrisse/1199972006/1199975786)
Und weiter geht es… Während alle Abteilungen unter Personalnot ächzen, ist eine Truppe so gut ausgestattet, dass sie täglich im Intranet den schönsten Ferienort eines Mitarbeiters präsentieren kann. Es baut auf zu wissen, dass Herr X vorzugsweise nach Samos reist. Das sei ihm wie jedem anderen Mitarbeiter von Herzen gegönnt. Aber es ist schon ein Hohn, dass in so etwas Zeit investiert werden kann, während alle anderen nicht mehr wissen, wie sie noch vernünftig ihre Arbeit bewältigt bekommen.
so
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-23786310.html
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und so
.
http://www.b92.net/eng/news/politics-article.php?yyyy=2010&mm=06&dd=22&nav_id=67970
Eugen Roth:
Ein Mensch, der Zeitung liest, erfährt
die Lage völlig ungeklärt.
Weil dies schon immer so gewesen,
wozu denn da noch Zeitung lesen.
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Es gab einmal in der Geschichte der WAZ das lange geltende ungeschriebene Gesetz: Die Zeitung stellt in ihren Spalten keine Fragen (es sei denn im Interview), sondern bemüht sich, auch auf schwierigste Fragen dem Leser erklärende Antworten zu geben.
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Auf der 2. Seite stellt die WAZ heute gleich 40 Fragen zur Loveparade und gibt nicht eine Antwort dazu.
Das ist nun wirklich der Höhepunkt von Qualitätsjournalismus und Newsmanufaktur.
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Aber wenn schon so viele Fragen, dann auch diese:
1. Warum sind im WAZ-Archiv bis zum Veranstaltungsdatum Loveparade keine Berichte über die Sicherheitsbedenken zu finden, die doch – siehe WAZ nach der Loveparade – viele Experten vor der Veranstaltung geäußert haben?
2. Warum wurde die vorsichtige Bochumer OB Scholz 2009 für die Absage der Loveparade in der WAZ kritisiert, aber Duisburgs OB Sauerland für sein Engagement mehrfach gelobt?
3. Auch die WAZ kannte das Gelände und die (angebliche) Größe der Veranstaltung. Haben sich da keine Fragen gestellt?
4. In der WAZ kamen all jene groß zu Wort, die sich vehement für die Loveparade in Duisburg eingesetzt haben. Warum wurde den Kritikern kein Forum gegeben?
5. Wusste die WAZ, dass seit Jahren die Besucherzahlen der Loveparade gefälscht waren?
6. Wie stark war denn die WAZ Mediengruppe an dieser Loveparade (Sponsoring, Beilagen etc.) interessiert?
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Lassen wir es erst einmal dabei, aber der Leser wundert sich schon über den Wahrheitsanspruch dieser Zeitung, die längst ihre Unabhängigkeit verloren hat und sich mehr und mehr als Sprachrohr der Machen (zu denen sich auch Hombach und Reitz zählen) entlarvt.
Eine interessante Personalie hat heute WAZ-Pressesprecher Paul Binder verbreitet: Dirk Graalmann übernimmt zum 1. Oktober 2010 die Leitung des Sport-Ressorts am Content Desk der WAZ Mediengruppe. Graalmann berichtete zuletzt für die Süddeutsche Zeitung aus NRW und hatte den Personalabbau und die Redaktionschließungen der Zeitungstitel der WAZ-Mediengruppe durchaus kritisch in diversen Artikeln für die SZ begleitet. Zuvor war der 36jährige Graalmann Leiter der Sportredaktion bei den Ruhrnachichten in Dortmund
Sie kaufen alle Kritiker ein. Erst bei den Ruhrbaronen, jetzt bei der Süddeutschen.
Zum Kotzen.
Hat denn jemand in den letzten Wochen eine “tolle Geschichte” von David Schraven in den waz-Blättern gelesen?
Nach dem Ruhestand von Hennes Justen ist der Sport teilweise grottenschlwecht geworden. Vielleicht hilft Dirk Graalmann ihm wieder auf die Beine.
[...] Ein Kritiker weniger: WAZ kauft Dirk Graalmann ein … medienmoral [...]
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1246436/
“Niemand hat(te) die Absicht, eine Mauer zu errichten.”
Dat war isch net, dat war schon kaputt!
Uwe Knüpfer, bis 2005 Chefredakteur der WAZ, wird Nachfolger von Uwe-Carsten Heye als Chefredakteur beim SPD-Blatt “Vorwärts”. 2007 hatte sich Knüpfer mit der Online-Zeitung onruhr.de selbstständig gemacht und wollte damals den WAZ-Titeln Konkurrenz machen, ein Versuch der ziemlich sang- und klanglos scheiterte -
http://www.vorwaerts.de/artikel/uwe-knuepfer-wird-neuer-chefredakteur-des-ae-vorwaerts-ae
[...] Vorwärts: Uwe Knüpfer neuer Chefredakteur … medienmoral [...]
http://www.wuv.de/nachrichten/media_marktforschung/zmg_zeitungswerbung_weiter_ruecklaeufig
Weiß jemand, was der neue Leserbeirat bei der WR ausrichten soll? Reine Kosmetik?
ein interessantes igespräch mit augstein…
das sollten sich reitz+konsorten mal anhören
http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/18.08.2010-10.05/b/redezeit-journalisten-brauchen-eine-haltung.html
ver.di warnt vor weiteren Sparorgien bei Zeitungen und Zeitschriften
Anlässlich von Forderungen etwa der SPD-Medienholding DDVG, die “Personalkosten in Verlagen strukturell auf den Prüfstand zu stellen”, warnt die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) vor weiteren Sparorgien in Verlagen, Druckereien und Redaktionen. Wie der Geschäftsführer der DDVG selbst konstatiert, seien “Personalkosten, Prozesse und Personalstärke bis zur Schmerzgrenze” ausgereizt. Diese Einschätzung deckt sich mit der Analyse von ver.di, wonach in den letzten zehn Jahren kontinuierlich und unabhängig von der Ertragslage der jeweiligen Verlage Personal abgebaut oder in prekäre und kostengünstigere Arbeitsverhältnisse abgedrängt wurde. Manch ein Verlag habe mittels dieser personellen Einschnitte konstante Renditeerwartungen von Konzernen und Gesellschaftern bedient.
Zugleich sei auf Angestellte genauso wie auf freie Mitarbeiter in Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen ein teilweise unerträglicher Arbeitsdruck ausgeübt worden.
“Im Vorfeld der am 14. September beginnenden Tarifrunde für Beschäftigte von Zeitungsredaktionen und laufenden Tarifverhandlungen für Zeitschriftenredakteure ist der Vorstoß der DDVG ein durchschaubares Manöver”, stellt ver.di-Verhandlungsführer Matthias von Fintel, fest. Selbstverständlich sei ver.di offen für einen Dialog über die Zukunftsbedingungen in Verlagen. In einzelnen Verlagen führe dies zu konstruktiven Lösungen, bei denen auch Arbeitnehmer zum Erhalt der Verlage beitragen. Bedingung dafür sei allerdings immer, dass die Personalstärke erhalten bleibe und Lohndumping etwa über den missbräuchlichen Einsatz von Leiharbeit abgestellt werde. Ohne attraktive Arbeitsbedingungen und eine Verbesserung der Einkommenssituation insbesondere auch der freien Mitarbeiter könnten die Verlage ihre Zukunftsaufgaben allerdings nicht lösen, so von Fintel weiter.
Hier der Link zum Interview mit dem DDVG-Geschäftsführer Jens Behrendsen (Auszüge)
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/SPD-Verlagsmanager-stellt-Personalkosten-auf-den-Pruefstand_94258.html
Die DDVG ist in NRW u.a. an der Westfälischen Rundschau (Dortmund) und an der Neuen Westfälischen (Bielefeld) beteiligt
Das ist ja ein Witz: Was muss die DDVG denn für die WR noch groß ausgeben? Da ist doch personell schon alles auf ein Minimum heruntergefahren.
@Du meine Güte Absolut d’accord, zumal die 13,1 Prozent Anteile der DDVG an der WR als Gewicht bei kaufmännischen Entscheidungen eher ein Witz sind.
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Dass natürlich der Gewinn nach Steuern der DDVG von 15,5 Millionen Euro 2008 auf 4,2 Millionen Euro 2009 schrumpfte, lässt die Genossen, so scheint es, ihre Arbeitnehmerfreundlichkeit vergessen. Non olet, deshalb dürfen ruhig noch ein paar Redakteure mehr über die Klinge springen, damit sich die SPD-Schatzmeisterin freuen kann.
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Wenn allerdings WAZens im Falle der WR den Gelüsten der SPD-eigenen Medienholding entsprechen sollten, dann läutet bald das Glöcklein. Und ein Sündenbock wäre dann endlich auch gefunden: Die gierigen Genossen waren’s!
Je eher die WR nicht mehr da ist, desto eher könnte die WAZ den Rest der RN kaufen und der sympathische Herr LW ein letztes Mal Kasse machen. Aber das dauert noch geschätzte zwei bis drei Jahre.
@Ach du meine Güte
ob bei der WR personell alles schon auf ein Minimum runter gefahren ist, kann ich letztendlich nicht beurteilen, aber immerhin werden die dort arbeitenden Redakteurinnen und Redakteure nach Tarifvertrag bezahlt. Und genau in diese Richtung zielt wohl auch der verbale Vorstoß des DDVG-Geschäftsführers, deshalb wird in der ver.di Pressemitteilung ja auch auf die am 14. September in Berlin beginnenden Tarifverhandlungen für Beschäftigte in Zeitungsredaktionen Bezug genommen
[...] dazu auch die Diskussionsbeiträge im Gewerkschaftsblog Medienmoral NRW. Tags » DDVG, Medien, SPD, ver.di [...]
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/die-waz-und-der-oligarch_100029891.html?tx_ttnews%5BbackPid%5D=62&cHash=e1cbb0c567
hier eine Pressemitteilung von dapd vom heutigen Tage
Anja Luckas übernimmt NRW-Landesbüro der dapd
Düsseldorf, 28. September 2010. Anja Luckas übernimmt zum 1. Dezember 2010 die Leitung des dapd-Landesbüros Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Die 41-Jährige war zuletzt stellvertretende Leiterin des Newsdesks der Dortmunder Zeitung „Westfälische Rundschau“. Die „Westfälische Rundschau“ (WR) gehört zur Mediengruppe WAZ aus Essen. „Wir freuen uns, für die Leitung unseres Büros im bevölkerungsreichsten Bundesland eine so qualifizierte Kennerin der Menschen, des Landes, der Strukturen und des Lebens in Nordrhein-Westfalen gefunden zu haben“, sagte Cord Dreyer, dapd-Geschäftsführer und Chefredakteur.
Anja Luckas stammt aus Iserlohn im Märkischen Kreis und studierte nach dem Abitur Theaterwissenschaften, Geschichte und Politik an der Ruhr-Universität in Bochum. Dem Volontariat bei der „Westfälischen Rundschau“ folgte zunächst die Arbeit als Lokalredakteurin sowie in der Kultur- und Politikredaktion, bevor sie in das Leitungsteam der WR-Titelredaktion wechselte. Schwerpunkt ihrer journalistischen Arbeit war dabei die landespolitische Berichterstattung. Die neue Büroleiterin freut sich „auf einen beruflichen Neuanfang“.
und fordert Chancengleichheit für die Printmedien
http://www.derwesten.de/kultur/fernsehen/Nienhaus-fordert-bessere-Chancen-fuer-Printmedien-id3767608.html
@abgang: Frau Luckas wird wissen, warum sie geht.
Treffender kann man diese ganze Brut nicht aufs Korn nehmen:
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http://www.youtube.com/watch?v=ogjfsYCxeyc
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VIEL SPASS!!!
Sehr gut! Danken für das Posten an dieser Stelle. Passt genau auf die Bagage.
Zum Thema Coach und Berater in der Medienbranche kann ich auch nur sagen: “Bitte Was Leichtes. Und dann viel Geld verdienen…”.
@zugang
Weil Sie da mehr Geld verdient – und das bei der Kompetenz…
http://www.derwesten.de/kultur/ausstellungen/Das-Museum-als-Geruechtekueche-id3781144.html
http://www.derwesten.de/kultur/Geruechte-Kueche-ein-unscharfes-Dossier-id3780444.html
@Wunder: Das ist erklärungsbedürftig.
Zur Erinnerung für die jüngeren Berufskollegen: [...]
Sorry, diesen Link auf einen Beitrag von 2008 mussten wir leider aus haftungstechnischen Gründen rausnehmen, weil er seinerseits auf einen Text mit zwischenzeitlich widerlegten Tatsachenbehauptungen verlinkt, wie ein Kommentar weiter unten erläutert.
Medienmoral, 5.10,2010, 15:53
Gibt es einen besonderen Grund, die teilweise widerlegten, teilweise gerichtlich verbotenen (http://www.tagesspiegel.de/medien/hombachs-triumph/1018400.html) Behauptungen über B. Hombach wieder auszugraben? Mir ist der Herr auch nicht sonderlich sympathisch; über den Charakter mancher Politiker gibt es zu Recht höchst unterschiedliche Meinungen. Aber das ist kein Grund, Hombach ungeachtet der ergangenen Urteile in bestimmten Angelegenheiten erneut zu diffamieren. Mit falschen Tatsachenbehauptungen, und seien sie durch Verlinkung auf alte Texte aufgestellt und damit aufs Neue zitiert, als wären sie wahr, wäre ich an Deiner Stelle hier äußerst vorsichtig. Herr Dichand soll ja ziemlich üble Erfahrungen gemacht haben.
Oh, man könnte vermuten, die WAZ-interne Kommunikationsstelle hätte aufgerüstet und würde hier mitmischen wollen. Aber das wird in Wirklichkeit alles nicht so sein…
Schön. Bleibt die Frage eben unbeantwortet, ob es eine aktuellen Grund gibt. Einfach mal ein bisschen rumstänkern. Auch gut.
In diesem Moment bin ich doch sehr verwundert über die Reaktionen der User “Warum, Wiebke” und “Warum, Darum”. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es sich um Menschen handeln könnte, die im WAZ-Konzern Punkte sammeln wollen. Allerdings bin ich mir auch ziemlich sicher, dass es sich bei diesen Menschen nicht um ausgebildete Journalisten handelt. Anders ist nicht zu erklären, dass der von mir verlinkte Text (4. August 2008 von Rolf Ehlers) mit einem Tagesspiegel-Beitrag vom August 2007 zum Themenfeld “Hombach, Hausbau und Veba” kommentiert wird. Ein Themenfeld, das im Beitrag von Rolf Ehlers nicht behandelt wird.
So oder so: Die Frage nach dem Warum? ist leicht zu beantworten: Wenn ich sehe, in welch`großen Worten auf DerWesten.de zu den Themen “Gesellschaft, Gerüchte, Lügen” moralisierende Essays veröffentlicht werden, dann ist das Anlass genug, den jüngeren Berufskollegen vor Augen zu halten, was der Verfasser und im Ehlers-Text genannte Ex-Politiker für unsere Gesellschaft und nicht zuletzt für die Medienschaffenden geleistet hat.
WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus hat sich mal wieder zu einem seiner Lieblingsthema geäußert, dem Qualitätsjournalismus, dem sich die WAZ-Mediengruppe ja mit inniger Liebe verschrieben hat, beim Donatorenmahl in Arnsberg
http://www.derwesten.de/nachrichten/panorama/Eine-Qualitaet-die-Zukunft-hat-id3787340.html
“…dass der von mir verlinkte Text (4. August 2008 von Rolf Ehlers)…”
der sich in diesem Beitrag seinerseits leider auf längst obsolete Texte aus dem Jahr 1999 beruft und auch noch auf diese verlinkt. Großartig. Eine wirkliche Sternstunde des Journalismus.
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“dass es sich bei diesen Menschen nicht um ausgebildete Journalisten handelt”. Ist das jetzt Pflicht, um hier mitdiskutieren zu dürfen? Closed Shop? Vielleicht sogar WAZ-intern?
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Indessen: Ich bin Journalist, wenn auch nicht mehr bei der WAZ. Aber mir stinkt generell solche Schlampigkeit, mit der einfach mal ein Link auf einen schlecht recherchierten Artikel gesetzt wird und das dann auch noch als “Erinnerung” an “jüngere Berufskollegen” (warum eigentlich? sind die blöde?) verkauft wird. An Deiner Stelle würde ich Texte einfach sorgfältiger auswählen.
Mahlzeit.
Leider hat “Warum – Darum” nicht unrecht. Denn der Ehlersbeitrag Bezieht sich an dieser Stelle “die Zahl der Intrigen habe mit dem Wegzug Hombachs aus der Landeshauptstadt signifikant abgenommen – in Bonn allerdings sei sie rapide im Steigen begriffen” und “Hombach hatte in der Partei wenig Unterstützung und galt als intrigant und mediengeil” durch im Text enthaltene Verlinkungen z.B. auf die “World Socialist Website” 21. August 1999 sehr wohl auf die angebliche und inzwischen widerlegte Hausbau-Finanzierung.
Insofern ist es richtig, die “jüngeren Berufgskollegen” auf spätere Veröffentlichungen wie die im Tagesspiegel hinzuweisen, die den neuen Stand der Dinge wiedergeben.
Liebe Berufskollegen,
ich hatte bereits geschrieben, aus welchem Grund ich den Link gesetzt hatte. Ich halte es auch weiterhin für richtig, die jüngeren Berufskollegen auf die Vergangenheit dieses Menschen hinzuweisen und moralisierende Essays wie das letzte auch unter diesem Gesichtspunkt zu lesen.
Desweiteren sehe ich den Ehlers-Text nicht so wie der User “Leider wahr”. Die Attribute “intrigant und mediengeil” sind dort nicht ausschließlich auf die Hausbau-Geschichte gemünzt, um die es im Tagesspiegel-Text geht.
Hallo auch, User “Warum-Darum”. Ich sehe das hier natürlich nicht als Closed Shop. Überhaupt, warum sollte dieser Blog eine geschlossene Gesellschaft sien ? Sind Journalisten bessere Menschen als andere? Spielen sie in einer anderen Liga? Viele Berufskollegen glauben das, nicht umsonst ist Narzissmus ein in der Branche auffällig häufig anzutreffendes Phänomen. Ansonsten wünsche ich Euch beiden eine erfüllende Arbeitswoche, Ciao
Um Hombach und seine Kompetenz in Sachen Medien einschätzen zu können, reichen auch schlicht ein paar aktuelle Zitate. Zum Beispiel: “Dabei sehe ich den Beruf des Journalisten als einen sehr kreativen Beruf an, etwa wie ein Opernsänger oder ein Maler. Wird die Oper besser, nur weil fünf Geiger mehr auf der Bühne sitzen?” Wer über journalistische Qualität redet und dazu solche Perlen im Mund führt, sich nebenbei noch als kulturell hoch gebildet outet (Geiger sitzen bekanntlich nicht auf der Bühne,sondern im Orchestergraben), den vermag ein Journalist wohl richtig einzuordnen. Gut, für WAZens reicht natürlich auch ein Streichquartett. Bei den Redakteursstellen nämlich.
Noch ‘n Hombach? “Wird das Bild des Malers besser, wenn zwei weitere mitmischen? Ich denke nicht.” Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Der Mann ist Experte in Sachen Qualitätsjournalismus. Was ja auch die Auflagenentwicklung seit seinem Antritt deutlich zeigt. Oder das unglaublich geschickte Vorgehen in Serbien. Und wir malen weiter allein vor uns hin. Für die morgige Ausgabe, wir Künstler…
Und was ist jetzt mit den Altersteilzeitlern, die vorzeitig ihre Sachen packen sollen?
Ja, was ist eigentlich mit der Altersteilzeitlern? Wenn sie schlau sind, dann nehmen sie das Angebot unverzüglich an.
Und was passiert dann in den Redaktionen, die davon betroffen sind? Sie haben nun keine Zeit mehr, sich organisatorisch auf die neue Situation einzustellen. Juckt das die Personalabteilung und die Geschäftsführung? Natürlich nicht! Von Qualitätsjournalismus reden, gleichzeitig den Redaktionen dafür aber die Basis entziehen – so wird in Essen Verlagspolitik gemacht. Die Betriebsräte werden – wieder einmal – überrumpelt, was aber die Verantwortlichen nicht davon abhält, von “vertrauensvoller Zusammenarbeit” zu reden.
Mensch, lasst doch endlich mal das Lügen. Kann man nachts eigentlich noch ruhig schlafen, wenn man ständig aus taktischen Erwägungen die Unwahrheit sagt?
Deutlicher hätte man den Redaktionen nicht sagen können, was man von ihnen hält: nichts. Sie sind nur ein ärgerlicher Kostenfaktor. Vorausschauende Planung, rechtzeitige Information? Nö. warum auch. Die ATZler waren ja eh nur über den Durst, wurden also gar nicht gebraucht. Genauso wie die Volontäre. Träum weiter süß, böse Personalabteilung.
DieWazschafftsichab
Könnt ihr uns outsidern mal kurz erklären, was los ist?
@Kollege andere Zeitung
Der Verlag hat allen Altersteilzeit (ATZ) -KollegInnen (etwa 60 sollen das sein) das Angebot gemacht, schon jetzt kurzfristig in die Passivphase der ATZ einzutreten (selbst jene, deren Aktiv-Phase noch nicht begonnen hat). Die Verträge gelten unverändert fort, das heißt: Die Leute kriegen das vereinbarte Geld und alle Zusatzleistungen, könnten ab 1.11. oder später dafür spazieren gehen. Bis Ende Oktober kann nun jede/r entscheiden, was er/sie tun will.
Wohlgemerkt: Es geht um ein Angebot, das “freiwillig” genutzt werden kann. Niemand wird also dazu gezwungen, schleunigst seinen Arbeitsplatz zu räumen. Außerdem ist mit der Chefredaktion zu klären, wann der vorzeitige Ausstieg sinnvoll ist. Das Angebot soll nach unserem Kenntnisstand für alle Zeitungstitel der WAZ-Mediengruppe in NRW also WAZ, Westfälische Rundschau, Westfalenpost und NRZ gelten
Mir erschließt sich nicht ganz, worin da der wirtschaftliche Vorteil für den Verlag liegt, wenn die Kolleginnen und Kollegen ATZler früher gehen, aber weiter bezahlt werden. Verbrauchen die sonst zuviel Heizenergie? Oder zuviel Atemluft in den Redaktionen? Oder sind sie dem arbeitswilligen Rest nur im Weg, weil sie sowieso nur noch der Ruhephase entgegendämmern?
Alles sehr rätselhaft.
Klar ist nur, dass sich damit die Engpässe in den Redaktionen noch früher als erwartet einstellen werden. Handelt es sich also um eine Abwicklungs-Beschleunigungsregelung?
Na klar, dann ist das Endstadium schneller erreicht, die betroffenen Kollegen müssen nicht mehr verwaltet werden, was wiederum freie Kapazitäten in der Verwaltung schafft. Und Zusatzleistungen wie Presseversorgung und ähnliches fallen dann wahrscheinlich auch nicht mehr an. Man könnte auch sagen: Die wollen Altlasten so schenn wie möglich loswerden. An die Rest-Redaktionen denkt ja eh keiner.
Der Betriebsrat teilte mit, dass die Chefredaktionen schon im September über diese Maßnahme informiert worden sind. Da zeigt sich einmal, dass auch die längst nicht mehr an die Rest-Redaktionen denken. Eine kurze Information zu dem Thema: Wäre das zu viel verlangt gewesen? Ein nettes Wort der Erklärung den ATZlern gegenüber? Aber nein, in diesem Kommunikationsunternehmen funktioniert fast nichts mehr – außer der Flurfunk.
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Derweil kann das nächste Kapitel der Titanic eröffnet werden. Man sieht laut Betriebsrat ein, dass die Schickler-Strukturen nicht den gewünschten Effekt bringen. Mit anderen Worten: Man hat Millionen zum Fenster herausgeworfen für bunte Power-Point-Bildchen, schneeweißes Lächeln und alberne Desk-Konzepte.
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Jetzt könnte man endlich mal die Mitarbeiter fragen, wie es besser geht. (Oder hier die entsprechenden Stellen nachlesen.) Aber nein, der Flurfunk berichtet, dass die nächste teure Unternehmensberatung durch die Desks marschiert. Wir können wetten, dass in ein paar Monaten die nächste unsinnige Struktur geschaffen wird, die es noch schwerer macht, eine vernünftige Zeitung zu erstellen.
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Man hat ja kein Personalproblem, man ist nur nicht gut genug organisiert. Volle Kraft auf den Eisberg!
Das lässt sich leicht lösen! ATZler ‘raus, also nicht mehr genug Besatzung für alle Schiffe. Na und, wo ist das Problem? Man muss doch jetzt nur ein Schiffchen versenken! Eines, das sowieso schon Schlagseite hat. Vorher die dort noch verbliebene Handvoll Leichtmatrosen von Bord holen und, soweit willig, irgendwie auf die anderen Kähne verteilen.
Et voilà!
Der Chef des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger Heinen im Gespräch mit Steffen Grimberg von der taz über Tarife für Festangestellte, die Vergütungsregeln für Freie und das Leistungsschutzrecht
http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/auf-augenhoehe-mit-google/
Lese gerade bei turi, dass Goebels von WP zum WAZ-Korrespondentenpool wechselt. Was passiert jetzt? Wird die WP jetzt doch WAZ? Wer weiß was?
Zumindest möchte die WP den (offenbar nicht ausgelasteten) Pool stärker nutzen. Wenn man den Content-Desk als “Agentur” sieht, erscheint das auch nachvollziehbar. Die Frage ist nur, was das den Hagener Verlag kosten wird. Es wird ja neuerdings alles verrechnet – nur DerWesten darf sich kostenlos an allen unseren Werken kostenlos bedienen…
obwohl die wp im verdacht steht, eine der groessten chefredaktionen deutschlands zu haben, redet niemand mit dem gemeinen volk ueber plaene wie diese. die sorge in den ressorts ist aber gross, dass der sonderweg bald zu ende ist.
Wie hieß doch gleich das umfassende, das gesamte Verbreitungsgebiet abdeckende Blatt, für das die WAZ-Gruppe schon vor vielen Jahren Titelschutz nahm?
Oder bleibts schlicht bei “WAZ”? Der Mensch gewöhnt sich ja an alles.
Mahlzeit!
@blauermichel: Habe mal gerade nachgeschaut, gehören die unter leitende redakteure aufgeführten herren auch zur chefredaktion? Dann finde ich es ja unglaublich! Wieviele Leute arbeiten denn dann in den ganzen Ressorts? Mehr Leute als WAZ habt ihr doch nicht, oder? Und wieso reden die nicht mit euch? Zapp war doch eigentlich immer dafür bekannt, dass er die Leute mitgenommen und animiert hat!
http://www.wuv.de/nachrichten/medien/nienhaus_wir_bohren_nach_oel
nienhausbohrtnachoel: Deepwater Horizon II ?
weg mit schaden
@gabo
Alle leitenden Redakteure gehören zur Chefredaktion der Wp. Diese stellt somit das größte Ressort.
@Einig’ WAZ-Land: Um welchen Titel handelt es sich dabei denn? WAZWRNRZWP auf dem Titelblatt ist ja bissl lang? Oder Derwesten?
Ich bin für einen Chefredaktionen-Desk!
@falsch! “Chefredaktionen-Desk”
Gabs doch schon. Haben sich alle mal getroffen, am 2. Mai 2007, zum Gruppenbild mit Damen am Desk. Lagen sogar Blumengestecke auf’m Desk. Und Katharina und Schrotti und alle hatten Schildchen mit Namen, damit jeder auch jeden erkennt. Nur Bodo H., der hatte keins. Weil den kennt wirklich jeder. Da hatter für gesorgt, der Bodo H. Und fast alle ham gestrahlt, ham sich gefreut über den schönen Desk.
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Oder habe ich was falsch verstanden?
Nun wird’s lustig.
Beispiel Märkischer Kreis.
Spätestens, wenn Ende des Monats alle Altersteilzeitler geflüchtet sind, geht’s in einigen Orten richtig rund.
Es ist nur eine Frage von Tagen bis die restlichen Redakteure sich krank melden, weil sie über Tage und Wochen alleine in der Redaktion sitzen.
Wie war das mit dem toten Pferd, von dem man absteigen sollte?
Mir scheint, es geht nur noch um die Abwicklung, nachdem man sich von der Grand Dame noch schnell eine fragwürdige Generalvollmacht eingeholt hat. Die ganze Lamentiererei ist doch völlig fruchtlos. Vive la France!
@Resterampe
Wobei man sagen sollte, dass sich die Kollegen nicht aus Spaß oder Frust krank melden werden, sondern weil sie unter den Bedingungen tatsächlich auf kurz oder lang anfälliger und krank werden.
@Anonymous vom 17.10.
“Lagen sogar Blumengestecke auf’m Desk.”
So wie bei einer Bestattung?
@Sargnagel
Nein, nein. Ging um – Moment, wo hab ichs denn – ach ja: “hohes Maß an Glaubwürdigkeit … Vertrauenskapital … Qualität der Berichterstattung … Unabhängigkeit der Redaktionen … sauberen Journalismus … Sicherstellung von Standards für den Qualitätsjournalismus…”
Jaja, sowas gabs mal.
@Redaktor. Deepwater Horizon II – Schön das man hier hin und wieder auch mal lachen kann, auch wenn es ein sehr galliges Lachen ist, das einem fast schon im Halse stecken bleibt
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/alle-tageszeitungen-verlieren-k-ufer_100031017.html
@alleverlieren
… aber manche etwas (sehr viel) mehr.
…
Die “Synergien” im Siegerland – wo man der WR mit “Siegener Rundschau” einen anderen Namen und eine neue, junge Redaktionsleitung gab – wirkten sich bei der Druckauflage WP+WR besonders heftig aus: von 8396 auf 7564, das ist ein Minus von 9,91 Prozent in nur einem Quartal!
Innerhalb der letzten zehn Jahre wurde damit dort die Auflage mehr als halbiert (52,45 Prozent).
Mahlzeit!
@…manche etwas mehr
Sprich: Auch die alte Truppe hat schon herbe Auflagenverluste hinnehmen müssen.
…ist doch nix gegen “Märkisch Kongo”. Dort wird mit dem Super-Desk schon seit Jahren deutlich mehr Auflage verbrannt. Aber danke, dass die ATZler nach Hause dürfen. Damit bricht diese wahnsinnige Gebilde endlich zusammen. Ist ja dann keiner mehr da außer den Mackern am Großdesk. Wenn das so weiter geht, wird das Schicksal der WR nicht in Dortmund, sondern in Lügenscheid und Dortmund entschieden.
Ersetze einmal Dortmund durch Siegen.
@desktotal:
Tolles Statement. Natürlich ist Schickler Scheiße. Natürlich geht uns allen seit dem der Arsch auf Grundeis.
Aber Hallo?!?
Der Desk ist am Auflageverlust im MK Schuld?
Die Zahlen sind ja öffentlich. Bis Schickler sah das ganz anders aus.
Und wer über die weglaufenden Leser jammert, sollte sich vielleicht mal die täglichen intellektuellen Notausgaben in einigen MK-Städten ansehen.
Würdet ihr dafür Geld zahlen?
Geschrieben wird der Scheiß nicht am Desk, sondern draußen.
Und warum sind es Notausgaben? Und warum wird Scheiße geschrieben? Weil keiner mehr da ist vor Ort, aber reichlich am Desk! Wenn nicht genug Personal da ist, kann ich mir solche Arbeitsabläufe nicht leisten! Und die Motivation leidet unter diesem Zulieferer-Konstrukt extrem, das ist seit Jahren intern bekannt, wird aber von oben und vom Desk geleugnet. Und es wird nicht erst seit Schickler Auflage vernichtet, es geht seit Jahren (=diese Arbeitsabläufe) rasant(er als andere) rund um Lüdenscheid in den Keller. Schickler gibt dem ganzen nur noch den letzten Sargnagel. Bitte sehr.
@Blattspinat “Auch die alte Truppe hat schon herbe Auflagenverluste hinnehmen müssen.”
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Na, fast zehn Prozent in einem Quartal sind dann aber doch noch eine ganz andere Nummer. Die verlieren in drei Monaten mehr als andere in drei Jahren.
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Interessant ist übrigens der Zehnjahresvergleich mit dem Wettbewerber Siegener Zeitung (der unter keinem Schickler-Desk-Unfug zu leiden hat): Während WR/WP also 52,45 Prozent verloren, erlitt die Siegener Zeitung (Druckaufl. 62234) einen “Verlust” von satten 0,15 Prozent!
Ja, das Komma steht richtig.
Es ist schon auffällig: Überall, wo regionale Desks eingeführt worden sind und der Wettbewerber keine hat, geht der Desk-Titel unter. Vielleicht ist eine Struktur, die in Mantelteilen sinnvoll ist, für das Lokale in weiten Teilen ungeignet. Ich werde wohl eine Unternehmensberatung gründen, mich an die Geschäftsführungen heranwerfen und das ganze Rad für einige Millionen Euro zurückdrehen. Ich brauche dafür nur die offentlich verfügbaren Zahlen, ein paar Power-Point-Folien, einen Anzug und eine Tube Perlweiß.
http://www.zeit.de/2010/36/DOS-Bodo-Hombach
telefonierte Bodo Hombach mit der FAS
http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/faz-ein-artikel-verschwindet-oder-telefonierte-bodo-hombach-mit-der-fa/
http://www.lfm-nrw.de/medienatlas/index.php
Bodo Hombach hat gedichtet. Der Anlaß: Der fünfzigste Geburtstag des WAZ-Chefredakteurs Ulrich Reitz. Eine erste Einschätzung in Absatz fünf der Kolumne Medienmacher von Kai-Hinrich Renner im Hamburger Abendblatt
http://www.abendblatt.de/kultur-live/tv-und-medien/article1680067/M-DuMont-Schauberg-will-Tablet-PC-fuer-seine-Mitarbeiter.html
es geht immer noch peinlicher:
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http://www.abendblatt.de/kultur-live/tv-und-medien/article1680067/M-DuMont-Schauberg-will-Tablet-PC-fuer-seine-Mitarbeiter.html#reqRSS
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Als Dichter hat sich der Geschäftsführer der Essener WAZ-Gruppe Bodo Hombach versucht. Anlässlich des 50. Geburtstags von WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz verfasste er das fast dreieinhalb Seiten lange Versepos „Der Chefredakteur“. Ein Auszug: „So wie sein Herz für die Milden und für die Wehrlosen schlägt, / tritt er den Mächt’gen entgegen und stellt ihnen bohrende Fragen, / grad wie der Zahnarzt ins Tiefe sich wühlt mit kreisendem Werkzeug. / Erst wenn es eindeutig schmerzt, ist er an der richtigen Stelle.“ Nun ja. Immerhin schätzt Hombach sein Talent realistisch ein. Gegen Ende des Stücks heißt es: „Ach, mit Homer verbinden mich nur drei Lettern des Namens?…“?
“Erst wenn es eindeutig schmerzt, ist er an der richtigen Stelle.“ Da ist doch etwas Wahres dran. Mahlzeit!
“Als Dichter hat sich der Geschäftsführer der Essener WAZ-Gruppe Bodo Hombach versucht”
Woran erinnert mich der nur? Na klar! An “Stonk!”.
Da gibt es doch so eine wunderbar peinliche Szene, in der Ulrich Mühe als Verlagschef Dr. Guntram Wieland den Hitlertagebuch-Reporter Willié (i.e. G. Heidemann) mit einem selbst gedichteten Lied ehrt.
Wer sich diese Vorlage zu Hombachs sonderbarem Gedicht ansehen möchte, es gibt sie auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=ud3rlrIepkE.
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Stellt sich die Frage: Hat Hombach diese fatale Ähnlichkeit beabsichtigt? Oder hatte “Schtonk!”-Regisseur Helmut Dietl, der ja auch sonst mit seiner Satire hart am höchst peinlichen Original war, ganz einfach nur gute Kenntnis von typischen Verhaltensmustern deutscher Verlagsgeschäftsführer?
http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Bodo-Hombach-Lokaljournalismus-wichtiger-besser-und-staerker-1767196581
@Axel Hader. Hiob hat einen schönen Kurz-Kommentar auf thueringen-allgemeine.de hinterlassen “Wasser predigen und Wein trinken”
und die Kollegen von horizont.net haben die Rede zusammengefasst
http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Bodo-Hombach-fordert-von-Verlagen-Rueckbesinnung-auf-das-Lokale_96023.html
Ich denke immer, es wird doch irgendwann mal eine Feuerlanze niedergehen, während einer der WAZ-Oberen so daherredet. Aber es passiert einfach – nichts.
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Es ist ungeheuerlich, mit welch schmalziger Selbstverliebtheit Herr Hombach sich die Welt zurechtlügt. Unangefochten durch die pulverisierte Auflage seiner Blätter, des Beifalls seiner Claqueure sicher.
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Aber es ist auch kein Wunder, dass er sich auf der richtigen Schiene wähnt, wenn man liest, mit welcher Tonalität der HORIZONT die Ergüsse von Herrn Hombach anreißt: “Mit einem eindringlichen Appell wendet sich Bodo Hombach an die regionalen Zeitungen.”
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E-k-e-l-h-a-f-t. Bäh!
“Haltet den Dieb! Er hat mein Messer im Rücken!”
Welch ein Gewäsch. Niemand hindert ihn, die Lokalteile zu stärken.
Los, Hombach! Nicht immer nur predigen und schwadronieren. Mach doch endlich! Stärk doch mal die Lokalteile! Warum nur Sonntagsreden?
Mein lieber Herr Hombach,
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nein, wir haben es nicht nötig artig mit den Größen unserer Stadt in der ersten Reihe zu sitzen. Das gibt den meisten von uns gar nichts.
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Aber ja, wir drucken ungeprüfte Pressemitteilungen und lassen spannende Geschichten liegen, regelmäßig sogar. Wir müssen nicht geweckt werden, damit es anders wird: Wir haben kaum noch Zeit für Recherche, weil es ganz da oben ein riiiiiiiesen Content Desk gibt und ganz da unten nur noch kümmerliche, zusammenschicklerte Lokalredaktionen.
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Und wissen Sie was? Die meiste Zeit verbringen wir auch noch mit Absprachen. Wir können nichts mehr eben schnell auf den Seiten ändern. Wir haben wie in den 70er-Jahren keine Layoutmöglichkeit (mehr). Da gibt es sogenannte Regiodesks. Mit denen stimmen wir uns den lieben langen Tag ab. Das ist toll, oder?
Dass die Leser schon seit Jahren etwas möchten, nämlich einen starken, gut gemachten Lokalteil, das haben Sie erkannt.
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Dann ziehen Sie mal die richtige Schlüsse daraus. Oder fragen Sie die RP. Oder die WN. Oder die NW. Oder oder.
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Es grüßt Sie ein ganz kleiner Lokalredakteur ausm Pott
Mein Gott, wie abgehoben und fern jeglicher Realität können Menschen eigentlich sein?
Man wünscht sich nur noch, dass die sich einmal, ein einziges Mal nur, mit dem Alltag in einer von ihnen gnadenlos zusammengestichenen Redaktion vertraut machen müssten.
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Wie wär’s? Einen Tag lang mal ganz allein gleichzeitig in vier Kommunen gleichzeitig präsent sein! Zwischendurch hektisch gegen die Uhr schreiben und ein paar Dreispalter hinrotzen, Abstimmungsgespräche mit Kollegen führen, die keinen blassen Schimmer von der Stadt haben, aus der Du anrufst. Schnell wieder ins Auto, nächster Termin – und auf der Fahrt dahin von der interessanten, größeren Reportage und den dafür notwendigen Recherchen träumen, für die Du aber nicht den Funken Zeit hast angesichts eines maßlos mit internen Regularien überfrachteten Arbeitsalltags. Außerdem ist dein Kollege gerade krank, weil er schon am Ende ist, und Du machst seine Arbeit mit, weil eine Vertretung gibt es nicht, und Du bist ja auch noch nicht am Ende. Noch nicht ganz jedenfalls.
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Ganz nebenbei darfst Du dann die Noch-Leser bedienen, die in die Redaktion schneien, weil sie sich partout nicht mit einer Hotline-Mitarbeiterin in Bad Nirgendwo unterhalten wollen, weil die sich nämlich auch nicht auskennt und nicht weiß, wer zuständig ist. Und ein bisschen Geschäftsstelle spielen darfst Du auch noch, weil das Reisebüro in der Shopping-Mall, das neuerdings eigentlich als Geschäftsstelle dienen soll und deshalb ein kleines Schildchen rechts oben im Schaufenster kleben hat, nicht einmal mehr gefunden wird von Deinem Noch-Leser und im übrigen mit Leuten besetzt ist, die sich als Reisekaufleute hervorragend mit Reisen auskennen, aber komischerweise überhaupt nicht in Verlagsdingen.
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Deshalb darfst Du am Telefon noch ein paar Abonnenten erklären, warum wieder morgens keine Zeitung gekommen ist, und dass das bestimmt nicht wieder vorkommt und dass Du gleich persönlich eine vorbeibringst, wenn sie denn bloß, bitte, bitte, keine Abbestellung schreiben, weil es im letzten Quartal ja schon wieder um fünf Prozent in den Keller ging und Dein Arbeitsplatz sonst bald flöten geht. Das Letzte sagst Du ihnen natürlich nicht, sondern höchstens noch, dass die Zeitung trotzdem tolle Qualität bietet, auch wenns täglich anders aussieht, und dass die paar Mängel, die jeder hingesch… Text leider hat, branchenüblich und nur eine notwendige Folge der leider notwendigen Nutzung von Synergien sind. Das versteht zwar keiner, das macht aber nichts, weil Du hast es ja selbst auch schon nicht verstanden. Du weißt nur, dass dieselbe Arbeit, die früher fünf Kollegen getan haben, nun allein an Deiner Backe hängt. An zwar an Deiner linken, weil an der rechten hängt schon Geschäftsstellen- Regiodeskabstimmungs- und administrativer Regularienunfug.
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Wenn dann Dein Arbeitstag nach zehn, elf Stunden, von denen Du natürlich nur 7,5 registrierst, weil Überstunden gibt es ja nicht, beendet ist – dann hast Du garantiert keine Lust mehr, mit dickbauchigen Gläsern in der Hand über die Zukunft der Zeitung im Allgemeinen und über Anforderungen an Redakteure im Besonderen zu schwadronieren. Dann wärst Du nämlich erstens fix und fertig und hättest zweitens wenigstens ansatzweise einen Blick auf den riesigen Scherbenhaufen geworfen, den Du in Deiner ganzen Größe während der letzten Jahre verursacht hast.
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Aber das alles liegt Dir ja fern, so fern wie der Mond. Ja, dann bleibt Dir halt nur der langweilige Job als Wanderprediger. Und die dickbauchigen Gläser, Zigarrenqualm im Hirn und der leidende Blick über die Halbbrille. Ist ja auch ganz schön.
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Mahlzeit!
Bodo Hombach ist ein deutscher Politiker, der sich in seiner im wesentlichen abgeschlossenen Berufsbiographie vor allem als Polit-Manager einen Namen gemacht hat. Herr Hombach war nie ein erfolgreicher Frontmann. Tatsächlich hatte er ein außergewöhnliches Vermögen, Visionen der jeweiligen Frontleute in zählbare Wähler/Innen-Stimmen umzusetzen. Wahrscheinlich in Folge seiner Vernetzung im sozialdemokratischen Milieu hat ihn dieses Talent an die Spitze der WAZ gespült.
Da steht er und redet von Dingen, die er sich vorstellen kann. Bodo Hombach macht Politik am falschen Platz. Es kommt nämlich nicht nur darauf an, was die lieben Leserinnen und Leser gerne hätten, es kommt auch darauf an, wie man damit Geld verdient, um mit dem Unternehmen, dem man vorsteht, auf dem Markt nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften.
Im Markt trifft Bodo Hombach auf Lambert Lensig-Wolff, der sich als entschiedener Umsetzer einen Namen gemacht hat. Das ist für einen Unternehmer durchaus eine Qualität. Im Umbruch, in dem sich die Zeitungsverlage weltweit befinden, ist sie notwendig, aber nicht hinreichend. Entschiedenheit braucht eine Idee wohin die Reise gehen soll. Die Idee ist in der gesamten Branche nicht da, weshalb Lambert Lensing-Wolff sie nirgends kopieren kann. Er müsste – was der Branche bisher nicht eingefallen ist – als Konzept für seinen Verlag entwickeln.
Den Tageszeitungen im Pott fehlt der Unternehmer.
Wenn man in der Position eines Unternehmers eigene Ideen nicht hat oder nicht verantworten will, holt man eine Unternehmensberatung. Offensichtlich ist die seit geraumer Zeit in den Häusern. Wenn die UB die beiden Verlage hinreichend abgespart hat, wird sie – auch damit es für sie noch ein paar Jahre weiter geht – möglicherweise empfehlen, die Gerippe zu fusionieren.
Wer eben kann, sucht vorher das Weite!
nun sollen es Leserbeiräte richten bei der Westfälischen Rundschau
http://www.evangelisch.de/themen/medien/ombudsstellen-bei-zeitungen-was-die-leser-wollen25187
So ist das nun ‘mal mit Wanderpredigern: Sie schwadronieren wie selbstverständlich über Dinge, die sie noch niemals gesehen haben.
Lasst doch die Leserbeiräte das Blatt machen. Die sind vielleicht besser besetzt als die ausgedünnte WR-Redaktion.
Mit Sicherheit ist es sinnvoll das Weite zu suchen, wo Menschen wie Bodo Hombach und Lambert Lensing-Wolff wirken. Hombach gehört zu den Kräften, die mit Clement und Co. die Umverteilung von unten nach oben auf den Weg gebracht haben. Im Namen der deutschen Sozialdemokratie wurde damit einkalkuliert, dass ein Teil der Gesellschaft zum Wohle des Kapitals auf der Strecke bleibt. Nun darf er als beruflicher Seiteneinsteiger in einem ehemals angesehenen Verlagshaus für Chaos sorgen. Und die Opfer seiner Personalpolitik müssen sich durch seine erbärmlichen Sonntagsreden zum Thema Medienpolitik auch noch verhöhnen lassen….
Schön wäre doch eine ausführliche Sonntagsrede zum Thema: “Wie man für ein Wochenmagazin, das niemals erscheinen wird, mal eben ein paar Millionen Euro zum Fenster ‘rauswirft”. Oder: “Wie man ganz locker und schmerzfrei über 100 Millionen Euro in Serbien versenkt”.
http://www.meinelokalewelt.de/wp-content/uploads/Hand-Out_Bodo-Hombach_-03.11.pdf
“Nur in wenigen Großstädten wird die lokale Zweit- oder gar Drittzeitung bestehen. Der Titel ohne Todesanzeige ist dem wirtschaftlichen Tode nahe.”
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Ich kann mich irren, aber m. E. deutet Hombach hier ziemlich klar weiteres Aufräumen an. Ich kenne eine Ausgabe, auf die das, was er da sagt, haargenau zutrifft. Dort würde ich mich jetzt sehr fürchten.
läuft ja alles wie geschmiert
http://www.welt.de/print/wams/nrw/article10779126/Vordenker-fuer-das-Ruhrgebiet.html
@prfuerbodo
Da kann man nur wieder sagen: Schmerz, lass nach!
“Sein Konzept sieht anders aus: Nicht mehr jeder sollte alles machen, sondern nur das, was er besonders gut kann.”
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Genau. Hombach kann Politiker. Aber wirklich NUR Politiker.
@Jubelperser
Vormals hätte Herr Hombach das auch in der Zeitung nachlesen können. Damit war die Zeitung ein wesentlicher Bestandteil sozialer Kontrolle. Heute steht der Satz nicht in der Zeitung, weil das Büro Hombach ihn nicht als Presseerklärung raus gegeben hat. Dass er hier in einem Blog steht, stört nicht weiter. Die öffentlichkeitswirksame Bedeutung dieses Blogs kann man in Umrissen hier ablesen:
http://www.alexa.com und http://www.medienmoral-nrw.de eingeben.
Fazit: Platz 3.500.029 der weltweiten Websites
Für eine Wirkung ist das in jeder Hinsicht entschieden zu wenig und bleibt weit unter den Möglichkeiten der Wortgewaltigen in NRW.
@arnotilsner das mag alles richtig sein, was Du schreibst, aber wer erlebt hat, wie Bodo Hombach auf Analysen. Fakten und Meinungsäußerungen aus diesem Blog auf Betriebsversammlungen der Zeitungstitel der WAZ-Mediengruppe reagiert hat, der weiß: Auch dieser special interest-Blog hat seine Wirkung – ohne natürlich jemals die Möglichkeiten der Wortgewaltigen in NRW erlangen zu können
Ich würde keinen Schnipsel Lebenszeit hier verbloggen, wenn ich nicht von der Wirkung überzeugt wäre. Was ich meine: mehr Wirkung ist möglich.
Dazu braucht es weder Genialität noch Kapital. Es braucht ist die persistence vieler Öffentlichkeitsarbeiterinnen und -arbeiter, die Mo-Fr sowieso auf Arbeit sind.
Aus dem politischen Blickwinkel genügt es nicht, wegen Bodo Hombach und Lambert Lensing-Wolff das Weite zu suchen. Wenn alle Titel im Land wegen Überlastung des Personals gleich geschaltet sind, sollte die öffentliche politische Diskussion um unsere gesellschaftliche Zukunft dennoch weiter gehen.
@Arno Tilsner “mehr Wirkung ist möglich…”
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Ich glaube nicht mehr daran. Zum einen mag es am immer noch relativ geringen Sozialprestige des Journalisten liegen, an dem die elektronischen Medien leider erheblichen Anteil haben. Schließlich gibt es kaum einen Fernsehkrimi, in dem Journalisten nicht als lästige, penetrante Schmeißfliegen verunglimpft werden. Oder es wird das Bild von der überheblichen, champagnerglasschwenkenden Journaille vermittelt, die über die Maßen Zeit zur Recherche hat und völlig überbezahlt ist. Oder es vermitteln Typen wie Kerkeling das Bild vom Loser, vom Schmierlappen mit Trenchcoat und Schnapsfahne. Alles nicht besonders geeignet, in der Öffentlichkeit Verständnis für die tatsächliche Situation der Presse und ihrer wichtigen Funktion in einer Demokratie zu wecken.
Wer das Bild von lästigen, schmierigen Reporter im Hinterkopf hat, der erlebt dieses Blog aus einem anderen Blickwinkel als das Fachpublikum.
Zudem muss der Mediennutzer im Internet mit einem riesigen Angebot fertig werden, vor dem selbst die Intelligenteren mehr und mehr kapitulieren.
Hinzu kommt das abfällige, elitäre Getue einiger Web 2.0-Nerds, die sich in den Online-Abteilungen größerer Verlagshäuser eine virtuelle Parallelwelt aufbauten und in den “Kollegen” der vorsintflutlichen Holzmedien bestenfalls nützliche Idioten als Lieferanten kostenlosen Web-Contents sehen. Sorry, es mag Ausnahmen geben – aber das ist meine Erfahrung nach fünfjähriger (Nicht-)Zusammenarbeit mit kahlrasierten Designerbrillenträgern.
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So kann es geschehen, dass Manager einerseits ihr eigentliches Handwerk ganz offensichtlich nicht beherrschen, sauer verdiente Euros millionenweise in irgendeinem Lokus auf dem Balkan ‘runterspülen, aber zugleich noch weiter salbungsvolles Politiker-Geschwätz auf Symposien von sich geben dürfen und damit, selbst nahezu unerfahren im Journalismus, alte Fuhrleute lehren wollen, wie man mit der Peitsche knallt.
So kann es leider auch geschehen, dass das alles die “Öffentlichkeit” kaum noch interessiert.
Ferseher/Innen schauen halt in die Röhre. Medienmacher/Innen schauen jeden Tag in Medienhäuser. Darüber, was da drinnen abgeht, können alle, die unmittelbaren Einblick haben, unter sich mehr Öffentlichkeit herstellen. Damit meine ich, die künftige Gestalt, die sich bei so komplexen Gebilden wie Zeitungen, im Vorfeld abzeichnen muss, wie ein Puzzle zusammentragen. Beispiel: Ich gehe bei allem, was ich von Münster aus sehen kann, davon aus, dass WAZ und Lensing-Wolff eine Fusion im Sinn haben. Deshalb werden systematisch alle Teilbereiche von hoch bezahlten Redakteurinnen und Redakteuren “befreit”, um anschließend in einem sehr großen Einzugsbereich das 1-Zeitungsmodell (Hombach) als Abo-Zeitung mit flankierenden kostenlosen Ausgaben zu fahren. Einsparungspotential – oder wie sagt man heute klangvoller – Synergien ergeben sich vor allem, wenn man in dem neuen Konzern die mittleren Ebenen der beiden alten Häuser schleift. Wenn ich mir den Markt in Münster anschaue, habe ich nicht den Eindruck, dass die Hüffers mit Herrn Lensing-Wolff fusionieren wollen. Ist es von Vorteil für die WAZ es im Ruhrgebiet zu tun? So eine Art Stalloder von Herrn Hombach statt sich im knallharten Wettbewerb um die bessere Zeitung zu profilieren? Einfacher ist es natürlich, man macht panibratsch und lässt den Leserinnen und Lesern keine Wahl.
@Arno Tilsner “dass WAZ und Lensing-Wolff eine Fusion im Sinn haben.”
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Mag sein, dass die Herrschaften sich das sehnlichst wünschen. Ganz einfach wird das aber sicher nicht, denn es gibt noch so schöne Sachen wie Fusionskontrolle, Kartellverbot, BKartA … Da ist, der EU sei Dank, auch der Spielraum des Gesetzgebers nicht besonders groß.
Aha, ja, nicht ganz einfach. Immerhin könnten wir in B.H.’s Fensterrede so mehr als eine Fensterrede erkennen. Wenn Zeitungen nur in 1-Zeitungs-Regionen wirtschaftlich überleben, dann müssen Gesetzte, die das verhindern, für diesen konkreten Fall geändert werden. Andernfalls stünde das gesamte Medium Abo-Zeitung auf dem Spiel, was man mit Beispielen aus USA belegen kann. Was eben noch als “salbungsvolles Politiker-Geschwätz auf Symposien” erschien, könnte aus diesem Blickwinkel auch eine Rede in the middle of the job sein. Hat man den Politiker Bodo Hombach auch dafür engagiert, dass er diese nicht ganz einfache Sache im Sinne der drei Verleger in der Politik durch bringt?
“nur in 1-Zeitungs-Regionen wirtschaftlich überleben, dann müssen Gesetze, die das verhindern, für diesen konkreten Fall geändert werden”
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Oh, da gibt es durchaus Varianten, die ganz ohne Fusionen funktionieren (und deshalb das BKartA nix angehen). Zum Beispiel diese kleine Absprache: “Ziehst Du Dich aus meinem Gebiet x zurück, dann mache ich meine Redaktionen in yz dicht. Et voilà: Wir tun uns nicht mehr weh, das Leben ist wieder schön…”
Alles ganz ohne Kartellamt. Damit es nicht so sehr abgesprochen aussieht, lässt der Eigner der Zweitzeitung die Redaktion in der betreffenden Region zwei, drei Jahre am ausgestreckten Arm verhungern. Wettbewerb? Kostet doch bloß viele Seiten, Redakteure und damit unnötig Geld.
“lässt der Eigner der Zweitzeitung die Redaktion in der betreffenden Region zwei, drei Jahre am ausgestreckten Arm verhungern.”
In der Fläche ist das Modell ja wohl überwiegend abgearbeitet. Bleibt die spannende Frage: wer macht im Großraum Dortmund den langen Arm?
@Arno Tilsner
Na, wer wohl?
Einerseits verhungert die WR, andererseits werden die RN gerade journalistisch vor die Wand gefahren. Also wer?
Wenn die eine Zeitung kräftig hungert, muss man die andere auch nicht mehr unnötig mit Qualität füttern…
Mal wieder Butter bei die Fische: Mit den rund 12 Mio. Euro Miesen, die ausweislich der jüngsten Betriebsversammlung für die WR am Jahresende zu Buche stehen werden (statt der von der Chefredaktion zuvor angekündigten “schwarzen Null”) dürften die nächsten Monate den verbliebenen Rundschau-Kollegen schwer an die Nerven gehen.
Bodo H. im Bewegtbild hat positive Erfahrungen mit dem Zusammenlegen von Redaktionen gemacht, na wenigstens einer
http://www.meinelokalewelt.de/?page_id=132
Die WAZ-Mediengruppe hat gerade eben bekanntgegeben, dass Daniela von Heyl neue Leiterin Online für den Bereich „Der-
Westen.de“ und damit Mitglied der Geschäftsleitung von WAZ NewMedia wird. Die 44-Jährige kommt am 1. Januar 2011 zur WAZ Mediengruppe. Seit 2009 war sie bei der Hubert Burda Media als Innovationsdirektorin ( Director Innovation ) in der Burda Women & Entertainment Group tätig
…vergeht eigentlich noch irgendein Tag, an dem nicht ein neuer Mensch in irgendeine Geschäftsführung der WAZ Gruppe berufen wird? Nichts gegen Frau Heyl als Person. Aber nicht nur mein Gefühl sagt mir, dass an der Basis kaum noch Mitarbeiter sind, während sich oben inzwischen eine nicht mehr zu überschauende Schar an Geschäftsführern tummelt.
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Neben sinnvollen Tätigkeiten möchten die natürlich auch alle einen Tätigkeitsnachweis erbringen. Sie knobeln also alle mehr oder weniger tolle Ideen aus, die bitteschön nach unten durchgereicht werden und dort umgesetzt werden sollen. Daran krankt die WAZ auch. Daran, dass zu viele Leute oben zu viele Vorgaben machen, so dass unten nur noch mit der Erledigung von Vorgaben befasst ist. Ganz nebenbei verkauft man noch Anzeigen. Oder macht Zeitung. Oder schreibt online. Aber nur nur wenn gerade noch Zeit ist.
Nachgeschaut: Ist ja erst Geschäftsführung Nummer vier bei WAZ New Media. Gerade genug für ein defizitäres Unternehmen, wobei Print finanziert es ja. Da kommt es nicht mehr auf den ein oder anderen oben an der Spitze an. Vielleicht lässt sich im Gegenzug noch etwas in den Printredaktionen holzen.
@Elend
12 Millionen: Für die WAZ-Gruppe Peanuts, für die WR eine Menge Holz.
… seven, eight, nine, ten – out!
@http://www.meinelokalewelt.de/?page_id=132
Bodo Hombach stellt eine gewagte These an den Anfang seiner Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung von Zeitungen, wenn er, wie er meint, ‘nüchtern analysiert’ feststellt, “dass man im Augenblick mit Print nicht mehr das Geld verdient, das man früher verdient hat und mit Online noch nicht das verdient, was die Lücke füllen würde, …”. Wirklich nüchtern ist die Analyse, wenn beim möglichen künftigen Online-Verdienen das noch vor dem nicht gestrichen ist. Aus meiner Sicht der Lage deutet nichts darauf hin, dass Online in Zukunft für Zeitungsverlage einen nennenswerten Deckungsbeitrag bringen wird. So erklärt sich auch der schnelle Personalwechsel in dem Sektor. Verleger Hoffnung trifft auf schöne Worte mit gutem Willen, die in ihrer gesamten Berufsbiographie noch nicht verdienen mussten. Gut sind sie, weil sie teuer eingekauft werden. Sie sind unverzichtbar, weil sie angeblich den Zugang zur Zukunft in ihren Köpfen haben. Eine Situation, wie sie unglaublicher nicht sein kann: täglich rackern sich Holzarbeiter an den Riemen ab, während Onliner die Brücke besetzt haben und einen Kurs ins Nirgendwo angeben. Und von ganz oben tönt der Ruf: Rudert, Männer, ruddert!
Naja, auf der Brücke stehen die Onliner nicht. Da stehen welche, die in naivem Kinderglauben und ohne hinreichende persönliche Erfahrung den Traum vom Web2.0-Geldsegen träumen, den ihnen die Nerds mit den rasierten Glatzen und den Designerbrillen noch immer in schönsten Farben ausmalen. Dass inzwischen bereits einige ehemalige Web2.0-Erfolgsnummern mangels Gewinn schon wieder in den Sack hauen, das entgeht den Träumerles auf der Brücke natürlich. So gut kennt man sich als Manager nicht aus mit solchen Sachen wie Internetz oder wie das Dings heißt.
Und so halten sie keinen Kurs ins Nirgendwo, mit dem es ja wenigstens noch die Chance gäbe, irgendwann zu neuen Ufern zu gelangen. Nein, die halten Kurs aufs Riff…
…und berufen neue Geschäftsführer…
@“dass man im Augenblick mit Print nicht mehr das Geld verdient, das man früher verdient hat und mit Online noch nicht das verdient, was die Lücke füllen würde, …”
Um den Blick auf die ökonomische Entwicklung der Branche zu schärfen, möchte ich einige Zahlen aus einem Experiment der letzten Wochen anreichen. In diesem Versuch hatten wir 67.874 Seiten-Besucher/Innen die von Google angelieferte contentbezogene Werbung gezeigt. 207 von 67.874 klickten die Werbung an, eine Vermittlungsleistung, die das Mountain Viewer Unternehmen uns mit 49,83 EUR provisioniert. Die PIs der jeweiligen Medien kann man bei der IVW nachlesen und sich also selbst in Umrissen ein Bild machen.
Wir haben nach dem Experiment entschieden, auf nadann.de keine Google Werbung zu zeigen. Maßgeblich für die Entscheidung war eine Besonderheit des Provisionssystems, die mir erwähnenswert erscheint. Provisioniert wird die Verlinkung der Seitenbesucher/Innen auf die in der Werbung hinterlegte URL. Nicht bezahlt wird für das Zeigen der Werbung, die zum klick führen soll. Man könnte daraus folgern, dass Google das Zeigen der Werbung nix wert ist, der Klick alles. Tatsächlich ist es so, dass der Link von einem größeren Motiv deutlich mehr einbringt, als ein Link von einem kleineren. Auf einmal ist Link nicht mehr gleich Link, woraus wir messerscharf schließen, dass das Zeigen der Werbung so umsonst nicht ist, wie es gemacht wird.
Die Schicklerzahlen sind auf einmal auch nicht mehr das, was sie waren: Aus 2 MAKs im Lokalen werden plötzlich 1,7 MAKs und so weiter. Die Arbeitszeitverkürzungen werden wahrscheinlich im großen Topf (Contentdesk) verrudert und sind nicht mehr in den Lokalredaktionen verortet. Von wegen Ausgleich! Chaos ohne Ende!
Im Lokalen knallt doch ohnehin alles gegen die Wand. Aber Super-Bodo und einige andere predigen, wie wichtig der Lokalteil ist. Haha.
Wieder schönes Eigentor in der Samstags-WAZ. Da wird in der Westseller-Eigenanzeige für den Vortrag von Dieter Lange geworben.Thema: “Den Sieger erkennt man am Start – den Verlierer auch” – Wer Menschen führen will, sollte erst einmal sich selbst führen können!
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Na fein, dann wäre der Saal schon einmal für der 75% der jetzigen WAZ-Führungsmannschaft reserviert die dann sehen und hören kann, warum gerade zweites auf sie zutrifft. Beispiele für den negativen Ausblick gibt es zuhauf.
Wenn ich mir so in diesem Forum immer wieder die Probleme der Lokalredaktionen so anschaue, dann kommt mir das doch alles sehr vertraut vor.
Man müsste sich nur einmal den Spaß machen und das Organigramm der WAZ von vor 10 Jahren mit dem heutigen vergleichen. Sehr leicht würde sich einem das Bild eines “auf den Kopf gestellten” Tannenbaumes aufdrängen.
Im Anzeigensektor hatte man einst, als die Umsätze zurück gingen, damit angefangen, div. Arbeitsprozesse zusammen zu legen (das nannte sich Teammodell). Einhergehend wurde aus dem vorhandenen Mitarbeiterstamm eine neue zwischengeschaltete Führungsriege installiert (die nannten sich Teamleiter).
Die Folge:
Ein immer weiter ausuferndes Berichtswesen, eine Verbürokratisierung der Arbeit und ein “enormer, interner Gesprächsbedarf” (die nennen sich Teamsitzungen).
Mit zunehmender Zeit kam es zu “autistischen Zügen”, wo man den eigentlichen Auftrag (nahe beim Kunden zu sein) völlig aus den Augen verlor. Man war zunehmend der internen Kommunikation und dessen Berichtswesen verpflichtet als dem Verkauf.
Kollegen, die während einer der regelmäßig terminierten Besprechungen einen Kundentermin wahrnehmen, werden im besten Falle von der nächsthöheren Stelle schief angeschaut, wenn nicht sogar verbal vor versammelter Mannschaft mahnend darauf hingewiesen, dass die internen Besprechungen vorzugehen hätten.
Ich will da niemanden einen persönlichen Vorwurf machen, denn so ein “auf den Kopf gestellter Tannenbaum” produziert in meinen Augen automatisch solche Vorgehensweisen, wo jede Führungsebene durch hektische Betriebsamkeit seine eigene Daseinsberechtigung herbeiführen möchte. Getreu dem alten Motto: “Wer schreibt, der bleibt”.
Zynisch wird es für mich an dem Punkt, wenn z.B. nach der Umstrukturierung der div. Redaktionen, einhergehend mit knapp 30% Stellenabbau, gewisse Herren durchs Land gehen und behaupten, dass man fortan mit weniger Personal effektiver und effizienter arbeiten könne.
Sollten diese Herren, die so etwas öffentlich vertreten auch wirklich an ihre eigenen Worte glauben, dann müssten sie ja zu dem logischen Umkehrschluss kommen, dass ihre vergrößerte Führungsriege alles andere als effizient und effektiv ist.
@ “oh Tannebaum”
Danke für den Einblick.
Da liegt aber nicht an den Teamleitern, das sind nur die armen Schw* auf einer sehr niedrigen Ebene, die dafür sorgen, dass der Karren überhaupt noch irgendwie läuft. Problematisch sind vielmehr die Ebenen darüber, allen voran die Produktmanager. Diese geschaffenen Strukturen sorgen für ein ausuferndes, bürokatisches, in sich gekehrtes Berichtswesen. Der Rest der Beschreibung ist zutreffend.
@Tannenbaum
Nein, es sind nicht die von ehrgeizzerfressenen Produktmanager (schaut sie euch doch mal an…..).
Es ist – wie immer – die noch “höhere, und höhere und noch höhere Ebene” die keine Ahnung mehr hat wie man eine Zeitung macht und warum es “LESER” gibt.
http://derstandard.at/1289608042134/STANDARD-Interview-Ueber-Ignoranz-der-Politik-fassungslos
ne, wat schön!
http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/208171/
@bodolehrtinbonn
Da wünscht man sich die Studis von 1968 hin.
Liebe Studierende, hier habt ihr schon mal vorab das Skript:
Die Zukunft der Zeitung liegt im Qualitätsjournalismus … Qualitätsjournalismus ist gefragter denn je …Qualitätsjournalismus muss einen echten Mehrwert bieten … Eine große Chance für den Qualitätsjournalismus liegt im Lokalen … Gratis-Angebote im Web führen zu einem Verkommen des Qualitätsjournalismus … Qualitätsjournalismus, unser Kerngeschäft … muss der Verlag Qualitätsjournalismus möglich machen … glaube ich stärker denn je an die gute Zukunft der Qualitäts- und Kaufzeitung … Qualitätsjournalismus muss angesichts der Informationsüberflutung klug und verantwortlich auswählen … Die Marktlücke für Qualitätsjournalismus wird größer …
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Der Auflagenverlust hat mit der gestiegenen Qualität unserer Zeitungen gar nichts zu tun. Wir sind sehr froh, mit Herrn Aust zusammenzuarbeiten, denn der steht wirklich für Qualität.
http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/zeitungen_zeitschriften/wuest101.html
http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Wahl-von-Wuest-war-kein-Geschmaeckle-id4028844.html
Nienhaus: “Ein Geschmäckle hatte für mich eher, dass der DGB-Landesvorsitzende Wahlkampf für eine Partei gemacht hat und jetzt Minister ist.”
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Oha! Dann hat es aber sicher auch ein ganz fürchterliches Geschmäckle, dass ein Gewerkschafts-Bundesvorsitzender und Betriebsratsvorsitzender Verhandlungen für die Arbeitnehmer eines großen Zeitungsverlages geführt hat und mittendrin zum Chefredakteur erhoben wurde!
der CDU-MdL und neue Geschäftsführer des Zeitunsgverlegerverbandes NRW Hendrik Wüst war denn auch heute gleich auf der Verlegerseite bei der Tarifrunde Tageszeitungsredakteure im Maritim in Berlin anwesend, wo die Verleger ihre absolut grusligen Vorstellungen für einen neuen Tarifvertrag II für Berufsanfänger konkretisiert haben, genauso übrigens der Personalmanager der WAZ-Mediengruppe, Kopatzki
…was manche Menschen Gruseliges denken (müßten), wenn sie morgens in den Spiegel schauen.
… so sie denn noch ruhigen Gewissens in den Spiegel schauen können.
Lasst sie mal machen. In ein paar Jahren haben sie ein Problem: Es finden sich dann in einer alternden Gesellschaft mit Fachkräftemangel keine junge Leute mehr, die diesen Job ausüben wollen. Dann geht es noch weiter runter mit der Qualität und noch weiter runter mit Erlösen und Auflagen. Warum sollte jemand diesen Beruf, insbesondere im Lokalen, noch ergreifen wollen, wenn er vergleichsweise schlecht bezahlt ist, ein schlechtes Image hat und auch noch “schlechte” Arbeitszeiten? Dann geht es wie ganz früher: Haste Kamera, haste Block, kannste anfangen!
Lustiger Text zum Uli der Bosse. Zitat-Meedia: “Ulrich Reitz: Ein Mann schielt nach oben
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Ulrich Reitz ist Chefredakteur der WAZ und gilt als ebenso konservativ wie meinungsfreudig. Er wurde schon als Focus-Chef gehandelt oder als Regierungssprecher von Angela Merkel. Seine WAZ-Kommentare verschickt er regelmäßig als Pressemitteilung. Dabei offenbart er eine für einen Journalisten bisweilen bemerkenswert obrigkeitsfreundliche Haltung. Jüngstes Beispiel sind seine Kommentare zum “Wetten dass..?”-Unfall und zu Wikileaks.”
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http://meedia.de/background/meedia-blogs/stefan-winterbauer/stefan-winterbauer-post/article/ulrich-reitz–ein-mann-schielt-nach-oben_100031985.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=de9fea909b
Leitartikel von Uli Reitz zu Wikileaks unter der Überschrift “Ein übler Verrat”. Atemberaubend.
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2010-11/18687068-waz-ein-uebler-verrat-leitartikel-von-ulrich-reitz-007.htm
http://www.sueddeutsche.de/Y5d38c/3775516/Bescherung.html
Thomas Kloß wird Chefredakteur von „DerWesten.de“, das hat die WAZ-Mediengruppe gerade in einer Pressemitteilung bekannt gegeben. Der 45-Jährige soll als Chefredakteur Online ab sofort den redaktionellen Bereich des bundesweit größten regionalen Nachrichtenportals verantworten. Er darf direkt an Ulrich Reitz, Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (WAZ) und Chef des Content Desks der WAZ Mediengruppe berichten.
Als Chefredakteur Online bleibt Thomas Kloß weiterhin Mitglied der WAZ-Chefredaktion. Thomas Kloß ist seit 14 Jahren für die WAZ Mediengruppe tätig. Als Chef vom Dienst und Leitender Redakteur gehört er zur Chefredaktion der WAZ.
Billig und peinlich
Hombach, Nienhaus, Reitz und Co. werden ja nicht müde, das hohe Lied der Qualität zu singen. Doch die Realität sieht – Ausgabe von heute – anders aus:
Da liegt den WAZ-Blättern die TV-Beilage “rtv” bei und in ihr gibt es ein Interview mit Thomas Gottschalk. Der freut sich in dem Text auf seinen nächsten ZDF-Auftritt, freut sich über ein tolles erfolgreiches Jahr und und und…
Kein Wort über den tragischen Unfall in der letzten “Wetten dass”-Sendung – wie sollte auch?
Das Interview für diese TV-Beilage wurde (wenn überhaupt) schon vor Wochen geführt, denn die Beilage wird im langen Vordruck produziert. Aktualität? Nebensache! Hauptsache billig, denn anders als früher die BWZ wird “rtv” nicht mehr im eigenen Konzern produziert, sondern als Billigprodukt fertig bezogen.
Lieber billig als gut – das war die Devise für das Outsourcing. Und das Leservolk wird’s schon fressen…
Der Gipfel der Frechheit (und das Gegenteil von Qualität) ist es allerdings, wenn dann in der heutigen WAZ auf der TV-Seite dem ZDF Vorwürfe für den Unfall aufgelistet werden, man aber nicht das Rückgrat hat, dem Leser diese peinliche “rtv”-Panne zu erklären, sich dafür zu entschuldigen.
Von Qualität zu reden, ist vergleichsweise leicht. Qualitätsmaßstäben gerecht zu werden, das steht wohl nicht auf der Hombach-Nienhaus-Reitz-Agenda. Sie schwatzen nur.
Die gesamte Führungsriege ist für die WAZ-Gruppe mittlerweile untragbar und hochgradig existenzgefährdend geworden. Die dafür Verantwortlichen haben es scheinbar leider noch nicht mitbekommen. Hoffentlich passiert das noch rechtzeitig. Denn am Horizont wartet bislang kein Lichtschein, sondern das Nichts.
Auch ich blättere die Zeitung des lokalen “Qualitätsjournalismuses” noch manchmal durch. Aber genau das, was waz969 in seinem Beitrag kritisiert hat ist mir auch ganz übel aufgestoßen. Man möchte doch nur noch brechen (der positive Nebeneffekt hierbei wäre: Man könnte so schön schlank werden wie die Schweden und ein besseres Selbstbewusstsein bekommen…..)
Die sog. IT-Harmonisierung gerät in wanken
Mit Datum vom 09.12.2010 wurde um 16:00 Uhr im Intranet der WAZ-Mediengruppe bekanntgegeben, dass Herr Erik Peper neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer WAZ NewMedia und als Verantwortlicher für den Onlinebereich als Mitglied des Geschäftsleitungskreises mit sofortiger Wirkung die Leitung des IT-Bereiches übernimmt.
… die bisher an verschiedenen Standorten bei unterschiedlichen Gesellschaften angestellt waren, in die neue Gesellschaft wechseln und einheitlich geführt werden. Der Beschluss beinhaltet auch, dass es keine IT-Tätigkeiten in den Verlagen und sonstigen Organisationen mehr geben wird. Die Organisation der IT-Gesellschaft sieht vor, dass ein Ansprechpartner „abgeordnet“ innerhalb der IT-Organisation für die Verlage/Gesellschaften zur Verfügung steht.
Das riecht sehr nach der Handschrift von Ragnar Nielsen, welcher sich als Berater bei WAZ eine goldene Nase verdient.
In einer Abteilungsversammlung der im IT-Bereich tätigen Mitarbeiter, sollen erste Fragen – und von denen gibt es viele – beantwortet werden. Bleibt abzuwarten, ob “der neue” auch teilnimmt.
Nun naht die “Bescherung”. In den meisten Redaktionen der WAZ-Mediengruppe naht zum Jahresende oder ein wenig später der Zeitpunkt, daß sich die älteren Redakteure endgültig verabschieden, da ihr “Auslaufvertrag” in den vorzeitigen Ruhestand endet. Ohne sie waren die Redaktionen nicht funktionstüchtig. Personalverstärkung gibt es nicht. In dieser Situation ist Qualitätsjournalismus nicht realisierbar und klingt vor Ort wie ein Hohn. Wie demnächst die Seiten “gefüllt” werden, steht in den Sternen. Die vom Verlag seinerzeit zugesagte “Durchleuchtung” der Redaktionen auf ihre Funktionsfähigkeit ( ein Krankenstand wie nie zuvor ) nach der Sparwelle ist wie das berühmte Hornberger Schießen ausgegangen.
Welche Qualifikation hat Herr Kloß für den Posten als Online-Chefredakteur? Das, was online über ihn zu finden ist, ist leider – ähm – übersichtlich.
@aha
Wie wir bereits aus der Vergangenheit wissen, ist ein übersichtlicher Werdegang der Karriere dann keineswegs abträglich, wenn die Beziehungen immer schön gepflegt wurden.
Hallo Frank,
auch ich sehe mich gezwungen mich der Anonymous-Fraktion anzuschließen. Ich möchte nicht aufgrund eines Blog-Eintrages sämtliche Aufträge verlieren – denn niemand ist einfacher austauschbar als die Freien. Ich hoffe, dafür kannst Du Verständnis aufbringen. Du schriebst:
> als freie Mitarbeiter an uns zu binden. Ihr dürft gerne
> nachfragen: Wir zahlen da auch faire Honorare.
Also diese Aussage hätte ich von Dir NIEMALS erwartet. Denn 0,15 bis 0,18 Euro Zeilenhonorar und 10,00 bis 20,00 Euro (alleine mit einer Spanne von 7 Euro zwischen Lokalredaktionen) kann man wohl definitiv nicht als faire Honorare bezeichnen. Ein Freier der 60 Zeilen schreiben soll und mit Hin- und Rückfahrt eine bis anderthalb Stunden zum Termin unterwegs ist und das danach noch schreiben soll ist mit “fairen” 9 Euro Honorarumsatz dabei. Der Fotograf zu dem Termin der mit Hin- und Rückfahrt eine dreiviertel Stunde bis eine Stunde zu dem selben Termin unterwegs ist, für den Termin eine 5.000 Euro teure Kamera und ein 6.000 Euro teures Objektiv benötigt (selten, öfter ein 2.000 Euro teures) um den geforderten Qualitätsstandard zu erfüllen und danach die Bilder noch beschriften, bearbeiten und mailen muss ist mit “fairen” 10,00 bis 18,00 Euro Honorarumsatz dabei. Da stimmt doch schon lange die Relation zwischen Produktionskosten (auch die Fahrkosten müssen davon bestritten werden!) und Umsatz nicht mehr. Warum wir noch längst nicht das Handtuch geworfen haben? Weil wir zwischen Loyalität und der Aussicht auf Hatz IV zerrissen werden. Weil wir allen Abwerbeversuchen (des ebenso “fair” zahlenden”) Mitbewerbers widerstanden haben und zu “unserer” WR gestanden sind. Weil wir Malte und Dir unterstellt haben verstanden zu haben, dass für Euch Freie laufen die KEINE Beamtenpension bekommen und nur als Langeweile und Geltungssucht für die WR arbeiten, sondern ausschließlich vom Tropf ihrer wenigen verbliebenen Kunden leben (und ich mutmaße an dieser Stelle mal, dass die WR mittlerweile bei allen die noch da sind einen erheblichen, überlebenswichtigen Anteil der Gesamtumsätze ausmacht). Weil wir schon lange und gerne vertrauensvoll mit den Redakteuren/Redakteurinnen der WR zusammenarbeiten. Und wohl auch, weil wir schon so lange dabei sind, dass wir uns mit “unserer” WR in hohem Maße identifizieren, obwohl wir eigentlich selbständige Unternehmer sind. Und die Angst in den Redaktionen – egal von wem geschürt – ist nicht nur auch für die Freien spürbar. Sie wirkt sich auch teilweise – je nach dem wie blank die Nerven bei dem Redakteur gerade liegen – auch auf die Kommunikation und die Zusammenarbeit aus. Der “Mein-Hemd-ist-mir-das-Nächste-Geist” weht eiskalt latent durch die Redaktionen. Und wir sind trotz Kürzungen von Bildhonoraren um fast die Hälfte, Honorierung von qualifizierten Fotostrecken mit 20,00 Euro noch immer dabei. Jeden Tag, morgens um 8.00 Uhr ebenso wie nachts um 23.00 Uhr. Auch die Kollegen und Kolleginnen die irgendwo am Eingang ständig umständlich erklären müssen, dass sie zu wenig verdienen um einen Presseausweis bekommen und erst rein gelassen werden wenn der Fotograf kommt und seinen vorzeigen kann. Soviel zu den “fairen” Honoraren, die ja sogar Malte als “abenteuerlich” bezeichnet hat. Und zu Gerüchten im Flurfunk, dass Freie die nach den ausgehandelten Text-Honoraren gefragt haben angeblich kalt gestellt worden sein sollen. Und der Angst, die mit solchen Gerüchten geschürt wird.
mal wieder
)
http://www.derwesten.de/incoming/article4045909.ece/BINARY/
@bodospricht
Seierei. Das lässt sich Bodo schön von seinen Pressejungs aufschreiben. Schon von diesem pseudokenntnisreichen Einstieg mit alle dem Youtube und Ebay wird einem ganz anders.
[...] Ein Freier bei der WAZ: Warum wir noch längst nicht das Handtuch geworfen haben? Weil wir zwischen Loyalität und der Aussicht auf Hartz IV zerrissen werden … medienmoral [...]
Tja, die Anrede in Ihrem Vortrag wirkt noch etwas merkwürdig. “Spectabilis” ist dort, wo es überhaupt noch gebräuchlich ist, nur unter Professoren üblich und dann nur bei sehr festlichen Anlässen. Aber Sie sind ja jetzt auch fast Professor. Da wird es Sie interessieren, dass sich seit ein bis zwei Jahrzehnten die geschlechtsneutrale Partizipialform „Studierende“ durchgesetzt hat.Macht nichts, man kann nicht alles wissen. In jedem Fall müssen Sie aber davon ausgehen, dass an westlichen Universitäten neuerdings auch “Studentinnen” im Auditorium sitzen. “Liebe Studenten” reicht deshalb als Anrede nicht.
Naja, vielleicht waren es ja auch nur Studenten, die Ihnen zuhörten. Die können es sicher auch besser ertragen, wenn Sie zu Beginn über junge Erwachsenen die Behauptung aufstellen, dass diese, zu Hause angekommen, gleich wieder gehen: ins Internet. Man mag das als Vorurteil sehen. Es ist ja auch eines. Es kommt bei mir ungefähr so ‘rüber wie einer meiner früheren Lehrer, der bei ähnlicher Gelegenheit zu Beginn seines Vortrages erst einmal ins Mikrofon rülpste.
In aller Bescheidenheit tragen Sie, Mann von der WAZ, ein paar Sätze weiter vor, dass diese angeblich sämtlich ins Internet entwichenen jungen Erwachsenen nun sogleich Infos über einen Mann von der WAZ googeln, der einen Vortrag in der Uni halten wird. Stimmt, das ist bestimmt die erste Tat, wenn so ein wichtiger Mann aus der großen Welt an eine so kleine Uni kommt.
Und Sie lassen auch durchblicken, dass Sie ein Homo politicus sind. Das ist schön, zumal es auch einen gewissen wissenschaftlichen Anspruch Ihres Vortrages unterstreicht. Immerhin war es der dritte lateinische Begriff innerhalb einer halben Minute.
Einfach wunderbar sind antike kommunikationswissenschaftliche Perlen aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts. Etwa Ihr Satz: “Das Medium ist Transporter. Die Botschaft ist die Botschaft”. Vermutlich haben die Magnifizenzen und Spektabilitäten sofort erschrocken überlegt, ob man nach diesem Erkenntnissturm aus der WAZ-Chefetage nicht 60 Jahre Medienwirkungsforschung sofort in den akademischen Mülleimer befördern muss.
Aber als gelernter Fernmeldehandwerker ist Ihnen klar: Es gibt nur einen Sender und einen Empfänger, und dazwischen liegt ein Kabel, das Medium. Basta. “Ob wir unsere Botschaften auf hohlen Baumstämmen trommeln, in Stein meißeln, Bleilettern gießen oder sie auf Bildschirme pixeln, ist eine eher beiläufige Frage der Effizienz und der Kosten.” Genial. Dass Heerscharen von Psychologen, Werbefachleuten und Fernseh-Programmdirektoren weltweit das aus gutem Grund völlig anders sehen dürften – geschenkt.
Schön ist es natürlich, wenn Sie die Presse als Wächter, Kritiker und Enthüller betrachte. Was lIhr oberster Chefredakteur kürzlich in seinem Kommentar zu Wikileaks übrigens völlig anders gesehen hat. Für den sind Enthüllungen schlicht strafbarer Geheimnisverrat, vermutlich angefangen bei Watergate und ähnlich wichtigen Geheimnissen, die keiner im Volk hätte wissen dürfen. Naja, vielleicht hatten Sie noch nicht gelesen, was der Mann da so alles schreibt.
Schließlich aber kommt der Punkt, über den ich mich persönlich sehr gefreut habe: “Die Vielfalt der Medien steigert sich von Woche zu Woche”. Sie müssen es wissen, denn laut Wikipdia sind Sie inzwischen Herr über 38 Tageszeitungen, 108 Publikums- und Fachzeitschriften, 133 Anzeigenblätter und 250 Kundenzeitschriften. “Die Vielfalt steigert sich”, sagen Sie also völlig zu Recht, um dann zum Höhepunkt der Erkenntnis zu gelangen: “ihre Qualität nicht.” Wie wahr. Und dann der Knaller: “Da die Erfindung des 25-Stunden-Tages auf sich warten lässt, wird sich daran nichts ändern.” Heureka! (Diesen Ausruf hätten Sie nun noch hinzusetzen dürfen, griechisch passt durchaus ins akademische Umfeld.) Wir haben es immer gewusst. Wir haben es auch gesagt, das mit der Qualität und dem 25-Stunden-Tag. Allein, es hat uns bisher niemand geglaubt. Außer Ihnen. Dafür gebührt Ihnen unser Dank.
Alles in allem war es eine wirklich erhellende Predigt. Da möchte man doch noch einmal Redakteur sein. Oder noch besser: Studiosus.
Hallo 10,00 €
Es ist eine Frechheit Freie mit solchen Summen, wie die von Ihnen geschilderten abzuspeisen.
Bereits Mitte der Siebziger Jahre zahlte die Westfälische Rundschau in ihren ehemaligen Redaktionen Wanne-Eickel, Herne, Bochum, Wattenscheid für ein Bild zu 30 DM.
Fahrkosten wurden auch nicht erstattet. Allerdings war der Sprit billiger, die Kameras kosteten nicht soviel.
Es reichte damals auch eine Praktica mit Carl zeiss Objektiven aus Jena.
Pro zeile gab es um die zwanzig Pfennige. Pauschalisten erhielten für ihre Vollzeittätigkeit in einer Redaktion um die 2000 DM.
Vergleicht man die Honorare 33 Jahre später, berechnet man die Inflation in den vergangenen drei Jahrzehnten, dann muss man feststellen: Dieser Verlag zahlt Almosen, die zum Leben nicht reichen; nicht einmal zum Sterben.
So werden immer mehr SchülerInnen, PraktikantInnen, Rentner angeheuert. Denn sie dürfen dafür umsonst zu einer Veranstaltung. Der nächste Schritt dürfte wohl sein, dass demnächst die Bürgerrporter noch geld mitbringen müssen, damit sie gedruckt werden, weil sie ja so mitteilungsfreudig sind. Wozu braucht man da noch Redakteure ? Die kosten doch nur, meckern `rum und das bisschen was da zu schreiben ist, können doch die Leser gleich selber pinnen.
@ Ehemaliger Rundschau-Redakteur
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Neulich, Pressekonferenz in einer Kleinstadt. Der Bürgermeister spricht, gemeinsam mit dem Kämmerer, über ein Einzelhandelskonzept und städtische Investitionen. Es entwickelt sich sodann zwangloses ein Pressegespräch mit den Lokaljournalisten. Dazu gibt es Kaffee und Plätzchen.
Auch die ungewöhnlich junge “Freie” einer wohlbekannten Zeitung beteiligt sich. Mit genau zwei Fragen. Die erste stellt sie zu Beginn: “Könnte ich ‘mal den Kaffee haben?” Die zweite kommt ganz zum Schluss: “Und wer von Ihnen war jetzt noch ‘mal der Bürgermeister?”
…zwanglos ein Pressegespräch… Sorry.
>”Das lässt sich Bodo schön von seinen Pressejungs aufschreiben.”
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Deren Abteilung ja angeblich inzwischen weitaus größer ist als jede durchschnittliche Lokalredaktion.
Es geht immer noch besser: WAZ startet “Wikileaks”-Konkurrenten:http://www.ruhrbarone.de/waz-startet-wikileaks-konkurrenten/
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Eben noch war Wikileaks des Teufels, jetzt macht die WAZ den Investigativ-Pionier. “Die WAZ-Mediengruppe hat ein Dokumente-Portal eingerichtet. Whistleblower und andere Bürger können dort anonym Dokumente hochladen.”
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Meine Prognose: Das wird für Scoops sorgen, wie sie die Welt noch nie gesehen hat.
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Alle Geheimnisträger aus NRW stehen sicher schon Schlange, um die für ihre Unabhängigkeit bekannte WAZ mit Enthüllungen aus der Welt der Mächtigen an Rhein und Ruhr zu versorgen.
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Yippieh! Kisch-Preis. Sofort!
Lange, lange haben sich die Herren Hombach und Reitz über Internetangebote wie dieses gewundert und die Anonymität verurteilt. Ihr Verlag sieht nun aber doch Potenzial. Schließlich sollen große Räder gedreht werden. Damit die durchaus fruchtbaren Ergebnisse der Diskussionen hier eine größere Öffentlichkeit erhalten, sollten die Hintergrundinformationen ab sofort täglich parallel an das Rechercheteam des Verlags gesendet werden:
https://www.derwesten-recherche.org/?short=recherche
http://www.ruhrbarone.de/waz-startet-wikileaks-konkurrenten/
@ Bodo Hombach seine Frau ihr wePad: “sollten die Hintergrundinformationen ab sofort täglich parallel an das Rechercheteam des Verlags gesendet werden”
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Sollten sich dann aber die noch übrig gebliebenen abhängig Beschäftigten darüber im Klaren sein, dass sie ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen dem Verlag damit ihre IP-Adressen übermitteln und der evtl. via Vitamin B an die Namen und Adressen der Verfasser herankommt.
Ein guter Grund fürs Safer Surfen, z.B. mit Privacy Dongle oder einfach über einen Online-Anon-Proxy.
nicht zu fassen, was die Wissenschaft alles so feststellt und wer diese Forschung finanziert, die vier Titel der WAZ-Mediengruppe in NRW sollen nämlich trotz des Abbaus von 300 Redakteursstellen die redaktionelle Qualität in den überregionalen Mantelteilen von “WAZ”, “NRZ” und “WR” steigern können. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die von der WAZ-nahen Stiftung Pressehaus NRZ und der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung finanziert wurde.
http://www.presseportal.de/pm/71254/1733411/medienwirtschaft_zeitschrift_fuer_medienmanagement_und_kommunikationsoekonomie
Also heute kommt es ja ganz dicke.
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Die von “hahaha” genannte Studie wird per Pressemitteilung u.a. wie folgt eingeordnet: “Die aufwändige Inhaltsanalyse stellt fest, dass die drei Zeitungstitel ihre ohnehin bereits hohe journalistische Vermittlungsqualität nach der Neuorganisation der Redaktionen noch weiter verbessern konnten; zudem konnten die drei Blätter die Lesernähe durch eine Stärkung des regionalen Bezugs der Berichterstattung erkennbar steigern.”
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Also: Alle mal abregen hier. Ist doch alles in Butter. 300 Leute raus. Auflage runter aber suuuuuuuuper Qualität. Da muss erst die Wissenschaft kommen – dem Bodo glaubts ja keiner…
Zitat: “Das Untersuchungsergebnis dürfte in der Zeitungsbranche mit großem Interesse aufgenommen werden.”
Sicher. Ganz sicher sogar. Ebenso sicher ist aber leider auch, dass es die Leserschaft wieder einmal nicht goutieren wird, das Hohelied von der Qualität. Wie weiß man doch spätestens seit Adi Preißler: „Grau is’ alle Theorie; entscheidend is’ auf’m Platz“.
und so liest sich das dann auf derwesten.de
http://www.derwesten.de/nachrichten/panorama/Neues-Redaktionsmodell-bei-WAZ-Titeln-erfolgreich-id4055870.html
Wurde auch schon Markenschutz beantragt z.B. für Neues (West-)Deutschland?
Möchte gern den Betrag wissen, den die Professoren Rager und Rinsdorf für ihre sicher höchst willkommene Studie kassiert haben.
Ja nun, der Mann muss seine Pension aufbessern:
http://www.journalistik-dortmund.de/forum-fur-fuhrungskrafte-offizielle-verabschiedung-von-prof.-gunther.html
Ich möchte darauf hinweisen, dass es bei der “Studie” nur um die Mantelteile ging, die, möchte ich einmal frech behaupten, nie das Hauptargument für den Kauf einer der Titel war.
Interessant wäre eine Untersuchung, die sich mit der Qualität der Lokalteile nach dem personellen Aderlass und der Desorganisation (Regio-Desks) beschäftigt.
Ich bin mir sicher, dass die Ergebnisse einer solchen Studie nicht via OTS oder derWesten verbreitet würden…
@Hans Plagwitz
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Man könnte es natürlich auch so sehen: Wenn doch die Qualität nachweislich ständig steigt, die Auflage aber ebenso nachweislich ständig sinkt, dann muss der Niedergang offenbar völlig andere Gründe haben als mangelnde Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Redakteurinnen und Redakteure. Die erbringen dann ja wohl ihren Beitrag in hervorragender Weise.
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Demnach kann es eigentlich nur noch am miserablen Management eines Verlages liegen, wenn die Leser im Vergleich mit anderen Zeitungen am selben Markt überproportional stark Abos kündigen und das Blatt wie Blei im Verkaufsständer liegen bleibt.
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Insofern, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist das eine gute Nachricht: Wenn’s doch noch weiter bergab geht: Ihr seid es jedenfalls nicht schuld! Das ist ja jetzt quasi wissenschaftlich festgestellt worden.
@Hans Plagwitz
Sehr richtig!
Wat? Dat Lokale? Wen interessiert das im Verlag? Mal abgesehen von den ständigen Sonntagsreden. Und den Lesern.
http://www.horizont.net/aktuell/leute/pages/protected/Erik-Peper-leitet-IT-bei-der-WAZ-Mediengruppe_96981.html
Stimmt es, dass bei der wp der offizielle Abschied von Bodo Zapp abgesagt wurde?
@Vorspann
Wie kommst Du zu dieser Vermutung?
Wird bei den blauen Schlümpfen erzählt.
@Vorspann
Wer hat dem wird gegeben. Der ehemalige WAZ-Chef Günther Grotkamp (83) will sein Weihnachtsgeld in voller höhe ausgezahlt bekommen. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10.12.2010. Der mit einer der reichsten Deutschen verehelichte EX-Manager will die im Vorjahr von den Gesellschaftern beschlossene Deckelung des Weihnachtsgeldes auf 3000 Euro nicht klaglos hinnehmen. Nach SZ-Informationen soll seine Pension deutlich über eine Million Euro pro Jahr betragen. Es stünden ihm allein für 2009 noch hunderttausend Euro Weihnachtsgeld zu, mit dem Geld für dieses Jahr sollen das insgesamt fast eine Viertel Million Euro Weihnachtsgeld sein! Dafür kann man schon mal die ein oder andere Packung Spekulatius oder Dominosteine kaufen…
Immerhin ist er bereit, mit dem Verlag über seine Weihnachtsgeldrechte zu verhandeln, schreibt die SZ über den netten älteren Herren
@weihnachtsgeld
Ihren Worten entnehme ich, dass Sie nicht wissen, was Sie einem Leistungsträger schuldig sind.
9 Wer am Geld hängt, bekommt nie genug davon. Wer Reichtum liebt, will immer noch mehr. Auch hier gilt: Alles vergeblich! 10 Je reicher jemand wird, desto mehr Leute wollen von seinem Reichtum leben. Welchen Nutzen hat er am Ende davon? Nur das Nachsehen. 11 Wer hart arbeitet, schläft gut, ob er viel oder wenig gegessen hat. Der reiche Faulenzer dagegen wälzt sich schlaflos im Bett, weil ihn der Magen drückt. 12 Noch eine böse Sache habe ich beobachtet: dass einer, der seinen Reichtum ängstlich hütet, dennoch ins Elend gerät. 13 Ein einziges schlechtes Geschäft und schon ist alles verloren! Wenn der Mann einen Sohn hat, kann er ihm nichts mehr vererben.
14 Und überhaupt: Nackt, wie der Mensch auf die Welt gekommen ist, muss er wieder von ihr gehen. Von allem, was er hier angehäuft hat, kann er nicht einmal eine Hand voll mitnehmen. (Prediger, Kap. 5, 9-14)
Ersteres gilt nur fürs Anzeigenblättchen. Vorerst.
(Quelle: dju)
Der Märkische Kreis geht
2011 ganz an Ippen
Lüdenscheid. Seit 1987 gibt die
WAZ-Mediengruppe unter dem Dach
der Westdeutschen Verlags- und
Werbegesellschaft (WVW) das Anzeigenblatt
„wap” für den südlichen
Märkischen Kreis heraus. Wie jetzt
bekannt und bestätigt wurde, will
die WVW die Produktion des Anzeigers
zum 27. Januar 2011 einstellen.
Mit der Schließung der Redaktion
überlässt die WAZ das
bestehende Anzeigengeschäft dem
Mitbewerber. Seit Oktober 2010
konnte „derBote” aus dem Ippen-
Verlag (vertreten in MK durch den
Märkischen Zeitungsverlag) sein Angebot
im Anzeigenbereich bereits
aufstocken. Neben einer wöchentlich
erscheinenden Ausgabe, wird ein zusätzliches
Blatt (vornehmlich mit
Agenturmeldungen im redaktionellen
Teil aufgestockt) sonntags verteilt.
Gegenwärtig produzieren noch ein
Redakteur, ein Pauschalist sowie
zehn freie Mitarbeiter das Blatt, das
mit einer Auflage von 90.200 Exemplaren
wöchentlich donnerstags erscheint.
Zuletzt verkauften die Anzeigenberater
der Westfälischen
Rundschau in Lüdenscheid gleichermaßen
Werbefläche aus dem Tageszeitungs-
und Wochenanzeiger-Segment.
Ein eigener Berater für die
wap wurde bereits eingespart.
WAZ-Logistik Hagen
Kostensenkung bei
den Boten
Hagen. Aus gut informierten Kreisen
wird berichtet, dass Unternehmensberatungen
den Auftrag haben, im
gesamten WAZ-Logistikbereich, der
in 13 Regionalgesellschaften aufgeteilt
ist, die Kosten um 25 bis 30
Prozent zu senken. Der Stücklohn
pro verteilter Zeitung soll von jetzt
1,85 Euro im Monat auf sieben Cent
am Tag inklusive Beilagenlohn und
Nachtzuschlag gesenkt werden. Dem
entsprechende „Änderungskündigungen”
mit neuen Stücklöhnen wurden
den Boten bereits zugesandt. Die
neuen Arbeitsverträge für die Zusteller
beeinhalten nicht nur eine Ausweitung
des Tätigkeitsbereichs der
Boten, nach dem der Bote zusätzlich
neben seinem Stammrevier im Bedarfsfall
weitere Reviere übernehmen
muss, sondern auch noch einen
Passus, der in der bewegten WAZUnternehmensgeschichte
wohl einmalig
ist. Für den Fall einer Erkrankung
soll der Zusteller möglichst
selber eine Ersatzkraft vorschlagen.
Nach Informationen des Betriebsrats
der WAZ-Logistik in Hagen-Bathey
stehen derzeit die Jobs der Oberboten
auf der Kippe. Deren Jobs könnten
durch die Einführung eines GPSSystems
überwiegend wegfallen,
über das die bis 12 Uhr eingehenden
Reklamationen abgewickelt werden.
Bislang hatten die Oberboten Reklamationen
der Abonnenten noch bis
15 Uhr nachgeliefert. Da sich der Arbeitgeber
mit seiner Personalplanung
weitgehend in Schweigen hüllt, weiß
derzeit keiner der 33 Oberboten, ob
er von einer Kündigung betroffen
sein wird oder ihm ein Aufhebungsvertrag
angeboten wird. Den vom Arbeitgeber
vorgeschlagenen 55 prozentigen
Lohnverzicht (bei
gleichzeitig verringerter Wochenarbeitszeit)
zum Arbeitsplatzerhalt
lehnt der Betriebsrat ab. Viele Oberboten,
die oft schon Jahre lang für
das Unternehmen arbeiten, würden
dann nach den Berechnungen des
Betriebsrats mit Bruttolöhnen von
nur noch 540 Euro zu Hartz-IV-Aufstockern.
@elend:
Ist das erbärmlich. Wo leben wir eigentlich? Wieviel lassen wir uns noch gefallen? Wollen wir irgendwann wie in Rumänien, Asien oder Südamerika leben?
Solange wir uns noch wehren können, sollten wir das auch tun.
[...] Winterdienst: WAZ-Zusteller auf Schleuderkurs (DerWesten) – Die WAZ lobt ihre Zusteller – und kürzt ihnen scheinbar gleichzeitig die Bezüge mehr als deutlich… [...]
[...] Zeitungboten: auf Schleuderkurs bejubelt und bedauert … medienmoral [...]
@Ex-Bote “Wo leben wir eigentlich?”
.
Wir leben in eine freien Land. Es steht also hierzulande jedem frei, in ständiger Angst um den möglichen Verlust seiner gierig zusammengerafften irdischen Güter leben zu müssen.
@Freies Land
Vielleicht bin ich ja ein wenig schwer von Begriff und verstehe den humoristischen Ansatz nicht. Denn bei den Niederen in der Gruppe geht es trotz Arbeitsplatz mittlerweile nur noch um den Erhalt einer menschenwürdigen Existenz. Trotz menschenverachtender Personalpolitik von oben. Da sitzt man gierig mit breiten Armen vor dem gedeckten Tisch und bekommt den Hals nicht voll. Vielleicht sollte man sich bzgl. versch. sozialkratischer Kommentare auch mal an die eigene Nase fassen. Und ich hör immer noch Feuerstein: Wir Alle Zusammen! Pah!
…meinst du d e n Feuerstein?
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Feuerstein
@ man fragt sich auch
-
Es ist doch ganz einfach: „Leave it, love it or change it!” Niemand zwingt Dich, unter menschenunwürdigen Bedingungen und / oder für einen Hungerlohn zu arbeiten, der, wie hier mehrfach angedeutet wurde, längst unter Hartz-IV-Niveau liegt. Es gibt Alternativen, denn es gibt längst wieder besser bezahlte Jobs. Guckst Du hier: http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vamJB/startseite.html?kgr=as&aa=1&m=1
.
Ansonsten giilt jedenfalls für mich, dass ich mein (relativ bescheidenes, aber ruhiges) Leben auf keinen Fall mit dem irgendwelcher Raffkes tauschen möchte, an denen ständig die Angst um ihr Vermögen, nicht selten auch die um ihr Leben nagt. Wer gezwungen ist, sich einzumauern, sich mit Leibwächtern bis aufs Klo zu umgeben und in gepanzerten Limousinen durch die Welt zu karriolen, der hat genau das bekommen, was er in seiner Raffgier verdient: eine bedauernswerte Existenz.
herbert feuerstein beim 50sten in der gruga. der war genial wie gewohnt.
@Freies Land
Du hast ja so recht, vor allem mit dem 2. Absatz.
@Freies Land:
Gib doch bei der Arbeitsagentur mal 53-jähriger Zeitungsbote ein.
Dummschwätzer. Die meisten hier. Salonbolschewiken, die tagsüber in ner warmen Redaktion sitzen und daüber fabulieren, was der kleine Mann tun sollte oder müsste.
Es ist doch ganz einfach? Vielleicht treffen wir uns ja mal bei der Arbeitsagentur…
Na ja, ich bin 56 Jahre alt und habe einen Job über die Arbeitsagentur erhalten. Allerdings nicht mehr als Zeitungsbote, sondern im Lager einer größeren Firma.
Man sollte sich halt einfach fragen, ob man noch zu irgend etwas anderem fähig ist als Zeitungen auszutragen. Falls nein, so sollte das dennoch kein Grund sein, hier beleidigend zu werden.
Ich wünsche Dir ein Frohes Fest und im neuen Jahr neue Erkenntnisse.
einen, der nicht einmal mehr mitkriegt, daß man bei der Jobbörse gar kein Alter eingeben muß und der alle in Bausch und Bogen beleidigt und dem nix einfällt im Leben außer Zeitungsbote, den muß man auch nicht mehr ernst nehmen. Übrigens: allein für Dortmund gibts in der Jobbörse über 200 offene Stellen für Helfer und geringfügig Beschäftigte. Gewünschter Arbeitsbeginn ist fast immer sofort. Also: Wer will, der kann auch.
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@Ex-Bote: Dann bleib du doch Ex-Zeitungsbote und heul weiter.
Liebe Leute,
es bringt so gar nichts, sich gegenseitig zu beschimpfen. Bitte kehrt zu einem zivilisierten Ton und zu einer konstruktiven Diskussion zurück.
Mit vorweihnachtlichen Grüßen
Medienmoral
@Medienmoral
Völlig richtig! Eines allerdings sollten Leute wie Ex-Bote bedenken: Mit einer derart resignativen Haltung wird sich niemals etwas ändern – weder in der persönlichen Situation noch in der allgemeinen Lage der Beschäftigten. Niemand sollte sich von unseren so genannten “Leistungsträgern” aussaugen lassen, nur weil er bereits 53 Jahre alt ist. Es gibt genügend Alternativen. Das zu schreiben ist keine Beleidigung, sondern sollte Mut machen.
Das Schlimme daran ist, daß etliche Kollegen diesen Laden immer noch als “IHRE” waz sehen und gar nicht gehen möchten. Wenn man evtl. seit der Schule mit dabei ist, fällt es bestimmt auch nicht leicht, einen Teil seiner Identität einfach so abzulegen. Die Angst vor Veränderung liegt wohl auch in der Natur des Menschen. Und so einfach, wie beschrieben, ist es wahrlich nicht, mal eben was Neues zu finden. Aber das ist “denen da oben” nicht bewußt bzw scheißegal.
Trotzdem frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr.
@ man fragt sich auch “Aber das ist “denen da oben” nicht bewußt bzw scheißegal.”
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Ich befürchte, dass es noch schlimmer ist: Die Herrschaften wissen es ganz genau. Sie wissen, dass gerade langjährig Beschäftigte ihr Leben stark mit “ihrem” Betrieb verknüpft haben. Sie wissen darum, wie schwer es ist, sich nach 20 Jahren und mehr davon zu trennen. Und sie nutzen diese Verbundenheit, die eigentlich etwas Gutes sein sollte, gnadenlos aus. So werden die Schrauben immer enger zugedreht. Da wird das letzte bißchen Anstand über Bord geworfen. Vielen Kolleginnen und Kollegen, die über den Sozialplan auschieden, um einer betriebsbedingten Kündigung zuvorzukommen, wurde zum Abschied nicht einmal die Hand gedrückt – nach 20, 25, 30 Jahren im Betrieb einfach unwürdig.
Aber es passt zum allgemein um sich greifenden Neoliberalismus und zügellosen Kapitalismus, der den Profit über den Menschen stellt und sich von unternehmerischer Verantwortung für das Gemeinwesen und vom Geist der sozialen Marktwirtschaft immer weiter entfernt.
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Trotz alledem: Ein schönes Weihnachtsfest!
@Redaktor: Volltreffer.
http://www.sueddeutsche.de/politik/medienrecht-in-deutschland-und-ungarn-angst-vor-der-wahrheit-1.1039626
[...] Journalist, Dein Arbeitgeber: und was er von Dir hält, erklärt der “Redaktor” bei … medienmoral [...]
@Redaktor
Zur mangelnden Wertschätzug gehört auch, dass die Chefredaktion nicht mal frohe Weihnachten wünscht.
Es ist unglaublich, wieviele Soziallegastheniker sich in diesem “unserem” Laden gegenseitig den Steigbügel halten. Aber nach dem Grundsatz des Schweinezyklus
kommen auch wieder andere Zeiten.
Verlagsmanager Beermann verlässt die WAZ-Mediengruppe schon wieder, angeblich auf eigenen Wunsch
http://www.horizont.net/aktuell/leute/pages/protected/Manager-Markus-Beermann-verlaesst-WAZ-Gruppe-zum-Jahresende_97126.html
Kontinuität sieht anders aus. Auf den Posten würde eigentlich ein richtiger Kracher gehören, der von Verlagsgeschäftsführung und der Zukunftsausrichtung der Printmedien richtig etwas versteht.
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Den Kracher wird es aber nicht geben, weil er sonst der GGF zu sehr auf den Füßen stehen würde und vieles hinterfragen würde.
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Also läuft es -hochprozentig- wieder auf eine eingekaufte Springer-Lösung hinaus, Herr Nienhaus kennt sicherlich einen geeigneten Kandidaten, der die Verlagsgeschäftsführung souverän verwaltet und nicht unbequem wird.
Also mir hat die Chefredaktion Frohe Weihnachten gewünscht, wenn ich mich nicht irre, dann sogar in einer Rundmail an alle.
http://www.turi2.de/2010/12/29/heute2-bdzv-erwartet-2011-plus-anzeigengeschaeft-10271586/
Schlechte Nachrichten zwischen den Jahren: Bei der WAZ-Logistik in Hagen-Bathey werden zukünftig von aktuell 33 Oberboten nur noch 9 Oberboten “gebraucht” für die Nachlieferungstouren über Tag.
Die verbliebenen Stellen sollen keine Vollzeitjob mehr sein, sondern werden mit Stundenverträgen von 3 Std. bis 6 Std. abgegolten.
Einige der Betroffenen sind Mitglieder oder Ersatzmitglieder im Betriebsrat und genießen daher besonderen Kündigungsschutz.
Die übrigen haben, so das großzügige Angebot der Geschäftsführung, die Möglichkeit mit einem Abwicklungsvertrag
auszuscheiden. Als Abfindung wird der halbe Monatslohn X Dienstjahre gerechnet. Wer sich bis zum 04.01.2011 meldet
bekommt auf diese Summe noch eine sogenannte Turboprämie von 20%.
[...] Schlechte Nachrichten für die Zeitungsboten: Bei der WAZ-Logistik in Hagen-Bathey werden zukünftig von aktuell 33 Oberboten nur noch 9 Oberboten “gebraucht” für die Nachlieferungstouren über Tag. Die verbliebenen Stellen sollen keine Vollzeitjob mehr sein, sondern werden mit Stundenverträgen von 3 Std. bis 6 Std. abgegolten … medienmoral [...]
Schön auch die Lobartikel bei derwesten.de (z.B. Moers) über die unermüdlichen Zusteller. Ich wüßte gerne mal, wie lange kritische Kommentare von Betroffenen da erhalten bleiben.
http://www.presseportal.de/pm/6755/1742290/w_v_werben_und_verkaufen
@Zuversicht
Hoffentlich schaffen die paar übergebliebenen Mitarbeiter dann noch das gesteigerte Arbeitsaufkommen. Die sind jetzt schon an der Grenze des Zumutbaren, bzw. darüber hinaus, was Arbeitsdruck und Arbeitszeiten betrifft.
http://carta.info/36869/verlegerforderung-leistungsschutzrecht-ja-habt-ihr-denn-ueberhaupt-keinen-stolz/
Der Kommentar zu dem Boten-Artikel mit Verweis auf medienmoral war bei derwesten.de schneller wieder gelöscht als eingestellt. Dieser war weder beleidigend noch diskriminierend, ebenfalls nicht “off topic”. Wie dort durch die Zensoren mit Meinungs- und Informationsfreiheit umgesprungen wird, ist demokratischen Verhältnissen unwürdig und spiegelt das Verständnis des Chefs wider. Eigentlich sollten Journalisten Mißstände und Widersprüche aufdecken und nicht versuchen sie wegzulöschen. Doch wir singen das hohe Lied auf die Freiheit, aber nur solange diese uns nicht schadet.
@ Neues Deutschland
Ich bin keiner von Euch, deshalb kann ich es nicht mit Euch machen für Euch sowieso nicht. Dass Zeitungen an die Wand gefahren werden, weil die Steuermänner es in der aktuellen Situation nicht besser verstehen, finde ich für die politische Kultur im Land eine Katastrophe. Deshalb schreibe ich hier mit. Wenn ich zu viel schreibe, meldet sich die Medienmoral und sagt: “Immer mit der Ruhe”. Ja, Kollege, so ist das bei der Gewerkschaft. Euer Problem: Ihr habt eine zu geringe Schlagzahl. Ihr seit die Schreiber. Warum macht Ihr nix draus? Das ist ein Jammerbrett hier. Wenn Ihr Euch auch nur ansatzweise organisieren würdet, dann stünden hier morgens, mittags, abends und um Mitternacht Themen und Thesen, die Euren Vormann Bodo Hombach nachdenklich machen würden. So liest er jeden Tag: alles ok bei der Gewerkschaft, wir können den Riemen noch etwas enger schnallen. Mit etwas Organisation stünden nicht nur Themen und Thesen hier, sondern es würden auch prominente Führer der Arbeiterbewegung hier erscheinen, wenn es unter Euch noch welche gibt, die Lust haben und die Fähigkeit besitzen, eine Arbeiterbewegung zu führen. Ja, führen und bewegen, nicht zuschauen und jammern, wie man von derwesten.de zensiert wird. Nur wenn die Arbeitende Mitte einer Gesellschaft die selbstbestimmte Demokratie verteidigt, wird es für sie diese Gesellschaftsform geben. Abkassierer können besser mit einer scharfen Trennung in viele Arme und wenig Reiche mit gelenkter Demokratie.
Es ist nicht geordnet und strukturiert, aber es gibt in diesem Blog sehr viele Themen und Thesen dazu wie es besser und erfolgreicher ginge. Ich denke da nur an die Beiträge zur unsinnigen Desk-Struktur. Für Hombach wird mitgelesen, das hat sich gezeigt. Zumindest die Chefredaktionen lesen mit, auch wenn sie es leugnen und sich intern ärgern.
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Ein Problem im Hause sind die zahllos eingeführten Unter-, Ober- und Mittelgeschäftsführer, die nicht am großen Ganzen mit einer Strategie arbeiten, sondern in einem doch undurchsichtigen Geflecht eher für sich wursteln. Siehe Abteilung Vertrieb. Da werden jetzt Kosten gesenkt, es wird aber nicht daran gedacht, dass damit Abos vor die Wand gefahren werden. Für Abos ist ja irgendeine andere Abteilung für verantwortlich, im Zweifel die Redaktion.
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Oder die Abteilung Call-Center. So etwas gibt es in anderen Unternehmen mehr oder weniger erträglich auch. Nur sollte die Wartezeit im Rahmen bleiben…
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Und ganz oben gucken Zwei auf das Treiben und glauben, was Meister Powerpoint und Strahleweiß ihnen prognostiziert.
@falsch
“Für Hombach wird mitgelesen”, ja, glaube ich sofort. Irgendein Vorstandassistent, der Euch dann bei der nächsten Gelegenheit die Kürzungen oder Mehrbelastungen rein reicht, liest hier, was Ihr zu sagen habt. Nach oben gibt er dann die Zusammenfassung weiter: Alles im grünen Bereich. Important werdet Ihr, wenn Bodo nicht auf seinen Assistenten warten will, weil es ihn ganz persönlich interessiert, was Ihr zu sagen habt. Diese Position müsst Ihr Euch erarbeiten, genauer gesagt erschreiben, noch genauer gesagt erargumentieren. Das könnt Ihr, weil es Euer Job ist. Warum tut Ihr es dann nicht? Wie sagte es dieses Gewerkschaftstheater im letzten Jahrhundert: “Wenn Arbeiter etwas unternehmen, müssen Unternehmer arbeiten.” Guck mal, habe ich mir gemerkt, obwohl es eine halbe Ewigkeit her ist.
DerWesten hat sein Kulturblog Westropolis beerdigt – ein Nachruf:
http://www.revierflaneur.de/2011/01/04/westropolis-%E2%80%93-ein-epilog-ii/
http://www.journalist.de/aktuelles/meldungen/waz-studie-gewagte-thesen.html
Ohhh, Westropolis war doch die Demokratisierung der Kulturberichterstattung!!! Schlimm… …wieviel Millionen Lyssa da verbrannt hat!
Einfach mal löschen. Da sieht man, was die Top-Entscheider der WAZ-Gruppe wirklich von Kultur halten.
@katiekreisch
Sie glauben doch nicht, dass Westropolis Millionen gekostet hat? Lächerlich.
Die aktuelle Situation in Vertrieb, Logistik und Kundenbetreuung ist katastrophal. Seit Wochen wird den Lesern erklärt: Draußen liegt Schnee. Was wunderst du dich, dass die Zeitung nicht ankommt? Die Kunden warten stundenlang in Warteschleifen und bekommen ihre (!) Zeitung dann immer noch nicht. Das ist erbärmlich. Wieviele so genannte Qualitätsoffensiven benötigt man eigentlich, um diesen Schaden für die Zeitungen wieder gutzumachen?
@katiestill
Nein, Westropolis allein nicht, aber der ganze andere Mist, der unnötig war und nicht funktioniert hat. Das letzte Sahnehäubchen waren Flip-Kameras, die nie zum Einsatz gekommen sind. Und war der Westen der Wurf? Nö, nix hat es gebracht. Und selbst wenn Westropolis allein nur ein paar Tausender für ein paar Blogger-Kolleginnen gekostet hätte – da wird die Kohle sinnlos verbrannt und bei den Boten wird sie eingespart. Seeeeehr kluge Art der Unternehmensführung!
@katiekreisch
Statt zu gucken, wo wirklich Millionen verplempert wurden, spielen Sie Lohnsklaven gegeneinander aus. Die da oben lachen darüber.
@katiestill
Beim Westen sind Millionen verplempert worden. Du kannst die Liste gern um weitere verlustreiche Entscheidungen ergänzen.
@Kkatiekreisch “Du kannst die Liste gern um weitere verlustreiche Entscheidungen ergänzen”
Done.
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http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wir-werden-uns-nicht-ausrauben-lassen/
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http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1246436/
Wenn das Kerngeschäft eines Verlages der Verkauf von Abos für gedruckte Tageszeitungen ist, dann müssen die gedruckten Tageszeitungen und die Menschen, die sie aboniert haben im Mittelpunkt der geschäftlichen Aufmerksamkeit stehen. Auf abseitigen Feldern kann nicht so viel gewonnen werden, wie durch Abo Abgänge verloren werden kann. Selbst wenn die Abo Zahlen rückläufig sind, muss die Aufmerksamkeit auf die Stabilisierung der Abo Zahlen gerichtet werden. Wer an einer Unternehmensspitze diesen kaufmännischen Grundsatz nicht verstanden hat oder nicht danach handeln kann, gehört nicht an diese Position.
@Arno Tilsner
“Diese Position müsst Ihr Euch erarbeiten, genauer gesagt erschreiben, noch genauer gesagt erargumentieren. Das könnt Ihr, weil es Euer Job ist”
und: “Wenn Arbeiter etwas unternehmen, müssen Unternehmer arbeiten.”
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Jaja, Mann der Arbeit, aufgewacht, und erkenne deine Macht! Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will… Hätte Herwegh gesagt. Aber das ist schon eine Weile her. Leider.
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Heutiges Beispiel aus einer Region, in der einst 18 Redakteure in drei Lokalredaktionen Lokalteile für zwei Zeitungen aus demselben Verlagshaus machten: Dort wo einst diese insgesamt 18 arbeiteten, sind es jetzt dank der Synergieeffekte und weiteren Spargedöns nur noch sechs. Sechs hauptberufliche Kollegen, die aus einer Großstadt und sieben (!) weiteren Städten berichten sollen. Zwei davon machen den Sport. Einer hat sowieso nur eine Dreiviertelstelle. Bleiben vier übrig für das Lokale. Wenn dort in einem knappen halben Jahr noch ein weiterer Kollege in Altersteilzeit geht, bleiben fürs Lokale nur noch drei übrig. Ersatz gibt’s nämlich nicht. Drei Redakteure für die Berichterstattung aus acht Kommunen! Und weil bei fünfen natürlich dauernd einer im Urlaub ist, bleiben dann praktisch nur noch zwei, die aus diesen acht Kommunen berichten sollen, für zwei Zeitungen! Weiß der Himmel, wie die das machen sollen. Die einstige Vollredaktion existiert seit Anfang Januar nicht mehr; die Planung kommt vom Newsdesk, 60 Kilometer weit entfernt. Vieles machen Freelancer, für wenig Geld und ohne aufzumucken.
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Wenn Arbeiter etwas unternehmen und so weiter, und alle Räder stehen still? Georg Herwegh würde nur noch leise weinen! Und der Unternehmer lacht sich derweil abwechselnd in jedes seiner vielen Fäustchen. Und predigt den neuen Qualitätsjournalismus…
Müssen nur zwei Redakteure die Grippe haben, schon steht das Rädchen still. Dann guckt auch das Desk dumm, weil keiner mehr genug Brauchbares aufs Fliesband wirft.
@Redaktor
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Die Geschichte mit den Zeitungen des letzten Jahrhunderts ist durch. Das Ende der Zeitungen ist nicht das Ende aller Zeiten. Wenn Sie bei Gelegenheit einmal alexa.com aufrufen, dort http://www.stefan-niggemeier.de eingeben und anschließend unten die Trafic-Werte mit derwesten.de vergleichen, werden sie sehen, dass die Erarbeitung von Aufmerksamkeit für Inhalte möglich ist, ohne die Organisation eines Verlages oder Senders. Das meinte ich, als ich schrieb: “Diese Position müsst Ihr Euch erarbeiten, genauer gesagt erschreiben, noch genauer gesagt erargumentieren. Das könnt Ihr, weil es Euer Job ist”.
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Ich frage deshalb noch einmal: wenn es möglich ist, warum geschieht es hier nicht?
Es geschieht ja. Es interessiert aber niemand von den den Herrschaften. Jedenfalls tun si so. Denn sonst müssten sie ja öffentlich Fehler zugeben. Es sind aber eigentlich keine Verleger mehr, sondern Politiker oder deren Seelenverwandte. Und die geben Fehler nicht zu. Niemals. Westerwelle ist ein schönes Beispiel. Volle Kraft voraus, immer auf den Eisberg zu. Scheißegal, was die anderen sagen – mein Kurs stimmt.
Heute ist die Auslieferung der Zeitungen im Märkischen Kreis zusamengebrochen.
Die Telefone standen nicht mehr still. Krankheitsstand der Boten angeblich bei einem Drittel.
Sie haben offenbar die Zeichen der Zeit erkannt.
Sie quittieren die Lohnkürzungen mit Verweigerung.
Recht so.
Vielleicht sollten wir auch alle mal gleichzeitig Grippe bekommen.
Jaaaa, so laaaaaangsam beginnt es da oben zu dämmern, dass etwas mit den Boten nicht stimmt. Noch wird aber (zu viel) nur über Glatteis und gebrochenen Gliedmaßen fabuliert. Es taut ja. Schau’n mer mal, ob’s wirklich der Winter war.